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Full text of "Altisländische und altnorwegische Grammatik unter Berücksichtigung des Urnordischen"

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SAMHUIG 

KURZER  &EAI1ATIKEN 

GERMANISCHER  DIALEKTE 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


WILHELM  BRAUNE 


IV.    ALTNORDISCHE  GRAMMATIK  I 


HALLE  (SAALE) 

VERLAG  VON  MAX  NIEMEYER 

1923 


IVfe34'ia/L 

ALTNORDISCHE  GRAMMATIK  I 


ALTISLÄNDISCHE 


UND 


ALTNORWEGISCHE  GRAMMATIK 

(LAUT-  USD  FLEXIONSLEHRE) 

UNTER  BERÜCKSICHTIGUNG  DES  URNORDISCHEN 


VON 

ADOLF NOREEN 


VIERTE  VOLLSTÄNDIG  UMGEARBEITETE  AUFLAGE 


HALLE  (SAALE) 
VERLAG  VON  MAX  NIEMEYER 

1923 


Vorwort. 


[I.  aufl.  1884.]  Beim  ausarbeiten  der  vorliegenden  altis- 
ländisch -alt norwegischen  grammatik  habe  ich  in  erster  linie 
mich  bestrebt,  der  in  den  vorhandenen  iverken  dieser  art  wenig- 
stens nach  heutigen  anforderungen  gar  zu  kärglich  bedachten 
lautlehre  die  ihr  gebührende  sorgfältige  behandlung  angedeihen 
zu  lassen.  Aus  der  besonders  in  den  letzten  jähren  auf  diesem 
gebiete  so  reich  emporgewachsenen  literatur,  die  ich  mit  allem 
fleiss  ausgebeutet  zu  haben  glaube,  ist  in  meine  darstellung  alles 
das  aufgenommen  worden,  was  mir  von  wesentlicher  bedeutung 
zu  sein  und  dabei  die  vergleichsiceise  gesicherten  ergebnisse  der 
forschung  darzustellen  schien,  während  noch  unabgeschlossene 
Untersuchungen  und  flüssige  theorien  nur  in  geringerem  masse 
berücksichiiyung  finden  konnten. 

Ein  anderer  punkt,  auf  welchen  ich  auch  ganz  besonders 
mein  augenmerk  gerichtet  habe,  ist  die  zeitliche  und  örtliche 
auseinanderhaliung  der  vielartigen  in  der  altnordischen  lauf- 
geschichte  zutage  tretenden  erscheinungen.  Ich  habe  also  den 
versuch  gemacht,  sowol  den  lautentwicktungen  ihr  rechtes  Sprach- 
gebiet als  entweder  urnordisch,  alti^ländisch  oder  altnorwegisch 
anzupreisen,  als  auch  innerhalb  jedes  der  genannten  sprachkreise 
das  gegenseitige  chronologische  Verhältnis  der  erscheinungen,  so- 
weit möglich,  festzustellen. 

[II.  aufl.  1892.]  Die  schnellen  f ortschritte  unserer  Wissen- 
schaft haben  dazu  geführt,  dass  diese  grammatik  schon  nach 
wenigen  jähren  fast  wie  ein  neues  buch  erscheint.  Von  arbeiten, 
die  mir  bei  der  ausarbeitung  dieser  neuen  ausgäbe  besonders 
nützlich  gewesen  sind,  nenne  ich  nur  für  das  altnorwegische 
die  ausgezeichnete  abhandlung  E.  Wadsteins,  ' Fornnorska  homi- 
liebokens   ljudlära\    Upsala  1890.  für  das   altisländische  das 


Vi  Vorwort. 

musterhafte  werk  L.  Larssons,  'Ordförrädet  i  de  älsta  islänska 
handskrifterna',  Lund  1891.  —  — 

Betreffs  der  altnordischen  Orthographie  habe  ich  in  dieser 
aufläge  (wie  auch  schon  in  meiner  'Geschichte  der  nordischen 
sprachen'  in  Pauls  Grundriss  I,  V,  4)  nur  die  eine  wichtige 
Veränderung  durchgeführt,  welche  mir  dringend  geboten  schien, 
indem  ich  konsonantisches  i  und  u  überall  durch  I,  resp.  u 
(nicht  j,  resp.  v)  wiedergebe,  jenes  im  einklang  mit  allen,  dieses 
mit  den  besten  handschriften.  - 

[III.  aufl.  1903.]  Wiederum  haben  die  wissenschaftlichen 
f ortschritte  dazu  geführt,  dass  die  neue  aufläge  meines  buches 
ein  wesentlich  verändertes  aussehen  darbietet.  Keine  seite, 
kaum  ein  einziger  paragraph  ist  ohne  erhebliche  änderung  ge- 
blieben. Von  arbeiten,  die  mir  bei  dieser  revision  förderlich  ge- 
wesen sind,  mögen  besonders  hervorgehoben  werden:  für  die 
allgemeine  grammatik  die  wichtige  abhandlung  0.  v.  Friesens, 
'Till  den  nordiska  spräkhistorien' ,  Uppsala  1901,  welche  mir 
zu  einer  durchgreifenden  Umarbeitung  der  umlautslehre  anlass 
gegeben  hat,  und  für  das  altnorwegische  die  reiche  material- 
sammlung  M.  Hcegstads,  'Gamalt  trendermaal ',  Kristiania  1899 
(desselben  'Maalet  i  dei  gamle  norske  kongebrev',  1902,  habe 
ich  hauptsächlich  nur  mehr  für  die  nachtrage  benutzen  können). 

Um  eine  allzugrosse  anschwellung  des  buches  zu  vermeiden, 
habe  ich  jedes  irgendwie  entbehrliche  wort  gestrichen,  besonders 
diejenigen  vielen  altnorwegischen  nebenformen,  welche  nur  ganz 
regelmässige  entsprechungen  oder  rein  orthographische  Varianten 
zu  den  altisländischen  sind;  so  dass  also  jetzt  jede  von  mir 
erwähnte  form,  welche  nicht  ausdrücklich  als  laisl.'  oder  'anorw.' 
angegeben  wird,  als  altisländisch  und  altnorwegisch  anzusehen 
ist,  obwol  sie  nur  in  ihrem  altisländischen  gewand  auftritt. 
Trotz  dieser  knappen  form  ist  dennoch  das  ganze  nicht  un- 
bedeutend umfangreicher  als  früher  geworden,  besonders  wol 
weil  ich  nötig  gefunden  habe  seltene  sprachformen  der  regel 
nach  durch  quellenzitate  zu  belegen,  was  hoffentlich  beifall  finden 
wird.  Auch  habe  ich  zu  den  etwas  seltneren  flexionstypen  die 
beispiele  soweit  möglich  vollständig  angeführt,  was  nicht  nur 
an  und  für  sich  empfehlenswert  erschien,  sondern  auch  dadurch 
geboten,  dass  Wimmers  grammatik,  auf  die  ich  in  den  früheren 


Vorwort.  VII 

auflagen  diesbezüglich  manchmal  rekurrieren  konnte,  jetzt  nicht 
mehr  vorrätig  ist. 

In  der  Orthographie  habe  ich  jetzt,  wie  schon  in  meinem 
'Abriss  der  an.  (aisl.)  grammatik',  1896,  die  änderung  vor- 
genommen, dass  ich  ausser  bei  wiedergäbe  rein  altnorwegischer 
formen  das  zeichen  6  durch  f>  ersetzt  habe,  dies  in  Überein- 
stimmung mit  den  ältesten  altisländischen  handschriften  und 
vielen  in  der  letzten  zeit  erschienenen  ausgaben  (auch  solchen, 
die  hauptsächlich  für  anfanget'  bestimmt  sind)  wie  Sijmons 
und  Jonssons  Eddaausgaben,  Golthers  und  Jönssons  ausgaben 
der  Islendingabök  u.  a.  Zwar  halte  ich  aus  gründen,  die 
Brate  in  Bezzenbergers  Beiträgen  XI,  179  ff.  trefflich  ent- 
wickelt hat,  diese  neuerung  weder  von  der  icissenschaft  un- 
bedingt erheischt,  noch  für  den  ersten  Unterricht  gerade  förder- 
lich, aber  sie  ist  doch  eine  früher  oder  später  zu  ziehende 
konsequenz  unserer  sonstigen  altisländischen  Orthographie  und 
scheint  deshalb  auch  schon  ziemlich  allgemein  durchgedrungen 
zu  sein.  —  — 

Zur  vierten  aufläge:  Das  nach  zwanzig  jähren  mein  buch 
in  vielfach  veränderter  gestalt  erscheinen  muss,  ist  selbstverständ- 
lich. Der  text  ist  jetzt  um  drei  bogen  erweitert,  der  ur- 
nordische anhang  ist  von  68  zu  95  Inschriften  angeschwollen,  und 
übrigens  ist  fast  jede  seife  dank  reichlicher  benutzung  der 
neueren  fachliteratur  mehr  oder  weniger  revidiert  worden.  Aus 
der  einschlägigen  literatur  ist  vor  allem  Hagstads  überaus 
reiches  werk  Vestnorske  maalfore  mir  von  nutzen  gewesen. 
Viel  verdanke  ich  auch  Marstranders  Bidrag  til  det  norske 
sprogs  historie.  Pippings  De  nordiska  spräkens  ljudlära  ist 
aber  zu  spät  mir  zur  hand  gekommen  um  berücksichtigt  werden 
zu  können.  Die  sehr  wichtige  abhandlung  I.  Lindquists  'Galdrar' 
(Göteborg  1923)  ist  erst,  nachdem  mein  runologischer  anhang 
schon  gedruckt  worden  ist,  erschienen  und  hat  daher  nur  als 
nachtrag  einigermaßen  benutzt  werden  können. 

Herzlichen  dank  schulde  ich  soicol  herrn  Johannes  Warneck, 
der  die  gute  gehabt  hat,  die  ausarbeit ung  des  mühsamen  registers 
zu  übernehmen,  wie  auch  meinem  söhne  Erik,  der  bei  der  heiklen 
korrektur  mir  vielfache  hilfe  geleistet  hat. 

TJppsala,  1.  April  1923. 

Adolf  Noreen. 


Inhalt. 

sehe 

Einleitung  §  1—16 1 

Lautlehre. 

I.  Abschnitt :  Einleitendes  über  schrift  und  ausspräche 33 

Kap.  1.    Die  runen  §  17—21 33 

Kap.  2.    Das  lateinische  aiphabet  §  22—51 36 

I.  Aussprache  der  vokalzeichen  §  23—33 37 

II.  Aussprache  der  konsonantenzeichen  §  3-1—45 39 

III.  Phonetische  Übersicht  §  46—51 44 

DI.  Abschnitt :  Die  sonanten 49 

Kap.  1.   Lautgesetze  der  starktonigen  silben  §  53—135 49 

A.  Qualitative  Veränderungen  §  53 — 121      49 

I.  Urnordische  Vorgänge  §  53 — 57 49 

IL  Umlaut  §  58—86 53 

A.  Verschiebung  durch  velarisierung  §  59—61 53 

B.  Verschiebung  durch  palatalisierung  §  62—75   ....  56 

1.  t'-umlaut  §  63  -  67 57 

2.  j-umlaut  §  68-70 64 

a)  Regressiver  umlaut  §  68—69 64 

b)  Progressiver  umlaut  §  70 65 

3.  Ä-umlaut  §  71—72 66 

4.  Palatalnmlaut  §  73—75 67 

C.  Verschiebung  durch  labialisierung  §76—86     ....  69 

1.  «-umlaut  §  77-81 69 

2.  «r-umlaut  §  82—84     80 

3.  Labialumlaut  §  85-86 85 

in.  Brechung  §  87—96 86 

IV.  Die  di-  und  triphthonge  §  97—106 92 

a)  Entwicklung   der   alten   di-  und  triphthonge 
§97—101 92 

b)  Entstehung  neuer  diphthonge  §  102—106     .   .  95 
V.  Sonstige  Verschiebungen  §  107 — 121 97 

B.  Quantitative  Veränderungen  §  122—129     108 

I.  Dehnung  §  122—126 108 

IL  Kürzung  §  127—129 111 

III.  Hiatuserscheinungen  §  130—135 115 


X  Inhalt. 

eeite 

Kap.  2.   Lautgesetze  der  schwachtonigen  silben  §  136—161  .   .   .  118 

I.  Urnordische  Vorgänge  §  136—143 118 

IL  Sonstige  qualitative  Veränderungen  §  144—150     ....  122 

III.  Kürzung  §  151—152 129 

IV.  Schwund  §  153—160 132 

V.  Svarabhakti  §  161 140 

Kap.  3.   Vokalwechsel  aus  urgerm.  zeit  stammend  §  162—173  .   .  141 

I.  Spuren  speziell  urgerm.  lautgesetze  §  162—163     ....  141 

IL  Ablaut  §  164-173 142 

Kap.  4.   Etymologische  Übersicht  über  die  sonanten  §  174—218   .  152 

I.  Die  sonanten  der  starktonigen  silben  §  174—214  ....  152 

1.  Monophthonge  §  174—191 152 

2.  Diphthonge  §  192—214     156 

IL  Die  sonanten  der  schwachtonigen  silben  §  215—218    .   .  159 

III.  Abschnitt :   Die  konsonanten 160 

Kap.  1.    Urnordische  Vorgänge  §  220—236 161 

A.  Qualitative  und  quantitative  Veränderungen  §220—227  161 

B.  Schwund  §  228  -  236 166 

Kap.  2.   Altwestnordische  lautgesetze  §  237—316 173 

I.  Wechsel  der  artikulationsarten  §  237—254     173 

A.  Die  stimmhaften  Spiranten  §  237—239 173 

B.  Die  stimmlosen  Spiranten  §  240—243 179 

C.  Die  stimmhaften  explosiv«  §244-246 182 

D.  Die  stimmlosen  explosiv«  §  247—249 183 

E.  Die  halbvokale,  nasale  und  liquid«  §  250—254  .   .   .  184 
IL  Wechsel  der  artikulationssteilen  §  255-  265 186 

A.  Die  labiale  §  255-258 186 

B.  Die  dentale  §  259—262 188 

C.  Die  palatale  und  velare  §  263—265 190 

III.  Quantitative  Veränderungen  §  266—286 192 

A.  Dehnung  §  266-282 192 

1.  Assimilation  §  266-278 192 

a)  Regressive  assimilation  §  266—274 192 

b)  Progressive  assimilation  §  275 — 278 199 

2.  Sonstige  fälle  von  konsonantendehnung  §  279-282  203 

B.  Kürzung  §  283—286 207 

IV.  Uebrige  lautgesetze  der  konsonanten  §  287—316  ....  210 

A.  Schwund  §  287-303 210 

1.  Im  anlaute  §  287—290 210 

2.  Im  in-  und  auslaute  §  291—303 212 

B.  Zusatz  §  304—312 223 

C.  Metathese  §  313—316 226 

Kap.  3.   Konsonantenwechsel  aus  urgermanischer  zeit  stammend 

§317-322 229 

I.  Spuren  urgermanischer  lautgesetze  §  317—319 229 

IL  Spuren  indoeuropäischer  lautgesetze  §  320—322    ....  235 


Inhalt.  XI 

seite 

Kap.  4.   Etymologische  Übersicht  über  die  konsonanten  §  323—355  237 

I.  Die  stimmlosen  explosivae  §  323—328 237 

II.  Die  stimmhaften  explosivae  §  329—334 238 

III.  Die  stimmlosen  Spiranten  §  335—341 240 

IV.  Die  stimmhaften  spiranten  §  342—344     241 

V.  Nasale  §  345-349 242 

VI.  Liquidae  §  350-353 243 

VE.  Halbvokale  §  354-355 244 

Flexionslehre. 

Abschnitt:   Deklination 246 

Kap.  1.   Deklination  der  substantiva  §  356—422 246 

A.  Vokalische  stamme  (starke  deklination)  §  356—398    ....  246 

I.  a-stämme  §  356—372 246 

a)  Reine  a-stämme  §  357—363 247 

b)  wa-stämme  §  364-366 255 

c)  ja-stämme  §  367—369     256 

d)  ta-stämme  §  370—372 257 

U.  ö-stämme  §  373—384 259 

a)  Reine  ö-stämme  §  374—379 260 

b)  ice-stämme  §380 263 

c)  jö-stämme  §  381—383 263 

d)  lö-stämme  §384 264 

ZU.  t-stämme  §  385-392 265 

IV.  u-stämme  §  393—398 272 

B.  n-stämme  (schwache  deklination)  §  399 — 411 276 

I.  an-stämme  §  399—405 276 

DI.  ön-stämme  §  406—409 279 

m.  m-stämme  410-411 281 

C.  Uebrige  (konsonantische)  stamme  §  412—422 282 

I.  Einsilbige  stamme  §  412—418 282 

H.  r-stämme  §  419—421 286 

m.  nd-stämme  §  422 287 

Kap.  2    Deklination  der  adjektiva  §  423—441 288 

A.  Starke  deklination  §  424—431 288 

a)  Beine  a-,  ö-stämme  §  426—429 291 

b)  wa-,  ico-stämme  §  430 295 

c)  ja-,  jö-stämme  §  431 296 

B.  Schwache  deklination  §  432—435     296 

a)  Flexion  des  positivs  und  Superlativs  §  433 — 434  297 

b)  Flexion  des  komparativs  und  partic.  präs.  §  435  297 

C.  Komparation  §  436—441 298 

Anhang :  Komparation  der  adverbia  §  442—443 302 

Kap.  3.   Die  Zahlwörter  §  444—463 203 

a)  Kardinalzahlen  §  444—453 303 

b)  Ordinalzahlen  §  451—458 306 

c)  Andere  numeralia  §  459—503 308 


XII  Inhalt. 

seite 

Kap.  4.   Pronomina  §  464—479 309 

1.  Persönliche  §  464—466 309 

a)  Ungeschlechtliche  §  464—465 309 

b)  Geschlechtliche  §  466 312 

2.  Possessiva  §  467 312 

3.  Demonstrativa  §  468—472 313 

4.  Eelativa  §  473  . 319 

5.  Interrogativa  §  474 320 

6.  Indefinita  §  475-479 321 

II.  Abschnitt :  Konjugation 325 

A.  Tempusbildung  §  480-526 325 

I.  Starke  verba  §  481-526 326 

a)  Ablautende  verba  §  482—501 326 

Klasse  I  §  482-483 326 

Klasse  II  §  484-488 327 

Klasse  III  §  489—495     329 

Klasse  IV  §  496 333 

Klasse  V  §  497-498 334 

Klasse  VI  §  499—501 336 

b)  Keduplizierende  verba  §  502—506 338 

Klasse  I  §  502 338 

Klasse  II  §  503     338 

Klasse  III  §  504 339 

Klasse  IV  §  505 339 

Klasse  V  §  506 340 

IL  Schwache  verba  §  507-520 341 

a)  Erste  schwache  konjugation  §509—511     .    .    .  342 

b)  Zweite  schwache  konjugation  §512-514  .    .    .  343 

c)  Dritte  schwache  konjugation  §  515—518    .   .    .  345 

d)  Vierte  schwache  konjugation  §519-520   .    .   .  348 
III.  Verba,   die  zum  teil  stark,   zum  teil  schwach  gehen 

§  521-526 350 

a)  Verba  präterito-präsentia  §  521— 525 350 

b)  Das  verbum  vakla  §  526 352 

B.  Endungen  §  527-546 353 

I.  Aktivum  §  527—541 353 

a)  Infinitiv  §  528—529 354 

b)  Präsens  indikativ  §  530—532 355 

c)  Präteritum  indikativ  §  533—534 361 

d)  Konjunktiv  (optativ)  §  535-537 363 

e)  Imperativ  §  538 364 

f)  Participium  §  539—541 365 

II.  Medio-passiv  §  542—546     367 

Anhang:    Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften 374 

Nachtrag 394 

Register 395 


Verzeichnis  wichtigerer  abkürzungeii. 


Aarboger  =  Aarbeger  for  nordisk 
oldkyndighed,  Kebenhavn  1866  ff. 

abb.  =  abbildung(en). 

Accentuierung  =  Die  alt-  und  neu- 
schwedische accentuierung  von  A. 
Kock,  Strassburg  1901  (Quellen 
und  forschungen  LXXXVÜ). 

adän.  =  altdänisch. 

AfdA.  =  Anz.  f.  d.  A.  (s.  unten). 

afranz.  —  altfranzösisch. 

afries.  =  altfriesisch. 

ags.  =  angelsächsisch. 

agutu.  =  altgutnisch. 

ahd.  =  althochdeutsch. 

aind.  =  altindisch. 

air.  =  altirisch. 

aisl.  =  altisländisch. 

allg.  =  allgemein. 

an.  —  altnordisch. 

anal.  =  analogisch. 

anfr.  =  altniederfränkisch. 

An.  gr.  II  =  Altnordische  grammatik 
II.  Altschwedische  grammatik  von 
A.  Noreen.  Halle  1897  ff. 

Annaler  =  Annaler  for  nordisk  old- 
kyndighed, Kebenhavn  1836  ff. 

anorw.  =  altnorwegisch. 

Ant.  tidskr.  f.  Sv.  =  Antiqvarisk  tid- 
skrift  för  Sverige,  Stockholm  1864  ff. 

Anz.  f.  d.  A.  =  Anzeiger  für  deut- 
sches alterthum,  Berlin  1876  ff. 

aostnorw.  =  altostnorwegisch. 

aon.  =  altostnordisch. 

Arkiv  =  Arkiv  for  nordisk  filologi 
(s.  §  16,  a,  s.  27). 

as.  =  altsächsisch. 

aschw.  =  altschwedisch. 


asl.  =  altslavisch. 

awestnorw.  =  altwestnorwegisch. 

beisp.  =  beispiel. 

Beitr.  =>  Beiträge  zur  geschichte  der 

deutschen   spräche  und  literatur, 

Halle  1874  ff. 
bes.  =  besonders. 
Beyging  =  J.  porkelsson,  Beyging 

sterkra  sagnoröa  i  islensku,  Reyk- 
javik 1888. 
bez.  =  bezeichnet,  -en. 
Bezz.  Beitr.  =  Beiträge  zur  künde 

der    indogermanischen    sprachen, 

herausgg.   von    A.   Bezzenberger, 

Göttingeu  1877  ff. 
Bugge,  Bidrag  =  Bidrag   til  den 

aeldste  skaldedigtnings  historie  af 

S.  Bugge,  Christiania  1894. 
Burg    =    Die    älteren    nordischen 

runenin Schriften  von  Fritz  Burg, 

Berlin  1885. 
Cod.  AM.  s.  §  12  anm.  2  (s.  15). 
Cod.  Holm.  s.  §  12  anm.  2  (s.  15). 
Cod.  Reg.  g.  s.  s.  §  12  anm.  2  (s.  15). 
Cod.  Tunsb.  ==  Codex  Tunsbergensis 

(s.  §  15,  30). 
Cod.  Ups.  Delag.  s.  §  12  anm.  2  (s.  13). 
d.  =  deutsch, 
dän.  =  dänisch, 
dial.  =  dialektisch, 
dicht.  =  dichterisch. 
Egilsson  =Lexicon  poeticum.couscrip- 

sit  S.  Egilsson,  Havniae  MDCCCLX. 
engl.  =  englisch. 
F.  Hom.    =    Fornnorska    homilie- 

bokens   ljudlära   af  E.  Wadstein, 

Uppsala  1890. 


XIV 


Verzeichnis  wichtigerer  abkürzungen. 


finn.  =  finnisch. 

Forn.  forml.  =  L.  F.  A.  Wimmer, 
Fornnordisk  formlära  (s.  §  16,  a ; 
die  citate  stimmen  auch  mit  des- 
selben Verfassers  'Altnordische 
grammatik,  aus  dem  dänischen 
übersetzt  von  E.  Sievers',  Halle 
1871). 

Fritzner  =  Ordbog  over  Det  gamle 
norske  Sprog  af  J.  Fritzner.  Omar- 
beidet  Udgave.  I— III,  Kristiania 
1886-96. 

germ.  =  germanisch. 

Germania  =  Germania.  Vierteljahrs- 
schrift hrsgg.  von  F.  Pfeiffer  und 
K.  Bartsch,  Stuttgart  und  Wien 
1856-81. 

Geschichte8  =  A.  Noreen,  Geschichte 
der  nordischen  sprachen,  3.  aufläge, 
Strassburg   1913   (in   Grundriss3). 

geschr.  =  geschrieben. 

gew.  =  gewöhnlich. 

got.  =  gotisch. 

Gott.  gel.  Anz.  =  Göttingische  ge- 
lehrte Anzeigen. 

gr.  =  griechisch. 

Grundriss3  =  Grundriss  der  ger- 
manischen philologie,  herausgg. 
von  H.  Paul,  3.  aufläge,  Strassburg 
1911  ff. 

G.  Tr.  =  Gamalt  trondermaal  av 
M.  Hsegstad,  Kristiania  (Viden- 
skabsselskabets  Skrifter  II,  1899, 
no.  3)  1899. 

Hb.  =  Hauksbök  udg.  af  Det  kong. 
nord.  Oldskrift-selskab,  Kebenhavn 
1892-96. 

hdschr.  =  handschrift. 

Hertzberg  =  E.  Hertzberg,  Glos- 
sarium, Christiania  1895  (Norges 
gamle  love  V,  2). 

Hild.  =  Hildinakvadet  av  M.  Haeg- 
stad ,  Christiania  ( Videnskabssel- 
skabets  Skrifter II,  1900,  no.  2)  1900. 

ieur.  =  indoeuropäisch. 

I.F.  =  Indogermanische  Forschungen. 
Zeitschrift  hrsg.  von  K.  Brugmann 


und  W.  Streitberg,  Strassburg 
1892  ff. 

I.  F.  Anz.  =  Anzeiger  für  indo- 
germanische Sprach-  und  Alter- 
tumskunde, hrsg.  von  Streitberg, 
Strassburg  1892  ff. 

inschr.  =  inschrift,  -en. 

isl.  =  isländisch. 

Kong.  =  Maalet  i  dei  gamle  norske 
kongebrev  av  M.  Haegstad,  Kristi- 
ania(VidenskabsselskabetsSkrifter 
I,  1902,  no.  1)  1902. 

kons.  =  konsonant(isch). 

K.  Z.  =  Zeitschrift  für  vergleichende 
Sprachforschung,  hrsg.  von  A.  Kuhn 
u.  a.,  Berlin  1852  ff. 

läpp.  =  lappisch. 

Larsson  ==  Ordförrädet  i  de  älsta 
islänska  handskrifterna  av  L.  Lars- 
son, Lund  1891. 

lautges.  =  lautgesetzlich. 

Laesebog  =  L.  F.  A.  Wimmer,  Old- 
nordisk  laesebog  (s.  §  16  f.). 

lehnw.  =  lehnwort,  -Wörter. 

litau.  =  litauisch. 

Marstrander,  Bidrag  =  C.  J.  S.  Mar- 
strander,  Bidrag  til  det  norske 
sprogs  historie  i  Irland  (in  Chra. 
Vid.  Selsk.  Skrifter,  Hist.-fil. 
Klasse  1915). 

mengl.  =  mittelenglisch. 

misl.  =  mittelisländisch. 

mnorw.  =  mittelnorwegisch. 

mndd.  =  mittelniederdeutsch. 

ndän.  =  neudänisch. 

ndd.  =  (neu)niederdeutsch. 

ngutn.  =  neugutnisch. 

nisl.  =  neuisländisch. 

nnorw.  =  neunorwegisch. 

No.  Hom.  ■=  das  anorw.  homilienbuch 
(s.  §  15,  6). 

No.  I.  =  Norges  Indskrifter  med  de 
aeldre  Runer.  Udg.  ved  S.  Bugge, 
und  M.Olsen,  Christiania  1891  ff. 

Nord.  stud.  =  Nordiska  studier  till- 
egnade  Adolf  Noreen,  Uppsalal904. 

nschw.  =  neuschwedisch. 


Verzeichnis  wichtigerer  abkürzungen. 


XV 


N.  spr.  =  Till  den  nordiska  spräk- 
historien.  Bidrag  af  0.  v.  Friesen, 
Uppsala  1901,  1906  (Skrifter  utg. 
af  K.  Hnm.  Vetenskaps-Samfundet 
i  Uppsala  VII,  2  und  IX,  6). 

obl.  =  casus  obliqui. 

onorw.  =  ostnorwegisch. 

Oplysninger  =  Oplysninger  til  trond- 
hjemske  Gaardnavne  I,  II,  Trond- 
hjem  1893  (in  K.  No.  videnskabers 
selskabs  skrifter). 

orkn.  =  orknöisch. 

ostn.  =  ostnordisch. 

Reykj.  Mäld.  —  Reykjaholts  Maldagi 
(s.  §  12, 3  und  9). 

Rimb.  =  Rimbeygla  (s.  §  12, 4). 

run.  =  runisch. 

Runenschrift  =  Die  runenschrift  von 
L.  F.  A.  Wimmer.  Uebers.  von 
F.  Holthausen,  Berlin  1887. 

schw.  =  schwach. 

seit.  =  selten. 

shetl.  =  shetländisch. 

Skjaldesprog  =  Det  norsk-islandske 
skjaldesprog.  Af  F.  Jönsson,  Keben- 
havn  1901. 

son.  =  sonant(isch). 

Senderjyll.  run.  =  Senderjyllands 
runemindesmserker  af  L.  F.  A.  Wim- 
mer, Kebenhavn  1901.  (Separat 
aus  'Haandbog  i  detnordslesvigske 
spörgsmaels  historie'.) 

st.  =  stark  oder  statt. 

St.  Hom.  =  das  Stockholmer  homilien- 
buch  (s.  §  12, 7). 

Studier  =  Studier  over  de  nordiske 
Gude-  og  Heltesagns  Oprindelse  af 
S.  Bugge,  Christiania  1881—89. 

Stud.  nord.  fil.  =  Studier  i  nordisk 
filologi,  Helsingfors  1910  ff. 

Supplement  =  Supplement  til  is- 
laudske  Ordb0ger  af  J.  porkelsson, 


(ved  J.  Thorkelsson)  I,  II,  IV, 
Reykjavik  1876,  1879—85,  1899. 

Sv.  fornm.  tidskr.  =  Svenska  forn- 
minnesföreningens  tidskrift,  Stock- 
holm 1872  ff. 

Sv.  landsm.  =  Nyare  bidrag  tili 
kännedom  om  de  svenska  lands- 
mälen  ock  svenskt  folklif,  Stock- 
holm 1879  ff. 

Tidskr.  f.  Fil.  N.  R.  und  in  R.  = 
Nordisk  Tidskrift  for  Filologi  (og 
Psedagogik),  >'y  Rsekke,  resp. 
Tredje  Reekke,  Kobenhavn  1874  ff. 

Tidskr.  f.  Phil.  og.  Paed.  =  Tidskrift 
for  Philologi  og  Paedagogik, 
Kebenhavn  1860  ff. 

Upphavet  =  Upphavet  til  det  norske 
folkemaal  av  M.  Heegstad,  Kristi- 
ania 1899.  (Separat  aus  'Syn  og 
segn'.) 

urgerm.  bb  urgermanisch. 

Urg.  lautl.  =  Abriss  der  urgerma- 
nischen lautlehre  von  A.  Noreen, 
Strassburg  1894. 

um.  =  urnordisch. 

urspr.  =  ursprünglich. 

Vestno.  maalf.  =■  M.  Haegstad,  Vest- 
norske  maalfere  fyre  1350,  Kristi- 
ania 1906  ff.  (in  Videnskapssel- 
skapets  skrifter). 

Vigfusson  =  An  icelandic-english 
dictionary  by  G.  Vigfusson,  Oxford 
MDCCCLXXIV. 

vok.  =  vokal. 

westn.  =  westnordisch. 

wgerm.  =  westgermanisch. 

wnorw.  =  westnorwegisch. 

ZfdA.  =  Zeitschrift  für  deutsches 
Alterthum,  Leipzig  und  Berlin 
1841  ff. 

ZfdPh.  =  Zeitschrift  für  deutsche 
Philologie,  Halle  1868  ff. 


Druckfehler. 


S.    75  z.  6  f.  lies  s  statt  S. 

S.  223  z.  22  „     1000  statt  1200. 

S.  247  z.    7  „     hAriwulfs  statt  hariwulfs. 

S.  247  z.  18  „     stAtnAR  statt  stainaR. 

S.  263  z.    1  „    wo-  statt  ivo-. 


Einleitung. 


§  1.  Unter  altnordisch  (an.)  verstehen  wir  hier  die 
spräche  der  germanischeu  bewohner  des  skandinavischen  nor- 
dens  (mit  einschluss  von  Island.  Grönland  und  den  Färöern) 
und  der  vom  norden  aus  besiedelten  gegenden  der  jetzigen 
britischen,  russischen  und  deutschen  reiche,  von  den  durch 
denkmäler  bezeugten  anfangen  (bald  nach  Christi  geburt) 
dieser  spräche  bis  zur  reformatio!)  (um  1530).  Seit  welcher 
zeit  die  vorfahren  der  germanischen  bevölkerung  im  norden 
vorhanden  gewesen  sind,  kann  nunmehr  annäherungsweise 
exakt  angegeben  werden.  Es  steht  jetzt  fest,  dass  sie  schon 
sehr  lange  vor  Christi  geburt  da  waren,  ja  nach  Montelius. 
Fürst  und  De  Geer  vielleicht  teilweise  srhon  bald  nach  dem 
13.  Jahrtausend  v.  Chr.  Indessen  kennt  man  nichts  von  der 
beschaff enheit  der  spräche  in  der  zeit  v.  Chr. 

Änm.  1.  Man  wendet  bisher  oft  —  aber  sehr  inkorrekt  —  die  be- 
zeichnung  altnordisch  als  gemeinsamen  namen  für  nnr  zwei  (übrigens 
nicht  hinlänglich  scharf  auseinander  gehaltene)  altnordische  sprachen  (das 
altisländische  und  das  altnorwegische)  an.  Diese  ansdrucksweise.  an- 
fänglich auf  einem  theoretischen  irrtnm  beruhend,  muss  aber  jetzt,  weil 
auch  praktisch  irre  führend,  vermieden  werden. 

Anm.  2.    Ueber  das  alter  der  germ.  spräche  im  norden  s.  einerseits 

0.  Montelius,  Nordisk  tidskrift  1884,  s.  21,  und  1921,  s.  401  ff. ;  G.  Kossinna, 

1.  F.  VII,  276  ff. ,  293  note  und  Die  Herkunft  der  Germanen  (Mannus-Biblio- 
thek  Nr.  6)  Würzburg  1911;  K.  B.  Wiklund,  Xär  kommo  svenskarne  tili 
Finland?  Upsala  1901 ;  G.  Eetzius  (und  C.  M.  Fürst)  Anthropologia  suecica. 
Stockholm  1902,  s.  19  ff.;  .T.  Ailio  und  A.  Hackman,  Förhistoriska  fynd  (in 
Atlas  öfver  Finland  1910.  Text  II),  s.  24.  39.  86:  andererseits  Joh.  Steenstrup. 
Historisk  tidsskrift  (dän.)  6.  R?ekke.  VI.  114,  R.  Saxeu,  Den  svenska  befolk- 
niugens  älder  i  Finland  (in  Fiuska  fornminnesföreningens  tidskrift  XXI. 
no.  3).  Helsingfors  1901  und  B.  Salin,  Vitterhets  historie  och  antiqvitets 
akademiens  Mänadsblad  1890.  s.  12  ff.  (Stockholm  1901). 

§  2.  Seinen  Verwandtschaftsverhältnissen  nach  bildet  das 
nordgermanische  oder  nordische  einen  selbständigen  zweig 

Jforeen,  Alti*l. granun.    4.  aull.  i 


2  §  3.    Einleitung. 

innerhalb  der  germanischen  (germ.)  familie  des  indo- 
europäischen (ieur.)  sprachstammes.  Seine  nächsten  ver- 
wandten sind  also  die  beiden  übrigen  zweige  derselben  familie. 
der  (wandilische  oder)  ostgermanische  —  das  gotische  (got.). 
wandalische,  burgundische  u.  a.  umfassend  —  und  der  (deutsch- 
englische oder)  westgermanische  (wgerm.),  von  denen  vielleicht 
jener  dem  nordischen  etwas  näher  steht,  weshalb  er  früher 
oft  mit  diesem  unter  dem  namen  "ostgermanisch"  zusammen- 
gefasst  worden  ist.  Die  vorzugsweise  wichtigen  Überein- 
stimmungen der  nord-  und  ostgermanischen  sprachen  sind: 

1.  Die  Vertretung  des  urgermanischen  icw  durch  ggw,  z.  b. 
aisl.  tryggue,  got.  triggiva  der  treue. 

2.  Die  Vertretung  des  urgerm. ,?';'  durch  ggj,  resp.  ddj,  z.  b. 
aisl.  tueggia,  got.  twaddje  zweier. 

3.  Die  erhaltung  der  alten  endung  -t  in  der  2.  sg\  prät, 
ind.  (wgerm.  auf  -i),  z.  b.  aisl.  und  got.  gaft  gabst. 

Anm.  Noch  andere  Übereinstimmungen  erwähnt  H.  Hirt,  Journal  of 
germ.  philology  II,  272. 

§  3.  Das  altnordische  ist  keine  einheitliche  spräche,  son- 
dern eine  kollektivbezeichnung  vieler  zu  verschiedenen  zeiten 
und  in  verschiedenen  gegenden  existierenden  sprachen,  von 
denen  die  älteste,  die  zugleich  die  mutter  der  übrigen  ist, 
passend  als  ur nordisch  (urn.)  bezeichnet  wird.  Unter  der 
urnordischen  spräche  versteht  man  demnach  das  altnordische 
bis  zu  der  zeit  seiner  Verzweigung  in  verschiedene  dialekte, 
die  später  als  völlig  selbständige  sprachen  hervortraten.  Diese 
Spaltung  fällt  in  die  sogenannte  vikingerzeit  (c.  800  bis  c.  1050) 
und  ergab  statt  einer  altnordischen  spräche  zunächst  drei: 
altnorwegisch  (anorw.),  altschwedisch  (aschw.),  das  in 
weiterem  verstand  auch  den  sehr  eigentümlichen  altgutni- 
schen  (agutn.)  dialekt  umfasst,  und  altdänisch  (adän.),  zu 
denen  nach  der  besiedelung  Islands  (c.  900)  bald  als  vierte 
altisländisch  (aisl.)  kam.  Erst  im  11.  jahrh.  sind  die 
differenzen  so  gross,  dass  man  von  vier  (literatur)sprachen, 
statt  dialekten,  reden  darf,  wenn  auch  noch  lange  zeit  einer- 
seits aisl.  und  anorw.,  andererseits  aschw.  und  adän.  einander 
sehr  nahe  stehen,  so  dass  man  die  beiden  ersten  als  west- 
nordische (westn.),  die  beiden  letzteren  als  ostnordisclie 
(ostn.)  gruppe  zusammenzufassen  pflegt. 


9  4.  .').     Einleitung. 

Anui.  In  der  vikingerzeit  und  noch  später  wurde  sowol  in  Skan- 
dinavien als  in  England  das  altnordische  als  donsk  tunga  'dänische  zunge" 
bezeichnet.  Später  kam  dieser  ausdruck  auch,  obwol  selten,  in  der  be- 
deutung  von  alt  westnordischer  spräche  statt  des  dann  in  dieser  bedeutung 
üblichen  norrvut  med  'nordische  spräche*  vor. 

§  4.  Die  liauptkenn zeichen  des  ur nordischen  gegenüber 
dem  gotischen  sind: 

1.  Die  erhaltung  der  stammauslaute  a  und  i  im  nom.  und 
acc.  sg.  der  a-  und  i-stämme  (got.  synkope).  z.  b.  dagaR  :  dags 
tag.  stama  :  stain  stein.  -$astii :  gasts  gast. 

2.  Die  endung  -as  im  gen.  sg.  der  a-stämme  (got.  -/.vi.  z.  b. 
godagas  :  dagis  tages. 

3.  Die  endung  -e  im  dat.  sing,  der  ^-stamme  (got.  -«).  z.  b. 
-hn-ne  :  Mamma  körn. 

4.  Die  endung  -an  im  dat.  sg.  der  <™ -stamme  igot.  -in). 
z.  b.  -hüIüiTjar,  :  ga-hkdbin  genossen. 

5.  Die  endung  -tu  im  dat.  sg.  der  «-stamme  (got.  -><"  •. 
z.  b.  /&u»MMf[n]^Mi :  magam  sohna 

6.  Die  endung  -in  im  nom.  plur.  der  r- stamme  igot. 
z.  b.  öoktrin  :  doMrjus  töchter. 

7.  Die  endung  -Ö  in  der  1.  ^g.  des  sehwachen  Präteritums 
(got.  -«).  z.  b.  tawufo  :  tan/da  brachte  zu  stände. 

§  5.  Die  denkmäler  des  urnordischen  bestehen  fast  aus- 
schliesslich aus  runeninschriften.  Diese,  die  an  altert  üm- 
lichkeit  der  sprachform  alle  übrigen  germanischen  Sprach- 
denkmäler überragen,  bedienen  sich  des  älteren,  allen  germa- 
nischen stammen  gemeinsamen  runenalphabets  von  24  zeichen 
und  sind  zu  einer  anzahl  von  beinahe  150  in  Schweden. 
Norwegen  und  Dänemark  vorhanden.  Von  dieser  ziemlich 
grossen  anzahl  sind  jedoch  nur  etwa  die  hälfte  von  eigentlich 
sprachlicher  bedeutung.  und  auch  von  diesen  sind  die  meisten 
sehr  kurz.  Die  wichtigsten  sind  die  folgenden,  welche  hier 
in  chronologischer  Ordnung  aufgeführt  werden,  wiewol  bei 
vielen  die  datierung  sehr  unsicher  ist  und  die  ansichten  der 
gelehrten  zum  teil  noch  ein  wenig  auseinander  gehen. 

Aus  der  zeit  c.  200—300  n.  Chr.  die  inschriften  von  Üvre 
stabu,  Mos.  Vi  und  Torsbjarg. 

300 — 400  die   inschriften  von  Nedre  Hov.   Floksand 
Kylver.  Einang.  Himlingoie  und  Xydam. 

l* 


4  §  5.    Einleitung, 

400 — 500  die  inschriften  von  Lindholm,  Kragehul, 
Gjersvik,  Vetteland,  Nordhuglen,  ßdemotland,  Möje- 
bro,  Svarteborg,  Rö.  Strärup,  Gallelius,  Darum. 
Dannenberg,  Stenstad,  Etelhem,  Fyn  (brakteat  nr.  24), 
Magiemose,  Nsesbjserg,  Seeland  (brakt.  nr.  57),  Skodborg, 
Schonen  (brakt.  nr.  19),  Börringe,  Asum,  Vadstena. 
Fredrikstad,  Bjornerud,  Selvig,  Skärkind,  Berga. 
Skääng,  Krogsta  und  Tune. 

500 — 600  die  inschriften  von  Tu,  Kjolevig,  Norge 
(brakt.  nr.  48),  Valsfjorden,  Sotvet,  Trollhättan,  Skryd- 
strup,  Faemo,  Tanum,  Tjurkö,  Ägedal,  Overhornbaek, 
Bo,  Bratsberg,  die  ältere  von  Torviken,  Beiland,  die 
ältere  von  Myklebostad,  Vänga,  Fonnäs,  Tomstad, 
Elgesem,  Saude,  Järsberg,  Opedal,  Reistad,  Mogedal 
und  Ärstad. 

600 — 700  die  inschriften  von  Stora  Noleby,  Amle, 
Veblungsnaes,  Eidsväg,  Strom,  By,  Kinneved,  die  jüngere 
von  Myklebostad,  Istaby,  Gummarp,  Stentoften,  F^rde, 
Björketorp  und  Eggjum. 

700 — 800  die  inschriften  von  Valby,  Vatn,  die  jüngere 
von  Torviken,  Tveito,  Hämmeren,  Roes,  Flistad,  Sölves- 
borg,  Tanem,  Farsund,  Martebo  und  Rävsal. 

Anm.  Ueber  die  um.  inschriften  vgl.  u. .  a.  besonders  die  bahn- 
brechenden abhaudlungen  von  S.  Bugge  in  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  VII,  VIII 
und  in  Aarbeger  1871  und  1905,  sowie  desselben  und  M.  Olsens  grossartiges 
werk  Norges  Indskrifter  med  de  teldre  Kuner,  Chra.  1891  ff.;  ferner 
L.  Wiinmer ,  Die  runenschrift,  Berlin  1887,  Senderjyllands  runemindes- 
moerker,  Kopenhagen  1901 ;  F.  Burg,  Die  älteren  nordischen  runeninschriften, 
Berlin  1885;  E.  Brate  in  Bezz.  Beitr.  XI,  177  ff.  Zur  Chronologie  vgl. 
O.  Montelius  in  Sv.  fornm.  tidskr.  VI,  265  ff.  und  IX,  272  ff. ;  Wimmer, 
Kunenschrift,  s.  300  ff. ,  Senderjyll.  run. ,  s.  28  ff. ;  Bugge  und  Olsen,  No.  I. 
passiin ;  vor  allem  aber  H.  Schetelig,  No.  I.  III,  1  ff.  (1914).  Abbildungen  bei 
G.  Stephens,  Handbook  of  the  old  northern  runic  monuments  of  Scandinavia 
and  England,  Kopenh.  1884;  die  norwegischen  besser  bei  Bugge,  No.  I.  — 
S.  übrigens  unten  im  Anhang  betreffs  der  verschiedenen  inschriften. 

§  6.  Eine  andere,  zum  teil  wahrscheinlich  ältere  quelle 
zur  kenntnis  des  urnordischen  haben  wir  in  den  lehn  Wörtern, 
die  aus  dem  urn.  in  die  finnischen  und,  durch  diese  vermittelt, 
auch  die  lappischen  sprachen  hineingekommen  sind,  und  die 
oft  noch  altertümlichere  sprachformen  als  die  der  runen- 
inschriften voraussetzen,  was  vielleicht  daraus  zu  erklären  ist, 


§  7.     Einleitung. 

die  entlehnungen  zum  teil  schon  in  den  ersten  Jahr- 
hunderten unserer  Zeitrechnung  (um  200  oder  wol  noch  frühen 
stattgefunden  haben;  anderseits  aber  ist  es  oft  schwer  oder 
unmöglich,  diese  lehnwürter  von  einigen  in  das  finnische  wahr- 
scheinlich aus  dem  gotischen  eingedrungenen  Wörtern  aus- 
zuscheiden, ein  umstand,  welcher  den  wert  dieser  quelle  für 
die  nordische  Sprachgeschichte  ein  wenig  vermindert,  besonders 
weil  eben  die  altertümlichsten  formen  in  dieser  weise  zwei- 
deutig sind. 

Anm.  Vgl.  V.  Thonisen  (übers,  von  E.  Sievers).  Ueber  den  einflus- 
der  germ.  sprachen  aof  die  finnisch  -  lappischen .  Halle  1870,  Beröringer 
mellem  de  finske  og  de  baltiske  Sprog  (in  Videnskabs  Selskabets  Skrifter, 
6.  Raekke.  hist.  og  phü.  Afd.  I, 1),  Kopenh.  1890  (bes.  s.  27  ff.,  150 f.);  K.  B. 
Wiklund,  Lnle- Lappisches  Wörterbuch,  Helsingfors  1890  (bes.  s.  179 ff.), 
Laut-  und  Formenlehre  der  Lule -Lappischen  Dialekte  (in  Göteborgs 
K.  Vetenskaps-  och  Vitterhets  Samhälles  Handlingar.  Ny  tidsföljd  XXV). 
Sthlm.  1891.  Die  nordischen  Lehnwörter  in  den  russisch-lappischen  Dialekten 
(in  Journal  de  la  societe  finno-ougrienne  X,  146).  Helsingfors  1892,  und  De 
svenska  noinadlapparnas  flyttningar.  Ups.  1908.  s.  237 ff.,  sowie  (besonders 
wichtige  Le  monde  oriental  V,  217  ff.;  0.  Almgren,  Antikvarisk  tidskrift 
för  Sverige  XX,  1.  s.  61  ff. ;  J.  K.  Qvigstad.  Nordische  Lehnwörter  im 
Lappischen  (in  Christiania  Videnskabs-Selskabs  Forhandlinger  1893,  no.  1), 
Christiania  1893:  Setälä.  Journal  de  la  Societe  Finno-ougrienne  XXDII,  1. 
s.  1  ff. ;  T.  E.  Karsten .  Indogerm.  Forschungen  XXLT,  293  ff. .  Germanisch- 
Romanische  Monat schrift  VI.  65 ff..  Svenskarnas  bosättningar  i  Finland. 
Helsingfors  1914.  und  (wichtig)  Germanisch -finnische  Lehnwortstudien, 
Helsingfors  1915  (wozu  vgl.  den  wichtigen  anisatz  K.  B.  Wiklunds,  Die 
ältesten  germanischen  Lehnwörter  im  Finnischen  in  I.  F.  XXXVIII).  und 
Fragen  aus  dem  Gebiete  der  germ.-önn.  Berührungen,  Hfors  1922. 

§  7.  Weniger  ergiebig  ist  eine  dritte,  übrigens  oft  schlecht 
überlieferte,  quelle:  die  nordischen  orts-  und  Völkern  amen 
bei  lateinischen  und  griechischen  Schriftstellern  aus 
den  letzten  Jahrhunderten  vor  und  den  ersten  Jahrhunderten 
nach  Chr..  wie  z.  b.  Polybios.  Cäsar.  Livius.  Strabo.  Mela. 
Plinius,  Tacitus.  Ptolemaios.  Prokopios  und  vor  allem  Jordanes 
um  6.  jahrh.). 

Anm.  Vgl.  z.  b.  K.  Müllenhoh.  Deutsche  alterthum -künde  II.  Berlin 
L.  F.  Läffler.  Om  de  östskandinaviska  folknamnen  hos  Jordanes  (in  Sv. 
landsm.  XHI,  9),  Sthlm.  1894:  Th.  v.  Grienberger,  ZfdA.  XLVI,  128 ff.: 
G.  Werle.  Die  ältesten  germanischen  Personennamen,  strassburg  1910: 
M.  Schönfeld,  Wörterbuch  der  altgerm.  Personen-  und  Völkernameu. 
Heidelberg  1911;  J.V  SreMBOB,  TV  nordiska  folknamnen  hos  Jor 
(Nftmn  och  bygd  V)  1H1T.  l't.-lema-us*  redögörelse  för  folkeu  p*  ön  Skandia 


6  §  8.     Einleitung. 

(Xamn   och  bygd  VII)  1919;   A.  ISToreeu,  Nordens   älsta  folk-  och  ortnanin 
(Fornvännen  1920;  mit  karte). 

§  8.  Eine  Übersicht  der  urn.  grammatik  zu  geben  ist 
wenigstens  zur  zeit  nicht  wol  möglich,  da  die  quellen  teils 
an  umfang  unzureichend,  teils  oft  nicht  sicher  deutbar  sind. 
Die  bisherigen  ergebnisse  der  forschungen  auf  diesem  gebiete 
linden  daher  am  besten  ihren  platz  als  momente  in  der  dar- 
stellung  der  beiden  altertümlichsten  tochtersprachen  des  ur- 
nordischen.   Dies  sind  die  westnordischen. 

Die  wichtigsten  Übereinstimmungen  der  beiden  alt w est - 
nordischen  (awn.)  literatursprachen,  wie  sie  in  den  ältesten 
quellen  hervortreten,  gegenüber  den  altostnordischen  (aon.)  sind  : 

1.  Umlaut  in  vielen  fällen,  wo  er  im  ostn.  nicht  da  ist, 
z.  b.  westn.  vcere  :  ostn.  väre  (er)  wäre,  westn.  i  gcer  :  ostn.  1  gär 
gestern,  westn.  lond  :  ostn.  land  1  ander. 

2.  Ein  silben auslautendes  u  in  gewissen  Wörtern,  wo  im 
ostn.  ö  auftritt,  z.  b.  westn.  kü  :  ostn.  kö  kuh,  westn.  sü :  ostn. 
so  sau,  westn.  gniia  :  ostn.  gnöa  reiben  u.  dgl. 

3.  Uebergang  von  i,  e,  y  in  konsonantisches  i  vor  u.  o,  u, 
welcher  dem  ostn.  mit  wenigen  ausnahmen  fremd  ist,  z.  b. 
westn.  sid  :  ostn.  sea  sehen,  Avestn.  fiande  :  ostn.  f lande  feind, 
westn.  biär  :  ostn.  byar  dorfes. 

4.  Assimilation  von  mp,  nk,  nt  zu  resp.  pp,  kk,  tt  in  weit 
grösserem  umfange  als  im  ostn.  durchgeführt,  z.  b.  westn. 
kroppenn  :  ostn.  krumpin  krüppelig,  westn.  ekkia  :  ostn.  amkia 
wittwe,  westn.  stytta  :  ostn.  stynta  kürzen. 

5.  Die  endungen  pl.  nom.  -er,  -ir,  acc.  -e,  -i  statt  ostn. 
nom.  -iar,  -icer,  acc.  -ia,  -im  bei  sehr  vielen  maskulinen  {i-  und 
y'a-stämmen).  z.  b.  westn.  drenger,  -e :  ostn.  dramgiar,  -ia  bursche. 

6.  Die  endung  -onom,  -mmm  gegen  (normalerweise)  ostn. 
-umin,  -omen  im  dat.  pl.  des  mit  suffigiertem  artikel  versehenen 
snbstantivs.  z.  b.  westn.  fotonom  :  ostn.  fotumin  den  füssen. 

7.  Einzelne  wichtigere  pronominalformen.  wie  z.  b.  westn. 
ek  :  ostn.  iak,  ioßk  ich:  westn.  rr,r  (ano)'w.  auch  mir)  :  ostn.  ol(r) 
wir;  westn.  er  oder  per  :  ostn.  /(»•)  ihr;  westn.  sem  :  ostn.  sum 
gleichwie;  u.  a. 

8.  Die  präteritalbildung  auf  -ra.  weiche  im  ostn.  nicht 
vorkounm.  /..  h.  :;.  sg.  westn.  *ne  ■.  osin.  8dße  säeto. 


§  9.     Einleitung.  i 

0.  Die  medio-passiv-form  auf  -sk  neben  der  im  ostn.  fast 
ausschliesslich  gebräuchlichen  auf  -s(s),  z.  b.  westn.  kallask  : 
ostn.  kallas(s)  genannt  werden. 

Anm.  Was  hier  angeführt  ist,  gilt  nur  für  die  eigentlichen  literatur- 
sprachen.  Dialektisch  kamen  ohne  zweifei  vielfache  abweichungen  vor, 
wie  dies  besonders  in  moderner  zeit  der  fall  ist.  (Ueber  die  gruppierung 
der  neunordischen  dialekte  s.  Noreen ,  Vart  spräk  1, 129  ff. :  B.  Hesselman. 
Sveamalen,  Upps.  1905;  H.  Geijer  bei  I.  Flodströ'm.  Sverges  folk,  s.  196  ff.. 
Upps.  1918;  A.  B.  Larsen,  Oversigt  over  de  norske  bygdemäl,  Kra.  1898; 
H.  Kristensen.  Nydansk,  Kph.  1906). 

§  9.  Die  hauptunterschiede  des  alt  isländischen  und 
altnorwegischen  untereinander,  wie  sie  in  den  ältesten 
literarischen  quellen  hervortreten,  sind: 

1.  ^-umlaut  im  aisl.  in  vielen  fällen,  wo  er  wenigstens 
im  aostnorw.  (normalerweise)  nicht  vorhanden  ist,  z.  b.  dat.  pl. 
aisl.  sQkom  :  aostnorw.  sakum  Sachen,  1.  pl.  prät.  aisl.  kglloßom  : 
aostnorw.  kallaöom  nannten. 

2.  Aisl.  in  der  ältesten  literatur  regelmässig  e,  o  statt  resp. 
i.  u  überall  in  endungen  und  den  meisten  ableitungssilben, 
während  dagegen  im  anorw.  (ausser  im  Südwesten)  durch 
eine  art  von  vokalharmonie  e,  o  nur  nach  gewissen  vokalen 
der  vorhergehenden  silbe  eintreten,  z.  b.  3.  sg..  resp.  pl.  prät. 
ind.  aisl.  spurpe,  -Jw  :  anorw.  spurdi.  -du  fragte,  -en,  aber  sowol 
aisl.  wie  anorw.  lodde.  -o  haftete,  -en. 

3.  Erhaltung  im  aisl.  von  anlautendem  h  vor  /.  n.  r.  welches 
im  anorw.  (ausser  in  den  dialekten  von  Orknö  und  Shetland) 
ziemlich  früh  schwindet,  z.  b.  aisl.  Maupa  :  anorw.  loupa  laufen, 
aisl.  hniga  :  anorw.  niga  sich  neigen,  aisl.  hringf  :  anorw. 
ringr  ring. 

4.  Uebergang  von  tautosyllabischem  dn  in  mn,  von  dem 
das  aisl.  ziemlich  wenige  spuren  hat,  ist  im  anorw.,  bes.  im 
dronth.  (s.  unten  d),  fast  als  regel  zu  betrachten,  z.  b.  aisl. 
suefn  :  anorw.  suemn  schlaf. 

5.  Aisl.  selten,  anorw.  dagegen  häufig  sind  die  pronominal- 
formen mit  neben  vit  wir  zwei,  mer  neben  ver  wir.  später  auch 
(besonders  ostnorw.)  knurr  neben  himrr  (aisl.  huerr)  welcher 
von  mehreren. 

ti.  Aisl.  ist  gleichzeitige  Verwendung  von  präpositivem  und 
postpositivem  artikel  selten,  anorw.  dagegen  häutig,  z.  b.  aisl. 
ßat  skip  :  anorw.  auch  />at  xkipit  dieses  schiff. 


8  §  10.  11.    Einleitung. 

7.  Speziell  anorw.  ist  (seit  c.  1280)  die  endung  -r  neben 
-ö,  -t  in  der  2.  pl.,  z.  b.  aisl.  gripep,  -et :  anorw.  gripir,  -id.  -it 
greifet,  aisl.  gripo]),  -ot :  anorw.  gripur,  -uö.  -ut  griffet. 

Anm.  Ueber  einige  syntaktische  differenzen  s.  Nygaard,  Norran  Syntax, 
s.  4  note. 

§  10.  In  der  geschiente  des  ausländischen  kann  man 
am  passendsten  drei  perioden  unterscheiden:  Die  erste  von 
den  anfangen  der  besiedelung  (ende  des  9.  jahrhs.)  bis  um 
1150  zeigt  noch  eine  sprachform,  die  anfangs  natürlich  gar 
nicht,  später  fast  nur  durch  die  oben  (§  9)  angegebenen  merk- 
male  von  dem  ältesten  anorw.  unterscheidbar  ist.  Die  zweite, 
die  des  sog.  klassischen  aisl.,  von  c.  1150  bis  c.  1350  zeigt 
dagegen  wichtige  sprachliche  Veränderungen,  die  den  unter- 
schied vom  anorw.  scharf  hervortreten  lassen,  wie  z.  b.  den 
Übergang  von  6  in  de  (s.  §  120),  später  auch  von  e  in  ie  (§  103); 
die  dehnung  von  a.  o,  u  vor  l  +  f,  g,  k,  m,  p,  später  auch  von 
q  vor  ng  und  nk  (§  124,  3  und  4) ;  die  Vertretung  älterer  e,  o 
in  endungen  durch  resp.  i,  u  (§  145,  1  und  §  146,  1);  später 
diphthongierung  von  e,  o  zu  resp.  ei,  au  vor  ng,  nk  (§  102  und 
$  105),  während  q  sonst  zu  e  wird  (§  115,  2);  svarabhaktisches 
u  zwischen  konsonanz  und  auslautendem  r  (§  161.  a);  medio- 
passiv auf  -z,  später  -st  statt  sk.  Die  dritte  —  'mittelisländische' 
(misl.)  —  periode  von  c.  1350  bis  um  1530  zeigt  spuren  von 
mehreren  sprachlichen  erscheinungen ,  die  sonst  als  das  neu- 
isländische konstituierend  betrachtet  werden,  wie  z.  b.  den 
Übergang  von  a  in  6  nach  v  und  w  (§  86);  von  anlautendem 
kn-  in  hn-  (§  249):  von  m  und  nn  in  ddn  (§  305);  von  rl  und  11 
in  ddl  (§  305);  mediopassiv  auf  -st  statt  -ist  u.  a,  m. 

ij  11.  Dialektische  differenzen  innerhalb  des  alt- 
isländischen sind  nur  in  sehr  geringem  mass  bemerkbar,  wenn 
sie  auch  natürlich  nicht  ganz  fehlen.  So  z.  b.  zeigt  sich  um 
1200  teils  ein  (z.  b.  in  Reykjaholts  mäldagi  1  und  II,  s.  unten 
§  12,  3  und  Ö)  westlicher  dialekt  mit  e,  <>  in  endungen  und 
mit  partikel  es.  teils  (z.  b.  in  der  Urkunde  von  Späkonuarfr, 
s.  §  12, 11)  ein  nördlicher  mit  i,  o  in  endungen  (jedoch  -er  und 
-ungr)  und  mit  partikel  er  (s.  Neckel.  Beitr.  XL,  66Ü.).  Ein 
Übergang  von  //;  rf  in  Ib,  rb  tritt  vorzugsweise  in  solchen 
handschriften  des  13.  und  14.  jahrhs.  auf,  die  aus  dem  west- 
lichen viertel  der  insel  stammen  (§  237,  3).    Andererseits  unter- 


g   12L     Einleitung.  9 

bleiben  im  Westen  die  sonst  allgemein  vor  ny  und  tik  auf- 
tretenden erscheinungen :  diphthongierung  des  e  zu  ei  (§  102) 
und  dehnung  des  a  zu  d  (§124.4).  Anlautendes  um  ist  im 
norden  nicht  zu  Im-  (§  249)  geworden.  Einige  aisl.  handschr. 
schieben  s  zwischen  f.  und  t  ein.  andere  aber  nicht  (§  309, 1). 
In  einigen  fällen,  wo  die  schrift  keine  Verschiedenheit  auf- 
zuweisen hat.  darf  eine  solche  auf  grund  der  jetzigen  mund- 
arten  vorausgesetzt  werden.  So  z.  b.  ist  wol  der  unterschied 
ziemlich  alten  datums.  dass  altes  ///>•  im  norden  und  westen 
als  /.  t :  in  einem  teile  bes.  des  südöstlichen  Islands  als  ch,  sonst 
aber  als  chiv  ausgesprochen  wird.  Die  hierher  gehörigen  fragen 
sind  aber  bisher  fast  gar  nicht  untersucht  worden,  weshalb 
nähere  aufschlüsse  noch  nicht  zu  geben  sind.  —  Inwieweit 
die  spräche  Grönlands  (wo  von  986  bis  c.  1450  isländische 
kolonisten  wohnten)  ein  von  derjenigen  des  mutterlandes  ab- 
weichendes gepräge  gehabt  hat.  ist  den  unbedeutenden  (runen-) 
denkmälern  —  den  beiden  aus  c.  1300  stammenden  runen- 
steinen  von  Kingittorsuaq  und  Napassut ;  s.  F.  Jönsson  in  Det 
gronlandske  Selskabs  Aarskrtft  1914.  resp.  1916  —  gegenüber 
nicht  mit  irgendwelcher  Sicherheit  abzusehen. 

:?  12.     Die  denkmäler  des  aisl.  sind  zweierlei  art: 

A.  Euneninschriften.  Diejenigen  (etwa  45),  welche 
sich  noch  auf  Island  befinden,  sind  sämtlich  in  sprachlicher 
hinsieht  ziemlich  wertlos,  zumal  die  ältesten  (die  inschrifteil 
auf  dem  kirchtor  von  Yalj>j6fstaöur  und  auf  einem  grab- 
stein  von  Hjaröarholt)  erst  aus  der  zeit  um  1200  (oder 
etwas  später),  resp.  aus  dem  ende  des  13.  jahrhs.  stammen 
und  also  beträchtlich  jünger  als  die  ältesten  handschriften 
mit  lateinischem  alphabet  sind. 

Aniii.  1.  Vgl.  Kr.  Käluml  in  Aarbwger  1882.  i.  57  ff.:  B.  M.  Olsen  in 
Ärbük  hins  i^lenzka  fornleifafelags  1899.  s.  19 ff.:  F.  Jönsson.  Aarbager  1910, 
-.  905  ff. 

B.  Handschriften  mit  lateinischem  aiphabet,  die 
>owol  überaus  zahlreich  als  auch  zum  grossen  teil  sehr  wert- 
voll sind.  Von  den  durch  alter  oder  sonst  besonders  wichtigen 
seien  hier  erwähnt: 

a)  Aus  der  zeit  900 — 1100  stammen  die  vielen  aisl. 
Personennamen  im  sog-.  Reichen  au  er  Neerologium:  hrseg-. 
tjiur  die  aisl.  Bauen)   im  Diplomatariuni  islandicum  I,  Kopen- 


10  §  12.    Einleitung. 

hagen  1857—70,  8.  171  f..  besser,  weil  nach  der  originalhand- 
schrift  (und  zwar  alle  an.  namen)  von  P.  Piper,  Libri  con- 
fraternitatum  (in  Monumenta  Germ,  historica  1884),  s.  145—352. 

b)  Aus  der  2.  hälfte  des  des  12.  jahrhs.  (ältere  handschr. 
wie  z.  b.  diejenigen  des  schon  im  jähre  1118  niedergeschriebenen 
gesetzbuches  Hafltyaskrq  sind  nicht  mehr  vorhanden): 

1.  Ein  vielleicht  schon  c.  1150  geschriebenes  kleines 
bruchstück  eines  homilienbuches,  Cod.  AM.  237a,  fol.; 
hrsgg.  (nur  teilweise)  phototypisch  in  Palaeografisk  atlas, 
Kopenhagen  1905,  als  nr.  1 ;  (vollständig)  von  f>.  Bjarnarson  in 
Leifar  fornra  kristinna  frceöa  islenzkra,  Kopenhagen  1878. 
s.  162  IT.;  vgl.  dazu  V.  Dahlerup  in  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R.  IV,  153. 

2.  Zwei  vielleicht  schon  c.  1150  geschr.  bruchstück e 
der  Grägas,  Codd.  AM.  315  d  und  (ein  wenig  jünger)  c,  fol.; 
hrsgg.  jenes  (nur  ein  teil)  phototypisch  in  Palaeogr.  atlas  als 
nr.  2,  (vollständig)   von  V.  Finsen  in  Grägas,  Kopenh.  1852, 

I,  219  ff.  (vgl.  dazu  J.  Hoffory  in  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R.  III,  294  f. 
note);   dieses  ib.  1,231  ff.  und  Grägas,   Kopenh.  1883,  s.  490  ff. 

3.  Das  älteste  stück  (vielleicht  aus  der  zeit  c.  1185)  von 
dem  als  Reykjaholts  mäldagi  (inventarienverzeichnis) 
bekannten  Originaldokument  im  landesarchiv  zu  Reykjavik; 
hrsgg.  (photolithographisch)  von  Samfund  til  udgivelse  af 
gammel  nordisk  litteratur,  Kopenhagen  1885,  photo typisch  in 
Palaeogr.  atlas  als  nr.  44 — 45. 

4.  Eine  wahrscheinlich  c  1187  geschr.  komput istische 
abhandlung  ('Rimbeygla'j  und  eine  glossensammlung. 
Cod.  Reg.  g.  s.  1812,  ältester  teil,  und  (von  derselben  Land) 
Cod.  AM.  2491,  fol.;  jene  hdschr.  hrsgg.  von  L.  Larsson,  Kopen- 
hagen 1883  (vgl.  dazu  Beckman  und  Kälund,  Alfneöi  islenzk 

II,  65  f.  und  72),  diese  von  G.  Dorläksson  in  Smästykker  udg. 
af  Samfund  &c,  Kopenh.  1884,  s.  78  ff.  (vgl  dazu  Beckman  und 
Kälund,  a.  a.  o.  s.  67  ff.). 

5.  Pläcitüsdräpa,  Cod.  AM.  673b,  4°;  hrsgg.  von 
F.  Jonsson  in  Mindre  afhandlinger  udg.  af  det  philologisk- 
historiske  samfund,  Kopenh.  1887,  s.  210 ff.  (und  Den  no.-isl. 
Skjaldedigtning  A,  1,607  ff.). 

c)  Aus  der  zeit  c.  1200  bis  gegen  1250: 

6.  Ein  c.  1200  (oder  etwas  früher)  geschr.  bruchstück 
des    Elucidarius,    Cod.   AM.  674a,    4";    hrsgg.   (photolitho- 


g   12.     Einleitung.  H 

graphisch)  von  der  Arnaniagnäanischen  kommission  (durch 
K.  Gislason),  Kopenh.  1869;  vgl.  dazu  Gislason  in  Aarboger 
1870,  s.  262  ff.  und  Hoffory  in  Det  philologisk-historiske  sam- 
funds  mindeskrift.  Kopenh.  1879,  s.  140  ff. 

7.  Das  umfangreiche  und  in  sprachlicher,  besonders  ortho- 
graphischer, hinsieht  sehr  wichtige  Stockholmer  homilien- 
buch,  Cod.  Holm  15,  4°.  von  sieben  bänden  geschr..  von  denen 
die  älteste  (phototypisch  faksimiliert  in  Palaeogr.  atlas  nr.  3) 
vielleicht  schon  dem  12.  jahrh.  gehört;  hrsgg.  von  Th.  Wisen. 
Homiliu-Bök,  Lund  1872;  vgl.  dazu  L.  Larsson,  Studier  över 
den  Stockholmska  homilieboken  I— II,  Lund  1887,  und  Svar 
pä  prof.  Wisens  -Textkritiska  anmärkningar',  Lund  1888,  sowie 
Wisen  im  Arkiv  IV,  193  und  Nägra  ord  om  den  Stockholmska 
homilieboken,  Lund  1888;  vgl.  ferner  K.  Vrätny  im  Arkiv 
XXXIII,  141  ff.  und  G.  Neckel,  Beitr.  XXXVIII,  459  ff. 

8.  Cod.  AM.  673  a,  4°,  von  c.  1200,  umfassend  teils  zwei 
verschiedene,  aber  gleichzeitige  bruchstücke  aus  dem  sog. 
Physiologus,  hrsgg.  (photolithographisch)  von  V.  Dahlerup 
in  Aarboger  1889,  s.  199  ff.;  teils  eine  allegorische  aus- 
legung  vom  schiff  und  regenbogen,  hrsgg.  von  L.  Larsson 
in  ZfdA.  XXXV,  244  ff. 

9.  Das  zweite  stück  von  Reykjaholts  mäldagi  (vgl.  3  oben) 
aus  der  zeit  1204-1208;  hrsgg.  wie  3. 

10.  Sechs  bruchstücke  der  ältesten  redaktion  der  so- 
genannten legendarischen  Olafssaga  im  norwegischen 
reichsarchiv  zu  Kristiania,  membr.  nr.  52;  aus  der  zeit  um 
1200;  hrsgg.  (zinkographisch)  von  G.  Storni  in  Otte  brud- 
stykker  af  den  a?ldste  saga  om  Olav  den  hellige.  Chra.  1893. 

11.  Eine  um  1210  geschr.  teilungs Urkunde  von  Spä- 
konuarfr  in  der  sog.  bingeyrabök,  Cod.  AM.  279a,  4°;  hrsgg. 
(von  J.  Sigurösson)  in  Diplomatarium  islandicum  1, 305  f. 

12.  Cod.  AM.  655,  4°,  fragmm.  I  (abschr.  nach  anorw. 
original),  II— VIII,  XII— XV,  XIX,  XXIII,  legenden, 
biblische  geschiente  u.  dgl.  enthaltend.  Hrsgg.  I  von  Gisla- 
sou in  'Um  frumparta",  Kopenh.  1846,  s.  LXVIlff.;  II  von 
C.  R.  Unger  in  Mariu  saga,  Chra.  1871,  s.  XXXII  ff.  (teilweise 
von  Gislason,  a.  o.  s.  LXIXf.);  III— VIII  von  G.  Morgenstern 
in  Arnamagnäanische  fragmente.  Leipzig-Kopenh.  1893.  s.  1 — 25. 
35—44  (vgl.  dazu  L.  Larsson  in  Anz.  f.  d.  A.  XXI,  56 ff.);  XII, 


12  §  12.     Einleitung. 

XIII  von  Unger  in  Postola  sögur,  Chra.  1874,  s.  211  ff.  529  R'.. 
762  ff.,  791  ff.,  834  ff.;  XIX  von  Unger  in  Marin  saga,  s.  XXXI  ff.; 
XXIII  von  Gislason,  a. o.  s. LXXXII ff.;  unediert  sind  XIV  u.  XV. 

13.  Die  homilien  und  dialoge  Gregors  des  grossen, 
Cod.  AM.  677,  4°,  älterer  teil;  hrsgg.  von  Bjarnarson  in 
Leifar  &c,  s.  19  ff. ;  vgl.  hierzu  Dahlerup  in  Tidskr.  f.  Fil. 
X.  R.  IV,  150  ff. 

14.  Zwei  homilienbruchstücke,  (Jod.  AM.  686,  c  und 
(etwas  jünger)  b;  hrsgg.  jenes  von  Gislason  in  'Um  frumparta '. 
s.  Cff.,  dieses  von  Bjarnarson  in  Leifar  &c,  s.  175  ff.  (vgl. 
Dahlerup  a.  o.,  s.  153  f.). 

15.  Ein  grosses  bruchstück  einer  legendensammlung, 
Cod.  AM.  615,  4°,  älterer  teil;  hrsgg.  von  L.  Larsson.  Isländska 
handskriften  Nr.  645,  4«,  Lund  1885. 

16.  Die  c.  1245  geschr.  teilungsurkunde  von  Horna- 
fiorö,  Cod.  AM.  Dipl.  isl.  LXV,  1;  hrsgg.  (phototypisch)  in 
Palaeogr.  atlas  als  nr.  47. 

d)  Aus  der  zeit  c.  1250—1300: 

17.  Diehaupthandschrift  ("Konungsbok")  der  Grägäs, 
Cod.  Reg.  g.  s.  1157,  um  1260 — 70  geschrieben;  hrsgg.  von 
V.  Finsen,  Grägäs  I,  II,  Kopenh.  1852. 

18.  Die  haupthandschrift  der  sog.  Liederedda,  Cod. 
Reg.  g.  s.  2365,  aus  dem  ende  des  jhs.;  hrsgg.  von  S.  Bugge, 
Norroen  fornkvaeöi,  Chra.  1867  (vgl.  Arkiv  II,  116 ff.),  photo- 
typisch von  L.  Wimmer  und  F.  Jonsson,  Händskriftet  Nr.  2305 
4to  gl.  kgl.  Sämling,  Kopenh.  1891. 

19.  Die  Uppsalaer  handschrift  der  Snorra  Edda, 
Cod.  Ups.  Delag.  11,  4°,  aus  der  zeit  um  1300;  hrsgg.  (das 
meiste)  von  der  Arnamagnaeanischen  kommission  (durch 
.1.  Sigurösson)  in  Edda  Snorra  Sturlusonar  II,  Kopenh.  1852. 
s.  250  ff.  (vgl.  Dahlerup  und  Jonsson  in  Islands  grammatiske 
litteratur,  Kopenh.  1884—86,  1,56  ff.,  sowie  E.  Mogk  in  ZfdPh. 
XXII,  129  ff.,  364  ff.).  III,  Kopenh.  1880—87,  s.  259  ff.  und  (der 
kleine  rest)  in  Diplomatarium  islandicum  1,  Kopenh.  1857—76, 
s.  500  f.,  504  ff. 

e)  Aus  der  zeit  c.  1300  bis  c.  1350: 

20.  'Annales  islandorum  regii'.  ('od.  Heg.  g.  s.  2087, 
von  verschiedenen  Schreibern  zwischen  1806     1328  (mit  einigen 


g  12.    Einleitung.  13 

jüngeren  Zusätzen)  geschrieben  ■  hrsgg.  von  G.  Storm,  Islandske 
annaler.  Chra.  1888.  s.  79  ff.,  und  diplomatarisch  von  H.Buergel 
Goodwin.  Upps.  1906  (vgl.  dazu  E.  Olsen,  Arkiv  XXVI.  87  ff.). 

21.  Der  grösste  (zum  teil  etwas  norvagisierende)  teil  der 
grossen  miscellanhandschrift  Hauksbok,  d.h.  Codd.  AM.  371. 
544  (und  675:  vgl.  £  IS,  27).  4».  c.  1314—30  geschr.:  hrsgg. 
(durch  F.  und  E.  Jonsson)  von  Det  k.  nordiske  oldskrift-selskab. 
Kopenh.  1892—96. 

22.  Cod.  Reg.  g.  s.  2367,  umfassend  teils  den  c.  1325  geschr. 
ausführlicheren  text  der  Snorra  Edda,  hrsgg.  von  der 
Arnam.  komm,  in  Edda  Snorra  Sturhrsonar  I.  Kopenh.  1848, 
s.  24 ff.  (vgl.  Th.  Möbius,  Hättatal  I.  Halle  1879.  II.  Halle 
1881)  —  handausgabe  von  F.  Junsson,  Kopenh.  1900  — .  teils 
zwei  gediente  des  Orknöer  bischofs  Biarne  Kolbeinsson:  16ms- 
vikingadrapa.  hrsgg.  von  C.  af  Petersens.  Jomsvikinga 
Saga,  Lund  1879.  s.  103  ff.  (und  F.  Jönsson,  Skjaldedigtning 
A,  II,  1  ff.) .  und  Malshättakua^e,  hrsgg.  von  F.  Jonsson  in 
Smästvkker  udg.  af  Samfnnd  til  udg.  af  g.  nordisk  litteratur. 
Kopenh.  1889—91.  s.  283  ff.  (und  Skjaldedigtning  A,  IL  130  ff.). 

28.  Die  grosse  sagakollektion  •Müöruvallabok".  Cod. 
AM.  132.  fol..  hrsgg.  von  F.  Jonsson.  Egils  saga.  Kopenhagen 
1886  —  88:  Kr.  Kälund.  Laxdcela  saga.  Kopenh.  1884—91; 
K.  Gislason,  Hallfreös  saga  in  Fire  og  fyrretyve  pruver  &c. 
Kopenh.  1860.  !i.6it.:  H.  Gering.  Finnboga  saga.  Halle  1879. 
und  Glkofra  I'attr  in  Beiträge  zur  deutschen  philologie 
J.  Zacher  dargebracht.  Halle  1880;  ferner  (mit  -normalisierter" 
Orthographie:)  Th.  Möbius.  Kormaks  saga.  Halle  1886;  G.  Por- 
kiksson,  Glüma  in  Islenzkar  fornsögur  I.  Kopenh.  1880,  s.  lff.; 
K.  Gislason,  Sagan  af  Droplaugarsonum.  Kopenh.  1847,  und 
Fostbroeora  saga.  Kopenh.  1852;  H.  Fridriksson.  Bandamanna 
saga.  Kopenh.  1850:  unediert  sind  drei  brachst  ücke  der  Nials 
saga. 

f)  Noch  spätere  handschriften  sind  in  sprachlicher  hin- 
sieht weniger  bedeutend.  Hier  mag  von  solchen  nur  erwähnt 
werden : 

24.  Die  zwischen  1387 — 94  von  zwei  bänden  geschriebene 
riesige  handschrift  geschichtlichen  inhalts.  Flateyjarbuk. 
d.  h.  Cod.  Reg.  g.  s.  1005;  hrsgg.  von  G.  Vigfusson  und  C.  R.  Fnerer. 


14  §  12.    Einleitung. 

Flateyjarbok  I— III,  Chra.  1860—68  (ein  kleiner  teil  photo- 
typisch  von  A.  Reeves,  The  Unding  of  Wineland,  London  1890. 
und  —  derselbe  teil  —  photolithographisch  von  dem  dän. 
generalstab,  Flateyjarbok,  Kopenh.  1893). 

Die  ältesten  aisl.  (und  anorw.)  sprachformen  sind  oft  nicht 
in  den  ältesten  handschriften  zu  finden,  sondern  in  einigen 
skaldengedichten,  die  zwar  erst  in  handschriften  des  13.  jahrhs. 
erhalten  sind,  die  aber  infolge  der  metrischen  abfassung  manche 
form  von  besonderer  altertümlichkeit  aufbewahrt  haben.  Eine 
den  heutigen  forderungen  der  Wissenschaft  genügende  ausgäbe 
dieser  hochwichtigen  denkmäler  ist  neuerdings  von  der  Arna- 
magnaeanischen  kommission  herausgegeben  durch  F.  Jönsson, 
Den  norsk-islandske  skjaldedigtning,  Kopenh.  1912  und  1915. 

Anm.  2.  Ueber  die  aisl.  literatur  s.  vorzugsweise  K.  Maurer,  lieber  die 
ausdrücke  altnordische,  altnorwegische  und  isländische  spräche,  München 
1867  (in  den  Schriften  der  bair.  akademie) ;  Udsigt  over  de  nordgermaniske 
retskilders  historie,  Kra.  1878;  Ueberblick  über  die  geschichte  der  nord- 
germanischen rechtsquellen,  Leipzig  1882  (in  v.  Holtzendorffs  Encyclopädie 
der  rechtswissenschaft  l4,  321.  ff.);  G.  Storni,  Snorre  Sturlassöns  historie- 
skrivning,  Kopenh.  1873;  G.  Vigfusson ,  Sturlunga  saga  I  (prolegomena), 
Oxford  1878;  G.  porläkssou,  Udsigt  over  de  norsk-islandske  skalde,  Kopenb. 
1882;  G.  Cedersehiöld ,  Fornsögur  SuÖrlanda  (einleituug) ,  Lund  1884: 
J.  porkelsson,  Om  digtningen  pä  Island  i  det  15.  og  16.  ärh.,  Kopenh.  1888; 
R.  Meissner,  Die  Strengleikar,  Halle  1902.  Eine  knappe  Übersicht  bietet 
W.  Golther,  Nordische  Literaturgeschichte  I  (Sammlung  Göschen  nr.  254) ; 
eine  ausführliche  gesamtdarstellung  E.  Mogk  im  Grundriss2  VI,  5,  A, 
s.  555  ff.  (vgl.  K.  v.  Amira,  ib.  3,  Grundriss  des  germanischen  Rechts);  aus- 
führlicher und  reichhaltiger  F.  Jönsson,  Den  oldnorske  og  oldislandske 
litteraturs  historie  I— III,  Kopenh.  1894—1902  (2.  ausgäbe  1920 ff.;  kürzer 
Den  islandske  litteraturs  historie,  Kopenh.  1907),  wozu  vgl.  B.  M.  Olsen, 
Hvar  eru  EddukvseÖiu  til  oröin  (in  Timarit  1894),  S.  Bugge,  Helgedigtene, 
Kopenh.  1896,  und  B.  Sijmons,  Die  lieder  der  Edda  (Einleitung),  Halle  1906, 
sowie  F.  Jönsson,  Norsk-islandske  kultur-  og  sprogforhold  i  9.  og  10.  arh. 
(Det  K.  Da.  Vid.  Selsk.  Hist.-filol.  Meddelelser  III,  2),  Kopenh.  1921. 

Vollständiges  Verzeichnis  der  textausgaben  bei  Th.  Möbius,  Ver- 
zeichniss  der  auf  dem  gebiete  der  altnordischen  (altisländischen  und  alt- 
norwegischen) spräche  und  literatur  von  1855  bis  1879  erschienenen  schriften, 
Leipzig  1880,  und  Catalogus  librorum  islandicorum,  Leipzig  1856  (für  die 
zeit  vor  1855);  die  nach  1880  erschienenen  ausgaben  verzeichnet  jährlich 
das  Arkiv.  S.  ferner  H.  Hermansson,  Islandica  I — XIV,  Cornell  university, 
Ithaca,  New  York  1908—21.  —  Vollständiges  Verzeichnis  aller  ausserhalb 
des  atlas  publizierten  aisl.-anorw.  faksimilia  bietet  Palaeogr.  Atlas,  Ny  serie, 
s.  XI  ff. 


|  13.     Einleitung  15 

Die  handschrifteu  sind  vorzugsweise  in  folgenden  grossen  Sammlungen 
aufbewahrt:  1.  Die  Arnamagnseanische  (AM.)  der  Universitätsbibliothek  zu 
Kopenhagen ;  s.  (Kr.  Kalund),  Katalog  over  den  Arnam.  händskriftsamling, 

1.  II.  Kopenh.  1888—94.  2.  Die  alte  Sammlung  der  königlichen  bibliothek 
(Reg.  g.  b.)  zu  Kopenhagen:  s.  (Kr.  Kalund)  Katalog  over  de  oldnorsk- 
islandske  handskrifter  i  det  störe  k.  bibliotek.  Kopenh.  1900.  3.  Die  Dela- 
gardiesche  der  Universitätsbibliothek  zu  Upsala  (Ups.  Delag.) ;  s.  V.  Gödel. 
Katalog  öfver  Upsala  universitets  biblioteks  fornisländska  och  fornnorska 
handskrifter  (in  Skrifter  utgifna  af  Humanistiska  vetenskapssamfundet  i 
Upsala  II.  1),  Ups.  1892.  4.  Die  Sammlung  der  königlichen  bibliothek  zu 
Stocßholm  (Holm.):  s.  V.  Gödel,  Katalog  öfver  kongl.  bibliotekets  fornis- 
ländska och  fornnorska  handskrifter  (in  Kongl.  bibliotekets  kandlingar  nr 
19—22),  Stockh.  1897— 1900.  —  Zur  datierung  der  ältesten  hdschr.  vgl. 
vor  allem  Kalund  in  Palseogr.  atlas,  bes.  s.  IX. 

£  18.  Innerhalb  der  geschichtlichen  entwicklung  des  alt- 
norwegischen  kann  man  dieselben  drei  perioden  wie  im 
aisl.  unterscheiden.  Die  sprachform  der  ersten  periode  ist  in 
ihrem  gegensatze  zum  aisl.  durch  das  oben  (§  9)  angeführte 
schon  hinlänglich  charakterisiert  worden.  Die  zweite  periode 
(c.  1150  bis  c.  1350)  scheint  zunächst  keine  grösseren  Ver- 
änderungen durchgeführt  zu  haben.  Das  14.  jahrh.  bringt  aber 
mehrfache  abweichungen  vom  älteren  sprachgebrauche  mit  sich. 
So  z.  b.  treten  ziemlich  allgemein  U  (zum  teil  schon  im  13.  jahrh.). 
nn,  ss  statt  resp.  rL  m,  r$  auf  (s.  £  272):  i  wird  vor  /;  p,  m, 
L  r  --  kons,  oft  zu  y  (§  85) :  zwischen  kons,  und  auslautendem  r 
entsteht  ein  svarabhaktivokal.  nach  welchem  das  r  bisweilen 
schwindet  (§  161b.  §  301,3)  u.a.m.  Die  dritte  —  'mittel- 
norwegische' (mnorw.)  —  periode  (c.  1350  bis  um  1530), 
die  übrigens  seit  1400  fast  gar  keine  andere  literatur  als 
diplome  aufzuweisen  hat.  lässt  z.  1>.  anlautendes  hu:-  in 
grosser  ausdehnung  zu  hv-  (§  243»  und  p  durchgehends  zu  t 
werden  (s.  §  233  anm.  1).  während  d  nach  vokal  schwindet. 
Uebrigens  zeigt  diese  periode  infolge  der  Vereinigung  Nor- 
wegens (1319)  in  Personalunion  mit  Schweden  einen  ziemlich 
starken  einfluss  des  schwedischen  (z.  b.  die  endung  -in  in  der 

2.  pl.  des  verbs.  einzelne  schwedische  wortformen  wie  biuyy 
st.  hiigg  gerste.  hsgh  st.  Aar  hoch,  später  Iwra  st.  heyra,  mei- 
st, meeir)  und.  nachdem  Norwegen  später  mit  Dänemark  ver- 
eint worden  ist,  noch  mehr  des  dänischen  (z.  b.  stimmhafte 
statt  stimmloser  verschlusslaute  nach  vokalen,  -e  statt  -a  in 
endungen.  einzelne  dänische  lehnwörtar  und  wortformen  wie 


16  §  14.    Einleitung. 

s&  st.  sid  sehen,  sperge  st.  spyria  fragen  u.  a.  m.)  auf  die 
spräche  Norwegens.  Schon  seit  1450  sind  alle  aus  Kopen- 
hagen stammenden  königlichen  briefe  und  seit  1510  auch 
alle  erzbischöflichen  rein  dänisch  abgefasst.  Endlich  hört 
das  norwegische  zur  zeit  der  reformation  auf  als  offizielle 
literatursprache  zu  existieren,  wird  durch  das  dänische  ersetzt 
(als  rechtssprache  jedoch  erst  um  1600)  und  lebt  von  da  ab 
bis  in  die  erste  hälfte  des  19.  Jahrhunderts  nur  in  seinen 
dialekten  (vgl.  A.  Taranger,  Vort  retsmaals  historie  1388  bis 
1604,  Kra.  1900;  R.  Iversen,  Bokmäl  og  talemäl  i  Norge  1560 
bis  1630,  I.  Kra.  1921,  in  Videnskapsselskapets  skrifter). 

§  14.  Schon  in  alter  zeit  sind  im  anorw.  dialektische 
differenzen  bemerkbar,  wie  es  auch  bei  den  geographischen 
Verhältnissen  nicht  anders  zu  erwarten  war.  Besonders  hervor- 
tretend —  je  später  je  mehr  —  ist  der  gegensatz  zwischen 
der  spräche  des  westlichen  Norwegens  (zwischen  Langesund 
und  Molde),  welche  zum  teil  dieselbe  entwickelung  wie  ihre 
tochtersprache  auf  Island  durchläuft,  und  derjenigen  des  öst- 
lichen Norwegens,  welche  noch  mehr  in  die  äugen  fallende  Überein- 
stimmungen mit  dem  gleichzeitigen  altschwedisch  aufzuweisen 
hat.  Die  hauptunterschiede  des  ostnorwegischen  (onorw.) 
vom  westnorwegischen  (wnorw.)  um  1300  dürften  sein: 

1.  Onorw.  bewirkt  erhaltenes  u  in  der  regel  keinen  Um- 
lauf, s.  oben  §  9, 1. 

2.  Onorw.  (oft  schon  in  der  ältesten  literatur)  Jxenn  'den', 
p(Et  'das',  J)wr  'dort'  gegen  wnorw.  Jbann,  Jxit,  fiar.  Vorzugs- 
weise onorw.  ist  auch  der  (bald  nach  1200  auftretende)  pro- 
gressive umlaut  ia  >  ?>,  z.  b.  hicerta  st.  Maria  herz. 

3.  Onorw.  zeigen  sich  nicht  nur  durchgehends  die  alte 
schon  vorliterarisch  entstandene  vokalharmonie  (s.  oben  §  9,2). 
sondern  auch  (schon  im  13.  jahrh.)  spuren  der  jüngeren  sowol 
progressiven  als  regressiven  vokalharmonie  (sog.  "tüjaevning"'), 
welche  den  neunorw.  mundarten  in  so  hohem  masse  charakte- 
ristisch ist,  z.  b.  mykyt  st.  myhit  grosses,  d  maÖal  st,  d  medal 
'zwischen'. 

4.  Onorw.  wird  (seit  1300)  y  vor  r  oder  /  +  kons,  bisweilen 
zu  in,  z.  b.  hiurÖir  <  hyrdir  <  hiröir  hirt.  lyhiull  <  lyhyll  < 
lyhiU  schlüssel. 


§  14.    Einleitung-.  17 

5.  Onorw.,  aber  im  allgemeinen  nicht  wnorw.,  geht  altes 
oder  aus  e  entstandenes  ce  (wenigstens  zwischen  >•  oder  kon- 
sonantischem v  und  r)  in  oft  schwachtonigen  Wörtern  vielfach 
in  a  über,  z.  b.  huarr  statt  kucerr  (so  im  drontheimischen  noch 
bis  in  das  14.  jahrh.)  'jeder',  raröa  st  vercJa  'werden',  mm 
st.  rem  'sein'. 

6.  Onorw.  werden  (nach  1300)  Id.  nd  zu  11,  nn  assimiliert. 
z.  b.  der  Ortsname  Vestfoll  <  -fold,  bann  <  band  band. 

7.  Onorw.  gehen  rö  (nur  bisweilen),  rt  und  die  sekundären 
Verbindungen  rn.  rs.  W.  lt.  In,  Is  in  resp.  kakuminales  d,  t,  n,  s 
über  (s.  §  252). 

Das  ostnorwegische  zerfällt  schon  zu  dieser  zeit  in  zwei 
deutlich  geschiedene  dialektgruppen :  einerseits  eine  nördliche, 
das  sog.  drontheimische,  welches  sich  um  1300  zu  einer, 
zwar  etwas  westnorwegisch  gefärbten,  reichssprache  entwickelt, 
die  in  königlichen  briefen  zur  anwendung  kommt;  anderer- 
seits eine  südliche,  das  sog.  ostländische.  Die  hauptunter- 
schiede dieser  gruppen  sind  damals: 

a)  Im  ostl.,  aber  nicht  im  dronth.,  geht  (schon  etwas  vor 
1300)  a  in  endungen  nach  langer  Wurzelsilbe  in  ce  (noch 
später  e)  über,  z.  b.  scendce  senden,  Jwyrce  hören  (aber  gera 
tun,  vita  wissen,  weil  mit  kurzer  Wurzelsilbe). 

b)  Der  svarabhaktivokal  zwischen  auslautendem  -/•  und 
einem  vorhergehenden  konsonanten  erscheint  im  südlicheren 
ostl.  als  a,  nach  welchem  dann  bisweilen  das  r  schwindet), 
sonst  aber  als  e,  z.  b.  presto*  priester,  retar  winter.  aftax 
zurück,  br0Öa{r)  brüder  neben  prester,  reter.  after.  bräder. 

c)  Das  negierende  präfix  erscheint  im  ostl.  als  u-,  im 
dronth.  aber  gewöhnlich  als  6-. 

d)  Das  ostl.  behält  gewöhnlich  die  "Verbindung  fn.  während 
das  dronth.  das  daraus  entstandene  mn  bevorzugt,  z.  b.  icefn  : 
iremn  eben. 

e)  Im  ostl.  geht  tl  (über  tsl)  in  sl  über,  im  dronth.  aber 
wird  es  ebenso  wie  ursprüngliches  sl  zu  hl  (wie  im  nördlichen 
westnorwegisch),  z.  b.  ostl.  U(t)sJi  st.  litli  der  kleine,  A(t)sJe 
st.  Atle  (ein  mannsname). 

Das  westnorwegische  wiederum  zerfällt  seinerseits  eben- 
falls in  zwei  (literarisch  bezeugte)  dialektgruppen:  das  sog. 

Xoreen.  Altisl.  gTamm.    4.  aufl.  O 


18  §  14.    Einleitung. 

nordwestnorwegische  (von  Molde  bis  Sogn,  westlich)  und 
das  sog.  südwestnorwegische  (von  Sogn,  östlich,  bis  Lange- 
sund).   Die  hauptunterschiede  dieser  beiden  gruppen  sind: 

«)  Nordwestnorw.  werden  die  endungsvokale  i,  e  und  u,  o 
durch  die  oben  §  9, 2  erwähnte  vokalharmonie  geregelt  (wie 
im  ostnorw.),  während  südwestnorw.  in  allen  Stellungen  teils 
%  und  ti,  teils  (besonders  an  der  küste  nördlich  und  südlich 
von  Stavanger,  "Eogaland")  e  und  o,  wie  im  ältesten  aisl., 
verwendet  werden. 

ß)  Der  svarabhakti  vokal  vor  r  tritt  nordwestnorw.  als  e 
auf,  südwestnorw.  aber  daneben  teils  als  u  (nördlich),  teils 
als  a  (östlich,  vgl.  das  südlichere  ostl.  oben  unter  b). 

y)  Das  negierende  präfix  erscheint  nordwestnorw.  in 
gewissen  gegenden  als  ö-  (wie  im  dronth.),  in  anderen  als  ü-, 
während  südwestnorw.  w-  häufiger  als  6-  ist  (wie  im  ostl., 
s.  oben  c). 

6)  Die  Verbindungen  sl  und  tl  gehen  beide  nordwestnorw. 
in  hl  über  (wie  im  dronth.,  s.  oben  e),  südwestnorw.  aber  fallen 
sie  mit  der  zeit  in  tl  zusammen,  z.  b.  nordwestnorw.  geymhla  st. 
yeymsla  Verwahrung,  südwestnorw.  sytla  st.  sysla  beschäftigung. 

Schwieriger  ist  —  wegen  des  fast  gänzlichen  mangels  an 
einschlägigen  denkmälern  —  zu  bestimmen,  inwieweit  die  dia- 
lekte,  die  sich  auf  den  westlichen  inseln  Europas  ausbildeten, 
nachdem  sich  dort  skandinavische  —  wol  meist  norwegische  — : 
auswanderer  angesiedelt  hatten,  von  der  spräche  des  mutter- 
landes  abwichen.    Diese  kolonien  waren: 

a)  Die  Färöer,  deren  charakteristischer,  ursprünglich 
südwestnorwegischer  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  n, 
s.  153  ff.)  dialekt  in  neuerer  zeit  vielfache  beachtung 
gefunden  hat  wegen  der  umfangreichen  gedieh te  altertümlichen 
inhalts,  die  im  19.  jahrh.  auf  den  inseln  nach  der  volkstüm- 
lichen tradition  aufgezeichnet  worden  sind.  Aus  anorw.  zeit 
stammen  nur  teils  die  etwa  um  850  datierende  Kirkeboer 
runeninschrift  (s.  Wimmer,  Runenschrift,  s.  311  f.),  teils  ein 
paar  unbedeutende  handschriftliche  quellen  aus  der  zeit  1400 
bis  1450  (s.  Hsegstad,  a.  o.,  s.  63  ff.).  Von  mutmasslichen  dialekt- 
eigentümlichkeiten  um  1300  s.  Hsegstad,  a.  o.,  s.  151  f. 

b)  Die  Orknöer -inseln,  wo  der  ebenfalls  ursprünglich 
südwestnorwegische  dialekt  (s.  Hsegstad,  Hild.,  s.  75)   etwas 


§  14.    Einleitung.  19 

nach  1700  ausgestorben  ist.  Denkmäler  der  alten  zeit  sind 
die  30  runeninschriften  zu  Maeshowe  aus  der  zeit  um  1150 
(a  P.  A.  Manch,  Samlede  Afhandlinger  IV.  516  ff.;  M.  Olsen. 
Tre  orknoske  runeindskrifter.  in  Chra.  Vid.  Selsk.  Forhandlinger 
1903)  und  eine  zu  Stenness  (s.  Olsen.  A  newly  discoyered  in- 
scription.  in  Saga-Book  of  the  Viking  Club  1908),  sowie  4  bis 
6  diplome  aus  der  zeit  1329—1426  (s.  M.  Haegstad.  Hild.. 
s.  32),  welche  uns  belehren,  dass  h  vor  h  n.  r  hier  mindestens 
200  jähre  länger  als  in  Norwegen  blieb,  und  dass  in  einigen 
Wörtern  u,  ü  vor  o,  6  bevorzugt  wurden,  z.  b.  brut  st.  brot 
bruch.  landhüle  st.  -böle  pächter  u.  a.  m.  (s.  Haegstad,  Hild.. 
passim,  und  S.  Bugge,  Aarboger  1875,  s.  240). 

c)  Die  Shetland-inseln  (Hialtland),  deren  etwas  nach  1750 
ausgestorbener,  ebenfalls  ursprünglich  südwestnorwegischer 
(s.  Haegstad,  Hild.,  s.  75)  dialekt  —  jetzt  "Nora"  genannt 
(wie  auch  oft  das  alte  orknöisch)  und  durch  etwa  10000  in 
das  heutige  englisch  (nieder-schottisch)  hineingekommene  lehn- 
wörter  (s.  J.  Jakobsen,  Etymologisk  ordbog  over  det  norrone 
sprog  pä  Shetland,  Kopenh.  1908 — 21)  sowie  durch  das  im 
jähre  1774  aufgezeichnete  gedieht  Hildinakvadet  (hrsgg.  mit 
kommentar  von  Haegstad  in  Chra.  Vid.  Selsk.  Skrifter  Hist.-fil. 
Klasse  1900)  repräsentiert  —  als  denkmäler  aus  alter  zeit 
nur  8—10  diplome  aus  der  zeit  1299—1509  (s.  Wadstein 
F.  Hom.,  s.  67  f.  note.  Haegstad,  a.  o.,  s.  32)  aufzuweisen  hat. 
von  denen  das  älteste  (von  1299)  phototypisch  hrsgg.  ist  in 
Palaeogr.  atlas  als  nr.  52.  Diese  zeigen  ey,  ay  oder  ö  st.  ty, 
z.  b.  Orkneyar,  Ovendason  st.  0yvindarson\  bisweilen  e  und  ü 
st,  ai  (ei),  resp.  ou  (an),  z.  b.  rldum  st,  reeidum,  ilstan  st  aastan 
von  osten ;  e,  o  stehen  in  offenen,  i.  u  dagegen  in  geschlossenen 
endungen;  iah  neben  elc  'ich';  h  vor  konsonantischem  j  wurde 
wie  'ich '-laut  gesprochen  (vgl.  SyeüeJandia  1299  aus  Hialt- 
land) und  scheint  noch  1360  vor  r  dagewesen  zu  sein,  z.  b. 
Hrolfs  'Kudolfs';  ia  wird  mit  der  zeit,  wie  oft  im  onorw,  zu 
im,  z.  b.  si&lfr  selbst;  l  schwindet  vor  t,  z.  b.  HiaÜcmd  1299 
<  Hialtland  (&  Wadstein,  a.  o..  Haegstad.  Hild..  passim.  und 
Arkiv  XXVI,  214  f.). 

d)  Auf  Man  existiert  schon  seit  vier  oder  fünf  Jahr- 
hunderten kein  nordischer  dialekt,  von  dessen  einstigem  dasein 
jedoch  27  meistens  aus  der  zeit  930 — 1050  stammende  runen- 

2* 


20  §  15.    Einleitung. 

inschriften  zeugen  (s.  E.  Brate,  Fornvännen  1907,  s.  20  ff.,  77  ff. 
und  die  daselbst  zitierte  literatur,  H.  Schetelig  in  Opuscula 
archaeologiea  0.  Montelio  dicata  1913,  s.  391  ff.;  abbildungen 
bei  P.  ML  C.  Kermode,  Manx  crosses,  1907).  In  betreff  der 
spräche  geben  diese  nur  sehr  wenige  auf  Schlüsse. 

e— g)  In  Irland  und  dem  nördlichen  Schottland  sowie 
auf  den  Hebriden  (Suöroyiar)  ist  die  im  9.  jahrh.  aus  dem 
südwestlichen  Norwegen  (s.  Marstrander,  Bidrag  til  det  norske 
sprogs  historie  i  Irland,  Chra.  Vid.  Selsk.  Skrifter,  Hist.-fil. 
Klasse  1915,  s.  128  ff.)  übernommene  nordische  spräche  längst 
erloschen:  in  Irland  um  1250  (s.  A.  Bugge,  Aarboger  1900, 
s.  279 ff.),  in  Schottland  im  17.  jahrh.,  auf  den  Hebriden  um 
1400  oder  etwas  später.  Von  denkmälern  aus  alter  zeit  gibt 
es  nur  ein  aus  Island  stammendes  Verzeichnis  der  runennamen 
(s.  S.  Bugge,  Bidrag,  s.  23  f.;  Marstrander,  a.  o.,  s.  1351;  v.  G-rien- 
berger,  Arkiv  XIV,  104  und  106)  und  ein  paar  irische  runen- 
inschriften  (s.  K.  A.  S.  Macalister  in  Proceedings  of  the  Royal 
irish  academy  XXXIII,  sect.  C  no.  13,  Dublin  1917),  beides 
natürlich  von  geringer  sprachlicher  bedeutung. 

§  15.  Die  denkmäler  des  altnorwegischen  (mit  aus- 
schluss  der  eben  erwähnten  inseldialekte)  sind,  wenn  wir  von 
den  vielen  ins  altirische  (etwa  100,  vorzugsweise  im  11.  jahrh. 
entlehnten,  s.  Marstranders  eben  erwähnte  Bidrag  usw.)  und 
noch  mehr  ins  angelsächsische  und  mittelenglische  (s.  Björkman, 
Scandinavian  loanwords  in  Middle  English,  I  1900,  II  1902, 
Nordische  Personennamen  in  England  1910,  Zur  englischen 
Namenkunde  1912  und  Zur  dialektischen  provenienz  der 
nordischen  lehnwörter  im  englischen  in  Spräkvetenskapliga 
sällskapets  i  Upsala  förhandlingar  1897 — 1900;  H.  Lindkvist, 
Middle-English  place-names  of  Scandinavian  origin  I,  Uppsala 
1912,  und  Some  Old  Scandinavian  deposits  in  Middle  English 
records  in  Minnesskrift  tillägnad  A.  Erdmann,  Uppsala  1913) 
eingedrungenen  Wörtern  sowie  von  den  wenigen  bei  lateinischen 
Schriftstellern  zitierten  eigennamen  absehen,  zweierlei  art: 

A.  Rune n inschriften  (etwas  mehr  als  300),  von  denen 
jedoch  die  weitaus  meisten  gleichzeitig  oder  doch  wenig  älter 
als  die  ältesten  literaturdenkmäler  sind,  daher  in  sprachlicher 
hinsieht  nicht  besonders  wichtig.  Hier  mögen  deshalb  nur 
erwähnt  werden  aus  der  zeit  um  1000  die  wichtige  und  aus- 


§  15.     Einleitung.  -1 

führliche  (21u  runen)  inschrift  von  Karlevi  (auf  der  schwe- 
dischen insel  Öland)  —  in  welcher  ein  norwegischer  skalde 
in  'drottkiuetf  einen  dort  begrabenen  dänischen  häuptling 
verherrlicht  — .  um  1050  die  inschrift  von  Frösö  in  der  jetzt 
schwedischen  provinz  Jämtland,  um  1150  die  von  Fiat  dal  in 
Telemarken  und  aus  dem  13.  jahrh.  die  zum  teil  metrischen 
inschriften  von  Ar  dal  in  Sogn. 

Anm.  1.  S.  besonders  Nicolassen,  Norske  fornlevninger,  Chr.  1862 — 66; 
Undset,  Indskrifter  fra  middelalderen  i  Throndhjems  domkirke  (Chra. 
Videnskabs-selskabs  forhandlinger  1888,  nr.  4);  S.  Boije  in  Bidrag  tili 
kännedoni  om  Göteborgs  och  Bohusläns  fornminnen  och  kistoria  III,  266 ff., 
Sthlni.  1886  (behandelt  die  Inschriften  der  jetzt  schwedischen  provinz 
Bohnslän;  dazu  auch  Brusewitz  und  Montelius  ib.  1, 425  ff.) ;  Bugge,  >~o.  I. 
passim,  und  No.  I.  med  de  yngre  Runer  1902,  1906;  M.  Olsen  (und  Bugge). 
Runeindskrifterne  i  Urnes  kirke  i  Sogn  (in  Aarsberetning  for  foreningen 
til  norske  fortidsmindesmserkers  bevaring  1907);  M.  Olsen  und  H.  Schetelig. 
De  to  runestener  fra  Tu  og  Klepp  fra  Jsederen  (in  Bergens  musenms 
aarbog  1909,  no.  11);  0.  v.  Friesen  in  Hoops  Reallexikon  IV,  30ff.  Ueber 
die  inschr.  von  Karlevi  s.  S.  Söderberg,  Ölands  runinskrifter,  Sthlm.  1900ff., 
s.  14  ff.,  Bugge,  Aarbeger  1900,  s.  lff.,  Gering,  ZfdPh.  XXXVIII,  142,  Brate, 
Ölands  runinskrifter,  s.  134  ff.,  Wimmer  ib.,  s.  136  ff.  und  De  danske  rune- 
mindesmaerker  I.  CXIVff.:  die  von  Frösö  s.  Xoreen  im  Arkiv  III,  31  ff.;  die 
von  Flatdal  s.  Wimmer,  Dobefonteu  i  Akirkeby  kirke,  s.  53  f.,  Kopenh.  1887: 
die  von  Ardal  s.  Bugge  in  Foreningens  til  norske  fortidsmindesmserkers 
bevaring  aarsberetning  for  1868,  s.  30  ff.,  Chra.  1869.  Die  23  inschriften  aus 
Telemarken  behandelt  0.  Skulerud,  Telemaalet.  Kra.  1918,  s.  36ff.,  70  u.  101. 

B.  Handschriften  mit  lateinischem  aiphabet,  die 
zwar  nach  anzahl  hinter  den  aisl.  unvergleichlich  zurückstehen, 
aber  in  betreff  des  alters  diesen  fast  gleichkommen.  Als  die 
ältesten  und  wichtigsten  mögen  hier  erwähnt  werden: 

a)  Aus  der  zeit  900 — 1100  stammen  die  anorw.  (von 
den  ostn.  nicht  genau  zu  scheidenden)  personennamen  im 
Reichenauer  Necrologium  (s.  §  12.  B,  a)  und  die  anorw. 
namen  unter  den  (überwiegend  wol  adän.)  c.  200  namen  in 
Durhams  ''Liber  vitae"  (seit  800).  hrsgg.  von  J.  Stefansson. 
The  oldest  known  list  of  Scandinavian  names  (in  Saga-Book 
of  the  Viking  Club  IV,  296  ff.),  sowie  unter  den  mehr  als 
50  namen  in  einer  ags.  handschrift  aus  dem  anfang  des 
11.  jahrh.,  hrsgg.  von  G.  Stephens  in  Blandinger  1,62. 

b)  Aus  dem  ende  des  12.  jahrh.  (obwol  das  drontheimer 
gesetzbuch  schon  vor  1047  und  das  christenricht  vielleicht 
noch  früher  niedergeschrieben  sein  sollen): 


22  §  !§•     Einleitung-. 

1.  Drei  legendenbruchstücke,  Cod.  AM.  655,  4Ö, 
fragm.  IX,  die  schon  c.  1150  niedergeschrieben  sind;  hrsgg. 
von  Unger  in  Heilagra  manna  sögur  1,269  —  71,  11,207—09, 
Chra.  1877,  und  Postola  sögur,  s.  823—25.  Faksimile  in  Palseogr. 
atlas  nr.  8. 

2.  Steuerverzeichnis  aus  dem  kloster  Munkeliv,  Cod. 
Eeg.  g.  s.  1347,  c.  1175  geschr.;  hrsgg.  phototypisch  in  Palseogr. 
atlas  als  nr.  11. 

3.  Vier  bruchstücke  des  älteren  Gulathings- 
gesetzes,  Fragin.  1  B  im  Reichsarchiv  zu  Kristiania,  gegen 
1200  geschr.;  hrsgg.  von  Keyser  und  Manch,  Norges  gamle 
love  11,495—500,  Chra.  1848  (1.— 3  auch  photolithographisch, 
ib.  IV,  faksimil.  XIII— XV;  vgl.  s.  795  f.). 

4.  Drei  bruchstücke  des  ältesten  Galathings- 
gesetzes, Cod.  AM.  315 F,  a,  b,  c,  fol.,  gegen  1200  geschr.; 
hrsgg.  von  G.  Storm,  Norges  gamle  love  IV,  3 — 13,  Chra.  1885; 
F.  a  genauer  von  A.  Karlgren  in  Den  AM.  handskriften  315  F.  a 
(Uppsala  universitets  ärsskrift  1905),  Upps.  1904. 

5.  Steuerverzeichnis  der  Jönskirche  in  Drontheim, 
c.  1200  geschr.;  hrsgg.  in  Diplomatarium  norvegicum  XIII,  1. 

c)  Aus  der  zeit  c.  1200  bis  gegen  1250: 

6.  Das  sehr  wichtige,  von  drei  verschiedenen  Schreibern 
im  ersten  viertel  des  13.  jahrhs.  geschriebene  homilienbuch, 
Cod.  AM.  |019,  4°;  hrsgg.  von  Unger,  Gammel  norsk  homilie- 
bok,  Chra.  1864  (vgl.  dazu  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  4—33). 

7.  König  Philips  schutzbrief  für  das  kloster  Hovedt», 
c.  1210  geschr.;  hrsgg.  in  Dipl.  norv.  I,  nr.  3,  phototypisch  in 
Palaeogr.  atlas  als  nr.  48. 

8.  Ein  bruchstück  eines  für  das  Eidsivathing  und 
das  Borgarthing  gemeinsamen  (s.  S.  Tunberg,  Studier 
rörande  Skandinaviens  äldsta  politiska  indelning,  s.  213  ff.) 
gesetzes,  Fragm.  1A  im  reichsarchiv  zu  Kristiania;  hrsgg. 
photolithographisch  in  Norges  gamle  love  IV,  faksimile  XVII 
(vgl.  s.  797). 

9.  Ein  bruchstück  des  älteren  Gulathings-gesetzes, 
Cod.  AM.  315e,  fol.;   hrsgg.  in  Norges  gamle  love  1,115 — 18. 

10.  Ein  brief  bischof  Nicolas'  von  1224.  hrsgg.  in  Dipl. 
Norv.  I,  nr.  7, 


S   lö.     Einleitung-.  2o 

11.  Ein  bruchstück  des  Fagrskinna.  51  im  reiehs- 
arehiv  zu  Kristiania,  gegen  1250  geschr.;  hrsgg.  phototypisch 
in  Palaeogr.  atlas  nr.  23—4. 

12.  Die  einzige  vollständige  handschrift  der  legenda- 
rischen Olafssaga,  Cod.  Ups.  Delag.  8,  zweiter  teil,  um  1250 
geschr.;  hrsgg.  von  0.  A.  Johnsen,  Olafs  saga  hins helga,  Kra.  1922. 

13.  Die  (ziemlich  stark  islandisierende)  haupthandschrift 
der  (nach  dem  lateinischen  original  Oddr  Snorrason's  über- 
setzten) saga  Olaf  Tryggvason's  nebst  einer  aufzeichnung 
der  zehn  geböte  und  zehn  wunder  in  Ägypten,  Cod. 
AM.  310,  40;  hrsgg.  von  P.  Groth,  Det  AM.  haandskrift  310. 
<lvarto,  Chra.  1895. 

14.  Der  erste  teil  der  miscellanhandschr.  Cod.  Ups.  Delag. 
4 — 7.  ein  bruchstück  der  eben  genannten  saga  Olaf  Trygg- 
vason's enthaltend;  hrsgg.  von  P.  A.  Munch  in  Saga  Olafs 
konungs  Tryggvasunar,  Chra.  1853.  s.  64 — 71  (vgl.  dazu 
L.  Larsson,  Arkiv  XXXI,  46  f.). 

d)  Aus  der  zeit  c.  1250  bis  c.  1300: 

15.  Ein  bruchstück  des  stadtrechtes  von  Dront- 
heim  (Niöaross  biarkeyarrettr),  Cod.  AM.  315g,  fol.,  um  1250 
geschr.;  hrsgg.  in  Xorges  gamle  love  IV,  71—4. 

16.  Der  zweite  und  grösste  teil  der  miscellanhdschr.  Cod. 
Ups.  Delag.  4—7  und  AM.  öQ6  b,  4°,  romantischen  inhalts  uud 
um  1250  von  drei  verschiedenen  Schreibern  geschr.;  hrsgg. 
(vgl.  dazu  L.  Larsson.  Arkiv  XXXI,  50  f.,  resp.  49  f.  und  47  f.). 
von  Kölbing,  Pamphilus  und  Galathea  in  Germania  XXIII, 
129—41;  Elis  saga  ok  Rosamundu,  Heilbronn  1881;  Keyser 
und  Unger,  Strengleikar,  Chra,  1850  (vgl.  dazu  E.  Meissner. 
Strengleikar.  s.  137 ff.);  Unger  in  Heilagra  manna  sögur  1,452 
note,  ein  kleines  bruchstück  eines  dialoges  zwischen 
mut  und  feigheit. 

17.  Die  einzige  vollständige  handschrift  ('Rantzovianus') 
des  älteren  Gulathings-gesetzes,  Cod.  137,  4°  e  dona- 
tione variorum  in  der  Universitätsbibliothek  zu  Kopenhagen, 
nach  1250  geschrieben;  hrsgg.  von  Keyser  und  Munch,  Xorges 
gamle  love  1,3—110,  Chra.  1846. 

18.  Die  haupthandschrift  der  Barlaamssaga,  Cod. 
Holm.  6,  fol.,  nach  1250  geschr.;  hrsgg.  von  Keyser  und  Unger. 
Barlaams  ok  Josaphats  saga,  Chra.  1851, 


21  §  15.    Einleitung-. 

19.  Die  haupthaiidschrift  des  Speculum  regale  (oder 
Konungsskuggsiä),  Cod.  AM.  243  b  «,  fol.,  nach  1250  geschr.; 
hrsgg.  von  Brenner,  Speculum  regale,  München  1881  (vgl.  dazu 
Mogk  in  ZfdPh.  XIV,  102 ff.),  und  F.  Jonsson,  Kopenh.  1920; 
photolithographisch,  Kristiania  1871  und  Urbana,  Illinois  1915. 

20.  Drei  bruchstücke  des  älteren  Frostuthings- 
gesetzes,  Cod.  Me  II,  2  in  der  Universitätsbibliothek  zu 
Tübingen,  um  1260—70  geschr.;  hrsgg.  von  Sievers  in  Ver- 
zeichniss  der  doctoren  ...  im  decanatsjahre  1885 — 86,  Tübingen 
1886,  und  von  G.  Storni,  Norges  gamle  love  V,  1 — 7  (und  photo- 
lithographisch ib.  faksim.),  Chra.  1890. 

21.  Fünf  bruchstücke  des  Speculum  regale,  wovon  vier 
im  reichsarchiv  zu  Kristiania  (sign.  58  C),  eins  in  Kopenhagen 
(Cod.  Reg.  n.  s.  235  g);  hrsgg.  jene  phototypisch  von  G.  T.  Flom 
in  The  University  Studies  IV,  nr.  2,  Illinois  1911,  dieses  von 
Brenner,  a.  o.,  s.  89—93.  Vgl.  F.  Jonsson,  a.  o.  Indledning,  s.  23  ff. 

22.  Drei  bruchstücke  des  Speculum  regale  im  reichs- 
archiv zu  Kristiania;  hrsgg.  von  Brenner,  a,  o.,  6 — 15,  21  3, 
24—7,  35—9.    Vgl.  F.  Jonsson,  a.  o.  Indledning,  s.  27 1 

23.  Ein  bruchstück  der  Karlamagnussaga  im  reichs- 
archiv zu  Kristiania,  c.  1270  geschr.;  hrsgg.  von  Unger  in 
Karlamagnus  saga  ok  kappa  hans,  s.  556 — 8,  Chra.  1860. 

24.  Die  haupthandschrift  der  saga  erzbischof 
Thomas',  Cod.  Holm.  17,  4°,  c.  1280  geschr.;  hrsgg.  von  Unger, 
Thomas  saga  erkibyskups,  s.  1—282,  Chra.  1869. 

25.  Das  überaus  interessante,  aus  wachstafeln  zusammen- 
gesetzte, von  zwei  verschiedenen  händen  geschriebene  notiz- 
buch  von  Hoprekstad  in  Sogn;  hrsgg.  photolithographisch 
von  H.  J.  Huitfeldt-Kaas,  En  notitsbog  paa  voxtavler  (Chra. 
Videnskabs-selskabs  forhandlinger  1886.  nr.  10). 

26.  Die  drei  ersten  hände  der  von  fünf  verschiedenen 
Schreibern  im  ende  des  13.  jahrhs.  geschriebenen  haupthand- 
schrift der  Dietrichssaga,  Cod.  Holm.,  4°,  fol.;  hrsgg.  von 
H.  Bertelsen  in  Diöriks  saga  af  Bern,  Kopenh.  1905—11;  photo- 
lithographisch (in  10  exx.),  Chra.  1869. 

e)  Aus  der  zeit  c.  1300  bis  c.  1350: 

27.  Die  von  drei  norw.  Schreibern  nach  aisl.  originalen 
niedergeschriebenen  und  daher  mehr  oder  weniger  islandi- 
sierenden  partien  von  Hauksbok  (und  zwar  Cod.  AM.  544, 


S,  Ib.    Eiuleituug.  25 

t"  teilweise,  675.  4°  ganz;  vgl.  §  12.  21);  hrsgg.  in  Hauksbok, 
Kopenh.  1892— 6.  s.  150-77,  178-85,  470—99. 

28.  Sieben  bruchstücke  der  (sonst  verloren  gegangenen) 
norwegische  königssagas  enthaltenden  grossen  hdsehr.  Jöfra- 
skinna:  Cod.  Holm.  9,  fol.,  Cod.  AM.  325,  YIII,3,  d,  4«  und 
zwei  kleine  stücke  im  reichsarchiv  zu  Kristiania;  hrsgg.  (photo- 
typisch) von  F.  Jönsson  in  De  bevarede  brudstykker  af  skind- 
begerne  Kringla  og  Jöfraskinna.  Kopenh.  1895. 

29.  Die  einzige  hdsehr.  der  politischen  Streitschrift 'Oratio 
contra  clerum  Xorvegiae',  Cod.  AM.  114a,  4°  (Matt  3V— 9r). 
um  1325  von  Ivar  Klerk  abgeschrieben;  hrsgg.  von  G.  Storni. 
En  tale  mod  biskoperne.  Chra.  1885. 

30.  Die  grosse  gesetzsammlung  Codex  Tunsbergensis 
(Cod.  Reg.  n.  s.  1642),  deren  ältester  und  grösster  teil  zwischen 
1320  und  1330  geschrieben  ist;  hieraus  hrsgg.  photolitho- 
graphisch Borgarthings  aeldre  kristenret.  Chra.  1886  und  Hird- 
skraa.  ib.  1895;  anderes  von  Keyser  und  Munch  in  Xorges 
gamle  love  HI,  17  f.,  32  f.,  44—55,  63—7.  70—3,  86—90,  93—7, 
1141,  118—20.  125—34;  'Tunsberg  bylog'  von  G.  T.  Flom  in 
The  Journal  of  English  and  Germanic  philology  X.  214— 35  und 
415 — 28;  das  meiste  noch  anediert  (vgl.  G.  Storm.  Norges 
gamle  love  IV.  425  ff.). 

31.  Ein  bruchstttck  von  dem  arzneibuch  Harpe- 
streng's  (Cod.  AM.  696,  4»,  I).  c.  1330—1350  geschrieben; 
hrsgg.  von  M.  Haegstad.  Gamalnorsk  fragment  av  Henrik 
Harpestreng.  Chra.  1906. 

Uebrigens  mag  als  in  sprachlicher  hinsieht  besonders 
wichtig  hervorgehoben  werden  die  grosse  menge  von  diplomen. 
die  seit  dem  anfang  des  13.  jahrhs.  das  ganze  mittelalter  hin- 
durch auftreten,  nach  1400  fast  die  einzigen  literaturdenkmäler 
ausmachen  und  vorzugsweise  für  die  erforschung  der  dialek- 
tischen differenzen  der  jeweiligen  sprachform  von  belang  sind ; 
hrsgg.  von  Lange,  Unger  und  Huitfeldt-Kaas.  Diplomatarium 
norvegicum,  Chra.  1847—1915  (B.  I — XX).  sowie  Taranger. 
Johnsen  und  Kolsrud.  Xorges  gamle  love  2.  raekke,  I  (1388 
bis  1447),  Chra.  1904—12,  II  (1448  —  82)  1914—18.  Photo- 
typisch wiedergegeben  sind  3  aus  der  zeit  1225 — 77  in  Palaeogr. 
atlas  nr.  49—51  und  6  aus  der  zeit  1340—1484  in  Palaeogr. 
atlas,  Ny  serie  nr.  50 — 55. 


26  §  i(j.    Einleitung. 

Aiim.  2.  Ueber  die  anorw.  literatur  (welche  fast  immer  mit  der  aisl. 
zusammen  behandelt  worden  ist),  die  textausgaben  und  die  handschrift- 
sammlungeii  s.  die  oben  §  12,  anm.  2  erwähnten  werke. 

Anm.  3.  Eine  gruppierung  der  wichtigsten  anorw.  denkmäler  nach 
dialekten  bietet  M.  Hsegstad,  G.  Tr.,  s.  23 ff.,  96  f.,  Vestno.  maalf.  Innleiding, 
s.  8 ff.,  Kordvestlandsk,  s.  30 ff.,  Sudvestlandsk  1 ,  102 ff. ,  11,2,  n,  s.  30 ff., 
Hoops  Reallexikon  III ,  336  f.  Demnach  wären  z.  b.  von  den  oben  ver- 
zeichneten hdschr.  ostl.  nr.  7,  8,  10,  18,  21,  30,  dronth.  nr.  1,  5,  11,  12,  20, 
26  erste  (und  zweite?)  band,  29,  nordwestnorw.  nr.  2,  3,  4,  6  erste  und 
zweite  hand,  9,  15,  17,  31,  südwestnorw.  nr.  6  dritte  band,  13,  14,  16,  19, 
22,  23,  24,  26  dritte  hand,  27,  28. 

§  16.  Aus  der  menge  von  hilfsbüchern  zum  Studium  der 
aisl.  und  anorw.  sprachen  —  die  bisher  fast  nie  gesondert 
behandelt  worden  sind  —  mögen  als  die  brauchbarsten  hervor- 
gehoben werden: 

a)  Laut-  und  flexionslehre: 

L.  F.  A.  Wimmer,  Fornnordisk  formlära,  Lund  1874,  ver- 
glichen mit  der  vorrede  zu  dem  lesebuche  desselben  Verfassers. 
Die  eigentliche  formenlehre  ist  besonders  gut,  die  lautlehre 
knapp  und  jetzt  veraltet. 

Einen  knapp  gehaltenen  leitfadeu  für  den  anfänger  bietet 
A.  Noreen,  Abriss  der  altisländ.  grammatik,  3.  aufl.,  Halle  1913. 

Eine  geschichtliche  darstellung  gibt  A.  Noreen,  Geschichte 
der  nordischen  sprachen,  3.  aufl.  (im  Grundriss3),  s.  1 — 34, 
67-126,  162—230. 

Einzelne  gebiete  behandeln  ausführlicher  u.  a.  F.  Jönsson, 
Det  norsk-islandske  skjaldesprog,  Kopenh.  1901  (nur  beitrage 
zur  flexionslehre);  Norsk-islandske  kultur-  og  sprogforhold  i 
9.  og  10.  ärh.,  s.  192 iL,  Kopenh.  1921;  J.  Dorkelsson,  Athuga- 
semdir  um  islenzkar  mälmyndir,  Reykjavik  1874 ;  Brey  tingar  a 
myndum  vidtengingarhättar,  Reykj.  1887;  Beyging  sterkra  sagn- 
oröa,  Reykj.  1888—94  (vgl.  dazu  Wadstein,  Arkiv  VIII,  83 ff.); 
Islensk  sagnorö  meö  f>älegri  mynd  i  nütiö.  Reykj.  1895;  B.  Kahle. 
Die  spräche  der  skalden,  Strassburg  1892;  S.  Bugge  bei  Fritzner. 
Ordbog,  2.  aufl.,  B.  III,  1101  ff.;  0.  v.  Friesen,  Till  den  nordiska 
spräkhistorien,  Upps.-Leipz.  I,  1901,  II,  1906;  H.  Celander, 
Om  övergängen  av  d  >  d  i  fornisländskan  och  fornnorskan, 
Lund  1906;  B.  Hesselman,  Västnordiska  studier  I,  II,  Upps.- 
Leipz.  1912,  1913;  die  einleitungen  zu  L.  Larsson;s  ausg.  der  Isl. 
handskr.  nr.  645,  4«  Lund  1885,  und  des  Cod.  1812,  4°,  Kopenh. 


§  lij.     Eiuleituii:;.  "-'  < 

1883;  H.  Gering*^  ausg.  der  Finnboga  Saga.  Halle  1879.  und 
der  Islendzk  .-Eventyri  I,  Halle  1882 ;  V.  Dahlerup's  ausg.  des 
Ägrip,  Kopenh.  1880;  der  Arnamagnaeanischen  ausg.  der  Hauks- 
bök,  Kopenh.  1892 — 6;  E.  Olson,  Yngvars  saga,  Kopenh.  1912; 
M.  Olsen.  Volsunga  saga,  Kopenh.  1906—08.  u.  a.;  endlich 
verschiedene  —  zum  teil  sehr  wichtige  —  abhandlungen 
u.  a.  von  S.  Bugge,  Hj.  Falk.  K.  Gislason.  J.  Hoffory,  A.  Kock. 
E.  Liden,  Fr.  Läffler.  A.  Xoreen,  H.  Paul,  H.  Pipping. 
E.  Sievers  und  E.  Wessen  in  u.  a.  folgenden  Zeitschriften: 
Beiträge  zur  geschichte  der  deutschen  spräche  und  literatur. 
Halle  1874  lt.;  Aarboger  for  nordisk  oldkyndighed,  Kopenh. 
1866 ff.:  Nordisk  Tidskrift  for  Filologi  (og  Paedagogik),  Ny 
Raekke,  Kopenh.  1874  ff.,  3.  Ra?kke  1892  ff.;  Spräkvetenskap- 
liga  sällskapets  i  Uppsala  förhandlingar  18S2ff.;  Studier  i 
nordisk  filologi,  Helsingfors  1910 ff.;  vor  allem  aber  Arkiv  for 
nordisk  filologi  I— IV,  Chra.  1882—88,  Vff.  (=  Arkiv  för  nord. 
öl.,  Ny  följd  I  ff.),  Lund  1889  ff.  —  Vgl.  auch  die  eben  erschienene, 
für  das  nisl.  wichtige  arbeit  von  V.  Guömundsson,  Islandsk 
Grammatik,  Kopenh.  1922. 

Das  altnorwegische  berücksichtigt  —  doch  nur  in  einzel- 
heiten  —  N.  M.  Petersen,  Det  danske,  norske  og  svenske  sprogs 
historie  II.  57 ff.,  Kopenh.  1830  (jetzt  veraltet);  Th.  Möbius. 
Ueber  die  altnordische  spräche,  s.  15  ff.,  Halle  1872;  J.L.Jones. 
The  phonology  of  the  Elis  saga,  Chicago  1897;  H.  Haegstad. 
Gamalt  trondermaal,  Kra.  1899;  Maalet  i  dei  gamle  norske  konge- 
brev,  Kra.  1902 ;  die  einleitungen  zu  Sievers:  ausg.  der  Tübinger 
bruchstücke,  Tübingen  1886;  Vigfusson's  ausg.  der  Eyrbyggja 
Saga,  Leipzig  1864:  Keyser's  und  Unger's  ausg.  der  Olafs  Saga, 
Chra.  1849,  und  der  Barlaams  Saga,  Chra.  1851:  Unger's  ausg- 
der  Saga  Piöriks,  Chra.  1853;  Groths  ausg.  der  AM.hdschr. 
310  qvarto.  Chra.  1895:  die  AM.  ausg.  der  Hauksbök,  Kopenh. 
1892 — 6;  F.  Jonsson,  Konungs  Skuggsjä,  Indledning,  Kopenh. 
1920;  aber  vor  allem  die  wichtige  abhandlung  E.  Wadstein's 
Fornnoi-ska  homiliebokens  ljudlära,  Upsala  (universitets  ärs- 
skrift)  1890,  und  Hagstads  überaus  reichhaltigen  Unter- 
suchungen Vestnorske  maalfore  fyre  1350,  Kra.  1906 — 17.  — 
Ueber  das  •  mittelnorwegische '  s.  u.  a.  A.  B.  Larsen,  Arkiv 
XIII,  244  ff.  (vgl.  dazu  Haegstad.  ib.  XV,  100  ff.)  und  H.  Falk 
und  A.  Torp,  Dansk-norskens  syntax,  Kra.  1900,  s.  XI— XV- 


28 


S  16.    Einleitung. 


b)  Stammbildungslehre: 

Eine  zusammenfassende  und  einigermassen  erschöpfende 
darstellung  bietet  A.  Torp,  Gamalnorsk  ordavleiding  (in  Gamal- 
norsk  ordbok  von  M.  Haegstad  und  A.  Torp,  Kra.  1906 — 9. 
s.  XXVIII IT.;  auch  separat).  Einzelnes  bieten:  F.  Kluge, 
Nominale  stammbildungslehre  der  altgerm.  dialekte,  2.  aufl., 
Halle  1899;  F.  Tamm,  Om  fornnordiska  feminina  afledda  pä  ti 
och  pä  ißa,  Upsala  (univers.  ärsskr.)  1877;  W.  Schlüter,  Die 
mit  dem  suffixe  -ja  gebildeten  deutschen  nomina,  Göttingen 
1875 ;  K.  v.  Bahder,  Die  verbalabstracta  in  den  germ.  sprachen, 
Halle  1880;  L.  Sütterlin,  Geschichte  der  nomina  agentis  im 
germanischen,  Strassburg  1887;  Hj.  Falk,  Die  nomina  agentis 
der  altnord.  spräche  (in  Beitr.  XIV,  lff.),  1889;  E.  Hellquist, 
Bidrag  tili  läran  om  den  nordiska  nominalbildningen  (im  Arkiv 
VII,  lff.,  97 ff.),  1890  (sehr  reichhaltig)  und  Om  nordiska  verb 
pä  suffixalt  4,  -l,  -r,  -s  och  -t  (ib.  XIV,  lff.,  136  ff.),  1898; 
T.  E.  Karsten,  Studier  öfver  de  nordiska  spräkens  primära 
nominalbildning  I,  II,  Helsingfors  1895,  1900  (vgl.  dazu  Falk, 
Arkiv  XIII,  196  ff.) ;  E.  Ekwall,  Suffixet  -ja  i  senare  leden  af 
sammansatta  Substantiv,  Upps.  1904;  J.  Sverdrup,  De  gammel- 
norske  adjektiver  paa  -ligr  og  adverbier  paa  -liga,  -la  (in 
Arkiv XXVII,  1  ff.  und  140  ff.);  0.  v.  Friesen,  Substantiv  avledda 
med  suf fixet  -ju  in  Xenia  Lideniana,  s.  235  ff.);  W.  Cederschiöld, 
Studier  över  genusväxlingen  i  fornvästnordiska  och  forn- 
svenska,  Gotenburg  1913:  F.  Jönsson,  Maskuline  substantiver 
pä  -nir  (Arkiv  XXXV,  302  ff.). 

Eine  elementare  Übersicht  bietet  F.  Holthausen,  Alt- 
isländisches elementarbuch,  Weimar  1895,  s.  108  ff. 

c)  Syntax: 

Das  hauptwerk  ist  M.  Nygaard,  Norron  syntax,  Kra.  1906 
(wozu  Bemerkninger,  Rettelser  og  Supplementer,  Kra.  1917). 
Einzelnes  bieten  noch  G.  Lund,  Oldnordisk  ordföjningslaere 
(Nord.  Oldskrifter  XXIX— XXXI),  Kopenh.  1862  (material- 
sammlung) ;  K.  Hildebrand,  Ueber  die  conditionalsätze  und  ihre 
conjunctionen  in  der  älteren  Edda,  Leipzig  1871 ;  Th.  Wisen. 
Om  ordfogningen  i  den  äldre  Eddan,  Lund  (univers.  ärsskrift) 
1865;  E.  Mogk,  Die  inversion  von  Subjekt  und  prädikat  (in 
I.  F.  IV,  388  ff.) ;   A.  Gebhardt,  Beiträge  zur  bedeutungslehre 


§  16.    Einleitung.  29 

der  altwestnordischen  präpositionen,  Halle  1896;  L.  Bernstein. 
The  order  of  words  in  old  norse  prose.  New  York  1897; 
G.  Xeckel,  Über  die  altgermanischen  relativsätze  (in  Palaestra  V), 
Berlin  1900;  R.  Vonhof.  Zur  entwicklung  der  germanischen 
echten  verbalcomposita  im  altwestnordischen,  Bremen  1905; 
V.  E.  Mourek,  Zur  altgerm.  negation  (in  Sitzungsberichten  der 
k.  böhmischen  Ges.  der  Wiss..  hist.  klasse  1905.  VIII);  T.  Frank, 
The  use  of  the  optativ  in  the  Edda  (American  Journal  of 
Piniol.  XXVII) ;  B.  Delbrück.  Der  germ.  optativ  im  Satzgefüge 
(in  Beitr.  XXIX) ;  Germ,  syntax  II.  Zur  Stellung  des  verbums. 
Leipz.  1911;  Synkretismus,  Strassburg  1907;  Germ,  syntax  III. 
Der  altisl.  artikel,  Leipz.  1916;  A.  Musinowicz,  Die  Stellung 
des  attributiven  Adjektivs  im  Aisl.  und  Anorw..  Riga  1911; 
Sievers,  Zur  technik  der  Wortstellung  in  den  Eddaliedern  I, 
Leipz.  1909  (Verhandl.  der  Sachs.  Wiss.  Ak..  Phil. -Hist,  Kl. 
XXVII,  nr.  15);  A.  Akerblom,  Bruket  av  historiskt  presens 
(Arkiv  XXXIII.  293 ff.):  K.  Ringdal.  Om  det  attribute  adjektivs 
Position  i  oldnorsk  prosa,  Kra.  1918;  Fr.  Dietrich.  Über  den 
nordischen  dativ  (in  ZfdA.  VIII.  23  ff.);  G.  Vigfusson,  Some 
remarks  upon  the  use  of  the  reflexiv  pronoun  in  Icelandic 
i  Transactions  of  the  philol.  society  1866,  I,  80  ff.) ;  M.  Xygaard, 
Eddasprogets  syntax  I,  II,  Bergen  1865,  1867;  desselben  ab- 
handlungen  über  das  hilfsverb  munu  in  Aarboger  1878,  den 
gebrauch  des  partic,  praes.  in  Aarboger  1879,  den  gebrauch 
des  konjunktivs  im  Arkiv  I — III,  subjektlose  sätze  ib.  X,  1  ff.. 
particula  expletiva  er  ib.  XII,  117  ff.,  die  Stellung  des  verbs 
ib.  XVI,  209  ff.  und  den  gelehrten  stil  in  Sproglig-historiske 
studier  tilegnede  prof.  C.  R.  Unger.  Kra.  1896;  H.  Winkler, 
(Der  dativ  und  die  örtlichen  beziehungsverhältnisse  im  alt- 
nordischen, in)  Germanische  Casussyntax  I,  454 — 510. 

Eine  gute  kurze  Übersicht  gibt  A.  Heusler,  Altisländisches 
elementarbuch,  Heidelberg  1921  (s.  113 — 97);  noch  kürzer 
F.  Holthausen,  Aisl.  elementarbuch,  Weimar  1895  (s.  132—89); 
ausführlicher  dagegen  H.  Falk  und  A.  Torp,  Dansk-norskens 
syntax,  Kra.  1900,  passim. 

d)  Metrik: 
Grundlegend  sind  die  Abhandlungen  von  E.  Sievers.  Bei- 
träge zur  skaldenmetrik  I— III  in  Beitr.  V.  VI,  VIII;  Das 


30  §  16.    Einleitung. 

Verhältnis  der  ags.  inetrik  zur  altnord.  und  deutschen,  ib.  X; 
Proben  einer  metrischen  herstellung  der  Eddalieder,  Tübingen 
1885.  Einzelne  ausführungen  bieten  ferner:  Th.  Wisen,  Malahättr 
im  Arkiv  III,  193  ff.;  desselben  einleitung  zu  Eiddara  Rimur, 
(Lund-)  Kopenh.  1881;  K.  Hildebrand,  Die  versteilung  in  den 
Eddaliedern,  Halle  1873;  J.  Hoffory  in  Gott  gel.  anz.  1888, 
s.  153  ff.;  W.  Ranisch,  Zur  kritik  und  metrik  der  Hamjnsmäl, 
Berlin  1888;  A.  Heusler,  Der  Ljööahattr  in  Acta  Germanica 
I,  2),  Berlin  1890,  und  Über  germanischen  Versbau,  Berlin  1894, 
bes.  s.  93  ff.;  E.  H.  Lind,  Versifikation  i  Gulatingslagen  (in 
Uppsalastudier  tillegnade  S.  Bugge,  Uppsala  1892;  B.  Kahle, 
Die  spräche  der  skalden,  Strassburg  1892;  K.  Gislason,  Fore- 
lsesninger  over  oldnordisk  verslsere  (in  Efterladte  skrifter  II 
=  Forelaesninger  og  videnskabelige  afhandlinger,  s.  27  ff.). 
Kopenh.  1897;  H.  Gering,  Die  Rhythmik  des  Ljööahattr  (in 
ZfdPh.),  Halle  1902 ;  H.  Pipping,  Bidrag  tili  Eddametriken  (in 
Skrifter  utg.  af  Sv.  litteratursällskapet  i  Finland  LIX),  Helsing- 
fors  1903;  B.  Sjöros,  Malahättr,  Hfors  1906;  H.  Wenck,  Die 
alliteration  im  eddischen  fornyröislag  (Beitr.  XXXI);  B.  Sijmons, 
Die  lieder  der  Edda  I,  ccxxff.;  R.  Leonhardt,  Der  Malahättr 
der  Atlamql,  Halle  1907;  L.  F.  Läffler,  Om  nägra  underarter 
av  ljööahattr  (in  Studier  i  nordisk  filologi  IV,  1  und  V,  5) ; 
E.  Noreen,  Nägra  anteckningar  om  ljööahattr  (Meddelanden 
frän  nordiska  seminariet,  utg.  av  Ad.  Noreen,  9),  Upps.  1915 ; 
Studier  i  fornvästnordisk  diktning,  Upps.  (univers.  ärsskrift) 
I,  1921,  s.  18  ff.,  II,  1922,  s.  1  ff. 

Eine  kurzgefasste  Übersicht  geben  E.  Brate,  Fornnordisk 
metrik,  2.  aufl.,  Sthlm.  1898;  F.  Jönsson,  Stutt  islenzk  brag- 
frseöi,  Kopenh.  1892;  E.  Sievers,  Altnordische  metrik  (im  Grund- 
riss2  II,  ii,  s.  16  ff.,  Strassburg  1905);  Th.  Wisen,  Carmina 
norroena  1, 169  ff.;  Lund  1886.  Eine  ausführlichere  darstellung 
bietet  E.  Sievers,  Altgermanische  metrik,  s.  50  ff.,  Halle  1893. 

e)  Wörterbücher: 
(R.  Cleasby  und)  G.  Vigfusson,  An  Icelandic-English  dictio- 
nary,  Oxford  1874.  Das  reichhaltigste  Wörterbuch  (der  pro- 
saischen literatur),  aber  nicht  immer  ganz  zuverlässig;  die  etymo- 
logien  sind  oft  gänzlich  verfehlt.  Hauptsächlich  einen  auszug 
hieraus  bietet  G.  T,  Zoega,  Old  Icelandic  dictionary,  Oxford  1910. 


§  16.     Einleitung.  di 

J.  Fritzner,  Urdbog  over  det  gamle  norske  sprog.  2.  ausg., 
I— EH.  Kra.  1886—96.  Besonders  betreffs  der  flexionsformen 
und  der  quantitätsansetznngen  nicht  immer  ganz  zuverlässig 
(s.  vor  allem  die  wichtige  schritt  J.  Thorkelssons.  Anmaerk- 
ninger  til  J.  Fritzners  Ordbog,  Reykjavik  1913):  legt  anf  das 
semasiologische  besonderes  gewicht;  berücksichtigt  vorzugs- 
weise den  anorw.  prosaischen  Wortschatz. 

K  Hregstad  und  A.  Torp,  Gamalnorsk  ordbok  med  nynorsk 
tyding :  Kra.  1909 ;  kurz  und  bündig. 

E.  Hertzberg.  Glossarium  (in  Norges  gamle  love  Vj  2), 
(hra.  1895.  Enthält  den  Wortschatz  der  altnorwegischen 
gesetze  bis  1387. 

S.  Egilsson.  Lexicon  poeticum  antiquae  linguae  septentrio- 
nalis.  Kopenhagen  1860;  neue,  sehr  veränderte  ausgäbe  von 
F.  Jonsson,  Kopenh.  1913— 16:  enthält  den  poetischen  Wort- 
schatz bis  gegen  1400. 

J.  Dorkelsson,  Supplement  til  islandske  Ordboger.  Reykja- 
vik 1876:  Anden  samling,  Reykj.  1879—85;  Fjerde  samling. 
Kopenh.  1899  (wichtig,  bes.  für  die  grammatik). 

Th.  Möbius.  Altnordisches  Glossar  ("SVtb.  zu  einer  auswahl 
ai*l.  und  anorw.  texte).  Leipz.  1860. 

H.  Gering.  Glossar  zu  den  liedern  der  Edda.  4.  aufl.,  Pader- 
born 1915;  ausführlicher  Vollständiges  Wörterbuch  zu  den  &c. 
Halle  1903. 

L.  Larsson.  Ordförrädet  i  de  älsta  islänska  handskrifterna. 
Lund  1891.  Absolut  vollständiges  Verzeichnis  aller  belegten 
formen  in  den  oben  §  12. 1 — 9  und  15  genannten  ältesten  aisl. 
hdschr.;  ohne  Übersetzung  der  Wörter. 

G.  T.  Flom,  The  language  of  the  Konungs  Sknggsjä.  I. 
University  of  Illinois  1921.  Vollständiges  Verzeichnis  der 
nomina. 

0.  Rygh  (von  K.  Rygh,  A.  Kja?r.  M.  Olsen,  Hj.  Falk  und 
A.  B.  Larsen  fortgesetzt)  Norske  gaardnavne  I— XVII.  Kra.  1897 
— 1919  (Forord  og  indledning.  Kra.  1898);  Norske  fjordnavne 
(in  Sproglig-historiske  studier  tilegnede  prof.  C.  R.  Unger,  Kra. 
1896);  Oplysninger  til  trondhjemske  Gaardnavne,  I,II,Trondhjem 
(K.  no.  videnskabers  selskabs  skrifter)  1883,  1893;  Gamle 
personnavne  i  norske  stedsnavne,  Kra.  1901;  Norske  elvenavne, 
Kra.  1904:   vgl.  K.  Rygh.  Bemarkninger  om  stedsnavne  i  den 


32  §  16.    Einleitung. 

sondre  del  af  Helgeland  (in  der  norwegischen  Historisk  tids- 
skrift  1,53  ff.,  Kra.  1871);  Om  gaardnavne  in  Nordland  (in 
Det  k.  no.  videnskabers  selsk.  skrifter  1905,  nr.  4);  Nogle 
bemerkninger  om  gaardnavne  (ib.  1906  nr.  7);  F.  Jonsson, 
Baejanöfn  ä  Islandi  (in  Safn  til  Sögu  Islands  IV,  412  ff.),  1911; 
Islandske  elvenavne  (in  Namn  och  bygdll,  18 ff.),  1914;  Hj.  Falk. 
Altnordisches  Seewesen  (aus  Wörter  und  Sachen  IV),  Heidelb. 
1912  (über  die  schiffsnamen  s.  B.  Kahle,  I.  F.  XIV,  133  ff.); 
Altnordische  Waffenkunde  (Vidensk.  selsk.  skrifter  II",  Hist.- 
filos.  kl.  1914  nr.  6);  Altwestnordische  Kleiderkunde  (ib.  1918 
nr.  3),  Kra.  1919;  0.  Nordgaard,  Fiskenavnene  i  Snorres  Edda 
(Maal  og  minne  1912,  s.  54 ff.);  F.  Fischer,  Die  Lehnwörter  des 
Altwestnordischen  (Palaestra  LXXXV),  Berlin  1909;  E.  H.  Lind, 
Norsk-isländska  dopnamn,  Upps.  1905 — 15;  Norsk-isländska 
personbinamn,  Upps.  1920 — 21. 

Von  grosser  Wichtigkeit  für  das  aisl.  ist  natürlich  auch 
das  eben  erschienene  neuisländische  Wörterbuch  von  Sigfüs 
Blöndal,  Islandsk-dansk  Ordbog  I  (A-leggingarbönd),  Kopenh. 
1920—22. 

f)  Lesebücher  für  anfänger: 

L.  F.  A.  Wimmer,  Oldnordisk  laesebog,  7.  aufl.,  Kopenh.  1916 
(eine  ganz  vorzügliche  arbeit). 

H.  Sweet,  An  Icelandic  primer,  2.  aufl.,  Oxford  1896  (ein 
kleiner  auszug  aus  dem  vorhergehenden). 

M.  Nj^gaard,  Udvalg  af  den  norröne  Literatur  (I — III), 
3.  aufl.,  Bergen  1889  (ein  sehr  gutes  buch). 

H.  S.  Falk,  Oldnorsk  lsesebog,  Kra.  1889  (gut). 

F.  Holthausen,  Altisländisches  lesebuch,  Weimar  1896. 

Treffliche  kommentierte  texte  bietet  die  Altn.  Saga- 
bibliothek, hrsgg.  von  G.  Cederschiöld,  H.  Gering  und  E.  Mogk, 
I-XVI,  Halle  1891—1921. 

Von  texten  mit  glossar  seien  hier  erwähnt  nurW.Kanisch, 
Die  VQlsungasaga,  Berlin  1891;  A.  Heusler,  Zwei  isländer- 
geschichten,  Honsna-Pores  und  Bandamanna  saga,  Berlin  1897. 

Anm.  1.  Sonstige  hilfsbücher  verzeichnen  Th.  Möbius'  schon  (§  12 
anm.  2)  erwähntes  Verzeichniss  &c.  und  die  bibliographie  im  Arkiv  Iff. 

Anm.  2.  Betreffend  die  in  dieser  einleitung  erörterten  fragen  vgl. 
meine  'Allgemeine  historische  übersieht'  im  Grundriss8  unter  dem  titel 
Geschichte  der  nordischen  sprachen,  Strassburg  1913. 


Lautlehre. 


I.  Abschnitt.    Einleitendes  über  schritt  und 
ausspräche. 

Kap.  l.    Die  runen. 

§  17.  Es  kommen  im  alten  norden  drei  verschiedene 
runenalphabete  vor.  Das  erste  ist  das.  welches  auch  bei  den 
übrigen  germanischen  stammen  im  gebrauch  war.  Es  wird 
daher  das  germanische  genannt  oder,  weil  es  im  norden 
von  einem  jüngeren  abgelöst  wurde,  das  ältere;  wegen  der 
grösseren  anzahl  der  zeichen  wird  es  auch  wol  manchmal  das 
längere  genannt.  Die  zeichen  sind  24.  von  denen  einige 
von  denjenigen,  die  in  Deutschland  und  England  im  gebrauch 
waren,  abweichen.  Mit  lateinischen  buchstaben  transskribiere 
ich  im  folgenden  diese  als 

/'  n  J>  a  r  k  g  ir  .  h  n  i  j  e  p  r  s ,  t  5  e  m  l  »  o  Ö. 

welche  hier  in  der  Ordnung  angeführt  sind,  die  sie  auf  dem 
brakteaten  von  Vadstena  (wo  jedoch  d  jetzt  nicht  sichtbar  ist) 
haben. 

Dieses  alphabetes  bedienen  sich  alle  urnordischen  runen- 
inschriften  sowie  zum  teil  einige  aus  der  vikingerzeit. 

§  18.  Welche  ausspräche  diesen  zeichen  im  norden  zukam, 
ist  natürlich  schwer  ganz  genau  zu  bestimmen.  Aller  Wahr- 
scheinlichkeit nach  waren  d,  d.  g  wenigstens  anfänglich  zeichen 
für  stimmhafte  Spiranten,  für  explosive  nur  unmittelbar  nach 
nasalen  sowie  als  geminaten ;  /  war  bilabial,  nicht  labiodental ; 
w  ein  mitlautendes  u ;  h  wol  in  den  meisten  Stellungen  noch  als 
deutsches  ch  zu  sprechen;  ist  wol  r  ein  frikatives  dorsales  >• 

Xoroe  n.  AJtisl.  grramiii.    4.  aufl.  •> 


34  §  19.  20.    Die  nuten. 

(andere  halten  es  für  ein  gingivales,  lispelndes  r);  w  drückt 
palatalen  oder  velaren  nasal  (vielleicht  auch  dessen  Verbindung 
mit  folgendem  g)  aus.  Die  übrigen  zeichen  sind  wol  wie  in 
der  späteren  spräche  auszusprechen.  Doch  scheint  a  sowol 
ce  wie  a  zu  bezeichnen.  In  späten  inschriften  wird  der  a-laut 
auch  durch  die  (etwas  modifizierte,  hier  durch  a  bezeichnete) 
j-rune  ausgedrückt. 

Anm.  Etwas  unsicher  ist  der  lautwert  des  sehr  seltenen  e  (geschlossenes 
e  oder  offenes  /?  s.  Bugge,  No.  I.,  s.  117 ff.;  y,  wie  v.  Grienberger,  Arkiv 
XIV,  121  f.,  vorschlägt,  ist  ja  unmöglich,  da  dieser  laut  nach  aller  Wahr- 
scheinlichkeit dem  älteren  urn.  ganz  fremd  war). 

§  19.  Dies  runenalphabet,  dessen  sich  die  urnordischen 
inschriften  bedienten,  wurde  in  der  vikingerzeit  durch  ein 
anderes  ersetzt.  Dieses  jüngere  runenalphabet  ist  aus  dem 
älteren  entwickelt,  hat  aber  nur  16  zeichen,  weshalb  es  auch 
als  das  kürzere  bezeichnet  werden  kann.  Weil  es  den 
Skandinaviern  eigen  ist,  hat  es  auch  einen  dritten  namen, 
das  nordische.    Dies  ist  in  lateinischer  transskription : 

f  u  p  q  r  k  ,  h  n  i  a  s  ,  t  b  l  m  ß. 

Dieses  alphabetes  bedienen  sich  während  der  vikingerzeit 
fast  ausschliesslich,  später  nur  teilweise  (s.  §  21),  sowol  die 
ostnordischen  als  die  westnordischen  runeninschriften.  Unter 
diesen  letzteren  nehmen  die  meisten  inschriften  der  insel  Man 
sowie  sehr  viele  norwegische  wie  die  von  Oseberg  (in  der  nähe 
von  Tönsberg ;  gegen  850),  Vang  (in  Valdres),  Alvstad  (Toten), 
Honen  (Ringerike)  und  viele  auf  Jaederen  (s.  Bugge,  Aarboger 
1899,  s.  231)  eine  besondere  Stellung  ein  durch  verschiedene 
eigentümlichkeiten  der  runenformen. 

§  20.  Ueber  die  ausspräche  dieses  höchst  mangelhaften 
alphabetes  sei  hier  unter  vergleichung  des  aisl.-anorw.  normal- 
alphabetes  (s.  kap.  2  unten)  nur  folgendes  bemerkt  (vgl.  Noreen, 
An.  gr.  II,  §  15;  v.  Friesen,  Upplands  runstenar,  s.  77  ff.). 

a  entspricht  sowol  (unnasaliertem)  a  wie  ce  und  q  ;  q  be- 
zeichnet die  entsprechenden  nasalierten  laute. 

i  bez.  i  (sowol  sonantisches  wie  konsonantisches)  und  e, 
später  auch  ce;  dann  werden  ce  und  e  auch  durch  die  Ver- 
bindung ai,  seltener  ia,  ausgedrückt;  sonst  bez.  ai,  ia  die 
diphthonge  cei,  ia  (ice,  ig). 


§  21.    Die  runen.  35 

m  bez.  sowol  u  (sonantisches  und  konsonantisches)  und  o 
wie  y  und  0,  selten  g\  später  werden  0,  g  und  0  auch  durch 
an  ausgedrückt;  sonst  bez.  au  teils  au,  teils  ey  (und  e«/). 

/;,  /,  m,  n,  r,  s  sind  die  entsprechenden  aisl.-anorw.  laute. 
Die  nasale  werden  indessen  gewöhnlich  nicht  vor  den  b-  und 
k- runen.  oft  auch  nicht  vor  der  £-rune  ausgeschrieben,  z.  b. 
kühl  =  kumbl,  lilci  =  fangt,  aitapis  =  cendadiss. 

b,  Je,  t  sind  sowol  mediae,  resp.  b,  g,  d,  wie  tenues,  resp. 
p,  k,  t\  ausserdem  bez.  b  bisweilen  stimmhaftes  f  (d),  k  oft 
spirantisches  g  (<$-). 

h  bez.  h  und.  besonders  etwas  später,  spirantisches  g  (g). 

a  bez.  frikatives  r  (vgl.  §  18),  selten  e,  ai  oder  t. 

P  bez.  ])  und  d. 

Länge  (sowol  der  vokale  wie  der  konsonanten)  wird  nur 
ganz  ausnahmsweise  (dann  durch  doppelschreibung  der  be- 
treffenden rune)  bezeichnet,  z.  b.  truün  =  drottinn. 

§  21.  Schon  um  1000  zeigen  sich  spuren  einer  neuen 
modifikation  des  runenalphabetes,  die  dahin  zielte,  die  runen 
in  stand  zu  setzen,  ebensoviele  laute  auszudrücken  wie  das 
lateinische  aiphabet.  Diese  bestrebungen  gewannen  ihren 
abschluss  durch  die  reform  vorschlage,  welche  von  Thoroddr 
rünameistare  (um  1125)  vorgebracht  und  in  der  grammatischen 
abhandlung  Olafs  huitaskäld  (um  1250;  hrsgg.  von  B.  M.  Olsen 
in  Den  tredje  og  fjserde  grammatiske  afhandling  i  Snorres 
Edda,  Kopenhagen  1884)  dargestellt  wurden.  So  entstanden 
allmählich  die  jüngsten  runen,  die  punktierten  (so  ge- 
nannt, weil  einige  der  alten  runen  durch  pünktchen  modifiziert 
sind)  oder,  wie  sie  auch  wol  (nach  dem  königlichen  gönner 
Olafs)  genannt  werden,  Waldemarsruneh.  Dies  aiphabet, 
das  in  transskription  natürlich  ganz  mit  dem  lateinischen 
alph.  der  gleichzeitigen  altnord.  literatur  zusammenfällt,  hat 
schon  im  13.  jahrh.  die  kürzere  runenreihe  so  gut  wie  ganz 
verdrängt.  Da  aber  seit  dem  12.  jahrh.  das  lateinische  aiphabet 
—  auch  für  inschriftliche  zwecke  —  immer  häufiger  angewandt 
wurde,  so  schwinden  allmählich  die  runeninschriften  überhaupt, 
in  Norwegen  im  allgemeinen  mit  dem  ende  des  14.  jahrhs.,  auf 
Island  dagegen  erst  nach  der  reformation.  Aisl.-anorw.  runen- 
handschriften  hat  es  wahrscheinlich  nie  gegeben. 

3* 


36  §  22.    Das  lateinische  aiphabet. 

Anm.  lieber  die  eutstehung  und  geschichte  der  runen  s.  vor  allem 
teils  das  jetzt  etwas  veraltete  hauptwerk  von  L.  F.  A.  Wimmer,  Die  runen- 
schrift,  übersetzt  von  F.  Holthausen,  Berlin  1887  (vgl.  dazu  R.  Henning,  Die 
deutschen  runendenkmäler,  Strassburg  1889,  passim  —  dagegen  Wimmer, 
De  tyske  runemindesmaerker  in  Aarbeger  1894  und  v.  Grienbeiger,  Arkiv 
XIV,  114  ff. ;  gute  referate  über  Wimmers  und  Hennings  arbeiten  liefert 
E.  Brate  in  Sv.  fornm.  tidskr.  VIT,  50  ff.  und  247  ff.),  teils  und  vorzugsweise 

0.  v.  Friesens  zeitgemässe  darstellung  in  Hoops  Reallexikon  III,  5  ff.  und 
die  dort  s.  12  f.  angeführte  litteratur;  weiter  P.  Gr.  Thorsen  'Om  runernes 
brug  til  skrift  udenfor  det  monumentale',  Kopenh.  1877,  und  B.  M.  Olsen 
'Runerne  i  den  oldislandske  literatur',  Kopenh.  1883  (vgl.  dazu  (x.  Storm 
im  Arkiv  II,  172  ff. ;  V.  Dahlerup  und  F.  Jönsson,  Den  ferste  og  anden 
grammatiske  afhandling  i  Snorres  Edda,  s.  VI  ff.,  Kopenh.  1886;  F.  Jönsson, 
Den  oldisl.  og  oldno.  literaturs  historie  II,  246 ff.  und  'Runerne  i  den  no.-isl. 
digtning  og  litteratur'  in  Aarbeger  1910).  Eine  gute,  populär  gehaltene 
Übersicht  bietet  E.  Alund  'Runorna  i  Norden',  Stockh.  1904  (vgl.  auch 
E.  Brate,  Sverges  runiuskrifter,  Stockh.  1922).  Eine  sehr  kurze,  aber  fach- 
mässiger  gehaltene»,  orientierende  Übersicht  gibt  E.  Sievers  im  Grundrisse 

1,  248  ff.    Beides  doch  jetzt  ziemlich  veraltet. 


Kap.  2.    Das  lateinische  aiphabet 

§  22.  Schon  etwas  vor  1050  begann  man  die  heimische 
spräche  in  lateinischer  schrift  aufzuzeichnen,  dies  wenigstens  in 
Norwegen  (s.  oben  §  15,  ß,  b),  wol  erst  etwas  nach  1100  auf  Island 
(s.  §  12,  B,  b).  Um  den  bedürfnissen  der  spräche  zu  entsprechen 
musste  aber  das  lateinische  aiphabet  einigermassen  bereichert 
werden.  Deshalb  wurde  aus  dem  angelsächsischen  y,  p  und 
(später)  ö  entlehnt;  ausserdem  nahm  man  zu  digraphen 
(ce,  cu,  co  u.  d.),  modifizierung  der  lateinischen  buchstaben  durch 
'zweige'  (%,  p,  ö  u.  d.)  und  accente  seine  Zuflucht.  Diese  reform- 
versuche fanden  —  wenigstens  was  Island  betrifft  —  durch 
die  ganz  hervorragende  orthographische  abhandlung  eines 
unbekannten  Isländers  (um  1170,  s.  Haegstad,  Yestno.  Maalf. 
Innleiding,  s.  27 — 32;  hrsgg.  von  V.  Dahlerup  und  F.  Jönsson 
in  Den  forste  og  anden  grammatiske  afhandling  i  Snorres 
Edda,  Kopenh.  1886)  ihren  einstweiligen  abschluss  (die  auf- 
nähme des  ö  geschah  erst  um  1225). 

Die  Orthographie  der  handschriften  ist  natürlich  sehr  ver- 
schieden; oft  ist  sie  in  derselben  hdschr.  sehr  inkonsequent. 
Im  allgemeinen  unterscheiden  sich  die  anorw.  handschriften 
von  den  aisl.  vorzugsweise  durch  folgende  zwei  eigentümlich- 


>;  23—  25.     Aussprache  der  vukaizeickeu.  ;>< 

keiten  der  Orthographie.  1.  J>  wird,  ausser  in  den  ältesten 
westländischen  denkmälern,  fast  nie  im  in-  und  auslaute 
gebraucht,  während  es  in  aisl.  hdschr.  in  dieser  Stellung  ent- 
weder ausschliesslich  oder  neben  Ö  vorkommt.  2.  gh  kommt 
oft  (im  aisl.  selten)  statt  y  in  spirantischer  funktion  vor. 

Anna.  Ueber  die  Orthographie  der  handschriften  vgl.  vorzugsweise : 
K.  Gislason  'Um  frumparta  islenzkrar  tüngu  i  fornöld',  Kopeuh.  1846; 
K.  J.  Lyngby  'Den  oldnordiske  udtale'  in  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  II;  Möbius, 
Aualecta  Norroena,  2.  ausg.,  Leipz.  1877.  s.  290 ff.;  Hoffory,  Arkiv  II,  lff. ; 
Wadstein,  F.  Hom.;  Htegstad.  G.  Tr.,  s.  31  ff.,  Gamalnorsk  ordbok.  s.  X,  und 
vor  allem  Vestno.  Maalf.  Innleiding;  G.  T.  Flom  in  Publications  of  the 
Society  for  the  Advaneement  of  Scandinavian  Study  II,  92  ff.  (1914 — 15)  und 
in  The  Journal  of  English  and  Germanic  philology  XIV  nr.  4,  XVI  nr.  3 ;  die 
einleituugen  zu  den  in  §  12  und  §  15  erwähnten  textausgaben  (besonders 
den  in  §  16,  a  nochmals  angeführten);  endlich  Islands  grammatiske  litteratur 
i  middelalderen,  udg.  for  Samfund  til  udg.  af  gammel  nordisk  litteratur, 
Kopenh.  1884—86  und  —  besonders  wichtig  —  Palseographisk  atlas,  Kopenh. 
1905  (Schriftstücke  aus  der  zeit  c.  1150—1330)  und  >'y  serie,  c.  1300—1700, 
Kopenh.  und  Kristiania  1907. 

Das  bisher  in  den  meisten  grammatiken  und  sehr  vielen 
textausgaben  vorkommende  normalalphabet  nimmt  auf  die 
Schreibung  der  ältesten  und  besten  handschriften  oder,  was 
auf  dasselbe  hinauskommt,  die  phonetische  seile  der  spräche 
allzu  wenig  rücksicht.  Das  aiphabet,  dessen  wir  uns  in  dieser 
grammatik  bedienen,  ist:  aähddeefgh  iiJclmnooprs 
t  u  ti  v  x  y  y  s  ]>  p  6  ce  ce  e  4. 

I.  Aussprache  der  vokalzeichen. 

§  23.   a  bezeichnet  kurzes  offenes,  ä  langes  geschlossenes  a. 

Anm.  Hier  (wie  im  folgenden)  wird  zunächst  die  ausspräche  um 
1200  —  die  zeit  der  ältesten  hdschr.  —  berücksichtigt.  Später  wurde  a 
wol  im  allgemeinen  als  langes  offenes  o  (d)  ausgesprochen  (s.  ij  107). 

§  24.  e  bez.  kurzes  (geschlossenes,  im  aisl.  doch  vielleicht 
so  wol  geschlossenes  wie  offenes,  vgl.  §  103).  e  langes  (ge- 
schlossenes) e. 

§  25.    i  bez.  sowol  konsonantisches  als  sonantisches  i: 

1.  Kons,  i  (nicht  spirans  j)  unmittelbar  vor  vokal  (z.  b. 
hiarta  herz.  sTciöta  schiessen,  dylia  verhehlen)  und  in  den  Ver- 
bindungen ei,  oei. 

Anm.  1.  Die  hdschr.  haben  vor  vokal  fast  ausnahmslos  i,  selten  im 
inlaut  gi  (z.  b.  Agrip,  s.  Dahlerup's  ausg.  s.  XXVII).  Die  Schreibung  e 
deutet  in  den  allerältesten  hdschr.  vielleicht  eine  etwas  verschiedene  aus- 


38  §  26 — 29.    Aussprache  der  vokalzeichen. 

spräche  an;  kaum  aber  wenn  das  e  ganz  ausnahmsweise  in  jüngeren 
hdschr.  (wie  der  anorw.  Barlaamssage  —  §  15, 18  —  und  der  einen  hand 
der  Flateyjarbök  —  §  12, 24)  vorkommt.  Das  in  '  normalisierten '  text- 
ausgaben (und  im  nisl.  seit  c.  1794)  übliche  j  kommt  nur  sehr  selten  in 
einigen  anorw.  und  norvagisierend  aisl.  hdschr.  (vgl.  Wadstein,  F.  Hom., 
s.  Ulf.;  Groth,  AM.  310,  s.  XXIX;  Hsegstad,  G.  Tr.,  s.  33),  vielleicht  auch 
ausnahmsweise  im  aisl.  (s.  Olson,  Yngvars  saga,  s.  XLV)  vor. 

2.  Son.  kurzes  i  in  übrigen  Stellungen;  i  ist  der  ent- 
sprechende lange  laut. 

Anm.  2.  Die  in  anm.  1  angedeuteten  hdschr.  haben  sehr  selten  j  in 
der  bedeutung  von  i  oder  i. 

§  26.    o  bez.  kurzes,  6  langes  geschlossenes  o. 

§  27.    u  bez.  sowol  konsonantisches  als  sonantisches  u: 

1.  Kons,  u  (nicht  spirans  v,  w)  unmittelbar  vor  vokal 
(z.  b.  huar  wo,  suä  so,  JiQggua  hauen)  sowie  in  den  Verbindungen 
au,  ou  (qu). 

Anm.  1.  Nur  einige  von  den  ältesten  hdschr.  (wie  z.  b.  Reykj.  Maid, 
erste  hand  und  Rimb.)  und  vereinzelte  späteren  (wie  die  zwei  ersten  norw. 
Schreiber  derHauksbök)  schreiben  konsequent  u  vor  vokal  (s.  z.b.  L.  Larsson, 
Cod.  1812,  4°,  s.  XV,  und  Hb.  s.  XXIII,  XXXIII);  sonst  ist  die  Schreibung 
»  häufiger;  selten  ist  w.    Auch  kommt  av  (oder  die  ligatur  w)  statt  au  vor. 

2.  Son.  kurzes  u  in  übrigen  Stellungen;  ü  ist  der  ent- 
sprechende lange  laut. 

Anm.  2.  Die  hdschr-  haben  sehr  oft  v.  Ob  (wie  Hb.  s.  LIII  angenommen 
wird)  auch  y  bisweilen  denselben  lautwert  haben  kann,  bleibt  sehr 
zweifelhaft. 

§  28.    y  bez.  sowol  konsonantisches  wie  sonantisches  ü: 

1.  Kons,  ü  nur  in  den  Verbindungen  ey  (cey,  ay\  ey. 
Anm.  1.    Statt  des  seltenen  ay  kommt  in  den  hdschr.  auch  av  oder 

die  ligaturen  ay,  w  vor. 

2.  Son.  ü  (geschlossenes  und  offenes)  in  übrigen  Stellungen: 
y  ist  der  entsprechende  lange  laut. 

Anm.  2.    Die  hdschr.  haben  oft  u  oder  v. 

§  29.  o  bez.  kurzes  offenes  o;  6  ist  der  entsprechende 
lange  laut. 

Anm.  1.  Die  ältesten  hdschr.  haben  p,  o  oder  die  ligatur  w;  später 
kommt  gewöhnlich  o,  bisweilen  ao,  au  (w)  vor.  Die  normalisierten  aus- 
gaben, besonders  die  etwas  älteren,  schreiben  gewöhnlich,  aber  sehr  irre- 
leitend, nach  Vorgang  des  nisl.,  ö,  ein  zeichen,  das  erst  im  16.  Jahrhundert 
aus  der  deutschen  schrift  entlehnt  worden  ist. 

Anm.  2.  Später  bez.  g  einen  ö-laut  (s.  §115,2);  p  ist  dann  durch  das 
gleichwertige  ä  (s.  §  23  anm.  und  vgl.  §  107)  ersetzt. 


33.  Ausspr.  d.  vokalzeicueu.    :  pr.  d.  kausomuitenzekhen.    ;">'.» 

§  30.    et  bez.  kurzes,  de  langes  offenes  ä. 

Anm.  Die  hdschr.  haben  statt  ce  (so  besonders  anorw.)  auch  e  oder 
p.  sehr  selten  ae.  Die  normalisierten  texte  geben  gewöhnlich,  sehr  un- 
zweckmässig, den  kurzen  laut  durch  e.  den  langen  durch  (e  wieder. 

§  31.  o  bez.  kurzes  (geschlossenes  und  offenes),  s  langes 
(geschlossenes)  ö. 

Anm.  Die  hdschr.  verwenden  ausser  ö  und  (in  auorw.  hdschr.  fast 
immer)  o>  —  welche  beiden  verwandten  zeichen  wir  hier  aus  praktischen 
gründen  durch  e  wiedergeben  —  nicht  selten  o,  ey,  eo  (oft  in  alten  aisl. 
hdschr.),  seltener  io  (s.  M.  Olsen,  Volsunga  saga.  s.  XXVII  und  die  dort 
note  2  zitierte  literatur).  Die  normalisierten  textausgaben  verwenden  im 
allgemeinen  —  sehr  unzweckmässig  —  ö  oder  o  für  den  kurzen,  ce  für 
den  langen  laut. 

§  32.  Die  nasalität,  die  tonstärke  und  die  tonhöhe 
der  vokale  werden  in  dieser  grammatik  —  wie  auch  sonst 
allgemein  —  der  regel  nach  nicht  bezeichnet. 

Anm.  Nur  die  in  §  22  erwähnte  alte  orthographische  abhandlung 
bezeichnet  die  nasalität  und  zwar  durch  einen  über  das  vokalzeicheu 
gesetzten  punkt,  welcher  bezeichnungsweise  (,im  wesentlichen)  wir  uns  auch 
ganz  ausnahmsweise  hier  bedienen:  z.  b.  ä'. 

•  §  33.  Länge  wird  —  wie  wir  schon  oben  gesehen 
haben  —  durch  einen  über  den  vokal  gesetzten  akut  (')  aus- 
gedrückt. 

Anm.  1.  Nur  die  ältesten  hdschr.  verwenden  in  dieser  weise  accente. 
Die  hdschr.  des  13.  jahrhs.  bezeichnen  die  länge  gewöhnlich  nicht:  die 
noch  späteren  verdoppeln  das  vokalzeichen,  wobei  statt  aa  seit  1300  nicht 
selten  die  ligatur  ca  gebraucht  wird. 

Anm.  2.  Die  hdschr.  drücken  durch  den  accent  bisweilen  vielleicht 
den  platz  des  haupttones,  bisweilen  nur  den  punkt  des  ?'.  bisweilen  diaeresis 
aus;  vgl.  Wadstein.  F.  Hom.,  s.  122 f. 

IL  Aussprache  der  konsonantenzeichen. 

§  34.  b,  d,  m,  p,  r,  s,  t.  x  sind  etwa  wie  im  deutschen 
auszusprechen. 

Anm.  1.  Statt  d  haben  die  hdschr.  nicht  selten  d  (so  z.  b.  das  älteste 
bruchstück  der  Gragäs,  s.  §  12,  2),  selten  Ö  (z.  b.  in  Agrip  dann  und  wann,), 
sehr  selten  p;  vgl.  Hoffory,  Tidskr.  f.  Fü.  N.  R.  HI,  294  f.,  Arkiv  H,  25 
note ;  Haegstad.  Kong.  s.  23.  Ueber  das  seit  1350  auftretende  dh  s.  unten 
§  35  anm. 

Anm.  2.  In  dem  alveolaren  r- laute,  der  durch  r  bezeichnet  wird, 
sind  zwei  laute  zusammengefallen,  die  in  runenschrift  (doch  nicht  der 
jüngsten)  durch  verschiedene  zeichen  ausgedrückt  wurden :  das  tremulierende 
r  und  das  frikative  r  ;  vgl.  oben  §  18  und  §  20.    Ob  der  unterschied  in 


40  §85  —  37.     Aussprache  der  konsonantenzeichen. 

einigen  anorw.  dialekten  noch  in  literarischer  zeit  bewahrt  ist  und  das  r 
also  zum  teil  zwiefache  geltung  hat,  bleibt  unsicher.  —  Auslautend  nach 
einem  konsonanten  (wenigstens  nach  stimmlosem)  ist  wol  r  in  den  meisten 
gegenden  stimmlos  gewesen  (vgl.  Sievers,  Beitr.  V,  457  note),  z.  b.  uJcr, 
upr,  otr;  so  wol  auch  m  nach  s  und  fi,  z.  b.  bgsm,  meißm. 

Anm.  3.  Wo  bei  ableitung  und  flexion  ks,  gs  entstehen,  gebrauchen 
die  normalisierten  texte  diese  etymologischen  Schreibungen  statt  x,  das  in 
den  hdschr.  auch  in  diesem  falle  oft  vorkommt. 

Anm.  4.  Statt  x  hat  Cod.  AM.  655,  4°,  fragm.  III  bisweilen  z;  vgl. 
An.  gr.  II,  §  49  anm.  (anders  Hoffory,  Arkiv  II,  83  note). 

§  35.  Ö  bezeichnet  im  anorw.  (vgl.  §44,2)  die  stimm- 
hafte dentale  spirans  (engl,  weiches  ih)\  s.  Wadstein,  F.  Hom., 
s.  107  f. 

Anm.  Sehr  viele  wnorw.  (aber  nur  sehr  wenige  onorw.)  denkmäler, 
wie  das  steuerverzeichnis  von  Munkeliv,  die  erste  band  des  Hoprekstader 
notizbuches  u.  a.  (s.  G.  Storm,  Tidskrift  for  retsvidenskab  1890,  s.  424,  43t  f.; 
Hsegstad,  G.  Tr.  s.  35,  Vestno.  Maalf.  Innleiding,  s.  14  ff.,  und  bes.  Celander, 
Om  övergängen  av  d^>  d,  s.  31  note)  verwenden  ausschliesslich  oder  häufiger 
alternativ  p.  Seit  c.  1300  kommt  d  neben  (wie  z.  b.  schon  in  Oratio  contra 
clerum ,  s.  §  15,  29,  und  Cod.  Tunsbergensis,  s.  §  15,  30)  oder  statt  Ö  vor  (s. 
Hsegstad,  G.  Tr.  s.  35;  Celander,  a.  o.  s.  38);  noch  später  tritt  bisweilen  dh 
auf,  z.  b.  in  dem  1394  geschriebenen  gildestatut  von  Onarheim  (hrsgg.  von 
M.  Pappenheim  in  Ein  anorw.  schutzgildestatut,  Breslau  1888,  s.  160  ff.), 
aber  dann  auch  statt  d.  Ueberhaupt  wird  nach  1350  im  allgemeinen  nicht 
mehr  in  der  Orthographie  zwischen  Ö  und  d  geschieden,  sondern  d  oder  dh 
wird  ausschliesslich  gebraucht  (s.  Celander,  a.  o.  s.  39  mit  note  3  und  s.  56). 

§  36.    /'  bezeichnet  zwei  verschiedene  laute: 

1.  Bilabiales,  später  labiodentales  f  im  anlaut  (des  Wortes 
oder  des  Zusammensetzungsgliedes),  vor  k,  s,  t  und  in  der  Ver- 
doppelung, z.  b.  fara,  rifka,  liiifs,  Hüft,  offra. 

2.  Bilabiales  v  (d),  später  labiodentales  v  in  übrigen 
Stellungen  (wegen  Cod.  AM.  310,  4°  vgl.  Groth's  ausgäbe 
s.  XXXIV  f.  und  bes.  Celander,  Om  övergängen  av  ö  >  d,  s.  32 
note  1),  z.  b.  hafpa,  erfa,  kelfa,  yefa,  gaf,  huarf. 

Anm.  1.  Die  ältesten  hdschr.  schreiben  oft  inlautend  v,  die  anorw. 
auch  u ;  jüngere  haben  in  dieser  Stellung  nicht  seit,  fu  (anorw.  bisweilen 
fw,  z.  b.  in  Oratio  contra  clerum),  bes.  nach  l,  z.  b.  kcelfua. 

Anm.  2.  Ueber  die  bilabiale  ausspräche  des  f  s.  Noreen,  Arkiv  1, 297  f. ; 
Hoffory,  ib.  II,  10 ff.;  B.  M.  Olsen,  Germania  XXVII, 271  f. ;  Mogk,  ZfdA. 
X,60f.,  186. 

§  37.    g  hat  sechsfache  geltung: 

a)  Stimmhafter  verschlusslaut  (g)  im  anlaute,  nach  n  und 
in  der  Verdoppelung: 


§  38.  39.    Attttpnche  der  koiisouantenzeiekeu.  11 

1.  palataler  vor  palat.  vokalen,  z.  b.  gefa,  gilde,  giant,  leggia. 
Anm.  1.    Die  hd<ekr.  schreiben  bisweilen  gi  (doch  nicht  vor  i),  s.  z.  b. 

Hb..  B.  XXXVII:  Haegstad.  G.  Tr..  s.  36;  Gering,  Isl.  Mr.  I,  XX. 

2.  velarer  in  übrigen  fällen,  z.  b.  gamaU.  gr/pa.  benign, 
hoggua,  dogg. 

Anm.  2.  Xach  n  kommt  in  anorw.  (seit,  in  aisl.,  s.  z.  b.  Ceder- 
schiöld,  Geisli.  Lund  1873,  s.  XIII)  hdschr.  bisweilen  gh  vor,  das  wol  eine 
etwas  verschiedene  ausspräche  andeutet. 

b)  Stimmhafte  spirans  (<§-)  in-  und  auslautend  (ausser  in 
der  Verdoppelung,  nach  n  und  vor  s,  t): 

1.  palatale  vor  palat.  vokalen  sowie  nach  einem  palat.  vok. 
auslautend  und  vor  den  meisten  konsonanten.  z.  b.  berge,  segia. 
•■eg.  ngjja;  reg*. 

2.  velare  in  übrigen  fällen,  z.  b.  draga,  dggom,  biarga, 
helgan.  Icigjja,  lag. 

e)  Stimmlose  spirans  (cÄ-laut)  inlautend  (ausser  nach  n) 
vor  s  und  t  (vgl.  Hoffory,  Arkiv  IT.  16  ff.): 

1.  palatale  nach  palat.  vokalen,  z.  b.  vegs.  cigt 

2.  velare  nach  vel.  vokalen,  z.  b.  bl6]>ogs,  blo^ogt. 

Anm.  3.  In  ostiändischen,  seit  c.  1300  auch  in  sonstigen  anorw.  (seltener 
und  etwas  später  auch  aisl.)  hdschr.  wird  die  spirans  (sowol  die  stimm- 
hafte wie  die  stimmlose)  oft  nach  vokalen,  bisweilen  auch  nach  l,  r  durch 
gh  (wie  im  aschwed.  und  adän.)  wiedergegeben.  Selten  und  sehr  alt  sind 
anorw.  h  und  hg,  jenes  im  Steuerverzeichnis  von  Munkeliv,  dieses  in  AM.  655. 
S.  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  36,  und  Vestno.  Maalf.  Innleiding,  s.  12  f. 

§  38.    h  hat  zweifache  geltung: 

1.  h  im  allgemeinen,  z.  b.  hafa,  kimenn.  So  auch  in  den 
(nur  im  isl.  vorkommenden)  Verbindungen  hl.  hn,  hr,  z.  b.  hlaupa, 
hniga,  hringr. 

2.  Stimmlose  spirans  (cä -laut)  vor  konsonantischen  u 
(wenigstens  in  den  meisten  gegenden.  vgl.  B.  M.  Olsen,  Ger- 
mania XXVII,  272  ff.)  und  i  (wenigstens  in  gewissen  gegenden. 
vgl.  anorw.  Schreibungen  wie  Tiehnsical  st.  Hicelms call,  Ticerundh 
st.  Hiarrandr,  s.  Eygh,  Oplysn.  s.  195,  Gamle  personnavne  s.293, 
oder  Sgettelandia  1312,  Schetland  1391  st.  HialÜand),  z.  b.  kuat. 
hiarta, 

§  39.    k  hat  zweifache  geltung: 

1.   Palatales  k  vor  palat.  vokalen,   z.  b.  kippa,  rike,  kiolr. 
Anm.  1.     Die  hdschr.  haben  bisweilen  ki  (doch  nicht  vor  i)  —   vgl. 
§  37  anm.  1  —  oder  ch  (vgl.  anm.  2). 


42  §  40 — 42.    Aussprache  der  konsonantenzuidien. 

2.  Velares  k  in  übrigen  Stellungen,  z.  b.  kasta,  kutya, 
krefia,  sok, 

Anm.  2.  Die  hdsehr.  haben  oft  c,  c7t  oder  (vor  konsonantischem  u)  q. 
Viele  der  ältesten  und  besten  hdsehr.  (z.  b.  die  oben  §  12, 1.  3.  4.  7.  13. 15 
erwähnten;  gewissermassen.  auch  §  15,6)  bezeichnen  der  regel  nach  das 
velare  k  durch  c,  das  palatale  durch  h  (nur  nach  s  auch  durch  c);  andere 
(z.  b.  Ägrip)  bez.  jenes  durch  c  oder  lc,  dieses  durch  c/i  (neben  c  und  jfc). 

§  40.    I  hat  wahrscheinlich  zweifache  geltung: 

1.  Dentales  l  anlautend  und  (fast  immer)  in  unmittel- 
barer Verbindung  mit  dental  (doch  nicht  p,  ö  und  vgl.  2  unten) 
sowie  in  der  Verdoppelung  und  wahrscheinlich  auch  nach 
schwachtonigem  vokal  (s.  Sjöros  in  Stud.  nord.  fil.  VIII,  3, 
s.  25  ff.),  z.  b.  liös,  halda,  falla,  Opal. 

Anm.  1.    Die  hdsehr.  schreiben  oft  11  vor  d,  t,  s.  §  260. 

2.  Ein  kakuminaler,  zwischen  r  und  l  schwebender  laut 
('dickes'  l)  in  übrigen  fällen,  z.  b.  Uiüfa,  fliüga,  tala,  halfr, 
folh,  holmr,  qI,  valfia;  auch  hals,  gln,  mylna  u.dgl.,  wo  die  Ver- 
bindung von  l  mit  dental  durch  synkope  entstanden  ist. 

Anm.  2.  Ueber  ein  eventuelles  stimmloses  l  im  inlaut  s.  §  238,  2,  b. 
Sicher  war  wol  auslautendes  l  stimmlos  nach  stimmlosen  konsonanten, 
z.  b.  hasl. 

§  41.    n  hat  dreifache  geltung: 

1.  Dentales  n  anlautend  und  in  unmittelbarer  Verbindung 
mit  dental  (ausser  ]>,  d)  sowie  in  der  Verdoppelung  und  wahr- 
scheinlich auch  nach  schwachtonigem  vokal  (vgl.  §  40, 1),  z.  b. 
nenna,  h^nd,  gaman,  alin. 

Anm.  1.    Die  hdsehr.  schreiben  oft  mi  vor  d,  t,  s.  §  260. 

2.  Velares  n  (w)  vor  g,  k,  z.  b.  syngua,  tgng,  hpnk. 

Anm.  2.  Die  hdsehr.  bez.  bisweilen  diesen  laut  —  oder  auch  oft  die 
Verbindung  dieses  lautes  mit  folgendem  g  (was  sonst  mit  ng  bezeichnet 
wird)  —  durch  ein  besonderes  zeichen:  rj,  ?j  oder  q.  Nicht  seit,  kommt 
auch  nn  vor,  s.  z.  b.  Hb.  s.  XLIX,  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  134. 

3.  Kakuminales  n  in  übrigen  Stellungen,  z.  b.  knütr,  mon, 
venia,  vanpa  (urn.  *ivanidö). 

Anm.  3.  Ueber  ein  eventuelles  stimmloses  n  im  inlaut  s.  §  238,  2,  b. 
Sicher  war  wol  auslautendes  n  stimmlos  nach  stimmlosen  konsonanten, 
z.  b.  söhn,  väpn,  lausn,  vatn. 

§  42.    v  bez.  bilabiales  v  (5),  später  labiodentales  i?. 
Anm.    Die  hdsehr.  haben  oft  u,  seit,  w  oder  (s.  z.  b.  Hb.,  s.  L1V)  y. 


§  48.  44.     Ausbräche  der  konsuiianieuzeichen.  43 

§  48.  8  ist  ursprünglich  (d.  h.  bei  der  einfiihrung  des 
lateinischen  alphabetes)  nur  in  der  bedeutung  von  ds  gebraucht 
worden.  Aber  schon  in  den  ältesten  der  uns  erhaltenen  hdschr. 
tritt  es  —  in  folge  des  lautlichen  Überganges  von  ds  in  ts 
(§  245, 1)  —  auch  (und  zwar  häufiger)  in  der  bedeutung  von 
ts  auf.  weshalb  es  in  dieser  grammatik  nur  für  ts  gebraucht 
wird.  Noch  später  bezeichnet  es  —  in  folge  des  Überganges 
von  intervokalischem  ts  in  ss  (§274,2)  und  des  Schwundes 
von  t  vor  antekons.  s  (s.  §  303, 2)  —  zwischen  vokalen  ss  und 
vor  konsonanten  s.  Vgl.  Wadstein,  F.  Hom..  s.  118 f.:  Mogk. 
AfdA.  X.  65  f.;  Gering.  ZfdPh.  XYI,  380;  Hoffory.  Arkiv  IX  79  ff.: 
Gislason.  Xjala  IL  »326  5.:  Groth.  Det  AM.  haandskrift  310,  4» 
s.  XXXVI  ff. 

Anni.  Statt  8  kommt,  bes.  in  den  ältesten  hdschr.,  auch  ds.  ts  vor. 
Hie  und  da  wird  ausnahmsweise  p  gebraucht  (s.  u.  a.  Specht .  Acta  ger- 
manica HI,  1.  s.  12:  Gislason,  Um  frumparta  s.  98 f.;  Gering,  Isl.  -Ev. 
I,  XVIlIf.  Pipping.  Stud.  nord.  fil.  Y,  6,  s.  17  f.  und  daselbst  angeführte 
literatur). 

§  44.  ß  hat  (im  aisl.)  zweifachen  lautwert  (im  anorw. 
nur  den  unter  1  angegebenen) : 

1.  Stimmlose  dentale  spirans  (engl,  hartes  th)  anlautend, 
nach  k,  jp  und  vor  fc,  s.  z.  b.  ßungr.  fylkßa.  hleypßa,  rißJca. 
baPstofu. 

Anm.  1.  Die  ältesten  anorw.  hdschr.  haben  im  anlaut  auch  die 
majuskel  £>,  welche  wol  nur  eine  andere  form  des/)  ist:  im  13.  jh.  kommen 
anlautend  sowol  D  wie  Ö  in  der  bedeutung  von  ß  auch  (aber  sehr  seit.) 
in  aisl.  hdschr.  vor.  Einige,  vorwiegend  anorw.,  hdschr.  haben  th,  das 
seit  c.  1450  alleinherrschend  ist  (s.  Hsegstad,  Yestno.  Maalf.  II,  2,  i,  s.  58).  — 
Die  meisten  normalisierten  textausgaben  schreiben  in-  und  auslautend  Ö. 

2.  Im  aisl.  (vgl.  §  35)  stimmhafte  dentale  spirans  (engl, 
weiches  th)  in  übrigen  Stellungen,  z.  b.  ntejtan.  verpa,  baß,  leifp, 
garßr  (=  anorw.  medan  usw.). 

Anm.  2.  Die  ältesten  (aisl.)  hdschr.  zeigen  nur  seit,  d  oder  (wie 
AM.  677,  4°,  älterer  teil,  s.  §  12,  13.  selten,  jüngerer  teil  konsequent;  Cod. 
Reg.  der  Eddalieder,  s.  §  12,  17,  oft)  d.  Seit  dem  anfang  des  13.  jahrhs. 
kommen  p  und  Ö  (das  immer  häufiger  wird)  promiscue  (konsequent  Ö  in  der. 
wahrscheinlich  von  einem  norw.  schreiber  herrührenden,  teilungsurkunde  von 
Spakonuarfr,  s.  §  12.  11)  vor.  nach  1350  d  (sporadisch  noch  p,  s.  Kälund, 
HeiÖarviga  Saga.  s.  XXIV,  M.  Olsen,  VQlsunga  saga,  s.  XLIV).  S.  weiter 
Celander.  Om  övergängen  av  Ö  >  <l.  s.  42  ff. :  Hsegstad.  Vestno.  Maalf.  Inn- 
leiding,  s.  16. 


44      §  ib.  Ausspr.  d.  konsonantenzeieken.     §  16.  47.  Phonetische  übersieht. 

§  45.  Länge  ("  geniin  ation")  wird  durch  doppelschreibung 
des  betreffenden  Zeichens  ausgedrückt. 

Anm.  Die  hdschr.  drücken  die  länge  auch  durch  grosse  buchstaben 
oder  durch  ein  über  den  konsonanten  gesetztes  pünktchen  aus.  Neben  kk 
kommen  cc,  ck  ("so  z.  b.  in  der  Hauksbök  regelmässig),  kc  (bes.  in  öl.  hei. 
leg.  saga)  vor.  Viele  hdschr.  bezeichnen  ss  mit  s ,  aber  s  mit  f  (s.  Sjöros, 
Stud.  uord.  fil.  VIII,  3,  s.  5;  G.  Indreba,  Sverris  saga,  s.  XXVI). 


III.   Phonetische  Übersicht. 
Das  alt  westnordische  lautsystem  um   1200  war  also 
mit    dem    jetzt    erörterten   normalalphabete   ausgedrückt 
folgendes : 

§  46.    Sonanten  (nur  vokale) : 


Palatale 

Velare 
od.  Hintere 

Ohne  labialisierung :       a  ä 

Mittlere 

ce  db    e 

Vordere 

e             i   l 

\Q  $ 

0 

Labialisierte: 

o  6 

0 

0 

u  ü 

y  y 

§  47.    Konsonanten : 

Labiale 

Oentale 

I'aUiale 
u.  Velare 

Halbvokale:                       u;  y 



*i  y 

Liquidae:  stimmhafte:         — 

1  tt;  r  n 

— 

„         stimmlose:           — 

l       r 

— 

Nasale:  stimmhafte:          m  mm 

n  nn 

n 

„        stimmlose:            m 

n 

—  • 

Spiranten:  stimmhafte:      .     '         , 
*                                    (in-  u.  ausl 

f 

f  aisl.  p 
|anorw.  d 

9 

„        stimmlose:        /'  ff 

(#=s=ts,  sc 

p   S   SS 

=  ks)      |anl.A 
|inl./7 

Explosivae:  stimmhafte:    b  bb 

d  dd 

9  99 

„          stimmlose:     p  pp 

t  tt 

K    n/h- 

(x  —  ks). 

Hierzu  kommen  laryngales  h  (hauchlaut)  und  kakuminale 

l,  n.    Ueber  kakuminale  d, 

n,  s,  t 

s. 

§  252. 

§  48.  40.  Phonetische  Übersicht.    §  50.  Nasalierung.  45 

§  48.  Eine  Verbindung  von  einem  sonantischen  und  einem 
konsonantischen  vokale  nennt  man  diphthong.  Solche  kommen 
im  aisl.-anorw.  in  grosser  anzahl  vor  und  sind  zweierlei  art : 

1.  Fallende,  die  mit  dem  sonanten  anfangen:  (vorzugs- 
weise aisl.)  au,  ei,  ey,  resp.  (vorzugsweise  anorw.)  ou  (ou).  tm, 
cey  (ay)  und  ey:  anorw.  auch  dialektisch  cei. 

2.  Steigende,  die  mit  dem  konsonanten  anfangen:  kurze: 
ia,  ie  (aisl.),  io,  iic,  iy.  ig,  ice  (vorzugsweise  aostnorw.),  ie;  ua, 
ue,  ui,  uo  (misl.),  ug,  uce  (vorzugsweise  anorw.),  ue;  lange:  id, 
ie  (aisl.),  io,  iü,  ig,  ie:  ud.  ue,  ui,  uo\  uce,  ue. 

Anm.  Aach  einige  triphthonge  (Verbindungen  von  einem  sonan- 
tischen mit  zwei  konsonantischen  vokalen)  hat  das  aisl.-anorw.  aufzuweisen : 
uei  (ucei),  z.  b.  in  stieigia  biegen,  uey  (ucey)  und  uey,  z.  b.  in  kueykua, 
kueyJcua  beleben;  endlich  iau  (iou),  uau  (uou)  in  je  einem  einzigen  bei- 
spiele:  siau  sieben,  tuau  zwei. 

§  49.  Ihrer  quantität  nach  treten  —  wie  wir  schon 
oben  gesehen  haben  —  sämtliche  vokale  und  explosivae. 
stimmloses  f,  stimmhaftes  m  und  r,  dentales  stimmhaftes  l 
und  m.  endlich  s  sowol  als  kurz  wie  als  lang  ("geminiert")  auf. 

Unter  "lange  (stamm)silbe'  verstehen  wir  im  folgenden 
diejenige,  die  entweder  einen  laugen  vokal  (oder  diphthong) 
mit  folgendem  konsonanten  oder  einen  kurzen  vokal  mit  zwei 
folgenden  konsonanten  (ausser  gy)  enthält,  z.  b.  (tef,  eig-a,  hdld-a. 
Eine  ;kurze  (stamm)silbe'  ist  dagegen  vorhanden,  wo  ent- 
weder ein  kurzer  vokal  von  nur  einem  konsonanten  (oder  gy) 
gefolgt  wird,  oder  die  silbe  einen  langen  vokal  (oder  diphthong) 
ohne  folgenden  konsonanten  enthält,  z.  b.  far-a,  egg,  lü-a,  dy-ia. 

Anm.  reber  die  metrische  geltung  einer  silbe  s.  Sievers,  Beitr. 
XV,  401  ff.,  bes.  410;  Altgerm,  metrik,  s.  58  f. 

§  50.  Alle  vokale  (auch  diphthonge)  können  auch  als 
nasalierte  vorkommen.  Hauptsächlich  aus  der  alten  (in  §  22 
oben  erwähnten)  orthographischen  abhandlung  wissen  wir, 
dass  um  1170  nasalität  wenigstens  im  aisl.  in  folgenden  fällen 
da  war  (&  Noreen,  Arkiv  III,  1  ff..  36  ff.:  Bugge,  ib.  II,  230  ff.; 
Kock.  Arkiv  XVII,  179 f.,  185 ff.,  Svensk  ljudhistoria  IV, 467 ff.): 

1.  Unmittelbar  vor  nasal  (nur  nicht  wenn  diese  Stellung 
durch  an.  synkope  entstanden  ist),  z.  b.  sy-na  zeigen  (aber  syna 
gen.  pl.  von  f.  syia).  rcnmr  stark,  vämr  gewöhnt. 


46  §  51.    Betonung. 

2.  Unmittelbar  nach  nasal,  wenigstens  wenn  die  silbe 
starktonig  oder  halbstark  (s.  §  51  anm.  1)  ist.  z.  b.  m&r  mir, 
pl.  framer  zu  frwmr  unverschämt. 

Anm.  1.  Nach  ausweis  der  inschrift  von  Eggjum  (c.  700)  —  wo  die 
fälle  1  und  3  belegt  sind  —  war  die  nasalierung  in  diesem  falle  damals 
noch  nicht  eingetreten;  s.  M.  Olsen,  No.  I.,  111,111. 

3.  Wo  ein  urnordischer  nasal  nach  einem  starktonigen 
(oder  halbstarken)  vokale  fortgefallen  ist,  z.  b.  i'  in,  nom.  pl.  f. 
6'rar  unsere;  alt  auch  etcc  essen  u.  dgl.  (während  gialda  ver- 
gelten u.  dgl.  noch  früher,  vielleicht  schon  urn.,  die  nasalie- 
rung aufgegeben  hat ;  vgl.  anm.  unten. 

Anm  2.  Wie  lange  in  diesem  falle  ein  schwachtoniger  vokal  nasaliert 
blieb,  bleibt  für  das  aisl.  unsicher.  Im  anorw.  war  —  wenigstens  nach 
der  Frösöer  inschrift  zu  urteilen  —  in  diesem  falle  schon  um  1050  die 
nasalierung  nicht  mehr  da,  z.  b.  kirua  (d.h.  gerua  aus  -an)  machen;  s. 
Noreen,  Arkiv  III,  31  ff. 

4.  Wo  schon  in  urgerm.  zeit  ein  nasal  hinter  einem  stark- 
tonigen vokale  fortgefallen  ist,  z.  b.  fds'r  empfängt,  &re  jünger, 
]>H  feile,  hä'r  hai. 

Die  nasalierung  schwindet  allmählich,  wol  zu  sehr  ver- 
schiedener zeit  in  verschiedenen  gegenden. 

§  51.  Ueber  die  altwestm  betonung  ist  bis  jetzt  nur 
verhältnismässig  wenig  genauer  ermittelt  worden.  Es  lässt 
sich  aber  vermuten,  dass  sie  im  wesentlichen  mit  derjenigen 
des  ältesten  altschwedisch  übereinstimmte;  vgl.  meine  dar- 
stellung  im  Grundriss3  4  =±=  Geschichte  der  nord.  sprachen3, 
s.  90  ff.,  §  54.    Hier  sei  nur  in  aller  kürze  folgendes  bemerkt: 

In  betreff  des  exspiratorischen  akzents  konnte  eine  silbe 
entweder  haupttonig,  stark  nebentonig,  schwach  nebentonig 
oder  unbetont  sein.  Die  haupt-  und  stark  nebentonigen  Silben 
fassen  wir  als  starktonige,  die  andern  als  schwachtonige 
zusammen. 

1.   Der  haupt  ton  ruht  der  regel  nach: 

a)  In  zusammengesetzten  Wörtern  auf  der  Wurzelsilbe  des 
ersten  gliedes.  Jedoch  gibt  es  nicht  wenige  Wörter,  bei  denen 
die  Wurzelsilbe  des  letzten  gliedes  wenigstens  alternativ  den 
hauptton  trägt.  Solche  sind  die  meisten  auf  for-  (fyr-)  'ver-', 
of-  'allzu'  und  tor-  'schwer',  z.  b.forbop  verbot,  ofmiok  zuviel, 
torkenna  unkenntlich  machen;  viele  auf  ä-  'an-',  iafn-  'eben-' 


§  51.    Betonung.  W 

und  ü-  (neben  haupttonigem  6-)  ;un',  z.  b.  äsiöna  ansehen, 
iafnsterhr  ebenso  stark,  uhreinn  (aisl.  neben  gewöhnlicherem 
ühreinn;  umgekehrt  anorw.  öfter  ürceinn  als  orceinn)  unrein; 
ausserdem  eine  menge  einzelner  Wörter  mit  einsilbigem  ersten 
glied,  insbesondere  solche,  wo  sowol  das  erste  wie  das  zweite 
glied  langen  vokal  haben,  z.  b.  mishmn  erbarmen,  fdtökr  arm, 
gäleyse  Unachtsamkeit,  framfarenn  gestorben,  hordomr  hurerei, 
ret(t)Idtr  rechtfertig,  hugsJcot  gemüt,  ndlcegr  anliegend,  Mtip 
fest,  die  Zahlwörter  auf  -tan  (nicht  aber  -tiän)  wie  sextdn 
sechzehn  u.  a.  m.  Weil  die  hdschr.  nur  ausnahmsweise  den 
platz  des  haupttones  angeben  (s.  §  33  anm.  2),  und  die  metrik 
uns  auch  oft  im  Stiche  lässt,  sind  wir  in  vielen  fällen  darauf 
beschränkt,  mit  hilfe  der  lautlichen  Verhältnisse  —  wie  sie 
im  folgenden  werden  erläutert  werden  —  konstatieren  zu 
können,  dass  bei  einem  worte  die  letzterwähnte  betonungs- 
weise wenigstens  einst  vorhanden  gewesen  ist,  z.  b.  forynia 
(aus  *for-rynia)  vorbote,  Purtyr  (*Purfripr)  ein  frauenname; 
bisweilen  geht  sogar  aus  der  lautentwickelung  hervor,  dass 
die  früher  vorhandene  accentuierung  mit  haupttonigem  letzten 
gliede  schon  zugunsten  der  gewöhnlicheren  betonungsweise 
gewichen  ist,  z.  b.  ellefo  (ellifo.  *ainlidu)  elf.  Oft  stehen 
nebeneinander  doppelformen,  die  infolge  der  alternativen  be- 
tonung  lautlich  mehr  oder  weniger  verschieden  gestaltet  sind, 
je  nachdem  das  erste  oder  zweite  glied  den  hauptton  trägt 
oder  einst  getragen  hat,  z.  b.  Uk(h)amr :  likamr  körper,  fost(r)- 
syster-.fosyster  pflegeschwester,  Grik{k)land :  GirMand  Griechen- 
land, anorw.  bryllaup  (s.  Hsegstad.  Vestno.  Maalf.  II,  2,  i,  s.  32) 
ibrtUmp  hochzeit;  liQrfiar:  Harfiangr. 

b)  In  einfachen  Wörtern  auf  der  Wurzelsilbe.  Jedoch 
dürfte  in  einzelnen  fällen  die  ableitungssilbe,  wenigstens  alter- 
nativ, haupttonig  gewesen  sein;  so  besonders  in  vielen  mit 
-ing-  und  -ung-  abgeleiteten  Wörtern,  z.  b.  prening  dreieinigkeit, 
mining  erinnerung.  kening  poetische  Umschreibung,  teningr 
Würfel  neben  resp.  firenneng  usw.  mit  haupttoniger  Wurzel- 
silbe. 

2.  Starker  nebenton  tritt  in  folgenden  fällen  auf: 

a)  In  zusammengesetzten  Wörtern  auf  der  Wurzelsilbe  des 
nicht   haupttonigen   gliedes,   z.  b.  kirkiogarpr  friedhof.     Doch 


48  §51.    Betonung. 

ist  das  letzte  glied  schwachtonig  in  artikulierten  noroinal- 
formen,  z.  b.  barnet,  -eno  das,  dem  kind.  sowie  in  vielen  sonstigen 
Wörtern,  denen  das  gefühl  der  Zusammensetzung  abhanden 
gekommen  ist,  z.  b.  Airehr  (* Al-rikr),  Hamper  (älter  Hamper), 
SigurPr  (*Sig-wgr(ir),  J)anneg  (*pann-weg)  dorthin,  nekkuat 
{*ne-wmt-ek-hwat)  etwas,  tottogo  zwanzig. 

b)  In  einfachen  Wörtern  auf  sehr  vielen  ableitungssilben 
zum  teil  aus  alten  Zusammensetzungsgliedern  entstanden),  wie 
-and,  -ind,  -und,  -ing,  -ung,  -em,  -ug,  -ul,  -ur  (s.  Neckel,  Beitr. 
XL,  48  ff.  und  65)  und  noch  anderen  (wofern  sie  nicht  haupt- 
tonig  sind,  s.  1,  b),  z.  b.  eigande  besitzer,  sanninde  Wahrheit, 
tiund  zehnt,  vikingr  vikinger,  lausung  falschheit,  faperne  väter- 
liche seite,  haupangr  Stadt,  apaldr  apfelbaum,  heimill  von 
rechtswegen  gestattet  u.  a.;  vgl.  §  78  (schluss).  Dialektisch 
können  doch  auch  diese  silben  schwachtonig  sein,  z.  b.  fiande 
(pl.  fiandr  —  s.  Gislason,  Njäla  II,  235  f.  —  nach  §  64)  neben 
dem  aus  fiande  (mit  starktonigem  -and-)  entwickelten  fiande 
und,  mit  anschluss  an  ftä  hassen,  fiande  (pl.  fiandr,  anal,  neu- 
gebildet nach  dem  sg.  statt  *fiendr,  vgl.  büendr  zu  buande 
u.  dgl.)  feind  u.  a.  m.,  s.  §  64. 

3.  Schwacher  nebenton  kommt  der  regel  nach  der- 
jenigen silbe  zu,  die  in  einem  einfachen  wort  unmittelbar 
auf  eine  haupttonige  silbe  folgt  (wofern  jene  nicht  starken 
nebenton  hat),  s.  2,  b,  z.  b.  tunga  zunge,  kallape  rief.  Doch 
fehlt  jedweder  nebenton  in  den  meisten  zweisilbigen  kom- 
parativen z.  b.  starre  grösser,  yngre  jünger,  färre  weniger, 
betre  besser  (aber  meire  grösser,  fleire  zahlreicher  mit  neben- 
toniger ultima);  ausserdem  in  einzelnen  Wörtern,  z.  b.  nio 
neun,  tio  zehn,  deren  anzahl  mit  der  zeit  immer  zunimmt. 
Ueber  den  grund  dieser  Verschiedenheit  s.  Noreen,  Geschichte3, 
s.  93  und  (kaum  annehmbar,  aber  anregend)  Pedersen,  Arkiv 
XXVIII,  1  ff. 

Anm.  1.  Wenn  die  haupttonige  silbe  kurz  ist,  so  ist  früher  —  und 
wol  noch  in  gewissen,  bes.  anorw.  dialekten  —  der  folgende  nebenton 
etwas  stärker  ("halbstark")  gewesen,  z.  b.  gata  gasse,  tälape  redete. 

4.  Unbetont  ist  eine  silbe  in  allen  übrigen  fällen;  natür- 
lich auch  die  Wurzelsilbe  proklitisch  oder  enklitisch  stehender 
Wörter,  z.  b.  epa  oder,  mepan  während,  ehe  (neben  betontem 
eiche)  nicht,  pikia  (bet.  pykkia)  dünken  usw. 


$52.  Pie  uni.  sonanten.   $6&  Die  starkton.  silben.  Fm.  Vorgänge :  #.    44* 

Anm.  2.  Vgl.  noch  u.  a.  Wadstein.  F.  Hom.,  s.  122,  125;  Bugge,  Xorrceu 
fomkvseöi,  s.  36  note.  Aarbeger  1884,  s.  87 f.;  Jessen,  ZMPh.  II,  139 f.: 
Sievers,  Beitr.  VIII.  75;  L.  Larsson,  Arkiv  IX,  122  ff.:  Beckman,  ib.  XV.  74  ff  ; 
i'raigie.  ib.  XVI ,  360 ff. ;  Falk.  ib.  IV,  358;  Kock,  Aceentuierung  s.  89f., 
208 ff.  und  bes.  219 ff.  Vgl.  aber  besonders  die  bedenken  E.  Noreens,  Studier 
i  fornvästnordisk  diktning.  s.  47  ff.  (Upps.  1921). 


II.  Abschnitt.    Die  sonanten. 

§  52.  Das  lirnordische  übernahm  ans  urgerra.  zeit  folgende 
sonanten: 

Kurze:  a.  e.  i.  o  (das  nur  schwachtonig  vor  m  da  war),  u. 
Lange:  ä,  e,  7,  ö.  77,  ä: 

Dazu  kamen  mehrere  diphthonge: 

Fallende:  a%  an,  tu.  Steigende:  wo,  we,  ><i:  wü,  >re,  ivl.  wß. 

Diese  vokale  (und  diphthonge)  waren  nasaliert,  wenn  ein 
nasaler  konsonant  unmittelbar  nachfolgte  oder  doch  in  urgerm. 
zeit  nachgefolgt  war;  ä  scheint  immer  nasaliert  gewesen  zu 
sein  und  zwar  aus  letztgenanntem  gründe. 

Die  entwickelung  dieser  laute  innerhalb  des  (urnordischen 
und)  altwestnordischen  wurde  durch  folgende  lautgesetze 
bestimmt. 

Kap.  l.  Lautgesetze  der  starktonigen  silben. 

A.  Qualitative  Veränderungen. 
I.  Urnordische  Vorgänge.1) 

§  53.  a>  in  starktoniger  silbe  (vgl.  anm.  2)  ist  schon  in 
den  ältesten  um.  Inschriften  zu  a  geworden,  z.  b.  c.  250  Vi 
makia  (got,  mekeis)  'schwört'  und  marihai  ein  mannsname 
(vgl.  aisl.  mceringr  zu  got.  mcrs),  c,  275  Torsbjaerg  -maria  (got, 
mers)  'berühmt'  und  c.  400  Möjebro  frcucaradan  (vgl.  got, 
redan)  ein  mannsname:  vgl.  ferner  aisl.-anorw.  f/rdta  (got, 
grstan)  weinen,  mdne  (got,  mena)  mond  usw.  Die  meisten 
an.  ä  sind  in  dieser  weise  aus  älterem  ö5  entstanden. 

x)   Hier    werden    nicht    aUe    solchen    Vorgänge    aufgeführt,    welche 

möglicherweise  oder  gar  wahrscheinlich,   sondern  nur  diejenigen,  welche 

unzweifelhaft  aus  um.  zeit  stammen.    Die  um.  umlaute  und  der  Übergang 

//?>  eR  werden  jedoch  erst  später  (§  58  ff.,  reap.  §  106,  2  mit  anm.  3)  behandelt. 

Noreen,  Altisl.  «ramm.    i.  aiii'l.  4 


•r)0  §  54.     Urnordische  Vorgänge:  ai. 

Anm.  1.  Die  annähme  Wimmers  (bei  Burg,  a.  153),  dass  spuren  eines 
älteren  um.  a>  noch  in  einigen  finn.  lehn  Wörter  erhalten  seien,,  ist  (trotz 
Thoinsen,  Ueber  den  einftuss  s.  123,  Beröringer  s.  30  note,  Samlede  Afhand- 
linger  II,  163,  jetzt  aber  anders  s.  251;  Bugge,  No.  I.  s.  153  und  305  note; 
Setälä.  Journal  de  la  Societe  finno-ougrienne  XXIII,  1,  s.  17  f.)  glänzend 
bestätigt  worden  durch  die  aufspürung  von  mehr  als  ein  dutzend  finn. 
und  ein  paar  läpp,  lehnwörtern  mit  ie  aus  e  aus  «,  z.  b.  finn.  lieko  (aisl. 
16g)  'liegender  baumstamm',  mielcka  'schwert'  (s.  oben),  rievä  'frisch' 
(aisl.  hrär  'roh'),  läpp,  riekko  '36  pfund'  (aisl.  vög  'gewicht')  u.  a.,  s.  Wik- 
lnnd ,  Entwurf  einer  urlappischen  lautlehre ,  s.  164  ff . ,  Le  monde  oriental 
V,  219  ff.;  T.  Karsten,  I.  F.  XXII,  292,  Germ.-finn.  lehnwortstudien,  s.  80 f. 
(und  die  dort  zitierte  literatur),  und  Fragen  aus  dem  Gebiete  der  germ.- 
finn.  Berührungen,  s.  HOL,  Hfors.  1922;  H.  Pipping,  Förhandlingar  och 
nppsatser  31,  s.  374  ff.,  Helsingfors  1918. 

Anm.  2.  In  schwachtoniger  silbe  ist  OB  (zwar  durch  a  bezeichnet, 
aber  seinem  lautwert  nach)  einstweilen  erhalten.  Ueber  dessen  folgende 
entwickelung  s.  §  138. 

§  54.  ai  wird  schliesslich  in  den  meisten  Stellungen  zu 
m,  z.  b.  urn.  Kragehul  halte  (Lindholm  hate  ist  statt  haue  ver- 
schrieben), brakteat  von  Seeland  haiti  >  anorw.  Jueiti,  aisl.. 
daraus  entwickelt,  heite  heisse;  Tune  staina  >  stein  stein; 
Reistad  wraita  >  reit  ritzung :  Björketorp  JiAiÖR-  >  hei]>r  ehre. 
In  folgenden  Stellungen  wird  es  aber  zu  ä  kontrahiert: 

1.  Vor  (später  geschwundenem)  h.  In  den  ältesten  in- 
schriften  steht  noch  ai,  z.  b.  Einang  c.  375  und  Vetteland 
c.  400  faihido  malte,  noch  Overhornbsek  c.  575  (archaisierend?) 
Aih?  (und  Fonnäs  c.  550  aih?)  =  aisl.-anorw.  d  besitze,  aber 
schon  Rö  c.  450  fahido  malte,  Äsum  c.  475  (und  St.  Noleby 
c.  600)  falii  male.  Sonstige  beispiele  sind:  für  (got,  faihs) 
schimmernd,  fldr  (vgl.  got.  piaihan)  hinterlistig,  mar  (mör 
§  77,  2 ;  ahd.  meh)  möwe,  län  (neben  dem  d.  lehnwort  Un  lehn) 
darleihe,  cett  (vgl.  §  63,  2 ;  got.  aihts)  familie,  tö  (vgl.  §  77,  2) 
zehe,  rö  reh,  ?sdld  eimer  zu  sdr  (litau.  sa'ikas,  s.  Liden,  Uppsala- 
studier  s.  81  f.)  zuber,  Hd(a)rr  (<  *haihaharin  zu  got.  haihs. 
lat.  caecus,  s.  Detter,  Beitr.  XIX,  503  note)  ein  Odinsname. 

2.  Vor  (ursprünglichem)  r.  Urn.  beispiele  fehlen  (Rö  saira- 
ist  unsicher);  spätere  sind:  Ar  (got.  air)  früh,  sdr  (got.  sair) 
wunde,  sdrr  (finn.  sairas)  verwundet,  harr  (ahd.  her)  grauhaarig, 
dma  (vgl.  aschw.  cBrna,  got.  airinön)  ausrichten,  örr  (got.  uirus) 
böte,  ör  (finn.  airo)  rüder,  skcerr  (*8kairin ;  und  nach  §  64  ?  iipp-, 
nisl.  nphi-skarr  offenbar,  vgl.  Karsten,  Stud.  öfver  de  nord.  spr. 


£  54.    DnMfdJsehe  Vorgänge:  mi.  51 

prim.  nominalbildning  11.272.  und  Psllander  in  Xeuia  Lideuiana. 
s.  234:  vgl.  noch  skirr.  got.  sJceirs)  hell. 

Anm.  t.  Vor  R  tritt  dagegen  kontraktion  nicht  ein.  z.h.or  (got. 
mir)  bronze.  meire  (got.  mnizo)  grösser,  (fein  (urgerm.  latinisiert  gmimt) 
ger  u.  a.  Ags.,  resp.  d.  lehnw.  sind  khra  (vgl.  got.  laisja»)  lehren,  ctra 
ehren  (echt  nordisch  eint  rücksicht  nehmen). 

3.  In  stark  nebentoniger  silbe  (s.  §  51.  2)  und  zwar: 
a)  Vor  dem  haupttone,  z.  b.  d  (zu  ey  "immer',  got.  diu  i 
in  fällen  wie  d  mepav  -stets"  (Kock.  Arkiv  VII,  177)  oder 
Ovalt  (<  ::ä>r-aUt.  got.  am  aUata,  s.  v.  Friesen.  R  spr.  1. 14  t; 
später  volksetymologisch  of  valt,  of  alt,  um  alt)  'immer',  ebenso 
nnorw.  dmi/rja  neben  aisl.  rimyrim  heisse  asche:  mit  später 
gekürztem  vokal  (s.  §  127, 1)  nakknahr  (<  *nakkwarM  <  *ne- 
wati-ek-hwdrix)  neben  nekkuarr  (<  *nmkkwwrm  §  82, 6  <  *ne- 
wdit-ek-hwariM)  irgendein,  ellefo  {ce'Uefo  §  127.6  <  allitm  §  65 
<  *än-li%  vgl.  got.  oi»Ubim)  elf. 

Anm.  2.  Biifyer  (got.  bai  pai)  beide'  kann  —  unter  annähme 
späterer  Verschiebung  des  haiipttones  —  hierher  gehören;  aber  das  o  kann 
anch  vom  acc.  bäfia  (got.  bans  pamäj  aus  weiter  verschleppt  worden  sein. 

bi  Nach  dem  haupttone.  z.b.  Porldkr  u.  a.  mannsnameu 
auf  -War  neben  (wol  etwas  anders  betontem)  dat.  Parleikr 
usw.,  Öldfr  (woraus  nach  §  151, 1  Ölafn  und  andere  manns- 
nameu auf  -Idfr  neben  dat.  Olafe  (s.  Hesselman  in  Minnes- 
skrift  utgiven  av  Filologiska  Sanifundet  i  Göteborg  1920. 
s.  55  f.).  wozu  das  entsprechende  fem.  Olaf  aus  -löf.  *-UÜm 
{&  §  151,5)  usw.,  latinisiert  Hal(l)$tamis  (st.  HnJlsteinn)  u.  dgl. 
namen  (wozu  der  kurzname  anorw.  Stäme  st.  Skemi);  anorw. 
so  wol  (erfceöe  (und  -ade.  s.  §  64,  §  151. 1)  arbeit  (aber  kaum 
andiäte  antlitz.  s.  §  64  und  Ekwall.  Suffixet  ja.  s.  57  note)  als 
mannsnamen  wie  Momamr  (ahd.  -heim,  s.  Lundgren.  Uppsala- 
studier,  s.  18  note).  Undss  Hieben  aisl.  imem  trefflich),  run.  (auf 
Man)  Ufaak  (d.  h.  Ofdij.  aisl.  Öfei(i)  und  Purhlbr  (aisl.  Porleifr: 
s.  Bugge.  Aarboger  1899,  s.  239).  Hierher  mit  früh  gekürztem 
vokal  auch  dkafr  eifrig  (ags.  cdf.  s.  Björkman.  Xordiska  studier, 
s.  168),  heraj)  bezirk  (ahd.  herimita.  s.  Tunberg,  Studier  rörande 
Skandinaviens  äldsta  politiska  indelniug,  s.  40  ff.),  die  vielen 
mannsnamen  auf  -am  (aus  *-[g\ltaaa  neben  -geirr).  z.  b.  Porom 
neben  Porgewr  (entlehnt  air.  Tomrair  847,  resp.  Taraair  1171). 
Braawr  {*Hrö6wü*M  s.  §  228.  §  151. 1)  neben  Hropgein:  trauen- 

4* 


o2  §  55.  56.    Urnordische  Vorgänge:  au.  en. 

namen  wie  anorw.  (s.  Rygh,  Gamle  personnavne,  s.  198  und 
230)  Iiognog,  Bgnnog,  Sglog  (aus  *-vög  nach  §  151.5)  neben 
liggncwig,  Jianncwig,  Sglvwig,  sowie  nafarr  (*nada[$]äRa/i,  Ann. 
napahaira,  ahd.  »«hager)  b obrer,  das  negierende  verbalsuffix  -at. 
-((  (got.  ainata,  resp.  ain\  also  ursprünglich  gleich  '[nicht]  irgend 
etwas'),  z.  b.  varat,  -a  war  nicht;  möglicherweise  auch  (s.  Kock. 
Arkiv  XI,  136  f.,  XIV,  263  f.)  anorw.  for{r)ad  gefährliche  passage 
(zu  eip  passage)  und  huar(r)a  wo  in  aller  weit  (zu  d  'immer', 
s.  oben  a).  Ueber  kann  er,  hönom  ihm.  hon.  acc.  hdna  sie  (alle 
zu  got.  jains)  s.  Noreen,  Geschichte3,  s.  180. 

Anm.  8.  Aus  dem  afris.  stammen  bütr  (neben  dem  einheimischen 
beit)  schiff  und  klcbpc  kleid  (s.  Wadstein,  Friserna  och  forntida  handelsvägar 
i  Norden,  s.  13  f.,  Göteborg  1920,  und  Friesische  Lehnwörter  im  Nordischen, 
s.  8,  Upps.  1922;  anders  Sverdrup,  Maal  og  minne  1922,  s.  49  ff.).  Ags.  lehnw. 
sind  ärhialmr  bronzehelm  (s.  Falk,  An.  Waffeukunde,  s.  156  und  besonders 

E.  Noreen,  Studier  i  fornvästnordisk  diktniug,  s.  47  ff. ,  Upps.  1921),  tahn 
(neben  teikn)  zeichen  und  lapmaÖr  (ags.  läÖmori)  lootse  (zu  leip  weg)  gleichwie 
nisl.  säpa  seife.  Ueber  das  nicht  hierhergehörige  seit,  rpk  neben  reih  furche 
s.  §  172,  2.  Ganz  unverwandt  sind  nisl.  gäri  ader  im  holze  und  aisl.  genre 
streifen  (s.  Torp  in  Sproglig-historiske  studier  tilegnede  prof.  Unger,  s.  187). 
Unklar  bleiben  häss  heiser  (s.  zuletzt  Karsten,  Stud.  öfver  de  nord.  spr. 
nominalbildning  II,  205)  und  um.  Tune  daliÖun  teilten  (verschrieben  statt 
dailidrm    oder    zu    litau.   dah'jti   teilen,    lettisch    dala   teil?).     Vgl.    nocli 

F.  Jönsson,  No.-isl.  kultur-  og  si»rogforhold,  s.  67  mit  note  2. 

§  55.  au  wird  etwa  um  900  (s.  Marstrander,  Bidrag 
s.  155)  zu  (w,  z.  b.  urn.  laukan  Floksand  c.  350,  die  brakteaten 
von  Schonen  (nr.  19)  und  Börringe  c.  475  sowie  Skrydstrnp 
c  500,  woraus  IgtiJcr,  gewöhnlich  aisl.  lau/cr,  anorw.  loukr,  beides 
aus  Igukr  entwickelt:  Bjöi'ketorp  -ÖaüÖb  >  danfie  tod.  -laitfu: 
>  lauss  los. 

Anm.  Bahn  iahd.  botihhafi)  zeichen  (in  sigrbäkn)  ist  fremdwort 
(afris.  bähen). 

§  56.  eu  ist  in  den  ältesten  finn.  lehnwörtern  und  in 
älteren  urn.  inschriften  (vor  600)  noch  in  den  meisten  Stellungen 
erhalten,  z.  b.  finn.  hetUa  (ags.  ceol,  ahd.  keol,  aisl.  Jeiöll)  schiff, 
Skääng  c.  500  leugna;  vgl.  bei  Jordanes  c.  550  theustes  ein  wohner 
der  aschw.  landschaft  Pinst.  Wenn  aber  die  folgende  silbe 
i  oder  u  enthält  oder  n  unmittelbar  folgt,  ist  es  wenigstens 
schon  c.  575  zu  iu  geworden,  z.  b.  Reistad  iupingari  (vgl.  ahd. 
Fodunc),  Opedal  n.  sg.  f.  liudu  lieb  (s.  Bugge,  Arkiv  VIII,  22), 
aisl.  dyy  (s.  §  71,  7)  tier.     Erst  später  (jedenfalls  vor  900)  ist 


§  67.  Die  üb.  BQflaaton.  $  58.  I  'miaut.  §  b'J.  Gu.  Velarisierung.      5:> 

><i  in  sonstigen  Stellungen  zu  igu  geworden,  z.  b.  finn.  jouhi 
—  st.  (j)iuhi  durch  einfluss  des  gen.  —  Weihnachten  (vgl.  got. 
jiuleis).  aschw.  Rök  Jtiaurika  Theodorik,  adän.  run.  niqut  geniest. 
•piaup  (got.Jjiuda)  volk.  Noch  später  gehen  sowol  iu  wie  iqu 
von  fallendem  in  schwebenden  diphthong.  resp.  triphthong 
über.  \yie  aus  der  folgenden  entwickelung  (s.  §  100  und  §  101) 
hervorgeht. 

Anm.  Vgl.  Bugge.  Vitterhetsakadeinien.-  Handlingar  XXXI,  3.  s.  17; 
Pipping,  Gutalag,  s.  LXIIff. ;  Xoreen,  Geschiebte3,  s.  79;  Karsten,  Ger- 
manisch-finnische lehnwortstndien,  s.  55  und  247. 

§  57.  Die  etwas  spätere  um.  zeit  hatte  also  folgende 
sonanten : 

Kurze:  a.  e.  i.  o  (s.  §  52),  u.     Lange:  «.  (T.  7.  o.  n. 

Diphthonge  und  triphthonge:  fallende:  m,  oh:  schwebende: 
in.  i{m:  steigende:  na.  we,  wi  und  na.  ivc.  in. 

Von  diesem  stand  gehen  wir  im  folgenden  aus. 

II.  Umlaut. 

>j  58.  Mit  um  laut  bezeichnet  man  im  allgemeinen  eine 
Verschiebung  des  Vokalsystems,  die  durch  den  assimilierenden 
einfluss  benachbarter  laute  hervorgerufen  wird.  Die  artiku- 
lationsstelle  des  vokals  wird  also  nach  der  seite  hin  verschoben, 
wo  der  den  umlaut  bewirkende  laut  gebildet  wird.  Von  diesem 
gesichtspunkte  aus  ist  der  an.  umlaut  dreierlei  art:  velari- 
sierung. palatalisierung  oder  labialisierung  des  be- 
treffenden vokals. 

Anm.  Je  nach  dem  platze  des  umlautwirkenden  lautes  nach  oder 
vor  dem  umgelanteten  unterscheidet  man  zwischen  regressivem  uud 
progressivem  umlaut.  Im  westn.  jedoch  ist  der  letztere  nur  spärlich 
vertreten. 

A.   Verschiebung  durch  velarisierung. 

§  59.  Velarisierung.  sog.  «- umlaut,  wird  von  a.  offenem  e 
(s.  ij  61,2)  und  wahrscheinlich  auch  (s.  §  61. 3)  urn.  ce  (offenem  e) 
bewirkt  und  tritt  nur  bei  i  und  u  ein. 

£  60.  Starktoniges  i  wird  in  kurzer  silbe  ausser  wol 
nach  g  und  k  (s.  Kock.  Beitr.  XXIII.  514  ff.)  zu  e.  wenn  in  der 
nächsten  silbe  ein  a  oder  ein  sich  nach  §  137.  2  zu  a  ent- 
wickelndes, also  offenes,  ö  ohne   dazwischenliegendes  j  oder 


'» 1  §  öl.    «-umkuit  von  n. 

nasal  -+-  kons,  steht  oder  doch  in  nrn.  zeit  stand,  z.  b.  hefian 
von  hier  neben  hipra  (alt,  s.  Gislason,  Njala  11,604:  später 
anal,  hepra)  hier,  ylepa  (ags.  glida  zu  glidan  gleiten)  weih. 
verr  (lat.  rir;  vgl.  vielleicht  pl.  virpar  <  *wvridö&i  gebildet  wie 
fytpar  <  'ufirhwidöR  §  77,  5,  a,  die  männer  der  verpony  ehren- 
geleit  des  königs  sowie  möglicherweise  aschw.  pl.  virpar  die 
einwohner  der  landschaft  Vcerand,  aisl.  Veriind:  dagegen  aber 
Lindroth,  Namn  och  bygd  VI,  41  ff.)  mann,  sef  neben  ndän.  sir 
binse  (zu  lat,  dissipo,  ahd.  sib),  duena  neben  duina  (ags.  divhian) 
erschlaffen,  anorw.  suena  neben  sitina,  suina  (ahd.  suinan) 
schwinden,  prefa  zanken  neben  prifa,  prifa  tappen  (s.  Noreen, 
Vart  sprak  III,  182  uote  2),  nepan  von  unten  neben  nipre 
(auch  nepre,  neParre)  niedere,  heyre  (ags.  higora),  here?  (s.  Vig- 
fusson;  vgl.  fi.  Haihara,  haikara,  s.  Saxen,  Stud.  nord.  fil.  I,  3, 
s.  93)  §  317,  3,  1  reiher,  anorw.  skref,  dat.  skrifi  (s.  Fritzner) 
schritt.  Durch  ausgleichung  ist  der  Wechsel  beseitigt  worden, 
resp.  sind  doppelformen  entstanden  wie  steye  (seit.),  stiye  aus 
ursprüngl.  nom.  stiyL  pl.  steyar  leiter  (wie  noch  in  norw.  dial., 
s.  Haegstad,  Vestn.  maalf.  II.  1,  s.  154);  ebenso  sele,  sile  siele 
(vgl.  Hsegstad.  a.  o.  I,  s.  111).  sege,  siye  (s.  Hellquist,  Arkiv 
VII.  54,  58) :  Bugge,  ib.  X,  87)  Schnitzel,  ref-ormr  flechte  neben 
nf  reibung  (vgl.  Noreen,  Vart  sprak  III,  186  mit  note  4), 
pl.  nepar  (selten,  s.  Larsson)  neben  nipar  abnehmender  moud, 
klefe.  seit,  klife  kleine  stube,  oeya.  anorw.  auch  viga  kämpfen, 
töten  zu  big  kämpf,  mannsnamen  auf  -(f)repr,  -(fjrepr  §  77.  3 
(wie  Hallfrept;  Geirropr)  neben  fripr  friede  (s.  Bugge,  Arkiv 
11,251);  vgl.  noch  slepe  neben  aschw.  ^Upi  (nnorw.  dial.  slidi) 
schütten. 

Anui.  Nach  dem  am,  WiivaR  Tune  eiu  mannsname  zu  urteilen,  ist 
der  Übergang1  nm  äOO  noch  nicht  durchgeführt. 

§61.    Starktoniges  u  geht  in  o  über: 

1.  Wenn  in  der  nächsten  silbe  ein  ä  oder  ein  sich  nach  §  137, 2 
zu  a  entwickelndes,  also  offenes,  ö  ohne  dazAvischenliegendes  j 
oder  yy  oder  nasal  -f-  kons,  steht  oder  doch  in  urn.  zeit  stand;  vor 
m.  n  ohne  folgenden  kons,  doch  wol  erst  spät-urn.  und  zwar 
nach  der  «-synkope,  so  dass  ein  fall  wie  z.  b.  humarr  hummer 
statt  Vtomarr  durch  den  einfluss  der  synkopierten  kasus  (humrc, 
-rar,  -ra,  -rom)  zu  erklären  wäre.  Vgl.  Kock,  Beitr.  XXIII,  511  ff., 
Arkiv  XXVI,  97  ff.;  Hultman,  Hälsingelagen  1,182 ff.:  Setälä. 


jj  61.     »/-Umlaut   voll    u.  58 

Journal  de  la  societe  finno-ougrienue  XXIII.  1.  s.  21;  E.  Olson, 
Arkiv  XXVIII,  291  ff.  Schon  um.  beisp.  sind  horna  Gallehus. 
Strom  hörn  gegen  dat.  -kurne  Tjurkö  körn.  1.  sg.  prät.  icoro.hto 
Tum  (aisl.  ortet)  machte.  Dieser  Wechsel  ist  aber  fast  überall 
ausgeglichen  worden,  so  dass  man  nur  ganz  ausnahmsweise 
eine  hdschr.  finden  kann,  die  das  lautgesetzliche  Verhältnis 
aufrecht  hält.  z.  b.  nom.  sunr.  gen.  sonar.  dat.  syni.  acc.  siut. 
pl.  nom.  synir.  gen.  sona  usw.  (s.  Gering.  Isl.  aev.  I.  XVI). 
Ziemlich  oft  sind  aber  doppelformen  entstanden  wie  sonr :  (bes. 
in  alter  zeit)  sunr  söhn,  hugr  :  Jwgr  sinn,  fugl  :  (alt)  fogl  vogel. 
gull :  (alt  fast  immer)  §oü  gold.  gop  (bes.  in  Zusammensetzungen 
vorzugsweise  von  den  heidnischen  göttern  gebraucht)  :  gu\) 
(bes.  in  zus.  vorzugsw.  von  dem  christlichen  gott  gebraucht) 
gott.  bukkr  :  bokkr  bock,  mmnr  :  monr  sinn,  unterschied. 
kona  :  (seit.,  s.  Vigfusson)  huna  weib.  togr  :  flupr  anzahl  von 
zehn.  sfo/«  :  st ufa  (s.  Egilsson  und  Fritzner)  stube.  stofn  : 
anorw.  auch  stufn  (stumn)  unterläge.  Broddr :  mnorw.  auch 
Bruddr,  Oddr  :  mnorw.  auch  Uddr  mannsnamen.  opt :  anorw. 
seit,  aft  oft.  pl.  gotar  ;  pu&ir  (s.  Hertzberg.  wol  aschw.  lehn- 
wort)  einwohner  von  Gottland,  -smogoll  (s.  Hertzberg)  :  smugall 
eindringend,  koma  :  anorw.  auch  kuma  kommen,  stop  :  stuft  stütze. 
burr  :  borr  solm,  bolr  :  bulr  rümpf,  bolstr  :  bulstr  polster,  fluy 
:  flog  gesch windigkeit.  gul.  -a  :  gol,  -a  windstoss.  huerskonar 
:  -kuuar  von  jeder  art.  rnp  :  (seit.)  rop  neuland.  ulfr  wolf  neben 
mannsnamen  auf  -olfr  (wie  Porolfr.  He  Hol  fr  u.  a..  vielleicht 
wegen  schwachtonigkeit :  aber  auch  -ulfr,  wie  schon  urn. 
-irulaf,;.  -wulafa  Istaby  neben  -woljfjt  Gummarp.  -icoUfn  Sten- 
toften).  u.  a.  m.,  s.  bes.  Gislason,  Um  frumparta,  s.  197  f.;  Ha?g- 
stad.  G.  Tr..  s.  45. 

Anin.  1.  «  statt  sonstigen  o  ist  besonders  in  dem  färöischen  dialekt 
beliebt,  z.  b.  brut  brach,  mul«  zermalen.  turf  torf  u.  a. ,  s.  Bugge.  Aar- 
boger  1875.  s.  40. 

Anm.  2.  Kommgr  köniy  st.  ■  anorw. .  ».  §  160  anm.)  kunutujr  ist  von 
koar  edelgeborner  beeinliusst.  Umgekehrt  erklärt  sich  ein  fall  wie  hunang 
honig  vielleicht  aus  einer  ausspräche  mit  haupttoniger  ultima:  vgl.  51, 1,  b 
und  Kock,  Beitr.  XXIH  517. 

Anm.  3.  Der  diphthong  eu  scheint  nicht  in  entsprechender  weise  zu 
eo  entwickelt  worden  zu  sein.  s.  §  56. 

2.  Wenn  in  der  nächsten  silbe  ein  —  weil  vor  -na-  stehend 
offenes  —  e  (s.  Wessen.  Spräkvet.  sällskapets  i  Upps.  förhand- 


56  $  62.     Palatftlisierung'. 

Ungar  19 13 — 15,  s.  56  ff.,  bes.  s.  78)  ohne  dazwischen  liegendes 
gg  (und  gd?)  oder  nasal  +  kons.,  alt-urn.  auch  m  -f-  son.,  steht, 
z.  b.  brostenn  geborsten,  brotenn  gebrochen,  stolen  gestohlen. 
lokenn  (St.  Hom.  einmal  lulcenn)  geschlossen  u.  dgl.  part.  prät. 
gegenüber  bruggenn  gebraut  (brugPenn,  seit,  anorw.  brogöenn, 
s.  s.  495  anui.  5,  geschwungen),  bundenn  gebunden,  mimen n 
(anorw.  und  seit.  aisl.  auch  nomenn)  genommen. 

3.  Wenn  in  der  nächsten  silbe  urn.  —  ältest  a  geschriebenes  — 
cB  (woraus  nach  §  138  e)  ohne  dazwischen  liegendes  j,  gg  oder 
nasal  (vgl.  näher  oben  2  und  3)  stand  (s.  Hultman.  Hälsinge- 
lagen I,  198  f.,  213  f.),  z.  b.  orte  By  usw.  {mirte  Tjurkö  hat 
wol  u  von  dem  pl.  und  inf.  bezogen)  machte,  olle  verursachte. 
böge  bogen,  oxe  (neben  uxe  nach  pl.  *uxnin  >  yxn)  ochs,  gofie 
:  seit,  gupe  (nach  guj>)  priester,  hertoge  :  seit,  -tage  herzog  gegen- 
über gume  mann,  fune  teuer. 

B.  Verschiebung  durch  palatalisierung. 

S  62.  Die  palatalisierung  findet  in  starktoniger  silbe 
(vgl.  §  147)  im  allgemeinen  (vgl.  §  75  und  §  147)  nur  bei  den- 
jenigen vokalen  statt,  die  nicht  vordere  palatale  sind  (vgl. 
das  vokalscheina  §  46),  also  bei  a,  e,  o,  u,  o,  ä,  ö,  ü,  6,  ö 
(s.  §  68, 4)  und  solchen  diphthongen,  die  diese  vokale  enthalten, 
wie  ia,  io,  in,  io,  iti,  ou  (und  den  daraus  entwickelten  au.  ou. 
s.  §  98),  tut,  ud.    Bewirkt  aber  wird  im  westn.  dieser  umlaut: 

1.  durch  ein  mittelbar  (aber  jedenfalls  zur  zeit  des  Um- 
lautes in  der  nächsten  silbe.  vgl.  §  Q6  anm.  2)  oder  unmittel- 
bar folgendes  sonantisches  i  (wahrscheinlich  auch  »,  s.  Hessel- 
man.  Västnordiska  studier  1.  7  ff.),  welches  in  literarischer  zeit 
sehr  oft  entweder  infolge  der  synkope  (s.  §  153  ff.)  nicht  mehr 
da  ist  oder  auch  in  e  (s.  £  145)  übergegangen  ist:  »-am laut; 

Anm.  1.  Dass  ein  vokal  auch  durch  unmittelbar  folgendes,  noch 
nach  der  synkopieruugszeit  erhaltenes,  wenn  auch  später  durch  kontraktion 
( nach  §  lüö)  geschwundenes,  i  umgelautet  wird,  geht  aus  fällen  wie  bktingr 
der  schwärzliehe,  luell  (*häÜM  <  urn.  'hähikai)  ferse,  pneU  knecht,  aschw. 
Stginge  ein  mannsname  u.  a.  hervor,  s.  Bugge,  No.  I.  s.  83  note;  Pipping, 
Neuphilologische  Mitteilungen  15/11  —  15  '12  1902.  s.  17,  und  Grammatieka 
studier,  s.  4  note. 

2.  durch  ein  mittelbar  (aber  jedenfalls  in  der  nächsten 
silbej  oder  unmittelbar  folgendes,  seltener  unmittelbar  vorher- 


§  68.     i- umlaut  von  ",  ä,  t.  ••« 

gehendes,   konsonantisches  i;   (regressiver,   resp.  progressiven 
./-  tun  laut: 

3.  durch  ein  unmittelbar  folgendes  frikatives  (vvul  /-haltiges) 
/  (mn.  a.  urgerm.  : ;  vgl.  §  18:  §  34  anm.  2:  §  224. 1;  §  265): 
/.-umlaut: 

Aum.  2.  Die  annähme  Kock's  (Arkiv  VIII,  256  ff.  und  öfter  |  dass 
ein  k.  vor  welchem  ein  i  ohne  umlaut  zu  bewirken  synkopiert  worden  i<t. 
auch  einen  nicht  unmittelbar  vorhergehenden  vokal  umlautet,  ist  biufälliy. 
s.  Wessen  in  Spräkvetenskapliga  sällskapets  förhandlingar  191(J  —  191S. 
s.  73  ff. 

4.  durch  ein  von  rs  oder  k  vorangegangenes  ^  das  zum  teil 
wol  schon  in  urn.  zeit  zu  umlautbewirkendem  i  (s.  oben  1) 
übergegangen  ist  (&  Xoreen.  Arkiv  I.  152  note  2;  Wessen, 
a.  o.  1913—1915.  s.  79:  E.  Xoreen.  Xanm  och  bygd  EX, 46): 
palatalumlaut  (eigentlich  nur   ein  Spezialfall  von  1  oben). 

1.  i-umlaut. 

>j  »33.     Die  fälle  sind : 

1.  a  >  et  (woraus  aisl.  e,  s.  §  117).  z.  b.  ketell  (got.  Ä 
kessel.  heldr  (got.  hu.ldis)  lieber,  nefnu  (got.  namnjan  aus  *nam 
man)  nennen:  schon  Stentoften  c  675  -gestnniR  gasten  gegen- 
über gasÜB  Gallehus  c.  425. 

2.  (i  (über  dessen  Ursprung  s.  ^  52,  $  53,  ^  54)  >  ct.  z.  b. 
präs.  1.  sg.  mctle  spreche  zu  mal  spräche.  2.  sg.  Icetr  (got. 
lässt. 

3.  e  >  t,  z.  b.  ctrk:  cirkc  Averk.  hirtt  (got.  bairhtei)  hellheit. 
nest  proviant :  nist«  proviantieren.  sess  sitz  :  sissa  sitz  bereiten. 
segl  segel :  sigla  segeln.  ü  mepul :  d  mi]>eJ  zwischen,  dat.  Heftne 
(wonach  nom.  Heften»)  :  anorw.  selten  HiÖin  ein  mannsname. 
Pckmgrh  eine  landschaft :  pl.  }>ilrr  deren  einwohner.  dat.  selten 

>.  b.  b.  Yigfusson)  vwpe  (gew.  anal,  rerfte)  zu  >:er]>r  malzeit ; 
noch  andere  beispiele  s.  Kock.  Umlaut  und  Brechung,  s.  44  ff. 
Schon  Opedal  c.  575  steht  vielleicht  birg  birg  (zu  got.  ba'ngan) 
und  wahrscheinlich  schon  Veblungsnaes  c.  625.  By  c.  650  wüam 
gegenüber  Lindholm.  Kragehul  c.  400.  Järsberg  c.  575  erila/t 
ein  mannsname  (über  air.  ereil  \jarl'  s.  Marstrander.  Bidrag. 
s.  86  mit  note  l).  womit  die  völkernamen  f er  vir  und  bergio  bei 
Jordanes  c.  550  übereinstimmen.  —  Urn.  scheint  t  wenigstens 


«8  £  li:{.     /-  unilaut  von  o,  6,  u.  ii,  p. 

nacli  s  auch  durch  ein  folgendes  a  zu  i  umgelautet  worden 
zu  sein,  z.  b.  gtbu  Seeland  (ich)  gebe,  wo  doch  i  vielleicht  aus 
gihln  (ahd.  gibis)  gibst  entlehnt  sein  kann. 

4.  o  >  e  (geschlossenes),  z.  b.  sener  söhne  zu  sonr  söhn, 
3.  sg.  konj.  prät.  Jwlfie  zu  pola  dulden,  norpre  nördlicher  zu 
norjir  nord,  pl.  exn  zu  oxe  ochs.  Dieser  fall  ist  verhältnis- 
mässig selten,  weil  (nach  §  61)  o  nie  lautgesetzlich  in  der 
betreffenden  Stellung  stand,  sondern  erst  durch  ausgleichung 
innerhalb  eines  paradigmas  dazu  gekommen  ist. 

Anm.  1.  Weil  (nach  §61)  o  sehr  oft  mit  u  wechselt,,  entsteht  häufig 
der  schein,  als  ob  y  der  i- unilaut  von  o  (statt  von  n,  s.  6  unten)  wäre, 
z.  1).  sonr  (älter  und  seltener  sunr):  pl.  syner  (jünger  und  seltener  sener). 

Anm.  2.  Da  dieses  e  oft  mit  e  wechselt  (s.  §  119),  entsteht  auch  bis- 
weilen der  schein,  als  ob  o  zu  e  umgelautet  wäre. 

5.  6  >  0  (geschlossenes),  z.  b.  1.  sg.  präs.  böte  büsse  zu  bot 
busse,  dmna  (got.  dömjan)  urteilen,  2.  sg.  präs.  ind.  bUtr  (got. 
blötls)  zu  Motu  mit  opfer  verehren. 

Anm.  3.  Weil  (nach  §  166  anm.  2)  ö  bisweilen  mit  ü  wechselt ,  ent- 
steht unter  umständen  der  schein,  als  ob  o  zu  y  umgelautet  worden  wäre 
(vgl.  oben  anm.  1),  z.  b.  byle  (neben  bele)  aufenthaltsort  zu  böl  ort,  wo 
man  sich  niedergelassen  hat,  und  zu  büa  wohnen  (vgl.  orkn.  landbuli  gegen- 
über gew.  landböle  pächter). 

Anm.  4.  Auch  das  nach  §  77,  2  und  §  11(5  durch  «t-umlaut  entstandene 
6  wird  auf  dieselbe  weise  zu  ö  «-umgelautet,  z.  b.  pl.  später  (neben  spmnw 
zu  spann,  sponn)  zu  spann  span.  Beispiele  sind  äusserst  selten,  weil 
dies  6  nie  lautgesetzlich,  sondern  nur  durch  ausgleichung  innerhalb  eines 
paradigmas  in  der  betreffenden  Stellung  steht.  —  Der  sehr  seltene  pl.  ni>lr 
(s.  Gislason,  Udvalg  af  oldnordiske  skjaldekvad,  s.  148;  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  II,  2,  i,  s.  94)  statt  ncetr  zu  nött  (nott)  nacht  ist  wol  eine  analogie- 
bildung  nach  bot:  betr,  rot:  retr,  not:  netr  u.  dgl. 

6.  u  >  y  (offenes),  z.  b.  syner  söhne  zu  sunr  (neben  sonr, 
vgl.  anm.  1)  söhn,  fylla  (got.  fulJjan)  füllen. 

7.  ü  >  y,  z.  b.  1.  sg.  präs.  hyse  beherberge  zu  litis  haus. 
2.  sg,  präs.  lykr  (got.  Itikis)  zu  luka  schliessen. 

8.  o  (über  dessen  entstehung  s.  §  77, 1,  §  82, 1)  >  e  (offenes), 
z.  b.  0JAc  (aus  *oöli  >  *aö*uUa,  vgl.  §06  anm.  2)  neben  afial 
begabung  und  dat.  sg.  oßla  begabt  (bei  Brage,  s.  Bugge,  Bidrag 
s.  161,  vgl.  §  173,1;  dazu  oplas/c,  später  nach  ejtle  zu  epias'k 
geworden,  'sich  aneignen'),  ofjwgle  übergrosse  Schweigsamkeit 
(zu  poyoll  schweigsam  wie  athygle  zu  -higoll  u.  dgl.),   vipforle 


$  63.     /-uinlaut  von  ia,  tOj  iö,  in,  iü,  <hi.  59 

weites;  umherfahren  izu  fyroll  reisend),  stepuer  beruhiger  (zu 
stQjnut  zum  stehen  bringen),  anorw.  ertog  (*Qrti-  >  *aruti-,  ahd. 
.  i  ■  u  mark.  Beispiele  sind  selten,  weil  q  nur  ausnahms- 
weise in  der  betreffenden  Stellung  zu  stehen  kommt.  Vielleicht 
gehören  doch  hierher  einige  von  den  £  82.  b*  angeführten  bei- 
Bpielen. 

9.  ia  >  im  (aisL  ie).  woraus  später  nach  §  295  w  (e), 
z.  b.  pl.  vd(i)endr  zu  vetternde  wählend  (vgl.  §  »54).  Beispiele 
sind  selten,  weil  ia  nur  ausnahmsweise  in  der  betreffenden 
srelhmg  steht. 

10.  io  >  ie.  woraus  nach  §  295  o.  z.  b.  o.  sg.  konj.  prät. 
h(i)0fjije  neben  1.  pl.  ind.  prät.  hioggom  hieben.  h(i)egge  neben 
hioggom  wohnten.     Beispiele  sind  sehr  selten. 

Anw.  5.  Der  scheinbare  Übergang  iu  >>  y.  z.  b.  hygge.  bygge  neben 
h(i)eyye,  b{P)oyye  ist  nach  anin.  1  oben  zu  beurteilen. 

11.  iö  (über  dessen  entstehung  s.  £101.2)  >  iö.  woraus 
nach  $  295  e.  z.  b.  o.  sg.  konj.  prät.  hUpe  neben  1.  pl.  ind.  prät. 
hUopom  liefen.  (i)6se  neben  iosom  schupften.  (i)ele  neben  iökom 
vermehrten.    Beispiele  sind  sehr  selten. 

Anw.  6.  Wenn  es  bisweilen  aussieht,  als  ob  iü  zu  y  umgelautet 
worden  wäre,  so  ist  das  betreffende  iü  aus  einem  nach  S,  5tf  mit  m  wech- 
selnden i'ju  eutstauden  (s.  §  101,  2),  z.  b.  1.  sg.  präs.  fc/ae  leuchte  zu  Kos 
licht,  2.  sg.  präs.  bypr  (got.  biudis)  zu  biüpa  bieten. 

12.  iu  >  ff,  zunächst  aus  ig  (s.  §  295».  das  durch  den  ein- 
fiuss  verwandter  formen  bisweilen  erhalten  sein  kann.  z.  b. 
3.  sg.  konj.  prät.  yke  neben  1.  pl.  ind.  prät.  iukom  vermehrten. 
iyse  neben  iusotn  schöpften,  anorw.  lypi  neben  liupum  liefen. 
Beispiele  sind  sehr  selten  (s.  z.  b.  anm  5  oben). 

13.  in  turn.  in.  über  dessen  entstehung  s.  £  100)  >  y 
zunächst  aus  **jj  (s.  §  295 \  z.  b.  syke  krankheit  zu  siiikr  krank. 
dypp  (got.  diupijHi)  tiefe  zu  ijmpr  tief. 

14.  qh  (über  dessen  entstehung  s.  £  55)  oder  in  den  meisten 
gegenden  wol  erst  die  daraus  entwickelten  (s.  §  98)  <m  (vor- 
zugsweise anorw.)  und  nu  (vorz.  aisl.)  >  ey.  resp.  ey  (cey,  ay. 
wie  wol  noch  um  900  gesprochen,  s.  Marstrander,  Bidrag  s.  72), 
/..  b.  1.  sg.  präs.  (Iroijmi.  dreyme  träume  zu  droumr,  drautnr 
träum.  2.  sg.  präs.  loypr.  klcypr  (gw.  Maupis)  läufst,  heyra.  heyro 
I  vgl.  got.  hansjan)  hören. 


(>0     tj  64.  /-und.  in  uebeutun.  silben.     §  65.  /-und.  durch  siai-ktou.  vokal. 

Anin.  7.  Dieser  fall  ist  natürlich  nur  ein  korollar  der  in  1.  4,  6u.  8 
oben  behandelten  fälle. 

15.  ua  >  uce  (aisl.  ue),  z.  b.  nom.  pl.  cender  neben  gen.  pl. 
vcmda  ruten,  huessa  (*kwassian)  schärfen  zu  huass  scharf. 

16.  ud  >  uds,  z.  b.  3.  sg.  konj.  prät.  kuceme  (alid.  quämi) 
käme,  vceta  (*ivätiari)  nässen  zn  vätr  nass. 

17.  ue  >  ui,  z.  b.  huirfing  kreis  zu  huerfa  sich  wenden. 
§  64.    Die  stark  nebentonigen  vokale  werden  ganz  wie 

die  haupttonigen  umgelautet,  z.  b.  pl.  gefendr  aus  *-andiR)  zu 
gefcmde  geber  (vgl.  §  60,  9),  tipende  neuigkeit,  fapeme,  moperne 
väterliche,  resp.  mütterliche  seite,  rettynde  recht,  högynde  neben 
hegende)  kissen,  daupyfle  (got.  daupubleis)  leiche,  innyfle  (ahd. 
innubli)  eingeweide,  eimyria  (ahd.  eimuria)  glühende  asche, 
anorw.  amhcetti  (Haegstad,  G.  Tr.  s.  67  f.)  dienst  zu  arnbött  dienst- 
magd.  afrcede  (neben  afräd)  abgäbe  und  andickte  (vgl.  mudd. 
antlät)  antlitz:  noch  andere  beispiele  s.  Kock,  Umlaut  und 
Brechung,  s.  102  f.  Dagegen  werden  schwach  nebentonige 
vokale  nicht  umgelautet,  z.  b.  proklitisch  um(b)  aus  *umbi 
(ags.  ymb),  pl.  fiandr  (§51,  2,  b)  zu  fiande  feind,  3.  sg.  konj. 
prät.  Icallape  riefe,  cesall  elendig  zu  swll  glücklich,  Ingemarr 
(mnorw.  auch  -murr,  nnorw.  -mär)  ein  mannsname  zu  mderr 
(urn.  -mariR  Torsbjserg)  berühmt,  varü]>  neben  der  neubildung 
carhygP  vorsieht,  mepan  (got.  mippanei)  während,  ?  upjasMrr 
offenbar  zu  skeerr  hell  (s.  §  54, 2),  von  denen  jedoch  die  einst 
zusammengesetzten  vielleicht  das  i  schon  vor  der  umlautszeit 
synkopiert  haben  (vgl.  die  behandlung  eines  ersten  gliedes, 
s.  §  66, 1  schluss;  anders  Kock.  Umlaut  und  Brechung,  s.  133  f.). 
Wo  die  betonung  zwischen  starkem  und  schwachem  nebenton 
schwankt  (s.  §  51,2,  b),  finden  sich  natürlich  doppelformen, 
z.  b.  domere  (got.  dömureis)  :  domare  richter.  missere  :  missare 
halbjahr,  allynges :  ollonges  (durch  kontamination  auch  allonges, 
Qllynges)  ganz  und  gar,  anorw.  wtfeede  i  <  er  fade  arbeit. 

Anm.  ITeber  eine  art  späteren  umlauts  in  schwachtoniger  silbe 
s.  §  147. 

§  65.  Vielleicht  wird  der  umlaut  lautgesetzlich  auch 
durch  starktonigen  vokal  bewirkt,  wiewol  er  in  Zusammen- 
setzungen wie  $stvinr  lieber  freund,  fäoiss  unwissend  u.  dgl. 
fast  immer  sowie  in  abgeleiteten  Wörtern  mit  stark  neben- 
toniger ableitungssilbe   wie  sanninde  Wahrheit,   »lättigr  (got. 


§  66.    Entwickeln!!«*  des  /-nmlantes.  Ol 

nw.hteigs)  mächtig,  braut in ge  reisender,  drötning  königin  u.  dgl. 
sehr  oft  durch  assoziation  mit  verwandten  unumgelauteten 
formen  unterbleibt  oder  früh  aufgehoben  worden  ist  (vgl.  §  67). 
Wo  aber  ein  ursprüngliches  kompositum  durch  Schwächung 
des  zweiten  gliedes  undurchsichtiger  geworden  ist  und  den 
schein  eines  simplex  angenommen  hat.  ist  die  assoziation 
gewöhnlich  unterblieben  und  der  zu  erwartende  umlaut  dem- 
zufolge vorhanden,  z.  b.  Hrerekr  (neben  seit,  anorw.  Bödreh) 
Rodrich  zu  hropr  rühm.  Hderekr  neben  Hörelrr  (s.  Lind,  Xo.-isl. 
dopnamn.  s.  490)  ein  mannsname.  Gyripr  neben  Gufrfpr  und 
PyriJ>r  neben  Puripr  (vgl.  §  51.  1.  a)  frauennanien,  HyJiipr 
neben  Hirfljirrißr  ein  mannsname.  Bryn  aus  *bru-vin,  Man 
I  Jfo-rm),  Ben  (*ro-t?m),  -7-7/?  (*«-n»),  Scendin  neben  Sandvin. 
Oystrin  neben  Austr[r]in  u.  a.  dgl.  anorw.  Ortsnamen  (s.  Rygh. 
Xorske  gaardnavne.  Forord  s.  86),  Ssrkner  (§82,12)  neben 
Sorkver  (§82,8),  Oluer  (§82,6;  anorw.  auch  JEluir)  neben 
Olver  (vgl.  Bugge  bei  Fritzner  111,1103;  anorw.  auch  Älter). 
Hemer.  Hesuer.  Pyrgils  neben  Porgils,  Hlejmer  neben  HtoJmSr 
Ludwig  u.  a.  dgl.  mannsnamen.  ymiss  (ygL  got misso)  wechselnd, 
aisl.  s(i)tyti<hi  neben  s(i)autwn  siebzehn,  ßeyge  (*pau-gi)  jedoch 
nicht,  noin.  acc.  pl.  ntr.  btiepe  (*bä-piu,  vgl.  and.  bediu)  beide. 
huetvctna  neben  huatcitna  was  auch  immer  zu  huat  was,  huer- 
rrtna  neben  huarritno.  allenthalben  zu  huar  wo. 

§  66.  Der  i'-umlaut  wurde  wol  am  frühesten  durch  ein 
ganz  unbetontes,  erst  später  durch  ein  etwas  stärker  betontes  ? 
bewirkt.  Infolgedessen  haben  wir  in  der  historischen  ent- 
wickelung  des  /-umlautes  mehrere  verschiedene  perioden  zu 
unterscheiden  (s.  Kock.  Beitr.  XIV.  53  ff..  XV.  261  ff.,  XVIII, 
417  ff..  XXVII,  166  ff..  ArkivXn.249ff.,  Umlaut  und  Brechung, 
s.  38  ff.:  Xoreen,  Geschichte3,  s.  84 ff.:  zum  teil  anders  Pipping. 
Gotländska  studier,  Uppsala  1901.  s.  97  ff.,  und  noch  anders  in 
Memoires  de  la  societe  neophilologique  ä  Helsingfor<  IV,  237  ff., 
wogegen  Wessen  in  Sprakvetenskapliga  sällskapets  förhand- 
lin^ar  1916—18.  s.  61  ff.): 

1.  Die  zeit  (etwa  600 — 700),  wo  umlaut  nur  durch  urn. 
ganz  unbetontes  (daher  relativ  früh  synkopiertes,  s.  §  153, 1)  t 
bewirkt  wird.  So  besonders  in  langer  —  selten  in  kurzer 
(zur  erklärung  s.  Wessen,  a.  o.  s.  73 ff.,  A.  Xoreen.  ib.  s.  91  ff.: 
vgl.  E.  Xoreen,  ib.  s.  95  ff. )  —  starktoniger  silbe.  z.  b.  um  675 


62  §  60.    Entwiokelung  des  «'-Umlautes. 

Stent of teil  dat.  pl.  -gestumit  (—  anorw.  gcestum)  zu  *gwst(j)n  aus 
um  (Gallehus)  -gastin  gast,  um  700  Björketorp  3.  sg\  präs. 
TiArutü  {=  aisl.  bryir)  aus  urn.  *briutin  (got.  2.  sg.  briutis;  aber 
noch  Stentoften  dariutip  bricht:  gleichzeitig  mann  (d.  h.  nurnnn) 
Eggjum  mann  er;  dömpa  (ich)  richtete  aus  urn.  *<fömi#ö  u.  dgl. 
—  In  fällen  wie  hiänlauss  (*hwüm-)  unverheiratet  zu  hichi 
(hum  und  liuün  nach  dem  gen.)  weib  u.  dgl.  (s.  Falk,  Arkiv 
III.  297  f.)  ist  wol  i  schon  vor  dem  eintritt  des  i-umlauts 
synkopiert  worden  (s.  Kock,  Arkiv  XII.  251.  255.  Noreen  a.  o.) 
«der  von  der  simplex-form  Man  beeinflusst, 

Anm  1.  2vicht  überzeugend  sucht  Bngge  (No.  I.  s.  106  f.)  den  umlaut 
von  a  und  au  schon  für  die  zeit  um  500  nachzuweisen.  Erst  um  575  ist 
umlaut  von  e  durch  Opedal  birg  (s.  §  63,  3)  belegt,  erst  um  625  der  umlaut. 
von  ä  durch  Stram  icate  (d.  h.  wßte  aus  *u>ätto  netze),  um  675  der  umlaut 
von  ((  durch  das  oben  erwähnte  -^estumn. 

2.  Die  zeit  (etwa  700 — 850),  wo  auch  ein  nach  kurzer 
silbe  stehendes  und  also  (s.  §  51  anm.  1)  etwas  stärker  betontes 
sowie  ein  nach  langer  silbe  stehendes,  aber  erst  aus  i  ver- 
kürztes (s.  Sverdrup,  Arkiv  XXVII,  185  ff.),  daher  in  beiden 
fällen  relativ  spät  synkopiertes,  i  der  synkope  anheimfällt, 
aber  ohne  umlaut  zu  bewirken  (anders  im  agutn..  s.  N.  Carls- 
son,  Det  gotländska  «-omljudet,  Göteborg  1921).  So  erklären 
sich  teils  sah  saal  aus  *8qUk9  ralpa  (ich)  wählte  aus  *walidö 
(vgl.  got.  walida),  $61  (got.  sauil),  fdpa  (ich)  malte  aus  *fltido 
(s.  §  49  und  vgl.  §  62  anm.  1)  <  urn.  faMÖo  Rö,  teils  pl.  niösner 
(got.  niuhseinös)  nachrichten,  gullner  (got.  gnlpeinai)  goldene. 

3.-  Die  zeit  nach  der  i-synkope,  wo  umlaut  auch  durch 
ein  urn.  noch  stärker  betontes  (daher  später  erhaltenes)  t 
bewirkt  wird  (z.  b.  demer  (got.  domeis)  richtest,  lykell  (pl.  lukhtr 
nach  2  oben)  Schlüssel  aus  Hukiln  (pl.  HuMan.  älter  *lul;ilaii). 
Dieser  prozess  ist  betreffs  a  zwar  ostn.  erst  um  960  sicher 
bezeugt  durch  die  adän.  inschrift  von  Store  Rygbjrerg,  wo 
U[n\U  (d.  h.  Iwngi)  =  anorw.  Icengi  (got,  laggei)  'lange'  belegt 
ist;  doch  dürfte  er  —  wenigstens  westn.  —  beträchtlich  älter 
(aber  kaum  älter  als  c.  850,  s.  Marstrander,  Bidrag  s.  02  und 
154)  sein,  denn  der  Norweger  Jriooolfr  6r  Huini  (gegen  900) 
lässt  schon  lamgi  mit  dramgr  (aus  *Örangi*  nach  1  oben)  junger 
mann  assonieren  u.  a,  dgl.  Betreffs  e  wiederum  ist  dieser 
umlaut  schon  im  7.  jahrh.  belegt,  wenn  —  wie  wahrscheinlich 


5;  07.     Ausgleichung.  03 

ist  —  in  den  Inschriften  von  Yeblungsnses  und  By  küa*  (noch 
im  6.  jahrh.  erilan,  s.  §  63.  3)  zu  lesen  ist. 

4.  Die  spätere  zeit,  wo  die  umlautstendenz  völlig  erloschen 
ist.  Demzufolge  bewirken  diejenigen  i  nicht  umlaut,  welche 
(ausser  nach  g  und  k,  worüber  s.  §  73)  erst  jetzt  durch  kürzung 
von  um.  w,  ai,  e  entstanden  sind,  ein  Übergang,  welcher  nach 
ausweis  ags.  lehnwörter  wie  die  eigennamen  Bondi,  Tosti,  Tofi 
(s.  Sievers,  Beitr.  XII,  482  ff.)  wenigstens  im  adän.  schon  um 
1000  vollzogen  war.  Also  z.  b.  faper,  -ir  vater.  2.  sg.  prät,  ind. 
ralper,  -ir  (got.  walides)  wähltest,  3.  sg.  konj.  präs.  Inte,  -i  (got. 
Irtid)  lasse.  Haniper.  -ir  (älter  Hamper)  u.  a. 

Anm.  2.  Aus  dem  oben  2  und  3  angeführten  geht  hervor,  tlass  unter 
umständen  ein  i  den  vokal  einer  urspr.  nicht  unmittelbar  vorhergehenden 
silbe  umlauten  kann,  z.  b.  eple  (§63.8).  eple  (*adh '<*adol>  zu  rtpal,  ahd. 
edili)  begabung,  ellefo  «*fiin«-lib-,  s.  §54,3,a)  elf,  3.  sg.  prät.  konj. 
reiße  aus  ncalöi  aus  *icnlidi  (vgl.  got.  tcab'dedei)  wählte,  ellegar  aus  *cdligaR 
<_*ah'ligaR  < *aljahlr,n  (got.  aljaleikös)  sonst,  anonv.  &rtog  (s.  §  63,  8); 
<trtug  (arti-  <C  *<&%&-,  ahd.  arvsi)  '  M  mark :  vgl.  F.  de  Saussure  in  Melange» 
Ueuier,  s.  391. 

jj  67.  Ein  durch  den  umlaut  hervorgerufener  Vokalwechsel 
ist  sehr  häufig  durch  analogische  ausgleichung  aufgehoben 
worden.  Wo  nämlich  in  einem  paradigma  oder  in  einer  gruppe 
von  Wörtern,  die  untereinander  nahe  verwandt  sind,  ein  um- 
gelauteter  vokal  und  der  diesem  entsprechende  unumgelautete 
nebeneinander  vorkamen,  ist  manchmal  der  Wechsel  aus- 
geglichen worden,  so  dass  bald  jener,  bald  dieser  vokal  durch- 
gedrungen ist,  bald  doppelformen  entstanden  sind.  z.  b.: 

a)  Sg.  präs.  ind.  flyg.  flygr.  flygr  statt  *fliiig  (ahd.  fliugu). 
flygr  (ahd.  fliugis).  flygr  von  fliäya  fliegen;  sg.  nom.  ferj>,  gen. 
ferpar  statt  ferjj  ^fardi-).  :  farpar  fahrt;  pl.  vinpr  (aus  *rinipr 
—  bei  Plinius  noch  renedi  —  durch  ausgleichung  nach  den 
synkopierten  kasus),  gen.  cinpa  (selten  lautgesetzlich  renfia). 
s.  Bugge,  Arkiv  II,  229)  die  wenden. 

b)  Sg.  stapr.  pl.  staper  statt  stapr.  '"steper  statte:  sg.  valept; 
pl.  acc.  rfilpa  statt  *relepr.  >alpa  gewählt. 

c)  ben  neben  bön  aus  urspr.  nom.  ben.  gen.  bona r  bitte: 
\>\.  lyllar  neben  Inklar  zu  hftdl  Schlüssel  (vgl.  $60. 3);  ba:tr 
und  be.-.tr  best  sind  aus  urspr.  nom.  *betistr.  acc  fortan  kon- 
taminiert.   S.  weiter  die  flexionslehre. 


64  §  68.  69.    Regressiver  ./-umlaut. 

2.   /-umlaut. 
a)  Regressiver  umlaut, 
§68.   Die  fälle  sind: 

1.  a  >  a>  (aisl.  e),  z.  b.  telia  zählen  zu  tal  zahl,  skepia 
neben  skapa  schaffen. 

2.  d  >  ce,  z.  b.  #?w  (prät.  dpa)  weiden,  Mceia  jucken  neben 
Jcld  reiben. 

3.  e  >  ?',  z.b.mipr  (acc.  nrijri 'an;  got.  midßs,  lat.  medius) 
neben  d  ?wed«/  zwischen,  Sif  (gen.  Sifiar)  Thor's  gattin  und 
pl.  sifiar  Verwandtschaft  neben  sefe  verwandter,  Uggia  liegen 
n.  legr  lager,  sitia  sitzen  n.  setr  sitz. 

4.  6  >  4  >  y,  z.  b.  &^r  (analogisch  &j^r  nach  dem  gen.)  mit 
gen.  byiar  (anal,  böiar  nach  dem  nom.)  dorfes  (vgl.  bände  bauer 
u.  a.),  frißa  (got.  frawröhjan)  absprechen,  t;'/ia  {töia  nach  präs.  U) 
helfen  (vgl.  got.  ubiJ-töjis  missetater),  glyiapr  froh  (vgl.  as.  gUfkm 
'glühen)    neben  gUa   glühen,   lüyia  wärmen    (prät.  hUfia  aus 

'hlöwidö)  neben  hloa  heiss  sein.  Beisp.  mit  6  sind  äusserst 
selten,  weil  4  (das  nur  unmittelbar  vor  i  vorkommen  kann) 
vor  erhaltenem  i  lautgesetzlich  zu  y  weiterentwickelt  worden 
ist  (vgl.  §  75).  S.  0.  v.  Friesen,  N.  spr.  II,  38  und  Xenia  Lide- 
niana,  s.  237  note,  Noreen,  ib.  s.  9  und  Geschichte3,  s.  75. 

5.  u  >  //,  z.  b.  dylia  verhehlen  zu  dnlr  verbergung,  flytia 
(prät.  flutta)  fortschaffen. 

6.  u  >  y,  z.  b.  lyia  (prät.  lüßa)  zerquetschen,  gnyia  zu 
gnüa  reiben.  Beisp.  sind  sehr  selten,  weil  nur  die  Verbindung  nj 
in  betracht  kommt. 

7.  kl  >  y,  z.  b.  pl.pymr  (got.  fikijos)  mägde,  acc.  sg.  ntfian 
(got,  niiijana)  neuen. 

8.  qu  (ou,  au)  >  ey  (aisl.  ey),  z.  b.  deyia  sterben  zu  daupr 
tot,  pl.  meyiar  (got.  maitjös)  mädchen. 

9.  ua  >  uaj  (aisl.  ue),  z.  b.  Jcuelia  (prät.  knalpa)  quälen. 

10.  ue  >  ui,  z.  b.  luipia  versagen  zu  hiepa  sagen. 

§  69.  Jedes  kons,  i  wirkt  umlaut;  also  auch  ein  (nach 
§  133)  aus  sonantischem  t  in  hiatusstellung  entstandenes,  z.  b. 
die  mannsnamen  Heriolfr  aus  Hari{u-)olfn  (JiArkvolAfR  Sten- 
toften)  und  das  latinisierte  Herioldus  aus  *Hari(w)oldjt  <  *Hari- 
HoldiiR  (urn.  Harjawaldiiß,  s.  Noreen,  Uppsalastudier  s.  20  note; 
daneben  die  neubildung  *HenyawaldaR,  finn.  als  ortsname  ll<<rj<t- 


S,  70.    Progressiver  ./-umlaut. 

ralta.  wozu  gen.  Hurohls  <  mn.  *]Iari-.  Harja>r<rfda$  neben 
llaraldar  <  urn.  *Hari-,  *Ha*yavaldöm).  Wenn  es  hier  und  da 
scheint,  als  ob  vor  geschwundenem  j  der  umlaut  unterblieben 
wäre,  so  erklärt  sich  das  daraus,  dass  j  nach  der  synkope 
eines  unmittelbar  folgenden  vokals  zunächst  sonantisiert 
(a  §  220)  und  dann  wie  andere  sonantische  i  nach  kurzer 
silbe  ohue  umlaut  zu  hinterlassen  synkopiert  worden  ist 
•  s.  ^  66. 2).   z.  b.  mannsnamen  wie   Haraldr  aus  *HariwcddaR 

<  urn.  *Harj«>rcddan  (s.  oben)  oder  Ragnarr  aus  *Kazmharin 

<  urn.  *Baginakarjau  (ahd.  Bagmhari)  u.  dgl. 

Anm.  Der  gegensatz  vou  seit.  Brunolfr  neben  gew.  Bryniolfr  (durch 
kontamination  seit.  Bryncifr)  erklärt  sich  vielleicht  aus  uom.  *Bmn{i)irolfaR: 
«tat.  Bririiiiinulfe .  so  dass  w  vor  u  schon  vor,  vor  o  aber  erst  nach  der 
/-synkope  geschwunden  wäre,  was  phonetisch  sehr  begreiflich  wäre. 

b)  Progressiver  umlaut. 
§  70.   Die  fälle  sind: 

1.  a  >  «b,  nur  anorw..  bes.  aostnorw.,  etwas  nach  1200, 
z.  b.  giarn  >  giaern  begierig,  gialda  >  guelda  entgelten.  fiaJI 
>  fueü  felsen:  in  der  legendarischen  Olafssaga  nur  nach  gi, 
s.  Haegstad.  G.  Tr.  s.  58.  und  Kock,  Arkiv  XXXIII,  254  note. 
In  Oratio  contra  clerum  bleibt  ia  vor  //'.  lp.  rt.  bisweilen  auch 
vor  kl  s.  Kock.  Arkiv  XIII,  170  f. 

Anm.  1.  Shetl.  und  orkn.  tritt  ia  >  im  wenigstens  nach  s  und  zum 
teil  h  ein,  z.  b.  shetl.  S'W/>-  1355  selbst.  Bietkmä  1509  Shetland,  orkn. 
sMoer  1426 ;  s.  Hsegstad,  Hild.  s.  42. 

2.  a  >  de  erst  mnorw..  z.  b.  fritidagr  >  fricedagher  freitag 
1392,  friuls  >  fridels  frei,  diühi  >  di&frn  diakon.  s.  Hängst  ad. 
Vestno.  maalf.  II.  1.  s.  20. 

3.  0  (und  o?)  >  e,  im  allg.  erst  inisL  und  mnorw..  aber 
zum  teil  weit  früher  nach  ausweis  von  Cod.  AM.  645.  4°.  alt. 
teil,  wo  schon  überwiegend  ie  steht,  z.  b.  gief  gäbe,  slieldr 
schild.  mihi-  sehr  statt  giof  usw..  während  vor  r]>.  rt,  lk  (zum 
teil  auch  m,  g.  k)  und  im  lehn  wort  diofoU  noch  io  vorherrscht.- 
z.  b.  ior])  erde,  J/ioHr  dick.  Dass  der  umlaut  auch  im  645. 
4".  später  als  die  dehnung  o  >  6  nach  §  124,3  ist,  geht  aus 
hiöJp  hilfe  u.  dgl.  mit  konstantem  6  (o)  hervor.  8.  Kock. 
Beitr.  XX,  118  ff. 

Anm.  2.    Ueber  diesen  umlaut  in  sehwachtonigen  sill.t-n  b.  §  146  in,  :!. 

Xoreon.  AltiM.  gramm.    i.  aufl. 


... 

>*4  MMtfc  4*»  ka*  4M.    *iwpt 
•iwrw  A»,  p*) 

|  74     Hfcrtor  gftMra 

HAWAII. 

*jW»w  frob  fffL  gel  ftu/mnm 
nupyt)  (ff,ttr.r.   H**f*wn 
prftf..   wie  ftttffrnn 

t&agma*  memm 

genommen   n*w.  ^§5*1),  *«lt 

vorhanden  war. 

Im     I M MMMjMl  MM  *)Mpmm    bM   •«'/<«      ■jfawfjMfcMjm 

«f.    'lUffpnn   n.  ».  w.  aiaii  Meli  *>'»»»»,  fmtnm  n.  4%\    mgikildet:    v%i. 
"ihn»»  ftsf**  fuifin». 

wandte  eraWiMMMg  ist  der  sporadisch* 
^aiur  de*  -'hon  (iunh  t'-umlant  entstandenen  <i  in  y  'und  * 

-       __  -.  Arkiv  I 
I  I  ifffkmk  Mmag  werden  Mka  ämm  Kind     nflöeweB. 

nach   a«<;.  £pM»   o.  I 
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68  g  74.  75.     Palatalumlaut, 

aus  (>  (älter  ai  und  &)  nach  cs  und  /.•  entstanden  ist  (vgl.  §  62, 4). 
z.  b.  dat.  dege  (urn.  *dage,  got.  rfa#a)  zu  dagr  tag,  .<>e#<?r  (alid.  sages) 
sagst,  j>e</rr  (alid.  Jn<ges)  schweigst,  hager  (prät.  ftagße  Haust- 
1911g  18;  alid.  häges)  hinderst,  f'ylger  (aschw.  prät.  fulghjie) 
folgst,  syrger  (alid.  Borges)  sorgst,  wonach  inf.  segia  (aschw. 
präs.  sühim  Rök)  usw.,  drehe  (aus  mndd.  drahe)  drache.  Dem- 
nach ist  hier  eigentlich  der  umlaut  durch  das  früher  als  sonst 
(vgl.  §  66,  4)  und  zwar  durch  den  diesen  Wörtern  spezifischen 
palatalen  konsonanten  aus  e  hervorgerufene  i  bewirkt. 

Anm.  In  den  weitaus  meisten  fällen  ist  a  durch  einfhiss  verwandter 
formen  erhalten,  z.  b.  fäage  genösse  nach  den  kas.  ohl.,  dat.  fiale  zu  pak 
dach,  konj.  präs.  vdke  wachen  u.  s.  w. ,  oder  sind  doppelformen  entstanden 
wie  hrimdreye  und  nach  den  kas.  obl.  -dragte,  fnikmenge  n.  -ränge  schlafe. 
anorw.  fiarger  {Pyrger)  neben  ßorgeirr  ein  manusname. 

ij  74.  Hierher  gehören  auch  fälle  wie  myrgenu  (alt  und 
selten,  s.  Fritzner;  got.  maürgins,  s.  Wessen,  a,  0.  s.  89  f.  und 
1816 — 1818,  s.  24,  sowie  über  anorw.  mm- ginn  ib.  s.  22  f.  und 
27),  fegenn  froh  (vgl.  got.  fagin-ön  sich  freuen),  pl.  regen  (got. 
ragin)  götter,  liegenn  ein  niannsname.  megen  stärke  und  part. 
prät,  wie  fengenn  empfangen,  gengenn  gegangen,  slegenn  (urn. 
sla^inaii  schon  Möjebro  bald  nach  400)  geschlagen,  tekenn 
genommen  usw.  (s.  §  501).  seit,  anorw.  dryhhinn  (Elis  saga; 
vgl.  aschw.  dryhUnskaper)  getrunken,  denn  fälle,  wo  kein  pala- 
taler konsonant  vor  dem  e  steht,  wie  farenn  gefahren,  maJenn 
gemahlen  usw.  zeigen,  dass  nur  nach  rs  und  Je  ein  i  zur  umlauts- 
zeit  vorhanden  war. 

Anm.  Folgemi  verborgen  statt  *f;/l(jeim  (got.  fvilgms),  flogen»  geflogen 
st,  *flygenn  u.  s.  w.  sind  nach  brostnni ,  flotrnn  u.dgl.  umgebildet;  vgl. 
got.  fulhans  gegen  fulgins. 

§  75.  Eine  verwandte  erscheinung  ist  der  sporadische 
Übergang  des  schon  durch  /-umlaut  entstandenen  4  in  y  (und  » 
in  y?  s.  §  515  anm.  2)  vor  gi  und  M  (s.  Bugge,  Arkiv  II,  350 ff.). 
z.  b.  ygiasli  stössig  werden  neben  ägja  schreck  einflössen,  yger 
statt  gew.  öger  schrecker,  ygr  (nach  acc.  ygian  u.  a.)  neben 
seit,  ägr  wild,  tße  Übertreibung  (zu  got.  wdkan,  tri,/,:  wßkrs  u.a.). 
Vgl.  §  68,  4. 


g  iii.   Labialer  umlaut.    s,  .7.  "-umlaut  von  o,  ä.  69 

C.   Verschiebung  durch  labialisierung. 

§  76.  Die  labialisierung  trifft  im  allg.  (vgl.  §  76.2.  10,  11, 
§  82,  8)  nur  diejenigen  vokale,  die  nicht  schon  mehr  oder 
weniger  labial  sind  (vgl.  das  vokalschema  §  i6),  also  a,  e.  i. 
»f.  d.  v.  i.  ce  und  die  meisten  diphthonge.  die  als  letzten  koni- 
ponenten  einen  dieser  vokale  enthalten,  wie  ia.  nn.  ni.  tue  (ue). 
nd.  ni.  uce.  m  (ei).    Bewirkt   wird   im   westn.  dieser   umlaut: 

1.  durch  ein  mittelbar  (aber  jedenfalls  zur  zeit  des 
unilautes  in  der  nächsten  silbe).  bei  langem  vokal  oder 
diphthong  auch  durch  ein  unmittelbar  folgendes  sonantisches 
—  sei  es  ursprüngliches  oder  nach  §  226  aus  w  entstandenes  — 
h.  das  in  literarischer  zeit  sehr  oft  entweder  infolge  der 
synkope  (a  §  153 ff.)  nicht  mehr  da  ist  oder  in  o  (s.  §  146)  über- 
gegangen ist:  m -umlaut. 

Anm.  1.  Kurzer  vokal  wird  durch  unmittelbar  folgendes  (dauu  >\u- 
kopiertes)  *<  nicht  umgelautet ;  s.  §  80,  2. 

2.  durch  ein  mittelbar  (aber  jedenfalls  in  der  nächsten 
silbe)  folgendes  h  ■:  «-umlaut. 

Anm.  2.     unmittelbar  folgendes   tc  bewirkt   keinen  umlaut   (s.  \ 

•">.  durch  ein  unmittelbar  folgendes,  tautosyllabisches  /'. 
>».  f  (alle  bilabial).  /.  r  (beides  wol  labialisiert);  oder  durch 
ein  unmittelbar  vorhergehendes  v  (und  /<•?):  (regressiver,  resp. 
progressiver )  1  a  b  i  a  1  u  m  1  a  u  t. 

1.   «-umlaut. 
^  77.     Die  fälle  sind: 

1.  a  >  o.  z.  b.  mögt  (got.  magus)  söhn.  sgJc  \fs«ku)  neben 
gen.  saka.r  sache.  pl.  Und  (*Umdu)  zu  land  land,  1.  pl.  präs.  ind. 
aisl.  hollom  (aoetnorw.  kalhim.  s.  §  80.  3)  zu  fo.dla  rufen.  Ebenso 
wo  (das  später  synkopierte)  >/  aus  w  entstanden  ist.  z.  b.  g&rr 
(<  *gärus,  aschw.  run.  Jtaruä  Rök  <  *gotwak)  fertig. 

Anm.  f.  lieber  die  weitere  entwicklung  des  p  bei  nasaherung  s. 
S,  115,  1.  bei  schwachtonigkeit  s.  §  14H. 

2.  d  >  n  (später  d  geschrieben,  s.  £  U>7).  z.  b.  skol  schale. 
pl.  sgr  zu  sdr  wunde,  pl.  aisl.  gtom  (aostnorw.  dtom  §  80.  3)  zu 
dt  ass.     Wo  ein   später  durch  synkope   (aber  nicht  ein  noch 


70  §  77.   a  timiauf  vuu  <■. 

später  durch  kontraktion  nach  §  132)  geschwundenes  n  un- 
mittelbar folgte,  ist  die  labialisierung  bis  zu  6  fortgeschritten 
(vgl.  Pipping,  Stud.  nord.  fil.  XII,  1.  s.  7 ff),  z.  b.  Mo  (Haan, 
ahd.  Mäiva,  s.  Psilander,  K.  Z.  LXV,  284  f..  269  note  2)  klaue, 
Föll  (neben  später  entlehntem  Fall)  Paul,  seit,  anorw.  (s.  Haeg- 
stad,  G.  Tr.  s.  95)  tö  {Haiku  >  Hau,  s.  §  54, 1)  neben  gew.  tö 
zehe,  6  (Falk,  Arkiv  VI,  117;  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  95;  Rygh, 
Norske  gaardnavne,  Forord  s.  41  u.  a.)  fluss  (aus  *üu  <  *ah>cu. 
got.  aha)  neben  ö,  neubildung  zu  pl.  *awan.  (got.  ahös),  später 
—  mit  aiialogisch  entferntem  w  —  d(a)r,  nach  der  analogie 
styl :  sMlar  u.  dgl.;  frö  s.  §  80,  2,  s.  78.  Nnorw.  hö  (HiaJuc/t. 
s.  Liden,  Uppsalastudier  s.  9!)  nachgras,  rö  (mlit.  rahe)  Stange, 
slö  (*slahu-ii)  schlagbaum  u.  a.  (s.  Falk  a.  o.)  erweisen  anorw. 
hö,  rö,  slö  neben  den  analogischen  hö,  rö,  slö  usw.  Mör 
(*mahuR  <  *maihwaji,  s.  §  54, 1)  möwe  und  nö-  (*nühu-  <  Hiälnctt. 
got.  neh-)  nahe  sind  auch  nach  §  116  zu  erklären. 

3.  e  >  e  (geschlossenes)  tritt  nur  dann  ein,  wenn  e  nach 
$  00  (vgl.  §  89)  nicht  gebrochen  werden  konnte,  also  nach  r 
wie  in  3.  pl.  prät,  ind.  rero  (auch  rero  nach  sg.  rera,  wie  um- 
gekehrt sg.  rora  nach  dem  pl.)  ruderten,  grero  (grerö)  keimten, 
Preskoldr  (öfter  preskoldr  s.  §  79,  §  148)  türschwelle,  Ballfrepr, 
Gupropr  u.  a.  mannsnamen  auf  -(f)repr  (*-fredus),  anorw. 
rottyndi  (kontamination   von  rrttyndi,   s.  §  64,   und  *r/ittundi 

<  *rett-undi  nach  rettr  <  rettr,  s.  §  127)  recht,  mnorvv.  Äsbern 
(danach  simplex  Born)  ein  mannsname;  nach  l  wol  in  1.  pl.  präs. 
ind.  anorw.  lesum  (lnial)  zu  lesa  lesen  (s.  Wadstein,  F.  Hom. 
s.  82);  in  nicht  haupttoniger  silbe.  z.  b.  tai-.  pritogr  u.  dgl.  2, 
3  dekaden  enthaltend  aus  Hegun  (danach  das  simplex  tegr 
statt  Hiogr,  aschw.  tiugher  dekade),  vielleicht  moga  (lmal. 
s.  Larsson,  s.  219)  nach  *meffoni,  -op,  -o  neben  tuega  können, 
später  häufig  anorw.  Olafs-,  hrossnwssa  u.  dgl.  (s.  z.  b.  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  22)  nach  obl.  -messo  (dann  auch  simplex 
messa)  messe.  Ebenso  wo  a  aus  w  entstanden  ist,  z.  b.  r0Jc(Jc)r 
aus  *rekw(a)n  (vgl.  got.  riqis)  dunkel ;  in  diesem  falle  auch  bei 
aus  l   (nach   §  110,  1)    entstandenem   e,    z.  b.  dekhr   (*dekkt</t 

<  *dinhwah,  afries.  diunk)  dunkel.  Vgl.  Bugge.  Arkiv  II,  250  ff., 
Wadstein,  F.  Hom.  s.  150  note,  Haegstad,  G.  Tr.  s.  52,  50. 

Anm.  2.  Ueber  die  weitere  entwickeluns:  des  6  bei  nasalierang:  s». 
§  116,  bei  schwachtonigkeit  s.  §  14S. 


?  uiiiiaui    T«.ii   • .  i  1 

>  //.  nur  unmittelbar  vor  (.später  >ynkopiertem)  u. 
z.  b.  ß  (a.  Larsson  s.  104.  Wadstein.  F.  Hom.  s.  21.  82.  Haegstad. 
Vfstno.  maalf.  1. 142  und  II.  2.  i.  s.  94,  95:  vgl.  aschw.  gen. 
f»iar-  st.  fear-)  geld  aus  feu  (so  im  10.  Jahrb..  a  Wadstein.  Alt- 
säehsische  Sprachdenkmäler,  s.  129.  20:  gleichzeitig  geschrieben 
flu.  s.  Bugge.  Bidrag  s.  22 1  und  dies  aus  *fehu  (got.  fo.ih>n: 
vgl.  nnorw.  fas  viehstall  aus  *fe-hus?  Die  gew.  form  fe  ist 
dem  eiustigen  gen.  fear.  pl.  gen.  fea.  ä&t.  feum  nachgebildet 
(darnach  *fekm  >  fios). 

5-   '  >  V  (geschlossenes)  in  folgenden  fällen: 

a)  wo  tt  aus  u>  entstanden  ist.  z.  b.  nyhr  (*nikuR  >  *nik>riR. 
ahd.  mkkuSj  ags.  mcor)  nix.  ykhr  (*ikkup.  >  *inkui>\  got.  ig 
euch  beide,  ypr  (got.  izicis)  euch,  myrkr  (*aujrhuri*  neben  nierkut: 
obl.  miorkua)  finsterni<.  pl.  fyrpar  (^fvrhu-idöp.  zu  got.  fairhus) 
menschen,  tryggr  ^triyyiiR.  vgl.  aschw.  run.  aec.  Siktriku;  got. 
triyyics)  treu,  präs. hnyggr  (porkelsson.  Beyging  s.  230:  *hniggus 
<*hniyyuip.\  stösst;     /.  --4)  heideki'aut  u.a.m. 

Anm.  3.  Vor  nicht  ans  <r  entstandenem  u  ist  der  nnüaut  durch  Aus- 
gleichung innerhalb  des  naradiginas  nnterblieben  <s.  0.  v.  Friesen.  N.  Spr. 
II.  7  ff.),  z.  b.  litr  statt  *Jytr  (adän.  /»/f.  ndän.  Jed)  färbe  nach  gen.  Utar 
u.  s.  w.  Von  *$igu-  <ah<l.  «</«)>  syg-  sind  doch  in  (bes.  anorwr.)  personen- 
namen  spuren  häutig,  z.  t».  Sygwg.  -rt'Pr  (bei  Saxo  Sygrutha),  -tryggr  (rschw. 
'rtjkR).  -urpr  u.  a.  m.  neben  -iigny  usw.  zn  sigr  sieg. 

b)  wo  dem  i  ein  bilabialer  kons.  (b.  m.  bei  p  fehlen  beisp.) 
unmittelbar  vorhergeht  und  das  u  erhalten  ist.  z.  b.  byskop 
(gew.  durch  fremden  einfluss  biskop)  bischof.  dzt.  myklom.  -o 
(anal  miklom,  -o  zu  mikeU  tanal..  bes.  anorw..  mykilJ)  gross. 
myskunn  (gew.  miskunn)  barmherzigkeit.  anorw.  Ortsname 
MyÖiu  zu  nnör  mittler,  nisl.  mysa  nach  obl.  niysu  zu  aisl.  misa 
(2 mal  in  Kroka-Refs  saga.  Kopenh.  1883.  s.  35;  vgL  nsen w. 
mesost  ans  ~*ni<sn-n$tr)  molken.  Vgl.  Hoffory.  Tidskr.  f.  Fil. 
X.  R.  III.  &95  f. 

•5.  /  >  </.  nur  unmittelbar  vur  i  später  synkopiertem)  u. 
z.  b.  pl.  by  (*bit< :  anal,  auch  sg.  by  statt  *bi.  aschw.  bi)  bienen. 
bly  (ahd.  blw)  blei.  sly  (ahd.  «Ho,  ags.  s//w  Schleie)  byssus.  hg- 
byl.e  (got.  heiica-)  neben  hi-byle  (nach  dat.  *ä//<?.  pl.  gen.  *At/h) 
hauswesen,  hyske  ahd.  hhriski)  hausgenossenschaft,  yr  (*»w* 
<*fK-as.   ags.  Iv)   neben  gen.  pl.  ifa   -.  Sperber.   Sv.  landsm. 


72  §7(.   «-uinlaut  von  <r,  ab. 

1912,  s.  65  f.)  eibe,  bogen,  spijr  (got.  speiwis)  speist,  snyr  (ahd. 
snlwit)  schneit,  Tyr  (ahd.  Tlo.  ags.  jföw,  lat.  dlvus)  ein  götter- 
name  neben  pl.  tifar  götter. 

7.  »  (aisl.  e)  >  e  (offenes),  z.  b.  ex  (*cektis-  <  *akwis-; 
anorw.  auch  (ex.  s.  Hertzberg ;  vgl.  got.  aqüi)  neben  j>#  (z.  b. 
Dahlerup,  Agrip  s.  IX;  Larsson,  s.  396;  Hertzberg,  s.  760; 
Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  83 ;  nnorw.  ox ;  ahd.  achus)  und  ow 
(z.  b.  Dahlerup  a.  o.:  nacli  gen.  axar  —  s.  Fritzner  —  zu  ox 
neugebildet)  axt,  err  (*Orwia,  No.  Hom.  eer,  wrr,  s.  porkelsson, 
Supplement  IV,  27.  aschw.  <<r.  eer,  Ann.  arjn\  narbe.  sokkr 
(*sankwiR,  got.  sagqs)  gesunkene  läge,  pl.  ntr.  rek  (z.  b.  St.  Hom.. 
No.  Hom.:  aus  *rcekit,  neubiklung  zu  rekia  darlegen)  statt  rok 
(z.  b.  Hb.;  ags.  racu)  darlegung,  obl.  rekkio  zu  rekkia  bett 
(s.  porkelsson,  Supplement  IV.  122),  komp.  gerr  (*garwin)  zu 
goruä  (anal,  genta)  völlig,  prät.  gerpa  (ahd.  garota  <  garwita) 
machte,  melpa  (got.  malwida)  zermalmte,  präs.  heggr  (*hteggun 

<  *haggtvi/i)  zu  hgggua  hauen,  hneggr  (porkelsson,  Beyging, 
s.  230)  zu  hrioggUa  (Unger.  Postola  Sögur,  s.  470,  Thomas  saga, 
s.  337)  stossen,  firengr  (porkelsson  a.  o.  s.  568;  Leffler.  Oin 
r-omljudet,  s.  60)  zu  prongua  drängen  (dringen),  komp.  prengre 
{*Prangu-iite)  enger,  anorw.  (z.  b.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  81) 
gegnuni  (auch  gwgnum,  aisl.  gegr^m)  statt  gognum  'durch' 
nach  (/)  gmgn   (aisl.  gegn ,   anal,  gggn,   anorw.  auch  gegn)   aus 

gcegin  (s.  §  428  anm.  1)  'gegen',  anorw.  ellyfti  (Wadstein, 
F.  Hom.  i  79.  81,  eJlyktl,  eil  pti  Fritzner  I,  324;  III,  1077)  elfte 
durch  kontamination  (vgl.  rettyndi  oben  3)  von  *eüofte  (zu 
nnorw.  ellov,  ellug,  anorw.  wttugu,  aschw.  cellovo,  adän.  ceUuvat 
u.  a.  elf)  und  cellifti  (;>  *cellyßi  s.  §85),  ?  anorw.  obl.  Helgu 
(anal.  Hwlgu)  zu  Hcelga  (anal,  sowol  Helga,  z.  b.  Hb..  wie  auch 
mask.  Helgi  neben  der  noch  dunkleren  form  Holgi.  worüber 
s.  Bugge,  Helge-digtene.  s.  326  f.  mit  note  2,  und  Marstrander, 
Bidrag  s.  63  note  3)  ein  frauenname;  ferner  anorw.  stemfnu, 
Hellu,  missemiu,  hettu,  stafkerkim  zu  stwmna,  Htella,  -swmia' 
usw..  s.  Haegstad,  G.  Tr.  s.  51  f.,  69. 

8.  de  >  6,  nur  unmittelbar  vor  (später  synkopiertem)  u, 
z.  b.  dat..  acc.  so  (in  Rimb.  und  Physiologus.  s.  Larsson  s.  296, 
324;    Pipping,    Stud.  nord.  fil.  VIII,  1,    s.  6  ff.)    see    aus  *scbu 

<  *scew  mit  (vor  der  **-synkope)  aus  gen.  seewar  und  dat.  seewe 
entlehntem  w\  ebenso  U  (s.  Fgilsson.  s.  &01;  dazu  Uhraut  ver- 


£77.   e-ninlaut  vom  tu,  tat,  k&.  '•> 

dorblicher  weg.  s.  Kalile.  Die  spräche  der  skalden.  s.  283) 
neben  Im  (dat.  Ickfe)  verderb  und  anorw.  (2 mal.  s.  Haegstad. 
i.  Tr.  8.  59)  frS-  statt  free  (dat.  freefe)  sarae;  anorw.  (s.  Haeg- 
stad.  Vestno.maalt.Lio7,  143;  II,  2,  i,  s.  94.  95:  Gamalnorsk 
fragment.  s.  10)  twre  aus  *nähicin$  näher  und  nästr  <  *nähivist- 
nächst, 

9.  ia  >  ig  (geschrieben  und  vielleicht  gesprochen  io.  s.  §  89). 
z.  b.  smior  (^smiaru  <  smerwa  §  83.  >}  2  i6.  alid.  smero)  lieben 
dat.  anorw.  s>n&r(u)e  (anal,  smiorui  und  smyrui  nach  smi/rta 
schmieren)  aus  *sni>r«r  (§82,3)  schmeer  u.dgl.,  s.  Torp  und 
Falk.  Dansk-norskens  lydhistorie.  s.  128  f.;  ferner  z.  b.  dat.pl. 
hiortom  aus  *hiartum  zu  hiarta  herz.  io/ötr  fürst  lieben  aostnorw. 
iafurr  u.  dgl. 

10.  na  >  k<>.  z.  b.  <•«■/«■//•  (got.  xandus)  rute.  sao>l>r  (gen. 
sc'irpfir)  schwarte,  obl.  /  arfo  zu  rorfa  warze.  Postkonsonantisch 
(in  welcher  Stellung  w  als  solches  bleibt,  s.  $  250)  ist  die 
labialisierung  durch  erhaltenes  u  bis  zu  *ivo.  woraus  (nach 
§  235.  l,a)  ".  fortgeschritten,  z.  b.  soppr  (neben  anal,  suoppr) 
pilz,  ball  nach  dat.  acc.  pl.  soppom,  -<>  (anal,  suoppom.  -u):  sorta 
schwärze  aus  *suarta  (anorw.  dial. srorta).  obl.  sortu  (woraus 
nnorw.  dial.  surta):   gen.  horfc   schlinge   (in   Ynglingatal)   zu 

hnarfa  ( nnurw.  dial.  kcorra:  s.  Wadsteiu.  Arkiv  XI.  68  f.): 
anorw.  Ortsname  Sokku  zu  schwed.  sencku  Vertiefung  (s.  Lind, 
Dopnamn.  sp.  1012);  part,  s(u)orenn  (s.  Egilsson  und  Hertzberg) 
statt  saarenn  geschworen  nach  den  obl.  formen  auf  -um.  -u: 
pl.  sor  (Hertzberg)  st.  suor  antwort  nach  dem  dat.:  anorw. 
herso  (anal,  auch  kor)  wie  und  horium  (Hsegstad.  G.  Tr.  s.  67) 
welchem  zu  hmarr  welcher.  Hierher  gehören  wol  auch  tottogo 
ittuyii  s.  §  266,  2  =  acc.  tw't  tugu)  zwanzig  und  tolf  (statt 
noch  lmal  iaolf.  s.  Jjurkelsson.  Supplement  IV.  153.  und 
aschw.  tualf.  d.  h.  twolf  Rökj  zwölf  aus  einstigem  *twa&uf  mit 
demselben  u.  das  sich  in  ahd.  eintuph,  afries.  andloru.  ags.  end- 
lufa».  aschw.  müovo  (und  attofte),  adän.  afflma  (ceUufie),  anorw. 
tellugu  (»Uyfti)  elf  zeigt. 

11.  aä.  >  u<>.  /..  b.  röjj  {*nä()u)  zeug  zu  gen.  rtijtar.  ]>uöttr 
(gen. pudttar)  waschen,  pl.  v$pn  zu  vapn  walte.  Vor  erhaltenem 
/'  wird  es  zu  *uö  >  ö  (vgl.  ua  >  uo  >  *uo  >  o  oben  10),  z.  b. 
söno  so  (nun)  aus  sua  nii  (s.  §  151.  4).  ut  sögoro  so  getan  aus 
ai  mn  g-rro  (s.  §  148),  Vaec.  öf<,  |  R.  \[.  Olsen,  Arkiv  IX,  231  f.) 


f'4  S,  77.   <t-unilaut  von  ui,  tu. 

zu  vdfa  gespenst,  obl.  komo  (anal,  kuoino)  zu  Jcudma  (anal,  köinu) 
ankunft,  7*o^Z  statt  Imäll  hügel  nach  dat.  pl.  holom,  pl.  kongor* 
ofor  zu  kgngorväfa  spinne.  Jmpöro  nichtsdestoweniger  aus 
*J)6-(a)p-huäru,  3.  pl.  prät.  ind.  öfo,  6ro,  höpo,  sofo  zu  sg.  resp. 
va/*  wob,  var  war,  &*«$  sagte,  ääo^  schlief;  s.  Wadstein. 
F.  Hom.  s.  06  ff.  Vor  geschwundenem  u  steht  in  Ol.  hei.  leg. 
saga  (anorw.)  auffallenderweise  vd  2  mal  (neben  lmal  vd)  in 
vöpn  (aber  immer  väpnom),  s.  Haegstad  bei  0.  A.  Johnsen,  Olafs 
saga  s.  XXXIII. 

Anm.  4.  ue  >•  e  ist  nicht  durch  anorw.  (vgl.  Iiaegstad.  G.  Tr.  s.  ;V2) 
s0/7(  (neben  suefn  und  durch  kontamination  suefri)  schlaf  belegt,  denn  es 
dürfte  aus  einem  durch  aschw.  si/mn  belegten  *subni-  (vgl.  gr.  vjivoq 
<<  *supnos)  stammen,  das  nach  sofa  schlafen  zu  sotmi-,  woraus  nach  §  63,  3 
sefn  (aschw.  sempri),  umgebildet  worden  und  durch  neuen  einfluss  von 
sofa  zu  anorw.  sofn  (s.  Heegstad  a.  o. ;  aschw.  sompn)  geworden  ist  (s. 
Wessen,  Spräkvetenskapliga  sällskapets  förhandlingar  1910  — 1918,  s.  71. 
Ein  allzu  isoliertes  beispiel  wäre  pl.  riphuep  zu  vipkuep  geschrei  (s. 
porkelsson,  Supplement  IV,  176). 

12.  ui  >  (*m/,  woraus  nach  §  235, 1,  a)  y,  z.  b.  kyn\  kuirr 
ruhig  (urspr.  nom.  kyrr,  acc  kuirran;  vgl.  got.  qa/rrus,  acc. 
'/(th-rjana),  syptr  statt  suiptr  beraubt  nach  dat.  syptom,  -<>  u.  a. 
(dazu  anorw.  m.  andsypUr  ateinnot),  anorw.  (s.  Hertzberg,  s.  803; 
Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  17)  Syftun.  Syptun  neben 
Suipthun  (kontaminiert  Siftun)  ein  heiligenname,  syll  (anal, 
anorw.  suill)  zu  gen.  siiUlar  (anal,  syllar)  grundschwelle,  sykn 
(got.  swikns)  schuldlos  aus  urspr.  m.  *.wikit.  f.  sykn  usw.,  systor 
schwester  aus  ''"suistir  (statt  *suestir,  urn.  siccstar  nach  pl.  *suistr 
aus  *swistriu),  obl.  systm\  forrista  (-ysta)  zu  obl.  forysto  (-visto) 
leitung.  pyreXl  (ahd.  dtrirü.  nnorw.  tinrel)  quirl  nach  *pyrnll 
(nnorw.  terull,  s.  Ross;  vgl.  auch  dat.  pl.  fiyvlum  <*/mirh(m) 
anorw.  tynni  {tuinni)  zwei  nach  dem  dat.  (s.  Hertzberg),  tyttuyu 
aus  tuittugu  (nach  dem  prätix  tut-)  zwanzig  und  tyttugü 
zwanzigste,  huennsyft  (s.  Hertzberg)  neben  -suift  weibliche 
seite  nach  gen.  -suifiar,  pyngan  nebe»  fiuingan  zwang  aus 
urspr.  nom.  -un,  gen.  -anar  (s.  §  137  anm.  3),  einmaliges  tystr 
(s.  Jonsson,  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold,  s.  300)  st,  tuistr 
schweigsam  nach  dat.  tystum,  -u  u.  a. 

13.  ui  >  *u$  >  y  (vgl.  oben  12),  z.  b.  skyare  statt  skuiare 
bedienter  nach  dem  dat.  pl.  (anders  Kock,  Umlaut  und  Brechung, 
s.  187),  Öayfr  (fttn&vtötux,  eine  rw-ableitung  zu  stiifa  ablenken, 


k- nmlaut  in  nebentonigen  siiben.  v9 

während  das  adj.  6s*ifr,  pl.  ösuifer,  eine  o-ableitung  ist)  neben 
(isuifr  ein  mannsnanie  (eig.  rücksichtslos ;  noch  lmal  als  adj. 
pl.  asuifrir  in  Sturlunga).  Dyna  ans  :fDuhia,  obl.  Dynu  (s.  Wik- 
lund.  Le  monde  oriental  X.  171)  ein  flussname,  anorw.  oft 
(Haegstad.  G.  Tr.  s.  56,  52.  Kong.  s.  11,  17.  Vestno.  maalf.  1,9. 
Tl.  1.  s.  17  und  2.  i.  s.  35  sowie  2,  n.  s.  22)  pl.  S{u)ijar  und 
(mit  parasitischem  i)  S(u)yiar  statt  8wm  Schweden  nach  dem 
dativ :  anorw.  syns/str  Schweinefett  (s.  Hsegstad.  Vestno.  maalf. 
I.  135)   setzt  wol   einen  dat.  *synum   zu  suiii  seh  wein  voraus. 

14.  uce  >  *uv  >  0  (s.  §  235.  1.  a),  nur  durch  sänskr  neben 
sucenskr  schwedisch  nach  smiskom.  -o  vertreten. 

15.  cei  (aisl.  ei)  >  ey  (aisl.  ey),  nur  wo  u  aus  //•  entstanden 
ist.  z.  b.  ey  (*«w  <  Xatwa,  got.  uin .  s.  v.  Friesen.  X.  spr.  I.  24) 
neben  schwachtonigem  (vgl.  §  78)  ei  immer,  prät.  veyi  (s.  Vig- 
fusson)  neben  ceik  zu  ykua  weichen,  sucyk  is.  Brenner,  Alt- 
nordisches handbuch  s.  136)  zu  sijkua  betrügen,  ceykr  (anal. 
gew.  veikr  nach  dat.  v&kom  u.  dgl.)  weich. 

§78.  Die,  stark  nebentonigen  vokale  werden  ganz  wie 
die  haupttonigen  umgelautet,  z.  b.  aisl.  dat.  pl.  gefondam  (aostnorw. 
gefanäum,  s.  §  80.3)  zu  gefande  geber,  pegnskgpom  (aostnorw. 
-skapum)  zu  Pegnskapr  lapferkeit.  heldentat.  Dagegen  erleiden 
schwachtonige  vokale  keinen  umlaut.  und  schwankende  be- 
tonung  gibt  zu  doppelformen  anlass.  z.  b.  Harpangr  (noch 
anorw.  Bar  danger)  ein  landschaftsname  zu  Jivrpur  (lat.-germ. 
harudes)  ein  völkername:  'k(k)la  (ahd.  ankläo)  fussknöchel 
neben  klo  klaue,  präf.  na-  und  nd-  nahe  (s.  §  77.  2);  an  und  6n 
ohne,  hdnom  und  honom  ihm  u.  a.  m.  (s.  §  116):  ei  und  ey  immer 
(s.  §  77, 15).  Fälle  wie  aisl.  grenign  (woraus  grenioti  nach  §  148) 
heulen  zu  gen.  grenianar,  rtom.,  aee.  lrtr.  pL  tieügg  (heilog)  zu 
heihiyr  heilig.  6])o(  (ößol)  zu  öfml  eigentum,  dat.  pl.  riddorom 
(■orom)  zu  riädare  ritter.  >.  pl.  eJskopo  (-ofto;  anorw.  celskaÖo) 
liebten  zu  3.  sg.  elskape  u.  a.  m.  zeigen,  dass  viele  später  schwach 
nebentonige  ableitungssilben  einst  stark  nebentonig  gewesen 
sind  is.  ij  51.2,  b  und  besonders  Kock.  Altnordischer  *<-umlaut 
in  ableitungs-  und  beuguugsendungen.  s.  17  ff.,  Lund  1918).  ja 
dass  sogar  " halbstark"  nebentonige  silben  (g.  §  51  anm.  1) 
umgelautet  worden  sind. 


7<3     §  79.  K-uml.  durch  schwächten,  vokal.    $  Hü.  Safewickel,  dos  K-uml. 

§  79.  Wahrscheinlich  wird  der  umlaut  lautgesetzlich  auch 
durch  starktonigen  vokal  bewirkt,  wie  wol  er  in  fällen  wie 
z.  b.  barnungr  jung  wie  ein  kind.  nättüra  natur  u.  a.  durch 
assoziation  und  fremden  einfluss  unterbleibt  (s.  Kock.  Unilaut 
und  Brechung,  s.  240  f.).  Wo  ein  urspr.  starktoniger  vokal  zur 
schwachtonigkeit  niedergesunken  ist,  unterbleibt  gewöhnlich 
die  assoziation,  und  der  umlaut  macht  sich  geltend,  z.  b.  die 
mannsnamen  Fgstolfr  (anorw.  Fastulfr),  Omolfr  (gegen  Arn- 
grhnr  u.  dgl.).  Ondopr  (gen.  Andapar:  aus  *Andhgpr,  ahd.  Ant- 
had),  Stgrkopr  (gen.  Starkapar;  s.  Bugge,  Sv.  fornm.  tidskr. 
XI,  110)  und  at  sögoro  §  77, 11.  Durch  schwankende  betonuug 
und  eventuelle  assoziation  mit  verwandten  formen  entstehen 
doppelf ormen ,  z.  b.  dggorpr  :  dagretpr  frühstück,  gndorpr :  and- 
vetpr  anfänglich,  gndoge  :  andvege  hochsitz,  gloge  :  alhuge  ernst, 
Olfuss  ein  mannsbeiname  :  alfuss  sehr  begierig,  glu]> :  cdgp,  -üp 
gewogenheit,  gf und  :  af und  neid.  gllonges  :  allynges  ganz  und 
gar  (vgl.  §  64),  glmosa  :  almusu  almosen,  gmhott :  ambött  magd, 
prodoldr : preshgldr  (s.  §  77,3)  türschwelle  u.  a.  m. 

§  80.  Der  «-umlaut  wurde  wol  am  frühesten  durch  ein 
ganz  unbetontes,  erst  später  durch  ein  etwas  stärker  betontes  u 
bewirkt.  Infolgedessen  haben  wir  auch  in  betreff  des  u- 
umlautes  mehrere  perioden  —  in  hauptsächlicher  Überein- 
stimmung mit  denjenigen  des  ^-Umlautes  (s.  §  66)  —  zu  unter- 
scheiden (s.  die  An.  gr.  II  §  67  zitierte  literatur  und  ausserdem 
Bugge,  Bidrag  s.  16  ff,  Kock,  Arkiv  X,  388  ff.,  XII,  166  ff.,  258  ff., 
Umlaut  und  Brechung,  s.  153  ff.) :  . 

1.  Die  zeit  (etwa  700 — 900),  wo  umlaut  nur  durch  urn. 
ganz  unbetontes  (daher  relativ  früh  synkopiertes,  s.  §  153,  1)  u 
bewirkt  wird.  So  besonders  in  langer  starktoniger  silbe  — 
in  kurzer  wol  nur  vor  synkopierter  binnensilbe  —  z.  b.  um  900 
ös,  söl  (so  im  Abecedarium  nordmannicum:  aus,  aber  soulu, 
reidu,  s.  §  153.  5.  im  Cod.  Leidensis  lat.  83,  4",  beides  denk- 
mäler  —  freilich  wahrscheinlich  ostn.  und  zwar  am  ehesten 
adän.  -  aus  dein  10.  jahrh..  wiewol  Cod.  Leid,  eine  etwas 
ältere  vorläge  voraussetzt)  aus  *ansun,  *sölu  als  runennamen. 
aber  schon  Eggjuni  c.  700  haMci  (d.  h.  ngkdan.  s.  Olsen,  No.  I. 
III.  105  f.)  aus  *nakudan  (vgl  aschw.  uakudher  nackt):  gleich- 
zeitig   ist    wol    /..  b.  acc.  »tötkaii    (später   tnöthin.    s.  §  116)    zu 


>.    Entwickelnnsr  ÖM  /f-nmlau*  «  i 

nmtt>i>i>-  (später  mottogr.  mHtogr,  s.  3  unten)  ' mächtig"  ent- 
standen. —  Tn  fällen  wie  katthelgr  (*k<xttu-)  katzenbalg  zu 
hottr  katze.  die  mannsnamen  Arngrimr  zu  örn  adler,  Asmundr 
zu  fes  (o5.s)  gott  u.  dgl.  ist  wol  u  schon  vor  dem  eintritt  des 
//-umlautes  synkopiert  worden,  wie  ja  auch  schon  die  inschrift 
von  Sölvesborg  um  775  acc.  sg.  asmu[n]t  (neben  sunu  söhn) 
aus  *Answmmdu  aufzuweisen  hat  (s.  Kock.  Arkiv  XII.  252. 
259,  Noreen,  Geschichte3,  s.  86). 

2.   Die  zeit  um  900.   wo  auch   ein   um.   etwas   stärker 
betontes  (daher  relativ  spät  synkopiertes)  u   umlaut  bewirkt. 
So  besonders  in  kurzer  starktoniger  silbe  vor  synkopierter 
endsilbe.   z.  b.  log  (aus  *lagn)   gesetz   zu   lag  läge.   Ordnung. 
als  runenname  lauer,  d.  h.  logr.  im  Cod.  Leid.     Dieser  umlaut 
war  im   allg.  vor  900    nicht  deutlich   ausgeprägt   nach   aus- 
weis  air.  lehn  Wörter  wie  lagor  (aus  aisl.  logr.   s.  Marstrander, 
Bidrag  s.  74  f..    1351;   vgl.  auch   ags.  lehnwörter  —   freilich 
meistens  aus  dem  adän.  —  wie  la$u  gesetz,  sowie  die  runen- 
namen  feu,  lagu  im  Abecedarium  nordm..  fiu  im  Cod.  Leidensis. 
s.  1  oben).    Andererseits  muss  er  bald  danach   durchgeführt 
worden  sein,  weil  das  betreffende  n  zu  dieser  zeit  synkopiert 
wird  (s.  §  153,  7),  womit  auch  stimmt,  dass  das  gedieht  HofoJ?- 
lausn  (aus  dem  j.  936)  Wörter  wie  Top  (*/«//«).  kuo]>  C:kua]>i<) 
u.  dgl.   als    einsilbige    reime   gebraucht.   —  Nur  unmittelbar 
nach  kurzem  vokal,  in  welcher  Stellung  u  überall  aus  w  ent- 
standen ist,  ist  es  synkopiert  worden  ohne  umlaut  zu  hinter- 
lassen (vgl.  §  66, 2).     So  erklären  sich  z.  b.  strdjxt  (*stra-u&a 
<  *strawiÖö.  got.  straivida)  streute,  strd  (ahd.  strao,  gen.  strau.es) 
Stroh,   nur  (got.  naus  leiche).  fdr  (got.  ]A.  fawai)  wenig,  hrdr 
(ahd.  Iran)   roh.    dna-sott  (vgl.  got.  awö  grossmutter)   alters- 
schwache, meer  (got.  muiri)  mädchen,  der  (lat.  ocis,  got.  aui-str) 
mutterschaf  (vgl.  £71.2).  Jene  (got.  kniu)  knie,  tre  (got.  tritt) 
bäum,  hie  (ags.  Ueo)  lee,  Ham-j« <r  {uro.  -frevan  Torsbjaerg.  Vals- 
fjord.  got.  }n äs)  u.  a.  dgl.  mannsnamen.  p!r  (got.  Jnici)   magd. 
•s7,v  (St.  Hom.,  gew.  sky  nach  dat.  *kye,  pl.gen.skyia.  dat.  skyiom: 
ags.  seeo.   as.  seio)   wölke.    Signi  (aisl.  gew.  >>iyny  nach  gen. 
Signyiar:    ahd.   Siginiu)    ein    frauenname.    \">h    (urn.   Wiieila 
Veblungsnaes,  s.  Sievers.  Berichte  d.  kgl.  sächs.  ges.  d.  Wissen- 
schaften 1894,  s.  133)  ein  mannsname  u.  a.  m.:  s.  Kock,  I.  F. 
V.  153  ff.   (wo   jedoch    </• -Schwund    angenommen    wird).      I>a> 


f8  i?  80.   Kut Wickelung  des  u- Umlautes. 

scheinbar  widersprechende  fror  neben  frär  (urn.  fraiva- 
Möjebro,  ahd.  frao)  munter  ist  wol  zu  nom.  sg.  fem.  und  nom., 
acc.  pl.  ntr.  fro  (nach  §  77,  2  aus  *fräu  <  *frawu,  s.  Pipping, 
Stud.  nord.  fll.  XII,  1,  s.  10)  neugebildet;  vgl.  acc.  sg.  m.  fräfan 
statt  *frawan  nach  frär. 

Aura.  1.  Sonstige  ausnahmen  sind  nur  scheinbar.  Da  formen  wie  Üläfr 
(*AnulaibuR ,  s.  §  54,3,  b),  aschw.  Skepvc  (*Skgöwi<i*SkaÖuicih-?)  u.  dgl. 
lautgesetzlich  sein  müssen,  sind  fälle  wie  sparhaukr  (neben  spi/rhankr) 
sperber  zu  spgrr  sperling,  prumsky  schild  zu  prgmr  rand  (teils  als  von 
Zusammensetzungen  wie  lagastnfr  meer  zu  logr  flüssigkeit  beeinflusst,  teils 
und  zwar  gewöhnlich)  als  analogische  neubildungen  nach  dem  typus  katt- 
belgr:  kgttr  (s.  1  oben)  oder  nach  dem  simplex  *spaniR  «*sp«rintR). 
*PramuR,  ehe  dies  zu  spgrr,  prgmr  wurde,  zu  ei  klären. 

3.  Die  zeit  nach  der  w-synkope,  wo  umlaut  auch  durch 
ein  urn.  noch  stärker  betontes  (daher  später  erhaltenes)  u 
bewirkt  wird,  z.  b.  Skggol  aus  Skagul  ein  walkürenname,  pl. 
sogor  zu  saga  aussage.  Dieser  prozess  ist  wenigstens  in 
gewissen  westnord.  gegenden  noch  um  1000  nicht  da  nach 
ausweis  des  Reichenauer  necr.,  wo  neben  Sorli  (aisl.  Sgrle), 
Olaf  (aisl.  Ol  äff)  und  Gunnor  (aisl.  Gunnvgr)  stehen  Assur, 
Azor  (aisl.  Ozorr)  und  Anunt  (aisl.  Onundr) ;  s.  Kock,  Arkiv 
X,  349  f.  Wann  und  wo  im  westn.  dieser  umlaut  entstand. 
ist  nicht  genau  zu  ermitteln.  Zwar  finden  sich  bei  den  aisl. 
skalden  bis  um  1150  häufige  assonanzen  wie  faxa :  larnsgxo, 
randar :  strgndo  u.dgl.  (s.  Gislason,  Om  helrim,  s.  9  ff.,  Arkiv 
VIII,  52  ff.;  porkelsson,  a.  o.,  s.  1511;  Möbius,  Kormaks  saga, 
s.  99  ff.;  Jonsson,  Sv.  Landsm.  XII,  7,  s.  22 f.  note,  No.-isl.  kultur. 
s.  242  ff.;  Kahle,  Die  spräche  der  skalden,  s.  28  ff.),  aber  diese 
lassen  nicht  auf  eine  ausspräche  -saxo,  strando  schliessen, 
ebensowenig  wie  die  auch  zu  dieser  zeit  vorhandenen,  wenn 
auch  nicht  so  zahlreichen,  assonanzen  sonn:  man  nom,  mggr : 
fvgro  u.  dgl.  (s.  Wadstein,  Sv.  Landsm.  XIII,  5,  s.  33  f.;  Kahle. 
a.  o.,  s.  30  ff.)  eine  ausspräche  monnom,  fggro  erheischen.  Denn 
wie  besonders  aus  fällen,  wo  sowol  g  wie  a  unzweifelhaft  sind 
(z.  b.  prgm :  gram  in  der  Hofoplausn),  hervorgeht,  können  bei 
diesen  skalden  g  und  a  assonieren,  sei  es  dass  man  eine  auf 
dialektmischung  oder  archaisierung  beruhende  poetische  lizenz 
anzunehmen  hat  (Kock,  Arkiv  X,  3371),  oder  wol  eher  dass 
die  differenz  noch  nicht  so  sehr  gross  gewesen  ist,  weil  der 
umlaut   im  werden   begriffen  war   (Söderberg   in  Öfversigt  af 


§81.   An^-leicbunsr  des  m- umlaute.  TQ 

fllol.  sällskapets  i  Lund  förhandlingar  1881—88,  s.  94  f .  note: 
Falk.  Anz.  f.  d.  A.  XIX,  214  ff.  und  die  daselbst  zitierte 
Literatur).  Erst  um  1200  sind  "reine  reime"  (a :  a  und  g:o) 
ausschliesslich  herrschend,  und  zu  der  zeit  —  wenn  nicht 
früher  —  muss  wol  also  der  betreffende  umlaut  vollständig- 
durchgeführt worden  sein:  dies  jedoch  nur  im  aisl.  und  (mit 
wenigen  ausnahmen)  in  den  awestnorw.  denkmälern.  Im 
aostnorw.  dagegen  tritt  zwar  konsequenterweise  umlaut  vor 
erhaltenem  u  ein  bei  nasaliertem  ä  sowie  den  diphthongen  ud 
und  postkonsonantischem  na,  tri,  tri  (beisp.  s.  §  77);  betreffs 
der  übrigen  vokale  aber  verhalten  sich  die  denkmäler  sehr 
verschieden.  Einige,  wie  die  §  15. 12,  26  und  30  angeführten, 
zeigen  nie  (oder  fast  nie)  umgelauteten  vokal,  z.  b.  dat.  sg.  aru 
pl.  onim)  zu  gr  pf eil .  gafugr  bedeutend  neben  acc.  ggfgan, 
Amoidr  (aisl.  Onundr)  ein  mannsname  usw.  Andere  (s.  z.  b. 
§  15,18)  zeigen  umlaut  in  unmittelbarer  nähe  von  labialen 
(b,  f,  m,  r,  w)  und  labialisierten  konsonanten  (wenigstens  /), 
z.  b.  tyrnum  kindern.  dat.  ntr.  fggru  schönem,  dat.  pl.  mgrgum 
vielen,  pl.  mkttr  wachen,  acc.  duoh.i  Verzögerung,  gfund  neid, 
dat.  pl.  ollum  allen,  sowie  wo  der  vokal  nasaliert  ist.  z.  b.  dat. 
ntr.  sä-  nanu  kurzem,  hgndutn  bänden.  1.  pl.  ggngum  gehen. 
Wieder  andere  (s.  z.  b.  §  15,  29)  zeigen  ausserdem  umlaut  in 
stark  nebentoniger  silbe.  z.  b.  dat.  pl.  fortglum  vorreden  neben 
hdum  reden.  S.  Kock.  Arkiv  XII,  128  ff.  (bes.  166  ff.;  vgl. 
dazu  Pipping.  Memoires  de  la  societe  neophilologique  a  Helsing- 
fors  IV.  247  note);  Wadstein.  Der  umlaut  von  A  bei  nicht 
synkopiertem  U.  Uppsala  1894;  Ha?gstad.  G.  Tr.  s.  55  note. 

Anm.  2.    Suffigiertes  pü  du  bewirkt  keinen  umlaut.  z.  b.  farpu  fabre. 

§  81.  Ein  durch  umlaut  hervorgerufener  Vokalwechsel 
innerhalb  eines  paradigmas  oder  einer  gruppe  von  verwandten 
Wörtern  ist  oft  durch  ausgleichung  beseitigt  worden  und 
zwar  in  verschiedener  weise: 

a)  Der  umlaut  ist  überall  durchgedrungen,  z.  b.  sgkn  statt 
*suikn  nach  f.  syh>.  dat.  m.  $yk».uni.  ntr.  sykim\  syster,  gen. 
s'/stor  statt  ":suistir.  systur  (&  §  77, 12);  gen.  mgrnar  st,*marnar 
zu  niom  riesin  (s.  M.  Olsen,  Forhandlinger  i  Videnskabs-selskabet 
i  Ohristiania  1908.  nr.  6,  s.  7  f.). 

b)  Der  umlaut   ist   überall  geschwunden,   z.  b.  hallr  (got. 


80  §  88.    »■-unilaut  von  a,  ü.  c. 

hallus)  t'els  nach  gen.*hallar  (später  hak);  blär  blau  und  grär 
grau  statt  *bUr  (ahd.  Mao)  und  *grw  (ahd.  gräö)  —  nach 
§  77,  2  —  nach  acc  *hläiran,  *gräwan  (später  bläan,  bläu  und 
grdan,  grän  nach  blär,  grär)  u.  dgl.;  har]>r  statt  *h»r])r  (got, 
hardus)  hart  vielleicht  nach  den  sehr  vielen  Zusammensetzungen 
wie  harjjgorr  (vgl.  §  80, 1)  hart  gemacht  u.  a.  (anders,  aber 
unsicher,  Kock,  Umlaut  und  Brechung,  s.  129  ff.). 

c)  Doppelformen  sind  entstanden,  z.  b.  holl,  seit,  hall  saal 
aus  nom.  holl,  gen.  hallar;  rgnd,  seit,  rand  schild;  hnfn,  spät 
auch  hafn  hafen  (s.  Gislason,  Efterladte  skrifter  11,175,  178); 
bMr,  seit,  balhr  balken;  <>,  ä  und  nwr.  mär  (§77,2);  /#,  fc 
(§  77,  4);  hg-,  hi-byle  und  tyr,  ttr  gott  (§  77,  6);  gognum,  gwgnmu 
(§77,  7j;  $4  s«  (§77,8);  fö&,  kdR  (§77.11);  bin:  kitirr, 
syll,  suill  und  tynni,  tuinni  (§  77, 12);  skgare.  skitiare  und  Osgfr, 
Ösuifr  (§  77, 13);  sönsh;  sucenskr  (§  77, 14)  u.  a.  m.;  s.  Kahle, 
Die  spräche  der  skalden,  s.  28  f..  Hsegstad.  Vestno.  maalf.  II,  1, 
s.  13.    S.  weiter  die  flexionslehre. 

Aum.  Schreibungen  wie  vän,  spann  u.  dgl.  (statt  lautgesetzlichen 
na,  spann  n.  dgl.  nach  §  116)  sind  wol  in  den  meisten  fällen  mit  den  auch 
vorkommenden  von,  spornt  u.  dgl.  gleichwertig  (vgl.  §107).  Die  letzt- 
genannten formen  sind  gen.  vanar,  spänur  u.  dgl.  nachgebildet  in  analogie 
mit  entsprechungen  wie  sköl,  gen.  skälar,  schale,  nr,  gen.  arar,  rüder  u.  dgl. 
Sie  sind  natürlich  erst  zu  einer  zeit  entstanden,  wo  der  Übergang  ö  >  o 
(s.  §  lHi),  dem  formen  wie  ön.  spömi  u.  dgl.  ihr  dasein  verdanken,  längst 
durchgeführt  ist. 

2.    tr -umlaut. 

§  82.     Die  fälle  sind : 

1.  a  >  ö,  z.  b.  hgggua  hauen,  stgßua  hemmen,  \A.sgnguar 
gesänge. 

Anm.  1.  TTeber  die  weitere  entwicklnng  des  o  bei  nasalierung 
s.  §  115,1. 

2.  d  >  q  nur  durch  *nükkuarr  (s.  §  54,  3.  a)  >  *nokkorr 
(s.  §  148)  >  *nokkprr  (s.  §  116)  >  anorw.  nokkorr  (s.  §  127.;!; 
anders  Wadstein,  F.  Hom.  s.  95.  97)  irgendein  vertreten. 

3.  e  >  e  (geschlossenes),  z.  b.  rskkua  finster  werden,  ■nwrkac 
(Elis.  Barlaam  u.  a.,  s.  Egilsson;  auch  miorkue  nach  den  kas. 
obl.  und  mgrkne  nach  nigrkr)  finsternis,  anorw.  dat.  smerue 
(s.  z.  1).  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  1, 14  und  TT.  2,  f.  s.  71  f.)  zu 


§82.  «/-umlaut  von  i,  i,  ce.  81 

-smior  (s.  §77, 9;  anal,  «mar)  butter,  nisl.  ket  (*Jcet,  s.  anm.  2; 
aschw.  tot)  fleisch  nach  dem  dat.  (vgl.  aisl.  kiot  aus  dem  nom. 
H-iatu  <  *Jcetica).  Ebenso  wo  e  aus  älterem  i  (nach  §  110,1) 
entstanden  ist.  z.  b.  sekkua  sinken,  stekhia  (got,  stigqari)  springen. 
hrekkua  zurückweichen,  klekkua  stöhnen,  ekkuenn  dick,  nisl. 
skkr  (nschw.  dial.  ink.  vgl.  lat.  inguen,  Bugge,  Bezz.  Beitr. 
III,  115)  geschwulst. 

Anm.  2.    e  wechselt  oft  mit  e  nach  §  119. 

4.  i  >  y  (geschlossenes),  z.  b.  syngua  singen,  Jtryngua 
drängen  (dringen),  slyngim  schleudern,  dat.  lyngue  zu  lyng 
(*Ungu  <  *Ungiva  nach  §  77,  5,  a)  heidekraut,  Yngue  (aschw. 
Inge,  s.  weiter  Noreen,  Namn  och  bygd  VIII,  1  ff.)  ein  manns- 
name,  tyggua  kauen,  acc.  trygguan  zu  tryggr  (s.  §77,5,  a) 
treu,  hrygguan  zu  hryggr  betrübt,  dygguan  zu  dyggr  treu,  dat. 
byggue  zu  bygg  gerste,  gyggua  schreck  einflössen,  Pryskua 
(neben  Priskia)  dreschen,  ypuarr  (aschw.  ijbar)  euer,  acc.  pykkuan 
zu  piokkr  (anal. pykkr,  s.  §  91  anm.  1  und  §  92)  dick,  sniyrua 
schmieren,  tyrue  (vgl.  tiara  teer)  kien  und  der  schwertname 
Tyruingr  (s.  Falk,  An.  Waffenkunde,  s.  62),  fyrua  (vgl.  fiara 
ebbe)  ebben,  acc.  myrkuan  zu  myrkr  (as.  tnirki)  finster,  pl.  fyruar 
(s.  Gislason,  Efterladte  skrifter  I,  140;  danach  syruar,  a.  o. 
s.  143  f.,  statt  seruar.  s.  6  unten,  krieger;  vgl.  got.  fairkus  weit) 
menschen,  Prysuar  dreimal.  Xyrue  ein  inselname  zu  JSiorua- 
sund  der  sund  Gibraltars. 

5-  i>  y  (geschlossenes) ,  nur  durch  seit.  (s.  St.  Hom.  und 
wol  Hättatal  70)   strykua   (ags.  strican;  öfter  zu  strykia  um- 
gebildet, s.  Fritzner)  streichen  und  dessen  part.  prät.  strykuenn 
B,  §  483  anm.)  vertreten.     Vgl.  11  unten. 

6.  ce  (aisl.  e)  >  e  (offenes),  z.  b.  melua  (got.  gamahcjan) 
zermalmen,  behia  (z.  b.  Jones,  The  phon.  of  the  Elis  saga  s.  4; 
gew.  bolua  nach  bgl  Unglück)  verfluchen,  0luer  (ahd.  Almcih), 
Heiner  (ahd.  Hariicih),  Hesuer  (seit.  H  suer;  zu  hgss,  acc.  h  sttan 
grau)  mannsnamen,  sekkua  (got.  saggjan)  senken,  dekkua  ver- 
dunkeln, stskkua  (got.  stagqjan)  besprengen,  hrekkua  scheuchen, 
slekkua  (aschw.  slcekkia,  slekkiä)  auslöschen,  nekkueftr  (aschw. 
nakuidher)  nackt,  acc.  klekkuan  zu  klekkr  sentimental  (viel- 
leicht zu  3  oben),  Prengua  (anorw.  auch  fircengia)  drängen, 
slengua    (aschw.  slcengia)    schleudern,    engua    (got.  aggujan) 

Noreen,  Altisl.  gramm.    4.  aufl.  6 


82  §  82.  w-  umlaut  von  ia,  ua. 

engen,  engr  (und  gngr  aus  urspr.  gngr,  acc.  enguan;  got.  aggtvus, 
acc.  aggwjana)  eng,  prengr  (s.  Vigfusson  und  Hertzberg;  gew. 
]>r'  ngr)  eng,  sneggr  (seit,  sn<>ggr,  z.  b.  Gering,  Finnboga  saga, 
s.  74;  nschw.  dial.  snägg,  snogg,  snagg)  kurzhaarig,  gleggr  (seit 
gl  ggr,  z.  b.  af  Petersens,  Jömsvikinga  saga  AM.  291,  4°, 
s.  XI,  2  mal,  M.  Olsen,  Vojsunga  saga,  s.  XXVI,  aschw.  glugg-. 
got.  glaggwus)  genau,  deutlich,  hneggr  (nach  acc.  hnegguan- 
ags.  hneaw)  knapp,  deggua  betauen,  gerua  (mhd.  genven)  machen, 
gerne  kleidung,  serue  (mhd.  geserwe)  haisschmuck,  pl.  seruar 
krieger,  skrekua  fabeln  zu  shrgk  (s.  Hertzberg;  auch  anal,  skrek, 
s.  ib.  und  Leffler,  Om  v-omljudet,  s.  62  note)  fabelei;  Nerua- 
sund  (auch  anal.  Ngrua-;  vgl.  noch  4  oben)  der  sund  Gibral- 
tars zu  Nurr  (ags.  nearu  eng)  mit  der  schwachen  nebenform 
Nere  (nach  §  119  aus  *N&rue,  got.  *narwja;  anal.  Ngrue; 
s.  Bugge,  Helge-digtene  s.  96  f.)  ein  mannsname.  Ebenso  wo 
ce  aus  cei  entstanden  ist  (s.  §  128),  z.  b.  nekkuarr,  -err  irgend- 
ein, engr  (nach  acc.  enguan  u.  dgl.)  neben  enge  kein.  Vgl.  die 
scheinbar  gleichlautenden  sekkua,  stekkua,  hrekkua  mit  ge- 
schlossenem e,  oben  3. 

Anm.  3.  Gerr  (gerr)  neben  gprr  (so  immer  bei  den  älteren  skalden. 
s.  Kable,  Die  spräche  der  skalden,  s.  44,  und  noch  weit  überwiegend  in 
den  ältesten  hdschr.,  s.  Larssou)  fertig  hat  wol  sein  e  aus  dem  adv.  komp. 
gerr  (s.  §  74,  7;  gerr)  und  dem  verbum  ger(u)a  (s.  oben  6;  ger(u)a)  bezogen, 
wie  umgekehrt  das  statt  gerpa  (gerpa)  bald  auftretende  (s.  Kable  a.  o.) 
prät.  ggrpa  (später  auch  nach  §  263  anm.  1  giorpa  wie  dann  auch  giorr) 
sein  p  aus  gorr  entlehnt  hat. 

7.  ia>  ig,  z  b.  Nioruasund  {^Niarwa-  <  *Nerwa-)  s.  oben  4, 
obl.  miorkua  zu  merkue  s.  oben  3,  iorua  (anal.  nom.  iorue  statt 
*erue)  sand,  Kiotua  (anal.  nom.  Kiotue)  ein  Spottname. 

Anm.  4.  Fälle  wie  dat.  sg.  hiorue  schwert,  smiorue  butter  u.  dgl. 
st.  *hire  (vgl.  got.  hairus) ,  smerue  (s.  §  77,  9)  sind  neubildungen  zu  nom. 
hiorr,  smior  nach  den  typen  spgrr  :  sporne,  hol :  bqlue. 

$3  ua  >  ug,  z.  b.  vglua  Weissagerin,  v<pue  muskel.  Post- 
konsonantisch (in  welcher  Stellung  iv  als  solches  bleibt,  s.  §  250) 
ist  die  labialisierung  bis  zu  *uo  (vgl.  §  77, 10),  woraus  nach 
§  235, 1,  a)  o,  fortgeschritten,  z.  b.  horuetna  (agutn.  hurvitna) 
neben  dem  nach  huar  (anal,  mnorw.  auch  hör,  z.  b.  Dipl.  norv.  II 
nr.  451)  'wo'  aufgefrischten  hugr-,  huarvetna  wo  auch  immer, 
hotuetna  neben  huatvetna  was  auch  immer,  Sorkver  neben 
ßuerkuer   (Serkuer  s.  12  unten)    ein   mannsname;   vgl.  noch 


§  83.  Ausbleiben  des  to  Umlautes.  83 

nnorw.  dial.  solo  (suht,  nschw.  dial.  solva,  sula)  aus  *sicahca 
(ahd.  swalaica)  schwalbe  (vgl.  §  84  anm.). 

9.  ue  >  ue  (woraus  lautgesetzlich  wol  e,  s.  §  235. 1,  a),  z.  b. 
kuokua  (neben  kuekua:  vgl.  ahd.  quec  lebendig)  beleben  neben 
kuihr  lebendig,  ehkuekua  neben  eldkueikia  (anal,  -kueykia) 
feuerung. 

10.  ui  >  (*uy,  woraus  nach  §  235. 1,  a)  y,  z.  b.  part.  prät. 
ykuenn  gewichen,  acc.  sg.  m.  kykuan  (anal,  kuikuan)  zu  kuikr 
(nach  §  77, 12  kykr;  ags.  cwicu)  lebendig,  kykuende  (kuikuende, 
k uikende)  geschöpf,  tysuar  (ahd.  zuirö)  zweimal,  kyrkia  (statt 
*kyrkua)  neben  kuirkia  erdrosseln. 

11.  ui  >  *uy  >  y  (vgl.  10  oben),  z.  b.  ykua  (anal,  vykua) 
neben  vikia  weichen,  sykua  (s.  z.  b.  porkelsson,  Supplement  IV) 
neben  suikia  betrügen. 

12.  wb  (aisl.  ue)  >  ue  >  e  (s.  §  235,  1,  a),  z.  b.  Serkuer 
neben  Suerk(u)er  (Sorkver,  s.  8  oben,  und  durch  kontamination 
oft  Serkuer)  ein  mannsname,  röAwa  neben  reföa  erwecken, 
vekue  m.  oder  vdk[ku)a  f.,   obl.  vek\k)o  (anal,  re&o)  flüssigkeit. 

13.  cpz  (aisl.  e«)  >  ey  (aisl.  e?/),  z.  b.  keyk(u)a  (aus  kueykua 
nach  §  235, 1,  a)  neben  kueikia  beleben,  kueykua  zu  pl.  kueikor 
(wonach  anal.  sg.  kueika,  wie  umgekehrt  pl.  kueykor  nach  dem 
sg.)  feuerung,  anorw.  Leykvin  (und  Leikvin),  Oydvin  (zu  -EVd), 
BUykin  (zu  bfetfcr  bleich)  u.  a.  dgl.  Ortsnamen  s.  Rygh,  Norske 
gaardnavne,  Forord  s.  86),  anorw.  0ykrey  neben  JEikarey 
(s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  50;  vgl.  ä.  nschw.  ökia 

<  *eykua  :  nschw.  eka  nachen). 

§  83.  Jedes  w  (d.  h.  kons,  u)  wirkt  umlaut ;  also  auch  ein 
(nach  §  137,  a)  aus  sonantischem  u  in  hiatusstellung  ent- 
standenes,   z.  b.   der    frauenname   Bupuildr    aus  *Badu(h)ildR 

<  *BaÖwahildiR.  Wenn  es  scheint,  als  ob  unmittelbar  nach 
kurzem  vokal  *  ohne  umlaut  zu  hinterlassen  geschwunden 
wäre,  so  erklärt  sich  dies  nach  §  80,2  so,  dass  w  nach  der 
synkope  eines  unmittelbar  folgenden  vokals  sonantisiert  worden 
ist,  so  dass  hier  kein  w,  sondern  u  synkopiert  wurde;  daher 
strdpa  (got,  stratcida),  strä,  ndr  usw.  (s.  §  80, 2).  Wiederum 
wenn  erhaltenes  w  einen  unmittelbar  vorhergehenden  vokal 
nicht  umgelautet  hat,  so  ist  dies  wol  so  zu  erklären,  dass  w 
in  dieser  Stellung  schon  vor  dem  eintritt  des  u-umlautes  zu  d 

6* 


84  §84.  Ausgleichung  des  w-  Umlautes. 

(geschr.  /')  geworden  ist  (s.  §  250),  also  nicht  mehr  als  solches 
(d.  h.  kons,  u)  da  war.  Daher  sind  umlautlos  z.  b.  afe  (vgl. 
got.  awü  f.,  lat.  avus)  grossvater,  pl.  mdfar  (anal,  mofar)  zu 
mör  möve,  fräfan  zu  frdr  munter  (vgl.  §  80,2),  läfe  (die  seit, 
nebenform  16 fe,  s.  Larsson,  hat  ablaut  wie  aschw.  löe,  Ann. 
luuva,  gr.  äXcoq,  dkcof/j)  dreschtenne,  ävalt  (s.  §  54,  3,  a)  immer, 
snifenn  (vgl.  ahd.  sniwan)  beschneit,  pl.  tifar  (vgl.  §  77,  6) 
götter,  Ifarr  (*Ihu-hariii)  ein  mannsname,  Suifor  (Suivgr)  ein 
frauenname,  skcefa  (got.  skewjan)  gehen,  dat.  hrcefe  (got.  hraiwa) 
leiche,  Icefe  Verderb,  fr  tiefe  (got.  fraiiva)  samen,  acc.  mdefan 
schmalen,  slcefan  stumpfen,  frcefan  fruchtbaren,  pl.  stiefar  seen, 
dat.  sncefe  (got.  snaiwa)  schnee,  tiefen-  (got.  aiweins)  ewig-,  tiefe 
lebenszeit.  Da  der  Übergang  w  >  5  in  der  betreffenden  Stellung 
frühestens  um  1000  (durch  eine  assonanz  wie  Suifor :  life, 
s.  §  250)  bezeugt  ist,  wäre  also  der  eintritt  des  w-umlautes 
frühestens  in  diese  zeit  zu  verlegen.  Damit  stimmt  auch, 
dass  assonanzen,  wo  ein  durch  «-umlaut  aus  u  (also  älteres) 
und  ein  durch  w-umlaut  aus  i  entstandenes  (also  jüngeres)  y 
miteinander  reimen  (z.  b.  hygg :  Tryggua,  ynglengr  :]>ryngue),  erst 
etwas  nach  1000  belegt  sind  (s.  Falk,  Anz.  f.  d.  A.  XIX,  2 15  f.). 
Zu  dieser  zeit  wäre  demnach  der  w-umlaut  schon  vorhanden. 
Dagegen  spricht  nicht,  dass  noch  im  1 1.  jahrh.  assonanzen  wie 
her -.genta,  eJckio  :  nekJcuat,  hringe  :  lyngua  begegnen,  wo  man 
nicht  gerua,  nekkuat,  lingna  einzusetzen,  sondern  nur  ein  noch 
nicht  ausgeprägtes  0,  also  "unreine  reime"  (vgl.  §80,3  und 
Falk,  a.  0.  s.  216,  F.  Jönsson,  No.-isl.  kultur,  s.  241)  anzunehmen 
hat.  Dass  andererseits  um  1200  der  w-umlaut  nicht  mehr  ein 
lebendiges  lautgesetz  gewesen  ist,  beweisen  wol  solche  auf 
ausgleichung  (s.  §  84)  beruhenden  formen  wie  nakkuat,  gerua, 
tuisuar,  acc.  kuikuan  u.  a. 

Anm.  In  der  ältesten  poesie  bis  c.  1000  assoniert  ein  (aus  i,  i  durch 
w>-umlaut  entstandenes)  geschlossenes  y,  y  nicht  mit  einem  (aus  u,  ü,  iü 
durch  i-  und  J-umlaut  entstandenen)  offenen  y,  y,  was  wol  beweist,  dass 
die  beiden  laute  nicht  früher  als  c.  1000  oder  etwas  später  zusammen- 
gefallen sind ;  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  73  mit  note  1,  F.  Jonsson,  No.  -  isl. 
kultur,  s.  241,  Kahle,  Die  spräche  der  skalden,  s.  267  ff. 

§  84.  Durch  ausgleichung  kann  der  w-umlaut  beseitigt 
werden,  resp.  wo  er  nicht  lautgesetzlich  motiviert  ist,  ein- 
dringen (vgl.  §  81),  z.  b.  Olvalde  ein  mannsname  :  alvaldr  (nach 


§  85.  Regressiver  labialumlaut.  85 

anderen  mit  al-  zusammengesetzten  Wörtern)  herrscher,  Rogn- 
valdr :  Ragnvaldr  (nach  Bagn-arr,  -hildr  u.a.),  NgrucNarfe 
(Xare,  nach  *narion,  -u  zu  norr,  s.  §  82, 6)  mannsnamen, 
nokkuarr.  nekkuar  :  nakkuar.  nekkuar  (nach  nakkor,  nekkor 
u.  a.),  horvetna  :  huarvetna  (nach  huar),  acc.  enguan  :  enguan 
(nach  engom,  -6)  keinen,  gerua  :  genta  (nach  prät.  gerpa.  seiner- 
seits statt  g&rßa  nach  dem  inf.  *geru-a  vor  dem  eintritt  des 
w-umlautes  neugebildet),  tysuar :  tuisuar  (nach  dem  präfix  tui-), 
Ynguarr :  Inguarr  (nach  IngoJfr,  -unnr  u.  a.)  ein  mannsname, 
Solveig :  Salveig  (nach  Salbiorg,  -gerßr  u.  a.)  ein  frauenname, 
Leykvin  :  Leikvin .  anorw.  Bergvin  (s.  Haegstad.  Vestno.  maalf. 
II,  2,  i,  s.  73  und  94) :  Bergvin  Ortsnamen  (nach  berg  gebirge) 
u.  a.  m.  (s.  §  82  passim). 

Anm.  Es  gibt  auch  fälle,  wo  eine  umlautlose  form  in  ein  para- 
digma  hineingekommen  ist.  das  lautgesetzlich  keine  einzige  unumgelautete 
form  aufzuweisen  hätte.  Hier  ist  also  die  analogie  anderer  paradigmen 
massgebend  gewesen,  z.  b.  gata  statt  *gotua  (got.  gaticö)  gasse  zu  pl.  aisl. 
ggtor,  aostnorw.  gatur,  nach  dem  Verhältnis  von  saga  aussage  zu  pL  sggor, 
sagur  u.  dgl. ;  ebenso  suala  statt  *solna  (s.  §  82, 8)  schwalbe  zu  pl.  suylor, 
sualur;  ebenso  bei  "brechuDg",  z.  b.  tiara  teer  statt  *tiorua  (vgL  §82,7; 
finn.  terra)  zu  obl.  tioro,  aostnorw.  tiaru,  nach  stiarna  gestirn  zu  pl.  stiornor, 
stianrnr;  fiara  strandwasser  statt  *fiortta  (läpp,  fjercvd)  zu  obL  fioro,  fiaru. 

3.  Labialumlaut. 

§  85.  Ein  regressiver  umlaut  ist  der  vorzugsweise 
anorw.,  besonders  nach  1300  häufige  —  aber  doch  sporadische 
—  Übergang  i  (das  in  allen  Wörtern  noch  der  häufigere  laut 
ist)  >  y  vor  tautosyllabischem  f,  p,  m,  l,  r  mit  folgendem 
konsonanten,  z.  b.  pl.  gudsyfiar  (s.  Hertzberg)  paten,  ellyfti 
(s.  §  77,  7)  elfte;  klyppa  scheeren,  sypta  (suiptä)  reissen: 
pl.  ymbrudagar  jejunia  quatuor  temporum.  Grymkell  ein  manns- 
name, frdeyidsymi  Verwandtschaft.  g>jm$t<?inn  (Elis  saga)  edel- 
stem; sylfr  silber,  PorgyU  ein  mannsname,  yJmr  duft,  yhna 
duften:  fyrra  entfernen,  byrta  kundmachen,  dyrfask  dreist  sein. 
cyröa  ehren,  herbyrgi  herberge,  hyröa  schützen,  hyrdir  hirt, 
hyrta  züchtigen,  Byrgir  und  Byrgitta  personennamen.  S.  z.  b. 
Haegstad,  G.  Tr.  s.  54,  Kong.  s.  11,  18.  32.  Vestno.  maalf.  1,20 
und  II,  1,  s.  44,  F.  Jonsson.  Fagrskinna,  s.  XXIV  f. 

Anm.  1.  Vor  heterosyllabischem  f  (b)  ist  der  Übergang  nur  durch 
yfa  (Wadstein.  F.  Hom.,  s.  79,  porkelsson.  Supplement  IV,  183;  bezweifeln, 


86  §  86.  Progressiver  labialumlaut.    §  87.  Brechung. 

vor  n  nur  durch  fynna  (Cod.  Tunsb. ,  s.  §  15,  30)  finden  belegt.  Ganz  un- 
klar bleiben  hyte  hitze  und  hytta  finden  statt  gew.  hite,  hitta  (s.  porkelsson 
a.  o.,  s.  73). 

Anm.  2.  Dialektisch  scheinen  e  und  ce  vor  f  (b),  l,  r  zu  o  zu  werden, 
z.  b.  gefet  gegeben,  refr,  Refr  fuchs,  resp.  mannsname,  öfter  (vgl.  §  172  anm.  2) 
nach,  Leftravägr  (statt  Lceifira-,  vgl.  §  128)  ein  ortsname  (s.  Bngge,  Ant. 
tidskr.  f.  Sv.  X,  224);  heimele  wob  n  sitz;  kertisicceinn  k  erzen  träger.  Ebenso 
e  und  ce  zu  e  vor  m,  resp.  f  (b),  z.  b.  Klemcetson  (zu  lat.  Clemens)  ein 
mannsname,  efenlegr  ewig;  vgl.  noch  mnorw.  Fereum  st.  F&reyium. 
S.  Häigstad,  G.  Tr.  s.  69,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  44,  Arkiv  XXVI,  221;  Rygh, 
Gamle  personnavne,  s.  200;  Lind,  No.-isl.  dopnamn,  s.  693 f.,  852  (vgl.  noch 
N.  G.  L.  III,  119). 

Anm.  3.  Ob  derselbe  Übergang  vor  l  stattfindet,  bleibt  sehr  unsicher. 
Beisp.  wären  etwa  (s.  Bugge,  Helge-digtene,  s.  326)  helzti  (aber  daneben 
liplzti)  statt  hcelzti  allzu,  Helge  (und  Hqlge;  vgl.  aber  oben  §77,7,  wo 
auch  über  ellyfti  und  Hellu). 

§  86.  Ein  progressiver  umlaut  ist  der  speziell  misl. 
Übergang  d  (jetzt  wie  o  auszusprechen,  s.  §  106)  >  6  unmittel- 
bar nach  tautosyllabischem  v  (und  w?,  vgl.  §  250),  z.  b.  vööi 
(älter  väpe)  gefahr,  svö  (suä)  so,  hvörhi  (huärJce)  weder.  Der 
Übergang  tritt  nicht  vor  1350  ein  (s.  Gislason,  Aarboger  1889? 
s.  360,  363). 

Anm.  1.  Unklar  ist  der  misl.  sporadische  Übergang  ue^>uo  (obwol 
die  schrift  das  e  gewöhnlich  behält)  in  den  Wörtern  liuom  jeden,  huossu 
wie,  huort  wohin,  huorfa  weggehen  (alle  schon  am  ende  des  14.  jahrhs., 
s.  Boer,  Orvar-Odds  saga,  s.  III,  Leiden  1888),  kuold  (gegen  1500  belegt) 
abend.  Vgl.  nisl.  hvolfa  (hvölfa)  wölben,  hvolpur  junger  hund  und  hvör 
(hvur)  jeder,  hvöncer  wann,  kvöld  abend,  Jccörn  mühle,  tvöfalda  verdoppeln 
u.  a.  gegen  hvessa,  kveda,  sverfa  u.  s.  w.  (s.  B.  M.  Olsen,  Germania  XXVII. 
266  f.;  Kahle,  Gott.  gel.  anz.  18y5,  s.  909 ff.). 

Anm.  2.  Verwandt  sind  die  Übergänge  wq  >  (w)o  §  77, 10  und  §  82,  8, 
top  >  {w)ö  §  77, 11 ,  i  >  y  §  77,  5,  b,  und  die  §  80,  3  erwähnten  aostnorw. 
erscheinungen. 

III.  Brechung. 

§  87.  Unter  brechung  verstehen  wir  hier  die  entstehung 
eines  parasitischen  vokals  nach  einem  andern  vokal  durch  den 
einfluss  eines  in  der  nächsten  silbe  folgenden  sonantischen 
vokals.  Brechung  —  eigentlich  nur  ein  Spezialfall  von  umlaut 
—  tritt  im  aisl.-anorw.  nur  bei  e  ein,  welcher  vokal  (mit  den 
unten  §  90,  §  94,  §  95,  b  erwähnten  ausnahmen)  gebrochen 
wurde  so  oft  in  der  nächsten  silbe  ein  —  in  literarischer  zeit 
oft  infolge  der  synkope  (§  153  ff.)  geschwundenes  —  a  oder  u 


§88.89.  Brechung.  87 

folgte.  Je  nach  der  verschiedenen  qualität  des  wirkenden 
vokals  haben  wir  zu  unterscheiden  zwischen  der  durch  a 
hervorgerufenen  a-brechung  und  der  durch  u  bewirkten 
M-brechung.    Vgl.  auch  §  96. 

Anm.  1.  Wo  früher  eine  w-brechung  angenommen  worden  ist,  liegt 
vielmehr  u-brechung  vor,  indem  w,  vor  dem  eintritt  der  brechung,  zu  u 
sonantisiert  worden  ist ;  vgl.  §  77,  9. 

Anm.  2.  Auch  ein  nach  §  128  und  §  117  aus  an  entstandenes  e  wird 
gebrochen,  z.  b.  anorw.  hicelgi  (nach  obl.  hicelga  aus  Viialga  §  70, 1  <C  helga- 
s.  Undset,  Indskrifter  fra  middelalderen,  Chra.  1888,  s.  13)  der  heilige  sowie 
oft  Hicelgi  als  mannsname ;  s.  Noreen ,  Arkiv  1, 170  f. ,  und  vgl.  Kock, 
Umlaut  imd  Brechung,  s.  263. 

§  88.  Durch  die  a-brechung  wird  aus  e  zunächst  der 
fallende  diphthong  *ea,  woraus  dann  steigendes  ia  (vgl.  §  133,  a), 
z.  b.  biarga  bergen,  hiarta  herz,  siarna  stern,  gialda  vergelten, 
Hialdr  (urn.  lieldciR  Tjurkö)  ein  mannsname  =  hialdr  kämpf, 
sialdan  selten,  iafn  eben,  siatna  zusammensinken,  iata  krippe, 
iara  streit,  giafare  geber,  iafiarr  rand,  iaxl  backzahn  u.  a. 

Anm  1.    Ueber  a(ost)norw.  ice  aus  ia  s.  §  70, 1. 

§  89.  Durch  die  w-brechung  wird  aus  e  zunächst  *ea, 
dann  ia  (das  aonorw.  vor  erhaltenem  u  bleibt,  ausser  unmittel- 
bar vor  g,  k)  und  noch  später  ig  (in  der  ältesten  literatur 
gewöhnlich  geschrieben  und  vielleicht  auch  gesprochen  io, 
s.  Kock,  Umlaut  und  Brechung,  s.  281  und  die  daselbst  zitierte 
literatur,  Arkiv  XXII,  347  mit  note;  Jones,  The  phonology 
of  the  Elis  saga,  s.  5),  z.  b.  iorp  erde,  hiorfi  herde,  i  fiorfi 
(gr.  jrtQvoi)  im  vorigen  jähre,  hiortr  (ags.  heorot)  hirsch,  hiorr 
(got.  hairus)  schwert,  fior  (vgl.  got.  fairlvus  leben),  miolk  (got. 
miluks)  milch,  fiol-  (got.  filu)  viel-,  ioforr  (aonorw.  iafur)  eber, 
fürst,  fiotorr  (aonorw.  fiatur)  fessel,  iotonn  (aonorw.  iatun)  riese, 
Iokoll  (aonorw.  Iakul),  Iorundr  (aonorw.  Iarundr)  mannsnamen, 
miok  (gr.  (itya)  sehr;  s.  Hultman.  Hälsingelagen  I,  344  und  die 
dort  zitierte  literatur.  Bei  dehnung  (nach  §  124,  3  oder  sonst) 
wird  dies  io  (io)  zu  io  (nicht  iq),  z.  b.  hiolp  hilfe,  miolk  milch, 
dat.  siölfom  selbst,  fiorom  (*fiodrom  §  292)  vier. 

Anm.  1.  In  einigen  fällen  findet  man  anorw.  iu  neben  io,  z.  b. 
fiugur  vier  (ntr.),  fiugrtän  vierzehn,  tiugu  (s.  §449  anm.),  piukkr  dick, 
Piustulfr  (s.  §  95,  1).  Wahrscheinlich  steht  (wie  im  aschw.)  tu  ursprünglich 
nur  vor  erhaltenem  u  oder  w,  also  piokkr  {*pekwuR),  aber  dat  ßiukkum : 
doch  kommt  im  mnorw.  selten  als  mannsname  Biurn  statt  Biorn  vor. 


88  §90—92.  Brechung. 

Anm.  2.  Ueber  a(ost)norw.  fialde  menge  neben  gew.  fiolde  (aisL 
fiolpe)  s.  teils  Hultman,  Hälsingelagen,  s.  346,  teils  Noreen,  Arkiv  1,166. 

Anm.  3.  Wol  nur  dialektal  ist  die  anorw.  brecbung  eines  i  zu  tu 
(seit,  io)  unmittelbar  vor  gw,  z.  b.  SingurÖr  (aus  -vprdr;  einmal  SiogvorÖr), 
Siugvalde,  Siugvatr  (einmal  Siog-)  neben  SigurÖr,  -valde,  -{h)uatr  u.  dgl. 
mannsnamen.    S.  Kock,  Arkiv  XXXII,  176  ff. 

§  90.  Brechung  findet  nicht  statt,  wo  ein  v,  w  (kons.  u\ 
l  oder  r  dem  e  unmittelbar  vorhergeht,  oder  heterosyllabisches 
h  (das  früh  mit  ersatzdehnung  schwand,  s.  §  230, 1)  unmittel- 
bar folgte,  z.  b.  verpa  werden,  velta  wälzen,  vefa  weben ;  huerfa 
sich  wenden,  suelta  hungern;  lefir  (Hepra)  leder,  legr,  lega 
grabplatz;  reka  treiben,  rekkr  (s.  §77,3;  vgl.  dagegen  piokkr) 
finsternis;  sea  (sid)  aus  *sehan  (statt  *sehwan,  got.  saihan) 
nach  den  übrigen  Stammformen:  *sah,  *säjum  usw.  sehen,  fe 
(ß  <  feu,  got.  faihu,  s.  §  77, 4)  vieh,  geld.  Vgl  .noch  §  94  und 
§95,3,b. 

§  91.  Wo  in  einem  paradigma  oder  in  einer  gruppe  von 
verwandten  Wörtern  gebrochene  und  ungebrochene  formen 
wechseln  sollten,  ist  oft  ausgleichung  eingetreten,  so  dass 
entweder  der  gebrochene  vokal  durchgeht,  z.  b.  bialke  balken 
nach  obl.  bialka,  siafne  liebe  (vgl.  sefe  gemüt),  dat.  Malte  nach 
nom.  hialt  schwertknopf ;  oder  es  ist  der  ungebrochene  vokal 
verallgemeinert  worden,  z.  b.  ßegn  (aschw.  picegn)  freier  mann, 
setr.  (und  seta  f.)  sitz  nach  dat.  setre  (vgl.  auch  setia  sitzen, 
aus  scbtia),  sehr  (aschw.  sicel)  seehund  nach  dat.  *sele,  melr 
Sandbank,  stertr  (aschw.  sticerter)  sterz,  snerta  berühren  nach 
präs.  snertr,  gnesta  krachen,  serpa  Unzucht  treiben,  bera  bärin 
nacli  obl.  bero  (s.  §  95,  3,  b),  obl.  setta  (aschw.  siätta  aus  *siähta 
<*siahta)  nach  nom.  sette  (*sehte)  sechste;  oder  endlich  sind 
doppelformen  entstanden,  z.  b.  biarg  und  berg  gebirge,  fiall  und 
feil  fels,  berftall  bärenhaut :  bokfell  pergament,  fialms- :  felms- 
fullr  erschrocken,  gupspiall : -spell  evangelium,  kiaptr,  kioptr 
und  keptr  kinnlade,  spiall  und  spell  schaden,  spiald :  speld  tafel, 
siatna  :  setna  zusammensinken,  iata :  eta  (nach  eta  essen)  krippe, 
anorw.  Piasmör :  Pesmor  (s.  Haegstad,  Gr.  Tr.  s.  61)  ein  Ortsname, 
anorw.  Biarne  :  Berne,  Iarpr  :  Erpr,  Hicelgi  (s.  §  87  anm.  2) 
:  Hcelgi  mannsnamen  u.  a.  m. 

§  92.  Das  den  brechungsvokalen  zugrunde  liegende  e 
kann  in  gewissen  formen  (zu  e)  ?£-umgelautet  worden  sein 


§93  —  95.   Brechung.  89 

(§  82,  3),  in  anderen  (zu  ä)  i-umgelautet  (s.  §  63,  3),  endlich  in 
anderen  zunächst  in  genannter  weise  i-,  dann  (zu  y)  «'-um- 
gelautet (s.  §  79,  4).  Durch  ausgleichung  entstehen  dann 
doppelformen  wie  miorkue  :  merke  {myrkue)  und  smior  :  sm&r 
(§82,3  und  77,9);  fiarre-.firre  fern,  anorw.  tiogo  (nach  nom. 
sg.*tiogr,  schwed.  tjog;  lmal  bei  Sighuatr)  oder  üugu  (lmal 
in  Fagrskinna,  F.  Jönssons  ausgäbe  s.  222;  s.  §  89  anm.  1) 
zwanzig  :  acc.  pl.  tigo  (nach  nom.  tiger;  tego  nach  §  95,  3,  b) 
dekaden;  fiorua  :  fyrua  (s.  §  82,  4)  ebben,  piokkr  (anorw.  auch 
P'tukkr)  :  pykkr  und  tiara :■ :  tyrue  §82,4.  Tgl.  noch  gegensätze 
wie  giald:  gilde  bezahlung,  hialpa  helfen  :  hilper  helfer,  pl.  hiap- 
ningar  gefolgschaft  Heden's  (ahd.  Hetari)  :  anorw.  Hiden 
(s.  §  63,  3)  ein  mannsname,  kialta  (kioltung)  :  kilting  schoss, 
sniallr  begabt :  snille  begabung;  fior  leben  :  firar  (fyruar  §  82, 4, 
anal,  fioruar)  männer,  fiorpr  (gen.  fiarpar)  :  pl.  firper  meerbusen; 
iolstr :  ilstre  salix  pentandra,  miok  sehr :  mikell  gross',  Skiolf 
uhügel"  als  Ortsname :  skilfingr  eine  fiirstenbenennung. 

§  93.  Ebenso  sind,  wo  a-  und  u-brechung  wechselten, 
bisweilen  ausgleichungen  eingetreten,  z.  b.  kiaptr :  kioptr  kinn- 
lade,  anorw.  seit,  tiarn  ntr. :  tiom  f.  kleiner  see.  Fälle  wie 
aonorw.  dat.  Ingibiargu  :  awnorw.  -biorgu  ein  weibername,  iarÖu 
:  iordn  erde,  dat.  pl.  skialdum  :  skioldum  erklären  sich  im  allg. 
nach  §  89,  dagegen  fälle  wie  gen.  Ingibiorgar  statt  -biargar 
(Haegstad,  G.  Tr.  s.  61),  dat.  anorw.  fiatri  (nach  nom.  fiatur, 
s.  §  89)  st.  fiotri  durch  ausgleichung. 

Anm.  Der  mannsname  latmundr  Edmund  ist  ags.  lehn  wort.  I'eber 
iaparr  :  ioporr  s.  §  173,  5. 

§  94.  In  schwachtoniger  silbe  tritt  keine  brechung  ein, 
z.  b.  mepal  zwischen,  mepan  inzwischen,  epa  (got.  aippau)  oder, 
ef  wenn  (vgl.  aschw.  ioef  zweifei).  Verschiedene  betonung  gibt 
anlass  zu  doppelformen  wie  anorw.  (s.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  67 
note;  Groth,  Det  AM.  Haandskrift  310  qvarto,  s.  XXIII;  Falk 
und  Torp,  Dansk-norskens  syntax,  s.  XII  note;  Kock,  Arkiv 
XXX,  344  ff.,  XXXII,  185  f.)  iak  (urn.  eka) :  ek  ich. 

§  95.  Die  brechung  wurde  wol  am  frühesten  durch  ein 
ganz  unbetontes,  erst  später  durch  eiD  etwas  stärker  betontes 
a,  resp.  w  bewirkt.  Infolgedessen  haben  wir  auch  in  betreff 
der  brechung  mehrere  perioden  —  in  hauptsächlicher  über- 


90  §  95.  Brechung. 

einstimmung  mit  denjenigen  der  nahen  verwandten  umlaute 
(s.  §  63,  §  77)  —  zu  unterscheiden  (s.  Söderberg  in  Öfversigt 
af  filol.  sällskapets  i  Lund  förhandlingar  1881 — 88,  s.  95  f.; 
Kock,  Arkiv  XVII,  161  ff.): 

1.  Die  zeit  (etwa  650 — 900),  wo  brechung  nur  durch  urn. 
ganz  unbetontes  (daher  relativ  früh  synkopiertes,  s.  §  153, 1) 
u,  resp.  u  bewirkt  wird.  So  besonders  in  langer  starktoniger 
silbe.  Formen  wie  hialdr  (urn.  heldaii  Tjurkö  um  550)  kämpf, 
biarg  (*berga)  gebirge  gehören  schon  der  letzten  urn.  zeit, 
weil  das  betreffende  a  um  700  nicht  mehr  da  war  (vgl.  zwar 
in  Schweden  schon  c.  650  Istaby  -ivulafR  <  -*wulfa,R,  aber  gleich- 
zeitig in  Norwegen  noch  By  hroRCLR  und  erst  c.  725  Vatn 
rhoaltR  mit  synkope);  iorft  erde  u.  dgl.  wiederum  der  zeit 
gegen  900  (vgl.  §  80, 1  und  air.  c.  850  elta  pl.  t,  das  un- 
synkopiertes  anorw.  *heltu,  d.  h.  hiolt  schwertgriff,  voraussetzt. 
s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  77).  —  In  fällen  wie  der  mannsname 
(s.  Lind,  Arkiv  XI,  269)  anorw.  Pestolfr  (neben  Picest-,  Piostolfr, 
Piustulfr  nach  3  unten)  oder  (s.  Falk,  Arkiv  III,  306  f.)  spellvirke 
beschädigung  zu  spiall  (spell)  schaden,  bergbüe  felseneinwohner 
zu  biarg  (berg)  berg,  ferner  der  Ortsname  Bergvin  (anal.  Biarg- 
vin,  Biorgviri)  zu  biorg  grat  (s.  Rygh,  Norske  gaardnavne,  Forord 
s.  43),  erpgröenn  (bei  Egell,  überliefert  iard-,  aber  mit  ver]>a 
assonierend,  s.  F.  Jonsson,  Kritiske  studier,  s.  117  f.)  aus  der 
erde  gewachsen  zu  iorp  erde  u.  a.  m.  ist  wol  a,  resp.  u  schon 
vor  dem  eintritt  der  a-,  resp.  w-brechung  synkopiert  worden; 
anders  Kock,  Umlaut  und  Brechung,  s.  299  f. 

2.  Die  zeit  gegen  900,  wo  auch  ein  urn.  etwas  stärker 
betontes  (daher  relativ  spät  synkopiertes)  a,  resp.  u  brechung 
bewirkt.  So  besonders  in  kurzer  starktoniger  silbe,  z.  b. 
giafmildr  freigebig  aus  *gedamüdtR,  fiolkunnegr  zauberkundig. 
miopdrekka  zeche  (ein  fall  wie  miapveiter,  -kona  'metgeber. 
-geberin  ist  wie  sparhaukr  §  80  anm.  zu  beurteilen,  verhält 
sich  also  zu  miopr  wie  z.  b.  skia.dsueinn  statt  *skeldsueinn, 
s.  1  oben,  Schildträger  zu  shigldr,  d.  h.  ist  neubildung  nach 
dem  typus  kattbelgr :  kgttr) ,  Mal  rede,  Molr  kiel  usw.  (miop, 
Mor,  miol,  siot  als  einsilbige  reime  schon  in  der  Hofoldausn, 
vgl.  §80,  2). 

Anm.  I.  Fälle  mit  ungebrochenem  vokal  wie  metorp  Würdigung. 
berfiall  bärenhaut  sind  wol  von  meta  würdigen,  bera  bärin  u.  a.  beeinflusst. 


§95.  Brechung.  91 

3.  Die  zeit  nach  der  a-,  resp.  w-synkope,  wo  brechung 
durch  ein  um.  noch  stärker  betontes  (daher  später  erhaltenes) 
«,  resp.  u  hervorgerufen  wird,  z.  b.  hiarta  herz,  dat.  pl.  kiolom 
kiele.  Dieser  fall  ist  bei  a-brechung  vielleicht  schon  um  900 
durch  assonanzen  wie  (bei  piööolfr)  blaÖ  :  fiaörar  u.  dgl. 
(s.  Kahle,  Die  spräche  der  skalden  s.  51;  vgl.  auch  den  runen- 
namen  biercan  im  Cod.  Leid.),  bei  w-brechung  etwa  gleichzeitig 
durch  air.  eobur  aus  anorw.  iofurr  (nicht  iofurr  l  nach  Mar- 
strander,  Bidrag  s.  79)  und  um  1000  durch  (bei  Sighuatr) 
flokke :  piokkua  (s.  Kahle,  Arkiv  XII,  375)  belegt.  Diese  jüngere 
brechung  wird  von  jedem  in  um.  zeit  schwachtonigen  a  und  u 
bewirkt,  aber  nur  von  solchen;  demnach  haben  wir  bei  der 
brechung  folgende  zwei  verschiedene  fälle  zu  unterscheiden 
(s.  Kock,  Arkiv  XXX,  339  ff.  und  die  dort  zitierte  literatur, 
XXXI,  321  ff.,  Umlaut  und  Brechung,  s.  248 ff.): 

a)  In  langer  silbe  tritt  brechung  allgemein  ein.  Also 
steht  brechung  sowol  vor  um.  unnasaliertem  vokal,  z.  b.  hiarta 
(got.  hairtö)  herz,  stiarna  (got.  stairno)  stem,  gen.  iarpar  (got. 
airpös)  erde,  wie  vor  urn.  nasaliertem  vokal,  z.  b.  hialpa 
helfen,  biarga  bergen,  obl.  bialka  balken,  acc.  pl.  fiorpo  neben 
nom.  ferner  meerbusen;  sowie  auch  vor  noch  in  literarischer 
zeit  nasaliertem  vokal,  z.  b.  sialdan  selten,  iafnan  immer, 
biarkan  ein  runenname,  fiorggn  (got.  fairguni)  die  erde,  kiol- 
tung  neben  kilting  (s.  §  92). 

Anm.  2.  Anorw.  gema  neben  gew.  giarna  gern  ist  wol  von  dem 
mndd.  gern  beeinflusst. 

b)  In  kurzer  silbe  unterbleibt  die  brechung  vor  vokalen, 
die  in  urn.  zeit  wegen  des  Schwundes  eines  folgenden  nasals 
lang  geworden  oder  geblieben  sind,  und  die  infolgedessen  bei 
späterer  kürzung  noch  wenigstens  halbstark  (vgl.  §  51  anm.  1) 
sind.  Es  tritt  demnach  zwar  brechung  auf  z.  b.  in  gen.  giafar 
(got.  gibös)  gäbe,  iaparr,  giafare.  iura,  iata  (gew.  eta  nach  eta 
essen),  s.  §  88,  iotonn  riese , '  ioforr  fürst,  fehlt  aber  in  stela 
stehlen,  bera  tragen,  obl.  ]>ela  frost  in  der  erde,  bero  bärin, 
acc.  pl.  tego  (got.  tiguns). 

Anm.  3.  Unklar  sind  die  überhaupt  etymologisch  etwas  dunklen 
fxgat  (pagat)  dorthin,  pegar  (anorw.  auch  pagar,  s.  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  II,  1,  s.  21  und  11,2,  i,  s.  37)  sogleich,  anorw.  peöan  (aisl.  papan) 
von  dort. 


92     §  96.  Brechung.     §  97.    Entwickelung  der  alten  di-  und  triphthonge. 

Anm.  4.  In  gewissen  anorw.  gegenden  steht  brechung  in  kurzer 
silbe  auch  (wie  im  ostn.)  vor  (einst)  nasaliertem  a,  z.  b.  giafa  (Haegstad, 
Vestno.  maalf.  I,  67,  gicefa  Haegstad,  G.  Tr.  s.  61)  neben  gefa  geben,  obl. 
stiaTca  stecken  und  die  Spottnamen  Hiaka,  Hicesa  «  *Hiasa  s.  §  71  anm.  1), 
wonach  nom.  stiaki  u.  s.  w. 

Anm.  5.  Unsichere  aisl.  spuren  dieser  brechung  sind  iake,  obl.  -a 
eisblock,  räßgiafe,  -a  ratgeber  u.  a.  auf  -giafe,  die  vielleicht  auch  anders 
erklärt  werden  können  (s.  Kock,  Arkiv  XXXI,  334  ff.).  Hiala  reden,  skiala 
schwatzen  und  stiaka  einen  stoss  versetzen  haben  sich  nach  präs.  hialar, 
prät.  hialafia  u.  s.  w.  gerichtet  (s.  a.  o.,  s.  324  ff.). 

§  96.  Eine  verwandte,  wenn  auch  weit  spätere,  erscheinung 
ist  die  seit  dem  anfang  des  13.  jahrhs.  in  gewissen  anorw. 
hdschr.  auftretende  i-brechung  bei  e,  ce,  ce,  welche  zu  ei,  resp. 
cei  und  cei  werden,  wenn  die  folgende  silbe  ein  (son.  oder  kons.) 
i  enthält,  z.  b.  dreipin  getötet,  veirit  gewesen,  hceifir  hat,  sceitia 
setzen,  leeigi  läge,  landamceiri  grenze  usw.  statt  drepenn  usw.; 
s.  Dahlerup,  Ägrip,  s.  XIV;  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  62;  Haegstad, 
G.  Tr.,  s.  70,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  121. 


IV.  Die  di-  und  triphthonge. 

a)    Entwickelung  der  alten  di-  und  triphthonge. 

§  97.  cei  (urn.  ai,  s.  §  54)  wird  —  vom  umlaut  (§  77, 15 
und  §  79,13)  abgesehen  —  auf  dreifache  weise  behandelt: 

1.  In  den  meisten  Stellungen  ist  es  im  anorw.  (in  den 
meisten  gegenden)  als  solches  erhalten,  dagegen  im  aisl.  natür- 
lich bei  dem  Übergang  des  ce  in  e  (s.  §  117)  zu  ei  geworden, 
z.  b.  anorw.  bceit,  aisl.  beit  (got.  bau)  biss,  ceinn,  einn  (got.  ains) 
ein,  hceill,  heill  (got.  hails)  heil,  hceita,  heita  (got.  haitan)  heissen. 

2.  Zu  e  kontrahiert  vor  einem  aus  schon  in  urn.  zeit  aus- 
lautendem s  entstandenen,  später  geschwundenen,  h  (s.  §  230,  2), 
z.  b.  1.  3.  sg.  prät.  hne  zu  hniga  sich  neigen,  stc  (anal.  2.  sg.  stet 
neben  steigt)  zu  stiga  steigen,  se  zu  siga  sinken,  me  zu  miga 
harnen  neben  den  anal,  neubildungen  hneig,  steig  usw. 

Anm.  1.  Dialektisch  kommt  dieselbe  kontraktion  auch  in  anderen 
Stellungen  vor:  aisl.  belege  schon  vor  1250,  z.  b.  in  Codd.  AM.  (645,  4°,  alt. 
teil?)  655,  4°,  fragm.  II,  IV,  V  und  677,  4°,  alt.  teil  (s.  L.  Larsson,  Arkiv  V, 
142 ff.);  shetl.  aus  dem  j.  i355  (Haegstad,  Hild.,  s.  44);  onorw.  vor  1400 
(Hsegstad,  Upphavet  s.  7;  Falk  und  Torp,  Dansk-norskens  syntax,  s.  XII 
note);  orkn.  aus  1426  (Haegstad,  Hild.,  s.  44). 


§  98.   Entwickelung  der  alten  di-  und  triphthonge.  93 

3.  Zu  ds  kontrahiert  vor  erhaltenem  (später  zu  5  über- 
gegangenem, s  §  250)  w,  s.  v.  Friesen,  N.  spr.  I,  17  ff.,  29  f., 
II,  11  ff.  Beispiele  sind  dsfen  (got.  aiweins)  ewig-,  cefe  (vgl.  lat, 
ceuum)  lebenszeit,  langcer  (lat.  longcevus)  lange  dauernd,  de  (nach 
dat.  *awe)  neben  ey  (got.  aiw,  s.  §  77, 15)  immer,  hrce  (got. 
hraiiv)  leichnam  nach  dat.  hrcefe,  Icefirke  (ags.  läwerce)  lerche, 
Hläfopr,  -freyr  (zu  urn.  hlaiwa  grab)  Odinsnamen,  sär  (got. 
saiws)  see  nach  gen.  sdefar  u.  a.,  sncer  (got.  snaiws)  schnee, 
s£ö§r  (ags.  slcew)  stumpf,  free  (got.  fraiw)  same,  />#/-  fruchtbar, 
freefask  gedeihen,  vce  (finn.  vawa,  ahd.  we,  gen.  icewes)  weh,  ^ 
(ags.  Za,  ahd.  Ze^-es)  verderb.  Ueber  die  weiterentwickelung  der 
Verbindung  ceiv  s.  §  106. 

Anm.  2.  Ueber  die  kürzungen  von  cei,  ei  zu  ce,  e  s.  §  128,  zn  i,  e  s. 
§  127  anm.  1. 

§  98.  Ott  (um.  au,  s.  §  55)  wird  —  vom  umlaut  (s.  §  63, 14, 
§  68,7  und  §  71,8)  abgesehen  —  auf  zweifache  weise  behandelt: 

1.  In  den  meisten  Stellungen  zwar  in  einigen  dialekten 
als  solches  erhalten,  im  allgemeinen  aber  anorw.  zu  ou  (oder 
au),  aisl.  zu  au  geworden,  z.  b.  anorw.  gout,  aisl.  gaut  (got. 
gaut)  goss,  ouka,  auka  (got.  aukan)  vermehren,  douör,  dau]>r 
(got.  daapus)  tod,  ouga,  auga  (got.  augo)  äuge.  Wenn  es  durch 
schwund  eines  folgenden  5  vor  u  (s.  §  235,  2)  antesonantisch 
zu  stehen  kommt,  geht  es  in  w,  woraus  nach  §  250  d,  über, 
z.  b.  anorw.  hofuÖ  (hufuÖ  nach  §  121),  hofoö,  hafud,  aisl.  hofo]> 
aus  *JiqwuÖ  <  *haubuÖ  (ags.  heafod,  vgl.  got.  haubip),  in  alten 
gedienten  noch  vereinzelt  (s.  Sijmons,  Die  lieder  der  Edda, 
Nachträge  s.  XIV  und  Einleitung  s.  CCLIII)  liaufop  mit  wieder 
eingeführtem  5  nach  den  synkopierten  kasus,  z.  b.  dat.  hanfpe 
(aschw.  h&fpe)  haupt;  ebenso  tofr  (bes.  nisl.)  neben  taufr  (bes. 
aisl.)  durch  ausgleichung  einer  flexion  Hofor  aus  *tau(ß)ur  (ags. 
teafor)  :  dat.  taufre  Zauberei. 

2.  Zu  o  kontrahiert  vor  einem  urspr.  oder  aus  schon  in 
urn.  zeit  auslautendem  g  (s.  §  230,2)  entstandenen,  später  ge- 
schwundenen h,  z.h.pö  (got.  }>auh)  jedoch,  prät.  (selten)  flö 
(got.  piauh)  oder  (öfter)  fläpa  (*flauhicfö)  floh,  subst  flö  (ahd. 
flöh)  floh,  hör  (agutn.  haur,  got.hauhs;  vgl.  §  55)  hoch,  No.  Hom. 
höÖ  [*hauhipu)  höhe,  lö  (agutn.  Lau,  ahd.  loh,  litau.  laükas,  lat. 
Jmcws)  hain,  bes.  in  Ortsnamen  wie  Oslo  u.  dgl.;  1.,  3.  sg.  prät. 


94  §  99 — 101.  Entwickelung  der  alten  di-  und  triphthonge. 

ind.  16  (got.  laug)  zu  liüga  lügen,  so  zu  süga  saugen,  smö  zu 
smiüga  schmiegen  neben  den  anal,  neubildungen  laug  usw. 
S.  Leffler,  Arkiv  I,  269  ff.;  Pipping,  Stud.  nord.  fll.  XII,  1,  s.  58 
und  die  dort  zitierte  literatur. 

Anm.  Dialektisch  kommt  dieselbe  kontraktion  auch  in  anderen 
Stellungen  vor:  aisl.  schon  vor  1250,  z.  b.  in  Cod.  AM.  677,  4°,  alt.  teilj 
onorw.  Bömariki  (1383)  statt  Roumariki,  BökstaÖer  <  Baugstader  Orts- 
namen (s.  L.  Larsson,  Arkiv  V,  146  ff. ;  Hsegstad,  Upphavet  s.  7).  Selten 
steht  (wie  im  ostn.)  e,  z.  b.  bisweilen  in  Cod.  AM.  645,  4°  sowie  mnorw. 
(drontheimisch,  s.  Hsegstad,  Kong. ,  s.  22  und  32  f.)  uud  im  orknöischen 
(s.  L.  Larsson ,  Isländska  handskriften  Nr  645,  4°,  s.  XLVIII  und  LIV; 
Hsegstad,  Hild.  s.  43);  in  shetländischen  Urkunden  ü  (s.  Wadstein,  F.  Hom., 
s.  67  note;  Haegstad  a.  o.).     Z.  b.  böß,  resp.  böÖ  und  büö  statt  baup  bot. 

§  99.  Das  durch  i-,  j-  oder  Ä-umlaut  aus  gu,  ou  ent- 
standene ey  (s.  §  63,14,  §  68,7,  §  71,  b)  ist  demnach  über- 
wiegend anorw.,  das  aus  au  entstandene  ey  (anorw.  wy)  vor- 
zugsweise aisl.  Im  13.  jahhr.  schwindet  ey  auch  wo  es  durch 
u-  oder  et'-umlaut  aus  ei  entstanden  ist,  s.  §  77, 15  und  §  79, 13) 
im  aisl.  ganz,  wozu  der  im  §  119  erwähnte  Übergang  e>  e 
beigetragen  haben  mag. 

Anm.  Dialektisch  kommt  kontraktion  zu  e  vor,  z.  b.  in  Codd.  AM. 
645,  4°,  alt.  teil  und  677,  4°,  alt.  teil,  im  orknöischen,  im  shetländischen 
und  mnorw.,  bes.  drontheimisch  (s.  L.  Larsson  und  Haegstad,  a.  o.).  Selten 
steht  y,  z.  b.  in  Codd.  AM.  320  fol.  und  625,  4°  (s.  Gislason,  Om  navnet 
Ymir,  s.  7  ff.,  Um  frumparta,  s.  196)  z.  b.  hyra  statt  Jieyra  (hceyra),  heyra 
{hera)  hören. 

§  100.  Der  schwebende  diphthong  iu  (um.  eu  >  iu,  s.  §  56) 
wird  —  vom  umlaut  (§  63,  13,  §  68,  6  und  §71,7)  abgesehen  — 
zum  steigenden  iu,  z.  b.  nom.  sg.  f.  liüf  (ürn.  liudu)  Opedal,  s.  §  56), 
iül  (bes.  anorw.,  s.  Fritzner)  aus  urn.  \f)iulu  (s.  §  56)  neben  gew. 
iöl  nach  §  101,2  a  usurn.  *(j)igulu  (s.  §  56)  mit  igu  nach  *igul- 
>  iöla-aptann  Weihnachten,  itigr,  iür  (s.  §  292)  euter. 

§  IUI.  Der  schwebende  triphthong  igu  (urn.  eu,  s.  §  56) 
wird  zu  den  zwei  steigenden  diphthongen: 

1.  iu  vor  f,  g,  Jc,p,  z.  b.  hiüfra  (vgl.  got.  hiufan)  wehklagen, 
fliüga  fliegen,  siükr  (got.  siuks)  krank,  kriüpa  kriechen. 

Anm.  1.  Ausnahmsweise  steht  iö  (vgl.  2  unten)  vor  f  und  p.  So 
allgemein  in  piöfr  (in  mannsnamen  auch  seltener  -piüfr,  s.  Bugge,  Arkiv 
VI,  225)  dieb,  selten  misl.  stiöpmöÖir,  -son  (s.  M.  Olsen,  VQlsunga  Saga, 
s.  LXXXVIII)  Stiefmutter,  -söhn,  mnorw.  riöfa  (s.  Haegstad,  Kong.,  s.  21) 
reissen. 


§  102. 103.  Entstellung  neuer  diphthonge.  95 

2.  iö  in  übrigen  Stellungen,  z.  b.  siön  (got.  siuns)  das 
sehen,  Jriöp  (got.  piuda)  volk,  kiösa  (got.  kiusan)  wählen,  hliömr 
ton,  <7id£a  (got.  gintari)  giessen,  piörr  stier,  kiöll  schiff,  pio 
(&gs.  peoh)  lende. 

Anm.  2.  In  anorw.  dialekten  kann  in  (wie  im  aschw.)  statt  iö  vor- 
kommen, z.  b.  liüs  (s.  Hertzberg  s.  238)  licht,  orkn.  biürr  (s.  Hsegstad,  Hild. 
s.  42)  bier. 

Anm.  3.  Vielleicht  war  in  irgend  einem  anorw.  dialekt  der  Übergang 
in  steigende  diphthonge  noch  im  anfang  des  13.  jahrhs.  nicht  durchgeführt, 
s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  123. 

Anm.  4.  Die  fallenden  brechungsdiphthonge  ea,  ig  werden  ebenfalls 
zu  steigenden  und  zwar  zu  ia,  io  (iu),  iä,  iö  (iü);  s.  §  88  und  §89 
mit  anm.  1. 

b)    Entstellung  neuer  diphthonge. *) 

§  102.  e  (altes  oder  nach  §  117  aus  ce  entstandenes)  vor 
ng  wird  seit  1300  (zum  teil  schon  früher,  s.  Kälund,  Heiöar- 
viga  saga,  s.  XX)  im  aisl.  (selten  im  awestnorw.,  s.  Haegstad, 
Gamalnorsk  fragment,  s.  11,  Vestno.  maalf.  11,2,  i,  s.  121,  122) 

—  doch  nicht  im  westlichen  teil  der  insel  (mitteilung  R.  Arpi's) 

—  zu  ei  z.  b.  geingu  (sie)  gingen,  leingi  lange. 

Anm.    Ueber  e  >  ie  nach  k,  g,  h  s.  §  103 ;  e  >  ei  vor  »  s.  §  96. 

§  103.  e  wird  im  aisl.  (sporadisch  auch  im  awestnorw., 
aber  erst  in  mnorw.  zeit,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i, 
s.  89)  zu  ie,  dialektisch  schon  um  1200,  allgemein  erst  um 
1300,  z.  b.  hier  hier,  iel  schneeschauer,  mier  mir,  liet  liess  statt 
her  usw.,  wiewol  die  Schrift  gewöhnlich  das  zeichen  e  behält; 
s.  J.  porkelsson,  ßreytingar,  s.  34,  Dahlerup,  Aarboger  1889, 
s.  248.  Nach  (den  palatalen)  k,  g.  h  hat  gleichzeitig  kurzes 
(nach  h  aber  nur  geschlossenes,  d.  h.  nicht  aus  ce  nach  §  117 
entstandenes)  e  die  analoge  entwickelung  zu  ie  durchgemacht, 
z.  b.  kietill  kessel,  giekk  ging,  hiekk  hing,  hielt  hielt,  hiedan 
von  hier,  hieri  (vgl.  §  71  anm.  1)  hase,  Hieöinn  ein  mannsname 
statt  ketell  usw.  Sehr  auffallend  tritt  diphthong  auch  in  hieraö 
(anorw.  im  allg.  hcerad,  also  mit  urspr.  offenem  aisl.  e)  bezirk 
auf.    S.  Sievers,  Beitr.  XVI,  242 ;  Hoffory,  K.  Z.  XXVII,  502. 

Anm.    Ueber  ?w  >  iö  s.  §  106  anm.  1. 


')  Ueber  die  brechungsdiphthonge  s.  §§  87 — 96. 


96  §  104  —  106.   Entstehung-  neuer  diphthonge. 

§  104.  y  wird  sporadisch  im  anorw.  (bes.  ostländisch) 
des  14.  und  15.  jahrhs.  zu  iu  (selten  io)  vor  r  oder  l  (bes. 
kakuminalem)  mit  folgendem  konsonanten,  z.  b.  GiurÖ(e)r, 
Giordr  ein  mannsname,  hiuröir  (<  hyrdir  aus  hirdir  nach  §  85) 
hirt,  kiorkia  kirche,  Murr  still,  kiurtil  rock,  skiorta  hemd  statt 
GyrÖr  usw.;  kiulna  darrofen,  miulna  mühle  statt  Jcylna,  mylna, 
der  mannsname  Giulfe  st.  6fyZ/e,  sj'wI/V  (<  s«/£/V  <  silfr)  Silber, 
skiuldr,  skioldr  (<  skyldr  <  skildr)  geschieden.  Der  Übergang 
tritt  auch  in  nebentonigen  ableitungssilben  ein,  z.  b.  lykiul 
(<  lykyl  §  145  anm.  5  <  lykill)  Schlüssel,  mykiul  gross,  kcetiul 
kessel,  JEgiul,  JEitiul,  Vigiul,  Porgiuls  u.  a.  mannsnamen. 
S.  Noreen,  Arkiv  VI,  335;  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  45  f. 
und  II,2,i,  s.  97  f. 

Anm.  Aus  dem  Drontheimischen  ist  nur  ein  vereinzeltes  tiusdagr 
statt  tyrsdagr  (s.  §  272,  3)  <  tyrsdagr  (s.  §  127,  5)  dienstag  zu  belegen, 
s.  Haegstad,  G.  Tr.  s.  70;  vgl.  aber  §  106  anm.  2. 

§  105.  q  geht  im  aisl.  in  au  über  vor  ng  und  nk,  z.  b. 
staung  stange,  nom.  acc.  ntr.  pl.  laung  lang,  haunk  handhabe 
statt  stgng  usw.    Spuren  hiervon  zeigen  sich  um  1300. 

Anm.  Derselbe  Übergang  zeigt  sich  weit  früher  sporadisch  sowol 
aisl.  als  bes.  anorw.  (wie  jetzt  z.  b.  in  nordwestnorw.  dialekten,  s.  Haegstad, 
Vestno.  Maalf.  I,  8)  vor  g,  k  und  l  -f-  kons.,  z.  b.  mannsnamen  wie  Augmundr, 
-valdr,  -urr,  Haugne;  Aukrene  (s.  A.  B.  Larsen,  Maal  og  minne  1914,  s.  166 f.) 
ein  ortsname,  haukstaldr  (so  immer;  als  mannsname  hagusta[l]daR 
Kjalevig,  hagustalöifi  Valsfjorden,  s.  §  239,  l,b)  häuptling,  raukn  (s.  Gislason, 
Nogle  bemserkninger  om  skjaldedigtenes  beskaffenhed ,  s.  27  f.;  Wimmer, 
Lsesebogs,  s.  XXI  note;  Bugge,  Bidrag,  s.  30)  zugvieh;  mannsnamen  wie 
Aulvaldr,  Aulver  (anorw.  auch  0yluir  nach  §  65) ,  Saulver  u.  a. ,  hauldr 
(so  anorw.  immer,  aisl.  hglpr)  freier  grundbesitzer  u.  a.  m.  (s.  Haegstad, 
a.  o.  II,  2,  i,  s.  78)  neben  gew.  Qgmundr  u.  s.  w.  —  Vgl.  die  im  nord- 
westnorw. (wie  allgem.  im  nisl.)  angetroffenen  spuren  eines  Überganges  g 
(aus  ä  nach  §  107)  >•  au,  z.  b.  bauöom  beiden,  maugr  verwandter  durch 
heirat  u.  dgl.  (s.  Haegstad,  a.  o.  II,  2,  i,  s.  88)  statt  bädom  u.  s.  w. 

§  106.  cew,  welche  Verbindung  lautgesetzlich  nur  ante- 
sonantisch  steht,  kann  früh  (aber  erst  nach  der  w-synkope) 
durch  ausgleichung  in  den  auslaut  oder  in  antekonsonantische 
Stellung  geraten.  Schon  im  10.  jahrh.  kommen  neubildungen 
wie  frcew  (neben  free)  same  nach  dat.  freewi  vor.  Wenigstens 
um  1150  ist  das  so  entstandene  cew  (über  eo)  zu  iö  geworden, 
das  dann  das  ganze  paradigma  durchdringen  kann,  so  dass 


§  107.  108.  Sonstige  Verschiebungen :   ä,  c.  V" 

friö  (so  bes.  oiiorw.),  dat.  friofe  neben  free  (so  bes.  wnorw.), 
dat.  frtiefe  steht.  Sonstige  beispiele  sind :  friör,  freier  fruchtbar. 
miör,  meer  schmal,  slior,  slder  stumpf,  sior,  stier  see.  snior,  sntier 
schnee,  spio  (*sp(Siv  <*spceiic  §97,3.  neubildung  statt  *spey, 
got.  spaiw  §  77, 15.  zn  zptwa  nach  dem  muster  bäSÜ  :  hlta)  spie. 
S.  v.  Friesen,  X.  spr.  I,  30  ff..  IL  19  ff. 

Anra.  1.  Wahrscheinlich  hat  ein  auf  dieselbe  weise  entstandenes  eiv 
in  derselben  Stellung  die  gleiche  entwickelung  durchgemacht,  z.  b.  anorw. 
nom.  acc.  pl.  triö  neben  tri  hölzer  und  l-nid  neben  h\e  kniee  nach  gen. 
*trexca.  *hieica  (got.  trhee,  kniwe) ;  vgl.  v.  Friesen,  >\  spr.  I,  48  f.  Ior  pferd 
braucht  man  nicht  hierher  zu  ziehen,  denn  *ehicaR  (got.  aiha-)  gibt  *iahuR 
§88,  §  226  >  *iäuR  (vom  ags.  lehnwort  Jaulf  <C*Iäuiculf  vorausgesetzt, 
s.  Björkman.  Nordische  personennamen .  s.  71)  §123  >»tfr  (wozu  der 
mannsname  lölfr  =  ags.  Jaulf)  §  77.  2. 

Anm.  2.  Ein  entsprechendes  ito  ist  durch  gen.  *iws  statt  ys  zu  (//-. 
dat.  *iiei  bogea  bei  Sighuatr  belegt;  s.  v.  Friesen,  N.  spr.  1.57 ff.  Ein 
daraus  entwickeltes  m  könnte  in  dem  §  10-1  anm.  erwähnten  anorw.  tUuämgr 
fart  tf/sflagr  vorliegen. 


V.  Sonstige  Verschiebungen. 

§  107.  ä  fällt  allmählich  im  laute  mit  ö  zusammen.  Schon 
um  1250  ist  diese  entwickelung  abgeschlossen,  und  seither 
wird  von  den  beiden  nunmehr  gleichwertigen  zeichen  d  und  6 
nur  jenes  —  also  mit  der  lautlichen  geltung  des  ehemaligen  o 
—  gebraucht,  z.  b.  pl.  dto  assen,  sdr  wunden  statt  älteren  oto, 
sar  usw.  Bisweilen  steht  umgekehrt  ö  oder  6  (bei  späterer 
kürzung  o)  statt  «,  z.  b.  No.  Hom.  vorr  unser,  mol  spräche, 
Jcuäma  ankunft  statt  vdrr,  mal.  kudma  (s.  Wadstein,  F.  Hom., 
s.  76),  anorw.  Nikolos,  Bordr  u.  dgl.  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf. 
II,2,i,  s.  88),  Olofr  ein  mannsname;  shetl.  6  'auf,  Örnason 
ein  mannsname  st,  d,  Ärnason,  s.  Haegstad,  Hild.  s.  34. 

§  108.  e  geht  nach  ausweis  der  assonanzen  im  anorw. 
schon  vor  1000  (s.  F.  Jönsson,  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold, 
s.  237)  in  ce  über  zwischen  v  oder  w  (kons,  u)  und  r,  z.  b.  vcerk 
werk,  vcerda  werden,  hucerfa  weggehen,  sucerÖ  schwert;  in 
gewissen  dialekten  in  geschlossener  silbe  nach  v  oder  w, 
weniger  konsequent  nach  b,  r,  l,  z.  b.  vcel  wol,  vcestr  westen, 
i-eegr  weg  (aber  pl.  cegar,  wonach  analogisch  sg.  vegr),  suasfn 
schlaf,  hicedr  (zu  hieöa)  sagt,  beerg  berg,  bmn  (zu  bera)  trägt. 

Xorean,  Altisl.  grramm.    4.  aufl.  7 


98  §  109.  Sonatige  Verschiebungen :  6. 

rosgn  regen,  broegda  schwingen,  bloeza  segnen,  klcerkr  clericus. 
Endlich  in  anderen  dialekten  tritt  ce  überall  ausser  nach  g 
und  k  ein,  z.  b.  ncema  nehmen,  pl.  vcegar  wege,  bcera  tragen 
(aber  gefa  geben,  geta  bekommen,  Teerte  kerze).  Vgl.  Sievers, 
Tübinger  bruchstücke,  s.  9;  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  55  ff.;  Brenner, 
Literaturblatt  für  germ.  und  rom.  philo!.  1885,  sp.  52;  Haeg- 
stadt,  G.  Tr.  s.  32  und  57;  Kolsrud,  Arkiv  XXXIII,  290; 
(F.  Jonsson)  Konungs  skuggsjä  (1920),  Indledning  s.  12.  Nach 
M.  Kristensen ,  Arkiv  XVII,  87  f.  sollen  die  meisten  fälle  auf 
einer  art  von  a-umlaut  beruhen,  was  sehr  unsicher  bleibt. 

Anm.  1.  Weil  dieser  Übergang  in  schwachtonigen  silben  unterbleibt, 
steht  also  in  Wörtern,  die  oft  proklitisch  oder  enklitisch  vorkommen,  e 
neben  ce,  z.  b.  vera,  seltener  vcera,  sein. 

Anm.  2.    Ueber  die  Weiterentwicklung  zu  a  s.  §  149  anm.  2. 

§  109.  e  wird  im  aisl.  sporadisch  zu  de  vor  tt,  z.  b.  sdette 
(Rimb.  und  mehrmals  St.  Hom.)  sechste,  Idettare  (St.  Hom.) 
leichter,  bei  skalden  schon  um  1000  leetta,  rdettar,  später  steettar 
(s.  Gislason,  Njala  II,  602)  statt  sette  usw.;  bes.  oft  nach  v 
(vgl.  Sievers,  Beitr.  XVI,  244),  z.  b.  in  vdett  (zu  vega  heben) 
deckel,  vcettvangr  (zu  vega  töten)  kampfplatz.  In  vdettr  (got, 
waihts)  wicht  ist  de  häufiger  als  e,  in  vdett  (zu  vega  wiegen) 
gewicht  sogar  alleinherrschend,  was  wol  darauf  beruht,  dass 
nach  v  (und  w)  der  Übergang  auch  von  einst  folgendem  h  hervor- 
gerufen wurde,  z.  b.  allgemein  sumra  (got.  swaihrö,  s.  Schulze, 
K.  Z.  XL,  401,  und  vgl.  Hellquist,  Studier  tili.  E.  Tegner, 
s.  238  ff.)  Schwiegermutter,  aisl.  tucevetr  ('Himh-,  vgl.  §  111) 
zweijährig,  misl.  hucel  (gew.  huel ;  ags.  hiveohl)  rad,  vdela  (*ivihl-, 
s.  §  111;  gew.  vela)  sich  beschäftigen  und  vielleicht  sucenskr 
(*sivih-,  s.  §  110  anm.  4)  schwedisch.  Möglicherweise  kommt 
derselbe  Übergang  auch  zwischen  v  und  l  vor,  z.  b.  vdela  (gew. 
vela)  überlisten  und  vdel  (gew.  vel)  kunstgriff ,  s.  Kock,  Arkiv 
XI,  140  f. 

Anm.  Kaum  darf  man  (mit  Kock,  a.  o.)  denselben  Übergang  zwischen 
v  und  r  wegen  des  anorw.  seit  c.  1250,  aisl.  erst  nach  1300  neben  ver  auf- 
tretenden vcer  (s.  Gislason,  Njäla  II,  602,  Jones,  The  phon.  of  the  Elis  saga, 
s.  10  und  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  18  und  II,  2,  i,  s.  30) '  wir'  annehmen, 
denn  das  anorw.  kennt  nicht  nur  vcer,  sondern  auch  hetr  hier,  metr  wir, 
peer  ihr  statt  gew.  her  u.  s.  w.  und  übrigens  ce  sporadisch  st.  e  in  allerlei 
Stellungen,  z.  b.  breef  brief,  fee  vieb,  licet  hiess,  leerept,  -reft  (z.  b.  Norges 
gamle  love  11,346,  111,177,  V,  35)  leinwand,  rcett  recht,  sab  sei  u.a.m. 
(s.  Haegstad,  a.  o.) 


§  110.  Sonstige  Verschiebungen :  t  99 

§  110.  i  wird  vorliterarisch  zu  e  (bei  dehntmg  e)  in 
folgenden  fällen: 

1.  Wenn  unmittelbar  nach  dem  vokal  ein  nasal  (nach 
§  266  oder  §  233)  geschwunden  ist  —  jedoch  nicht  wenn  in  der 
folgenden  silbe  ein  t  oder  ü  noch  zur  zeit  des  nasalschwundes 
stand  (vgl.  Liden.  Uppsalastudier.  s.  80  f.)  —  z.  b.  drekka  trinken. 
brekka  brink,  ekke  (ags.  inca)  schmerz,  rekkr  (ags.  rinc,  aschw. 
Rinka-by)  mann,  sekkua  (aus  *sekkua.  s.  §  82.  3)  sinken,  stekkua 
(got.  sügqan)  springen,  hrekkua  (aschw.  rynkia  aus  *hrinkira) 
zurückweichen,  klekkua  iä&n.klynke)  stöhnen,  ekkuenn  (vgl.  nisl. 
ekkr  §  82,  3)  dick,  dekkr  (afries.  diunk.  s.  §  77,  3)  dunkel,  defta 
(vgl.  aschw.  dynter  schlag)  niederfallen,  ?nisl.  skuetta  (gr.  orrtr- 
öeir)  bespritzen,  mnorw.  sletta  (aschw.  slinta)  gleiten,  spretta 
(mhd.  sprinzeyi)  springen,  prettdn  (*prinn-tdn.  vgl.  got.prins)  drei- 
zehn. vet(t)r  neben  seit.  rit(t)r  (s.  Yigfusson)  nach  dat.  vit<J)ri.  -um, 
anal.  vet(t)ri.  -um  winter.  klettr  (aschw.  klinter)  f eisen,  kleppr 
(aschw.  klimper)  klumpen,  krepp-hendr  (vgl.  mhd.  krimpfen)  mit 
krummen  bänden,  skreppa  (mndd.  schrimpen)  gleiten:  vgl.  mit 
lautges.  i  skikkia  mantel  (zu  uschw.  skynke  stück  zeug).  Dehnung 
des  e  (nach  §  123)  zeigen  mel  neben  nisl.  (und  aschw.)  mil 
durch  ausgleichung  einer  flexion  *minnil  dat.  mele  (aus  *minnle 
<  *mhiple.  ags.  midi  ahd.  mindil)  mundstück  des  gebisses  und 
anorw.  acc  m.  (s.  Hertzberg)  pre  (got.prins:  anders  Hultman. 
Hälsingelagen,  s.  180  note  1).  mit  anal,  -aprea  (>prid  §  133,  b,  2) 
drei ;  vgl.  mit  lautges.  i  fifl  (ags.  fifel)  aus  *fimfill  (vgl.  fimbol- 
§  317, 1)  mit  synkope  nach  dat.  *fefle  riese,  istr  ^inpistra-, 
d.  iyister.  vgl.  lat.  intestlnus)  schmer.  pikis-  neben  pikkisdagr 
(aschw.  pinkis-)  pfingsttag. 

Anm.  1.  Durch  ansgleichuug  kann  i  wieder  hergestellt  werden,  z.  b. 
imperat.  spriklc  zu  springa  zerspringen,  litt  zu  binda  binden.  Statt  gen. 
*ekk-uar  (got  igqara)  steht  ykkar  euer  beiden  nach  dat.  ykkr  (got.  igqis). 

Anm.  2.  Weil  der  Übergang  in  schwachtoniger  silbe  unterbleibt  (z.  b. 
anorw.  himiriki  himmelreich  aus  himin-),  steht  in  solchen  Wörtern,  die 
gewöhnlich  proklitisch  sind,  natürlich  i  (fi,  z.  b.  ntr.  mitt,  pitt,  sät  zu 
mimt  mein,  pinn  dein,  sinn  sein;  präp.  i  in,  präfix  si-  (got.  sin-)  immer-. 

2.  Vor  r  (wie  im  ags.,  s.  Behaghel.  Germania  XXXI,  381. 
Sievers,  Zum  ags.  vocalismus,  s.  33:  vgl.  Pipping,  Gutalag. 
s.  XLY  note  1),  z.  b.  ero  (urg.  *üunp.  agutn.  iru)  sind.  Dehnung 
des  e  (nach  §  126, 1)  zeigen  mer  (agutn.  mir.  got.  mis,  ahd.  mir) 


lfK)  §110-  Sonstige  Verschiebungen:  i. 

mir,  ]>er  dir.  ser  (got.  sis)  sich,  ver  (ahd.  wir)  wir,  er  (ahd.  tr) 
ihr,  er  (Larsson,  s.  358,  361,  Wadstein,  F.  Hom.  s.  125;  gew.  er, 
weil  unbetont,  vgl.  auch  den  pl.)  ist.  Vgl.  An.  gr.  II,  §  88 
anm.  3. 

Anm.  3.  Dieser  Vorgang  ist,  wie  Opedal  meR  'mir'  zeigt,  schon  ur- 
nordisch (vom  agutn.  abgesehen).  Dass  er  dann  nicht  (wie  Kock,  Arkiv 
XV,  355  will)  in  nichthaupttoniger  silbe  stattfand,  beweisen  ?'-umgelautete 
formen  wie  brytr  brichst  u.  dgl. ,  welche  nur  aus  urn.  *briutiR  (nicht  -eR) 
u.  dgl.  erklärt  werden  können. 

3.  Vor  (später  geschwundenem)  h,  ausser  wenn  in  der 
folgenden  silbe  ein  /  oder  ü  zur  zeit  des  Überganges  stand 
(vgl.  Lindgren,  Sv.  landsm.  XII,  1,  s.  155  ff.),  z.  b.  mit  dehnung 
nach  §  123  heia  (*hihlön-,  vgl.  aind.  gigird-,  s.  Bugge,  Arkiv 
II,  354 f.)  reif,  el  (*jihla)  schneeschauer;  mit  dehnung  nach 
§124,1  vet(t)r,  seit.  vit(t)r  nach  \A.  vitür  (anal  vetMr),  wicht, 
stett  (zu  stiga  steigen)  fuss  eines  bechers,  seit  anzahl  von 
sechs,  frett  frage,  vettvangr  (zu  vig  kämpf)  kampfplatz,  iättyrpe 
(mit  brechung  aus  *eht-,  ahd.  jiht)  einwilligüng,  retta  (anal, 
präs.  rettir)  aufrichten,  sletta  schlichten.  Vgl,  nit{t)a  nein  sagen 
nach  präs.  nit(t)ir. 

Anm.  4.  Der  Vorgang  dürfte  schon  urn.  sein  nach  ausweis  von 
Jordanes  Suehans  (wo  das  e  doch  auch  wol  schon  durch  «-umlaut  ent- 
standen sein  kann,  Avie  übrigens  auch  in  einigen  von  den  oben  angeführten 
beispielen),  aschw.  Swear,  aisl.  Suiar  nach  dat.  Suium  und  aschw.  Swiar 
(s.  Wigforss,  Namn  och  bygd  VI,  119  f.,  124  f.).  Dann  wäre  Tacitus  Suiones 
ungenaue  Schreibung  statt  Suihones  (mit  demselben  kollektivsuffix  wie 
got.  bropahans  gebildet)  wie  auch  der  vielleicht  dazu  gehörige  —  aber 
jedenfalls  verwandte  —  sg.  ahd.  gi-swlo  'verwandter  durch  anheiratung' 
statt  -swiho  (so  Laistner,  Germ,  völkernamen,  s.  39).  Da  -weh-  nach  §  109 
zu  -ivceh-  wird,  so  hiesse  der  gen.  lautges.  *Sv.cfcna  (wie  got.  aühsns  u.  dgl. 
gebildet),  was  das  auffällige  et  im  adj.  sucenskr  (das  doch  wol  auch  die 
entlehnte  aschw.  form  sein  könnte)  erklären  würde.  —  Dasselbe  *swih- 
' selbst,  eigen'  (vgl.  got.  swi-hunps  selbstverständlich,  ags.  swi-tal  selbst- 
redend) finden  wir  wol  im  anorw.  sue-,  sui-däe  (auch  suidda,  suiddauÖr 
mit  aus  hd  assimiliertem  dd)  von  selbst  gestorben,  aisl.  sue-viss  selbstklug, 
eigensinnig  wieder. 

Anm.  5.  Dass  ih  >  eh  später  als  hs  >  ks  (s.  §  222,  2)  stattfindet, 
zeigt  vixl  Wechsel. 

Anm.  6.  Sporadische  fälle  von  i^>  e  in  noch  anderen  Stellungen  finden 
sich  im  orkn.  und  shetl.  des  14.  und  15.  jahrhs.,  z.  b.  greptn  gegriffen,  velia 
wollen,  iel  zu,  s.  Haegstad,  Hild.  s.  36:  ausserdem  überhaupt  dann  und 
Wiiini  im  uinorw..  s.  Hfpgstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  48  und  11,2.  i.  s.  103. 


§111.112.  .Sonstige  Verschiebungen :   i.  u.  IW 

§  111.     i  wird  vorliterarisch  zu  e  in  folgenden  fällen: 

1.  Vor  einem  nach  §  299  geschwundenen  nasal,  ausser 
wenn  die  folgende  silbe  zur  zeit  des  nasalschwundes  ein  t 
oder  ü  enthielt,  z.  b.  lerept  leinwand  zu  lin  lein.  Tgl.  pi(n)sl 
pein,  weil  später  entlehnt  oder  nach  jü.pislir  und^//m  peinigen. 

Anm.  Dass  der  Vorgang  nicht  (wie  Kock.  Arkiv  XV,  313  f.  will) 
in  nicht -haupttoniger  silbe  stattfand,  beweisen  <-uingelautete  formen  wie 
fräße  (got.  frödei,  -eins,  -ein)  gelehrtheit  u.  dgl. ,  welche  nur  aus  älterem 
*/Vö<)t(m).  nicht  -e(n,),  erklärt  werden  können. 

2.  Vor  (später  geschwundenem)  h.  ausser  wenn  in  der 
folgenden  silbe  ein  t  oder  u  zur  zeit  des  Überganges  stand 
(vgl.  Lindgren,  Sv.  Landsm.  XII.  1.  s.  155  ff.),  z.  b.  Hloßver 
(afränk.  Chlodoinch)  Ludwig,  tea  (got.  teihan)  zeigen,  lea  (got. 
ieikari)  leihen,  vtlu  (litau.  »:eikaloti.  s.  Bugge.  Arkiv  11,354)  sich 
beschäftigen,  tuenn  (s.  porkelsson,  Supplement  II,  617,  sp.  2; 
vgl.  got.  pl.  tweihnai.  aschw.  Urmü)  doppelt,  ßrenn  (porkelsson 
a.  o.:  "Wadstein.  F.  Hom.  s.  131)  dreifach.  Uttr  (ahd.  hhti)  leicht. 
petir  (mhd.  dihte)  dicht,  ve  (got.  weih  n.  a.  ntr.)  heiligtum.  pel 
(urg.  *pi[n]klö,  s.  HeUquist,  Arkiv  VII,  160  note)  feile,  fei 
(B.  M.  Olsen,  Aarboger  1888,  s.  85 f.;  ahd.  fihala)  feile,  nisl.j>e/ 
(zu  ]>ettr.  s.  Liden.  Studien  zur  aind.  und  vgl.  Sprachgeschichte. 
s.  39  ff.)  zusammengelaufene  milch.  Vgl.  mit  lautges.  i  JAsl 
(durch  ausgleichung  von  nom.  *fiisil.  gen.  *peslar;  ahd.  dihsila. 
aschw.  JilstiJ)  deichsei.  ffarr  (ags.  Inner,  air.  Imar.  lehnw.  wo 
»,  resp.  m  die  nasalität  des  vokals  bezeichnet;  urn.  *fkuhariä 
> *IuatR  =  Ynguarr  —  vgl.  Marstrander,  Bidrag.  s. 67. 108, 117. 
anders  v.  Friesen.  Rökstenen,  s.  139 f.  —  <  *Ingu-harin  nach 
§  134,  a,  ags.  Ingar)  ein  mannsname:  anal,  sia  (ahd.  siha)  nach 
obl.  siu  seihe,  sia  seihen,  anorw.  Utia  (s.  Hertzberg  neben  gew. 
letta  erleichtern  nach  präs.  Hittir,  anal,  lettir. 

§  112.     u  wird  vorliterarisch  zu  o  (bei  dehnung  o)  in 

folgenden  fällen: 

1.  Wenn  unmittelbar  nach  dem  vokal  ein  nasal  (nach 
§  266  oder  §  233)  geschwunden  ist  —  jedoch  nicht  wenn  in 
der  folgenden  silbe  ein  t  oder  ü  zur  zeit  des  nasalschwundes 
stand  (vgl.  Kock,  Arkiv  XI,  315  ff.)  —  z.  b.  strolch-  (d.  Strunk. 
Liden,  Uppsalastudier  s.  84)  butterfass,  pokke  (agutn.  p"unki) 
wolwollen,  okkarr  (got.  ugkar)  uns  beiden  zugehörig  (wonach 


102  §  112.   Sonstige  Verschiebungen :  u. 

okkr  uns  beide  statt  *ykkr,  got.  ugkis),  part.  prät.  wie  sokkenn, 
stokkenn,  hrokkenn,  dottenn,  sprottenn,  skroppenn  (zu  sekkua 
usw.,  s.  §  110,1)  und  das  adj.  kroppenn  (aschw.  kr umpiri)  ver- 
krüppelt. Vgl.  mit  lautges.  u  prät.  pl.  sukkum,  stukkum  usw. 
sowie  (mit  i-umlaut)  pykkia  dünken,  drykkr  trunk  (drukkenn 
getrunken  gegen  anorw.  seit,  lautges.  nach  §  74  und  §  162, 2 
drykkinn,  s.  §  495  anm.  5  —  vgl.  auch  aschw.  drykkin-skaper 
trunksucht  —  hat  u  aus  drukkum  u.  a.),  kryppell  krüppel,  stytta 
kürzen  (stuttr  kurz  statt  *stottr  nach  dat.  stuttum,  -u  u.  a.).  — 
Dehnung  des  o  (nach  §  123)  zeigen  z.  b.  ösk  wünsch  (aber 
yskia,  anal,  öskia  wünschen),  anorw.  6s  (got.  uns\  vgl.  aisl.  ess 
<  *ösir  nach  ös  statt  *«,  got.  unsis,  wie  auch  die  beiden 
kontaminationen  aisl.  seit.  4ss  und  das  gew.  oss)  uns,  Batatoskr 
(*töskr  §  127, 3  <  *tunsk-,  ags.  tüsc  zahn)  ein  mythisches  eich- 
hörnchen,  pl.  orer  zu  värr  (*6arr  oder  *üarr  §  134,  b  —  agutn. 
öar,  ngutn.  euar  aus  *Uar  —  s.  Noreen,  Sv.  landsm.  I,  346, 
v.  Friesen,  N.  spr.  1,63  ff.),  eine  neubildung  st.  *6$arr,  f.  *üsur 
zum  pl.  urspr.  *un{z)reR  unser,  Pörr  (aber  Puripr  s.  §  51, 1,  a 
und  nach  §  65  Pyripr  neben  seit.  Por(r)ipr  und  Pyre  nach  §  65 
neben  Porve  frauennamen,  anorw.  seit.  Purgils  und  oft  nach 
§  65  Pyryils  neben  gew.  Porgils,  mnorw.  Pure  neben  Porer 
mannsnamen)  aus  *Punrait  (ags.  Punor,  gen.  Punres;  s.  Lind- 
roth, Namn  och  bygd  IV,  161  ff.)  der  donnergott,  töpt  (nisl. 
tött;  gew.  aisl.  topt  nach  §  127,  3  neben  anorw.  *tiift  >  tuft 
nach  dat.  tuftu,  -um  u.  a.)  aus  *tumft  (anorw.  turnt  —  s.  Lind, 
No.-isl.  dopnamn,  sp.  98  —  und  tomt,  aschw.  tompt  mit  o  von 
toft)  bauplatz,  präfix  6-  neben  unbetontem  (s.  §  51, 1,  a)  ü-  (so 
besonders  im  anorw.,  aber  selten  im  Nordwesten  und  im  Dront- 
heimischen,  s.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  68  und  96,  Vestno.  maalf.  II,  1, 
s.  23)  un-. 

Anm.  1.  Die  scheinbare  ausnähme  husl  (gut.  hunsl)  das  heilige  abend- 
mahl  ist  aus  ags.  husl  entlehnt.  Kan(n)ukr  (neben  Jcanöke)  und  mükr  sind 
von  den  gelehrten  nebenformen  kanunkr  canonicus  und  munkr  (aus  ags. 
munuc)  mönch  beeinflusst.  Im  anorw.  kuppän  <  kumpänn  kumpan  bleibt 
u  wegen  schwachtonigkeit,  denn  dass  nicht,  wie  Kock,  Arkiv  XV,  383  ff. 
will,  nicht-haupttoniges  u(n)  zu  6  wird,  lehren  auch  ?(-umgelautete  formen 
wie  acc.  pl.  mggo  (got.  maguns)  söhne  n.  dgl.,  welche  nur  aus  altem  *ma$ü, 
nicht  -5  (das  übrigens,  weil  nasaliert,  später  zu  -a  geworden  wäre  wie  in 
Peima  aus  *paimüh  u.  dgl.),  erklärt  werden  können.  Das  vereinzelte  füss 
(so  immer,  aber  2  mal  Qlföss  —  s.  Kock,  Arkiv  XV,  325  —  ein  mannsname. 


§  113.  Sonstige  Verschiebungen :  «.  103 

aschw.  1  mal  fös  und  öfter  framfö's  vorwitzig)   eifrig  dürfte   sein  H  von 
*füsiR  vor  dessen  Übergang  in  fyser  gelüstet  n.  dgl.  entlehnt  haben. 

Anm.  2.  Anch  vor  erhaltenem  n  wird  u  (nnd  w)  zu  o  (o)  in  aostnorw. 
diall.  (seit,  im  aisl.),  z.  b.  Äsmondr  u.dgl.,  Gonnor  {Gunter):  Bönolfr 
Personennamen,  ortsname  mnorw.  Bmice  zu  rüm  räum  (s.  Lindroth,  De 
nord.  ortnamnen  pa  -nun,  s.  105  und  dort  zitierte  literatur);  dies  schon  im 
12.  jahrh.,  s.  Bugge,  Arkiv  X,  258. 

2.  Vor  (später  geschwundenem)  *,  ausser  wenn  in  der 
folgenden  silbe  ein  t  oder  ü  zur  zeit  des  Überganges  stand, 
z.  b.  dröttsete  truchsess,  gnott  (ahd.  ginuht)  genüge,  flotte  flucht, 
Jcnes-bot  (d.  bucht)  kniehöhle  (sowie  Bot,  fi.  Pohto,  als  ortsname, 
s.  Lind,  Namn  och  bygd  II,  173  ff.),  sott,  söt  (d.  sucht)  krank- 
heit  neben  anorw.  (s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  127 ;  Haegstad,  G.  Tr. 
s.  43;  porkelsson,  Supplement  IV,  141)  sütt  nach  dat.  pl.  u.  a.. 
i-smött  das  worin  man  schmiegt  (vgl.  anm.  3),  Ion  (anorw.  auch 
lün)  stilles  wasser  (vgl.  logn  §  317,  3,  b  stille),  floe  weite  und 
seichte  wassersammlung  (vgl.  aschw.  fly  <  *fluhja  seichte  pfütze, 
s.  Saxen,  Stud.  nord.  fll.  I,  3,  s.  60  f.),  böla  (*buhlön-  zu  ahd.  buhil 
hügel)  beule  neben  aschw.  brda  nach  den  kas.  obl.,  ebenso 
(s.  Kock,  Beitr.  XXIII,  538  note)  föa  (got.  faühö)  füchsin  neben 
orkn.  füa, 

Anm.  3.  -smätt  neben  -smött  (s.  oben)  beruht  nach  v.  Friesen.  N.  spr. 
1,69,  auf  gen.  -smättar,  entstanden  durch  entgleisung  nach  dem  typus 
nött :  nättar  u.  dgl. 

Anm.  4.  Um.  ÖohtriR  Tune  (aisl.  detr)  tö'chter  hat  das  o  ans  dem  sg. 
*öohtßr  entlehnt.  Da  dies  o  vielleicht  durch  a-umlaut  entstanden  ist.  so 
ist  der  Übergang  uh  >  oh  (und  üh  >  <jh,  s.  §  113)  nicht  für  das  um.  sicher 
erwiesen,  um  so  weniger  als  die  Schreibungen  muha  Kragehul  und  hariuha 
brakteat  von  Sjaelland  (nr.  57)  direkt  dagegen  zu  sprechen  scheinen.  Dass 
uh  >  oh  später  als  hs  >  ks  (s.  §  222, 2;  stattfindet,  zeigt  uxe  (got.  aühsa)  ochs. 

Anm.  5.  Wahrscheinlich  ist  u  schon  um.  (vgl.  §  110  anm  3)  vor  R 
zu  o,  woraus  nach  §  71,3  e  und  mit  dehnung  nach  §  126,1  e,  geworden 
(vgl.  Behaghel,  Germania  XXXI,  381).  Beisp.  s.  §71,3  und  4.  Die  prä- 
position  ür  oder  (nach  §71,6)  yr  'aus'  und  die  präfixe  *tur-  (später  nach 
§  146, 3  tor-  und  nach  §  71, 5  tyr-)  schwer-,  ur-  (or-  und  nach  §  71,  3  er-) 
ohn-  sind  zur  zeit  des  Überganges  schwachtonig  {uß,  tun-)  gewesen  und 
daher  dem  übergange  entzogen. 

§  113.  u  wird  vorliterarisch  zu  6  vor  (später  ge- 
schwundenem) h,  z.  b.  ötta  (got.  ühtwö)  früheste  morgenzeit, 
pötta  (got.  pühta)  dünkte,  pro  (ags.  prüh)  trog,  mor  heideland 
(fi.  muha  sumpf  mark,  s.Karsten,  Germ.-finn.  Lehnwortstudien. 
s.  601);  mit  t'-nmlaut  4m  (got.  jühha)  jünger,  statt  dessen  man 


104  §114.115.  Sonstige  Verschiebungen :  »/,{>• 

in  anal  ogie  mit  §  112,2  *yre  erwarten  sollte  (adän.  yrce  kann 
vom  snp.  yngstcer  beeinflusst  sein,  wie  noch  gründlicher  die 
neubildung  aisl.  yngre),  6ska  Jugend. 

Anm.  1.  Ueber  das  unklare  anorw.  almöge  neben  -mügi  (aschw.  müghe, 
aisl.  müge,  ags.  müga,  müha?  schar)  das  ganze  volk  s.  meine  unsichere  Ver- 
mutung in  Urg.  lautl.  s.  179  (wozu  vgl.  Hellquist,  Arkiv  XXXIV,  183  note  2). 

Anm.  2.    Ueber  ü  >  6  in  aostnorw.  diall.  s.  §  113  anm  2. 

§  114.  Ein  dialektischer  Übergang  y  >  i,  wenigstens 
wenn  die  folgende  silbe  i  enthält,  findet,  bes.  im  südwnorw. 
(wie  durchgehends  im  nisl.  wenigstens  um  1550,  s.  Jiriczek, 
Bosa  Bimur,  s.  XXV)  statt  (vgl.  §  147),  z.  b.  brinia  brünne 
(vgl.  den  häufigen  anorw.  mannsnamen  Briniolfr),  higgia 
verstand,  minni  (wol  nach  ösminni  §  147)  mündung,  lif 
(wol  nach  pl.  lißar)  arzneiraittel,  anorw.  ifrinn  überschüssig, 
reichlich,  anorw.  kindir  zündet  u.  dgl.  neben  brynia  usw.; 
s.  Haegstad,  Gr.  Tr.  s.  69  note,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  47.  Der 
Vorgang  scheint  durch  air.  lipting  (aisl.  lypting)  schon  für  das 
11.  jahrh.  bezeugt  zu  sein  (s.  Marstrander,  Bidrag  s.  73).  Wo 
ausnahmsweise  y  zugrunde  liegt,  dürfte  zunächst  kürzung 
(nach  §  127,  5  und  §  151)  zu  y  anzunehmen  sein,  z.  b.  prät. 
sindi  zeigte,  anorw.  imiss  wechselnd,  hibili  Wohnsitz,  selten 
(s.  Haegstad,  Gr.  Tr.  s.  69  note)  bisna  (nach  präs.  -ir)  zu  weit 
gehen  neben  syndi,  ymiss  (pl.  ymsir  §  127,  5),  Mbyle  usw.,  aber 
so  können  wol  nicht  z.  b.  anorw.  seit,  hiding  Stäupung,  Urit(t)r 
allgemeines  recht,  Hisingr  ein  mannsname  statt  gew.  hyding, 
lyrettr,  -rit(t)r,  Hysingr  erklärt  werden,  sondern  dürfte  hier 
ein  dialektischer  Übergang  //  >  i  (wie  allgemein  im  nisl.)  an- 
zunehmen sein. 

Anm.  1.  Ueber  das  seltene  anorw.  bril(l)aup  (s.  z.  b.  Haegstad,  Vestno. 
maalf.  II,  2,  i,  s.  32)  neben  bryllaup  (vgl.  §  51, 1,  a)  hochzeit  s.  ein  erklärungs- 
versuch  bei  Kock ,  Arkiv  XII,  257.  Ueber  hibxjli  neben  lautgesetzlichem 
htfbyli  s.  §  77,  6. 

Anm.  2.  Mnorw.  kann  y,  besonders  vor  r  und  kakuminalem  l,  in 
e  übergehen  (wie  im  aschw.),  z.  b.  ferre  frühere,  melna  mühle,  efer  über 
u.  dgl.,  s.  Haegstad,  Kong.  s.  18,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  48  und  II,  2,  i,  s.  104. 

§  115.    o.  wird  verändert: 

1.  Zu  o  vor  nasalen  mit  folgendem  kons.,  wenn  in  der 
folgenden  silbe  ein  u  (o)  oder  w  steht,  vorliterarisch  in  gewissen 
sowol  aisl.  wie  anorw.  dialekten.  Für  das  aisl.  wird  der 
Übergang  bezeugt  durch  die  alten  bruchstücke  der  Olafssaga 


§116.  Sonstige  Verschiebungen :  <}.  105 

(§  12, 10),  welche  z.  b.  monnom  männern,  atgongo  (und  gongo) 
angriffe,  Rognualdr  (d.  h.  Bon-,  s.  §  239,  2)-  ein  mannsname 
haben,  während  in  anderen  Stellungen  konsequent  o  steht, 
z.  b.  hond.  rond.  Onnndi:  nofnom.  morgom  (lmal  morgom,  wol 
Schreibfehler),  fofior  usw.;  für  das  anorw.  (s.  Kock,  Arkiv 
XVI,  254  ff.)  durch  den  ersten  anorw.  Schreiber  des  Hauksbök 
(s.  §  15,27)  und  wol  auch  Oratio  contra  clerum  (§  15,29); 
vgl.  Haegstad.  G.  Tr.  s.  84). 

2.  Zu  (offenem)  e  (nisl.  ö  geschrieben)  im  aisl.  (im  anorw. 
nur  in  der  gegend  nördlich  von  Bergen  sowie  auf  den  Fär- 
bern) überall  ausser  vor  ng,  nie  (s.  §  105)  und  in  dem  oben  1 
erwähnten  falle.  Dies  e  tritt  in  einzelnen  gegenden  schon 
im  13.  (z.  b.  Cod.  Am.  645,  4°,  alt.  teil,  wo  schon  gew.  e  ausser 
nach  kons,  u  steht,  also  z.  b.  vetn  gegen  suor  u.  a.),  sonst 
allgemein  erst  im  14.  jahrh.  auf,  z.  b.  dat.  sg.  ntr.  e]>ro  anderem, 
dat.  sg.  geto  gasse.  Vgl.  Lyngby,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed. 
II,  300 f.;  L.  Larsson,  Isländska  handskriften  Nr.  645,  4°,  s.  IUI; 
Kock,  Beitr.  XX,  122 ;  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  80  f.,  85  und 
II,  2.  ii,  s.  156;  F.  Jönsson,  Arkiv  XXXV,  314  ff. 

Anm.  Im  sonstigen  anorw.  (wie  im  ostn.)  kommt  dieser  Übergang 
mir  vor  r  und  kakuminalem  l  und  nur  in  gewissen  dialekten  (aber  schon 
bisweilen  in  den  ältesten  hdschr.)  vor,  z.  b.  &rn  (No.  Hom.  3  mal)  adler. 
el  bier. 

§  116.  o  wird  zu  o,  wo  es  nasaliert  ist  (s.  §  50),  z.  b.  spönn 
(*spänuR,  gen.  spdnar.  wonach  nom.  spann)  span.  6n  (und  rä» 
nach  gen.  vänar)  hoffnung,  Iorjjon  (-an)  der  fluss  Jordan',  ön 
(ahd.  äno)  neben  schwachton.  an  ohne,  hon  und  (schwachton.)  hdn 
(Reykj.  Mäld.;  vgl.  das  agutn.)  sie,  hönom  und  hdnom  ihm,  1.  pl. 
som  zu  sä  sah.  mönoJ>r  (gen.  mänapr)  monat.  3.  pl.  nomo  zu 
ndm  (wozu  neugebildet  nwno,  ndmo  nach  analogie  von  bar :  boro, 
bäro  u.  a.)  nahm,  möto  zu  mat  mass,  nött  (gen.  ndttar)  nacht,  öst 
(gen.  dstar;  got.  ansts)  liebe,  oss  name  der  germ.  rune  *ansuz 
(identisch  mit  oss,  dss  gott,  älter  oss,  gen.  äsar,  wozu  der  Orts- 
name aostnorw.  und  aisl.  Oslo  neben  awestnorw.  AsU,  lat. 
Asloia,  mndd.  Anslo).  Oh  (ahd.  Anulo)  neben  Ale  (ahd.  Analo. 
ags.  Onela),  Oläfr,  -lafr  aus  *AnulaibaR  (air.  lehnw.  Amlaib, 
ags.  Anldf),  On(n)  neben  pn(n),  An(n)  mannsnamen,  öl  (anaL  61, 
dl  nach  gen.  dlar)  riemen  (gr.  tvpcvhj),  oll  (und  all;  sanskr. 
ankurd-)  keim,    ro   (anal,  rä)   zu  pl.  rar  (anal,  röar)  winkel 


106  §  Ü7.  118.  Sonstige  Verschiebungen :  ce,  ct. 

(vgl.  rong  spant),  eld(s)-tö  herd  neben  anal,  td  hofplatz  und 
schwachtonigem  -ia  in  nnorw.  elta  herd  und  nschw.  spilta  ver- 
schlag (vgl.  finn.  lehnw.  tanhua  hürde  und  ags.  töh  zäh),  ?  Öttarr 
neben  nmorw.  Attarr  (vgl.  ahd.  ähta,  ags.  oht  Verfolgung;  anders 
Marstrander,  Bidrag,  s.  82,  155,  156,  und  Björkman,  Studien 
z.  engl.  Phil.  LVIII,  85 ;  vielleicht  sind  zwei  namen  zusammen- 
gefallen) ein  mannsname;  vielleicht  auch  hierher  iprött  (aschw., 
adän.  ifrrcet;  vgl.  Noreen,  Värt  spräk  III,  326  f.)  talent  und 
lömundr  neben  Icemingr  lemming.  Nach  ausweis  der  assonanzen 
(wie  nött :  ötta)  ist  6  schon  um  1050  statt  o  eingetreten.  Vgl. 
Wadstein,  F.  Hom.,  s.  64  ff.;  Gislason,  Njala  II,  607  ff.,  612  ff.; 
Kock,  Arkiv  V,  46  ff.;  Falk,  ib.  VI,  114  ff. 

Anm.     Ueber  mör,  nö-  s.  §  72,  2 ;  anorw.  nokkorr  s.  §  82,  2. 

§  117.  ce  fällt  im  aisl.  früh  orthographisch  und  vielleicht 
auch  lautlich  mit  e  zusammen,  z.  b.  selia  (anorw.  soslid)  über- 
geben, erfa  (anorw.  cerfa)  erben  usw.;  zwar  unterscheidet  der 
aisl.  grammatiker  um  1150  noch  e  (d.  h.  ce)  und  e,  aber  schon 
die  ältesten  skaldengedichte  lassen  die  beiden  laute  assonieren. 
Vgl.  L.  Larsson,  Isl.  hdskr.  Nr.  645,  4°,  s.  LH ;  Heusler,  Aisl. 
Elementarbuch2  §  57  anm.  1.  —  Dagegen  im  anorw.  tritt 
der  Übergang  ce  >  e  im  allgemeinen  nur  vor  nn  sowie  vor  n 
(und  m?)  mit  folgendem  heterosyllabischen  konsonanten  ein; 
dies  schon  im  anfang  des  13.  jahrhs.,  z.  b.  Jcenna  (got.  kannjan) 
kennen,  menn  niänner,  dat.  hende  (aber  pl.  hcendr)  hand,  lenge 
lange  (aber  leengr  länger);  s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  50 f.;  Sievers, 
Tübinger  bruchstücke,  s.  8;  Haegstad,  G.  Tr.  s.  68,  79  ff.,  83. 
Im  Cod.  Holm.  34,  4  —  steht  e  ganz  regelmässig  vor  nn  und 
m,  n  +  kons,  sowie  in  nefna  nennen;  aber  ausserdem  wird  e 
wenigstens  geschrieben  vor  i  oder  u  der  folgenden  silbe, 
wiewol  die  vokalharmonie  (i,  u,  nicht  e,  o,  als  endungsvokale) 
zeigt,  dass  das  ce  nicht  zu  gewöhnlichem  e  geworden  ist; 
s.  Kolsrud,  Arkiv  XXXIII,  287  f.  Speculum  reg.  hat  e  nach  g,  k, 
s.  Jönssons  ausg.,  Indl.  s.  12. 

§  118.  ce  geht  im  anorw.  (seit,  aisl.)  dialektisch  in  e  über, 
teils  (z.  b.  in  Cod.  AM.  310,  4°,  §15,13;  s.  Groth's  ausgäbe, 
s.  XVI)  nach  g  (nach  k  fehlen  zufällig  beispiele),  z.  b.  cigetr 
berühmt,  gefa  glück;  teils  (s.  Skulerud,  Arkiv  XXVIII,  259  und 
dort  angeführte  literatur  sowie  Kolsrud,  Arkiv  XXXIII,  290) 
vor  und  nach  »,  z.  b.  renr  raubt,  ner  (auch  aisl.,  s.  Larsson) 


§119—121.  Sonstige  Verschiebungen:  e,  <i  u.  a.  107 

nahe;  vielleicht  auch  vor  r  (js),  z.  b.  serr  sät,  Leradalr  ein 
Ortsname  (s.  M.  Olsen.  Stednavnestudier,  s.  119  und  dort  an- 
geführte literatur). 

§  119.  Geschlossenes  e  (nach  §  63, 3,  §  71, 3,  §  77,  3  und 
§  82, 3  entstanden)  wechselt,  bes.  in  aisl.  hdschr.  (anonv.  beisp. 
bei  Haegstad,  G.  Tr.  s.  69  und  Vestno.  maalf.  1, 89)  mit  e,  ohne 
dass  man  überall  imstande  ist  zu  entscheiden,  ob  ein  laut- 
licher Übergang  e  >  e  vorliegt.  In  einzelnen  fällen  kann 
nämlich  möglicherweise  e  der  ältere,  nicht  durch  u-  oder 
w-umlaut  veränderte,  laut  sein,  z.  b.  smer  (smer)  butter,  wie 
wol  sicher  der  fall  ist  in  eple  <  cepli  (ahd.  edili)  neben  ej)le 
(s.  §  66  anm.  2)  begabung,  wo  übrigens  das  e  offen  ist.  Sonstige 
beispiele  —  welche  keine  regel  durchblicken  lassen  (nach 
Kock,  Arkiv  IX,  150  note  soll  das  e  zum  teil  auf  schwach- 
tonige  Verwendung  des  betreffenden  Wortes  oder  der  betr.  silbe 
beruhen,  was  aber  sehr  unsicher  ist)  —  sind  u.  a.  präs.  Jcemr 
kommt,  sefr  schläft,  trepr  tritt,  prät.  konj.  jier/>e  wagte,  part. 
prät.  frerenn  gefroren,  pl.  stePr  stützen,  sener  söhne,  komp.  efre 
oberer,   nerpre  nördlicher,  eocn  ochsen  neben  kemr,  sefr  usw. 

§  120.  e  geht  im  aisl.,  schon  etwas  vor  1250,  in  dz  über, 
z.  b.  dcema  richten,  starre  grösser  usw.;  s.  J.  porkelsson,  Brey- 
tingar  ä  myndum  etc.,  s.  30  f.;  Kälund,  Palaeogr.  Atlas  (1905), 
s.  VI  f.  —  Ueber  vorKterarisches  •§  aus  0  vor  j  s.  §  68,  3.  Ueber 
etwas  späteres  y  aus  0  vor  yi.  Jci  s.  §  75. 

Anm.  Orkn.  ist  i  statt  w  aus  dem  j.  1369  belegt,  z.  b.  bäa  büssen; 
s.  Htegstad.  Hild.  s.  41. 

§  121.  Spuren  der  dem  neuostnorw.  charakteristischen 
vokalharmonie,  welche  einen  kurzen  vokal  in  offener  (selten 
in  geschlossener)  silbe  demjenigen  der  folgenden  silbe  ganz 
gleich  werden  lässt,  finden  sich  schon,  wiewol  anfangs  selten, 
seit  dem  13.  jahrh.  in  onorw.  denkmälern,  z.  b.  ä  madal  statt 
ä  medal  zwischen,  afan  st.  ofan  von  oben,  gumul  st,  gomul  alt, 
hufud  st.  hofud,  Tcana  st.  Jcona  weib,  samar  st,  sumar  sommer, 
slada  st.  skoda  schauen,  Falke,  FalJcvarör  st.  Folk-,  Fanne 
st.  Forne,  Parsten  st,  Porstein  und  mit  urspr.  langem  vokal 
Paraldr  st.  Poraldr  u.  a.  (vgl.  Lind,  Arkiv  XI,  271)  manns- 
namen,  falage  st.  felage  genösse  u.  dgl..  s.  Haegstad,  G.  Tr. 
s.  62  f.,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  43  und  50;  A.  B.  Larsen,  For- 
handlinger  i  Videnskabsselsk.  i  Kristiania  1913,  nr.  7,  s.  29  t 


108  §122-124.  Dehnung. 

B.  Quantitative  Veränderungen, 
I.  Dehnung. 

§  122.  Gedehnt  wird  jeder  kurze  vokal,  der  entweder 
ursprünglich  oder  durch  Schwund  folgender  laute  (vgl.  §  123) 
auslautend  steht,  z.  b.  sä  (got.  sa)  der,  ])ü  (got.jw)  du;  ä 
an,  ]>ä  dann,  i  in,  sä  (got.  sah)  sah,  prät.  vä  zu  vega  aufheben, 
brä  zu  bregfia  schwingen,  präs.  mä  zu  mega  können,  Jene 
(*Jcnewa)  knie,  tre  bäum. 

Anm.  1.  Wo  im  auslaute  kein  konsonant  geschwunden  ist,  kann  die 
länge  des  vokals  möglicherweise  schon  urgermanisch  sein. 

Anm.  2.  Auch  in  urspr.  '  halbstarker '  silbe  (s.  §  51  anm.  1)  ist 
dehnung  einst  (wenigstens  in  offener  silbe)  eingetreten.  In  anorw.  dialekten 
ist  die  länge  noch  in  die  literarische  zeit  hinein  (ja  noch  in  nnorw.  diall.) 
erhalten,  z.  b.  in  No.  Hom.  verä  sein,  erö  (vgl.  das  häufige  rö  §  158  anm.  2) 
sind,  acc.  einsetö  einsamkeit,  etä  (4  mal)  essen,  acc.  etö  krippe,  getä 
bekommen  (formen  wie  ifän,  varän,  eröm,  tgküm,  ävitäsk,  later  können  von 
*ifä,  *varä,  erö,  HaJcä,  *vüä,  late  u.  dgl.  beeinflusst  sein ;  vgl.  jedoch  gleich 
unten);  anders  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  122  ff.  In  anorw.  hdschr.  des  14  jahrhs. 
kommen  oft  Schreibungen  wie  beraa  tragen,  hafaa  haben  u.  dgl.  vor  (s. 
J.  Storm.  Englische  philologie J,  s.  251),  wo  jedoch  aa  wol  schon  nach  §  107 
o  bezeichnet,  wie  o  in  mnorw.  kono  weib,  meto  messen,  skoSo  schauen 
und  gleicherweise  ofon  von  oben,  somon  zusammen,  uton  von  aussen  (s. 
A.  B.  Larsen  oben  §  121  a.  o.).  Sonst  ist  kürze  eingetreten,  weil  die  halb- 
stärke zur  schwachtonigkeit  geworden  ist. 

§  123.  Sogenannte  ersatzdehnung  kommt  im  inlaut 
vor,  wo  unmittelbar  nach  dem  vokal  entweder  ein  vokal  syn- 
kopiert wird  oder  ein  konsonant  schwindet  ohne  sich  einem 
folgenden  zu  assimilieren  (d.  h.  ohne  konsonantische  ersatz- 
dehnung), z.  b.  när  (*na-m  §  80,  2  <  *nawix)  leichnam,  fdr  (vgl. 
got.  fawai)  gering  an  zahl;  o,  6  (*äu,  s.  §77,2;  got.  aha)  fluss, 
ß,  fe  (feu  §  77,4;  got.  faihu)  vieh,  geld,  tär  zähre,  Ale,  Ole 
(ahd.  Analo,  resp.  Anulo),  Pörr  der  donnergott,  gos  gans,  qst 
(got.  ansts)  liebe,  äss  (got.  ans)  balken,  Äke  (ahd.  Enihho),  nom. 
pl.  huärer  zu  huaparr  (gew.  huärr  nach  dem  pl.;  got.  hqpar) 
welcher  von  beiden,  Görejir  statt  Gofrrejjr  Gottfried,  Frirekr 
Friedrich,  nol  nadel,  mal  (got.  mapl)  spräche  u.  a.  m.  (s.  §§  292 
bis  299). 

dort  §124.  Dehnung  vor  konsonantenverbindungen  tritt 
vor  uzenden  fällen  ein: 


§  124.    Dehnung.  1Q9 

1.  Vor  ht  (später  zu  tt  assimiliert,  s.  §  267),  z.  b.  dötter 
toehter,  ätta  acht,  retta  richten;  vgl.  Kock,  Beitr.  XV,  252  note. 
Die  dehnung  muss  schon  um  900  vorhanden  gewesen  sein, 
weil  die  assimilation  ht  >  tt  schon  aus  dem  10.  jahrh.  belegt 
ist.  Andererseits  zeigt  ein  fall  wie  iättyrpe  (§110,3),  dass 
die  dehnung  später  als  die  betreffende  brechung  (gegen  700, 
s.  §  95, 1)  ist.    Sie  fällt  demnach  zwischen  700  und  900. 

2.  Vor  rh  und  Ih  (woraus  später  r,  resp.  I,  s.  §  230)  findet 
sporadisch  dehnung  statt,  z.  b.  fyre,  fyre  föhrenholz  und  füra, 
fura  (vgl.  ahd.  foraha)  föhre.  snire  (*sicerhian-,  vgl.  ags.  sweora 
aus  *swerhan)  nacken,  pl.  vdler,  gew.  valer  (vgl.  ahd.  walaho) 
kelten  (s.  Bugge,  Studier  s.  208  note),  föle  (agutn.  fuli,  vgl. 
got.  fulhans  verborgen)  diebsgut,  or  (bei  Larsson  und  oft  im  Cod. 
Eantzovianus,  §  15, 17)  neben  or  (ags.  earh.  vgl.  got.  arhazna) 
pfeil,  Ml  als  ortsname  neben  aschw.  pl.  Alir  (vgl.  got.  alhs 
tempel),  pl.  firar  (s.  Pipping.  Neuphil.  Mitteilungen  1914,  s.  150  f.) 
neben  firar  (as.  gen.  firiho)  männer,  vielleicht  Byleiptr  oder 
Byleistr  ein  mythischer  mannsname  aus  *byl-heiftr  (mhd.  keifte 
adj.  heftig,  subst.  sturmwetter),  resp.  -heistr  (ahd.  heisti,  ags. 
hceste  heftig),  also  ;windstossheftig':  aber  nur  marr  (ags.  mearh) 
pferd,  fior  (ags.  feorh)  leben,  puerr  (ags.  fiiceorh)  quer,  for 
(jedoch  nschw.  dial.  for)  furche,  snara  (ahd.  snaraha)  schlinge 
neben  nschw.  mär  gestrüpp,  fiol  (*felhö,  s.  Wiklund,  Finnisch- 
ugrische  Forschungen  XII,  33  f.)  brett,  melr  (s.  ib.)  sandhügel,  fela 
(got.  filhari)  verbergen,  fair  hülse,  Fialarr  ein  name,  malr  (vgl. 
shö..malaha)  sack  neben  nnorw.  Maal-  in  Ortsnamen,  s.  M.  Olsen, 
Arkiv  XXII,  105,  und  aschw.  Mcelir  als  seename,  s.  Pipping, 
Stud.  nord.  fil.  XII,  55,  seh  (ags.  seolh)  seehund,  biartr  (ags. 
beorht)  hell,  licht  u.  a.  Zur  erklärung  s.  vor  allem  Pipping, 
Stud.  nord.  fil.  XII,  28  ff.  und  dort  angeführte  literatur  sowie 
Noreeu,  Geschichte3  §  46,  e  und  dort  zitierte  literatur. 

3.  Vor  kakuminalem  l  (s.  §  40, 2)  +  konsonant  (also  haupt- 
sächlich vor  If.  Ig.  1k,  Im,  lj))  sind  a,  o,  g,  u  im  aisl.  und  zum 
teil  im  südwestlichen  (seit,  nordwestlichen)  anorw.  und  färöisch 
(s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  n,  s.  155  und  I,  50,  68  sowie 
Wadstein,  F.  Hom.,  s.  121)  schon  etwas  vor  1200  (beisp.  schon 
in  St.  Hom.,  vgl.  auch  Marstrander,  Bidrag,  s.  79)  gedehnt 
worden,  z.  b.  hälfr,  f.  holf  (half)  halb,  ulfr  wolf,  gölf  fussboden 
im  zimmer;  yalge  galgen,  söJgenn  verschlungen:  slidlh-  diener. 


110  §125.126.  Dehnung, 

fölk  volk;  hälmr  stroh,  hidlmr,  dat.  pl.  hiolmum  (hiälmum) 
heim,  holmr  kleine  insel;  hiälpa  helfen,  hiölp  Qiiälp)  hilfe, 
holpenn  geholfen.  Beispiele  der  dehnung  vor  In,  Is,  welche 
gruppen  nur  wo  sie  durch  synkope  entstanden  sind  kakumi- 
nales  l  enthalten,  sind  qln  (vgl.  got.  aleina)  eile,  kolna  (zu 
aschw.  kolin  gekältet)  kalt  werden ,  bölstr  (anorw.  bolstr  und 
bulstr)  polster,  hals  hals,  s.  Noreen,  I.  F.  IV,  320  ff.;  Celander, 
Om  ö  vergangen  av  ä  >  d,  s.  79  f. 

Anm.  1.  Die  seltenen  ausnahmen  beruhen  auf  analogie,  z.  b.  prät. 
Jialp,  hulpom  zu  hiälpa  (älter  hiälpa)  helfen,  sualg,  sulgom  zu  suelga  ver- 
schlingen, skalf,  skulfom,  part.  prät.  skolfenn  zu  slciälfa  (skialfa)  zittern 
nach  barg,  bitrgom,  borgenn  zu  biarga  bergen  u.  dgl.  Ebenso  pl.  stolner 
nach  sg.  stolenn  gestohlen  u.  dgl. ,  s.  Noreen  a.  o. ,  s.  321 ;  über  prät.  valpa 
zu  velia  wählen  u.  a.  s.  ib.  note. 

Anm.  2.    In  säld  sieb  und  skäld  skalde  ist  die  länge  ursprünglich. 

4.  Vor  ng,  nk  wird  a  im  aisl.  —  jedoch  nicht  im  west- 
lichen teil  der  insel  (mitteilung  R.  Arpi's)  —  und  anorw. 
nördlich  von  Bergen  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  I,  145  und 
11,1,  s.  41)  wenigstens  um  1350  gedehnt,  z.  b.  längr  lang, 
krdnkr  krank.  Vereinzelt  steht  kongr  (kongr)  neben  konungr, 
-ongr  könig. 

Anm.  3.  Dialektisch  wird  in  anorw.  ein  vokal  vor  rd,  rt  und  m 
gedehnt,  z.  b.  bärn  kind  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  1,  s.  79  ff.). 

§  125.  Zu  welcher  zeit  die  in  der  jüngeren  spräche  fast 
überall  durchgeführte  dehnung  jedes  kurzen  vokals  vor  kurzen 
konsonanten  eingetreten  ist,  ist  unsicher.  Wahrscheinlich 
fand  sie  statt  zu  verschiedenen  zeiten  je  nach  verschiedenen 
orten,  auf  Island  wol  erst  nach  1400,  stellenweise  doch  viel- 
leicht schon  im  13.  jahrh.  In  Norwegen  ist  sie  westnorw. 
seit  dem  anfang  des  14.  jahrhs.  belegt  (s.  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  1, 145,  II,  2,  i,  s.  83  und  IL  2,  n,  s.  41),  z.  b.  maat  speise, 
laas  las,  eer  ist. 

Anm.  Vgl.  noch  Bugge,  Beretning  om  forhandlingerne  pä  det  ferste 
nordiske  filolognxode,  s.  141,  Wimmer,  Lsesebog*.  s.  XVI  ff.,  Dahlerup,  Ägrip, 
s.  VII,  Kock,  Studier  i  fornsvensk  ljudlära,  s.  236  f.  —  Wegen  mnorw. 
(südwestlich)  okkaar,  odhaal  u.dgl.  vgl.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i, 
s.  84. 

§  126.    Sonstige  fälle: 

1.  Vor  tautosyllabischem,  aus  urn.  r  (urgerm.  z)  ent- 
standenem r  (ausser  natürlich  wo  zwei  konsonanten  folgen, 


§127.  Kürzung.  111 

z.  b.  mergr  mark,  s.  §  71   anm.  1),  z.  b.  präpos.  6r,  tir,  &r,  yr 

(got.  us)  'aus'  neben  dem  privativ-präfix  or-,  ur-,  er-,  nom.  pl.  f. 
pcer  (um.  pcui  Einang  <  *pöz  §  137,  2)  die.  prät.  vdr  (No.  Hom. 
8 mal,  s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  121;  gew.  rar,  weil  unbetont) 
war,  ?dat.  (Rigsf>ula  3)  arm  (anal,  arne)  zu  arenn  herd  (s.  §  72 
anm.),  mer,  per,  ser,  ver,  er  pron.  und  er  (gew.  er)  verb  s.  §  110,2. 

Anm.  1.  Fälle  wie  gier  (§  71, 1)  glas,  fror  (§  71,  3)  frost  u.  dgl.  haben 
sich  nach  den  zweisilbigen  formen  giere  n.  s.  w.  gerichtet  |  tyr-  (§  68, 5) 
ist  erst  nach  der  deknungszeit  starktonig  geworden  (vgl.  §  72).  Also  ist 
die  dehnung  älter  als  der  Ä-umlaut, 

Anm.  2.  Die  seit.  prät. -formen  sera,  smra  statt  sera  (got.  sa(sö) 
säete.  snera  wandte  haben  wol  die  länge  aus  dem  inf.  sä,  snüa,  resp.  dem 
präs.  und  part.  entlehnt. 

2.  Sporadisch  im  anlaut,  s.  A.  B.  Larsen,  Maal  og  minne 
1914,  s.  147 ff.,  z.  b.  anorw.  äf  von,  anorw.  d~kr  acker,  mnorw. 
dl-  all-,  mnorw.  äpostole  apostel,  anorw.  dt  zu,  dass,  anorw. 
Ormr  ein  mannsname,  aisl.  eh  (misl.  jeg,  vgl.  §  103),  aisl.  eta 
(s.  B.  M.  Olsen,  Germ.  XXVII,  262 f.)  neben  af,  abr  usw.);  s.  Haeg- 
stad,  G.  Tr.,  s.  65,  Vestno.  maalf.  I.  50,  89,  II,  1,  s.  41  und 
II,2,i,  s.  82  f.;  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  121;  Hertzberg.  s.  854  f.; 
Fritzner;  Lind,  No.-isl.  dopnamn. 

3.  Ueber  init.  iu  >  iö,  in  s.  §  100  und  §  101. 

4.  Ueber  eventuelle  dehnung  bei  hiatus  (z.  b.  fear  >  fiar 
viehes)  s.  §  133,  b,  2. 

Anm.  3.  Ganz  unklar  sind  die  Verhältnisse  bei  sehr  vielen  lehnwörtern, 
bes.  eigennamen.  Denn  zwar  ist  die  länge  urspr.  in  z.  b.  Ädäm  (lat.  Ädäm), 
DäviÖ  (lat.  David)  Jesus  (lat.  Jesus),  Tomas  (gr.  6o>,m5^)  u.a.,  aber  wie 
ist  sie  zu  erklären  in  z.  b.  der  ersten  silbe  von  Ärön  (lat.  Ärön),  oder  der 
zweiten  von  Magnus  (lat.  Magnus),  der  beiden  von  Petrus  (lat.  Petrus), 
Satan  (lat.  Satan)  u.  s.  w.?  S.  das  material  bei  F.  Jonsson  in  Festskrift  til 
V.  Thomsen  (1894),  s.  204  ff.  (wo  s.  220  ein  ungenügender  erklärungsversuch). 
und  L.  Larsson,  Arkiv  IX,  118  ff. 

II.  Kürzung. 

§  127.  Vor  tautosyllabischer  oder  durch  synkope  ent- 
standener konsonantengruppe  —  doch  nicht  den  in 
§  124,2,  3  und  4  genannten  Verbindungen  —  oder  geminata 
tritt  kürzung  eines  langen  vokals  ein,  aber  zu  sehr  ver- 
schiedenen zeiten  je  nach  verschiedenen  Stellungen.  Jedoch 
ist   dies  Verhältnis  sehr  oft  nicht  mehr  aufrecht  erhalten,  so 


112  §  127.   Kürzung, 

dass  faktisch  die  lautgesetzliche  kürze  nur  in  verhältnismässig 
wenigen  fällen  auftritt.  Dies  beruht  teils  auf  ausgleichungen 
nach  verwandten  formen,  wo  die  länge  nicht  in  der  betreffenden 
Stellung  stand,  teils  wol  auch  darauf,  dass  in  gewissen  dia- 
lekten  die  kürzung  vor  gewissen  Verbindungen  nie  eingetreten 
ist.  Jedenfalls  ist  das  lautgesetz  durch  die  isolierten  formen 
als  solches  gesichert.  Von  beispielen  (vgl.  anm.  3)  mögen  hier 
angeführt  werden: 

1.  d  >  a  in  kann  (gen.  hans)  er  neben  dat.  hqnom,  hönom 
ihm,  gasse  gänserich  zu  gas  gans,  vapmäl  (väp-)  kleidstoff  zu 
vop  zeug,  skald  (skäld  nach  dem  dat.)  dichter,  haske  (häske) 
gefahr,  arna  (dma)  böte  sein,  tarn  (idrn)  eisen,  natt  (gew. 
ndtt,  nott,  nott)  nacht,  att  (gew.  dtt,  ott)  geschlecht,  ntr.  vart 
(vdrt)  unser  zu  f.  vdr  (vor,  6r),  ntr.  sart  (sdrt)  verwundet  zu 
f.  sdr  (sor),  nakkuarr  (s.  §  54,  8,  a)  irgend  ein,  Aslaug,  -mundr 
neben  As-  personennamen. 

Anm.  1.  Das  nach  §  97  anm.  1  aus  cei,  ei  dialektisch  entstandene  c 
wird  zu  i  verkürzt,  z.  b.  huimleipr  (aschw.  hwemisßer)  jedem  verhasstzu 
hueim  jedem,  Indripe  neben  Eindripe  ein  mannsname,  anorw.  inginn  (schon 
Hoprekstad  2.  band  acc.  ingan;  spätere  beisp.  s.  Hsegstad,  Upphavet,  s.  8) 
neben  ceinginn  kein;  dazu  ntr.  ikki  (s.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  91)  neben  cekM 
nicht(s) ;  mnorw.  Girmnndr  <C  Geirmundr  ein  mannsname. 

2.  i  >  i  in  minn,  pinn,  sinn  (ntr.  mitt.  J)itt,  sitt)  zu  f.  min, 
J>in,  sin  mein,  dein,  sein,  vitke  (ags.  witga,  ahd.  wlzzago  prophet) 
zauberer,  pl.  Utler  (selten  litler)  zu  Meli  klein,  Skirner  ein 
mythischer  name  zu  skira  (prät.  skirfia,  skirfia)  hell  machen, 
skirr  (skirr)  zu  acc.  skiran  hell,  Vigfüss  ein  mannsname  zu  vig 
kämpf,  sild  (sild,  vgl.  den  fischnamen  sil)  hering,  huilp,  -d 
(huilfi,  -d)  ruhe  zu  huila  ruhen,  litt  (litt)  neben  litet  wenig,  iss 
(iss)  zu  pl.  isar  eis,  ntr.  fritt  (fritt)  zu  f.  friß  schön,  fifl  (fifl) 
idiot,  ipvandr  (ip-)  tatkräftig  zu  ip  tat,  illr  (illr,  aschw.  Uder, 
nisl.  illr  neben  illr)  böse. 

3.  6  >  o,  seit,  u,  in  Porsteinn,  -finnr  u.  a.  dgl.  namen  neben 
Pöroddr,  -(h)ildr  u.  a.,  HroJ)biartr  (Hröp-),  Hrolleifr,  Hrollaugr, 
Hrokkell  u.  a.  dgl.  namen  zu  hrofiogr  ruhmvoll,  ntr.  gott  (gott; 
3  mal  gutt,  wie  im  aschw.,  im  Cod.  AM.  921,  4°,  IV,  1,  s.  Morgen- 
stern, Arnamagn.  Fragmente,  s.  44  f.)  zu  f.  göj)  gut,  topt  (seit. 
töpt,  s.  §  112, 1),  anorw.  tuft  bauplatz,  drot(t)ning  (dröt-)  königin 
zu  dröttenn  (drottenn)   könig,   ogn   (ogn)  schreck,   forn  (forn) 


§127.   Kürzung.  118 

opfer.  briost  (briöst)  brüst.  Porpr  (Porfir)  ein  mannsname,  lioss 
(liöss)  zu  acc.  liösan  licht,  hell.  Xorreyr  neben  Xoregr 
(s.  §  235.  1. 1)  Norwegen,  okr  (got.  icökrs)  wucher.  anorw.  kriny- 
hitr  u.  dgl.  (in  Ol.  h.  leg.  saga,  §  15.  12 1  st.  -öttr  (s.  Kock.  Arkiv 
X.  330  note  1),  mnorw.  mkn  (s.  Ha?gstad.  Vestno.  maalf.  11. 2.  i. 
s.  33,  vgl.  seit,  aschw.  ticfta  <  sökm)  durch  anschlug  an  söknar- 
dagr  zu  gerichtlicher  Verhandlung  freier  tag  neben  söhn 
(wie  oft  im  aschw.  >  nach  säkia  gerichtlich  belangen  st.  sykn 
(s.  §  77,  12)  zu  gerichtlicher  Verhandlung  frei,  schuldlos,  Eulfr 
(aisl.  Hrölfr).  Prundr  taisl.  Pröndr)  mannsnainen.  Diese 
kürzung  ist  .durch  air.  lehnwörter  schon  bald  nach  800 
bezeugt,  s.  Marstrander.  Bidrag.  s.  65. 

i.  n  >  m  in  Wuüaup  aus  brujtlaup  hochzeit  zu  brüpr 
(gen.  brüpar)  braut. 

5.  y  >  //  in  KnyÜenyr  zu  Knütr  (dat.  Knute),  pl.  ymser 
zu  [jmiss  (anal,  ymiss)  wechselnd,  ytre  (ytre)  äusserer,  yztr 
(yztr)  äusserster  zu  üt  hinaus,  dyrka  (dyrka)  verehren,  dyrp 
[dyrp)  herrlichkeit.  dyrr  (di',rrj  zu  acc.  dyran  teuer,  hyske 
(hyske.  ühtLhiwisü)  hausgenossenschaft.  prät.  synda  (synda)  zu 
sf/na  zeigen,  brynn  {brynn)  -augenscheinlich'  zu  acc,  bryi 
anorw.  bryllaup  (=  bndlaup.  s.  4  oben). 

6.  de  >  as  (aisl.  e)  in  kenne  ihr  neben  hämun  ihm,  ellefo 

(s.  §  54.  3,  a)   elf,   hestr  <  Viceistr  iura.  Viähistaa  <  urgerm. 

*ha(ti)histoz,  vgl.  ahd.  hengisi)  pferd.  anorw.  nefJr  neben  >?#$/>• 

(s.  §  135;  auch  nestr  s.  §  118)  nächst,  prell  neben  gew.  prall 

(nach  ^X.prdtlar;  vgl.  §  62  anm.  1)  sklave.  suenskr  (s.  E.  Olson. 

Yngvars  saga.  s.  XXXVIII)  neben  gew.  sucenskr  schwedisch. 

Anm.  2.  Vettr  wicht  kann  ebensowol  aus  rettr  wie  tetttr  sekürzt 
sein:  9.  §  109  und  §  110.:', 

7.  0  >  0  in  tfss  (gew.  oss  s.  §  112, 1)  neben  6s  (und  es)  uns. 
Ob  edda  (aus  *<*Wa  nach  §  119?)  als  name  eines  buches  hierher 
gehört,  bleibt  sehr  unsicher,  s.  Sijmons,  Over  afleiding  en 
beteekenis  van  het  woord  Edda.  Amsterdam  1898.  s.  16 ff.  und 
die  dort  zitierte  literatur. 

Anm.  3.  EeL-p  überhaupt  bei  Gislason,  Aarbeger  1666.  s.  242  ff., 
Annaler  1858,  s.  89,  Om  helrim.  s.  49  f..  Xjala  11,953;  Mogk,  Auz.  f.d. 
A.  X,  62  f. :  Wimmer,  Laesebog*.  ■.  XIII  ff.:  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  73.  Vestno. 
maalf.  1,10  and  11,2,  i,  s.  31. 

Xortsn.  Altisl.  jrauim.    i.  aufl.  t> 


114  §128.129.  Kürzung. 

§  128.  In  ganz  denselben  Stellungen  wird  der  diphthong 
cei  (aisl.  ei)  zu  ce  (aisl.  e)  verkürzt,  z.  b.  ekke  (ethe)  'nichts' 
aus  *ceitt-gi,  nekkuerr,  -arr  irgend  ein  aus  *ne-wceit-ek-hwcerr, 
-hwarr,  helge  (vgl.  air.  Lehnwort  Elgi  als  mannsname  im  j.  922, 
s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  63)  der  heilige  zu  heilagr  (anal, 
anorw.  hcelagr)  heilig,  superl.  mestr  zu  meire  grösser,  flestr  zu 
fleire  mehrere,  gedda  (zu  fi.  kaita,  ags.  gäd  spitze,  s.  Liden, 
Finn.-ugr.  forschungen  XI,  137),  flesk  Schweinefleisch,  eldr 
(aschw.  eleper,  Eider,  ags.  dsled)  feuer,  edda  grossmutter  zu  eipa 
(vgl.  got.  aipei)  mutter,  pl.  hepner  (s.  Kälund,  Heiöarviga  saga, 
s.  XXIII)  zu  heipenn  heidnisch,  ve(i)tka  ich  weiss  nicht,  gen.  pl. 
pe(i)rra  ihr,  kle{i)ss  lispelnd,  E{i)ndripe  (*Ainida-rädie,  s.  §  151, 6; 
vgl.  adän.  runisch  ainrapi  neben  aschw.  enda,  adän.  run.  enip 
einzig,  s.  Noreen,  Arkiv  VI,  380)  ein  mannsname,  ve(i)da  be- 
wirtung,  e(i)nn  ein,  e(i)nge  kein,  aisl.  endeme  (eindäme)  etwas 
ausserordentliches,  pl.  e{i)gner  zu  eigenn  (anal,  anorw.  ceginn) 
eigen,  sue(i)nn  bursche,  ekkia  (aschw.  cenkia;  zu  einka  einzeln,  vgl. 
got.  ainakls  vereinzelt)  wittwe,  Sue(i)gper  (zu  sueigia,  s.  Noreen, 
Uppsalastudier  s.  200,  203)  ein  mythischer  name,  hegre  (no. 
dial.  auch  heigre;  ahd.  heigaro,  fi.  heikara)  reiher,  anorw.  serlcestis 
(zu  Imstr  fuss,  s.  An.  gr.  II,  §  80  anm.  6)  besonders,  Ge(i)rmundr 
(shetl.  Gcermundr),  Sve(i)nke  mannsnamen  u.  a.  m. 

Anm.  1.  S.  u.  a.  Wadstein ,  F.  Hom.  s.  58;  F.  Jönsson  in  Mindre  af- 
handlinger  udg.  af  det  phil.-hist.  samfund,  Kph.  1887,  s.  224;  Boer,  Orvar- 
Odds  saga,  Leiden  1888,  s.  III;  Larsson,  pass. ;  Brate,  Ant.  tidskr.  f.  Sv. 
X,  17  note ;  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  73,  Hild.  s.  44. 

Anm.  2.  Selten  und  zum  teil  unsicher  sind  spuren  einer  dergleichen 
kürzung  von  qu  (oh)  zu  q  (o)  und  von  ey  (cey)  zu  e  (ce),  s.  Wadstein, 
F.  Hom.,  s.  76  und  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  73  f.,  Vestno.  maalf.  1, 68, 89.  Beisp. 
wären  etwa  teils  aisl.  Qr-,  Aurvandell  (ags.  earendel  morgenstern),  Qpr,  Auftr 
Personennamen;  anorw.  Oöbiorn,  -finnr,  -gceir  st.  Aud-  mannsnamen,  Sors- 
haugr  (zu  saurr  schmutz)  ein  Ortsname,  sgrgasTc  (saurgask)  sich  schmutzen, 
gen.  pl.  qgna  (aagna)  äugen;  teils  das  häufig  sowol  aisl.  als  anorw.  vor- 
kommende brott  neben  braut  weg,  hin  (vgl.  §  152,  2);  teils  anorw.  Jcepte 
(keypte)  kaufte,  semdr  (soymdr)  genäht,  yEstein  (JEisteinn,  ßystehm)  ein 
mannsname.     Vgl.  jedoch  §  98  anm.  und  §  99  anm. 

§  129.  Ein  langer  vokal  scheint  unmittelbar  vor  einem 
andern  verkürzt  worden  zu  sein,  wenigstens  fakultativ  bis 
um  1400  (später  steht  wieder  ausschliesslich  länge),  z.  b.  hua 
(bria)  wohnen,  gloa  (glöa)  glühen,  buenn  (buenn)  fertig,  aber 


§  130.  Hiatuserscheinungen.  115 

pl.  biiner,  daenn  tot,  pl.  däner.  In  St.  Hom.  wären  wenigstens 
/  und  m,  nicht  aber,  scheint  es,  6  (und  «?)  verkürzt  worden 
(s.  Koek,  Arkiv  XIII,  175  ff.).  Aber  diese  kürzung  ist  bestritten 
worden  (s.  Beckman,  Arkiv  XV,  86  ff.,  Pipping,  Bidrag  tili 
eddaraetriken,  s.  1)  und  ihre  annähme  vielleicht  überflüssig 
(s.  §  49). 

Anm.  1.  Vgl.  noch  Bugge,  Beretning  om  ...  det  ferste  nordiske 
füologmade,  s.  142 f.,  Beitr.  XV, 391  ff. ;  Sievers,  Beitr.  V,  462,  468,  XV, 401  ff.; 
porkelsson,  Beyging,  s.  59;  Gislason,  Xjala  II,  945  (vgl.  dagegen  Hoffory, 
Gott.  gel.  anz.  1888,  s.  155  f. ;  Wadstein,  Arkiv  VIII,  87). 

Anm.  2.  Eine  derartige  kürzung  darf  man  als  Zwischenstufe  in  den 
Übergängen  e,  i,  y,  <e  >  kons,  i  (§  133,  a  und  b,  2)  und  6,  ü  >  kons,  u 
(§  134,  b)  voraussetzen.    . 

III.  Hiatuserscheinungen.1' 

§  130.  Wo  zwei  gleiche  sonanten  —  e,  e  sind  hierbei 
mit  i,  i  sowie  o,  6  mit  u,  u  gleichwertig  —  zusammentreffen, 
werden  sie  zu  einem  langen  von  der  qualität  des  stärker  be- 
tonten kontrahiert.  Hier  wie  in  allen  im  folgenden  behandelten 
kontraktionsfällen  setzen  die  ältesten  skaldengedichte  (bis  gegen 
1200)  sowie  die  allermeisten  Eddalieder  noch  fast  durchgängig 
unkontrahierte  formen  voraus  (s.  Sievers.  Beitr.  V,  515,  Gislason, 
Njälall,  260 ff.,  Udvalg  af  oldnordiske  skjaldekvad,  s.X,  XIV f., 
porkelsson,  Supplement  IV,  271,  29 f.,  Sijmons,  Die  lieder  der 
Edda  I.  CLXXIII,  F.  Tönsson,  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold, 
s.  257  ff.  und  bes.  Bugge,  Beitr.  XV,  394  f.).  Z.  b.  fä  (got.  fähan) 
bekommen,  acc.  sg.  m.  bldn  (älter  bläari)  zu  bldr  blau,  der 
Odinsname  Hä(a)rr  (s.  §  54,  1);  U{e)  sichel,  3.  sg.  präs.  konj. 
se(e)  sehe,  dat.  sg.  kne(e)  knie,  pl.  frtendr  >  frcendr  verwandte, 
frelsa  (auch  frialsa  nach  frials.  s.  §  133,  a)  <  *fre(h)elsa 
<  *frihcdsian  (s.  §  111,  2)  frei  machen;  dat.  pl.  shö{o)m  schuhen, 
bonde  (*böunde  —  vgl.  aschw.  runisch  bonnta  An.  gr.  II,  §  440  — 
neben  biiande)  bauer,  Hrö(ö)lfr  (s.  §  228)  Rudolf,  Iö(o)lfr  u.  a. 
dgl.  sowie  SQhkölfr  aus  *  SQJcJco-olfr  mannsnamen;  dat.  pl. 
hüsfri((o)m  hausfrauen,  gen.  sg.  tru(o)  glaubens.  Später  treten 
durch  analogie  hiatusformen  wie  bldan  (zu  bldr  nach  truan 
zu  triir)  u.  dgl.  wieder  auf. 


')  Ueber  kürzung  des  ersten  vokals  s.  §  129 ,  hiatusfüllendes  kons,  i 
s.  §  312. 

8* 


116  §181—133.  Hiatuserscheinungen. 

Anm.  Wo  der  eine  komponent  ein  diphthong  ist,  bleibt  dieser  als 
kontraktionsprodukt,  z.  b.  veill  <  *ve(h)atill  krank.  Anorw.  Sd[h]mmr  ein 
ortsname  ist  jedoch  auf  mehrfache  weise  behandelt  worden:  wnorw.  Seimr, 
onorw.  Seceimr,  Siccimr,  Siaimr  (einsilbig),  gew.  Sckmr,  Sernr;  s.  0.  Rygh, 
Oplysninger  til  Trondhjemske  gaardnavne  II,  228f.,  Hsegstad,  Gr.  Tr.  s.  71. 

§  131.  d  -\-  e,  i  bleibt  unverändert,  z.  b.  ddmn  todt.  pde 
pfau,  nom.  pl.  m.  fder  wenige. 

§  132.  ä  (6)  -f-  o,  u  gibt  6,  z.  b.  dat.  sg.  ntr.  blo'  {Udo) 
zu  bldr  blau,  dat.  pl.  6m  {dorn),  6m  (s.  §  116)  zu  nom.  pl.  dr 
(dar)  flüsse,  3.  pl.  prät.  so  (sdo)  sahen,  mannsnamen  wie  Bprftr, 
Ol  fr,  (Jn(n)  u.  a.  (s.  §  228),  öl  (dl  s.  §  116)  riemen,  oll  (all  8.  ib.) 
keim.  Später  wurde  das  zeichen  p,  wie  gewöhnlich  (§  107), 
von  ä  verdrängt,  also  dm  u.  dgl.  Noch  jünger  sind  analogie- 
bildungen  wie  dum  nach  anderen  dat.  pl.  auf  -um  usw. 

Anm.  Die  Verbindung  aivu  (aus  abu  s.  §  235,  2  oder  arbu,  arwn  s. 
§234)  gibt  den  diphthong  du,  z.  b.  havkr  habicht,  haustr  herbst  u.  a. 
(s.  a.  o.). 

§  133.  e,  e,  i,  i,  ij,  ce,  6  4-  a,  d,  o,  6,  u,  ü,  werden  in  mehr- 
facher weise  behandelt: 

a)  Wo  der  zweite  vokal  starktonig  ist,  geht  —  und  zwar 
verhältnismässig  früh  (wenigstens  etwas  vor  1200,  s.Marstrander, 
Bidrag,  s.  79)  —  der  erste  in  konsonantisches  **  über,  z.  b. 
siunde,  seit,  sionde  (*sedunde  §  235,  2,  as.  sivondo)  siebente, 
frials  (frials  §  124,  3,  anorw.  seit,  fr  aus  nach  fr  (Bisa  §  130, 
s.  porkelsson,  Supplement  IV,  4(3)  frei  aus  freals  (so  noch  seit, 
im  anorw.,  s.  Hertzberg)  <  *frihalsan  §  111,  2  (vgl.  got.  freihals 
freiheit),  fiös  (*fc-hiis)  Viehhof;  mipialdre  von  mittleren  jähren, 
anorw.  Midiö  ('mittelfluss')  ein  ortsname,  mannsnamen  wie 
Heriolfr  aus  urn.  Hariwulf(a)  r,  Nefiulfr,  Bryniolfr  u.  a.  dgl. 
(s.  Sievers,  Beitr.  XII,  486ff.,  ZfdPh.  XXI,  104  note),  fiande 
(fidnde,  s.  §51,2,  b)  feind;  skiöttr  i^shjottr)  fleckig,  Biolfr 
(Biolfr  §  124,  3)  <  "Bf/olfr,  anorw.  Biulfr  <  *ßi}ulfr:  Sfiiolfr 
(Sndmlfr),  Siolfr  {*Säolfr)  mannsnamen. 

Anm.  Die  Verbindung  ewu  (aus  ebu  s.  §  235, 2)  gibt  zunächst  den 
triphthoug  ioti,  welcher  nach  §  101  teils  als  u>  teils  als  iü  auftritt,  z.  b.  bi6rr 
biber,  Gikke  ein  mannsname;  vgl.  aber  sin  mir,  Sionde  (s.  oben)  mit  in,  io, 
wol  weil  zwei  konsonanten  folgen. 

b)  Wo  der  zweite  vokal  schwachtonig  ist,  wird  die  Ver- 
bindung verschieden  behandelt: 


§134.  Hiatuserscheiaungen.  117 

1.  Nach  >\  w  (kons,  u)  bleibt  überall  der  hiatus,  z.  b.  gen. 
pl.  vea,  dat.  pl  tteam  zu  vi  heilige  statte,  pl.  suiar  die  Schweden. 

2.  Sonst  zeigt  sich  ein  schwanken,  so  dass  in  gewissen 
Wörtern  nur  hiatusformen  auftreten,  z.  b.  nio  neun,  tio  zehn. 
ah  seihe,  seihen,  sia  geschmolzenes  eisen,  hüct  diskutieren:  in 
anderen  geht  (ausser  in  gewissen  anorw.  hdschr.,  s.  z.  b.  Wad- 
stein. F.  Hom..  s.  53,  Haegstad,  G.  Tr.  s.  71)  —  vielleicht  nur 
wenn  der  zweite  vokal  schwach  nebentonig  ist  (s.  Kock.  Arkiv 
XIV.  220 f.)  —  der  erste  vokal  in  kons.  *  über,  wobei  der 
zweite  vokal  gedehnt  wird  (eventuell  seine  ursprüngliche  länge 
behält),  z.  b.  sid  (anorw.  auch  sea)  und  1.  pl.  präs.  siöm  (seom: 
anal,  sidm  nach  dem  inf.  und  der  3.  pl.)  sehen,  liä  (lea)  leihen. 
bria  (brea;  mhd.  breiten)  funkeln,  idm  (alt  eam,  s.  M.  Kristensen, 
Nordiska  studier  tili.  A.  Noreen.  s.  18 ff.)  eisen,  gen.  sg.  fair 
(fear),  pl.  fid,  dat.  pl.  fiöm  (feom;  anal,  fiäm)  zu  fe  vieh,  hniom 
(knidm)  zu  kne  knie,  triam  (triam)  zu  tre  bäum,  friädayr  (anorw. 
auch  frea-,  fre-,  frice-,  free-,  freea-,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II.  1. 
s.  52  und  II.  2.  i.  s.  35.  117)  freitag,  gen.  liä  zu  le  sichel;  pl.  hh'i 
(aschw.  Bio  als  Ortsname;  ahd.  kiwtin),  gen.  Warna  (anal,  hidna 
nach  dem  nom.;  ahd.  hucöno)  eheleute,  familie;  gen.  sg.  War, 
pl.  bid,  dat.  hiöm  (bidm)  zu  bär.  byr  dorf;  anorw.  ylid  (ylcea) 
glimmern. 

if  134.  o,  6,  >j.  ii  -\-  a.  d.  e.  e.  »,  i  werden  in  zweifacher 
weise  behandelt: 

a)  Wo  der  zweite  vokal  starktonig  ist,  geht  —  und  zwar 
verhältnismässig  früh  —  der  erste  in  konsonantisches  u  über, 
z.  b.  die  personennamen  Bgßuarr,  Bo])uildr  aus  resp.  *Badu-(h)arR. 
-(h)ildn.  pol  uer  renn  vielbeschäftigt  zu  fiol  (got,  filu)  und  er  renn 
(vgl.  Sievers,  Beitr.  X1T.  487  f.).  der  mannsname  Ynyuarr  (anal. 
Tnguarr)  oder  Ifarr  aus  *Ingu-,  resp.  *Ilui-(h)arR. 

b)  Wo  der  zweite  vukal  schwachtonig  ist.  bleibt  ge- 
wöhnlich der  hiatus.  z.  b.  roa  rudern,  floe  untiefe  wasser- 
sammlung.  smia  wenden,  bue  bewohner.  Selten  geht  —  wenn  der 
zweite  vokal  schwach  nebentonig  ist?  (vgl.  §  133,  b.  2)  —  der 
erste  vokal  in  kons,  u  über,  wobei  der  zweite  vokal  gedehnt 
wird  (eventuell  seine  urspr.  länge  behält),  z.  b.  pl.  shuär  (ski.iar. 
skoar  Hb.  s.  XXIX,  später  skör)  zu  skör  schuh  (s.  Wadstein. 
F.  Hom..  s.  79);    rärr  unser   aus  *6arr  oder  *iiarr.   s.  §  112.1. 


118     §  135.  Hiatuserscheinungen.  §  136. 137.  Um.  vorg.  in  schwächt,  silben. 

Im  auorw.,  bes.  dem  südlichen,  schwindet  das  kons,  u  nach 
I,  m,  r,  z.  b.  pl.  mär  (möar)  zu  mör  haideland,  Flär  (Flöar)  ein 
Ortsname,  gen.  brär  (bniar)  zu  brü  brücke,  Eäld(e)r  (älter 
Ruäldr,  aisl.  Hröaldr),  Rar  (Ruär,  aisl.  Hröarr),  ?  Prändr  (zu 
proask  gedeihen)  neben  Prondr  (<  *Pröundr,  vgl.  bönde 
<  *bounde  u.  dgl.,  s.  §  130)  mannsnamen  (s.  Bugge,  Beitr. 
XV,  396  f.). 

§  135.  Bei  y,  de,  6  -f  e,  i  schwanken  schon  die  ältesten 
hdschr.,  so  dass  bald  hiatus,  bald  kontraktion  in  resp.  y,  cb,  0 
stattfindet,  z.  b.  my{e)U  ball,  mje  der  neue,  dat.  sg.  bhj(e)  blei, 
Bnjn  (Briivin,  s.  Eygh,  Oplysninger  II,  242 f.)  ein  Ortsname; 
dat.  sg.  hrce(e)  kadaver,  frce(e)  samen,  konj.  sce(e)  sähe,  sce(i)ng 
bett,  ncestr  (urn.  ^nähistan)  nächst,  blceingr,  hcell,  fircell  u.  a. 
(s.  §  62  anm.  1),  Hcen  (Hävin)  ein  Ortsname;  konj.  dö(e)  stärbe, 
Hö{i)ngr,  KU{i)ngr  (s.  Gislason,  Njäla  II,  258  f.)  mannsnamen, 
Mön  (Mövin)  ein  Ortsname. 

Anm.  Anorw.  sind  sowol  ey  -j-  cei  als  ey  -j-  ui  zu  ey  geworden  im 
ortsnamen  Freymr  {*Fr0ylueimr,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2, 1,  s.  102), 
resp.  0yndr  (runisch  JEyintr  u.  dgl.)  neben  0yvimh-  ein  maunsname. 


Kap.  2.   Lautgesetze  der  schwach  tonigen  silben. 
f.  Urnordische  Vorgänge. 

§  136.  a  ist  wahrscheinlich  (wie  im  ags.)  wenigstens  schon 
um  500  in  einer  (später  synkopierten)  mittelsilbe  zu  i  über- 
gegangen, wenn  die  vorhergehende  Wurzelsilbe  ein  son.  oder 
kons,  i  enthielt,  sowie  unmittelbar  nach  g  und  k,  z.  b.  urn. 
acc.  sg.  m.  minino  Kjolevig  (got.  meinana;  vgl.  as.  enna,  ags. 
cenne  <  *aininö,  got.  ainana)  meinen,  anorw.  dat.  sg.  merne 
(<  *morgine,  vgl.  ahd.,  as.  morgan)  morgen.  S.  Walde,  Die  germ. 
Auslautgesetze,  s.  93  f.,  Wessen,  Spräkvetenskapliga  sällskapets 
förhandlingar  1916—18,  s.  27;  vgl.  §  162,  2. 

§  137.  0  und  0  (später  gekürzt)  haben,  wenn  auch  zu  sehr 
verschiedenen  zeiten  (s.  anm.  2),  ganz  dieselbe  entwickelung 
durchgemacht  und  treten,  wo  sie  nicht  später  geschwunden 
sind,  in  historischer  zeit  in  zweifacher  gestalt  auf: 


§  137.  Uniordische  Vorgänge  in  sohwachtouigen  silbeu.  1 19 

1.  Als  u  (woraus  später  unter  umständen  o,  s.  §  146)  un- 
mittelbar vor  m  und  in  unnasaliertem  auslaut.  z.  b.  dat.  pl. 
riinom  (got.  rünöm)  runen.  1.  pl.  präs.  ind.  koUom  (urn.  *keiUömR) 
rufen,  bindom  (got.  bindam.  urgerni.  *bindomü)  binden,  dat.  sg. 
m.  blindom  (got.  Uindamma)  blindem;  urn.  tAuiu  (got.  tauja 
Overhombaek  (ich)  stelle  her.  urn.  nom.  sg.  fem.  Opedal  mimt 
(got.  meinet)  meine  und  liubu  (got.  littba)  liebe,  dat.  sg.  strondo 
ufer.  dat.  sg.  ntr.  Uindo  blindem,  nom.  sg.  f.  sti  (nach  §  122  in 
haupttoniger  Stellung  aus  urspr.  *su  gedehnt:  got.  so)  die. 
lieber  das  auffallende  minino  Kjelevig  meinen  statt  des  zu 
erwartenden  *miminu  s.  Hesselman.  Västno.  studier  II.  36. 

Anm.  1.  Sicherlich  ist  dieselbe  entwiekelnng  nicht  auch  vor  (nz  >) 
nn  eingetreten,  wie  Xock.  Beitr.  XXIII,  523  note  will  (anders,  aber  ebenso 
unannehmbar  Bugge,  Xo.  I.,  s.  180).  Beisp.  wären  gen.  sg.  wie  tuv.yo  (got. 
tuggüns,  vgl.  urn.  dat.  ijijön  Steustad?)  zunge  u.  dgl.  Aber  wahrscheinlich 
liegt  hier  urgerm.  -Unz  <ahd.  -ün.  as.  -uri)  vor,  dessen  u-qualität  wol  aus 
dem  acc.  stammt,  s.  Paul,  Beitr.  VI,  223 ;  Möller,  ib.  VII.  543  f. ;  Streitberg, 
ib.  XTV,220;  v.  Helfen .  ib.  XV,  463;  Jelünek,  Beitr.  zur  erklärung  der 
germ.  flexion .  s.  86  f. :  Loewe,  Germ.  Sprachwissenschaft 2,  s.  88  fi". ;  Noreeu, 
Gescbichte3  §  196,  2  und  3. 

2.  Als  a  in  allen  übrigen  Stellungen,  z.  b.  nom.  acc.  pl.  f. 
pmr  (<  *J>äa  §  71,  2;  got.  pös.  aber  urn.  schon  Einang  Pur) 
und  acc.  sg.  i.])ä  (got.  j/ö)  'die'  in  haupttoniger  Stellung  aus 
Pur  nach  §  126.  1.  resp.  *pa  nach  $122  gedehnt,  nom.  acc.  pl. 
rünar  (got.  rünös.  urn.  runoR  Järsberg,  Tjurkö.  später  rutiAR 
Istaby).  gen.  pl.  riina  (urn.  ntno  Björketorp)  runen,  tunga  (got. 
tuggö)  zunge.  hiarta  (got.  hairtö)  herz.  1.  sg.  präs.  ind.  ~ka.Ua 
nenne  (aber  kollo-mk  nenne  mich,  nach  1  oben),  2.  sg.  kallar 
nennst,  1.  sg.  prät.  ind.  orta  (urn.  uorahtö  Tune)  machte,  /«/></ 
(urn.  faihidö  Einang.  Vetteland,  fahido  Rö)  ritzte,  kallapa 
(*kallödö  <  *-öm)  rief,  rnänapr  (got  menöj)s)  monat.  komp. 
fröpare.  sup.  -astr  (got  frödöza.  -östs)  klüger,  -st.  acc.  sg.  f. 
blinda  blinde,  inf.  kalla  (*kaUön)  rufen,  aostnorw.  kallado  (vgl. 
aisl.  kollopo  mit  w-umlaut)  riefen,  spakastom  (aisl.  spokostoin) 
den  weisesten  u.  dgl:  acc.  pl.  daga  (urgerm.  *dagonz)  tage,  inf. 
und  3.  pl.  präs.  ind.  binda  binden,  acc.  sg.  m.  Mindern  blinden, 
acc.  sg.  hana  hahn.  Dieselbe  entwickelung  zeigt  ein  nach 
§  98,  2  und  §  113  entstandenes  ö.  z.  b.  en{n)da  (*enn-äö,  anders 
v.Friesen.  Rökstenen.  s.  32  f.)  "und  (doch)'  neben  en  pö  (got. 
Pauli)  -und  jedoch',  ok\k)Ia  (ahd.ankläo:  vgl. Wo  <  *ldqu  §  77.  2) 


120  §  138.  Urnordische  Vorgänge  in  schwachtonigen  silben. 

fussknöchel,  anorw.  Stagla  statt  Staglö  (zu  16  hain)  ein  orts- 
name  (s.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  76);  herna  (got.  her  nnh)  eben  liier, 
dat.  pl.  fieima  (got.  *paimüh)  diesen. 

Anm.  2.  Der  Übergang  <7  >  a  tritt  am  frühesten  in  unbetonter  silbe 
ein,  z.h.paR  Einang;  dann  in  nicht  nasalierter  nebentoniger  silbe,  z.  b. 
runAR  Istaby  (runoR  Järsberg,  Tjurkö):  am  spätesten  in  nasalierter  neben- 
toniger silbe  (s.  Walde,  Die  germ.  Auslautgesetze,  s.  101),  z.  b.  aisl.  gen. 
pl.  räua  (noch  um.  runo  Björketorp,  vgl.  acc.  pl.  runo  <C  *-önz  Einang  und 
noch  St.  Noleby,  s.  Walde  a.  o.  s.  51  ff.,  sowie  raginaku[n]do  St.  Noleby).  — 
Dagegen  tritt  urgerm.  o  schon  in  den  allerältesten  um.  inschriften  als  a 
auf,  z.  b.  in  den  zahlreichen  nom.  und  acc.  sg.  auf  -aR,  -a  (gr.  -oq,  -ov, 
lat.  -ms,  -tun),  wie  -pewaR  Torsbjserg,  horua  Clallehus,  ÖQgaR  Einaug,  erilaR 
Kragehul. 

Anm.  3.  Nicht  hierher  (s.  §  78)  gehört  der  Wechsel  innerhalb  eines 
paradigmas  zwischen  a  und  durch  «-umlaut  entstandenem  u  (o),  je  nach- 
dem die  folgende  silbe  urspr.  u  enthielt  oder  nicht,  z.  b.  prifnopr  (got. 
-ödus)  das  blühen,  gen.  prifnapar,  gen.  pl.  -apa ,  dat.  pl.  -opom  (aostnorw. 
-adom);  skipon  «  *-anu,  vgl.  got.  -uns)  anordnung,  gen.  -anar;  kallapa  ich 
rief,  pl.  kollopom  (aostnorw.  kallaöom)  u.  s.  w. ;  s.  Kock,  An.  w-umlaut  in 
ableitungs-  und  beugungsendungen  (Lund  1 918).  Bisweilen  ist  ausgleichung 
dieses  wechseis  eingetreten,  so  tlass  doppelfonnen  entstanden  sind,  wie  bei 
den  fem.  auf  -an  (-on),  -an,  z.  b.  skipon,  -an,  gen.  sg.  skiponar,  'anar, 
und  den  mask.  auf  -upr  (-opr),  -upr,  z.  b.  prifnopr,  -apr. 

Anm.  4.  Aus  obigem  geht  hervor,  dass  man  in  fällen  wie  glika  (got. 
galeikd)  gleich,  1.  sg.  prät.  ind.  sera  (got.  saiso)  säete  nasalierten  auslaut, 
resp.  analogiebildung  nach  Wörtern  mit  nasaliertem  auslaut  (wie  den 
schwachen  prät.)  voraussetzen  muss;  vgl.  aber  Walde,  Die  germ.  Auslaut- 
gesetze, s.  108  mit  note. 

Anm.  5.  Nom.  acc.  f.  Uuer  (aus  *twä&  §  71,  2)  zwei  entspricht  nicht 
dem  got.  twös,  sondern  ist  aus  Hwä  (got.  in  twa  püsundja)  mit  anal, 
zugetretenem  -R  entstanden:  s.  Geschichte3  §215,2  und  Torp,  Arkiv 
XIII,  340  note. 

Anm.  6.  Das  späte"  misl.  mänudagr  (aber  schon  früh  anorw.  mano- 
dagr)  montag  hat  sich  nach  sunnudagr  sonntag  gerichtet  (s.  Bugge, 
Sproglig-historiske  studier  til.  prof.  C.  R.  Unger,  s.  21  mit  note),  malu-. 
rapu-,  pingu-  nautr  u.a.  -genösse  wol  nach  foru-,  Irgit-,  nwtu-  nautr  u.  a., 
wo  teils  dat.,  teils  gen.  von  for,  legu,  mala  u.  s.  w.  vorliegen ;  vgl.,  etwas 
abweichend.  Swenning,  Arkiv  XXIII,  1  ff, 

§  138.  ce,  welclies  in  den  urn.  inschriften  durch  die  a- 
rune  wiedergegeben  wird  (s.  Bugge,  Arkiv  VIII,  17 ff.;  Walde, 
Die  germ.  Auslautgesetze,  s.  62 ff.,  102 ff.;  anders  Hirt,  Arkiv 
XVIII,  373),  geht  in  e  und  weiter  in  i  (woraus  später  unter 
umständen  wieder  e.  s.  §  145)  über,  z.  b.  3.  sg.  prät.  ind.  orte 
(urn.  w[o]rt«    Etelhem,    wurte   Tjurkö,    orte   By   —   vgl.  sxte 


§  139  —  141.   l'rnordische  Vorgänge  in  Khwftchtoni£en  silben.      121 

(Tiimmarp  setzte—  urti'C  Sölvesborg)  machte.  Yile  (urii.  iciu'dn 
Veblungsmes;  vgl.  -ÖAUÖe  tot  Björketorpi  ein  mannsname,  syster 
(urn.  sirestar  Opedal)  Schwester,  2.  sg.  prät.  ind.  voller  (got. 
ivalides)  wähltest 

Anm.  Der  Übergang  ce  >  e  lindet  ara  frühesten  in  nicht  nasalierter 
silbe  statt  (vgl.  §  137  anm.  2),  z.  b.  icurte  Tjurkö  c.  550,  während  noch  nm 
825  iriicila  mit  nasaliertem  -a  Veblungsnses  vorkommt:  erst  gegen  100 
jähre  später  in  nasalierter  silbe,  z.  b.  -ÖAuÖe  Björketorp  (vgl.  adän.  nm. 
kußi  Helnses,  Flemlose  um  800.  gleich  aisl.  go/je  priester). 

§  139.  ot  ist  schon  in  den  ältesten  urn.  Inschriften  im 
allg.  (s.  die  flexionsieh  re)  durch  kontraktion  zu  e  geworden, 
welches  zum  teil  schon  lange  vor  dem  ende  der  urn.  zeit  i  s. 
haiti-ka  hier  unten)  als  i  (woraus  später  unter  umständen  e. 
s.  §  145)  auftritt,  z.  b.  3.  sg.  präs.  konj.  fare  (got.  farai)  fahre. 
2.  sg.  präs.  ind.  hefer  (vgl.  got.  habais)  hast.  2.  sg.  präs.  imperat. 
life  (got.  libai)  lebe.  nom.  pl.  m.  blinder  (got,  bl'utd<ii.  vgl.  um. 
sijostes  Tune)  blinde.  1.  sg.  präs.  ind.  heite  (uro. hatte  Kragehul 
c.  100.  ha[i]te  Lindholm  e.  -100  und  noch  c.  575.  h[a\ite  -Tärsberg, 
aber  schon  brakteat  von  Sjaelland  nr.  57  c.  475  haiti-ka)  heisse. 
dat.  sg.  f.  Jieire  (vgl.  got.  pisai)  der.  dat.  sg.  ulfe  (vgl.  urn. 
woÖuriÖe  Tune.  -käme  Tjurkö.  wage  Opedal  u.  a.)  wolf. 

Eine  ausnähme  macht  pa^miltima  von  nicht  zusammen- 
gesetzten Wörtern,  wo  nach  kurzer  wurzeisilbe  ai  vor  kurzer 
unbetonter  (und  daher  später  synkopierten)  ultima  zunächst 
wol  zu  a  geworden  ist  (vgl.  §  54.  3.  b)  und  dann  zu  a  verkürzt, 
z.  b.  dtapr{<  ■'uitädart,  got.  uitaips)  angewiesen,  sayapr  gesagt. 
/*/a*  gelebt;  s.  Xeckel.  ZfdA.  XLIX.  815.  Tijdschr.  voor  Nederl. 
Taal-  en  Letterkunde  XL.  239.  Kock.  Sv.  ljudhistoria  IV.  168. 

§  140.  au  ist  in  entsprechender  weise  zu  ö  kontrahiert 
und  dann  weiter  (nach  ij  137)  zu  u  oder  u  entwickelt  worden. 
z.b.ätta  igot.  ahtau)  acht,  sonar  {got.  sunaus)  sohnes.  konj. 
präs.  gefu  (got.  gibau)  gebe.  pr&t.  gdefa  (got.  gebjau)  gäbe;  aber 
gefomk,  gcefomk  werde,  resp.  würde  gegeben. 

§  141.  eu,  ix  sind  (sehr  spät)  zu  i  u.  s.  §  145)  geworden. 
z.  b.  eyrer  (wol  aus  lat.  aureus  entlehnt)  eine  art  münze:  dat.  mege 
(urn.  *jnagw,  vgl.leunimu[n]<Hu  Tjurkö)  söhne,  syne  (ahd.  suniu) 
söhne,  nom.  pl.  syner  (got.  sun jus)  söhne:  vgl.  Sievers.  Beitr. 
V.  158  mit  note  1. 


122     §  142. 143.  Um.  Vorgänge  in  schwachton.  silben.    §  144.  Schwachton.  a. 

§  142.  Svarabhakti  (d.  h.  entwickelung  eines  vokals  aus 
dein  stimmton  eines  stimmhaften  konsonanten)  tritt  sporadisch 
schon  in  alten  urn.  inschriften  (c.  400—600)  —  später  (c.600  -  700) 
bes.  in  den  aus  dem  südlichen  Schweden  stammenden  —  ein, 
indem  konsonantengruppen,  die  r,  l  oder  (seltener)  n  enthalten, 
ein  parasitisches  a  zeigen,  z.  b.  worahto  (aisl.  ortd)  Tune  machte, 
waritu  Järsberg  (ich)  schreibe,  ivarAÜ  (aisl.  reit)  Istaby  (er) 
schrieb,  dAriutip  (got.  briutip)  Stentoften,  dArutii  (aisl.  brytr) 
Björketorp  bricht,  upAVAdAsdA  (aisl.  üparfaspo)  Björketorp  un- 
heilbringende Prophezeiung;  gen.  sg.  asugisalas  (aisl.  Asgisls) 
Kragehul,  dat.  sg.  wita[n]da-halaiban  (vgl.  got.  hlaibs  brot)  Tune 
brotherrn,  -ivulafn,  -ivulafa,  -ivulaßR  Istaby,  -woUfA  Gummarp, 
-woUfii  Stentoften  (aisl.  -ulfr,  -ulf  -olfr,  -olf)  wolf,  JaUIia!* 
(aisl.  falh)  Björketorp  ich  verbarg;  harabanaR  (aisl.  Hrafn) 
Järsberg  u.  a.     Dies  a  ist  aber  später  überall  geschwunden. 

§  143.  Kurzer,  unnasalierter,  auslautender  vokal  ist  schon 
vor  500  apokopiert  worden,  z.  b.  1.  3.  sg.  prät.  ind.  [rajist 
Vetteland  c.  400  ritzte,  -nam  Reistad  -nahm,  was  Tanum  war, 
war Ait  Istaby  schrieb  (vgl.  gr.  folöa,  folöe  =  aisl.  veit  weiss), 
m[i]k  Etelhem  c.  475  mich  (gr.  ifitys),  ?2.  sg.  imperat.  dirg 
«  *bergi,  s.  §  63,  3)  Opedal  birg,  bitt  (urn.  *bind,  s.  §  220) 
binde  (vgl.  gr.  <ptgi-  =  aisl.  ber  trage)  u.  a. 

Anm.    Ueber  sonstige  synkope  in  urn.  zeit  s.  §  153  ff. 


II.  Sonstige  qualitative  Veränderungen. 

§  144.  a  wird  im  onorw.  —  doch  nicht  im  Dront- 
heimischen  —  etwas  vor  1300  (vielleicht  am  frühesten  wo  die 
vorhergehende  silbe  einen  palatalen  vokal  oder  palat.  diphthong 
enthält,  s.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  93  note)  zu  ob  nach  langer  Wurzel- 
silbe, z.  b;  sendas  senden,  heyrw  hören  usw.  (gegenüber  gera 
machen,  vita  wissen  u.  a.);  s.  Haegstad,  Arkiv  XV,  102  f.,  G.  Tr. 
s.  77,  93. 

Anm.  1.  Anderer  art  —  wol,  wenn  auch  teilweise  analogischer, 
ablaut  wie  in  aisl.  pess,  penna,  petta  u.  a.  neben  pat,  pann  u.  s.  w.  —  muss, 
wenn  auch  nur  zum  teil  (denn  in  einem  anorw.  briefe  vom  j.  1303  wird 
zwischen  schwachtonigem  peet  und  starktonigem  pat  geschieden,  s.  Hpegstad, 
Vestno.  maalf.  1, 141),  sein  das  schon  im  onorw.  des  13.  jahrhs.  allgemein 
auftretende  ce  statt  des  in  den  ältesten  hdschr.  gew.  (doch  nicht  in  pegat 


§  145.  Schwachtoniges  i.  123 

dorthin,  pegar  sogleich,  s.  §95  anni.  3)  a  in  den  pronominalen  Wörtern 
pott  da?,  pcftin  den,  pcer  dort,  ficedan  von  dort,  pcengat,  pcenneg  dorthin 
(s.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  65  f.,  Hertzberg,  pass..  porkelsson.  Supplement  IV, 
186  f.),  dies  um  so  mehr  als  entsprechende  wnorw.  formen  mit  e  vorkommen 
wie  peöan  (so  regelmässig  in  Cod.  Rantzovianus  des  Galathingsgesetzes; 
vgl.  agutn.  ruu.  piapan),  pengat,  pennug. 

Anm.  2.  Im  mnorw.  wird,  zum  teil  durch  dänischen  einnuss,  dies  a> 
oft  durch  e  ersetzt,  z.  h.lwre  hören  {sSghe  suchen)  u.  dgl. ;  s.  A.  B.  Larsen, 
Arkiv  Xin,  247. 

§  145.  i  (altes  oder  nach  §  138,  §  139,  §  141,  §  151, 2,  3 
und  7,  §  152, 1  neu  entstandenes)  geht  in  silben,  welche  nach 
der  haupttonigen  stehen,  schon  vorliterarisch  in  e  über: 

1.  Aisl.  (und  anorw.  in  Stavanger  amt.  'Rogaland')  in 
allen  Stellungen  (bes.  konsequent  in  den  §  12, 1.3  und  9  genannten 
denkinälern  sowie  in  dem  §  15,  6  erwähnten  homilienbuch, 
3.  hand),  z.  b.  acc.  pl.  geste  (got.  gastins)  gaste,  acc.  sg.  hirfe 
(got.  liairdi)  hirt,  2.  pl.  präs.  ind.  biöpep  (got.  biadip)  bietet, 
ralepr  (got.  iralips)  gewählt:  nur  dass  in  gewissen  alten  hdschr. 
/  häufiger  ist  nach  Jk  und  g.  z.  b.  miJcill,  -eil  gross,  eigi.  -e  nicht 
(s.  z.b.  Wisen.  Homiliu-Bök,  s.VI),  oder  wenn  die  vorhergehende 
sübe  i  (oder  y)  enthält  (s.  anm.  1).  Aber  schon  vor  1250  tritt 
statt  e  allgemein  wieder  i  ein.  wol  teilweise  durch  einfluss  des 
nördlichen  isl.,  wo  nach  dem  §  12,11  erwähnten  denkmal  zu 
urteilen  r  nie  ausser  gebrauch  geraten  ist  (vgl.  Xeckel,  Beitr. 
XL,  66  ff.)  —  was  wol  auch  der  fall  ist  bei  dem  §  12. 13 
genannten  denkmal  sowie  im  Südwesten  Norwegens  (ausser 
Rogaland)  —  z.  b.  gesti,  biöpip  u.  s.  w.,  wenn  auch  in  einigen 
endungen  (bes.  vor  r)  das  e  (wenigstens  in  gewissen  hdschr., 
z.  b.  den  §  12,  18  und  23  genannten)  weit  länger  bleibt  (oder 
von  neuem  entsteht),  z.  b.  prät.  pass.  kallapesJc  wurde  genannt, 
nom.  sg.  der  verwandtschaftswörter  wie  fdper,  -ir  vater,  möper, 
-ir  mutter,  nom.  pl.  m.  der  adj.  wie  blinder,  -ir  blinde,  präpos. 
wie  under,  -ir  unter,  gfer.  -ir  über,  epter.  -ir  nach  (s.  Dahlerup, 
Ägrip  s.  Xu;  Gering,  Finnboga  saga,  s.  VIII.  Isl.  ^Ev.  I, 
s.  XIV f.;  F.  Jönsson,  Egils  saga,  s.  Vit;  Neckel,  Beitr. 
XL,  73  f.);  in  einigen  hdschr.  steht  (wie  im  aschw.)  e  fast 
nur  nach  langer  Wurzelsilbe  oder  nebentoniger  ableitungssilbe 
(s.  F.  Jönsson.  Egils  saga  s.  VIIL  Hb.  s.  XXXV1Ü:  vgl.  auch 
Kock,  Accentuieruug,  s.  89).  Dialektisch  (z.  b.  in  der  Flateyjar- 


124  §  itö.   Schwachtoniges  /. 

bok)  tritt  wiederum  am  ende  des  14.  jahrhs.  e  statt  i  auf,  dann 
aber  vorzugsweise  in  offenen  silben  (oder  vor  r,  s.  E.  Olson, 
Yngvars  saga,  s.  XLII). 

2.  Anorw.  (ausser  im  Südwesten)  vielleicht  schon  im 
9.  jahrh.  (s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  86),  wenn  die  vorhergehende 
silbe  ein  a,  d,  e  (altes  oder  nach  §  117  entstandenes),  e,  o,  6, 
o,  0  oder  o,  ce  enthält  (bes.  konsequent  in  onorw.  und  nord- 
wnorw.  schritten  wie  der  leg.  Olafssaga,  resp.  dem  homilien- 
buch,  1.  hand),  z.  b.  nom.  pl.  m.  marger  viele,  räöenn  geraten, 
3.  sg.  präs.  konj.  gefe  gebe,  rette  richte,  dat.  sg.  hende  hand, 
kononge  könige,  dorne  urteil,  S0ne  söhne,  nom.  pl.  m.  söter  süsse, 
nonge  nachbar,  3.  sg.  prät.  ind.  mcelte  sprach  (gegenüber  synir 
söhne,  spurdi  fragte,  dat.  sg.  vcelli  feld,  shildi  schild,  vini  wein, 
hofdi  köpf  u.  s.  w.);  s.  bes.  Haegstad,  Gr.  Tr.  s.  78  ff..  Vestno. 
maalf.  passim,  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  88 ff.  Jedoch  weichen 
viele  hdschr.  mehr  oder  weniger  von  der  regel  ab.  Die  §  15, 4 
erwähnten  bruchstücke  des  Gulathingsgesetzes  haben  e  auch 
nach  ey.  Oratio  contra  clerum  (§  15,29)  hat  bisweilen  %  nach 
e  und  umgekehrt  e  nach  ce;  dies  letztere  auch  die  Tübinger 
fragm.  (§  15, 20)  und  teile  vom  Cod.  Tunsbergensis  (§  15,  30). 
Die  Hauksbök  (§  15, 27)  hat  i  nach  0  (so  auch  Cod.  Holm. 
34,4«,  aber  nicht  nach  0:  s.  Kolsrud,  Arkiv  XXXIII,  284),  ö, 
gew.  auch  nach  e,  e,  ce,  aber  dagegen  e  nach  0  (s.  Hb.  s.  XXI f.); 
ein  teil  der  hdschr.  bevorzugt  zwar  i  nach  i,  y,  ei,  ist  aber 
übrigens  ganz  regellos  (s.  ib.  s.  LI).  Auch  in  Cod.  AM.  310,4° 
(§  15, 13)  stehen  e  und  i  ohne  sichtbare  regel  (s.  Groth's  aus- 
gäbe, s.  XX  ff.).  Andererseits  haben  z.  b.  diplome  aus  AgÖer 
der  regel  nach  i  in  allen  Stellungen  (s.  Haegstad,  Upphavet 
s.  3);  ebenso  Elis'  saga,  wo  doch  ziemlich  oft  e  nach  a  (bes. 
nebentonigem)  und  «  steht  (s.  Jones'  Phonology  s.  12f.).  Um- 
gekehrt haben  No.  Hom.  3.  hand  (s.  Wadstein,  F.  Hom..  s.  93) 
und  diplome  aus  Rogaland  c  1300  sowie  die  mnorw.  könig- 
lichen briefe  (s.  Haegstad  a.  0.  und  Kong..  s.  21  f..  33)  der  regel 
nach  e  in  allen  Stellungen.  Thomas'  saga  hat  zwar  gew.  -e 
(auch  vor  kons.),  aber  in  der  regel  -is(s);  vgl.  Haegstad,  Arkiv 
XV,  101  note.  Shetl.  und  zum  teil  orkn.  sowie  in  einigen 
diplomen  aus  Bergen  um  1340  steht  im  absoluten  auslaut  -e, 
vor  kons,  aber  -i-  (s.  Haegstad,  Hild.,  s.  56  f.,  Vestno.  maalf. 
11,  2, 11,  s.  2). 


§  146.  Schwachton  iges  u.  125 

Anm.  1.  Spuren  einer  derartigen  vokalharmonie  zeigen  sich  auch 
in  einigen  alten  aisl.  hdschr..  in  so  fern  das  i  statt  e  nach  i  (so  z.  b.  in 
St  Hom.  und  Placftiisdräpa)  und  _;/  (a.  b.  in  Pläc.-dr.)  beliebt  ist. 

Anm.  2.  Wenn  in  gewissen,  sowol  aisl.  (z.  b.  AM.  237,  4°  und  Eine, 
s.  Kock;  Stud.  öfver  fsv.  ljudlära.  s.  228 f.)  wie  anorw.  (z.  b.  No.  Hom.,  s. 
Wadstein,  F.  Hom.,  s.  89)  hdschr.  und  bes.  in  den  alten  skaldengedichten 
(s.  Sievers,  Beitr.  XII.  483;  Jönsson  bei  Gislason,  Udvalg  af  oldno.  skjalde- 
kvad,  s.  Vif.)  das  suifix  -ing-  regelmässig  %  zeigt,  so  beruht  dies  darauf, 
dass  -ing-  starktonig  war  (s.  §  51,  2,  b  und  1,  b),  z.  b.  drotning  (schwachton. 
-eng)  königin.  Bei  schwankender  betonung  eine3  kompositums  finden  sich 
natürlich  ebenfalls  doppelformen,  z.  b.  andlet  (St.  Hom.;  vgl.  andlete  §  165 
No.  Hom.,  leg.  Olafssaga)  neben  ändüt  imit  noch  starktoniger  ultima) 
antlitz,  lerept,  -ript  leinwand. 

Anm.  3.  Anorw.  (s.  z.  b.  Hsegstad,  G.  Tr.,  s.  79,  Vestno.  maalf.  II,  1, 
s.  91  und  II,  2,  i,  s.  56;  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  53)  mek  mich,  pek  dich,  sek 
sich,  cet,  met  wir  zwei  neben  (vorzugsweise  aisl.)  mik.  pik,  sik ,  n't,  mit 
gehören  wol  auch  hierher  und  zwar  als  in  proklitischer  und  enklitischer 
Stellung  entstanden.  Ueber  mnorw.  j  >>  e  vor  ö  (wie  in  den  meisten  nnorw. 
dialektenj,  z.  b.  med  ans  mit  wir  zwei  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i, 
s.  103. 

Anm.  4.  Unklar  bleibt  der  umstand,  dass  im  anorw.  das  suffix  -lig- 
iu  vielen  hdschr.  regelmässig  die  form  -leg-  oder  -leeg-  (vgl.  §  108)  hat  ohne 
rüeksicht  auf  den  vorhergehenden  vokal,  z.  b.  nylegr  neulich,  müdlegr  mild, 
u.  a.  In  Oratio  steht  immer  -leg-  vor  vokal  (jedoch  ausnahmslos  elligar 
'sonst')  aber  -leeg-  oder  -leg-  vor  kons.  (s.  Kock,  Arkiv  XII,  245  ff.). 

Anm.  5.  Statt  i,  e  zeigt  sich  dann  und  wann  y,  (vorzugsweise)  wenn 
ein  y  vorgeht,  z.  b.  aisl.  sgstkyn  (z.  b.  St.  Hom.  mehrmals)  geschwistei, 
anorw.  pykkyr  (z.  b.  oft  in  der  Barlaamssage)  es  dünkt,  mykyü  gross, 
It/kyU  Schlüssel. 

Anm.  6.  Im  mnorw.  des  15.  jahrhs.  wird  auslautendes  -in,  -en  über 
-4M  zu  -«,  z.  b.  iordan  c.  1100,  iorda  1437  statt  ioröen  die  erde;  s.  Hseg- 
stad,  Arkiv  XV,  105,  A.  B.  Larsen,  ib.  XHI,  248. 

§  146.  u  (altes  oder  nach  §  137, 1,  §  140,  §  151, 4  und  5, 
§  148  entstandenes)  geht  schon  vorliterarisch  in  o  über: 

1.  Aisl.  (und  anorw.  in  Stavanger  amt.  'Rogaland')  in 
allen  silben,  welche  nach  der  haupttonigen  stehen  (bes.  konse- 
quent in  den  §  145, 1  genannten  denkmälern).  z.  b.  acc.  pl. 
sono  (got.  sununs)  söhne,  nom.  acc.  pl.  gqtor  gassen,  1.  pl. 
präs.  ind.  bmdom  binden,  ebenso  in  enklitischen  Wörtern, 
z.  b.  heyrpo  höre  (du),  sono  so  (nun),  tottogo  (s.  §77,10) 
zwanzig.  Aber  u  kommt  daneben  schon  in  den  ältesten 
hdschr..  bes.  in  den  meisten  (wol  nebentonigen)  ableitungs- 
silben  (s.  Neckel,  Beitr.  XL,  51  ff.,  56)  vor,  so  dass  z.  b.  St.  Hom. 
es  gern  nach  einem  u,  ti,  o,  6,  e,  6  der  vorhergehenden  silbe. 


126  §  146.   Schwaehtoniges  u. 

AM.  645,  4o  oft  nach  o  (>  0,  s.  §  115,  2)  hat  (s.  Larsson,  Stud. 
över  den  St,  hom.,  s.  67,  Isl.  hdskr.  nr.  645,  4ft,  s.  XL  VI).  Schon 
um  1225  steht  bei  einigen  Schriftstellern  (z.  b.  dem  3.  Schreiber 
des  Reykj.  Maid.,  s.  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X,  67)  u  regelmässig 
in  geschlossener  silbe,  z.  b.  bindum  u.  dgl.;  nur  dass  in  gewissen 
hdschr.  (z.  b.  der  norvagisierenden  Ägrip)  0  vor  r  fortwährend 
beliebt  ist,  z.  b.  gotor,  ~ur.  Seit  1300  ist  u  auch  in  offener 
silbe  gewöhnlicher  als  0,  z.  b.  sonu  söhne,  bundu  banden  usw. 
2.  Anorw.  (ausser  im  Südwesten)  in  nachtoniger  silbe, 
wenn  die  vorhergehende  silbe  ein  e  (altes  oder  nach  §  117  ent- 
standenes), e,  0,  6,  0,  6  oder  ä,  0,  de  sowie  der  regel  nach  ein 
nebentoniges  a  (bisweilen  auch  i)  enthält  (bes.  konsequent  in 
onorw.  und  nordwnorw.  Schriften;  vgl.  §  145, 2),  z. b.  dat. pl.  vegom 
wegen,  velom  kunstgriffen,  acc.  sg.  kono  weib,  3.  pl.  prät.  ind. 
toho  nahmen,  acc.  sg.  0Ölo  eidechse,  mödgor  mutter  und  tochter, 
acc.  sg.  gäto  rätsei,  3.  pl.  prät.  ind.  voro  waren,  dat.  pl.  fircelom 
knechten,  3.  pl.  prät.  ind.  Jtiönado  dienten  (gegenüber  acc.  sg. 
düfu  taube,  mylnu  mühle,  viku  woche,  3.  pl.  prät.  ind.  hafdu 
hatten,  badu  boten  u.  s.  w.);  doch  scheint  u  vor  m  hie  und 
da  gegen  die  regel  beliebt  zu  sein;  s.  bes.  Haegstad,  G.  Tr., 
s.  78  ff.,  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  94  ff.  (vgl.  Kock,  Arkiv  VII,  370 
note).  Aber  viele  hdschr.  weichen  mehr  oder  weniger  von 
der  regel  ab:  Oratio  contra  clerum  (§  15,29)  hat  u  nach  e, 
e,  gew.  nach  ä,  de  und  nicht  selten  nach  0,  0;  teile  vom  Cod. 
Tnnsbergensis  (§  15,  30)  haben  u  nach  de  und  gew.  nach  e,  e\ 
umgekehrt  die  Tübinger  bruchstücke  0  nach  ce.  Die  Hauks- 
bok  (§  15,  27)  hat  u  nach  ce,  0,  6  und  gew.  -um  nach  jedwedem 
vokal;  aber  andererseits  0  auch  nach  a  (s.  Hb.,  s.  XXIII f.); 
ein  teil  der  hdschr.  ist  ganz  regellos  (s.  ib.  s.  LI).  Auch  in 
Cod.  AM.  310,  4°  (§  15,  13)  stehen  0  und  u  ohne  sichtbare  regel, 
nur  dass  unmittelbar  nach  kons,  i  immer  0  vorkommt  (s.  Groth's 
ausgäbe,  s.  XVIII).  Andererseits  haben  z.  b.  diplome  aus 
AgÖer  (und  einige  aus  Bergen,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf. 
II,  2, 11,  s.  2)  der  regel  nach  u  in  allen  Stellungen  (s.  Haegstad, 
Upphavet,  s.  3);  vergleichbar  ist  Elis'  saga,  wo  jedoch  0  nach 
d,  0,  6,  0,  0"  überwiegend,  nach  e,  0  ziemlich  häufig  ist 
(s.  Jones'  Phonology,  s.  14).  Umgekehrt  haben  No.  Hom.  3.  band 
(s.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  99)  und  diplome  aus  Rogaland  c.  1300 
sowie  die  mnorw.  königlichen  briefe  (s.  Hsegstad  a,  0.  und  Kong., 


§  147. 14a  Schwachtoniges  y,  g.  127 

s.  21  f..  33)  der  regel  nach  o  in  allen  Stellungen.  Shetl.  und 
zum  teil  orkn.  steht  im  absoluten  auslaut  gew.  -o,  vor  kons, 
aber  gew.  -u-.  bes.  in  -mn  (s.  Haegstad,  Hild.,  s.  57). 

Anm.  1.  Sparen  einer  vokalharmonie  zeigen  sich  gewissennasseu 
auch  in  einigen  aisl.  hdschr.  s.  1  oben. 

Anm.  2.  Wenn  in  gewissen,  sowol  aisl.  wie  anorw.  hdschr.  und  bes. 
in  den  alten  skaldengedichten  (s.  Jonsson  bei  Gislason .  Udvalg  af  oldno. 
skjaldekvad,  s.  VUljf.)  das  suffix  -itng-  regelmässig  u  zeigt,  so  beruht  dies 
darauf,  dass  -ung-  starktonig  war  (s.  §51,2,  b  und  l.b),  z.  b.  buphtngr 
(schwachton.  -ongr)  fürst. 

Anm.  3.  In  Cod.  AM.  645,  4°  kommt  ein  progressiver  umlaut  io  >  ie 
(vgl.  §70,2)  vor  wi  vor;  s.  Kock,  Beitr.  XX.  121  f. 

Anm.  4.  Spuren  eines  Überganges  m  >  (geschlossenes)  e  zeigen  sich 
im  aisl.  hie  und  da  schon  vor  der  mitte  des  13.  jahrhs. ;  s.  Gislason,  Um 
f rumparta,  s.  129 ;  L.  Larsson,  Isl.  hdskr.  nr.  645,  4°,  s.  XL VII. 

Anm.  5.  Im  mnorw.  werden  sowol  u  wie  o  des  suffigierten  artikels 
zu  einem  dunklen,  durch  e  oder  ce  bezeichneten,  e- laute,  z.  b.  rikene  dem 
reiche,  brevenoe  dem  briefe;  s.  A.  B.  Larsen,  Arkiv  XIII ,  252 ,  Haegstad. 
Vestno.  maalf.  I,  s.  21. 

3.  Sowol  aisl.  wie  anorw.  in  schwachtonigen  präfixen  und 
proklitischen  Wörtern,  z.  b.  präf.  tor-  (got.  tuz-),  or-,  präpos.  Ar 
aus  (dann  starktonig  er-,  resp.  ör  nach  §  71,3  und  §  126,1), 
mon  (später  nuui)  wird,  pl.  mono  (munu)  werden,  skolo  (später 
shrfu)  sollen,  seit,  mnorw.  om  statt  um(b)  um,  shetl.  op  1355 
statt  upp  hinauf  und  onder  1465  statt  undir  unter  (s.  Haegstad. 
Hild..  s.  38  und  49,  Kong..  s.  18). 

Anm.  6.  Of  (neben  seltenerem  uf  —  s.  Egilsson  und  porkelsson. 
Supplement  IV,  154  —  got.  uf)  'über'  kann  dem  ahd.  oba  entsprechen  und 
also  nach  §  61  zu  erklären  sein. 

§  147.  //  wird  vorliterarisch  zu  •  (e  §  145),  wenn  die 
folgende  silbe  i  enthält  —  dies  also  eine  art  von  /-umlaut  — 
z.  b.  ifir  über.  firi(r)  für.  Jjikia  dünken,  konj.  skili  solle,  prät. 
sJcildi  sollte,  mindi  würde  u.  a.  neben  starktonigem  yfir,  fyri(r), 
pykJda  usw.;  apinia  affin,  innifli  eingeweide  (vgl.  anorw.  Orts- 
namen wie  Sikk-,  Sunn-,  Purm-,  Vanifli),  ösmhmi  mündung 
neben  apynia,  innyfli  usw.  mit  starktonigem  y  (vgl.  §  51, 1,  a). 
S.  Noreen,  Arkiv  1, 168  f.  note  3  und  die  daselbst  zitierte 
literatur;  Kock,  ib.  IT,  163  ff. 

^  148.  o  und  nach  §  151.5  gekürztes  o  werden  vor- 
literarisch zu  h  (o  §  146).  z.  b.  forjtnm  (got.  fam  pommd)  ehe- 


128  §  149.   Schwachtoniges  re. 

dem,  die  mannsnamen  Ondopr  (ahd.  Anthad),  StgrJcopr,  Nipopr 
(ags.  Nidhad)  mit  gen.  -apar  (wonach  anal.  StarJcapr,  seit. 
Nipapr)  zu  hgpr  krieg,  die  frauennamen  Gunnor  (schon  c.  1050), 
Steinor  neben  -vor,  nom.  8g.  f.,  nom.  acc.  pl.  ntr.  ngkkor  (seit. 
nukkurr,  s.  porkelsson,  Supplement  IV,  112)  irgend welche  zu 
hugr  welche,  at  sögoro  (s.  §77, 11)  so  getan,  orrosta  (-rasta, 
-rgsta;  urspr.  orrasta,  obl.  -rgstu,  -rosto,  vgl.  ahd.  rasta  ruhe) 
streit,  preskoldr  (preskgldr,  s.  §  77, 3;  ags.  perscwald)  türschwelle, 
Gizorr,  Ozorr  <  *-vgrr  mannsnamen,  pl.  hundrop  <  *-rgd  hundert, 
Sigorpr  (misl.,  mnorw.  Sigvarpr  vielleicht  aus  dem  deutschen; 
urspr.  nom.  Sigurpr,  gen.  Sigvarpar)  Sigwart  zu  vgrpr  wache, 
anorw.  obl.  BötolfsoJco,  -uJca  zu  Botolfseaka  vigiliae  S.  Botulphi, 
Vglundr  <  *-hgndr  (got.  handus;  s.  Brate,  Zeitschr.  f.  d.  Wort- 
forschung X,  174, 180),  lor-,  Onundr  zu  vondr  rute  (s.  Noreen, 
Namn  och  bygd  1, 143  if.),  nom.  sg.  f.,  nom.  acc.  pl.  ntr,  heilgg  >  -og 
heilig,  vesgl  >  -ol  unglücklich,  anorw.  Gunnuldr  neben  -valdr 
(s.  Lundgren,  Uppsalastudier,  s.  20;  vgl.  nom.  Herioldr  :  gen. 
Haraldar  §  69)  mannsnamen.  Beisp.  von  6  >  g  >  u  s.  §  151,  5. 
S.  Noreen,  Arkiv  VI,  300  f. 

§  149.  ce  und  nach  §  151,6  gekürztes  de  werden  vor- 
literarisch zu  e,  z.  b.  anorw.  pl.  gefendr  zu  gefande  geber, 
skynseme  Vernunft  zu  skynsamr  vernünftig,  2.  3.  sg.  präs.  ind. 
hefer  hast,  hat,  huerr  welcher,  epter  'nach'  neben  stark- 
tonigem  anorw.  hcefir,  resp.  hucerr,  ceptir;  gew.  gera  machen, 
mega  können,  1.  pl.  Jenegon  vermögen,  weil  gew.  schwachtonig. 
Ueber  de  >  ce  >  e  s.  §  151,  6.  S.  Wadstein,  F.  Hom,  s.  52,  54f.; 
Sievers,  Tübinger  bruchstücke,  s.  8;  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  79. 

Dies  e  kann  dann  in  ein  mit  e  wechselndes  i  übergehen. 
So  schon  vorliterarisch  vor  ng  (s.  Bugge,  Arkiv  II,  224,  Kock, 
Beitr.  XXIII,  508),  z.  b.  foringi  (ags.  foregensa,  got.  faiiragaggja) 
Vorsteher,  vebringe  (ags.  weergenga)  Söldner,  anorw.  unningi, 
undingi  (ags.  üd'genge)  entwischter  Sklave  u.  a.  urspr.  Zusammen- 
setzungen mit  -geenge,  -geengia  (vgl.  §  229)  wie  lanzof ringe 
vagabond,  erfinge  erbe,  hgfpinge  häuptling,  brautinge  reisender, 
freisinge  freier  mann,  lausinge  freigegebener,  hamingia  schutz- 
geist.  Später  tritt  der  Übergang  auch  in  anderen  Stellungen 
ein,  z.  b.  harpinde  (ägs.heardtcende)  härte,  heilinde  (&gs.hdlwende) 
gesund  hei  t,  (eipinde  (ags.  lädwende,  ahd.  leid  wen  ti)  abscheu  u.  a. 


§  150.   Schwachtoniges  e.    §  151.   Kürzung  in  schwachton.  silben.     129 

auf  -inde  (vgl.  §173.2),  frcendsime  Verwandtschaft,  gershne 
kostbarkeit,  apile  (zu  apal  wesen)  hauptmann  einer  rechtssache. 
Erlindr,  mnorw.  AsJciU  mannsnamen. 

Anm.  1.  In  den  wenigen  fällen,  wo  ein  altes,  kurzes  e  in  schwach- 
toniger  Stellung  zu  stehen  kommt,  geht  es  ebenso  in  i  über,  welches  nach 
§145  wieder  mit  e  wechselt,  z.  b.  hinnig,  -eg  aus  *hinniceg  (§235, 1,  f) 
dort,  pannig  dorthin,  sinnig  jeder  für  sich,  der  bestimmte  artikel  am  (in 
gewissen  anorw.  hdschr.  so  immer  ohne  rücksicht  auf  benachbarte  vokale, 
x.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  88  und  61;  Hb.,  s.  XXUI;  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  79), 
inn  der,  die.  das,  en,  in  noch  (vor  komparativen,  z.b.en,  in  meira  noch 
mehr)  neben  starktonigem  enn  noch,  ausserdem;  mnorw.  Fartign  st.  Farpegn 
ein  mannsname,  Nörigr  (Haegstad,  Kong.,  s.  22,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  29) 
Norwegen. 

Auin.  2.  Mnorw.  wird,  ausser  in  gewissen  wnorw.  dialekten,  ce 
zwischen  v,  w  und  r  zu  a,  z.  b.  huarr  jeder,  rara  sein,  varda  werden. 
austnnrarör  gegen  osten  gerichtet,  s.  Hsegstad,  G.  Tr.,  s.  67,  Hild.,  s.  46, 
Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  38,  Hertzberg,  s.  855  und  bes.  Skulerud.  Arkiv 
XXVIII,  219  ff. 

§  150.     lieber  e  >  i  (e)  s.  §  151,  2;  6  >  i  (e)  s.  §  151.  7. 

Anm.  Mnorw.  wird  in  nachtoniger  (über  vortoniger  vgl.  §  121) 
Stellung  o  und  u  seit,  und  sporadisch  zu  o,  z.  b.  Guttarmr  seit  1400  statt 
Guüormr,  Vikand  c.  InOO  statt  Vidkunnr,  GoÖ-,  GuÖman  st.  GoÖ-,  Gudmundr 
(s.  Rygh,  Oplysninger  H,  238  note).  —  Das  präfix  af-  neben  of-  über-,  allzu- 
(z.  b.  of-,  afstope  Übermut,  s.  u.  a.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  49  f.)  gehört  nicht 
hierher,  sondern  entspricht  dem  got.  af-  (z.  b.  in  afdrugkja  trinker,  afetja 
fresser),  resp.  uf-  (vgl.  got.  afar  neben  ufar). 

III.  Kürzung. 

§  151.  Kürzung  langer  vokale  tritt  schon  vorliterarisch 
und  wol  zum  teil  sehr  frühe  (über  urn.  kürzung  s.  §§  137 — 141) 
ein.    Die  fälle  sind: 

1.  ä  >  o,  z.  b.  die  mannsnamen  Ölafr  neben  Öldfr  (mit 
stark  nebentoniger  ultima),  Ingemarr  (bei  Tacitus  Inguiomerus. 
mnorw.  auch  Ingemarr.  nnorw.  dial.  -mar)  zu  m&rr  (vgl.  §  64) 
berühmt,  vesall  unglücklich  zu  sdll  (*säliii)  glücklich,  Styrkarr 
neben  -karr  (Karr  und  Kare)  ein  mannsname,  afra])  neben  -rdj) 
(und  anorw.  -rdede  §  64)  abgäbe,  anorw.  airfad{e)  neben  -a}de 
(s.  §61)  arbeit,  acc.  pl.  m.  bdpa  (*bd-pd,  got.  bans  pans.  vgl. 
§  122)  beide,  acc.  sg.  hana  neben  (seit.,  s.  Gering,  ZfdPh. 
XXIX.  543)  haupttonigem  hdna  sie;  nach  §  54,  3,  b  sowol  dkafr 
eifrig,  herdp  bezirk,  nafarr  bohrer,  anorw.  for{r)aö  gefährliche 

Noreen,  Altisl.  gramm.    i.  auf].  9 


1 30  §  151.   Kürzung  in  schwachtonigen  silben. 

passage, .  die  mannsnamen  Pörarr,  Hröarr  u.  a.  (so  schon  in 
air.  lelmwörtern  aus  dem  anfang  des  9.  jahrks.,  s.  Marstrander, 
Bidrag  s.  89)  aus  *-drr  wie  die  negierenden  verbalsuffixe  -a 
und  -at  neben  haupttonigem  einn  (got.  ain,  vgl.  §  54,  3,  a),  resp. 
eitt  (got.  ainata)  etwas;  ferner  missare  neben  misser  e  (aus 
-*cere  nach  6  unten)  halbjahr  zu  dr  jähr,  dömare  neben  (seit.) 
dömere  richter  u.  a.  auf  -are  (und  -ere,  s.  §  64  sowie  unten  6, 
und  vgl.  ahd.  -äri). 

2.  e  >  i  (e,  s.  §  145),  z.  b.  Hamper  aus  älterem  Hamper 
(s.  §  51,2,  a)  ein  mannsname,  Hlepuer  aus  -ve'r  (afränk.  Chlodo- 
wich,  vgl.  §  65  und  111,  2)  Ludwig,  huatvetna  was  auch  immer 
und  eyvet,  -ar,  -o  nichts  zu  vet(t)r  (s.  §  110,  3)  wicht,  ding,  lyritr 
gesetzliches  verbot  zu  rettr  recht.    Vgl.  §  139. 

3.  i  >  i  (e,  s.  §  145),  z.  b.  hirper  (got.  hairdeis)  hirt,  frdpe 
(got.  frödei)  Wissenschaft,  nom.  pl.  gester  (got.  gasteis)  gaste, 
1.  pl.  prät.  konj.  bypem  (got.  budeima)  böten.  Auffallenderweise 
steht  konstantes  e  in  namen  wie  Alrekr  (§  51,  2,  a)  Alarich, 
Hrörehr  Eodrich  u.  a.,  in  vielen  hdschr.  (vgl.  §  145  anm.  4) 
auch  im  suffix  -leg-  (aus  -*lik-  zu  lik  körper);  vgl.  Neckel, 
Beitr.  XL,  74  ff.  und  79  f. 

Anm.  6  >  u  ist  wenigstens  durch  aisl.  gen.  dat.  Öslu  neben  -16  (s. 
Jonsson,  Skjaldesprog  s.  62,  Hsegstad,  Utredning  om  no.  bynavn,  s.  12  und 
14,  G.  Indreba,  Sverris  saga,  s.  XVIII,  oft)  sowie  in  den  vielleicht  eher 
nach  §  127,  3  zu  beurteilenden  anorw.  adj.  auf  -utr  st.  -öttr,  z.  b.  kollutr 
ohne  hörner,  striputr  gestreift  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  1, 112  und  II,  2,  i, 
s.  71  sowie  bei  0.  A.  Johnsen,  Olafs  saga,  s.  XLII)  u.  a.,  s.  §  127, 3,  belegt. 

4.  ü  >  u  (o,  s.  §  146),  z.  b.  obl.  sg.  tungo,  nom.  acc.  pl. 
tungor  (ahd.  zungün)  zunge,  -en,  nom.  acc.  pl.  augo  (ahd.  *ougün 
;>  ougun)  äugen,  utan  von  aussen  her  und  utar  weiter  hinaus 
neben  älterem  utan,  resp.  utar  zu  ut  hinaus  (und  üte  draussen), 
nu,  no  (bisweilen  suffigiert)  neben  nü  nun,  vildo  du  willst. 
esto  du  bist  zu  pü  du  (s.  L.  Larsson,  Stud.  över  den  Stockh. 
homilieboken  s.  54). 

5.  o  >  u  (o,  s.  §  146),  z.  b.  dat.  pl.  domorom  richtern,  nom. 
sg.  f.  und  nom.  acc.  pl.  ntr.  vesol  unglücklich,  nom.  acc.  pl.  forop 
gefährliche  passage,  pl.  (dann  auch  sg.)  afrop  abgäbe,  anorw. 
ozrfud  aus  *-od  (*-äöu,  *-aidu)  arbeit;  urspr.  schwachtonig  hon, 
später  auch  hun,  neben  starkton.  (alt)  hon  <  *h$n  §  116  sie; 


§  152.  Kürzung  in  schwachtonigen  silben.  131 

frauennamen  wie  anorw.  Bgnnog,  Sglog  s.  §  54,  3,  b.  Vgl.  über- 
haupt 1  oben  und  §  148.  —  Bei  verhältnismässig  später  kürzung 
steht  auch  o,  z.  b.  Älof  (Alof)  ein  frauenname  zu  dem  manns- 
namen  Oldfr:  a.is\.kgnom  (lmal  [hjunom  St.  Hom.)  neben  honom 
(könom  §  116)  ihm,  vesql  neben  vesol,  -ul  (s.  gleich  oben  und 
§64). 

6.  ce  >  e  (bisweilen  *,  s.  §  149),  z.  b.  de  >  e  'immer',  re- 
in vescettj  -sali  (s.  1  oben),  veill  (s.  §  130  anm.)  zu  vce  weh 
(s.  v.  Friesen.  N.  spr.  I,  29  note),  pl.  Heipsefar  (anorw.  2Eid- 
sifar;  -sifiar  durch  volksetymologischen  anschluss  an  die  Orts- 
namen JEiÖ,  JEidsvollr  und  pl.  sifiar)  die  einwohner  der  gegend 
um  den  see  Heifiscefe;  missere  halb  jähr,  dömere  richter  u.  a. 
s.  1  oben;  H16r(r)ipe  ein  Torsname,  E{i)ndripe  (s.  §  128)  ein 
mannsname  <  -räpi  (zu  rdpa  walten);  nom.  pl.  f.  per  statt 
gew.  p&r. 

7.  ä>i  (e,  s.  §  145),  z.  b.  endeme  (-dimi)  neben  eindöme 
(mit  stark  nebentoniger  pänultima)  etwas  ausserordentliches, 
anorw.  norenn  neben  nörönn  (s.  §  291, 3)  norwegisch. 

§  152.    Die  diphthonge  werden  ebenso  verkürzt: 

1.  cei  {ei)  >  i  (e  §  145),  z.  b.  bdper  aus  *bd-Panr  (got.  bai 
pai,  s.  §  54  anm.  2)  beide,  nom.  pl.  m.  per,  gen.  pl.  pera,  dat.  pl. 
pem  st.  gew.  Peir,  peira,  Peim,  erfede  (<  *cerfaiiöi  mit  einst 
haupttoniger  pänultima)  neben  anorw.  wrf&de,  -ade  (s.  §  54,  3,  b) 
arbeit,  anorw.  Asger,  -gir  neben  -gceirr,  Kolbinn  neben  -bmnn 
mannsnamen;  mnorw.  Ortsnamen  Ufikspueit  (Rygh,  Gamle 
personnavne,  s.  188)  zu  dem  mannsnamen  Ufeigr  und  Särefs- 
land,  -stadir  zu  Scerazifr;  St.  Hom.  egi  (cegi  in  AM.  921,  4°, 
IV,  1,  s.  Morgenstern,  Arnam.  Fragmente,  s.  46),  eg  (vgl.  aschw. 
igh)  neben  starktonigem  eige  nicht.  Spuren  solcher  kürzung 
zeigen  air.  lehnwörter  schon  in  der  mitte  des  9.  jahrhs., 
s.  Marstrander,  Bidrag  s.  89. 

Anm.  Seit,  elifr  (St.  Hom.  2  mal)  ewig  ist  nicht  aus  dem  gew.  eilifr 
entstanden,  sondern  verhält  sich  zu  diesem  wie  et  >  e  §  151,  6  zu  ei  §  77, 15. 
Ueberhaupt  scheint  kein  Übergang  eiy>e,  i  in  vortonigen  silben  vor- 
zukommen. 

2.  ou  (ou,  au)  >  o  (seit,  u),  z.  b.  Hdlogaland  land  der 
anorw.  Hdleygir,  valrof  (ags.  wcelreaf)  beute,  ok  (schon  Eggjum 
c.  700  uk)  'und'  neben  starktonigem  (bes.  anorw.)  auk  'auch' 


132  §  153.  Schwund  der  vokale. 

(und  'und',  z.  b.  Hb.  s.  LIII  u.  a.;  vgl.  Gislason,  Njäla  II,  951 
note,  Sijmons,  Die  lieder  der  Edda,  s.  GLXXXIV,  Jonsson. 
No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold,  s.  231  f.),  brot{t),  brutt,  bort,  burt 
(s.  §  315),  brgt  (!  s.  G.  Storm,  Otte  brudst.,  s.  5,  porkelsson, 
Supplement  IV,  17)  neben  starktonigem  braut  (hin)weg  (vgl. 
§  128  anm.  2),  brullup  (s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  32) 
neben  -laup  hochzeit;  anorw.  ertog,  osrtug  (vgl.  agutn.  ertaug; 
doch  vielleicht  zu  §  166)  eine  art  münze,  niDorw.  Hicelmlop 
<  Hialmalaup  (Haegstad,  G.  Tr.,  s.  76),  Allsogh  <  Alvishaugr 
(s.  Rygh,  Oplysninger  II,  157)  Ortsnamen,  Äsgotr  (-gautr),  Gup- 
logr,  Hrollugr,  anorw.  Hcerlogr,  -lugr  u.  a.  mannsnamen  auf 
-laugr,  mnorw.  Äslog,  Gislog  u.  a.  frauennamen  auf  -laug. 

IV.  Schwund. 

§  153.  Gegen  die  mitte  der  urn.  zeit  und  im  anfang  der 
vikingerzeit,  also  etwa  zwischen  450  und  900,  wird  allmählich 
jeder  unbetonte  kurze  (urspr.  oder  in  urn.  zeit  gekürzte 
wie  alle  in  unnasalierter  ultima  und  S,  e  —  aus  ai  nach 
§  139  —  in  pänultima  vor  nicht  synkopierender  ultima)  vokal 
synkopiert.  Wenn  wir  von  vielleicht  schon  urgerm.  synkope 
auslautender  kürzen  (s.  §  143)  absehen,  so  sind  die  ältesten 
belege  fahi  (*faihiu)  Asum  c.  475  male  (vgl.  aber  unten  7,  3 
mit  anm.),  an  (got.  and)  Tjurkö  c.  550  an,  wate  (*wätie)  Strom 
c.  625  nässe.  —  Ueber  die  Chronologie  der  einzelnen  syn- 
kopierungsfälle  sind  folgende  allgemeine  bemerkungen  zu 
machen  (vgl.  Noreen,  Geschichte3,  s.  84  ff.  und  die  oben  §66 
und  §  80  zitierte  literatur) : 

1.  Synkope  tritt  früher  nach  langer  als  nach  kurzer 
Wurzelsilbe  ein,  weil  nach  jener  nicht  wie  nach  dieser  ur- 
sprünglich ein  nebenton  folgte,  der  erst  schwinden  musste. 
So  z.  b.  hat  die  Sölvesborger-inschrift  c.  775  im  acc.  sg.  der 
«-stamme  asmu[n]t  (aisl.  Asmund),  aber  sunu  (aisl.  sun)  söhn, 
die  adän.  inschr.  von  Helnaes  (c.  800)  ebenso  Kupumu[n\t  (aisl. 
Gupmund),  aber  sunu.  Abecedarium  nordmannicum  (s.  §  80, 1) 
hat  die  runennamen  söl  (*sölu)  'sonne'  und  6s  (*äsuR)  'Gott', 
aber  feu  (aisl.  fe)  'vieh'  und  lagu  (aisl.  hgr)  'flüssigkeit'.  Die 
3.  sg.  präs.  ind.  weist  in  der  Björketorper-inschrift  (c.  700)  die 
form  dArutn  (aisl.  brytr)   'bricht'   auf,   aber  noch   die   aschw. 


§  153.  Schwund  der  vokale.  133 

inschr.  von  Rök  (c.  850)  hat  sitip.  (aisl.  sitr)  'sitzt'  (vgl.  den. 
wenn  nicht  etwa  deutschen,  runennamen  fiuris  =  aisl.  p>n*. 
im  Abeced.  nordm,). 

2.  Synkope  tritt  früher  in  binnensilben  als  in  der  ultima 
ein.  z.  b.  Strom  c.  625  wate  (*icätie.  aisl.  eckte)  nässe,  aber  hali 
(d.  h.  halli,  aschw.  heel)  stein;  vgl.  Rök  fatlapR  (*fatil-  zu  aisl. 
feteU  tragband)  umgebunden,  aber  sitia  sitzt. 

3.  Synkope  tritt  früher  nach  schwachtoniger  als  nach 
starktoniger  und  früher  nach  nebentoniger  als  nach  haupt- 
toniger  silbe  ein.  z.  b.  an  (got.  ana)  Tjurkö  c.  550  'an'  und 
uilalä  Overhornbaek  c.  550  kunststück,  aber  hlaiita  Bo  c.  550 
grabhügel,  uraita  Reistad  c.  575  ritzung.  horna  Strom  c.  625 
hörn;  Afunp  Valby  c.  700  neid,  aber  Jjah 'r  Bratsberg  c.  550 
und  noch  Rök  süir  sitzt:  fahi  <*faihiu;  vgl.  aber  anm.  unten) 
Äsum  c.  475  (ich)  male,  aber  Uinu  Overhornbaek  c.  550  (ich) 
stelle  her.  Dies  dürfte  der  eigentliche  grnnd  sein,  weshalb 
der  umlaut  fehlt  in  den  früher  —  d.  h.  vor  der  umlautszeit 
—  synkopierten  Ingemarr.  ol-(k)hi  u.  dgl.  gegenüber  den  syn- 
kopierten meerr,  Mo ;  vgl.  §  64  und  §  78. 

4.  Synkope  tritt  früher  vor  starktoniger  als  vor  schwach- 
toniger silbe  ein.  Daher  hiänlauss  gegen  die  umgelauteten 
demjia  und  hickn  (s.  §  66.  1)  und  Jcatthelgr  gegen  mötkan  und 
kottr  (s.  §  80, 1). 

5.  Synkope  scheint  früher  vor  konsonanten  als  im  absoluten 
auslaut  eingetreten  zu  sein,  wenigstens  nach  den  runennamen 
des  Cod.  Leidensis  (s.  §  80, 1)  aus  (d.  h.  aisl.  oss),  aber  reidu 

I  aisl.  reiß),  soulu  (aisl.  sol)  und  lauer  (aisl.  /•  gr),  aber  ftu  (aisl.  fe) 
zu  urteilen;  vgl.  auch  Istaby  -irulafR.  aber  -wulafa  (unten  6). 

6.  Synkope  tritt  früher  bei  unnasaliertem  als  bei  nasa- 
liertem vokal  ein.  Die  Istabyer-inschrift  um  650  hat  schon 
nom.  sg.  -uulafR  (aus  *-umlfami  s.  §  142).  aber  noch  acc.  sg. 
-wulafa  (aus  *-uulfa  mit  nasaliertem  a.  weil  aus  -om,  lat.  -um, 
gr. -or);  ebenso  die  wenig  jüngere  inschr.  von  Gummarp  acc. 
sg.  -icoUfA.  erst  die  adän.  Helnaeser-inschr.  c.  800  -ulf  wolf. 

7.  Synkope  tritt  wahrscheinlich  unter  sonst  gleichen  Ver- 
hältnissen am  frühesten  bei  a  ein,  wol  etwas  später  bei  i.  am 
spätesten  bei  u;  aber  mit  irgendwelcher  Sicherheit  ist  es  aus 
dem  dürftigen  material  nicht  zu  schliessen,  und  die  zeitlichen 


134  §  153.  Schwund  der  vokale. 

differenzen  sind  jedenfalls  ziemlich  unbedeutend.  Die  urn., 
oft  natürlich  allzu  spät  auftauchenden,  ersten  belege  der 
synkope  sind  die  folgenden:  1)  a  fehlt  nach  kurzer,  unbetonter 
silbe  in  Tjurkö  c.  550  an  an,  nach  langer  Valby  c.  700  wipr 
'gegen',  nach  schwach  nebentoniger  Overhornbaek  c.  550  uilalct 
kunststück,  nach  stark  nebentoniger  (und  zwar  unnasalierter 
vor  kons.)  Istaby  c.  650  -wulafR  (neben  -tvulafa,  nasaliert  und 
auslautend,  s.  oben  5  und  6),  nach  langer,  haupttoniger  Eggjum 
c.  700  stain  stein  (fiskR  fisch,  sot  gesucht  u.  a.),  nach  kurzer 
aber  erst  in  den  adän.  inschr.  von  Tryggevaelde  und  Glaven- 
drup  c.  900  acc.  sg.  uar  (aisl.  ver)  mann;  2)  i  in  pänultima 
nach  langer  silbe  Strom  c.  625  wate  (aisl.  vcete)  nässe,  nach 
kurzer  Gummarp  c.  675  sa  te  (vgl.  satiöo  Rö)  setzte,  in  ultima 
nach  schwachtoniger  silbe  Stentoften  c.  675  -gestuniR  -gasten, 
nach  starktoniger  Valby  c.  700  Afunp  neid,  nach  langer  haupt- 
toniger Eggjum  manR  männer  und  Björketorp  c.  700  darutR 
bricht  (nach  kurzer  aber  noch  nicht  in  Rök  süIr;  3)  u  in 
ultima  nach  schwach  nebenton.  silbe  in  Äsum  c.  475  fahi  (auf- 
fallend früh  und  daher  verdächtig,  sonst  Stora  Noleby  c.  600 ; 
vgl.  anm.),  nach  stark  nebenton.  Björketorp  c.  700  -sÖa  (aus 
*-spähu),  in  mittelsilbe  nach  stark  nebenton.  silbe  Sölvesborg 
c.  775  (zu  später  beleg)  asmu[n]t,  nach  schwach  nebenton. 
Eggjum  c.  700  nAMa[n]  nackten,  in  ultima  nach  langer  haupt- 
toniger silbe  erst  in  Abeced.  nordm.  10.  jahrh.  ösy  söl  (Cod. 
Leidensis  zwar  aus,  aber  reidu  und  soulu,  s.  5  oben),  nach 
kurzer  nebenton.  silbe  zwar  etwas  nach  900  nom.  -siiur,  acc. 
-sun  söhn  in  den  aschw.  inschr.  von  Sparlösa,  resp.  Gursten, 
aber  noch  um  850  Rök  sunu,  JcaruR  (aisl.  gorr)  und  etwa 
gleichzeitig,  ebenfalls  aschw.,  Kälvesten  sunu  gegen  adän. 
Tryggevaelde,  Rönninge  c.  900  sun.  Das  durch  sonantisierung 
von  w  (s.  §  226)  entstandene  u  scheint  etwas  später  als  das 
alte  synkopiert  worden  zu  sein,  denn  die  aschw.  Vedelspanger- 
inschrift  gegen  950  hat  noch  Siktriku  (aisl.  Sigtrygg)  neben  sun. 
Anm.  Nach  Hesselman,  Västno.  studier  II,  sind  a  und  i  in  kurzer 
pänultima  nach  langer  silbe  oder  kurzer  ableitungssilbe  früher  als  u  in 
ultima  (vgl.  2  und  1  oben)  synkopiert  worden,  was  den  auffallenden  gegen- 
satz  part.  prät.  dempr  :  talepr  erklären  würde.  Die  entwickelung  wäre 
dann  nom.  sg.  f.  und  nom.  acc.  pl.  ntr.  *dömiÖu  :  HaliÖu  >>  *Ö5mdu  :  HaliÖu 
>»  dSmb  :  HaliÖ,  wozu  analogisch  nom.  sg.  m.  d&mör  :  taliör.  Gegen 
Hesselmans  regel  verstösst  das  oben  mehrmals  erwähnte  fahi  Asum,  Stora 


§154.155.  Synkope.  135 

Noleby,  fai  Yatn  c.  725,  das  —  wenn  überhaupt  richtig  gelesen  —  dann  wol 
als  eine,  zwar  auffallend  früh,  nach  2.  3.  sg.  *fählR  vorgenommene  Umbildung 
von  zu  erwartendem  fcehu  (oder  dem  älteren  *faihiu)  aufzufassen  wäre; 
vgl.  Hesselman,  a.  o.  s.  49  f. 

Wir  gehen  jetzt  dazu  über  die  verschiedenen  synkopierungs- 
fälle  zu  besprechen: 

§  154.  In  unbetonten  silben  wird  vortoniger  vokal  synkopiert, 
z.  b.  teygia  (got.  ataugjan),  s.  Wadstein,  Arkiv  XVIII,  180  f.) 
zeigen;  breipa  bereiten  (s.  Kock,  Arkiv  XXIV,  184) ;  fryja  (got. 
frcucröhjan,  s.§68,3)  absprechen;  granne  (got. garaznd)  nachbar, 
greipa  (got.  garaidjan)  in  Ordnung  bringen,  gUhr  (got.  galeiks) 
gleich,  glam  neben  hlam  lärm,  glymr  starker  klang  neben  hlymr 
klang,  glöfe  handschuh  zu  16  fe  handfläche,  gneiste  (vgl.  and. 
ganeisträ)  funke,  ? gneggia  neben  nisl.  hneggia  (ags.  hncegan, 
mhä.  neien)  wiehern,  gnögr  (vgl.  got.ganöJis)  hinreichend,  gnüa 
(ahd.  part.  prät.  ginüan)  reiben,  ggrr  (as.  garu)  neben  grr  (as.  aru) 
fertig,  grein  (got.  garaideins)  bescheid,  gr  edder  einer  der  zu 
speisen  gibt  (vgl.  ags.  gereordian  speisen),  gdera  schaffeil  zu  hcera 
haartuch  vgl.  mhd.  gehär  behaart)  u.  a.  Wörter  mit  dem  präfix 
ga-  (s.  Bugge,  Arkiv  II,  212  f.,  2381;  Erdmann,  Ant.  tidskr.  f. 
Sv.  XI,  4,  s.  29  ff.,  Wadstein,  I.  F.  V,  12  ff.,  wo  vieles  unsichere, 
vgl.  z.  b.  Liden,  Bezz.  Beitr.  XXI,  114  ff.);  prät.  sg.  sueip  (*se- 
swceip)  zu  sueipa  einhüllen,  ?  seit.  (s.  §  502  anm.)  heit  (got.  hai- 
hait)  neben  gew.  het  zu  heita  heissen;  slikr  (got.  sualeiks) 
solcher.  —  Vgl.  mit  betonter  vorsilbe  pl.  gotuar  (ags.  geatwe) 
rüstung  (s.  Kluge,  K.  Z.  XXXVI.  70,  v.  Grienberger,  Zeitschr. 
f.  d.  österr.  gymnasien  1905,  s.  753),  prät.  sera  (got.  saisö)  aus 
älterem  *sezö   zu  sä  säen. 

Änm.  In  lehnw.  wie  postole  (ags.  postol)  apostel ,  pi stell  (ags.  pistol) 
epistel,  spitale  (ahd.  spitäi)  hospital,  papreimr  hippodrom,  Pül  Apulien  ist 
wol  der  vokal  meistens  schon  vor  der  entlehnung  geschwunden.  —  Unklar  ist 
das  Verhältnis  von  dis  zu  as.  idis,  ags.  ides  hehres  weib.  —  Erst  mnorw.  trifft 
man  pä  st.  appä  auf,  an  (s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  89). 

§  155.  Unbetonter  kurzer  vokal  in  der  ultima  wird  ausser 
vor  urn.w,  m,  r  synkopiert,  z.  b.  dagr  (um.  dagaR  Einang)  tag, 
heitenn  (um.  haitinaR  Tanum)  geheissen,  gestr  (um.  -gasttR 
Gallehus)  gast,  sunr  (got.  sunus)  söhn,  fe  (got.  faihu)  vieh, 
acc.  sg.  stein  (um.  staina  Tune)  stein,  hörn  (um.  hör  na  Gallehus) 
hörn,  mag  (um.  magu  Kjolevig)  söhn,  nom.  sg.  f.  und  nom.  acc. 


136  §  156.  Synkope. 

pl.  ntr.  gnnor  (got.  anpara)  andere,  gen.  sg.  yisls  (urn.  -gisalas 
Kragehul)  geissei,  dat.  sg.  fe]>r  (lat.  patri)  vater,  acc.  sg.  m.  einn 
(vgl.  got.  ainnö-hun)  einen,  Mindern  (got.  blindana)  blinden,  dat. 
sg.  m.  blindom  (got.  blindamma)  blindem,  nom.  pl.  d6tr  (urn. 
dohtriR  Tune)  töchter,  1.  pl.  konj.  präs.  berem  (got.  bairaima), 
prät.  beerem  (got.  bereima),  1.  sg.  präs.  ind.  ber  (got.  baira)  trage, 
2.  sg.  imperat.  söh  (got.  sö&ei)  suche,  fiol-  (got.  /?7w)  viel-,  ÄeZdr 
(got.  haldis)  mehr,  Äatfr  (got.  hatis)  hass,  2.  sg.  präs.  ind.  brytr 
(got.  briutis)  brichst  u.  a.  —  Vgl.  dagegen  mit  kurzem  vokal 
vor  n,  m,  r  z.  b.  acc.  pl.  daga  (got.  dagans)  tage,  geste  (got. 
gastins)  gaste,  suno  (got.  sunus)  söhne,  3.  pl.  prät.  ind.  bupo 
(got.  budun)  boten,  inf.  und  3.  pl.  präs.  ind.  gefa  (got.  #i6cm,  resp. 
giband)  geben,  acc.  sg.  hana  (got.  hanari)  haben,  nio  (got.  niun) 
neun,  1.  pl.  bindom,  bundom  (got.  bindam,  resp.  bundum)  binden, 
banden,  ?//er  (got.  ufar)  über  u.  a.;  ferner  mit  langem  vokal 
z.  b.  valper  (got.  walides)  wähltest,  s?/sfcr  (urn.  swesteer,  §  158) 
Schwester,  3.  sg.  prät.  ind.  orte  (urn.  w[o]rtce,  §  138)  machte, 
nom.  pl.  gester  (got.  gasteis)  gaste,  /is&ar  (got.  fiskös)  fische,  gen. 
pl.  rw'wa  (got.  rwnö  mit  urspr.  nasaliertem  ö,  weil  aus  *-öm) 
runen,  acc.  sg.  tungo  (ahd. sungün)  zunge  u.a.m.  s.  §  137 — 141. 

Anm.  Die  3.  sg.  prät.  konj.,  z.  b.  bijße  (got.  budi)  böte,  welche  laut- 
gesetzlich synkope  erleiden  sollte,  hat  wol  schon  urn.  langes  I  von  der 
2.  sg.  und  dem  pl.  (got.  budeis,  resp.  budeima,  -eip,  -eina)  entlehnt.  Die 
verba  präteritopräsentia,  welche  im  präs.  konj.  (das  ja  urspr.  ein  prät. 
konj.  ist)  fast  nie  i-umlaut  zeigen,  haben  wol  (wie  im  aschw.  alle  verba, 
s.  Noreen,  Geschichte8,  s.  215 f.)  schon  vor  der  umlautszeit  die  endungen 
des  funktionell  ja  gleichwertigen  präs.  konj.,  welche  sämtlich  lautges.  nicht 
synkopiert  werden  (z.  b.  3.  sg.  got.  -ai  u.  s.  w.),  entlehnt.  Die  erhaltung 
des  vokals  in  der  2.  pl.  starker  verba,  z.  b.  bindep  (got.  bindip)  bindet, 
bundop  (got.  bundup)  bandet,  beruht  wol  auf  einfluss  der  lautgesetzlichen 
typen  demep  (got.  -eip)  und  hafep  (got.  -aip),  welcher  einfluss  ja  offenbar 
bei  kallep  st.  -ap  (got.  -öp)  vorhanden  ist. 

§  156.  Unbetonter  kurzer  vokal  in  pänultima  wird,  wenn 
ultima  nicht  nach  §  155  synkopieren  soll,  synkopiert,  z.  b. 
1.  sg.  prät.  ind.  fäpa  (urn.  faihido  Einang)  malte,  gen.  pl.  augna 
(ags.  eagena,  eagna)  äugen,  gen.  dat.  sg.  f.  hennar,  -ne  (*häniRö~R, 
-ine)  zu  hön  i^hänii)  sie,  gen.  pl.  gumna  (got.  gumane)  männer, 
nom.  acc.  pl.  Jiimnar,  -a  (got.  himinös,  -ans)  himmel,  numner,  -a 
(got.  numanai,  -ans)  genommene,  valper  zu  sg.  calepr  (anal, 
später  calpr)  gewählt,  dat.  pl.  hofpom  (vgl.  got.  haubidam)  köpfen, 


§157.  Synkope.  137 

eure  (got.  alpiza)  älter,  minzte  (got.  minnistd)  der  kleinste, 
\A.mensker  (anal.  sg.  menskr;  got.  manniskai)  menschliche,  fagna 
(got.  faginon)  sich  freuen  u.  a.  —  Urspr.  langer  vokal,  sowie 
das  nach  §  139  aus  ai  entstandene  e,  wird  zunächst  gekürzt 
und  dann  synkopiert  —  a  jedoch  nur  nach  nicht  haupttoniger 
silbe  —  z.  b.  nom.  pl.  m.  gullner  (got.  gulpeinai)  goldene,  mdtker 
(wenn  gleich  got.  mahteigai)  mächtige,  pl.  lausner  (got,  lauseinös) 
lösungen;  munpe  (got.  munaida)  erinnerte  sich,  vitte  (got.  icitaida) 
beobachtete,  gen.pagnar  (vgl.  got,  Jtahainais)  Schweigens,  gen. 
pl.  blindra  (got.  blindaizo)  blinder,  mikella  (got.  mikilaizö)  grosser; 
komp.  veglegre  (got.  -öza)  und  sup.  nom.  pl.  m.  veglegster  (got. 
-östai)  zu  veglegr  prächtig  gegenüber  z.  b.  armare  (got.  armöza) 
ärmer,  1.  sg.  prät,  ind.  losnafia  (got,  lusnöda)  wurde  los,  skapere 
(vgl.  and.  -äri,  got.  -areis,  s.  §  151,  1)  Schöpfer.  Vgl.  Neckel, 
ZfdA.  XLIX,  3 15 ff.,  Tijdschr.  voor  Nederlandsche  Taal-  en 
Letterkunde  XL,  238  ff.,  Sverdrup,  Arkiv  XXVII,  185  f.,  Kock, 
Arkiv  XXI,  107  f. 

Anm.  Fälle,  wo  (wenigstens  scheinbar)  sowol  die  ultima  als  die 
pänultima  synkopiert  worden  ist,  erklären  sich  teils  nach  §  159  (beisp.  s. 
dort),  teils  wol  nach  §  153  anm.,  z.  b.  acc.  sg.  m.  einn  '  einen',  minv  «  *mhinu 
<  7nuu'no,  s.  §  136)  'meinen'  oder  part.  wie  bundenn  «  *bundinnu  <  *bun- 
denanö)  gebunden,  vgl.  got.  ainnö(/iun),  ?meinna  (Matth.  11,10);  ebenso  nom. 
acc.  sg.  ntr.  Mint  blindes  aus  *blintu  <  *-blindato,  got.  blindata  oder  heilagt 
<^*hceilagtu  <^*hailagat()  heiliges  (vgl.  dagegen  pat  'das',  welches  nicht 
got.pata,  sondern  pat  in  pat-üh,  vgl.  gr.  röds  —  go\..pata  aus  *patö  gäbe 
in  Verbindung  mit  -üh  ein  *patöh,  s.  Noreen,  Arkiv  VI,  374  note —  entspricht; 
got.pata  wäie  aisl.  *pot);  ferner  fälle  wie  dypp  <*dyppu  <C*diupipu, 
-ipö  (got.  diupipa)  tiefe.    S.  Hesselman,  Västno.  studier  II,  7  f.,  43  ff. 

§  157.  Unbetonter  kurzer  vokal  sowol  in  antepänultima 
wie  in  ultima  wird  synkopiert,  z.  b.  dat.  sg.  m.  bundnom  (got. 
bundanamma)  gebundenem,  acc.  sg.  m.  ralpan  (got.  walidana) 
gewählten,  gotneskr  aus  *gotaniskaR  gutnisch.  —  Vgl.  dagegen 
mit  nebentoniger  antepänultima  und  langer  ultima  —  deshalb 
mit  synkopierter  pänultima  nach  §  156  —  z.  b.  gen.  dat.  sg.  f. 
und  gen.  pl.  mikellar.    -eile,    -ella   (<  *ileaö)   zu   mikell  gross. 

Anm.  Fälle,  wo  drei  silben  nach  einander  synkopiert  zu  sein 
scheinen,  sind  immer  zum  teil  analogisch  entstanden.  So  z.  b.  entspricht 
nom.  acc.  sg.  ntr.  valt  gewähltes  nicht  got.  walidata,  sondern  ist  nach  der 
analogie  blindr  :  blindan  :  blint  wie  valpr :  vaipan  :  x  gebildet. 


1 38  §  158. 159.  Synkope. 

§  158.  Enklitische  einsilbige  Wörter  werden  —  wo  nicht 
assoziation  hindert  —  wie  sonst  unbetonte  ultima  (s.  §  155) 
synkopiert,  z.  b.  emk  (neben  em  eh)  ich  bin,  mceltak  (mcelta  ek) 
ich  sprach,  kollomk  (*kallö-mik)  ich  nenne  mich  zu  kalla  (ich) 
nenne  (über  den  gegensatz  -a  :  -o-mJc  s.  §  137,  1  und  2),  Utom 
(Hetu-mR  aus  *letu-men  gleich  leto  mer)  sie  Hessen  mir,  kallask 
(*Jcalla-siJc)  sich  nennen,  snüas  (*snüa-SR  aus  *smia-seR)  sich 
wenden,  sds  {sä  es),  Peims  (peim  es)  derjenige,  resp.  demjenigen 
welcher,  nüs  {nii  es)  nun  ist,  Paz  (J>at  es)  das  ist,  unz  (*und-es) 
bis,  ])6t(t)  neben  seit.  pö  at  wiewol,  suät  (suä  at)  so  dass,  seit, 
anorw.  (s.  Fritzner)  hit  (*hi-at,  s.  Noreen,  Arkiv  V,  373)  hierher, 
anorw.  pit  {*pi-at)  dorthin,  weil,  mattet  (*mätti-at)  konnte 
nicht,  pät  eins  St.  Hom.  {pä  at  eins)  nur  dann,  anorw. 
aldregen  {*aldrege-enn,  s.  Kock,  Arkiv  IX,  161)  noch  nie,  humrgin 
(*hucergi-enn,  ib.  XI,  126)  noch  nirgends  u.  a.  Reichliche 
beisp.  aus  den  skaldengedichten  bieten  u.  a.  Sievers,  Beitr.  V, 
491  ff.  und  Jönsson  bei  Gislason,  Udvalg  af  oldn.  skjaldekvad, 
s.  XIX  ff.  —  Wenn  das  zu  synkopierende  wort  vor  dem 
(schwindenden)  vokal  w  hat,  wird  dies  nach  §  226  sonantisiert, 
z.  b.  hinnog  neben  hinn{v)eg  (s.  §  235,  1,  f)  dort,  pannog  n. 
gew.  panneg  (J>ann  veg)  dahin,  huernog  (huern  veg)  wohin, 
huersug  wie.    Vgl.  aber  slikr  (got.  sivaleiks)  §  154. 

Anm.  1.  In  derselben  weise  sind  vielleicht  (nach  einer  Vermutung 
Liden's)  entstanden  die  formen  auf  -t  und  -r  der  2.  pl. ,  z.  b.  bindet  (aus 
bindid-t,  s.  §  268,  2,  §  285,  5),  anorw.  bindir  (bindiö-r,  s.  §  292)  gleich  bindiÖ 
it,  er  (auch  bindi  pit,  per)  ihr  bindet. 

Anm.  2.  In  den  zweisilbigen  verbalformen  erom,  erop,  ero  wird  e 
nur  (?  s.  Sievers,  Beitr.  V,  495)  nach  unmittelbar  vorhergehendem  r  syn- 
kopiert. Das  dadurch  entstandene  rr  wird  bisweilen  vereinfacht  (§  285 
anm.  1),  die  einstige  länge  des  ultimavokals  in  ero  (s.  §  122  anm.  2)  ge- 
wöhnlich (bes.  in  St.  Hom.)  erhalten ,  eventuell  auch  auf  erom  übertragen. 
Z.  b.  ver(r)öm  (ver  erom)  wir  sind,  peir(r)ö  (peir  ero)  sie  sind,  seblerro 
(sceler  ero)  selig  sind. 

§  159.  Wo  innerhalb  eines  paradigmas  synkopierte  und 
unsynkopierte  formen  (resp.  formen  mit  synkope  bald  in  der 
ultima,  eventuell  auch  der  antepänultima,  bald  in  der  pänultima) 
mit  einander  wechselten,  ist  oft  ausgleichung  —  gewöhnlich 
zu  gunsten  der  synkopierten  formen  —  eingetreten  oder  doppel- 
formen entstanden.  Z.  b.  valpr  neben  valepr  nach  pl.  valp&r 
gewählt,  danskr  statt  *deneskr  nach  pl.  dansker  dänisch,  eldr 


§  160.  Synkope.  139 

(aschw.  noch  seit,  eleper,  ags.  celed)  nach  dat.  elde  teuer,  Hgrpr 
(aschw.  run.  noch  gen.  liarups  Rök)  ein  mannsname  nach  pl. 
hgrpar  ein  wohner  von  Hordaland,  beztr  und  baztr  aus  urspr. 
*betistr  (got.  batists),  acc.  baztan  bester,  magn  und  megn  neben 
megen  nach  dat.  magne  stärke,  nektr  neben  nekkaepr,  nekfatepr, 
(bes.)  anorw.  auch  ngkknepr  (s.  z.  b.  Leffler.  Om  r-omljudet 
s.  13  note)  nackt  aus  urspr.  nekkuepr,  acc.  nekpan,  ngkpan 
(s.  v.  Friesen,  N.  spr.  I,  7),  ntr.  btit  (als  adv.  'vielleicht')  statt 
Met  nach  bünom,  -no,  -ner  usw.  'fertig',  ebenso  anorw. 
ddt(t)  statt  ddet  totes  und  nänn  statt  ndenn  nahe  u.  a.,  s.  die 
flexionslehre. 

§  160.  Weit  später,  erst  zur  zeit  der  ältesten  hdschr. 
durchgeführt,  ist  die  synkope  des  anlautenden  vokals  im  pron. 
enn.  inn  bei  dessen  Übergang  in  den  suffigierten  artikel.  Das 
nähere  hierüber  s.  §  472,  1. 

Anm.  Sonstige  beispiele  späterer  synkope  sind  im  aisl.  selten  und 
unklar,  z.  b.  gen.  pl.  erna  neben  erenda  zn  erende  in  der  bedeutnng  '  not- 
durft '.  In  proklitischer  Stellung  sind  möglicherweise  entstanden  die  manns- 
namen  Bärpr  (alt  Bäropr,  air.  Barid,  ags.  Bared)  und  Pörpr  (ags.  Pored). 
Vielleicht  auf  dissimilation  beruhen  kongr  (erst  gegen  1300,  s.  Gislason, 
Njala  II,  216)  neben  konongr  (anorw.  häufiger  kungr  aus  kunungr,  s.  Haeg- 
stad,  Vestno.  maalf.  11,2,  i,  s.  67,  Kong.,  s.  22)  könig,  pengr  (auch  anorw. 
s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  n,  2,  i.  s.  112)  neben  penKn)engr  münze  (vgl. 
aber  Kock,  Arkiv  XXIV,  194 ff.).  Dagegen  ist  das  adv.  lit{t)  'ein  wenig' 
kaum  aus  dem  ntr.  litet  kleines  entstanden,  sondern  entspricht  wol  dem 
genau  gleichwertigen  got.  adv.  leita,  worüber  s.  Grienberger.  Untersuchungen 
zur  got.  wortkunde,  s.  146.  Fiogrtän  vierzehn  ist  nicht  aus  fiogortdn  ent- 
standen, sondern  wie  dies  aus  *fioÖrtän  durch  partiellen,  resp.  vollständigen 
anschluss  an  fiogor  vier;  s.  Noreen,  Svenska  etymologier,  s.  41.  Nicht 
hierher,  sondern  zur  wortbildungslehre  gehören  die  von  Hellouist,  Om  de 
svenska  ortnamnen  pä  -inge,  s.  246  mit  note,  angeführten  fälle  des  typus 
borgfirpingar  leute  von  Borgarflorpr;  indem  hier  keine  synkope  von  -ar 
vorliegt,  u.  dgl.  —  Wiederum  in  anorw.  ist  eine  sekundäre  synkope  keines- 
wegs selten  (bes.  nicht  seit  c.  1300)  und  zwar  am  häufigsten  auftretend  in 
lehnwörtern  (wo  die  synkope  vielleicht  zum  teil  vor  der  entlehnung  statt- 
gefunden hat)  sowie  in  personen-  und  Ortsnamen ,  z.  b.  (s.  bes.  Haegstad, 
G.  Tr.,  s.  93  ff.,  Kong.,  s.  22,  M.  Olsen,  Hedenske  kultminder  1, 51)  Benye)dikt, 
Lar  en)s:  Phil(i)pus,  Öl(a)fr,  Eir(i)kr,  0y{vi)ndr,  Marg{a)reta,  Kat(a)rina, 
Mari(u)m(BSsa,  Gregöri{u)stncessa,  Ing{i)biorg,  -g&rdr,  -mundr,  -Hör,  resp. 
Nör(e)ge  Norwegen,  Häl(o)gatand ,  Ö<f)e)nsal,  Nid(a)röss,  Biark{a)rey, 
-heimr,  Gceit(a)r{h)ceimr.  Efrüsum  (Ofrahüsum) ,  Sti6na)daü,  Brig{i)daruÖ, 
sonst  mä(naöar)matr  esswaren,  bröÖie)r  bruder,  möö{e)r  mutter,  skoddom 
<CskoÖaÖom    (wir)    schauten,    frcenk{on)a    verwandtin   (zur   erklärung   s. 


140  §  161.  Svarabhakti. 

Xoreeu,  Vart  spräkIII,422  note3),  de(yia)  sterben,  fry(ia)  absprechen, 
ßy(ia)  fliehen,  husfrey(ia)  ekefrau,  äsan(a)  die  gräte,  iorÖen(e)  der  erde, 
talaÖ(e)  redete,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  52,  53  und  II,  2,  i,  s.  101, 
112, 113, 116, 118;  in  proklitischer  Stellung  ha  (schon  1299)  aus  hafa  haben, 
luk(a)  upp  1346  aufschliessen.  Kicht  hierher  gehören  dial.  formen  wie 
Siurdr,  orkn.  tuttü  (statt  Siugurdr  Sigwart,  tuttugu  zwanzig),  welche  nach 
§  293,  4  und  §  130  zu  erklären  sind. 


V.  Svarabhakti. 

§  161.  Svarabhakti  tritt  in  etwas  jüngerer  spräche  zwischen 
auslautendem  r  und  einem  vorhergehenden  konsonanten  ein: 

a)  Im  aisl.  ist  der  svarabhaktivokal  u,  von  dem  spuren 
schon  vor  1300  sich  zeigen,  z.  b.  rikur  (statt  rikr)  mächtig,  pl. 
bcendur  (böndr)  bauern  usw.  Um  1400  ist  wol  die  ausspräche 
-ur  allgemein  üblich  gewesen,  obwol  die  Schreibung  -ur 
erst  nach  1550  völlig  durchdringt;  s.  porkelsson,  Um  r  og 
ur  i  niörlagi  oröa,  Keykjavik  1863,  E.  Olson,  Yngvars  saga, 
s.  XLIII. 

b)  Im  anorw.  ist  der  svarabhaktivokal  verschieden  in 
verschiedenen  gegenden.  Wnorw.  tritt  südlich  von  Bergen  u 
oder  o,  nördlich  davon  i  oder  e  (orkn.  i,  shetl.  e,  später  auch  u) 
ein;  onorw.  dagegen  im  allg.  a,  in  gewissen  gegenden  auch  e 
(so  regelmässig  im  Drontheimischen)  oder  ce,  z.  b.  wnorw. 
aftur,  -or,  -ir,  -er,  onorw.  aftar,  -er,  -cer  statt  aftr  zurück,  usw. 
In  einigen  denkmälern  richtet  sich  der  svarabhaktivokal  nach 
demjenigen  der  vorhergehenden  silbe,  wie  z.  b.  in  der  Barlaams 
saga  heilagar  heilig,  slihir  solcher,  mättogor  mächtig,  atburdur 
ereignis  usw.  statt  lieilagr  usw.  Die  entwickelung  tritt 
(wenigstens  in  Barlaams  saga  und  im  Drontheimischen)  schon 
um  1250  auf,  wird  seit  1325  häufiger  und  ist  wol  im  all- 
gemeinen während  des  14.  jahrhs.  vollzogen  worden.  Vgl. 
J.  Storm,  Norvegia  I,  35;  Hsegstad,  G.  Tr.,  s.  91  f.,  Hild.,  s.  58, 
Vestno.  maalf.  I,  145. 

Anm.  1.  Cod.  Holm.  34,  4°  zeigt  auffallender  weise  svarabhakti  nur 
vor  einem  aus  z  >  R  entstandenem  r,  vor  urspr.  r  aber  nicht,  z.  b.  eter  isst, 
Üiker  solch,  aber  aJcr  acker,  alldr  alter;  s.  Kolsrud,  Arkiv  XXXIII, 284 
note  2. 

Anm.  2.  In  anorw.  runeninschriften  kommen  auch  nicht  selten  im 
inlaut  spuren  von  svarabhakti  nach  der  art  der  um.  inschriften  (s.  §  142) 


§  162.  Spuren  speziell  urgerm.  lautgesetze.  141 

vor,  z.  b.  beleitir  (d.  h.  bleytir,  Aardal.  13.  Jahrb..)  netzt,  acc.  Lumpur  (d.  h. 
bröÖor  Tanberg)  brnder ;  s.  Bngge ,  Foreningens  til  norske  fortidsmindes- 
mserkers  bevaring  aarsberetning  for  1869,  s.  33.  In  der  anorw.  literatur 
kommen  selten  beisp.  von  svarabhakti  zwischen  r  und  kons,  vor,  z.  b. 
kirikia  st.  kirkia  kirche,  kores  st.  kors  kreuz,  dat.  ntr.  okoro  st.  okro  zu 
okkor  uns  beiden  zugehörig,  dat.  sg.  gareöe  zu  gardr  hof,  s.  Hsegstad, 
Yestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  122 f.,  Kolsrud,  Arkiv  XXXin,  284  note  2.  Ver- 
einzelt steht  einmaliges  tuu-eir  st.  tuceir  zwei,  s.  Hsegstad.  a.  o..  s.  123. 


Kap.  3.    Vokalwechsel  aus  urgerm anischer  zeit 

stammend. 

I.  Spuren  speziell  urgerm.  lautgesetze. 

§  162.    e  wurde  zu  i: 

1.  Unmittelbar  vor  nasal  mit  folgendem  konsonanten. 
Daher  gen.  pl.  kuinna  (*kicen-nö,  gebildet  wie  got.  aühsne. 
abne  u.  a.)  neben  kuenna  (aus  *kivenanö  synkopiert,  vgl.  got. 
qinöno)  und  Zusammensetzungen  wie  kuen-kendr  weiblich  (vgl. 
got.  qina-kunds,  s.  Bugge  bei  Fritzner  III,  1110)  zu  kona  (aber 
obl.  kuenu.  geschrieben  cuinu  in  einer  runeninschr.  aus  Man  und 
als  air.  lehnwort  cuiniu,  s.  Marstrander,  Bidrag.  s.  107)  weib. 
snema  und  snimma  (durch  kontamination  auch  snemma  und 
snima)  früh.  Ebenso  ist  aus  brinna  (alt  und  seit),  rinna 
(ziemlich  seit.)  neben  brenna  brennen,  rennet  fliessen  zu  er- 
schliessen,  dass  in  der  urspr.  flexion  dieser  verben  nn  mit  n 
gewechselt  haben  muss  (vgl.  brune  brunst.  mne  rinnen); 
s.  Noreen,  Urg.  lautl.,  s.  13. 

Anm.  Prät.  pl.  gengo  gingen,  fengo  bekamen  (neben  den  bis  etwas 
nach  1200  weit  häufigeren  gingo,  fingo ;  s.  Larsson,  Ordförrädet,  und  Jönsson 
bei  Gislason,  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad,  s.  XI  f.,  und  Skjaldesprog,  s.  98, 
sowie  porkelsson.  Beyging),  hengo  hingen,  blendo  mischten  haben  e  von 
sg.gekk,  fekk,  hekk,  bleu  entlehnt  (vgl.  umgekehrt  aschw.  sg  gik.  fik  nach 
dem  pl.),  während  wiederum  part.  prät.  gingenn,  fingenn  statt  der  in  der 
ältesten  zeit  fast  ausschliesslich  (s.  Jönsson  a.  o.)  gebräuchlichen  gengenn 
(anorw.  geenginn,  also  aus  *ganginn  durch  palatal-umlaut.  s.  §  71),  fengenn 
sich  nach  gingo,  fingo  gerichtet  haben.  Das  seit,  anorw.  hengat  (Heilagra 
manna  sögur  II.  208  und  bei  Hertzberg;  heengat  No.  Hom.)  statt  hingat 
hierher  ist  wol  nach  pengat  dorthin  ( das  sich  zu  ßangat  wie  penn,  peenn 
zu  pann  §  144  anm.  1  verhält)  umgebildet  worden,  während  andererseits 
die  form  fringat  auf  einfluss  des  hingat  beruht. 


142       §  163.  Spuren  speziell  urgerm.  lautgesetze.    §  164.  Ablaut. 

2.  Unmittelbar  nach  g  und  h  sowie  wenn  die  vorher- 
gehende silbe  ein  son.  oder  kons,  i  enthielt,  z.  b.  slagina/i  Möjebro 
(später  slegenn)  geschlagen,  haitinaR  Tanum  verheissen.  Ueber 
scheinbare  ausnahmen  (ohne  fumlaut)  s.  §  74  anm.  Vgl.  §  61, 2, 
§  73,  §  74,  §  137  und  bes.  Wessen,  Spräkvet.  sällskapets  i  Upps. 
förhandlingar  1913  — 1915,  s.  56  ff.,  1916—1918,  s.  28. 

§  163.  au,  eu  und  aiv,  ew  wechselten  in  der  weise,  dass 
jenes  vor  konsonanz  (und  auslautend),  dieses  vor  sonanten 
stand  (vgl.  got.  taujan  :  prät.  tawida,  kniu  :  gen.  hniwis  u.  dgl.). 
Daraus  erklären  sich  folgende  gegensätze: 

1.  au  (oder  ./-umgelautet  ey) :  aw,  woraus  nach  der  Syn- 
kope d,  z.  b.  pl.  meyiar  (got.  maujös)  :  sg.  mär  (*mawiR  §  80,  2 
und  §  71,  2;  got.  mawi)  mädchen;  daupr  tod,  tot  und  deyia 
sterben  :  part.  prät.  däenn  (statt  *dafenn  <  *dawenR  nach  pl. 
däner  u.  a.  synkopierten  kasus);  heyia  ausführen  :  prät.  häpa 
(*hawido) ;  preyia  sich  sehnen  :  prät.  J)rd])a ;  peyia  tauen  :  po 
aufgetaute  erde.  Gewissermassen  hierher  gehören  fälle  wie  ey 
aue,  insel :  6  §  77,  2,  g  (got.  aha)  fluss;  hey  gras  :  ho  §  77,  2, 
hö  nachgras;  vgl.  §  317  anm.  2. 

2.  eu  (woraus  iö,  iü  §  100  und  §  101  oder  ^'-umgelautet 
y)  :  ew,  iw,  woraus  nach  der  synkope  e,  i,  in  z.  b.  hly  (*hliuja) 
obdach  und  hlyia  schirmen  :  prät.  hlepa  (*hlewiöo),  hie  (*hlewa, 
ags.  hleo)  lee;  triöna  Stange  und  tryio-sg^oll  (=  trog-sQ^oll) 
eine  art  sattel  :  tre  holz,  bäum;  Icnyia  drängen  :  prät.  knipa 
(nach  dem  anal.  inf.  Icnia  diskutieren);  gnyia  lärmen  :  prät. 
gnipa;  piönn  dien  er  und  \A.])yiar  (got.  piujös)  :  sg.pir  (*piwtR, 
got.  piwi)  magd;  sJciöl  schirmdach,  shiöpa  tasche  und  dat. 
pl.  skyiom  :  ski  (s.  §  80,  2)  wölke;  gen.  Signyiar  :  nom.  Signi 
(s.  §  80,  2),  gen.  Bor(g)nyiar  :  mnorw.  Borni  (anal.  Bomy,  aisl. 
Borgny)  frauennamen. 

Anm.  Eine  verwandte  erscheinung  ist  der  Wechsel  ü  (auslautend  und 
vor  konsonanz) :  iv  (aus  u,  vor  sonanten)  in  z.  b.  stil  säule  :  suill  §  77, 12 
grundschwelle;  syr  §  71,6  (acc.  sü)  sau  :  suin  schwein. 

II.  Ablaut. 

§  164.  Unter  ablaut  verstehen  wir  jeden  Vokalwechsel 
innerhalb  einer  gruppe  etymologisch  verwandter  Wörter,  den 
das  urgerm.  aus  ieur.  zeit  übernommen  oder  analogisch  nach- 


§  165. 166.  Ablaut.  143 

gebildet  hat.  Je  nach  der  natur  der  wurzeln  ist  der  ablaut 
verschiedener  art.  In  den  germ.  sprachen  zeigen  sich  folgende 
sieben  ablautsreihen,  die  bes.  deutlich  in  der  tempusbildung 
der  sog.  starken  verben  hervortreten.  Vgl.  Noreen,  Urg.  lautl.. 
s.  37 ff.;  Streitberg.  Urgerm.  granimatik,  s.  79 ff. 

§  165.   Die  erste  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  i  —  cd  —  i;  anorw.-aisl.  i  —  o?i  (ei)  —  i,  e  (§  60). 
z.  b.  btta  beissen  :  prät.  beit  :  pl.  bitom  :  part.  prät.  bitenn  u.  a. 
verben;  ferner  lp  tat  :  ipia  geschärt:  stigr  :  stigr  pfad;  vißer 
weidebusch  :  vip  gerte;  uty  kämpf  :  vega,  viga  (§  159, 1)  kämpfen; 
Por-gisl  (-gils)  u.  dergl..  Gisle  mannsnamen  :  geisl,  geisle  stock; 
sui  :  suei  pfui;  sMrr  :  skderr  (*skairin  §  54.  2)  hell;  heitr  heiss 
:  Jiite  hitze;  feitr  fettig  :  fita  fett;  kleif  reihe  von  klippen  :  klif 
klippe;  Tceikr  zurückgebogen  -.hihna  hinsinken;  fiueite  ntr.  :]>uita 
f.  abgespaltenes  stück;  geil  :  gil  kluft;  deigr  teig  :  digoll 
tiegel;  streitask  :  stritask  sich  sträuben;  Uta  sehen  :  suart- 
leitr  von  schwärzlichem  aussehen,  leita  suchen  (got.  wlaitön 
spähen)  :  litr  färbe,  aisl.  andlit(e),  -Jet.  anorw.  auch  -lete  §  145r 
anm.  2  (got.  ulits)  antlitz;  u.  a.  m.  s.  z.  b.  Kock,  Svensk 
ljudhistoria  I,  89  ff. 

Anm.    Selten  kommt  in   dieser  reihe  auch  ein  ablautsvokal  urgerm. 
-l.-anorw.  e  vor,  z.  b.  her  :  hißra,  hepra  (s.  §  159, 1)  hier,  higat,  hegat 
hierher,  hepan  hievon  :  anorw.  (s.  §  158  ff.)  hit  hierher. 

§  166.   Die  zweite  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  eu  —  au  —  u  oder  ü;  anorw.-aisl.  iü,  io  §  100r 
§  101  —  qu  (ou,  au  §  98)  —  u,  o  (§61)  oder  ü,  z.  b.  verben 
wie  kriüpa  kriechen  (giota  giessen,  siipa  saufen)  :  prät.  Jcraup 
:  pl.  krupom  :  part.  prät.  Jcropenn;  ferner  riöpr  :  raupr  rot  :  ro/>e 
röte;  styra  (got.  stiurjan)  steuern  :  staurr  Stange  :  styria  stör 
(s.  Liden,  Cppsalastudier.  s.  91  note);  hriiifr  schorfig,  hryfe 
schorf  :  hrufa  rinde  einer  wunde;  Uüga  lügen  :  lyge  lüge,  lugvitne 
falscher  zeuge;  strhipe  :  strüpe  kehle;  striügr  :  strügr  neid;  niötr 
geniessend  :  nautr  genösse  :  wotegleich(en);  biiigr  krumm  :  baugr 
ring  :  böge  bogen;  shöpa  tasche  :  pl.  skauper  vorbaut  des  pferdes; 
liona  (s.  F.  Jönsson.  Fernir  forn  islenskir  rimnaflokkar,  Kph.  1896, 
s.  VIII)  :  leyna  verhehlen;  liöp  lied  :  hipr  hörn  zum  blasen ; 
hliöp  aufmerksamkeit  :  Hlopver  Ludwig;  liotr  ungestalt  :  lütr 
gekrümmt;  taug  :  tog,  tug  seil;  gautar  :  gotar  Völkernamen; 
baula  kuh  :  bole  stier,  bylia  brüllen;  Maut  f.  anteil  (der  götter) 


144  §167.  Ablaut. 

:  hlutr  los,  teil;  daa]>r  tod,  tot :  dode  ein  Spottname,  aisl.  (s.  Möbius, 
Analecta  norroena1,  s.  196)  dopna  wie  tot  werden  (vgl.  nisl.  dodi 
erschlaffung,  dodna  erschlaffen);  hiüpr  wünschen  :  totroghypia 
lumpiges  weib;  mittler  weich :  molca  ausmisten,  mykr  mist;  haufop, 
hofop  (s.  §  98,  1)  haupt  :  Mfa  haube;  braup  brot :  brop  (s.  Vig- 
fusson)  brühe;  gnaup  :  gnypr  lärm;  fraup  :  fropa  schäum;  aisl. 
f rauhe,  anorw.  fraupr  :  froskr  frosch;  daufr  taub  :  dofe  duselei; 
leygr  flamme  :  löge  lohe;  blautr  weich  :  blotna  weich  werden; 
praut  anstrengung  :  prote  schwulst :  Pnitenn  geschwollen;  aurr 
nass  :  tlr  regen,  niederschlag;  aurr  griess,  eyrr  Sandbank  :  anorw. 
pl.  Yriar,  -a  Ortsnamen;  lauss  los  :  losna  los  werden;  saurr 
schmutz  :  surr  sauer;  myrr  (*meuz-)  moor  :  mose  moos;  tryggr 
(*triuw-,  s.  §  227,  2)  treu  :  traust  trost  :  trua  trauen;  greyfa 
:  grijfa  vorüber  beugen;  suin  (*su-,  s.  §  163  anm.)  schwein  :  syr 
(*su)  sau;  ?  kuiga  färse  :  kyr  kuh;  kiüklingr  gänseküchlein 
:  kokr  hahn;  hrüga  häufen  :  hroke  (nschw.  rage)  aufmass;  u.  a. 
m.,  s.  z.  b.  Kock,  a.  o.  II,  320  ff. 

Anm.  1.  Auffallend  ist  au  (vielleicht  aus  der  zweiten  silbe  entlehnt) 
im  2 maligen  braullaup  (Hb.  XXXVIII;  gleich  aschw.  brellep?,  vgl.  aber 
An.  gr.  II,  §  116)  neben  gew.  bruttaup,  brüplaup  hochzeit.  Vgl.  das  noch 
mehr  auffallende  konstante  brudgaumi  st.  brüpgume  bräutigam  in  Bösa 
saga  nach  Cod.  AM.  586,  4°  gegen  1450  (s.  Jiriczek's  ausgäbe ,  s.  XXVII). 

Anm.  2.  Selten  kommt  in  dieser  reihe  ein  ö  (aus  öu)  vor,  z.  b.  nör 
schiff :  naust  schuppen  für  böte;  bände  (s.  §130)  bauer,  landböle  (orkn. 
-büli)  pächter,  böl,  bele  (anders  Ekwall,  Suffixet  ja,  s.  41)  wohnort,  ber 
dorf  :  büa  (anorw.  seit,  böa)  wohnen,  büande  (anorw.  auch  böande  s.  §  422) 
bauer,  bü  Wohnsitz,  büp  bude,  biie  (anorw.  auch  -böe,  s.  Jönsson,  Fagrskinna, 
s.  XXV,  und  als  mannsname  Böe)  einwohner,  bür  stube,  hybyle  wohnung, 
byr  dorf,  byggua  wohnen;  störr  gross  :  gny-styrer  grossen  lärm  machend; 
prät.  dö,  gö  zu  deyia  sterben,  geyia  bellen.  Mcht  hierher  gehörig,  sondern 
aus  verschiedenen  sprachen  oder  dialekten  entlehnt  sind  sköle  (ags.  seol, 
lat.  schola)  :  anorw.  (seltener)  sküli  schule  (mhd.  schuok)  und  dökr  (mndd. 
dök)  :  (häufiger)  dükr  (mndd.  dük)  tuch. 

Anm.  3.  Ebenfalls  selten  zeigt  diese  reihe  ein  Ce{w),  z.  b.  grär  §81 
grau  :  gryia  (s.  Vigfusson)  grauen,  dämmern  :  ?  grey-hundr  (graue?)  hündin: 
anorw.  sncelda  i^mä-öl-iön-)  spindel :  snüa  drehen,  zwirnen. 

§  167.    Die  dritte  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  e  —  a  —  u;  anorw. -aisl.  e,  i  (§  63,  3)  —  a  — 
u,  o  (§61),  z.  b.  verben  wie  verpa  werfen  :  prät.  varp  '  pl. 
urpom  :  part.  prät.  orpenn;  binda  binden  :  prät.  batt :  pl.  bun- 
dom  :  part.  prät.  bundenn;  ferner  giallr  (*gella-  §  88)  :  gallr  hell 


§  167.   Ablaut.  145 

tönend;  Kalke  balken  :  bolkr  Scheidewand;   giorp  (*gerSu  §  89) 
gurt  :  garpr  zäun,  garten  ;  gyrpa  gürten;   vella  :  anorw.   (seit.. 
s.  Wadstein.  F.  Hom..  s.  48)  valla  wallen,  sieden;  Xyrue,  Xiorua- 
sund  §82, 4  :  Nerua-,   Noruasund.   Nf/ff  §K2, 6;   ping  Volks- 
versammlung,  Pinyill  (anorw.,   s.  Rygh,   Oplysninger  II,  230) 
:  Pen y eil   ein   mannsname    (aisl.   auch  als   fürstenbenennung); 
strind  rand   (anorw.;   auch   als   Ortsname)  :  strond  ufer;    mitte 
(*nestia)   spange  :  nesta  (*nastian:  vgl.  agutn.  nast  heftnadel) 
heften;   vindr  schief  :  vandr  schwierig,  misslich;   minnask  sich 
küssen,  mel  (s.  §  110, 1)  mundstück  des  gebisses  :  munnr  mund 
(s.  Liden.  Uppsalastudier,  s.  7yf.),  mynne  (minne  §  114)  mündung: 
kind  nachkommenschaft  :  -kundr.  -kunnr  herstammend;   hindre 
später  :  handan  jenseits  (vgl.  agutn.  handar  mair  weiter  hin): 
tindr  zahn  am  rade  :  tonn  (*tanpn)  zahn,   Gullentanne.   Hilde- 
tannr   beinamen :  Tunne   (vgl.   got.    tunjius)   ein   mannsname, 
sannr  wahr  :  nauft-syn  (vgl.  got.  sunjis  wahr)  not;  miolh  milch 
:  molka  melken;  biary  berg  :  bory  bürg,  Boryund  ein  Ortsname; 
kiame  kern  :  körn  körn;  verk  werk  :  yrkia  würken;  Perm  (vgl. 
got.  ya-Pairsan  verdorren)  dörren  :  J)urr  dürr;    duergr    zwerg 
:  dyryia  zwergin ;  verfa  werden  :  urPr  Schicksal ;  viryell  strick 
ivargr  räuber;  lend  (*landi-)  lende :  pl.  lunder  Schinken:  skars 
hexe  :  skyrse   Schrecknis;    sterkr  :  styrkr    stark,    storkna    starr 
werden;  yoltr  (*galtuR)  ferkel  :  yyltr  sau;   faldr  :  anorw.  (seit, 
s.  Fritzner)  foldr  falte;  ? troll  (s.  Noreen,  Svenska  etymologier 
s.  8f.  und  die  daselbst  zitierte  literatur  sowie  Gislason,  Efter- 
ladte  skrifter  II,  160,  Jonsson,  Aarboger  1912,  s.  9)  :  troll  (vgl. 
mhd.    trolle)   dämon;   suartr   schwarz  :  sorta   schwärzen,   sorte 
dunkelheit   (auch    als  mannsname),   sortna   schwarz   werden, 
Surtr   ein    feuerriese;    valda    walten  :  prät.    olla\    hallr    sich 
senkend  (ahd.  hald  geneigt)  :  hollr  hold;  bgllr  ball  :  bolle  bowle; 
yrann-  :  yrunnleitr  hohlbäckig  (s.  Karsten,  Stud.  öfver  de  nord. 
spr.  prim.  nominalbildning  II,  144);  ha  (*ha[n]hön.  vgl.  lit.  kanka 
quäl)  quälen  :  hunyr  hunger;  sejtr  (<  *sennr)  für  sich,  je  :  sundr. 
anorw.  (s.  Hertzberg,  s.  860,  sp.  2)  auch  syndr  abgesondert,  ent- 
zwei (s.  Noreen,  Arkiv  VI,  370  ff.),  ?  einmaliges  d^kkr  (s.  F.  Jonsson. 
No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold,  s.  308;  nnorw.,  shetl.  dokk;  aus 
*dankwa-) :  dekkr  (*dinkiva-,  s.  §  77,  3,  §  110, 1 ;  oder  ist  es  *dank- 
tria-  nach  §  87,  6?)  dunkel :  dunkr  ein  beiname  (s.  §  266  anm.  3). 
Anm.    Ueber  den  ablaut  »'  —  a  —  w  in  ableitungssilben  s.  §  173. 
Noreen.  Altisl.  gTamm.    4.  aiifl.  10 


146  §  168. 169.  Ablaut. 

§  168.    Die  vierte  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  e  —  a  —  c&  —  w;  anorw.-aisl.  e,  i  (§  63,3)  — 
a  —  ä  (§53)  —  u,  o  (§  61),  z.  b.  verben  wie  stela  stehlen 
:  prät.  stal :  pl.  stglom  :  part.  prät.  stolenn;  nema  nehmen  :  nam 
:  nömom  :  numenn  (anorw.  auch  nomenn);  ferner  g.  pl.  Jcuenna 
(u.  a.  mit  Jcuen-,  s.  §  162),  Jcuinna  (§  162,  1)  :  kucen  (*kiväni-) 
:  Jcona,  kuna  (s.  §61,1)  weib;  suima  schwimmen  :  prät.  suam 
:  pl.  sutfmom  :  symia  schwimmen,  sund  (*swumÖ-)  das  schwimmen: 
suefn  schlaf  :  suaf  schlief,  suefia  beruhigen  :  sucefa  einschläfern, 
pl.  söfom  schliefen  (s.  §  77, 11)  :  sofa  schlafen,  syfia  schläfrig 
machen;  vin(r)  freund  :  vanr  gewohnt  :  vcenn  schön  :  una  zu- 
frieden sein;  grim{m)r  :  gramr  feindselig;  mepal-  mittel-,  mibr 
mittler  :  undorn  (*um&-)  nachmittag;  vel  wol,  vilia  wollen 
:  anorw.  val  (so  regelmässig  im  landgericht  könig  Magnus',  oft 
in  Hb.  u.  a.,  s.  Fritzner,  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  21  und 
II,2,i,  s.  38;  as.,  ahd.  wala)  wol,  val  wähl;  saman  :  anorw. 
auch  soman  (s.  Hertzberg,  s.  535,  862;  asch w.  soman,  suman, 
s.  Noreen,  Arkiv  VI,  365  ff.)  zusammen ;  samr :  dat.  sg.  ntr.  sumo 
(Cod.  AM.  645,  4°)  derselbe,  sumr  ein  gewisser;  gemlingr  ein- 
jähriger widder  :  gymbr  junges  weibliches  schaf;  prät.  trap 
tritt  :  pl.  tr$pom  :  tropa  treten;  vatn-  wasser  :  vätr  nass  :  otr 
otter;  sualr  kalt :  sudela  rauchen  (s.  Torp,  Nyno.  et.  ordbok); 
vefa  weben  :  vefr  (*wabja-)  webe,  vafra  hin  und  her  fahren 
:  väfahm  und  her  schwanken  :  ofenn  gewoben. 

Anm.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  ö  vor,  z.  b.  Tcemr  (*Tcdmi-) 
neben  kudmr  (*kwämi-)  passabel,  zu  pass  :  koma  kommen;  skära  kämpf, 
anorw.  skära  (s.  Hertzberg)  aufschneiden  :  skera  schneiden  :  skarpr  be- 
schnitten :  pl.  skctre  schere  :  skor  einschnitt;  suefn  usw.  (s.  oben)  :  sefa 
töten.  Vgl.  §  170  anm.  1,  §  171  anm.  2.  —  Ueber  brüpgaumi  st.  -gumi 
s.  §  166  anm.  1. 

§  169.    Die  fünfte  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  e  —  a  —  «;  anorw.-aisl.  e,  i  (§  63,  3)  —  a  —  ä 
(§  53),  z.  b.  verben  wie  gefa  geben  (bipia  bitten) :  prät.  gaf 
(bap)  :  pl.  gtffom  :  part.  prät.  gefenn ;  ferner  pess  des  :  pat  das 
(anorw.  pedan  :  padan  u.  a.,  s.  §  144  anm.  1);  stiake  kleiner 
stecken  :  stake  stecken;  bikkia  :  grey-baka  hündin;  hie  lee  :  Meer 
lau;  sid  (<  *sehan,  s.  §  235  anm.  4)  :  Saga  name  einer  göttin 
('die  Seherin');  $  (got.  aha)  fluss  :  JEger  der  meergott  (vgl. 
ags.  ceg-iveard  wache  an  der  see) ;  mggr  söhn  :  mdgr  verwandter 


§170.  Ablaut,  #  147 

durch    heirat;    tagl   steifes   haar,    f#*'a    (got.  tahjan)   karden 
:  fgy  faser. 

Anm.    Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  6  vor,  z.  b.  lekr  i*löki-)  bach 

:  leka  leck  sein  :  prät.  lak  :  pl.  /pfroo»;  Zd^r  lagerbestand  für  einen  tag  :  liggia 

liegen,  leg  friedhof  :  leggia  legen,  lag  Ordnung  :  lägr  niedrig,  log  liegender 

bäum,  leege  läge:   möt  form,   art :  meta  messen  :  prät.  mat :  mäte  art  und 

weise;  fötr  fuss  :  fet  fusstapfe,   fit  schwimmfuss  :  prät.  fat  fand  einen  weg 

pl.  fgtom;  freMenm  mutig  :  frekr  gierig;   rekr  legitim,   rekia   beachten 

rettr  recht  :  rakr  gerade,    rek  <s.  §77,  7),    rgk  darlegung.   rekia  darlegen 

rgk  furche;   snäkr  ringeluatter  :  stwkr  als  beinarae;   segr  (:  aschw.  saghi, 

mndd.  sage)  Schnitzel :  sigpr  sense  :  sog  säge.   Vgl.  §  170  anm.  1,  §  171  anm  2. 

§  170.    Die  sechste  ablautsreihe  lautet: 

urgerm.  a  —  ö;  anorw.-aisl.  a  —  6,  z.  b.  verben  wie  skafa 
schaben  :  prät.  sköf,  pl.  sköfom  :  part.  prät.  skafenn;  ferner  hagr 
geschickt  :  lwgr,  liöglegr  leicht  zu  bewältigen;  dagr  tag  :  dägr 
tag  oder  nacht;  stapr  platz  :  -stepingr  -einwohner;  fiefia 
musig  machen  -.pdf  zank;  net  netz  :  not  zugnetz;  hane  bahn 
:  hena  henne.  Jwns  hühner;  fnasa  :  fnesa  schnauben;  skape 
:  skop  schade ;  skage  Vorgebirge,  skegg  bart :  skögr  wald ;  apal 
eigenart  :  öpal  eigenart,  eigentum;  batna  besser  werden,  betre 
besser  :  bot  besserung,  busse;  sama  :  söma  passen;  hake  haken 
:  hekia  krücke;  age:  ögn  schreck,  egiask  erschrecken,  otie  furcht: 
slakr  schlaff  :  slökr  herumschlenderer:  sgk  sache  :  sekia  suchen. 

Anm.  1.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  ce,  an.  ä  vor,  z.  b.  ku&fa 
:  anorw.  k{u  o?fia,  aisl.  kefia  ersticken,  k\n)afna  erstickt  werden  :  kefa 
ersticken,  gr&fr  :  grefr  einer  der  begraben  werden  darf  :  grafa  graben;  dobld 
tälcheu,  d'tla  rinne  :  dalr  :  del  tal;  häfr  fischhamen  :  liefia  heben  :  prät.  höf; 
atlujtfe  verbalten,  aup(h  cefe  (s.  z.  b.  Wadstein ,  F.  Hom.,  s.  59)  reichtum. 
anorw.  häfa  (d.  lehnwort?)  hab  und  gut :  hafa  haben,  behalten,  enthalten, 
hafask  sich  verhalten  :  höf  das  richtige  Verhältnis,  )wfa  das  ziel  erreichen, 
aupChwfe  reichtum,  anorw.  athefe  (Hb.,  Cod.  AM.  310,  4°)  verhalten.  Vgl. 
§  171  anm.  2. 

Anm.  2.  Ausnahmsweise  kommt  in  dieser  reihe  auch  u,  o  vor,  z.  b. 
kulpe  kälte  :  kaldr  kalt,  kala  frieren  :  prät.  köl;  dylia  verschweigen  :  duelia 
verzögern,  duol  ausruhen  :  delskr  töricht;  prät.  pl.  uxom  :  vaxa  wachsen 
:  prät.  öx;  gryfia  grübchen  zu  grafr,  grefr,  grafa  s.  oben  anm.  J ;  gnött  (ahd. 
ginuht,  s.  §112, 2)  genüge  :  gnögr  (vgl.  got.  ganöhs)  genügend;  luma  los- 
lassen :  lame  lahm  :  lömr  schlechtheit  s.  Noreen,  Svenska  etymologier, 
s.  50  ff.,  Hultmau,  Hälsingelagen  s.  213  note  3). 

§  171.    Die  siebente  ablautsreihe  lautet: 
urgerm.   ce — ö;   anorw.- aisl.  d  —  6,   z.  b.  grata  weinen 
:  grata  zum  weinen  bringen;  ? anorw.  Nord-,  Sunnmcere  (Haegstad, 

10* 


148  .  §171.172.  Ablaut. 

G.  Tr.  s.  69,  Vestno.  maalf.  I,  20)  :  -möre  Ortsnamen;  rdmr  heiser 
:  römr  stimme;  ncera  nähren  :  nöra  stärken;  läfe  :  löfe  dresch- 
tenne;  suä :  anorw.  (z.  b.  Haegstad,  G.  Tr.  s.  51,  Vestno.  maalf.  1, 9 
und  92;  seit.  aisl.  wie  z.  b.  E.  Olson,  Yngvars  saga,  s.  XXXII) 
auch  so  (ahd.,  as.  so;  vgl.  aber  söno  §  77, 11)  so;  hudesa  zischen 
-.hoste  husten;  hudta  (s.  Bugge,  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R  III,  264; 
porkelsson,  Supplement  11,217)  :  höta  (s.  Hertzberg)  treiben, 
stossen,  stechen,  hot  drohung,  hMa  drohen;  glce{f)a  glänzen  u.a. 
(s.  v.  Friesen,  N.  spr.  I,  37  und  57) :  glöa  (ags.  glöwari)  glühen: 
fcegelegr  :  ßgelegr  angenehm;  döj)  geschicklichkeit,  dcell  fügsam 
:  dömr  urteil;  gräpa  zu  sich  raffen  :  gröpasamlega  brutaler  weise; 
flg  (<  *flahö)  fläche  :  flo  Schicht. 

Anm.  1.  Unklar  bleibt  (trotz  Kock,  ZfdA.  XL,  196;  vgl.  dagegen 
Hellquist,  Arkiv  "VII,  46  und  Sv.  etym.  ordbok)  blckia  (zu  mhd.  blähe)  neben 
seit.  (z.  b.  Goprünarkuipa  1, 13)  bleia  (wie  im  aschw.)  bettuch. 

Anm.  2.  Bisweilen  kommt  in  dieser  reihe  a  vor,  z.  b.  latr  faul :  lata 
lassen  (:  aschw.  löt  Hess);  snefia  aufspüren  :  mtäfr :  snefr  flink;  hrake  :  Jcräkr 
:  krökr  haken;  huatr  keck,  huass  scharf  wol  zu  huäta,  heta  (s.  oben);  gleggr 
scharfsichtig  zu  gldsa,  glöa  (s.  oben),  fegenn  froh  zu  ftäge-,  fügelegr  (s.  oben). 
Vgl.  §  168  anm.,  §  169  anm.,  §  170  anm.  I. 

§  172.  Berührungen  dieser  reihen  untereinander  (vokalische 
1  wurzel Variation')  sind  nicht  selten,  wiewol  grossenteils  erst 
sekundär  entstanden  entweder  durch  "entgleisung"  eines  Wortes 
aus  einer  reihe  in  eine  andere,  partiell  übereinstimmende,  oder 
durch  assoziation  etymologisch  nicht  verwandter,  aber  lautlich 
wie  begrifflich  ziemlich  übereinstimmender  Wörter.  Ausser  dem, 
was  schon  in  den  anm.  zu  §§  168 — 171  angeführt  worden 
ist,  mögen  hier  noch  folgende  fälle  in  aller  kürze  erwähnt 
werden : 

1.  Vermischung  der  1.  und  2.  reihe,  z.  b.  in  skirr,  skcerr 
(§  165)  :  sJcyrr  hell,  rein;  rifa  :  riüfa  zerreissen;  gripa  greifen. 
greip  klaue  :  greypa  in  einander  hineingreifen  lassen ;  gnipa 
:  gnüpr  steiler  abhang,  gneypr  vorüberliegend;  Maupa  laufen 
:  anorw.  prät.  (wie  im  dalekarlischen)  lep  (s.  Fritzner);  hrista 
rütteln  :  hriösa  schaudern ;  ellefo  §  54, 3,  a  :  anorw.  seit,  cellugu, 
mnorw.  (s.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  54)  celluva  (vgl.  §  77,  7  sowie  ahd. 
einluph,  ags..  endlufan,  afries.  andlova)  elf;  brime  feuer  :  breyma 
brünstig;  sima  strick  :  saumr  Saumnaht;  strykua  §  82,  5  :  striüka 
streichen. 


§  172.   Ablaut.  149 

Anin.  1.  Sehr  selten  ist  Vermischung  der  1.  und  5.  reihe,  z.  b. 
bipa  erwarten,  beipa  verlangen  :  bipia  bitten,  bap  bat,  böpom  baten;  vig 
kämpf,  vega,  viga  (s.  §  60)  kämpfen,  prät.  vi  (aus  *tcaih^:  pl.  vögom. 

2.  Vermischung  der  1.  und  7.  reihe,  z.  b.  in  gnipa  (s.  oben  1) 
:  gnapa  vorüberliegen;  suipa,  sueipa  :  söpa  fegen;  gripa,  greip 
(vgl.  oben  1)  :  gräpa,  gröpasamlega  (s.  §  171);  ?prät.  seit.  (z.  b. 
Haegstad,  G.  Tr.  s.  70,  M.  Olsen,  Vojsunga  saga,  s.  XXI  und 
regelmässig  in  Cod.  AM.  291,  4°,  s.  Petersens,  Jömsvikinga  Saga, 
Kph.  1882,  s.  X  f.)  reip,  wenn  nicht  umgekehrte  Schreibung  (vgl. 
Hesselman,  Arkiv  XXVII,  351  ff.),  was  jedoch  nicht  für  alle 
fälle  annehmbar  ist :  rdpa  raten ;  reik  haarfurche  :  rtfk  (§  169 
anm.)  furche  (Xoreen,  Svenska  etymologier,  s.  62  f.);  bleikr 
bleich  :  blakkr  fahl;  huisla  flüstern  :  hucesa,  hoste  (§  171);  blistra 
pfeifen,  prät,  bles  :  bläsa  blasen;  grina  greinen  :  grenia  heulen. 

3.  Vermischung  der  2.,  6.  und  7.  reihe,  z.  b.  in  fnysa 
■.fnasa,  fnösa  (§  170)  schnauben;  gnüpr.  gneypr  :  gnapa  (s.  oben 
1  und  2);  tugr,  togr  (vgl.  ahd.  zwein-zug,  -zog)  :  tigr.  tegr, 
tegr  (§  77, 3)  anzahl  von  zehn;  gnaup,  gnyPr  (§  166)  lärm 
:  gnadd  brummen ;  ?  dys  Steinhaufen  :  des  (kaum  aus  dem  air., 
s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  154)  heuhaufen;  kliüfa  spalten,  klauf 
gespaltene  klaue,  klyf,  klofe  :  klafe  etwas  zweispaltiges,  saum- 
sattel;  greypa.  s.  oben  1  :  gröpasamlega  §  171,  gröp  aushöhlung, 
gräpa  §  171;  baula,  bole.  bylia  (§  166)  :  belia  brüllen;  lasmeyrr 
:  -mehrt  gebrechlich;  stofn  stamm,  stubbr  stumpf :  stafn  Steven, 
stafr  stab ;  stypia  stützen :  stepia  fixieren;  knütr  knoten,  ti-knytter 
böse  streiche  :  kngttr  ball;  fliiiga  fliegen,  flokkr  schar  :  ?floke 
haarflocke,  flgkra  umherstreifen. 

Anm.  2.  Ganz  unklar  sind  anorw.  eyÖla  :  aisl.  epla  eidechse;  auplingr 
iBugge  bei  Fritzner  III,  1 103;  wol  von  aupr  reichtum  beeinflusst)  :  yplingr 
edeling.  Ueber  anorw.  eptir,  efter  (s.  z.  b.  Wadstein,  Autiqvitetsakademiens 
mänadsblad  1891,  s.  78,  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  44),  färöisch  run. 
nftiR  Kirkebo  'nach',  'über'  statt  ceptir  §85  anm.  2. 

4.  Vermischung  der  3.,  4.  und  6.  reihe,  z.  b.  in  miol 
mehl,  mole  brocken,  mold  (staub)erde  :  mala  mahlen,  prät.  möl; 
fiorpr  enger  meerbusen,  'fahrwasser'.  fdr  gefahr  :  fara  fahren, 
prät.  for;  anorw.  oft  (s.  Sievers,  Tübinger  bruchstücke,  s.  8  note: 
Haegstad,  G.  Tr.  s.  49  und  81;  Fritzner)  drega  (ob  mit  aus 
dem  präs.  übertragenem  e??)  ziehen,  dorg  angelschnur  :  draga 
ziehen,  drog  streifen:  kunna  können,  kann  (und  knd)  kann 
:  kenn  erfahren. 


150  §  173.  Ablaut. 

Anm.  3.  Noch  verwickelter  sind  die  Verhältnisse  z.  b.  in  tiara  teer, 
tyrue  kienholz  :  tre  holz,  tryggr  fest  :  traust  Sicherheit  :  trür  treu  :  trog 
trog;  hiortr  hirsch  :  hrütr  widder;  biorn  bär  :  brünn  braun;  duergr,  dyrgia 
(§  167)  :  draugr  gespenst:  s.  Noreen,  Urg.  lautl.  s.  90,  85,  224.  Etwas  unklar 
ist pema  (wol  aus  einem  dem  mndd.  derne  zugrunde  liegenden  as.  *thema 
<!  thiorna)  dirne  :  piönn  diener. 

§  173.  Ein,  in  vielen  fällen  wol  analogisch  entstandener, 
ablaut  i  —  a  —  u  kommt  in  ableitungssilben  häufig  vor,  wie  in: 

1.  Suffix  -il-,  -al-,  -ul-,  z.  b.  subst.  wie  vapell  (anorw.  auch 
veÖill,  s.  Hertzberg  s.  831)  :  pl.  vgplar  (*ivadula,R;  anal,  vajblar) 
fürt;  drasell :  dat.  drgsle,  pl.  drgslar  (Bugge,  Studier  s.  394  f. 
note;  Jönsson,  Skjaldesprog,  s.  19;  Noreen,  I.  F.  XIV,  3ü6n\) 
eine  benennung  des  pferdes ;  bitell :  -oll  gebiss ;  virgell :  -oll 
strick;  gymbell  seh af  :  anorw.  gumbull  als  beiname;  smyrell 
Zwergfalke :  air.  lehnw.  Smurull  als  mannsname  (s.  Marstran  der. 
Bidrag,  s.  54);  Engell :  Ongoll,  mnorw.  BreJcill :  Brghull  manns- 
namen;  f ereil  reisender  :  adj.  foroll  fahrend;  ä  mipel  in  der 
mitte  :  mepal-  (vgl.  §  63,  3)  mittel- ;  ävitall  :  -oll  anzeichen ; 
apal'.efile  (*apulia  §63,8)  begabung,  eigenart;  oder  adj.  wie 
afial-  edel- :  dat.  sg.  m.  best.  f.  Qpla  (s.  §63,8)  begabt;  seit. 
pagall :  ppgoll  (vgl.  subst.  ofpegle  <  *-pagulia  §  63,  8)  schweig- 
sam; seit,  giafall :  giofoll  freigebig;  anorw.  seit,  hosimall :  gew. 
-Ul :  -ull  verfügbar;  hugall  achtsam  :  flä-hugoll  hinterlistig  (vgl. 
athygle  <  *-hugulia  §  63,  8  nachdenken) ;  Suipall  ein  beiname 
Odin's  :  suipoll  veränderlich;  veitall  freigebig  :  6-veitoll  karg; 
smugall :  -smogoll  (s.  §  61,  1)  durchschlüpfend. 

Anm.  1.  Gegensätze  wie  vapell  :  pl.  vgplar,  drasell  :  dat.  drösle  pl. 
drgslar,  um.  erilaR  (s.  §63,  3)  jarl?  :  pl.  als  völkername  latinisiert  Erulos 
(acc.  =  urgerm.  nom.  *Erulöz)  Herulen  zeigen,  dass  in  um.  zeit,  wenigstens 
bei  vielen  mask.  subst.,  die  suffixformen  -il-  und  -ul-  innerhalb  eines  para- 
digmas  derart  verteilt  waren,  dass  jene  nebentonig  und  daher  später  nicht 
synkopierend,  diese  unbetont  und  daher  später  synkopierend  war.  Eine 
entsprechende  Verteilung  von  -al-  und  -ul-  dürfte  bei  den  adj.  durch  fälle 
wie  pagall  -.pegle,  hugall :  hygle  u.  dgl.  erwiesen  sein,  so  dass  die  mit  der 
zeit  immer  häufiger  auftretenden  formen  auf  -ull  (z.  b  nisl.  nur  fjögull, 
hugull)  als  vor  der  syukope  entstandene  neubildungen  (statt  formen  auf 
-all)  nach  den  später  synkopierenden  kasus  anzusehen  sind.  (Hugall,  smugall 
statt  der  lautgesetzlich  a-umgelauteten  *hogall,  *smogall  sind  wol  am 
ehesten  von  hug  sinn,  resp.  smuga  loch  beeinflusst).  S.  Noreen,  I.  F. 
XIV,  396  ff.  und  vgl.  anm.  3. 

2.  Suffix  -and-  (^-umgelautet  -wnd-  >  -end-,  bes.  wnorw., 
s.  Haegstad,   G.  Tr.   s.  41.   Vestno.  maalf.  I,  109  und  II,  2,  i, 


|  173.   Ablaut.  151 

&  50,  70,  >  -ind-  §  149).  -und-  («-umgelautet  -ynd-,  bes.  onorw.. 
>  -ind-  §  147).  z.  b.  rettende,  -indi- :  -ynde  recht;  sannende,  -indi 
und  (nach  §  64)  -ande :  -ynde  und  (nach  §  64)  seit,  anorw.  -unde 
Wahrheit;  harpende.  -indi  :  -ynde  härte;  fegrende.  -indi :  -ynde 
Schönheit;  högende  (auch  högendc.  -indi  nach  högr  bequem  und 
zwar  immer  in  der  bedeutung  'kissen')  und  6-hogande  (s.Larsson) 
:  hogynde  bequemlichkeit:  hlunnende,  -indi  (mnorw.  auch  -ande. 
s.  Hsegstad,  Yestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  70)  :  -ynde  landwirtschaft- 
liche nützlichkeit;  tipende,  -indi  neuigkeit;  heilende,  -indi:  -ynde 
gesundheit:  rangende,  -indi : -ynde  ungebührlichkeit;  vitand. 
-end.  -ind  :  -und  wissen;  büande  :  bände  (*böunde  §  130)  bauer; 
? Prändr  :  Prondr  §  134,  b  ein  mannsname:  hefiande  :  hgfundr 
Urheber. 

Anni.  2.  Die  form  -inde,  welche  in  den  ältesten  hdschr.  überhaupt 
nicht  vorkommt,  ist  wol  durchgeheiids  nach  §  147  und  §  149  ans  -a-ndi 
und  -yndi  entstanden,  also  nur  scheinbar  ablautend.  Die  formen  beruhen 
sicherlich  gTOssenteils  auf  Zusammensetzung  mit  einem  adj.  *icandia  mit 
der  nebenform  *icimdia,  die  entweder  ablautend  (s.  Falk.  Beitr.  XI V,  50) 
oder  wol  eher  nach  §  226  entstanden  ist.     S.  §  149. 

3.  Suffix  -ing-,  -ang-  (seit.),  -ung-,  z.  b.  cettinge  :  öttungr 
verwandter;  SJceringr  ein  mannsname  :  skorungr  hervorragender 
mensch;  hemingr  :  hgmungr  haut  eines  hinterfusses ;  hading 
(anorw.  und  seit.)  :  hppung  spott;  anorw.  seit.  pl.  skaningar 
(s.  Jönsson,  Fagrskinna,  s.  XXVII) :  sJcönungar  leute  aus  Schonen. 
Vgl.  agutn.  laipingr  :  anorw. -aisl.  leipangr  (s.  §  229)  :  aschw. 
Uponger  kriegsexpedition  zur  see. 

4.  Suffix  -ig-,  -ag-  (sehr  seit.),  -ug-,  z.  b.  gofegr  :  -ogr  edel ; 
naupegr  :  -ogr  genötigt;  gfegr  :  -ogr  umgekehrt;  aupegr  :  -ogr 
reich;  kunnegr  :  anorw.  seit,  (s.  Haegstad,  G-.  Tr.  s.  42)  kunnugr 
bekannt,     Vgl.  heilagr  heilig. 

5.  Sonstiges,  z.  b.  myrgenn  (s.  §  74)  ;  morgonn  (durch 
kontamination  morgenn)  morgen;  Openn  :  mnorw.  auch  ÖÖon\ 
fepgen  vater  und  mutter  :  seit,  anorw.  (s.  Fritzner  111,1096) 
fwÖgan  vater  und  tochter;  undam  :  -orn  nachmittag;  iaparr 
:  ioporr  rand;  ex  {cex;  *akivis)  :  gx  (aar;  *ahis)  axt,  s.  §  77,  7; 
set.  setr  (gr.  tdoc)  sitz  :  siot  (*setu[R])  Wohnsitz ;  elptr  (ahd. 
albh)  :  olj)t  {*albut-)  schwan;  anorw.  osrtug  cariti-  §66  anm.  2) 
:  ertog  (*aruti-  §  63,8)  * ,24  mark:  halr  (ags.  ha?le,  hwled)  ;held'. 
freier  mann  :  hglp>r  (*halup-)  freier  grundbesitzer. 


152  §  174. 175.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten. 

Anm.  3.  Aus  einem  gegensatz  wie  Hepenn  (anorw.  Hifiin  nach  §  63, 3) 
ein  mannsnarae  :  hiapningar  (*hedan-)  Hedin  und  seine  leute  dürfte  her- 
vorgehen, dass  in  um.  zeit,  wenigstens  bei  einigen  Wörtern,  die  suffixformen 
-in-  und  -an-  innerhalb  eines  paradigmas  derart  verteilt  waren,  dass  jene 
nebentonig  und  daher  später  nicht  synkopierend,  diese  unbetont  und  daher 
später  synkopierend  war.     Vgl.  anm.  1. 


Kap.  4.    Etymologische  Übersicht  über  die 
sonanten. 

I.   Die  sonanten  der  starktonigen  silben. 

1.    Monophthonge. 

§  174.  Aisl.-anorw.  a  hat  folgenden  Ursprung  (vgl.  §  195, 1): 

1.  Gewöhnlich  geht  a  auf  urgerm.  a  zurück,  z.  b.  faper 
vater,  halda  halten,  hafa  haben,  dagr  tag,  band  band,  allr  all. 

2.  Bisweilen  ist  a  aus  älterem  ä  verkürzt,  s.  §  127, 1; 
§129. 

§  175.     ä  ist: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  ce,  s.  §  53. 

2.  Bisweilen  aus  a  gedehnt,  s.  §§  122  —  126. 

3.  In  einigen  fällen  urgerm.  ai,  s.  §  54, 1 — 3. 

4.  Selten  urgerm.  ä,  z.  b.  fä  (got.  fahari)  bekommen,  ])ättu 
(got.  pähta)  wurde  gewahr,  gätt  (got.  -gähts)  türöffnung  (und 
weg?,  s.  v.  Friesen,  Arkiv  XVIII,  74),  pdttr  (ahd.  daht)  abteilung, 
ha  (vgl.  lit.  Jcankä  quäl)  plagen,  hdr  hai,  dulle  (vgl.  fi.  lehn- 
wörter  wie  hanho  trinkgefäss  mit  zwei  handgriffen,  hanka 
ruderpflock  u.  a.  m.,  s.  Liden,  Uppsalastudier,  s.  89  ff.,  Setälä, 
Journal  de  la  Societe  Finno-ougrienne  XXIII,  1,  s.  30  f.),  rd 
(rö  §  116)  winkel,  td  (tö  §  116)  hofplatz,  all  (oll  §  116)  riemen, 
fid  (got.  pähö,  ags.  Ööhe)  lehmboden,  hd-möt,  -sin  (vgl.  ags.  höh, 
aisl.  hdül  ferse)  fersenglied,  -flechse,  vg,  vd  Unfall  und  vd  verargen 
(vgl.  ags.  wöh,  got.  un-wähs),  wozu  vdndr  bös  und  vdpe  gefahr 
(s.  v.  Friesen,  N.  spr.  1, 9  ff.),  prdr  (ags.  droh  ranzig)  zudringlich, 
beharrlich.    Dies  d  ist  immer  nasaliert  (s.  §  52). 

5.  Selten  mnorw.  aus  6a,  üa  entstanden,  s.  §  134,  b. 

Anm.     Ueber    ü    als    orthographischer    Stellvertreter    des    älteren    y 
S.  §  107. 


§  176—180.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten.  153 

§  176.    e  (vgl.  §  188)  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  e,  z.  b.  nemo,  nehmen,  gefa  geben. 
cePr  wetter,  vegr  weg,  verpa  werden. 

2.  Seltener  urgerm.  i,  s.  §  60,  §  110, 1. 

3.  Im  aisl.  allgemein  (vgl.  §  188).  im  anorw.  seltener  aus 
älterem  ce  entstanden,  s.  §  117. 

4.  Sporadisch  kommt  e  neben  älterem  e  vor,  s.  §  119. 

§  177.    e  hat  sehr  verschiedenen  Ursprung: 

1.  Urgerm.  e~  regelmässig,  aber  sehr  selten,  z.  b.  her  (got. 
her)  hier. 

2.  Urgerm..*,  s.  §  111. 

3.  Urgerm.  i,  s.  §  110. 

4.  Gedehnt  aus  älterem  e,  s.  §§  122 — 126. 

5.  Kontrahiert  aus  cei  (urn.  cd),  s.  §  97,  2  und  anm.  1. 

6.  Im  anorw.  dialektisch  aus  de  entstanden,  s.  §  118. 

7.  Steht  orknöisch  statt  ö,  s.  §  120  anm. 

Anm.  Hie  und  da  beruht  e  auf  entlehnung  aus  dem  deutschen  oder 
ags.,  z.  b.  klenn  klein,  pena  (ags. ßenian  aus  pegnian?;  die  echt  nordische 
form  piöna  ist  dann  ein  verschiedenes  wort,  aber  vielleicht  ist  pena  eine 
kontamination  von  piöna  zu  piönn  diener  und  mndd.  denen  —  vgl.  Perna 
§  172  anm.  3  —  oder  auch  aus  *pewanön  entstanden,  vgl.  xxra.peicaR  diener) 
dienen,  href  brief,  len  (echt  nordisch  län  §  54, 1)  lehn. 

§  178.    i  vertritt: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  i.  z.  b.  binda  binden,  bitom  (wir) 
bissen,  fiskr  fisch. 

2.  Oft  urgerm.  e  nach  §  63,  3  und  §  68, 3. 

3.  Hie  und  da  urgerm.  l,  nach  §  127,  2  und  §  129  verkürzt. 

4.  Selten  älteres  y  nach  §  114. 

5.  Selten  aus  e  verkürzt,  s.  §  127  anm.  1. 

§  179.    i  entspricht: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  i,  z.  b.  Uta  (got.  beitan)  beissen, 
rifa  reiben,  iss  eis,  sipa  seite,  ribr  reich  (adj.). 

2.  Bisweilen  urgerm.  i,  nach  §§  122 — 126  gedehnt. 

§  180.     o  entspricht  (vgl.  §  199  und  §  210): 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  u  nach  §  61  und  §  112, 1. 

2.  Selten  älterem  o,  nach  §  127,  3  und  §  129  verkürzt. 

3.  Selten  gekürztem  ou,  s.  §  128  anm.  2. 


154  §  181 — 185.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten. 

4.  Selten  u-  oder  ^{;-umlaut  von  postkonsonantischem  ua, 
s.  §  77, 10  und  §  82,  8. 

5.  Dialektisch  nasaliertem  o,  s.  §  115,1. 

§  181.   6  hat  sehr  verschiedenen  Ursprung  (vgl.  §  200): 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  ö,  z.  b.  br öfter  (got.  bröftar)  b  rüder, 
böJc  (got.  böka)  buch,  fröftr  (got.  fröps)  gelehrt,  prät.  för  fuhr. 

2.  Dehnung  eines  o,  s.  §§  122  —  126. 

3.  Urgerm.  w,  s.  §  113. 

4.  Urgerm.  u,  s.  §  112. 

5.  Aus  qu  (um.  au)  kontrahiert,  s.  §  98  und  anm. 

6.  Nasaliertes  o,  s.  §  116. 

7.  w-umlaut  von  a,  s.  §  76,  2. 

8.  w-umlaut  von  uä,  s.  §  77, 11. 

9.  Misl.  aus  d  nach  v  entstanden,  s.  §  86. 

Anm.    Ueber  o  als  orthographischer  Stellvertreter  des  6  (ä)  s.  §  107. 
§  182.    u  entspricht  (vgl.  §  201,  3  und  4): 

1.  Fast  überall  urgerm.  ü\  z.  b.  hundr  hund,  ungr  jung. 
fturr  dürr,  bundenn  gebunden,  gutom  (wir)  gössen. 

2.  Selten  älterem  ü,  nach  §  127,4  und  §  129  gekürzt. 

3.  Selten  6  durch  kiirzung,  s.  §  127,  3. 

§  183.    ü  entspricht: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  ü,  z.  b.  düfa  (got.  dübö)  taube,  hüs 
(got.  hüs)  haus,  bruftr  (got.  brüfts)  braut,  lüka  (ags.  lücan) 
schliessen. 

2.  Bisweilen  urgerm.  u,  nach  §§  122 — 126  gedehnt. 
.3.   Shetländisch  älterem  gu,  s.  §  98  anm. 

§  184.    y  hat  folgenden  Ursprung  (vgl.  §  203) : 

1.  Gewöhnlich  i-,  j-,  r-  oder  palatal-umlaut  von  u,  s.  §  63, 5, 
§68,5,  §71,5,  §73  und  §  74. 

2.  Seltener  u-,  w-  oder  labial-umlaut  von  *,  s.  §  77,  5,  §  82, 4 
und  §  85. 

3.  Selten  i-umlaut  von  iu,  s.  §  63, 12. 

4.  Selten  u-  oder  w-umlaut  von  ui,  s.  §  77, 12  und  §  82, 10. 

5.  Selten  kürzung  von  y,  s.  §  127,5  und  §  129. 

§  185.    y  hat  sehr  mannigfachen  Ursprung: 
1.  Gewöhnlich  i-,  j-  oder  Ä-umlaut  eines  u,  s.  §  63, 7,  §  68, 6 
und  §71,6. 


§  186—190.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten.  155 

2.  Oft  V-.  j-  oder  Ä-urnlaut  eines  iti  s.  §  63. 13,  §  68,  7  und 
£71.7. 

3.  Selten  u-  oder  w-unüaut  eines  *,  s.  §  77, 6  und  §  82, 5. 

4.  Selten  u-  oder  ?<--umlaut  von  ui.  s.  §  77, 13  und  §  82, 11. 

5.  Selten  j-  oder  palatal-umlaut  von  ä,  s.  §  68.  4.  resp.  §  75. 

6.  Dehnung  eines  y,  s.  §§  122—126. 

7.  Dialektische  kontraktion  von  ey  {ey\  s.  §  99  anm. 

§  186.  o  (vgl.  §  204)  ist  überall  durch  u-  oder  w-umlaut 
eines  a  entstanden,  s.  §  77, 1  und  §  81. 1. 

§  187.    o  ist  zweierlei  Ursprungs: 

1.  Gewöhnlich  u-  (selten  «Mumlaut  von  ä,  s.  §  77, 2  (resp. 
§  82, 2);  über  o  aus  o  (o)  +  u,  s.  §  132;  über  g  gleich  sonstigem 
d  in  späterer  zeit  s.  §  107. 

2.  Selten  dehnung  eines  o}  s.  §§  122—126. 

§  188.  Anorw.  ce  (aisl.  überall  durch  e  ersetzt,  s.  §  117: 
vgl.  §176,3)  ist  (vgl.  §205): 

1.  Gewöhnlich  i-,j-,  r-  oder  palatal-umlaut  eines  a.  s.  §  63, 1. 
§68,1,  §71,1,  §73  und  §74. 

2.  Selten  i-umlaut  von  ia,  s.  §  63,  9. 

3.  Aus  älterem  e  entstanden,  s.  §  108. 

4.  Aus  cei  verkürzt,  s.  §  128. 

5.  Aus  de  verkürzt,  s.  §  127, 6. 

§  189.     ä  hat  folgenden  Ursprung  (vgl.  §  206) : 

1.  Gewöhnlich  i-,  j-,  r-  oder  palatal-umlaut  eines  a, 
s.  §  63,  2,  §  68, 2,  §  71,  2  und  §  73. 

2.  Aus  cei  kontrahiert,  s.  §  97,  3. 

3.  Selten  aisl.  aus  e  entstanden,  s.  §  109. 

4.  Im  späteren  aisl.  durchgehends  statt  älteren  e,  s.  §  120. 

5.  Sehr  selten  dehnung  eines  w,  s.  §§  122 — 126. 

§  190.    e  hat  sehr  mannigfachen  Ursprung  (vgl.  §  207): 

1.  i-  oder  Ä-umlaut  eines  o,  s.  §  63, 4  und  §  71, 3. 

2.  i'-umlaut  eines  o,  s.  §63,  8:  im  aisl.  später  jedes  o 
vertretend,  s.  §  115,2. 

3.  i-umlaut  eines  io,  s.  §  63, 10. 

4.  m-,  tc-,  dialektisch  auch  labial-umlaut  eines  c,  s.  §  77, 3. 
§  82, 3  und  §  85  anm.  2. 


156  §  191 — 195.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten. 

5.  u-,  iv-  (dialektisch  wol  auch  —  z.  b.  anorw.  skynsomd 
verstand,  s.  Bugge  bei  Fritzner  III,  1102  —  labial- )uml  au  t 
eines  ce,  s.  §  77,  7,  §  82, 6  (und  §  85  anm.  2). 

6.  w-umlaut  von  uce,  s.  §  82, 12. 

7.  Kürzung  eines  0,  s.  §  127,  7  und  §  129. 

8.  Mnorw.  aus  y  entstanden,  s.  §  114,  anm.  2. 

§  191.  0  hat  ebenso  sehr  verschiedenen  Ursprung  (vgl. 
§208): 

1.  •-,  j-  oder  Ä-umlaut  eines  0,  s.  §  63, 5  (auch  wenn  6 
aus  0  entstanden  ist,  s.  ib.  anm.  4),  §  68,  4  und  §  71, 4. 

2.  «'-umlaut  von  iö,  s.  §  63,  11. 

3.  w-nmlaut  eines  e,  s.  §  77, 4. 

4.  M-umlaut  von  de,  s.  §  77,  8. 

5.  w-umlaut  von  uce,  s.  §  77, 14. 

6.  Dialektische  kontraktion  von  ou  (au,  ou),  s.  §  98  anm. 

7.  Dialektische  kontraktion  von  0y,  s.  §  99  anm. 

8.  Dehnung  eines  0,  s.  §§  122—126. 

2.  Diphthonge. 

§  192.    au  (ou,  s.  §  98, 1)  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gewöhnlich  urgerm.  au,  urn.  ou,  s.  §  55  und  §  98,  i. 

2.  Urgerm.  -dbu-,  -ardu-,  s.  §  132  anm. 

3.  Aus  0  diphthongiert,  s.  §  105  mit  anm. 

§  193.   ei  (cei  §  97, 1)  entspricht: 

1.  Urgerm.  ai,  urn.  mi,  s.  §  54  und  §  97, 1. 

2.  Aelterem  e,  s.  §  96  (anorw.)  und  §  102  (aisl). 

§194.   ey  (ey  §99)  ist: 

1.  Gewöhnlich  i-,  j-  oder  Ä-umlaut  von  au  (ou),  s.  §  63, 14, 
§  68,  8  und  71,  8. 

2.  Selten  u-  oder  w-umlaut  von  ei  (an),  s.  §  77,  15  und 
§  81, 13. 

§  195.    ia  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gewöhnlich  a-  (anorw.  auch  n-)brechung  eines  e,  s.  §  88 
(und  §  89) : 

2.  Aus  e,  i,  i  -f-  a  kontrahiert,  s.  §  133,  a. 
Anm.    Ueber  ia  im  anorw.  giagnum  s.  §263  anm.  1. 


§  196—203.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten.  157 

§  196.   id  ist: 

1.  Dehnung  eines  ia,  s.  §§  122 — 126. 

2.  Aus  e,  i,  y,  de  -f  «  kontrahiert,  s.  §  133.  b.  2. 

3.  Urgerm.  jah  in  id  jawol,  s.  §  231  anm.  1. 
Anra.    Ueber  iä  in  giär,  gidta  s.  §  263  anm.  1. 

§  197.    ie  ist  nur  aisl.  und  entspricht: 

1.  Aelterem  ice.  vgl.  §  176,  3  und  §  205. 

2.  Aelterem  e  nach  g,  h,  k,  s.  §  103. 

§  198.   ie  ist  nur  aisl.  und  immer  aus  älterem  i  entstanden, 
s.  §  103. 

§  199.    io  (vgl.  §  204)  hat  folgenden  Ursprung : 

1.  Gewöhnlich  w-brechung  eines  e,  s.  §  89. 

2.  Selten  aus  i,  y,  de  +  o,  u  kontrahiert,  s.  §  133.  a. 

3.  Selten  anorw.   aus  iu  (<  y,  s.  §  201,  4)   entstanden, 
s.  §  104. 

§  200.    io  hat  sehr  mannigfachen  Ursprung: 

1.  Um.  iou,  s.  §  101,  2. 

2.  Dehnung  von  io  (io),  s.  §  89  und  §  124,  3. 

3.  Aelteres  dew,  s.  §  106. 

4.  Seit,  älteres  ew  (und  ho),  s.  §  106  anm.  1  (und  2). 

5.  Aus   e,  e,  i,  i,  y,  de  -f  o,  6,  u  entstanden,    s.  §  133,  a 
und  b,  2. 

6.  Urgerm.  -ebu-,  s.  §  133  anm. 

§  201.    iu  ist  überhaupt  selten  und  zwar  als : 

1.  t,  y  +  m,  s.  §  133,  a. 

2.  Urgerm.  -ebu-,  s.  §  133,  a  mit  anm. 

3.  Anorw.  entwickelung  von  io,  s.  §  89  anm.  1. 

4.  Anorw.  aus  älterem  y  entstanden,  s.  §  104. 

5.  Anorw.  selten  brechung  von  /.  s.  §  89  anm.  3. 

§  202.    iu  ist : 

1.  Urn.  iu,  s.  §  56  und  §  100. 

2.  Urn.  iou,  s.  §  56  und  §  101, 1. 

3.  Aus  t ,  y  +  u  entstanden,  s.  §  133,  b,  2. 

4.  Selten  urgerm.  -ebu-,  s.  §  133  anm. 

§  203.  iy  ist  sehr  selten  und  immer  i-umlaut    von  im. 
s.  §  63, 12. 


158  §204—214.  Uebersicht  über  die  starktonigen  sonanten. 

§  204.  iq  (io)  ist  immer  durch  u-  oder  w-umlaut  von  ia 
sowie  w-brechung  von  e  entstanden,  s.  §  77,  9,  §  82,  7  und  §  89. 

Anm.     Ueber  ig  in  gigrr,  giggnum  s.  §  263  anm.  1. 

§  205.  ice  (aisl.  ie,  s.  §  197, 1)  ist  «'-umlaut  von  ia,  s.  §  63,  9; 
im  anorw.  auch  durch  progressiven  J-umlaut  aus  ia  entstanden, 
s.  §  70,  1. 

§  206.  ids  ist  mnorw.  durch  progressiven  j'-umlaut  aus  ia 
entstanden,  s.  §  70,  2. 

§  207.  ie  ist  in  ältester  zeit  sehr  selten  und  immer  i-um- 
laut  von  io,  s.  §  63,  10;  später  auch  durch  progressiven /-Umlaut 
aus  io  entstanden,  s.  §  70,  3. 

§  208.  iö  ist  selten  und  urspr.  nur  durch  i-umlaut  aus  io 
entstanden,  s.  §  63,  11;  dann  mnorw.  auch  durch  progressiven 
J-umlaut  aus  iö,  s.  §  70,  4. 

§  209.   ua,  ue,  ui  (anlautend  va,  ve,  vi)  sind  entstanden  aus: 

1.  w  +  a,  e,  i,  über  deren  Ursprung  s.  §  174,  §  176  und  §  178. 

2.  u  -+•  a,  e,  i,  s.  §  134,  a. 

§  210.    ud,  ue,  ui  (anlautend  vä,  ve,  vi)  sind  entstanden  aus: 

1.  w  -f-  ä,  e,  i,  über  deren  Ursprung  s.  §  175,  §  177  und  §  179. 

2.  o,  ü  +  a,  e,  i,  s.  §  134,  b. 

§  211.   uo  vertritt  im  misl.  selten  älteres  ue,  s.  §  86  anm.  1. 

§  212.  uo,  uo",  uo3,  ua?,  ue,  uö  (anlautend  vo,  v$  usw.) 
sind  immer  aus  w  +  o,  q,  as,  ä,  e,  6,  über  deren  Ursprung 
s.  §§  186  — 191,  entstanden.  Vgl.  aber  bes.  für  ug  §  77,  10 
und  §  82,  8;  ug  §  77,  11;  wo?  §  63,  15  und  §  68,  9;  im  §  63,  16; 
ue  §  82,  9  und  12. 

§  213.  Das  seltene  anorw.  dsi  (über  an  s.  §  193)  ent- 
spricht älterem  dz,  s.  §  96. 

§  214.  Die  triphthonge  uau  (uou),  uei  {uasi),  uey 
{uey)  sind  immer  aus  w  +  au,  ei,  ey,  über  deren  Ursprung 
s.  §§  192—194,  entstanden. 


§  215 — 217.   Uebersicht  über  die  schw&chtonigen  sonanten.        159 

II.  Die  sonanten  der  schwachtonigen  silben. 

§  215.    a  entspricht: 

1.  Urgerm.  und  um.  o,  s.  §  137,  2. 

2.  Urgerm.  o,  urn.  a,  s.  §  137,  2. 

3.  Urgerm.  au,  urn.  o,  s.  §  140. 

4.  Seltener  älterem  a,  nach  §  151,  1  verkürzt. 

5.  Selten  urgerm.  ai,  s.  §  139. 

6.  Selten  mnorw.  o,  s.  §  150  anm. 

7.  Später  ist  a  im  aonorw.  svarabhaktivokal,  s.  §161,  b. 

8.  Mnorw.  ce,  s.  §  149  anm.  2. 

Anm.    Ueber  a  als  um.  svarabhaktivokal  s.  §  142. 

§  216.   e  und  i.  nach  §  145  wechselnd,  entsprechen: 

1.  Urgerm.  7,  s.  §  151,  3. 

2.  Urgerm.  i,  z.  b.  ynglingr,  -engr  Jüngling,  valefir,  -ifir 
gewählt,  acc.  pl.  geste,  -i  (got.  gastins)  gaste,  2.  pl.  präs.  ind.  und 
imperat.  bitep,  -ip  beisset,  part.  prät.  bitenn,  -inn  gebissen  u.  a. 
Vgl.  auch  §  73,  §  74. 

3.  Urgerm.  ä?,  s.  §  138. 

4.  Urgerm.  ai  urn.  e,  s.  §  139. 

5.  Urgerm.  eu,  iu,  urn.  in,  s.  §  141. 

6.  Aelterem  e  durch  kürzung.  s.  §  151,  2. 

7.  Aelterem  «,  s.  §  149. 

8.  Selten  älterem  ce  durch  kürzung,  s.  §  151,  6. 

9.  Urgerm.  e,  s.  §  61,  2  und  §  149  anm.  1. 

10.  Selten  älterem  y,  s.  §  147. 

11.  Selten  älterem  ei,  s.  §  152,  1. 

12.  Sehr  selten  älterem  ö,  s.  §  151,  7. 

13.  Später  sind  sie  im  nordwestnorw.  svarabhaktivokale, 
s.  §  161,  b.    Vgl.  16  unten. 

Ohne  mit  •  zu  wechseln  kommt  e  ausserdem  vor: 

14.  Aelterem  w  entsprechend,  s.  §  149. 

15.  Aelterem  &  entsprechend,  s.  §  151,  6. 

16.  Im  späteren  aonorw.  als  svarabhaktivokal,  s.  §161,  b. 

§  217.   o  und  u,  nach  §  146, 1  und  2  wechselnd,  entsprechen: 

1.  Urgerm.  ö,  s.  §  137,  1. 

2.  Urgerm.  o,  s.  §  137,  1. 

3.  Urgerm.  ü,  s.  §  151,  4. 


160     §218.  Uebers.  über  die  schwachton.  sonanten.  §219.  Die  konsonanten. 

4.  Selten  urgerm.  au,  s.  §  140. 

5.  Selten  urgerm.  w,  z.  b.  acc.  pl.  suno,  -u  (got.  sununs) 
söhne,  1.  pl.prät.ind.  bitom,  -um  (got.  bitum)  bissen.  Vgl.  11  unten. 

6.  Selten  älterem  g",  s.  §  151,  5. 

7.  Aelterem  g,  s.  §  148. 

8.  Aelterem  w,  s.  §  226. 

9.  Selten  älterem  w,  s.  §  158,  §  226. 

10.  Im  etwas  späteren  süd  westnorw.  sind  sie  svarabhakti- 
vokale,  s.  §  161,  b.    Vgl.  12  unten. 

Nur  ausnahmsweise  mit  u  wechselnd  kommt  o  ausser- 
dem vor: 

11.  Aelterem  gu  {au,  ou)  entsprechend,  s.  §  152,  2. 

12.  Urn.  u  entsprechend,  s.  §  146,  3. 

Ohne  mit  o  zu  wechseln  kommt  u  ausserdem  vor: 

13.  Im  späteren  aisl.  als  svarabhaktivokal,  s.  §  161,  a. 

§  218.  Von  den  übrigen  vokalen  kommen  in  schwach- 
toniger  Stellung  nur  y,  ce  und  0,  alle  verhältnismässig  selten, 
vor  und  zwar: 

1.  y  seit,  statt  i,  s.  §  145  anm.  5. 

2.  m  im  späteren  aonorw.  teils  älteres  a  vertretend, 
8.  §  144;  teils  als  svarabhaktivokal,  s.  §  161,  b. 

3.  0  sporadisch  im  etwas  späteren  aisl.  statt  eines  älteren 
u,  s.  §  146  anm.  4. 

Anm.    Ueber  die  diphthonge  in  schwachtoniger  silbe  s.  §  354  und  §  355. 


III.  Abschnitt.     Die  konsonanten. 

§  219.   Das  urnordische  übernahm  aus  urgerm.  zeit  folgende 
konsonanten: 


labiale 

dentale 

l-ahttale  u.  velare 

Explosiv«:  stimmlose: 

P,  PP 

t,    tt 

Ä,   KfC 

stimmhafte: 

b,  bb 

d,  dd 

9,  99 

Spiranten:   stimmlose: 

f,"f 

J>,  s;  ßß,  ss 

h,  hh 

stimmhafte: 

d  — 

&,  z  — 

s  — 

Nasale: 

m,  mm 

n,  nn 

13    

Liquidae: 

— 

l,  r;  11.  rr 



Halbvokale: 

w,  ww 

— 

.;',  ü- 

§  220.  221.  Urnordische  Veränderungen  von  d,  g.  p.  161 

Auni.  1.  b,  d,  g  kamen  wahrscheinlich  nur  nach  den  entsprechenden 
nasalen  vor:  d  ausserdem  nach  1  (sofern  dies  nicht  wegen  assoziation 
kakuminal  gewesen  ist.  S.  Pipping,  Stud.  nord.  fil.  VI,  5,  s.  25  ff."».  Vgl. 
Paul,  Beitr.  1, 147  ff. 

Anm.  2.  Urgerm.  ff,  fip,  Mi  waren  sehr  selten,  sodass  ff  und  hh  über- 
haupt nicht  im  an.  durch  sichere  belege  vertreten  sind;  s. Kluge,  Beitr.  IX. 
157  ff. ;  Kauffmann ,  ib.  XII,  504  ff. ;  Liden ,  Arkiv  IV.  98  f. :  v.  Friesen ,  Om 
de  germ.  mediageminatorna,  s.  10  und  115  f. 

Die  entwickelung  dieser  laute  innerhalb  des  l  urnordischen 
und)  altwestnordischen  wurde  durch  folgende  lautgesetze 
bestimmt. 


Kap.  1.    Urnordische  Vorgänge. 

A.     Qualitative  und  quantitative  Veränderungen. 

§  220.  Die  stimmhaften  explosiv*  d.  g  in  den  Ver- 
bindungen nd.  vg  und  Id  (s.  §  219  anm.  1)  werden  im  urspr. 
(d.h.  vor  der  synkope)  um.  auslaut  einer  starktonigen  silbe 
zu  /.  resp.  k  (aus  nt,  wk  wird  später  tt.  kk  nach  §  266,  2 
und  3).  z.  b.  imperat.  hitt,  sprikk.  gialt.  prät.  hatt,  spiraük,  galt 
zu  hinda  binden,  springet  zerspringen,  gialda  bezahlen.  Schein- 
bare ausnahmen  wie  imperat.  bind,  >ald.  giald.  haUL  gang, 
prät.  sprang  neben  gew.  bitt.  valt,  gialt.  halt,  gaiek,  wprakk 
zu  bindu,  ralda  walten,  gialda,  halda  halten,  ganga  gehen, 
springa  sind  dem  infinitiv,  präs..  prät.  pl.  u.  a.  nachgebildet,  — 
Nach  schwachtonigem  vokal  scheint  nd  zu  nn  geworden  und 
dann  wie  jedes  solche  nach  §  299.  5  geschwunden  zu  sein. 
z.  b.  3.  pl.  präs.  ind.  hinda  (got.  bindand)  binden. 

Anm.  1.  Der  Übergang  ist  früher  als  die  synkope  eines  auslautenden 
nasalierten  a  nach  langer  Wurzelsilbe  (§  153.  6)  durchgeführt  worden,  wie 
ans  dem  erhaltenen  d,  g  in  formen  wie  acc.  *e\  band  furn.  *bamdf)  band, 
giald  bezahlung,  gang  e;ang  erhellt. 

Anm.  2.  Ein  entsprechender  übergaug  -mi>  >  ->np  (-)>/>  nach  §  266, 1) 
ist  wol  anzunehmen,  wenn  auch  sichere  beispiele  fehlen. 

§  221.    Die  stimmlose  spirans  p  wird  zu: 

1.  ö  (aisl.  ]>  geschrieben)  nach  stimmhaften  lauten  sowie 
anlautend  in  schwachtoniger  silbe.  z.  b.  anorw.  broder  (got, 
bröpar)  bruder,  kueda  (got.  qipan)  sagen,  vcerda  (got.  nah-pan) 
werden.  Sigdir  \*Si£i])eiran),  Hamder.  Eggder  w.  a.  mit  um. 
pewan  zusammengesetzten   mannsnamen.  Ber(g}dörr.  üafdorr 

N  uroen,  Altisl.  jrramm.    i.  aut'l.  {{ 


162  §222.  Urnordische  Veränderungen  von  h.- 

neben  -])6rr  u.  a.  dgl.  mannsnamen;  ferner  anorw.  du  du,  dinn 
dein,  öat  das,  tfme  dieser,  dar  dort  u.  a.  (s.  z.  b.  Hb,  s.  LV; 
aisl.  beisp.  bei  Storm.  Otte  brudstykker,  s.  6)  neben  betonten 
/>«',  pinn  usw. 

Anm.  1.  Durchsichtige  Zusammensetzungen  behalten  oft  p  nach 
massgahe  des  simplex,  z.  b.  arfpege  erbe,  hioiping  schlacht,  Suipiöö 
Schweden,  alpyda  das  ganze  volk,  iprött  kunst  u.  a.  neben  seltneren  laut- 
gesetzlichen formen  wie  arföege,  hioröing,  SuiÖioÖ,  alÖyÖa,  iÖrött  usw. 
zu  resp.  piggia  empfangen,  ping  gericht,  piöb  volk,  pröttr  stärke  u.  a. 
(s.  Falk,  Arkiv  V,  120).    Vgl.  noch  Lindroth,  Namn  och  bygd  III,  41  ff. 

Anm.  2.  Die  um.  inschriften  bis  gegen  700  (z.  b.  noch  Eggjum,  s. 
Olsen,  No.  I.  III,  189  note  3)  scheiden  noch  etymologisch  zwischen  p  und  ö 
(s.  Bugge,  Aarheger  1884,  s.  86).  Aber  schon  um  775  zeigt  sich  eine  Ver- 
wechselung, die  wol  wenigstens  für  Schweden  den  Übergang p>Ö  beweist, 
z.  b.  die  umgekehrte  Schreibung  Sölvesborg  ivAp(i)  ein  mannsname  (ags. 
Wada,  ahd.  Wato).  In  Dänemark  wiederum  scheint  dieselbe  Verwechselung 
weit  früher  belegt  zu  sein  durch  Overhornboek  aupa  (ags.  Eada,  ahd.  Öto) 
c.  550.  Ob  sie  in  Norwegen  schon  c.  650  durch  By  m\arki]peri  belegt  ist 
(vgl.  ebendaselbst  alaifu?  st.  -bu)  bleibt  unsicher. 

2.  /"  anlautend  vor  l,  z.  b.  flyia  (got  ])Uuhan)  fliehen,  flär 
falsch  (vgl.  got.  gaplaihan  liebkosen),  wenn  wirklich  das  got. 
pl  primär  ist  (s.  aber  die  bedenken  bei  Noreen,  Urg.  lautl., 
s.  1971,  und  Zupitza,  Die  germ.  gutturale,  s.  131). 

§  222.   Die   stimmlose   spirans  h   (deutsch  ch)   wird  zu: 

1.  Blossem  hauchlaute  (h)  anlautend  ausser  vor  konso- 
nantischem i  und  u  (wenigstens  in  gewissen  gegenden,  vgl. 
Marstrander,  Bidrag,  s.  104),  z.  b.  hörn  hörn,  haue  hahn,  hefia 
heben,  hlaupa  springen,  hniga  hinsinken,  hringr  ring. 

Anm.  1.  Der  Übergang  ist  wol  schon  durch  sigaötiR  (Svarteborg) 
st.  -haduR,  aber  jedenfalls  aus  dem  anfang  der  vikingerzeit  bezeugt  durch 
das  air.  lehnw.  elta  knöpf  oder  Schutzvorrichtung  am  schwert ,  urn.  *helta 
(aisl.  Malt). 

Anm.  2.  Dialektisch  werden  dann  hl,  Im,  hr  weiter  zu  gehauchten 
/,  n,  r  (geschrieben  ah,  rh;  Vi  ist  noch  unbelegt)  entwickelt.  Der  Über- 
gang ist  schon  etwas  nach  700  bezeugt  durch  die  Schreibung  der  Vatner 
inschrift:  rhoÄltR  statt  urn.  *HröpuwalÖuR  oder  -aR  (aisl.  Hröaldr) ;  dann 
etwas  vor  1100  durch  den  Spitznamen  Nhaki  statt  Hnakke  in  einer  inschrift 
aus  Man  (s.  Bugge,  Aarbeger  1899,  s.  236).  Vgl.  weiter  Noreen,  Geschichte3, 
s.13,  §8,6. 

2.  Je  vor  s,  ausser  wenn  anderer  konsonant  als  l  oder  n 
folgt  (ks  wird  dann  x  geschrieben),  z.  b.  ax  (got,  ahs)  ähre,  sex 
sechs,   vaxa  wachsen    (wonach   vgxtr  ge wachs),   fylxne   (got, 


§228.234.   Ürnordisehe  Veränderungen  von  h,  ö,  g,  z.  168 

fulhsv.i)  versteck,  qx\  achsel.  «xla  vermehren,  pl.  yxn  (vgl.  got, 
gen.  auhsne)  ochsen ;  dagegen . aber  U6§  (vgl.  got.  liuhap)  licht. 
Uöss  hell,  hjstr  y^ahstus.  vgl.  ags.  leahtor)  laster,  misfr  (*mihst-) 
dampf,  mistelteinn  vgl.  got.  ma'<h$tus  düngen  Viscum  album. 
niösn  das  spähen  i*niuhsin-.  got  »nihseins  besuch".  i»j?m  (got. 
ruthsjan)  spähen,  ost  (vgl.  ahd.  uohsanä)  höhle  über  dem 
Schlüsselbein;  über  die  scheinbare  ausnähme  pisl  s.  £  111.  2. 
8.  Sverdrup.  I.  F.  XXXV.  149  ff..  163.  Pipping.  Inledning  tili 
studiet  av  de  nordiska  spräkens  ljudiära.  s.  175  t. 

Ania.  3.  Der  Übergang  ist  wenigstens  älter  als  die  in  §  112,  2  und 
§  110,  3  erwähnten  Übergänge  «  >  o  (>  6)  nnd  i  >  e  (>  i)  vor  h.  Sonst 
wären  ja  formen  wie  uxe  ochs,  warf  Wechsel  unmöglich:  Tgl.  §  106  anm.  ."> 
und  §  112  anm.  4. 

§  223.    Die  stimmhaften  Spiranten  5.  d.  g  werden  zu: 

1.  b,  d.  g  anlautend  (s.  Wimmer.  Runenschrift.  8.2205.), 
z.  b.  brt'/tr  iura,  hjxrut*  Björketorp)  bricht,  dagr  »urn.  Öagan 
Einang)  tag.  gestr  (urn.  -gast  in  Gallehus.  Berga)  gast. 

Anm.  1.  Schon  urn.  Zusammensetzungen  behalten  im  sekundären  inlaut 
einstweilen  die  spirantische  ausspräche  nach  ausweis  air.  lehnwörter  wie 
l'recan  830.  Colvan  (ans  Kol>>  Marstrander.  Bidrag  s.  106:   ebenso 

'•'•pis  am  Ynglingatali  zu  iör  pfer.l  und  dfa  hehre  frau  (die  form  ioödis 
in  Snorra  Edda  beruht  wol  auf  volksetymologischem  anschlug  an  iöd  neu- 
geborenes kind).  Vgl.  aschw.  Öirrädher  st.  Obrmdkar  u.a..  s.  Xoreen.  An. 
gr.  II,  §  225  anm. 

Anm.  2.  Der  Übergang  scheint  um  700  durch  die  umgekehrte 
Schreibung  -*'<-<  Björketorp  st.  -spä  Prophezeiung  bezeugt  zu  <ein. 

2.  /'.  ]>.  h  (welches  .später  nach  §  230.  2  schwindet)  aus- 
lautend, wenigstens  etwas  vor  700  (s.  Bngge.  Arkiv  VIII.  14  note: 
vgl.  Groth.  Det  AM.  haandskrift  310  qvarto.  s.  XXXIV  f.).  z.  b. 
Stentoften  gAf  gab  und  b~Ariutil>  bricht.  Beisp.  von  g  >  h 
-  ;  230,  2.  Ueber  die  spätere  entwickelung  von  diesen  f  und  ]> 
8.  §  240.  1,  resp.  §  221.  1. 

3.  Inlautend  vor  u  wird  d  zu  >/•.  welches  später  nach 
§  235,  2  schwindet.    Beisp.  s.  ebendaselbst. 

§  224.  Die  stimmhafte  spirans  urgerm.  r  (weiches  s)  ist  in 
den  ältesten  finnisch-lappischen  lehnwörtern  noch  als  spirans 
erhalten,  z.  b.  finn.  armas  (got.  arms.  aisl.  armr)  elend,  Huris 
(aisL  dyrr)  teuer  u.  a.,  später  aber  —  vielleicht  schon  vor  550 
(s.  anm.  1)  —  allgemein  (vgl.  aber  2  unten) 

11* 


164  §  225.  Urnordische  Veränderungen  von  m. 

1.  zu  ä  (palatalem  r)  geworden,  z.  b.  Torsbjserg  -pewaa 
(got.  pius)  diener,  -marin  (got.  mers)  berühmt,  Gallehus  -gasUa 
(got,  gasts)  gast.  Einang  dagcm  (got.  dags)  tag  (als  mannsname). 

Anm.  1.  Dass  um.  R  wirklich  einen  r-  und  nicht  einen  s-laut  be- 
zeichnet, ist  vielleicht  aus  Jordanes  fermr  einwohner  von  Fjäre  zu  er- 
sohliessen  (s.  Bngge,  No.  I.  II,  511).  Beispiele  aber,  wo  man  bisher  Ver- 
wechselung von  n  und  r  angenommen  hat.  sind  alle  hinfällig. 

2.  td,  zn  (eventuell  rö,  an)  werden  zu  (dd,  woraus, 
wenigstens  schon  um  950  [s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  102],  nach 
§  238.  1,  a)  dd,  resp.  nn,  z.  b.  gaddr  (got.  gazds)  stachel.  hodd 
(got.  huzd)  hört.  vQdd  (got.  razda)  stimme,  oddr  ort.  spitze, 
broddr  (ahd.  Wort)  spitze,  gredder  §  154  einer  der  zu  speisen 
gibt;  rann  (got.  razn)  haus,  granne  §  154  nachbar,  onn  (ahd. 
aran;  vgl.  got.  asans)  Jahreszeit  für  f eidarbeit,  hronn  (ags.  hcern) 
woge,  fonn  (lit.  pusnls)  schneefei d,  Marne,  fiorna  s.  §  283. 
Ueber  die  scheinbare  ausnähme  prät.  eirpe  (aschw.  edde)  zu 
eira  (aschw.  edha)  gefallen  s.  Noreen.  Arkiv  V.  394  note. 

Anm.  2.  Diese  assimilation  muss  sehr  früh,  vor  dem  eintritt  des 
Ä-umlautes  (ob  auch  vor  dem  Übergang  *>>  R-  so  Setälä,  Journal  de  la 
Societe  Finno-ougrieune  XXIII,  1,  s.  34,  dagegen  aber  Karsten,  Neu- 
philologische Mitteilungen  1906,  nr.  12,  s.  15 f.),  durchgeführt  worden  sein; 
sonst  würde  man  ja  w-umlaut  des  vorhergehenden  vokals  (§  71)  finden. 

Anm.  3.  Ueber  eine,  vielleicht  schon  urgerni.,  assimilation  #/■>•  II 
in  knylla  schlagen  zu  knöto  zerstossen,  hrolla  zittern  zu  hriöm  schandern 
s.  Kluge,  Beitr.  VIII,  524. 

Anm.  4.  Ist  0m  (Rm)  —  oder  dm  (s.  §  268  anm.  3)  -  -  zu  »mm,  woraus  dann 
nach  §  285  anm.  1  m ,  geworden  in  dem  häufigen  p;/k1cc  mer  statt  [yyTcker 
mer  (oder  ßykke/)  mer)  es  scheint  mir?  VgL  pykke  frer  aus  *fiykkeß  P&r 
nach  §  241  (vgl.  §  285  anm.  1). 

§225.  mn  wird  zu  5»,  z.  b.  hafn  name,  safn  Sammlung 
(zu  saman  zusammen),  lief  na  rächen  und  hafna  verwerfen  neben 
hemia  hemmen,  dat.  sg.  hifne  (anal,  wieder  himne)  und  gafne 
(gamne)  zu  himenn  himmel.  resp.  gaman  freude;  hierher  wol 
auch  der  schlangenname  Fdfner  (<  Fadmnir  §  292;  auch 
Famner.  s.  M.  Olsen,  Voteunga  saga.  s.  XXVIII)  neben  anorw. 
Fadmer  'umarmer'  wie  anorw.  ('s.  Hertzberg)  fdfn  neben  gew. 
faömr  busen  (vgl.  adän.  fafnce  neben  aisl.  fajmta  umarmen). 
S.  Bugge,  Arkiv  II,  214  ff.,  Studier,  s.  343  note. 

Anm.  1.  Die  erscheinung  stammt  vielleicht  zum  teil  schon  aus  nrgerm. 
zeit,  s.  Noreen,  Urg.  lautl.  s.  140  f.:  Brugmann,  Grundriss  d.  vgl.  gram.- 
1,383;  dagegen  J.Schmidt,  Kritik  der  sonantentheorie,  s.  133 ff. 

Anm.  2.    Dies  bn  kann  später  wieder  zu  mn  werden,  s.  §  237, 2. 


|  226.  227.   Uruordiscbe  Veränderungen  von  .;',  tc.  .y,  ww.  1Ö5 

§  226.  Die  lialbvokale  /.  »•  werden,  wo  sie  durch  synkupe 
des  folgenden  sonanten  antekonsonantisch  oder  auslautend  zu 
stehen  kommen,  souantisch  d.  h.  zu  silbenbildendem  i.  resp.  '/. 
Insofern  diese  neuerschaffenen  sonanten  schon  vor  der  all- 
gemeinen i.  resp.  /r-synkope  (s.  $  153)  entstanden  sind,  werden 
sie  gleichzeitig  mit  altem  i.  u  synkopiert  s.  v.  Friesen.  N.  spr. 
1.3 ff.),  z.  b.  Uta.  Her/«-  ;  später  Huri-  >  aisl.  Har-  in  manns- 
namen  (s.  §  t>9):  urn.  dat.  sg.  kuninnvji  dia  Tjurkö  aus 
ein  mannsname:  \\v\\.  zo.ruaR  (ahd.  gur/rer)  bereit  und  acc.  :">  5 
trifiijira  'Vgl.  got.  triggtcs  ein  mannsname  >  in  der  vikingerzeit 
kurun.  resp.  Siktrik".  >.  §  153.7  und  77.5,  a)  >  aisl.  i/orr.  resp. 
Stf/tn/gy.  vgl.  aschw.  nakodb*,-  nackt  durch  kontamination  von 
nakuidhd  :  aec  nuk  >/  d'ut  (aisl.  nekkuejn  :  nokpan.  s.  ij  159). 
Sonst  bleiben  /.  o.  z.  b.  bei  enklitischer  Verwendung  von  *-tceg 
in  hinnog  dort,   {lonnog   dahin,   huemog   wohin,   huersog  wie 

-  §  15b),  oder  wo  die  pänultima  späterer  Zusammensetzungs- 
glieder mit  der  zeit  zu  völliger  unbetontheit  niedersinkt  und 
daher  der  synkope  anheimfällt,  z.  b.  andugi  hochsitz  statt  des 
älteren  ondvege  (andvege.  s.  §  79),  dogorpr  neben  -rerpr  früh- 
stück, f/tuJorPr  neben  -vetfr  vorwärts  gerichtet,  wol  auch  fälle 
wie  harpyndt  (ags.  htardu-ende-  härte,  heilynde  (ags.  hdhvende) 
gesundheit  is.  §  173.2  mit  anm.  2).  Aun{n)  Edwin  durch  kon- 
tamination von  *Auwmn     bei  Einhard  als  Aoün  belegt:   aus 

Auövni:.  >.  §228:  latinisiert  Auduen  nus.  s.  Lind.  Dopnaran. 
s.  105  und  1278.  air.  Oduind.  ags.  Eddwine)  und  gen.  Außunar 
I wonach  nom.  Aupon.  -o,tl,.  wie  umgekehrt  nach  Aunn  der 
gen.  Aumar  entsteht/,  gen.  Ingmnmr  zu  Yiigmnn  (&  Noreen. 
Namn  och  bygd  VIII.  1  ff..  Hdkon<»\  neben  anorw.  latinisiert 
Haquinus  (air.  Acut ><d;  anorw.  und  aschw.  durch  kontamination 
Hdquon.  s.  Noreen  a.  u.)  mannsnameii  oder  Btorgyn  Bergen 
statt  ui-jäpr.  Bw/grih  (zu  w»,  gen.  pttotor  Weideland;  ;  gen. 
Biorgyniar  (<  t-ummt.  durch  7-umlaut'.  später  auch  durch 
kontamination  Biorgiti.  gen.  Sigyniar  (wonach  nom.  Sigyn)  zu 
nom.  'Sygiin  oder  (s.  Lind.  a.  u.  s.  v»t»i)  durch  kontamination 
Sygin  ein  frauenname:  u.  a.  dgl. 

§  227.  ,jj  (got.  ddj)  und  wm  (got.  ggu)  werden  wenigstens 
im  anfang  der  vikingerzeit  zu  ygj.  resp.  ggu\  Xach  dem  urn. 
niuwila  Naesbjaerg  ein  mannsname  zu  urteilen  wäre  der  Über- 
gang nicht  (früh-mmordisch  (sonst  stände  *Nigwüa)\  vgl.  aber 


100  §228.   Urnordischer  küiisouaiitensehwnnd:  d. 

Bugge,  Arkiv  VIII,  22.  Jedenfalls  ist  aber  das  firm,  lehnwort 
kuva  bild  (aisl.  skugge,  got.  skuggwa.  s.  unten  2)  vor  dem  Übergang 
entlehnt  worden  (s.  Karsten,  Germ.-finn.  Lehnwortstudien,  s.  151). 

1.  jj  >  ggj,  z.  b.  gen.  tueggia  (got.  twaddje,  ahd.  sweiiö)  zu 
tueir  zwei,  veggr  (got.  waddjus)  wand,  egg  (dat.  pl.  eggiom)  ei, 
jPn<%/  (gen.  Friggiar:  ahd.  2<Wa)  Odins  gattin,  gneggia  (s.  §  154) 
wiehern,  gen.  beggia  zu  6a/>er  (s.  §  54  anm.  2)  beide,  Priggia 
(ahd.  $rJo,  aber  got.  prije,  vgl.  Osthoff,  Etymologische  parerga, 
s.  139)  zu  Jmr  drei,  skeggia  beil  zu  skeina  streifwunde. 

2.  kw  >  ggw,  z.  b.  tryggr,  acc.  -gguan  (got.  triggws,  ahd. 
triuwi)  treu,  gleggr  (vgl.  §82,  ö).  acc.  -gguan  (got.  glagywus) 
deutlich,  skugg-sid  Spiegel,  skugge  (got,  skuggwa  spiegej> 
schatten,  skyggua  überschatten,  hoggua  (ahd.  houwan)  hauen. 
(%<7</,  gen.  -gguar  tau,  hryggua  (vgl.  ahd.  hriuwan)  betrübt 
machen,  bruggenn  (vgl.  ags.  breowan)  gebraut,  6«/</</,  'dat.  -</</we 
(ags.  6cöw)  gerste,  hneggr,  acc.  -gguan  (ags.  hneaw)  karg, 
hngggua  (s.  §  77,  7)  stossen.  sneggr,  acc.  -gguan  (vgl.  got.  snüran) 
hurtig,  tyggua  kauen,  gygguu  schreck  einflössen,  snugga 
schielend  spähen  (vgl.  sww'a  drehen),  >></(/  grobe  haare  zu 
rijia  rupfen,  byggua  neben  bua  wohnen,  gluggr  lichtöffnung  zu 
glöa  (ags.  glöwari)  leuchten. 

B.  Schwund. 
§  228.  t),  altes  oder  nach  §  221, 1  aus  p  entstandenes, 
schwindet  sporadisch  vor  w  (s.  Noreen,  Arkiv  VI,  315  ff.),  z.  b. 
die  personennamen  Hrölfr  (ags.  Hrödwulf)  Rudolf,  HQlfr  (urn. 
}\,Apuwulafn  Istaby,  -woUfx  Stentoften),  Olfr  (belege  dieser 
Schreibung  gibt  Bugge  bei  Fritzner  III,  1105  und  Lind;  aschw. 
run.  Äulfr.  ags.  JEdwulf)  Adolf.  Onn,  On  (mnorw.  oft  nach 
§  110  On.  s.  Rygh,  Garnle  personnavne  s.  10,  och  Lind,  Dop- 
namn,  neben  An;  ahd.  Adwin),  Amin.  Ann  neben  Aupon{n) 
Edwin  (s.  §  220-),  mnorw.  Awwlff  (s.  Lind)  neben  gew.  Audulfr, 
Kolfr  (ahd.  üathwulf,  ags.  Geadwulf),  pl.  mö(P)ylßngar  nach- 
kommenv  on  Möjndfr,  Hroaldr  (ahd.  Hrödowald,  vgl.  §  235, 1,  d). 
Hröarr  (*Hröpu[g]üRR,  ags.  Erödgdr)  Rüdiger;  ferner  py(p)- 
verskr  deutsch,  pl.  Unavdgr  mythischer  Ortsname  zu  unap 
genuss.  Vgl.  aber  mit  erhaltenem  dw  —  wol  im  allgemeinen 
durch  einfluss  verwandter  Wörter  -  z.  b.  Bopuarr,  Bgpuüdr 
(s.  §  134,  a),  stgpua  hemmen,  vgPue  muskel  u.  a. 


$229,230.  Urnordischer  konsouantenschwund :  ±,  h.  167 

Anm.  Das  alter  (spätestens  bald  nach  700)  der  erscheinung  wird 
durch  rhoAltR  =  Hröaldr  in  der  Yatner  iuschrift  erwiesen.  Uebrigens 
zeigt  die  entwiekehmg  - Hröpuu:oifoR  >  *Hrüdwolf'R  >  *Hrölw)olfr 
>  Hrölfr  u.  dgl.  da-s*  der  Vorgang  nach  der  betreffenden  »-synkope  aber 
vor  dem  seh  wunde  des  w  vor  o  stattfindet. 

§  229.  6  fehlt  ohne  ersichtliche  regel  im  anlaut  einiger 
späteren  zusammensetznngslieder :  -gisl  (-gisl  $  127.  2.  -gils 
§  313,4),  -nein-,  -genge,  z.  b.  die  mannsnamen  Apisl  (Apils.  alt 
wol  noch  Apgils.  s.  Sievers.  Beitr.  XII,  487),  mnorw.  AuÖels 
neben  Aupgisl  tags.  Eddsils):  Hröarr  (s.  §  228,  i;  151. 1;  ags. 
Hrödgdr).  Pörarr  (Porgtirr.  &  §  54,3,  b;  air.  Tomroi, ■  .  'tttorr 
(aisl.  auch  *Ottir.  s.  Marstrander.  Bidrag,  s.  89  und  15(3).  ferner 
nafarr  iahd.  nabager)  bohrer;  vceringe.  forjnge,  lanzofringe, 
anorw.  unningi  umdingi).  hofpinge.  erfinge,  brautinge.  freisinge, 
1  ansinge,  humingia  8.  §  149  (Bugge,  Arkiv  II,  224  f.):  leiptangr 
kriegszug  zur  see  zu  gangr  gang  (s.  E.  Olson.  De  appellativa 
Substantiven,  s.  206). 

Anm.  Wenigstens  in  den  nainen  auf  -isl  fehlt  das  g  schon  in  der 
vikingerzeit  nach  ausweis  des  mannsnamens  aschw.  pl.  HqislaR  (Rök  . 

§  230.    k  schwindet : 

1.  Inlautend  in  allen  Stellungen,  ausser  vor  s  (nacii  §  222.  2i 
und  zwischen  vokal  und  t  (nach  §  267).  Die  ältesten  beisp. 
wären  etwa,  wenn  die  inschr.  richtig  gedeutet  sind.  Svarte- 
borg  sigaduR  aus  *-hadu&  (vgl.  Kjolevig  badulaUcciR)  ein  manns- 
name.  Etelhem  iv[o]rtu  (vgl.  Tnne  iroruhto).  Tjurkö  nurte.  By 
orte.  Sölvesborg  urti  machte.  Björketorp  -sZa  aus  *-spahu  Prophe- 
zeiung. Yatn  1.  sg.  präs.  foi'i  ( <  foki  Ä<um  und  noch  St.  Noleby 
<  *faihiit:  vgl.  präi.  I.  sg.  Einang.  Vetteland  faihiöo.  Rö  fahido. 
aber  3.  sg.  adän.  run.  um  800  fapi  Helnaes.  faabi  Flemlose) 
male,  aber  andererseits  noch  Tjurkö  wUha  (statt  *icalha-)  wälsch. 
Björketorp  fAl.ih-.ik  ich  verbarg.  Aisl.  beisp.  sind  u.  a.  <>.  pl.  dr 
(got.  aka,  pl.  akus.  vgl.  §  77,  2)  fluss,  sid  (got.  saihari)  sehen,  fela 
(goX.filhan)  verbergen,  fqr  furche,  fa  (got.  fähari)  bekommen. 
fe  (got.  faihu.  Abeced.  nordm.  feu.  Cod.  Leid,  fiii)  vieh.  slä  (got. 
slakan;  als  lehnw.  im  Orrmnlumin  slän)  schlagen,  malr  (ahd. 
mafoha)  sack. 

2.  Auslauteud  erst  später,  z.b.pö  (got.  pauk;  noch  als 
ags.  lehnw.  poh.  s.  Björkman.  Scandinavian  loanwords.  s.  73  f.. 
181)  doch,   d  (got,  aih.  urn.  Ath  Overhornbaek.  aih  Fonnäs?) 


168  §231 — 238.  Urnordiseher  kousouanteuschwund :  j,  m,  n. 

besitze,  flö  (gut.  plauh:  adän.  run.  flu  Haellestad  um  980.  der 
älteste  beleg  des  h -Schwundes  im  auslaut)  floh.  —  Ebenso 
wenn  h  nach  §223,2  aus  g  entstanden  ist,  z.  b.  präs.  md  zu 
mega  können,  prät,  pd  zu  piggia  (*pigi(^  s.  §  279, 1)  empfangen, 
drö  zu  draga  ziehen,  ste  §  97.  2  neben  anal,  steig  zu  stiga 
steigen,  16  §  98, 2  neben  anal,  laug  zu  Ihiga  lügen. 

$  231.  j  schwindet  anlautend,  z.  b.  är  jähr,  ok  joch,  ungr 
jung,  enn  (got.  jains)  der,  ostr  (Ann.  jausto)  käse,  ysa  (läpp. 
jukso)  gadus  aeglefinus.  ?  einer  (lat.  jfftti-perus,  s.  Taram,  Arkiv 
II.  347  f.)  Wacholder,  eyJb*  zugvieh  (vgl.  got  juk  joch),  «o?  (ags. 
geohhol)  Weihnachten,  gier  (got.  jinl eis)  weihnachtsmonat,  iokoll 
(vgl.  ags.  gicel)  eiszapfen. 

Anm.  1.  Eine  scheinbare  ausnähme,  die  bejahende  partikel  ia  (got. 
ja),  erklärt  Liden,  Arkiv  III,  235  ff.  laf/a  jagen,  htngfrü  Jungfrau  u.dgl. 
sind  (spät)  aus  dem  deutschen  entlehnt. 

Anm.  2.  Dass  schon  um  550—650  j  geschwunden  war,  beweisen  die 
inscbriften  von  Fonnäs  und  Istaby,  wo  die  alte  järu-nme  die  bedeutung 
a,  d.  h.  u  (nicht  mehr  j)  hat.  Ihr  name  war  also  schon  damals  är  (nicht 
mehr  jära),  wie  im  Abecedarinm  nordmannicum. 

§  232.  m  ist  wol  (wie  n,  s.  §  23:5)  vor  s  geschwunden, 
z.  1).  Idss  (*UiMsaR  zu  aisl.  Igm  türangel  an  einem  kästelten, 
lat.  lammina  metallplatte,  s.  Noreen,  Arkiv  III,  13)  riegel,  ?dss 
(got.  ams  schulter,  s.  Torp,  Nyno.  et.  ordbok)  bergriieken. 

§  233.  u  schwindet  (vielleicht  schon  in  vorchristlicher 
zeit,  s.  Wiklund,  Le  Monde  Oriental  V,  235)  vor  s,  z.  b.  aada- 
gasu  Vi  ein  t'rauenname  zu  aisl.  gqs  gans.  gen.  asugisalas 
Kragehul  und  acc.  asmu[n]t  Sölvesborg  mannsnamen  zu  aisl. 
oss  gott  (vgl.  got,  Ansi-  in  namen),  bdss  (nhd.  banse)  kuhstall. 
füss  (ahd.  ftms)  willig,  istr  (nlul.  instr)  schmer,  6s,  üs  (oss,  ess. 
s.  §  112,1)  uns.  osk  wünsch.  Ost  (got,  ansts)  liebe.  Matatoskr 
(s.  §  112,  1)  mythisches  eichhörnchen.  des  (vgl.  lat,  ansa  griff) 
schuhloch. 

Anm.  1.  Ob  die  erst  misl.  je  1  mal  belegten  humt ,  -a  (s.  Unger, 
Heilagramanna  sögur  1,41,394)  neben  gew.  küsl  (s.  §  112  anm.  1)  auf  aus- 
gleichung  von  *hunisla- :  *hunsla-  beruht  (s.  v.  Grienberger,  Untersuchungen 
zur  got.  wortkunde  s.  122 ;  anders,  aber  unannehmbar,  Kock,  Arkiv  XV,  327 
note),  bleibt  sehr  unsicher. 

Anm.  2.  Auch  vor  p  eines  späteren  zusaminensetzuugsgliedes  ist  H 
verstummt  nach  ausweis  von  upArAbAshA  Björketorp  Unglücksprophezeiung. 


§234.230.   Urnordischer  konsonantensckwund :  r.  ic.  IÖ9 

§  234.  /•  schwindet  vor  wo,  wu  (vor  dem  Schwunde  de« 
>i  nach  §  235, 1.  a)  um  800  (s.  Xoreen.  Arkiv  VI.  303  ff.:  anders 
Kock.  Arkiv  IX.  154ft'.>.  z.  b.  Pool  fr  (ags.  lehnw.  TouJf.  s.  Björk- 
man.  Nordische  personell  n  amen.  s.  63  mit  note  3)  >  Pol  fr 
neben  Pörolfr  (*-icolfii).  Stilfr  neben  Störolfr  mannsnamen. 
iioumr  ('naruHinn.  vgl.  as.  naru.  ags.  nearu)  eng.  Ebenso  wo 
>c  nach  §  220.  3  aus  f>  entstanden  ist.  z.  b.  monr  (*artums) 
neben  armr  (*arbin-)  elend,  kamt  Charbusta.  vgl.  ahd.  herbist. 
ags.  ha'rfest)  herbst.  —  In  fällen  wie  dat.  spar  f um  zu  nom. 
sporfar  Sperlinge  u.  dgl.  war  die  Verbindung  rtem  zur  zeit  des 
r-schwundes  nicht  vorhanden  (&  £  235  Anm.  1). 

§  235.  ir.  sowol  altes  wie  nach  £  223.  3  aus  d  entstandenes, 
schwindet : 

1.  Ursprüngliches  w  in  folgenden  Stellungen: 
a>  Vor  o.  6.  m,  ti  und  (zum  teil  wol  schon  vor  der  nmlauts- 
zeit)  deren  umlauten  y.  y.  e.  4  allmählich  während  der  zeit 
850 — 800,  z.  b.  By  orte,  Sölvesboig  urti  (aber  noch  Tjurkö 
wurte,  got.  Hüthhta;  vgl.  Tune  woraktö)  machte,  ais].  orf  (ahd. 
worf)  sensenstiel.  ormr  (adän.  Urm  bei  Einhard  c.  800.  got. 
waürms)  schlänge,  wurm.  or}>  wort,  sorg  (ahd.  swörga)  kummer. 
1.  pl.  synyom  zu  syngua  singen,  dat.  pl.  rolom  zu  vglua  Wahr- 
sagerin:  öpr  (got.  tcöds)  rasend.  Opexn  (vgl.  ahd.  Wötan)  ein 
göttername.  ömon  stimme  (vgl.  ags.  woma  laut),  pl.  orar  Ver- 
wirrung, örr  verwirrt  (vgl.  ahd.  worag  berauscht,  ags.  teerig 
ermüdet  i.  6p  geschrei.  opa  (got.  uöpjati)  schreien,  höt  (got.  höta) 
drohung.  Mste  tags,  kwdsta)  husten:  nlfr  (noch  Istaby  -wulafm, 
Rävsal  gen.  -irulfs.  aber  adän.  run.  c.  900  Ulfs  Hammel)  wolf. 
in  mannsnamen  -olfr  (noch  Stentöften  wolAfpX  uü  wolle,  undr 
wunder.  ?urt  las.  wurt  oder  got  »nirti-yards  garten,  s.  "Wiklund. 
Le  Monde  Oriental  V. 248)  kraut,  und  wunde,  yrkiu  würken. 
syltu  (gut.  .sirultjau)  stürbe.  —  Ueber  alte  fälle  wie  Wöfienn. 
nfrrft.  uulfr  in  gedienten  s.  porkelsson.  Supplement  IV.  179. 
181  f.  (zweifelhaft). 

Anm  1.  Durch  einfluss  verwandter  formen  kann  das  w  anal,  erhalten 
resp.  wieder  eingeführt  werden,  z.  h.  prät.  |  ><  <>t  zu  sueria  schwören:  um- 
gekehrt auch  anal,  entfernt  werden,  z.  h.  k  u)efia  niederdrücken  (nach  prät. 
kof),  k(u)afno  ersticken,  gaia.  suala.  fiara.  fiara  statt  *gotua  usw..  s.  §  84 
anm.  —  Nachdem  «•  zu  z  |  f)  geworden  ist  ^s.  §  250),  kann  die  analogische 
einfünrung  diese»  laute*  natürlich  noch  leichter  vor  sich  gehen,  z.  b.  prät. 


170  $  235.  Urnordischer  konsonantensehwund :  w. 

pl.  vunuum  statt  urmom  zu  sg.  waww,  part.  prät.  vunninn  statt  loinenn  zu 
Mftrta  ausführen,  vorpinn  statt  orpenn  zu  r<?r/)a  werden,  prät.  (w)dx  zu 
wa#ö  wachsen .  dat.  pl.  spgrfum  statt  spgrom  nach  nom.  spgrfar  <  spgruar 
zu  spprr  sperling,  mäfum  nach  mdfar  zu  mor  (anal,  mar,  später  auch 
/wa'/V)  möve,  dat.  sg.  f.  gorfri  nach  acc.  fifpr/o  <iggrua  zu  </p?T  fertig.  Beisp. 
zeigen  sich  schon  um  1250,  am  frühesten  in  anorw.  hdschr.  (z.  b.  AM.  310, 
4°),  dann  in  aisl.,  wo  aber  diese  erscheinung  immer  ziemlich  selten  bleibt. 

b)  Vor  r  mit  folgendem  o,  6,  u,  ü,  y,  y,  e,  ä  (s.  Bugge, 
Ant.  tidskr.  f.  Sv.  X,  265),  z.  b.  roskenn  (zu  got.  ga-wrisqan) 
gereift;  röta  (ags.  wrotan)  aufwühlen,  röy  streit;  regia  (as. 
wrögian)  vorwürfe  machen.  In  anderen  Stellungen  bleibt  w 
vor  r  einstweilen  erhalten,  s.  §  288. 

c)  Vor  l,  z.  b.  litr  (got.  wlits)  färbe,  Uta  (ags.  wlitari)  sehen. 

d)  Nach  6,  z.  b.  Hröaldr  (schon  Vatn  rhoAlts),  Hröarr 
(aus  *Hrödw-,  s.  §  228  und  §  229)  personennamen,  röa  (ags. 
röwari)  rudern,  flöa  (ags.  flöwan)  überfliessen,  spöe  (nschw.  spov 
zu  ags.  spötvan,  s.  Noreen,  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R.  IV,  37  f.)  wetter- 
vogel,  Noattin  (zu  lat.  nävis)  ein  nvythischer  Ortsname,  Möens- 
heimar  =  Man  (s.  §  65,  §  135  und  Bugge,  Helge -Digtene, 
s.  135  f.),  pl.prönder  (ags.  pröwend-,  s.  Bugge,  No.  I.  s.  358)  ein 
völkername  und  Pröndheimr  Drontheim  zu  ])röask  gedeihen 
(vgl.  Noreen,  Fornvännen  1920,  s.  47),  ylöa  (ags.  jlöwan 
leuchten. 

Anm.  2.  Das  auffallende  löfe  (aschw.  lautges.  lue,  finn.  luuva,  vgl.  gr. 
a'AojFij)  dreschtenne  hat  wol  sein  f  von  der  n ebenform  läfe  (s.  §  83,  §  171) 
bekommen. 

e)  Nach  y,  k,  wenn  die  vorhergehende  silbe  u  oder  o 
enthält  (vgl.  Kock,  Arkiv  XII,  241  ff.),  z.  b.  skugge  (got.  skuggwa) 
schatten,  part.  prät.  tuggenn  zu  tyggtia  kauen,  sungenn  zu 
syngua  singen,  sokkenn  (got.  sugqans)  gesunken  u.  a.  m. 

f)  Nach  langer,  auf  anderen  konsonanten  als  g,  k  (vgl.  e 
oben)  endender  silbe  (s.  Heinzel,  Anz.  f.  d.  A.  XII,  49,  z.  b.  ötta 
(got.  uhtwö)  frühe  morgen  zeit,  benda  (got.  bandwjan)  anzeigen, 
Porer  aus  *-ver  (s.  Marstrander.  Bidrag,  s.  156),  Steinarr  (aus 
stainawarijaR  Rö),  Pöraldr  neben  Porvaldr  (s.  §  127,3),  anorw. 
Pörifill  zu  Vifill  und  Iöris  zu  viss  weise  (s.  Luudgren,  Arkiv 
X,  178  f.)  personennamen,  Noregr  (s.  Sievers,  Beitr.  VI,  290, 
VIII,  59 ;  Kahle,  Sprache  der  skalden,  s.  254;  Gislason,  Efter- 
ladte  skrifter  I,  206;   Noreen,  Svenska  etymologier,  s.  22  f. -x 


jäi  235.    Uruordischer  konsenantensehwund :  t&.  171 

Haegstad,  Vestno.  maalf.  II.  u.  1.  s.  56)  neben  seit.  (z.  b.  Hertz- 
berg, s.  817:  Storm.  Otte  brudstykker,  s.  7)  Norvegr  (s.  §  127,3; 
durch  kontamination  dann  auch  Noregr)  Norwegen.  Pyp(u)erska 
Deutschland.  harrende  (vgl  ags.  adj.  heard wende)  härte,  leipende 
(vgl.  ags.  adj.  lädwende)  abscheu.  In  Zusammensetzungen  ist 
das  w  natürlich  oft  anal,  enthalten,  z.  b.  Prüfttangr  mythischer 
ortsname.  Asialdr.  Bogn-,  Bagni-aldr  neben  Ragn-.  Rognaldr. 
anorw.  Pöraldr  neben  seit,  (im  aisl.  allg.)  Porraldr.  Gunn(v)ald>\ 
Rann(v)wig  neben  li-jnnog  (s.  §  151.5).  Aid(u)ir.  0yl{u)ir  und 
Saul(u)ir  (s.  §  105  anm.)  personennamen,  brün{v)glue  der  tinster 
blickende,  hinn(v)eg  dort,  anorw,  pann(r)eg  f  Haegstad.  G.  Tr.. 
s.  66)  dahin  u.  a.  dgl. 

Anm.  3.  Vor  kons,  t  scheint  m  ebenfalls  zu  schwinden .  z.  b.  hiöl 
(ags.  hiceol)  rad.  siöt  (VqIospq  40,3.  Hyndloliöp  43.8.  Fiolsuinzmöl  1.3. 
Biskupa  sögur  1, 647 ;  ags.  sweott  schar. 

Anm.  4.  Wo  w  sonst  geschwunden  ist .  beruht  dies  auf  dem  einiluss 
verwandter  formen,  z.  b.  ykkar  (got.  igqar)  euer  (von  zweien)  nach  ykkor, 
ykkrom.  -rar  usw..  t//j<n)arr  euer  (von  mehreren)  nach  ypor,  yprom  u.  a„ 
tyr(u)e  kieu  nach  den  synonymen  ti/ro-tre.  tyr-cipr  u.  dgl.,  Fyr(u)e  ein  Orts- 
name nach  fiara  Strand wasser,  kuik(u)enäe  animal  nach  kuikr  lebendig. 
keyk(u)a  neben  kueikni  beleben  (&  §  82, 13) .  anorw.  Bleykin  ein  ortsname 
statt  *-vin  nach  bleikr  bleich,  däenn  tot  (8.  §163,1),  my(f)eU  (*müicilaK, 
s.  Falk.  An.  Waffenkunde ,  s.  87  note)  ball  nach  pl.  mylor.  äe  urgrossvater 
neben  afe  grossvater  (s.  Kock.  I.  F.  V.  163  ff.),  Leik(v;ungr  ein  ortsname 
nach  kaupanyr  Stadt,  Biorg(cjin  §  226.  Syyiu  mythischer  frauenname 
durch  kontamination  von  *Sygvin  :  gen.  Sigymar  (anal,  auch  nom.  Sigyn, 
Sigtm,  gen.  Sigunar,  vgl.  §  226).  stit  <  sea  <  ®sehan  (st.  *sefan.  got.  sailvari) 
sehen  nach  prät.  *sah  >  sä,  1.  pl.  präs.  *sehum  ">  »tönt  n.  dgl.,  ptiä  (aus  j6«ö 
nach  §  133,  b,  2),  prät.  piäpa  durch  ausgleichung  einer  flexion  *ßefa  (got.ga- 
piwan),  prät.  *pepa  knechten,  Huraldr  §  148,  gä  beachten  st.  *gafa  (inengl. 
lawen,  s.  Björkman.  Nord.  stud.  s.  169  ff.)  nach  prät.  gäpa,  pl.  firar  männer 
(as.  gen.  pl.  firiho,  und  vgl.  aisl.  fior  leben  §  124,  2)  neben  fioruar  und  fyrnar 
(vgl.  got.  fairhus  weit),  hüi  'neben*  t's.  §  405).  Im  anorw.  s(u)h-irding  miss- 
achtung  könnte  wol  der  w-  seh  wund  dissimilatorisch  sein. 

Anm.  5.  8d  (4 mal  in  St.  Hom..  nicht  seit,  im  anorw..  s.  Hertzbergi 
neben  gew.  mm  'so'  ist  wol  eine  kontamination  von  suü  und  so  (s.  §  17 i 
und  §  77, 11).  Pü  neben  dem  wol  anal,  neugeschaffenen  päe  (z.  b.  Sn.  E. 
11,489,  Njala  1.325,  351.  Forum,  sögur  II.  19.  Kormaks  saga  1832,  s.  118: 
mitteilung  K.  Arpi's)  pfau  ist  wol  mittelenglisches  lehnw.  (s.  Kock.  I.  F. 
V,  166). 

2.  Aus  t>  nach  §  223.  3  entstandenes  w  vor  ursprünglichem 
(nicht  aus  ö  entstandenem)  «.  vielleicht  schon  um  550,  wenn 
nämlich  der  mannsname  haukopuR  Vänga  zu  aisl.  hatikr  (Ann. 


172  §236.  Urnordischer  konsonantenschwund :  ß. 

havukka,  ahd.  habuh,  ags.  heafoc)  habicht  gehört.  Andere  aisl. 
beisp.  sind  z.  b.  au-  (*adu-,  gr.  cljcv  =  djto)  ab-  in  auvirp  (ags. 
wfwyrd)  verächtlicher  mensch,  aukuise  entarteter  mensch,  auvisle 
schade;  aur-  (ahd.  abur-)  zurück  in  aurkunnask  entarten,  aurvase 
einer  der  wieder  znm  kind  geworden  ist  (vgl.  nschw.  vase 
bube),  aurgat'j  (zu  geta)  empfang;  anorw.  (s.  Hertzberg,  s.  750) 
oukt  statt  gfukt,  gfugt  verkehrt;  biörr  (ags.  beofo>\  adän.  biwccer 
aus  *bebur-)  biber;  biörr  (Vgl.  lat.  fibra)  streifen;  niöl  (ahd. 
nebul,  ags.  ra/»Z)  neben  m/7;  siö  (siau)  sieben  und  sionde 
(siaunde)  siebente;  Giüke  (*Geduke,  vgl.  got.  Gevica,  ahd.  Gibihho) 
ein  mannsname;  siöle  (vgl.,  mhd.  un-swel  unfreundlich)  ein 
fürstenepitet;  Iörvik  (aus  ags.  Eofonvic)  York,  iftr-  (ahd. 
ebur)  in  personennamen  wie  Iör-unn,  -eipr,  -is  (s.  Lundgren, 
Arkiv  X,  179;  Bugge,  No.  I.  s.  248)  neben  ioforr  nach  dat.  iofre 
u.  a.  'eber'  als  fürstenepitet;  anorw.  seit.  (s.  Haegstad,  Vestno. 
maalf.  II,  2,  i,  s.  197,  resp.  Fritzner  und  Haegstad,  Gr.  Tr.  s.  54) 
celliufu,  celHufti  nach  *celliu  (<  *cettibu)  neben  cellifu  elf,  wllifti 
elfte;  yrenn  (zu  ahd.  ubur)  neben  yfrenn  (anorw.  i/h'«w  §  147) 
und  efrenn  (zu  ahd.  obar),  durch  kontamination  auch  ^rewn 
überschüssig,  zahlreich.  Ueber  haustr,  aumr  s.  §  234.  S.  weiter 
Noreen,  Arkiv  1,163  f.,  VI,  310  ff. 

§  236.  p  schwindet  vor  l,  z.  b.  mal  (got.  mafil)  spräche, 
nöl  (got.  ne})la)  nadel,  stäl  (ahd.  stadal)  der  einer  halbstrophe 
eingefügte  parenthetische  satz,  heuschober,  vdlap  (zu  ahd. 
wadal)  elend,  sil  (*sipla-)  ein  tischname  neben  sild  hering 
(*sidla-.  s.  E.  Smith,  Maal  og  minne  1910,  s.  141). 

Anm.  Das  auffallende  anorw.  (und  aschw.)  mall  (s.  Hertzberg)  statt 
gew.  mal  ist  wol  mit  wgerm.  mallo-  in  Lex  salica  u.  a.  zu  vergleichen. 

Ohne  zweifei  sind  mehrere  der  im  folgenden  behandelten 
lautgesetze  auch  der  urnordischen  zeit  zuzuschreiben,  was 
jedoch  zur  zeit  nicht  erweisbar  ist. 


§237.  Die  ätimmhafteu  «piranten:  b.  173 

Kap.  2.    Altwestnordisclie  lautgesetze. 
I.   Wechsel  der  artikulationsarten. 

A.    Die  stimmhaften  Spiranten. 
§  237.   b  unterliegt  folgenden  Veränderungen: 

1.  Zu  (stimmlosem)  /*  —  wo  nicht  assoziation  hindert  — 
vor  A\  s,  t.  ]).  z.  b.  vif h.i  vermehren  zu  rifr  (ndd.  ribe)  freigebig, 
gen.  Uufs  und  nom.  acc.  sg.  ntr.  litift  zu  liii.fr  lieb,  mnorw. 
Haftör  ein  mannsname  aus  -J)o'rr.  Nach  l\  s.  t  ist  f  selten, 
weil  gewöhnlich  assoziationsbildungen  eintreten:  vgl.  jedoch 
z.  b.  knesfotr  neben  hiesbot  (zu  bot  <  *bot  bucht,  s.  §  223, 1) 
kniehöhle,  vettfangr  neben  vettwmgr  (zu  vcmgr  <  *bangr  §  255 
<  *warujR  §  250  feld)  ort  an  dem  ein  kämpf  stattgefunden  hat. 

Anm.  1.  lTeber  die  weitere  eutwickelnng  von  fs,  ft  zu  ps.  pt  s.  §  240 
anm.  4. 

2.  Zu  nasaliertem  b  (geschrieben  mf.  selten  fm,  s,  z.  b. 
Hsegstad.  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  33,  II,  2,  i,  s.  60,  resp.  I,  s.  16 
und  110,11.2.1.  s.  tu),  woraus  um  1200»,  vor  n  und  zwar 
vorzugsweise  anorw.,  z.  b.  iofn.  iamfn,  iamm  (ift-mn)  eben.  In 
gewissen  (bes.  aostnorw.  sowie  shetl.  und  orkn.)  dialekten  tritt 
bn  >  >»»  überall  ein  (z.  b.  in  Öl.  hei.  leg.  saga);  in  andern  nur 
wenn  bn  tautosyllabisch  ist,  z.  b.  suann.  dat.  suefne.  schlaf 
(dann  ausgleichungen):  in  anderen  (wie  z.  b.  Cod.  Holm.  34,  4°, 
färöisch  und  wol  auf  Man.  s.  Marstrander.  Bidrag,  s.  130,  158) 
nur  vor  konsonanten.  z.  b.  »afn.  gen.  nam(n)s,  name;  in  andem 
nur  vor  labialen  konsonanten,  z.  b.  iam(n)fridr  ebenso  schön, 
aber  iafndiarfr  ebenso  kühn;  in  andern  nur  in  schwachtoniger 
silbe,  z.  b.  (mit  haupttoniger  ultima)  anorw.  i<tm{rt)rcel  (statt 
*emncd.  aschw.  &mwel,  s.  §  94)  "ebenso  wol'  zu  iafn  eben;  in 
andern  (aisl.und  zum  teil  südwnorw.)  endlich  nie;  vgl.  Wadstein. 
F.  Hom.  s.  1081:  Kock,  Arkiv  VI.  37f.  Bisweilen  zeigt  sich 
m  statt  b  auch  vor  einem  nasalierten  vokal  (vgl.  Bugge, 
Sv.  landsm.  IV.  2.  s.  8  f.  note;  Kock,  Arkiv  XIII.  242  notej,  z.b. 
"f'a.n.  anorw.  oman  von  oben;  seit,  helfingr  neben  hehningr  hälfte: 
ftialfe. pirilme  (vgl.  aber  keltisch  taut*,  te1m)bezv?mgei\  schlinge: 
sküfingr,  seit,  skilmingr  könig  in  Upysala;  Pambarskelfe .  seit. 
-skelme  ein  zuname.  Ueber  wahrscheinlich  nicht  hierher 
gehöriges  nema  (anorw.  seit.  neima\  s.  Hertzberg)  "wenn  nicht' 


174  §388.  Die  stimmhaften  Spiranten:  ö. 

(zu  got.  imma  dem?;  anorw.  Imal,  wie  im  adän.,  em,  s.  Hertz- 
berg) neben  seit,  nefa  (zu  got.  niba)  S.  v.  Friesen,  Vär  älsta 
handskrift  pä  fornsvänska,  s.  43  f. 

Anm.  2.  Unklar  sind  aisl.  fiermlask  (sehr  seit,  perfla&k)  entbehren  zu 
pqrf  bedürfnis ;  hmlmt :  Imilft  (vgl.  got.  hilftri  sarg)  höhle,  ntr.  feskylmt 
:  -skylft  <  skyflt  (s.  §  313, 1 ;  zu  skyfla  vergeuden)  geldvergeudend:  ialmr 
:  -ialfr  (seit.)  geräusch;  anorw.  lmim\f)t :  aisl.  heipt  (got.  haifsts,  vgl.  §  291 
anm.  2)  hass;  mnorw.  gen.  Öleims  st.  Üleifs  Olafs.  Ueber  anorw.  JElm- 
trartiorn  ein  Ortsname  zu  celftr  (vgl.  alt.  ndän.  elmte)  schwan  (vgl.  nschw. 
Ämterud  —  anorw.  *2ElftruÖ,  %.  Noreen,  Namn  och  bygd  I,  9  f.  Aus  lat. 
scamellum,  scabettum  entlehnt  ist  skemell,  resp.  slcefett  schemel. 

Anm.  3.  Seltene  Schreibungen  (s.  z.  b.  Bugge,  Helge-Digtene,  s.  343) 
wie  sopna  (sofna)  einschlafen,  dat.  hipni  (hifm)  himmel  sind  vielleicht  nur 
Schreibfehler  (s.  Brieskorn,  Arkiv- XXV,  168). 

3.  Zu  b  nach  l  und  r  im  westisländischen  des  13.  und 
14.  jahrhs.,  z.  b.  tolb  (tolf)  zwölf,  fiorb  (pgrf)  bedürfnis:  s.  Hoffory. 
Arkiv  II,  14;  Vigfusson,  Eyrbyggja  saga,  s.  XLV. 

Anm.  4.  Mnorw.  kommt  bisweilen  b  auch  vor  Ö  vor,  z.  b.  hcebdhi 
«  hceßi)  hatte,  libdc  «  lüifÖe)  schützt,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2, 1, 
s.  126  f.  und  II,  2,  n,  s.  40.    Vgl.  das  nisl. 

§  238.   d  (altes  oder  nach  §  221, 1  entstandenes)  ist  ebenso 
in  mehrfacher  weise  verändert  worden: 
1.   Zu  d  in  folgenden  fällen: 

a)  Wo  zwei  Ö  durch  synkope  zusammentreffen,  entsteht 
schon  in  der  vikingerzeit  da,  z.  b.prät.  eydda  i^audidö  <  *aupidö 
§  221,  1;  vgl.  got.  aujbeis  öde)  zu  ey]>a  veröden,  ßdda  zu  fäßa 
nähren,  gladda  zu  gleftia  freuen,  hadda  (vgl.  lat.  catena)  kette, 
edda  grossmutter  (§  128),  rudda  keule  zu  rypia  aufräumen, 
samfeddr,  -möddr  (vgl.  §  291,  10)  von  demselben  vater,  resp. 
mutter  geboren  zu  faper  vater,  möper  mutter. 

Anm.  1.  Schreibungen  mit  Öd,  pd  (s.  §  44,2  mit  anm.  2)  beruhen  auf 
analogischem  anschluss  an  formen  mit  einfachem  d,  p  (z.  b.  ßdda,  ßpdn 
nach  feöa,  fepa),  s.  Hoffory,  Arkiv  II,  31  f.  note. 

Anm.  2.  Nach  konsonanten  tritt  öd  teils  (z.  b.  immer  im  Cod.  AM. 
310,  4°)  als  d  (aus  dd  nach  §  283),  teils  (nach  §  245,2)  als  aisl.  p,  anorw. 
o  auf,  z.  b.  prät.  hirda  (hirdda,  hirpda,  s.  anm.  1)  und  hirpa,  hirÖa  zu  htrpa, 
hiröa  bewachen.  Spätere  formen  wie  prät.  hirta  (aus  MrÖ-ta)  haben  zur 
Verdeutlichung  des  tempus  nach  der  analogie  anderer  verba  mit  lautgesetz- 
lichem t  (wie  rdina  rauben,  prät.  rdmta)  t  angenommen. 

Anm.  3.    Ueber  zo  (*ö)  >  dd  s.  §  224,  2. 

b)  Schon  vorliterarisch  und  zwar  nach  ausweis  der  skalden- 
reime  wenigstens  schon  um  900  (s.  H.  Geländer,  Om  övergängen 


§388.  Die  stimmhaften  Spiranten :  a.  175 

av  d  >  d)  nach  einer  auf  I.  n  auslautenden  langen  ȟbe 
(ausser  in  dem  unten  2.  b  erwähnten  falle),  z.  b.  huild  ruhe, 
prät.  gimda  machte  begierig,  die  mannsnamen  Arndörr 
(fast  ausschliesslich  anorw..  vgl.  §  275),  Halldörr,  Kelldarr 
(vgl.  §221.1).  Steindörr  zu  Parr.  prät.  felda  i*falliöö)  fällte. 
kenda  kannte.  skal(l)do  du  sollst.  mon(n)do  imundu)  du  wirst 
zu  du  (pu.  $  221.  1  :  im  anorw.  Cod.  AM.  31o.  4"  u.  a.  auch 
nach  langer  silbe  auf  -r.  z.  b.  fir(r)dr  entfernt,  fegrd  Schön- 
heit (s.  Groth's  ausgäbe,  s.  XXIV  und  vgl.  Celander,  Om 
ö vergangen  av  6  >  d.  s.  95  f.).  Später,  anorw.  im  allg.  schon 
etwas  vor  1200.  im  Südwesten  —  z.  b.  Cod.  Delag.  4 —  7. 
AM.  310,  4".  haupthdschr.  des  Spec.  reg..  Thomassaga  —  doch 
Bfftt  1250—1300,  aisl.  wiederum  erst  etwas  nach  1300.  ja  zum 
teil  erst  nach  1400  (s.  Olson.  Yngvars  saga,  s.  LV)  nach  einer 
auf  l.  n  auslautenden  kurzen  starktonigen  silbe  sowie  nach  m, 
z.  b.  prät.  (taipa)  talda  zu  telia  zählen,  (canpä)  vanda  zu  venia 
gewöhnen,  Valdiüfr  zVLpiüfr  (piöf'r)  dieb  (§  221. 1).  tamda  zu  temia 
zähmen,  demdr  verurteilt.  Homdir  (s.  §  221. 1)  ein  mannsname. 
Noch  später,  doch  im  anorw.  zum  teil  (wie  im  No.  Hom.)  schon 
vor  1250,  allg.  um  1250.  im  aisl.  aber  erst  nach  13 00,  auch  nach  b, 
If  (&.  h.  lv).  lg.  ny.  rg.  z.  b.  prät.  kembda  (älter  kembpd)  zu  kemba 
kämmen,  skelfda  zu  skelfa  schütteln,  fylgda  zu  fylgia  folgen. 
h.engda  zu  hengia  hängen.  Ber(g)dorr  ein  mannsname.  Vgl. 
Wimmer,  Laesebog4  Xf.;  Wisen,  Homiliu-b6k.  s.  XII:  Bugge. 
Aut.  tidskr.  f.  Sv.  X.  247:  Wadstein,  F.  Hom.  s.  106:  vor  allem 
Celander,  a.  o.,  und  Pipping,  StucL  nord.  hl.  VI,  5. 

Anm.  4.  Ueber  vereinzelte,  auf  neubildung  beruhende,  fälle  wie  sctlp 
glück,  huilp,  girnpa,  s.  Celander,  a.  o.  s.  4  ff..  9  ff.  und  —  wol  besser  — 
Pipping,  Stud.  nord.  fil.  VI  5,  s.  23  f.,  38. 

Anm.  5.  Wo  also  in  älterer  zeit  <3  nach  einer  kurzen  auf  l,  n 
auslautenden  silbe  auftritt,  wie  in  prät.  selda  zxx  selia  verkaufen,  rtida  zu 
tilia  wollen,  skyida  zu  skolo,  skulu  sollen,  mundo  zu  mono,  munu  werden, 
hat  keine  synkope  stattgefunden,  sondern  d  ist  nach  §  219  anm.  1  zu  be- 
urteilen, also  schon  urnord.  So  vielleicht  auch  in  V^lsungasagi- 
M.  Olsens  ausg. .  s.  XXV11)  skiUde  (vgl.  seJlda  u.  dgL)  scheidete  gegenüber 
hulde,  kualde.  valde  u.  dgl. 

2.  Zu  (stimmlosem)  p.  woraus  dann  t.  allgemein  nach 
und  vor  stimmlosen  konsonanten,  also: 

a)  Nach  s.  z.  b.  prät.  reista  (got.  raisida)  zu  reisa  auf- 
richten, hueßta  zu  huessa  schärfen,  busta  zu  by^ja  strömen, 


176  §238.  Die  stimmhaften  Spiranten:  Ö. 

estu  (*es-Öu)  du  bist,  anorw.  Icegstu  "du  legst  dich'  zu  du  {pu) 

du,  u.  a.  (s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  115). 

Anm.  6.  Die  mittelstufe  />  zeigt  sich  in  runeninschriften,  z.  b.  raispi 
(er)  richtete  auf. 

b)  Nach  ü,  nn,  wo  sie  aus  Ip,  np  entstanden  sind  (s.  §  265), 
sowie  nach  l,  n,  vor  welchen  ein  stimmloser  konsonant  steht 
oder  in  urn.  zeit  gestanden  hat,  wodurch  l.  n  auch  einmal 
stimmlos  geworden  sind  (eine  ausspräche  dieser  laute,  die 
vielleicht  noch  in  literarischer  zeit  einstweilen  stattfand;  vgl. 
Hoffory,  ZfdA.  XXII,  375 ff.),  z.  b.  prät,  vilta  (schon  Eggjum 
part.  prät.  pl.  m.  unltiR)  zu  vüla  (vgl.  got.  wiipeis)  irre  führen, 
nenta  zu  nenna  (got.  nanpjan)  wagen;  öx(l)ta  zu  exla  vermehren. 
vix(l)ta  zu  vixla  wechseln,  mdelta  zu  mcela  (got.  mapijan) 
sprechen,  stcelta  zu  stMa  (vgl.  ahd.  stahal)  stählen,  velta  zu 
irla  (litau.  veikaloti)  sich  beschäftigen,  vcepnta  zu  vcepna 
bewaffnen,  rdenta  zu  rcena  (ahd.  bi-rahanen)  berauben. 

c)  Nach  (stimmlosem)  f\  k,  p,  wo  die  älteste  literatur  noch 
die  mittelstufe  p  bewahrt.  Nach  langer  silbe  tritt  aber  t  neben/» 
nach  (anorw.  wol  schon  vor)  1200  auf  und  wird  ziemlich  bald 
herrschend,  z.  b.  merktet,  (alt  merkba)  zu  merkia  bezeichnen, 
dreypta  zu  dreypa  tropfen  lassen;  nach  kurzer  silbe  dagegen 
dringt  t  erst  etwa  50  jähre  später  durch,  z.  b.  prät.  vakpa, 
vakta  zu  vekia  wecken,  ylappa,  glapto  zu  ylepia  narren,  mnorw. 
Haftör  (s.  §  237,  1)  neben  Hafdörr  (zu  Porr,  s.  §  221,  1)  ein 
mannsname;  vgl.  Wimmer,  Leesebog4  Xf.,  Hoffory,  Tidskr.  f. 
Fil.  N.  R.  III,  293,  Wadstein,  F.  Hom.  s.  107,  Geländer,  a.  o.  s.  100. 

Anm.  7.  Wo  also  in  den  ältesten  hdschr.  t  nach  /',  p  ausschliesslich 
herrscht,  wie  in  prät.  purfta,  frei/pta  zu  pnrfa  bedürfen,  kaupa  kaufen,  ist 
t  schon  urgermanisch.  Purfta  ist  got.  paürfta;  über  keypta  <  Tceyfta 
(§  240,  2)  <  *k9yftÖa  (§  268,  2,  §  283)  <  *kaufUöö  zu  Jcaufta  (ahd.  koufta) 
s.  E.  Noreen,  Spräkvetenskapliga  sällskapets  i  Upps.  förhandlingar  1916-1918, 
s.  96  ff. 

Anm.  8.  Helfp,  -t  hälft«  neben  lautgesetzlichem  (anorw.)  hrelß,  -d 
(*halbiÖ-)  ist  wol  nach  tylft  zwölfter  u.  dgl.  umgebildet  worden  (vielleicht 
zum  teil  unter  fremdem  einfluss;  vgl.  mndd.,  afries.  Jielft) ;  ebenso  anorw. 
Pyft,  Aisl.pyfp  (*ptubtd-)  diebstahl  nacb  pyrft  bedürfnis  B.  a. 

Anm.  9.  Vor  f  ist  derselbe  Übergang  belegt  durch  anorw.  staifeMa 
feststellen  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2, 1,  s.  125). 

d)  Vor  s,  wo  nicht  assoziation  hindert,  So  steht  häutig 
schon   in  den  ältesten  hdschr.  £  statt  ps  in  ableituugen  auf 


$  jtfs.   I>ie  stimmhaften  Spiranten:  ft  177 

-ska,  -sla}  -sie.  superl.  auf  -st  und  2.  pl.  reflex.  der  verben.  z.  b. 
yäzka  gute  zu  göpr  gut.  ßzJa  nahrung  zu  fepa  nähren,  brigzle 
Vorwurf  zu  hregjba  schwingen.  si:t  am  wenigsten*  zu  sipr 
weniger.  2.  pl.  hr&pezk  zu  hrchfuisk  furchten:  selten  vor  s  in 
einsilbigen  reflexivformen,  z.  b.  prät.  humrk  zu  httß*  sagen, 
und  im  gen.  sg..  z.  b.  <ß:  zu  </o/>/-  gut.  adv.  vU  weit,  eigentlich 
gen.  sg.  zu  vifir  weit:  in  den  ältesten  anorw.  hdschr.  sind 
aber  formen  wie  die  letzten  nicht  gerade  selten  (in  einigen 
späteren  allyinherrschend):  in  aisl.  hdschr.  werden  sie  während 
des  laufes  des  13.  jahrhs.  regel.  wo  dem  p  ein  ;•  vorhergeht, 
z.  b.  gen.  sg.  "/■;  zu  0rj>  wort.  Am  seltensten  ist  ;  £fo)*,  wo  ö 
und  s  verschiedenen  zusammeiisetzungsgliedern  gehören,  z.  b. 
haztufa  (bitpstofa)  badstube.  Ileircpfesping  gerichts Versammlung 
der  Upplond.  anorw.  Auteetr  (zu  *t$0e  öde)  ein  ortsname.  Vgl. 
Hofforv.  Arkiv  IL  32  ff..  86  ff..  Mogk.  Anz.  f.  d.  A.  X,  64.  Gering. 
Isl.  ,Ev.  i,  xvnif. 

Anm.  10.  Die  textausg-aben  haben  hier  gewöhnlieh  etymologische 
sehreibnng  mit  fe. 

e)  Vor  /.  z.h.hlipku  säuft  igen  zu  blipr  sanft,  ripka  er- 
weitern zu  mpr  weit.  Hier  bleibt  gewöhnlich  d.  p  durch 
assoziation;  vgl.  ohne  solche  den  namen  HrokkeU  aus  "HrotkeJJ 

v  §  274.  1)  und    dies   ans   *Hropkell   (§  127,  3)  <  *Hr6d-Ml 

Anm.  11.  Auch  hier  haben  die  meisten  textausgaben  etymologische 
Schreibung  mit  b.     t 

f)  Ausserdem  tritt  im  etwas  späteren  aisl.  statt  d  (oder  j!> 
wie  konsequent  im  Stockholmer  fragm.  der  Laxdöla.  s.  Kälund's 
ausgäbe,  s.  XXII f.)  auslautend  nach  schwachtonigem  vokal  t 
ein.  was  doch  möglicherweise  nur  auf  umgekehrte  Schreibung 
(vgl.  §  248)  beruht  (so  Cel ander.  Om  övergängen  av  ö  >  d, 
s.  95  note  1.  und  F.  B.  Sehröder.  Beitr.  XLIII.  497 ff.:  vgl. 
aber  das  aschw..  s.  Noreen.  Grunddragen  av  den  fornsvenska 
grammatiken.  2.  aufl.  §  t>3).  z.  b.  met  (selten)  neben  mep  mit. 
acc.  sg.  skihat  zu  shli>n}>r  Verschiedenheit,  hreivsut  nom.  sg.  f. 
zu  hreinsapr  gereinigt:  s.  Gering.  Isl.  Mw.  1.  XVIII.  L.  Larsson, 
Isländska  hdskr.  No.  645,  v.  s.  LXY.  Kälund.  Laxdoela  saga. 
s.  VII.  Hb.  s.  XLVIII  und  L.  M.Olsen.  Volsunga  saga.  s.  XLI. 
E.  Olson.  Yngvars  saga.  s.  L  mit  note.  Ausnahmsweise  tritt 
die  erscheinung  auch  in  anorw.  hdschr.  auf.  z.  b.  nt  bei.  met 

Xoreen.  Alrisl.  gramm.    i.  aufl.  J2 


1 78  §  239.   Die  stimmhaften  spivanten :  j. 

mit,  hundrat  hundert  u.  a.  (s.  Jones.  The  phonology  of  the  Elis 
saga,  s.  22,  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i.  s.  126. 

Anm.  12.  Formen  wie  acc.  bei  statt  bep  bett,  prät.  kuat  statt  Jcuap 
sprach,  misl.  bat  (Olson,  Yngvars  saga,  s.  LI)  st.  baß  bat  u.  dgl.  sind  wol 
aus  gen.  bez,  pass.  kuazk  (s.  oben  d),  bazk  abstrahiert  (anders  Celander, 
a.o.  s.  94  f.).  Natürlich  können  so  auch  formen  wie  foral  (-«/>)  gefährliche 
passage,  hefut  (hpfop)  köpf  erklärt  werden.  —  Misl.  imperat.  vert  (z.  b. 
Bösa  saga,  Jiriczek's  ausgäbe  s.  18')  statt  verp  ist  aus  verttu  (verp-pü 
nach  §  241)  abstrahiert.  Wegen  mnorw.  vart  (Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i, 
s.  126)  wurde  vgl.  Noreen,  An.  gr.  II,  §  260  anm.  7  (schluss). 

Anm.  13.  Was  bedeutet  tö  statt  d,  z.  b.  matör  (madr)  mann,  ytör 
(yör)  euch,  bädia  (piöia)  bitten  u.  a.  im  anorw.  (piöreks  saga)?  Eine 
Vermutung  bei  Celander,  a.  o.  s.  96. 

3.  Dialektisch,  bes.  im  anorw.,  scheint  ö  auslautend  und 
(besonders)  vor  l,  n,  s  in  einen  (interdentalen?)  r-laut  (ör  ge- 
schrieben) übergegangen  zu  sein,  z.  b.  ordr  (schon  in  St.  Hom.) 
statt  ord  wort,  gen.  gudrs  zu  gad  Gott.  pl.  hceidrnir  zu  hceidinn 
heidnisch,  ceörli  (aisl.  eple)  natur,  u.  a.,  s.  Haegstad,  G-.  Tr.  s.  37  f. 

Anm.  14.  Auf  dissimilation  beruht  wol  o  >  r  in  anorw.  hofudbarmr 
(-badmr)  männliche  seite  (Stammbaum,  hauptzweig),  aisl.  hröprbarmr  'ruhm- 
baum'  (doch  auch  cettbarmr,  -bapmr  Stammbaum).  Aber  anorw.  lanzeyra 
neben  landeyöa  Verwüstung  eines  landes?  Suipior  (Agrip)  st  Suipt'öd  ist 
dittographie  (s.  Brieskorn,  Arkiv  XXV,  148). 

Anm.  15.  Ein  dialektischer  Übergang  Öm  >  nm  (vgl.  An.  gr.  II,  §  257 
anm.  7)  ist  durch  anorw.  vanmäl  (z.  b.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  73)  neben  vaömäl 
kleiderstoff  und  häufiges  mnorw.  Gunmundr  st.  Gudmundr  ein  mannsname 
belegt. 

Anm.  16.    Ueber  rö  >  kakum.  /  s.  §  252  anm. 

Anm.  17.  Anorw.  I  statt  Ö  vor  b  ist  im  mannsnamen  Gulbrandr  (wie 
auch  im  aschw.)  belegt  (s.  E.  Schröder,  ZfdA.  L,  222  f.  und  bes.  E.  Noreen, 
Namn  och  bygd  IX,  53). 

§  239.  s  wird  in  folgender  weise  verändert: 

1.   Zunächst  stimmlos,  dann  zu  Je: 

a)  Regelmässig  nach  s,  t,  z.  b.  gen.  sg.  m.  enskes  zu  enge 
keiner,  huärshes  zu  huär(r)ge  keiner  von  beiden,  lyske  laus- 
krankheit  zu  lüsogr  lausig,  mnorw.  Aski,  kurzname  zu  Asgautr; 
acc.  sg.  m.  m6Ut)kan  zu  mottogr  mächtig,  huatke  (dat.  huige) 
was  auch  immer,  hudr(t)ke  keines  von  beiden,  vitke  zauberer 
(s.  §  127,  2),  sys{t)ken  (vgl.  fepgen  eitern)  geschwister. 

b)   Häufig  auch  vor  s,  t,  z.  b.  gen.  Nor  ex  zu  Nöregr  Nor- 
wegen, dax  zu  dagr  tag,  bfol  neben  bögr  bug,  haukstoldr  vor- 


§240.  Die  stimmlosen  Spiranten.  170 

nehmer  mann  neben  um.  hagusta[l]dan  (s.  §  105  anm.),  anorw. 
Ortsnamen  wie  BauhstaÖer ,  Ufffikskiöer  zu  den  raannsnamen 
Bauyr,  resp.  Ufceiyr:  brixle  aus  *brik(t)sJi  (nach  §  291,  11) 
>  hrigzle  (s.  §  238,  2,  d)  Vorwurf,  ntr.  heilakt.  drvikt  zu  heilayr 
heilig,  äriügr  tüchtig,  anorw.  Syltryyyr  (Keyser  £  Unger. 
Olafs  saga,  Chra.  1849,  s.  59  notej  statt  Syytryyyr  ein  nianns- 
name.   Dass  man  häufiger  y  als  /.•  findet,  beruht  aur  assoziation. 

Anm.  1.  Der  tibergang  in  k  vor  t  ist  früher  in  unbetonten  silbeu 
eingetreten  als  in  betonten .  welche  in  den  allerältesten  aisl.  hdse.hr.  noch 
immer  g  aufweisen  j  vgl.  Hoffory.  Arkiv  II.  19  ff.;  Wadstein.  F.  Hom.  s.  1 10. 

Anm.  2.  Dialektisch  und  seit,  tritt  derselbe  tibergang  im  schwach- 
tonigen  auslant  ein.  z.  b.  aisl.  pannok  (Unger.  Alexanders  Saga.  s.  51)  neben 
pannog  dorthin,  anorw.  aUrek  <  s.  Hertzberg)  statt  aldrege  nie ;  vgl.  (§  238, 2,  f 
und)  An.  gr.  II,  §  258, 3. 

Anm.  3.  Vor  /)  ist  <j  >  /«  im  manusnamen  anorw.  Uokporsaon  neben 
Hag-  (vgl.  aschw.  Haghporn). 

2.  Dialektisch  geht  g  im  13.  jahrh.  (oder  noch  früher,  denn 
ein  bruchstüch  des  ältesten  Gulathingsgesetzes  —  s.  §  15, 
B,  b,  4  —  schreibt  yeyner  st.  yengner,  vgl.  anm.  4)  vor  n  in 
velaren  nasal  (oft  ny.  seltener  w  geschrieben)  über.  z.  b.  shjnyn 
statt  skyyn  klarsehend,  gen.  reus  (aus  remis  ij  291.  9  statt  reyns) 
regens,  u.  a.,  s.  Ha?gstad,  G.  Tr.  s.  36. 

Anm.  4.  Daher  erklärt  es  sich,  dass  statt  etymologisch  berechtigten 
»ii  nicht  selten  gn  geschrieben  wird.  z.  b.  gen.  fagns  (fangs)  zu  fang  griff, 
empfang,  ntr.  lagnt  statt  langt  langes  n.  dgl. 

3.  Ueber  <$■  >  yy  bei  dehnung  s.  §  279.  1. 

B.    Die  stimmlosen  Spiranten. 
§  240.   Ueber  /'  ist  folgendes  zu  bemerken: 
1.   Nach  vokalen  und  /.  r  (<$•?  s.  anm.  1)  wird  es.  wenn 
kein  s,  t  oder  p  folgt,  gegen  das  ende  der  vikingerzeit  stimm- 
haft (d.h.  d).   z.  b.  hefin  (got.  hafian)  lieben.    »1fr  wolf.  Jtarf 
bedarf. 

Anm.  1.  Dass  derselbe  Übergang  lautgesetzlich  auch  da  eintrat,  wo/" 
als  anlaut  des  späteren  gliedes  eines  zusammengesetzten  wortes  stand,  geht 
aus  Schreibungen  wie  air.  Torbend  aus  *Porbinnr  st.  -finnr  (s.  Marstrander. 
Bidrag  s.  105),  (anorw.)  Porvastr  <  Porfatfr  (dazu  der  kurzname  Vaste 
-tatt  Faste)  ein  mannsname,  tuevoUdr  <C  tuefaldr  doppelt  u.dgl.  hervor. 
So  auch  nach  ^  dann  und  wann:  z.  b.  mnorw.  Si{g)raster  (-fobtr)  ein 
mannsname. 

12* 


180  §  240.   Die  stimmlosen  Spiranten. 

Anm.  2.  Dass  dieser  Vorgang  nicht  der  uro.  zeit,  sondern  erst  dem 
9.  jahrh.  (s.  Marstrander,  Bidrag  s.  106)  angehört,  beweisen  ausser  air. 
lehnwörtern  auch  aschw.  und  adän.  runeninschriften  der  vikingerzeit,  die 
noch  in  der  bezeichnung  streng  zwischen  dem  stimmlosen  /'  (got.  /')  und 
dem  stimmhaften  b  (got.  b)  scheiden  (vgl.  aber  By  alaifu?,  s.  §  221  anm.  2); 
s.  Noreen,  Geschichte8,  §  6,  21  und  §  64,  a  sowie  An.  gr.  II,  §  259. 1 ;  vgl. 
auch  M.  Olsen,  No.  I.  III,  189  note  3  über  die  Eggjnm-in.sohrift. 

2.  Vor  s,  t  geht  es  (das  nocli  bilabial  ist,  s.  §  86, 1)  ohne 
klare  regel  seit  etwas  vor  1000  (s.  Kahle,  Die  spräche  der 
skalden,  s.  68)  in  p  über.  Schon  in  den  ältesten  hdschr.,  sowol 
aisl.  als  anorw..  findet  sich  eine  menge  hierher  gehöriger 
beispiele  (neben  formen  mit  fs,  ft),  z.  b.  repsa  (ahd.  refsan) 
züchtigen,  gen.  PöroJps,  Olaps,  Üsnips,  Sharps.  Valdiüps  manns- 
namen,  hepta  (got.  haftjan)  hindern.  Besonders  beliebt  ist  pt 
nach  schwachtonigem  vokal,  z.  b.  epter  neben  efter  (vgl.  got. 
aftd)  nach,  ellepte  elfte;  oder  wo  pt  tantosyllabisch  ist,  z.  b. 
opt  oft;  oder  wo  verwandte  formen  mit  p  vorhanden  sind, 
z.  b.  skipta  (jedoch  vielleicht  ans  *sfäpatjan,  also  mit  urspr.  p) 
verteilen  neben  skipa  ordnen;  oder  nach  a,  z.  b.  skapt  schaft 
neben  giß  gäbe  usw.,  vgl.  Kock,  Arkiv  VI,  42,  Wadstein,  F.  Hom. 
s.  109,  Haegstad,  Vestno.  maalf.  1,87;  anders,  aber  verfehlt, 
Heusler,  Aisl.  Elementarbuch2  §  159.  Später  ist  in  aisl.  hdschr. 
pt,  in  anorw.  (bes.  onorw.)  hdschr.  ft  (zum  teil  vielleicht 
wieder  aus  pt  entwickelt,  s.  §  247)  weit  überwiegend  (vgl. 
Olson,  Yngvars  saga,  s.  XL  VII). 

Anm.  3.  Die  2.  sg.  prät.  starker  verben  richtet  sich  gewöhnlich 
nach  der  Lsg.;  also  drap,  drapt  tötete,  -test,  aber  gaf,  gaft  gab,  gabst. 
Auch  sonst  liegen  vielfach  aualogiebildungeu  vor. 

Anm.  4.  Auch  das  aus  h  (nach  §237,1)  entstandene  /'  kann  in  p 
übergehen,  z.  b.  ups  (got.  ubis-wa)  traufdach,  anorw.  gen.  skaps  zu  shaf 
rinde  zum  essen,  erpskinn  zu  erfr  vielfrass,  Stüpsrud  ein  ortsname  zum 
mannsnamen  Stfyfr,  wenn  auch  dies  weit  öfter  durch  analogiebildung  ver- 
hindert wird,  z.  b.  hnpt  (seit.),  hoff  gehabt  zu  hnfa  haben,  leypt,  leyft 
gelobt  zu  leyfa  loben ,  epstr,  ofstr  oberster.  Vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  4  ff., 
Ftegstad,  Vestno.  maalf.  1, 11 1  und  II,  1,  s.  34,  KÜlnnd,  Heiöarviga  saga,  s.  XXI. 

Anm.  5.  Die  nicht  seltenen  Schreibungen  pft,  (seltener)  fpt  drücken 
wol  verschiedene  Übergangsstadien  aus;  vgl.  Noreen,  Geschichte8  §64, b. 

Anm.  6.  K  ach  s  ist  f  zu  p  geworden  in  hütpreyia  (so  z.  b.  regelmässig 
in  der  Laxdöla  nach  MöÖruvallabök ;  anorw.  auch  hüspreya,  -prey,  -prce/'a, 
-prei,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  1, 20  und  IL  2,  i.  s.  101, 124,  126)  neben 
tmHfreyia  (nach  freyia  frau  aufgefrischt)  hausfrau. 

Anm.  7.  In  löseppr  (griech.  Ivjaijnng)  neben  Jösef  (griech.  7ty<;//^) 
ist  die  doppeltheit  alt. 


§  24 1—243.    I  »ie  stimmlosen  Spiranten.  181 

g  241.  ]>]>  wird  nach  starktonigem  vokal  zu  tt,  z.  b.  woto 
(ags.  moöde)  motte,  sfiotta  spotten,  rtitta  (ags.  ryddä)  lumpen- 
huud.  brotfall  (als  lelmw.  mengl.  broppfuU  im  Orrmulumm) 
fallsacht,  Svttungr  (^sup-paayr  "vom  absud  beschwert*  zu  .so/». 
aschw.  saj,  -absud".  s.  Xoreen.  Uppsalastudier.  s.  208:  durch 
Volksetymologie  seit.  Sitptungi)  der  riese  iw  dichtermets. 
imperat.  biottu  biete  (&\i\  hiettu  sage  (du:  s.  porkelsson.  Bey- 
ging.  s.  S6  und  2S4)  au*  biofr  <s.  ;*  223,2%  resp.  kae]i  ]•«.  kuittr 
geschwätz  zu  kur]>«  sagen.  Nach  schwachtouigem  vokal  tritt  d 
iaus  ]>  §  221,  1  und  dies  aus  ]>]>  J;  SJ8ß,  1  )  ein.  z.  b.  mepan  (got. 
mippau-ei)  während,  sipan  tags.  siöÖam  "seitdem"  neben  sipuii 
mach  sipare  "später"  umgebildet)  -nachher*.  <p<i  (got.  o.ippau) 
'oder*  neben  sehr  seltenem  etpa  iPhysiologus  I  lmal:  kom- 
promiss  von  fettu  und  eöu),  Guttormr  fßutfhonmr,  QuQPo 
u.  a.  Schreibungen)  ein  mannsname  zu  pyrnkn  ehren. 

Aum.  1.  Mnorw.  wird  p  allmählich  in  allen  Stellungen  zu  t.  in 
.Tämtland  schon  um  13ÖO.  sonst  erst  etwas  später,  am  spätesten  im  Süd- 
westen is.  Hsegstad,  Uppliavet  s.  9.  Koug.  s.  36,  Vestno.  maalf.  II.  1.  s.  31  f. 
und  II.  2.  i.  s.  öy.  Featakrift  til  Torp.  s.  t>9).  am  frühesten  nach  .»■.  z.  b.  orts- 
namen  wie  Gaukstorp,  Gautstorp  zu  purp  dorf.  Am  allerf rühesten  —  schon 
seit  c  1100  —  tritt  (  in  hypochoristischen  nanieu  ein  und  dann  auch  im 
aisl..  z.  b.  ToOha  st.  Pmbiorg.  luddu  st.  Pordis,  lubbe  st.  Porbioro  und 
vielleicht  Toste  st.  Porsteiun:  vgl.  F.  .lönsson.  Aarbeger  1907.  s.  301. 

Anni.  2.  Unklar  i>t  das  t  *tatt  p  in  den  maunsnamen  Angantyi-  (ags. 
fMgettpeutr;  vielleicht  nach  ////■  gott  umgebildet!  und  Hiahnth:  -f>er  ans 
urn.  pevaH. 

\  212.  sl  wird  in  wnorw.  mundarten  schon  im  14.  jahrh. 
zu  tJ  oder  hl  (s.  §  14,  e>.  z.  b.  sytlo  (sysla)  beschäftigung.  Pinthn 
(Pinslar)  ein  Ortsname.  yeymhla  (geymslu)  anfbewaarnng.  S. 
z.  b.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  1. 146  und  II.  2.  i.  s.  125, 

Anm.     Ueber  Ig,  n  >  kakum.  8  s.  §  2.V2. 

§  24o.  hu:  wird  zu  /.»  wnorw.  schon  im  anfang  des 
14.  jahrhs.  ^s.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  IL  1.  s.  57  und  IL  2.  i. 
>.  1201),  OBorw.  um  14U0.  im  norden  und  westen  Islands  wol 
noch  später,  z.  b.  hxü  (Jwat)  was.  hvitur,  -är  Omitr\  weiss. 

Anm.  Vor  vokal  fallen  hi  uud  p>  anorw.  beide  in  eine  palatale 
frikativa  (da)  zusammen,  dies  zum  teil  schon  bald  nach  1300.  z.  b.  piä  at. 
hiä  bei,  hiowsta  st.  piöwsta  dienst  u.  dgl.  (s.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  II,  1. 
s.  60,  61  f.  und  II.  2.  i.  ■,  1*2.  133. 


182  §  244 — 246.  Die  stimmhaften  explosivae. 

C.    Die  stimmhaften  explosivae. 

§  244.  b  wird,  wo  assoziation  nicht  hindert,  zu  p  nach  s, 
z.  b.  gen.  Aspiannar  (im  Hoprekstader  notizbuch,  2.  hand)  statt 
Asbiarnar  zum  mannsnamen  Äsbiorn. 

Aum.  Nach  vokal  ist  b  zu  b  geworden  in  biflia  neben  biblia  bibel 
und  vielleicht  dem  Öpens-namen  Bif  linde,  Biblinde.  Unklar  ist  misl. 
Vemarftr  neben  BernarÖr  (Biarnharpr)  Bernhard. 

§  245.    d  wird  schon  zur  zeit  der  ältesten  hdschr.: 

1.  Zu  t  vor  und  nach  k,  s,  t,  wo  nicht  assoziation  hindert, 
z.  b.  stentk  (stend  ek)  ich  stelle,  Otkell  (Oddkell)  ein  mannsname, 
anorw.  Mertalr  (*Myrk-dalr)  ein  Ortsname;  unz  (*und  es)  bis, 
gen.  sg.  lavis  zu  land  land,  eh  zu  eldr  feuer,  Gaustalr  ein  Orts- 
name, ty(r)st{d)ayr  (tysdayr)  dienstag,  pörst(d)agr  (porsdagr) 
donnerstag,  mnorw.  Ästts  st.  -dis  ein  frauenname;  anorw.  fiuät- 
tagr  st.  -dagr  Sonnabend  (s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  1, 
s.  125).    Vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  92  ff. 

Anm.  1.  In  den  ältesten  skaldengedichten  (und  einigen  späteren)  ist 
jedoch  ds,  nacli  ausweis  der  reime,  noch  erhalten ;  s.  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X,  65. 

2.  Zu  d  nach  stimmhaften  lauten,  wo  nicht  assoziation 
hindert,  z.  b.  samfepr,  -mäfir  von  demselben  vater,  resp.  mutter 
geboren  aus  -feddr,  -möddr  (s.  §  238, 1,  a,  §  284,  §  291, 10),  prät, 
hirpa  <  hirda  <  *hirdda  (s.  §  283 ;  vgl.  §  238  anm.  2)  zu  hirfta 
bewachen,  prät.  brigPa  <  brigda  <  *brigdda  zu  brigPa  brechen; 
vgl.  aber  abbadis  äbtissin,  Pordis  ein  frauenname  nach  dis 
ehrwürdiges  weib  u.  dgl. 

Anm.  2.  Vereinzelt  steht  mnorw.  Hallinyedaal  aus  Haddingiudidr 
(s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  59). 

§  246.    y  wird  zur  selben  zeit : 

1.  Zu  /  vor  (stimmlosem)  /',  s,  t,  wo  nicht  assoziation 
hindert,  z.  b.  iunkfru  (iimyfrä)  Jungfrau;  ynxte  der  jüngste, 
gen.  konunx  königs;  ntr.  ylekt  zu  yleyyr  deutlich,  rankt  zu 
rangr  verkehrt. 

Aum.  Die  von  Bugge  ( Helge -Digtene,  s.  129  note  und  s.  344)  an- 
genommene entwickelung  ggl  >  kl  ist  durch  kein  sicheres  beisp.  gestützt. 

2.  Zu  $  nach  vokal  isch  vor  konsonanz,  z.  b.  prät.  byypa 
zu  byyyua  wohnen,  skyyPa  zu  skyygua  überschatten  u.  dgl. 
(s.  Liden  bei  Ottelin,  Studier  öfver  codex  Bureanus  I.  80  f.  note, 
öislason,  Njäla,  s.  362  ff.),  skygn  klarsehend,  gugna  zu  gyygu« 
schreck  einflössen,  ngla  (ahd.  Uwila)  eule.     Vgl.  §  284. 


55  247.  248.   Die  stimmlosen  explosivae.  183 

D.    Die  stimmlosen  explosivae. 

§  247.  j)s  und  pt  treten  im  anorw.  sehr  selten  (aisl. 
noch  seltener,  aber  mal.  allgemein,  wiewol  die  schritt p  behält) 
als  fs.  resp.  ft  (beides  mit  labiodentalem  f  s.  §  255)  auf.  z.  b. 
aisl..  anorw.  allg.  ylefsa  kläffen  neben  ylepia  zum  kläffen 
bringen,  gen.  anorw.  Greifs.  Täkofs  zu  Greifr.  Iakopr.  aisl.  Hofs 
zum  seenamen  Hop  i  Kälund,  Heiöarviga  saga.  s.  64  note); 
prät.  hyfti  (lei/pti).  auorw.  stceyftut  (stceyptizf)  zu  leypu  laufen 
lassen,  sheyp«  stürzen;  s.  Wadstein.  F.  Hom..  s.  109  note.  Ha?g- 
stad.  G.  Tr.  s.  35. 

Anm.  Vor  einem  auf  b,  d  anfangenden  zusaininensetzuiigsglied  ist 
p  su  h  geworden  in  anorw.  nbborit  aufgetragen .  Ubdale  ein  ortsname ; 
s.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  II,  2.  i.  s.  124,126.  Zur  erklärung  s.  Xoreen. 
Minnesskrift  tillägnad  A.  Erdmann.  s.  1  ff..  Lindroth.  Namn  och  bygd  III,  37  ff. 
ibes.  s.  50). 

§  248.  In  unbetonter  silbe  (bes.  im  auslautj  werden  t.  k 
nach  vokal  häutig  zu  9  (woraus  t  nach  §  238. 2.  f ;  s.  Kälund. 
Laxdtela  saga.  s.  XXII  f.).  resp.  g.  Beispiele  kommen  (wenigstens 
bei  t  >  ö),  wenn  auch  selten,  schon  in  den  allerältesten  hdschr. 
bei  einigen  pro-  und  enklitischen  Wörtern  vor.  z.  b.  ap  (at) 
•zu\  ;dass".  Später  werden  die  fälle  häutiger.  In  hdschr.  des 
13.  jahrhs.  treffen  wir  z.  b.  mioy  (miok)  viel,  miy  (mik)  mich. 
piy  [pik)  dich,  siy  (sik)  sich,  dp  (dt)  wir  zwei,  ip  (it)  ihr 
zwei,  skyldup  (skyldu-at)  sie  sollten  nicht,  nom.  acc.  sg.  ntr. 
wie  mikip  (-it)  gross,  kallap  i-at)  geheissen,  pakip  (-it)  das 
dach  u.dgl.  Um  1300  und  später  werden  die  beispiele  noch 
häufiger,  z.  b.  ey  yek)  ich.  oy  (oh)  und.  hmad  (huat)  was,  lud 
(hit)  jenes.  Peöur.  Peör  st.  Peturr.  Petr  Petrus. 

Anm.  1.  Einige  aisl.  hdschr.  (z.  b.  das  Kringla-fragment.  Hauksbök, 
Finnboga  saga  nach  MöÖruvallabök  und  Jomsvikiuga  saga  nach  cod.  AM. 
291.  4°;  zum  teil  auch  Elis  saga j.  die  nicht  zu  den  ältesten  gehören,  haben 
eine  art  dissimilation  durchgeführt,  so  dass  immer  9  steht,  wenn  die  silbe 
mit  t  anlautet,  z.  b.  litid  wenig:  sonst  ist  t  häutiger,  z.  b.  tekit  genommen; 
vgL  Gering.  Finnboga  S.,  s.  XI,  Jones.  The  phonology  of  the  Elis  $..  s.  19. 
Haegstad.  Vestno.  maalf.  I,  115, 131.  Umgekehrt  ist  oft  /  besonders  gut 
bewahrt,  wenn  die  silbe  mit  Ö  oder  d  anlautet,  z.  b.  bobit  geboten,  bundit 
gebunden;  vgl.  P.  Palsson.  Krokarefs  saga.  s.  XV.  M.  Olsen,  Vojsunga  saga, 
B.  XLI,  Kälund,  Kirialax  saga.  s.  XIII.  Haegstad.  a.  o..  II.  2.  i,  s.  130. 

Anm.  2.    Im  südwestlichen  mnorw.  sowie  gleichzeitig  im  orkn.  (im 
15.  jahrh.  auch  bisweilen  anderswo ,  aber  dann  durch  dänischen  eintluss 
treten  fe,  d,  g  statt  p.  t.  k  auch  nach  haupttouigem  vokal  ein.  z.  b.  rceig- 


1 84     §  249.  Stimmlose  explosivae.   §  260.  Halbvokale,  nasale  u.  liquidae. 

nodos  (schon  1344  statt  rmfataöe)  zählte,  orkn.  lüga  (1369  st.  luka)  schliessen, 
hordo  (1426  st.  burtu)  weg,  weghe  (1529  st.  vika)  woche  u.  a.  dgl. ;  s.  Hseg- 
stad,  Upphavet  s.  7,  Arkiv  XV,  106,  Hihi.  z.  65  und  67,  Vestno.  maalf.  II,  1, 
s.  58,  J.  Storni,  Norsk  Retskrivniug  1, 10. 

Anm.  3.  In  '  Riniur '  des  15.  jahrhs.  steht  regelmässig  (sporadisch 
weit  früher)  Ö  statt  t  auslautend  nach  langem  haupttonigen  vokal,  z.  b. 
neu  (set)  gesehen,  späö  (spät)  prophezeit.  Das  häufig  schon  früher  vor- 
kommende büd  (büt)  als  adv.  'vielleicht'  neben  buifi  (büel)  als  adj.  'fertig' 
erklärt  sich  nach  (§  248  und)  §  159. 

Anm.  4.  Vereinzelte  Schreibungen,  wie  Gopland,  Gaupland,  GodpioÖ 
land  der  Goten,  Hauten  u.  dgl.  (s.  Heinzel,  Ueber  die  Hervararsaga,  s.  75  f.) 
beruhen  auf  volksetymologischer  Umbildung  nach  gop  götter.  Das  schon 
in  der  ältesten  zeit  auftretende  -Ugr,  -legt-  in  adj.  wie  dagligr  täglich  u.  dgl. 
beruht  wol  wesentlich  auf  analogischer  Umbildung  von  -Ukr  'gleich' 
durch  anschluss  an  adj.  wie  aupigr,  -egr.  ntr.  aupikt,  -ekt  reich  (ebenso  in 
adv.  wie  ettegar  —  got.  aljalaikm  'sonst';;  zum  teil  anders  Sverdrup,  Arkiv 
XXVII,  2  f. 

Anm.  5.  Vor  einem  auf  d,  g  anfangenden  zusammensetzuugsglied 
ist  /  zu  d  geworden  in  anorw.  Fladdal  <  FlatÖalr  (s.  No.  gaardnavne  VII, 
331),  Gr(i)6dgar$r  (Hsegstad,  Vestno.  maalf.  DI,  2,  i,  s.  125,  127),  Grad-  (s. 
§  295  anm.  3)  ein  mannsnamen.  Zur  erklärung  s.  die  §  247  anm.  angeführte 
literatur. 

§  249.  Anlautendes  hn  wird  im  misl.  (jedoch  nicht  in 
den  nördlichen  mundarten)  des  15.  jahrhs..  selten  im  anorw. 
seit  1300  (s.  Hsegstad.  Vestno.  maalf.  II,  2.  i,  s.  151  f.)  zu  hn. 

z.  b.  hnütur  (knütr)  knoten,  hnifur  (Jcnifr)  messer. 

Anm.  Hieraus  erklärt  sieb,  dass  hie  und  da  umgekehrte  Schreibungen 
mit  ku  statt  etymologisch  berechtigtem  hn  anzutreffen  sind. 


E.    Die  halbvokale,  nasale  und  liquidae. 

§  250.  w  d.  h.  kons.  •*)  geht  anlautend  und  nach  vokal 
allmählich  seit  dem  ende  der  vikingerzeit,  nach  heterosylla- 
bischen  konsonanten  wol  erst  im  18.  jahrh.  in  bilabiales  t>. 
woraus  dann  (s.  §  255)  labiodentales  /•  (geschrieben  v,  f.  s.  §  42. 
§  36,  2).  über,  z.  b.  vor  (vgl.  urn.  was  Tanum)  war,  vinna  (got. 
tvinnan)  ertragen,  pl.  häfer  zu  hör.  (Aar)  hoch,  cefe  (vgl.  got. 
aiws  zeit)  leben,  sniöfa  (vgl.  ahd.  snuvan)  schneien,  part.  snifmn 
beschneit;  nach  1200  auch  z.  b.  gerfe  kleidung  (zu  gerr  gemacht), 
stgPfa  (älter  stgpua)  hemmen;  vgl.  auch  neuschöpfungen  wie 
mdfr  möwe  statt  mor  (mär)  nach  pl.  mdfar  (§  83),  dat.  sg.  f. 
ggrfri  statt  ggrre  nacli  acc.  gyrfa  zu  gorr  gemacht  (vgl.  §  235 
anm.  1).     Eine  frühzeitige  spur  des  assonierens  eines  nach- 


$351—  253.   Die  halbvokale.  nasale  und  liquidae.  1^5 

vokalischen  5  aus  10  mit  altem  ft  ist  vielleicht  Suicor :  ///ie  bei 
porbiorn  disarskald  (c.  1000).  aber  sonst  kommen  solche 
assonnanzen  erst  nach  1300  häufig  vor.  Andererseits  scheint 
anlautendes  te  noch  im  Cod.  AM.  310.  4°  (gegen  1250)  erhalten 
zu  sein.  Vgl.  Kahle.  Die  spräche  der  skalden.  s.  69:  Groth. 
Det  AM.  haandskrift  310  qvarto.  s.  XXXIV:  v.  Friesen.  N.  spr. 
1,62t;  Mogk.  I.  F.  XXVI.  209  ff.:  E.  Noreen.  Stud.  nord.  fil. 
III.  5.  —  Weit  später  (und  wol  zu  sehr  verschiedener  zeit  in 
verschiedenen  dialektem  tritt  derselbe  Übergang  nach  tauto- 
syllabischen  konsonanten  ein.  z.  b.  svartr  st.  suartr  usw.  Nach  h 
ist  u:  in  gewissen  gegenden  noch  erhalten,  z.  b.  nisl.  Jmat  neben 
(nördlich  u.  westlich)  kvat  (beides  hvat  geschrieben);  vgl.  §  243. 

§  251.  Kons,  j  wird  wenigstens  dialektisch  seit  1250  zur 
Spirans,;,  wie  aus  assonanzen  mit  y :  i  wie  yeiga :  syiur,  eigi :  skyium 
u.  dgl.  (s.  Kahle.  Die  spräche  der  skalden.  s.  69)  hervorgeht. 

§  252.  /•  und  kakuminales  /  schmelzen  im  ouorw.  —  zu 
sehr  verschiedener  zeit  in  verschiedenen  mundarten  —  mit 
folgendem  d  (d).  h.  s,  t  zu  kakum.  d.  resp.  ».  s,  t  (geschrieben 
rd.  Id.  d:  ru.  ht,  n  usw.)  zusammen,  wenn  die  betreffende 
konsonantengruppe  durch  synkope  entstanden  ist.  bei  rö  und 
ri  auch  sonst,  z.  b.  run.  (schon  Flatdal)  gen.  sg.  m.  kamas 
(d.h.  gamate)  zu  gemäß  alt:  nach  1300  Sitrd&er  1301  ff.  st. 
SuUtSler  einwohner  von  Siildal.  ätüd  st.  drtiö  seelentag  (Haeg- 
stad,  Vestno.  maalf.  II.  1,  s.  92).  kolsbroder  (st.  körs-)  kanonikus. 
gen.  sg.  Boerdols  st.  Bcer{y)Ö6rs  (Bergpörs).  Giuls  st,  (nur{d)s, 
Vardiüfr  st,  Valdiufr  (Vaipiöfr).  Pü(l)ne.  iniu(l)na  mühle,  kiu(l)na 
darrofen;  mnorw.  Ortsnamen  (s.  Rygh.  Oplysninger  II.  155.  241. 
vgl.  194)  wie  Mo(l)skones,  Vigu(l)stadtr. 

Anm.  Kakuminales  d  wird  dauu  nmorw.  zu  kakum.  /.  z.  b.  b'imjii! 
1851  <  -yardr.  latinisiert  Huliualn*  | HuUcurdr)  1851  (Lind.  Dopnamn, 
s.  1290)  mannsnamen.  Kammefwl  <  "-fiord  ein  ortsname. 

§  253.  /■  (altes  oder  nach  §  265  aus  /.>  entstandenes  i  wird : 
1.  Bisweilen  zu  ö  durch  dissimilation  infolge  eines  iu  der 
vorhergehenden  silbe  vorkommenden  >•.  z.  b.  aisl.  hrefiask  neben 
hrerna  in  verfall  geraten,  hrept  oder  hrepa  unruhe  zu  hr&ra 
bewegen,  anorw.  Fridikr  (Frfribr  aus  Fridrikr  £  292)  Friedrich. 
Prydikr  (Pryrikr).  Porid  (Wadstein.  F.  Hom.  s.  137)  <  P&rir 
mannsnamen.  Ragndidr  mach  §288,1/%  aus  *-4UFr  <  *-ri#r) 
ein  frauenname.    Vgl.  Bugge,  Arkiv  II.  241  f..  247  ff. 


186      §  254.  Die  halbvokale,  nasale  und  liquidae.    §  255.  Die  labiale. 

Aum.  1.  Das  erste  r  ist  dissimiliert  worden  im  anorw.  Ortsnamen 
LceiÖangr  (um  1200  Loeirangr,  s.  Bygh,  Oplysninger  II,  244  f.).  Dagegen  ist 
bapmr  'beide  ausgebreitete  arme,  busen,  bäum'  (eigentlich  'Verzweigung') 
wol  nicht,  wie  allgemein  geschieht,  mit  barmr,  got.  barms  busen,  resp. 
bagms  bäum  zu  identifizieren,  sondern  vielleicht  eine  nebenform  von  fupmr 
'beide  ausgebreitete  arme'  (gr.  nora/xoq?  vgl.  Noreen,  Urg.  lautl.  s.  126). 

Anm.  2.  Unklar  bleiben  einige  fälle  von  (seit.)  ä  statt  r,  wo  dissimi- 
lation  nicht  vorliegen  kann,  z.  b.  bößpa  neben  -fern  (s.  Falk,  Beitr.  XIV,  16) 
brünne  (vgl.  bppfara  brünne),  mannlepa  neben  -lera  (und  mannleyse)  ver- 
ächtlicher mensch,  ?dat.  sg.  bopue  und  byrue  zu  bprr  bäum. 

2.  Bisweilen  anorw.  zu  1  durch  dissimilation  infolge  eines 
vorhergehenden  r,  z.  b.  Borgal{ß)stadir  (No.  gaardnavne  II,  171 
und  III,  178)  ein  ortsname  zum  mannsnamen  Borgarr  (vgl. 
auch  §  252),  morteel  (mndd.  morter)  mörser,  quartell  (mndd. 
quarter)  viertel  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  100,  resp. 
101),  SorJcel,  Serquill  ein  mannsname  (s.  §  82, 12). 

Anm.  3.  Das  erste  r  ist  dissimiliert  in  mnorw.  Cantelbergh  (Haegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  60)  st.  anorw.  Kantarabyrg  Canterbury. 

§  254.  I  wird  bisweilen  durch  dissimilation  zu  r  oder  n, 
z.  b.  das  zweite  l  in  hialmur-,  hialmun-  (hialmu-,  s.  §  297)  neben 
hialmul-volr  (eine  tautologische  Zusammensetzung,  denn  hialmul- 
<  hialmvol-  nach  §  148),  hialmvglr  helmstock,  al(e)mandr  neben 
alemandel  mandel  und  wol  auch  helfningr,  helmnlngr  hälfte 
st.  *helflingr  (ags.  hylfling,  mhd.  helbelinc,  s.  E.  Olson,  De  appella- 
tiva  substantivens  bildning,  s.  256  note),  anorw.  (seit.)  nyUU 
st.  lyhill  (anders  Byskov.  Arkiv  XXV,  179  f.)  Schlüssel. 

Anm.  Unklar  ist  ulfalde  kamel  gegen  got.  ulbandus,  ags.  olfend, 
und  anorw.  JwgeldekirTcia  (Haegstad,  Vestno.  maalf .\  I,  s.  39)  st.  högitide- 
kirkia  private  kirche.  Nicht  verwandt  sind  bvlke  (engl,  bulle)  und  anorw. 
buriki  (afries.  bimk)  Schiffsladung.  —  Unklar  ist  auch  der  Wechsel  l :  r  in 
kpngol-  (seit.)  :  kpngorväfa  spinne.  —  Ueber  einen  wol  fraglichen  Übergang 
anorw.  lr^>&r  im  Ortsnamen  Odhrin,  JEÖrin  und  orir  i^gÖrir'i)  erle  neben 
[dr,  oärir  erle  s.  No.  gaardnavne  XII,  64  f.  und  Amund  B.  Larsen,  Maal  og 
minnel914,  s.  165  f. 


II.  Wechsel  der  artikulationssteilen. 

A.    Die  labiale. 
§  255.   Die  bilabialen  Spiranten,  urgerm.  und  noch  urn.  f 
und  5,  gehen,  wol  während  des  13.  jahrhs.  (im  aisl.  jedenfalls 
zum  teil  nach  dem  §  237, 3  erwähnten  Übergang  lö,  rt  >  Ib,  rb). 


g  9H     258.  Die  labiale.  187 

in   die   entsprechenden   labiodentalen   Spiranten   'beide   mit  f 
bezeichnet)  über. 

Anm.  Die  Verbindungen  Ift,  rft  werden  im  nisl.  zum  teil  noch  bilabial 
ausgesprochen,  s.  B.  M.  Olsen.  Germania  XXVII,  271  f. 

§  256.  5  wird  in  anorw.  inundarten  sporadisch  zu  g, 
z.  b.  stoga.  acc.  sttigu  (stofa,  stufa)  stube.  AlgartBim  (aisl. 
Alfarheimr)  ein  Ortsname.  LiÖskialg  (aisl.  Hlifiskialf )  ein 
mythischer  ortsname.  hielgdar-  [hcelfdar-)land  stück  land  von 
gewisser  grosse.  StagU  (Staflö).  Bagund  (Bafund)  Ortsnamen. 
LggÖarhorn  (Lofdar-)  ein  gebirgsname  (jetzt  'Lyderhonr),  nagle 
(gew.  nafle)  nabel.  sugl  (suft)  znspeise.  Yaldiugcer  (Valdiiifr. 
aisl.  Valpiöfr),  Vtgiul-  in  Ortsnamen  st.  Vifül  (s.  §  104.  §  145 
anm.  5)  mannsnanien,  cellugu  (vgl.  celluia  §  172,  1  und  gew. 
asÜifu)  elf.  sthig-  (stiüf-)  stief-.  mnorw.  Biiigr  oft  st.  Biü{l)fr 
ein  mannsname.  —  Ebenso  wo  w  zu  gründe  liegt,  z.  b.  siögarlud. 
hüs  (Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  132;  siöfar-)  baude  am 
see,  mnorw.  mit  hiatusfiillendem  ir  ts.  §312.  2)  Iogan  (Iöwan. 
Iöan,  Iöhari).  lögar  {löuarr.  Ioarr).  Bögar  (Boucir.  Böarr), 
Bö(g)alde>%  R6{g)e.  lrö(g)en  mannsnamen. 

Anm.  Die  anorw.  mannsnamen  Hagpör(e)r  und  Hafporn  sind  wol 
am  ehesten  durch  kontamination  von  den  beideu  ursp.  verschiedenen  namen 
Hogfiont  und  Hafpör(e)r  entstanden ;  vgl.  §  239  anm.  3. 

§  257.  p  wird  ebenfalls  im  anorw.  sporadisch  zu  k.  bes. 
vor  n.  z.  b.  (ziemlich  seit. )  vakn  auch  nisl.  seit.  cokn.  s.  Maurer, 
Arkiv  IV,  284 ff.,  porkelsson.  Supplement  IV.  180:  färöisch 
räkn.  finn.  vaaktma)  statt  gew.  räpn  waffe.  Gaukna  st.  Gaupna 
(s.  Rygh.  Sproglig-historiske  studier  tilegnede  Unger.  s.  41  note) 
ein  ortsname.  gauko?  1  mal  (&  Hertzberg)  st.  gaupa  luchs. 
stiük-.  style-  (stülp-,  styp- 1  sti^f-.  ux  (s.  Rygh.  No.  gaardnavne. 
Indledning  s.  83)  st.  gew.  ups  (vgl.  §  240  anm.  4)  traufdach. 
ellykti  (vgl.  §  77.7  und  cellugu  $  256;  gew.  leUipti)  elfte. 

Anm.  Vielleicht  durch  umgekehrte  Schreibung  kommt  seit  dem  15.  jahrh. 
finngäipn  statt  -gd1k(a)ii  kentaur  vor;  s.  Bugge.  Aarbeger  1895.  s.  127. 

§  258.   m  wird,  wo  nicht  assoziation  hindert: 

1.   Zu  velarem  (n  geschriebenem)  nasal  vor  g.  k.  z.  b.  dat. 

pl.  mglonge  zu  nujlom  mahlzeiten .  dat.  sg.  pl.  hu&ronge  (-amge) 

zu  hudrge  keiner  von  beiden,  huerionge  zu  huerge  keiner  von 

allen,  einonge  zu  enge  kein.  1.  sg.  präs.  ind.  pass.  minnonk  (gew. 


188  §  259.   Die  dentale. 

-onik)  ich  erinnere  mich,  anorw.  Grinkell  (seit.  Gritn-,  s.  Rygh. 
Gamle  personnavne,  s.  94)  ein  mannsname. 

2.  Zu  n  vor  d,  s,  t,  z.  b.  Handir  (seit.)  statt  Hamdir 
(§  238, 1,  b)  ein  mannsname;  Ond  st.  Omd  (s.  Bugge  in  No. 
gaardnavne  XVI,  411)  ein  inselname;  der  anorw.  ortsname 
Lanornstadir  zum  mannsnamen  Landormr,  misl.  passivendung 
(seit  c.  1500)  -unzt  statt  -umzt\  önta  (s.  Fritzner)  st.  ömta 
berücksichtigen,  anorw.  (Cod.  Tunsb.)  prentände  (*prem-tände, 
vgl.  ahd.  zweinmiy,  ags.  twenüg.  wol  gleich  got.  twaim  tiyum; 
aschw.  pramtände,  s.  An.  gr.  II,  §493  anm.  1;  zum  teil  wol 
von  prennir  drei  beeinflusst;  anders  Kock,  Arkiv  IX,  140  f.) 
dreizehnte. 

Anm.  1 .  Auf  dissimilation  beruht  m  >  n  in  ünu-mapkr  statt  d»iu- 
itiapkr  eine  art  made,  anorw.  Mundn  neben  Mwndinr,  Monämr  (s.  §54, 3,  b; 
wol  unrichtig  Rygh,  Gamle  personnavne  s.  183)  ein  mannsname ;  wol  auch 
möna  mutter  (ahd.  muoma,  mndd.  mönte,  möne,  mengl.  mfine  muhme'i, 
mnorw.  millm  (Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  132)  st.  m/'Uim  zwischen. 
Vgl.  noch  §  278  anm.  2.  —  Bukrau.  -rum  eine  art  zeug  ist  mlat.  bucaraittiui, 
resp.  mhd.  buckerom;  siklulun  ist  afranz.  siglatou,  während  s/Matton  wol 
dat.  pl.  von  siklat  (lat.  cyclas)  eine  art  zeug  ist. 

Anm.  2.    Unklar  ist  der  Wechsel  fiös  :  später  pioa  waltischrleisch. 

B.    Die  dentale. 

§  259.  d  (urspr.  oder  nach  §  221, 1  entstandenes)  wird  schon 
vorliterarisch  zu  g  zwischen  io,  iu,  au  und  einem  (erhaltenen) 
sonan tischen  u  (s.  Noreen,  Svenska  etymologier,  s.  40 ff.),  z.  b. 
ntr.  ftoyor  (*fiodur  nach  §  89  aus  *feduru,  vgl.  got.  fidur-,  aschw. 
fioper-)  vier;  iägr  neben  nir  (Hudr  §  292)  euter  durch  aus- 
gleichung  von  nom.  *iügur  (urn.  *iudura,  afries.  iader,  mndd. 
jeder)  :  dat.  ldre(<  HuÖre);  anorw.  laugur-dagr  Sonnabend  neben 
aisl.  laupr  (nach  den  synkopierten  kasus;  ags.  leador  <  Haupur) 
ascheulauge;  anorw.  Auyun  (s.  Rygh,  Gamle  personnavne,  s.  25, 
Lind,  Dopnamn.  sp.  105)  neben  AuÖun  (nach  sonstigen  namen 
auf  AuÖ-)  ein  mannsname.  —  In  fällen  wie  dat.  traupum,  -u 
(blaupum.  raupum  usw.)  ist  d  erhalten  durch  einfluss  von 
formen  wie  traupr.  -an,  -ra  usw.  unwillig  (vgl.  umgekehrt 
nschw.  dial.  traug,  nnorw.  dial.  hlaug.  rang  u.  a.  nach  *trauyum, 
-u  <  *traudum,  -u  u.  a.). 

Anm.  1.  Über  gagarr  iair.  gagar,  erst  später  gadharj  huud 
s.  Marst.rander,   Bidrag   s.  158.     Ueber   seit,  fngnui    (i.  Möbius,    Analecta 


$>ÜMli6t.   Die  dentale.  189 

norrcena2,   s.  309'   neben   fafma     vgl.  ags.  fatm)   umarmen    s.  An.  gr.  II. 
§  274  anm.  3. 

Anm.  2.    Zweimaliges  Biarhnarr  st.  Binrtmarr  ein   raannsname  ist 
wol  nur  Schreibfehler. 

§  260.  Vor  einem  nach  §  2:38. 1.  b  entstandenen  d  (aber 
nicht  vor  d)  und  vor  altem  oder  nach  §  238, 2.  b  entstandenem 
t  werden  bald  nach  1200  kakuminales  /  und  n  in  stark- 
toniger  silbe  zu  dentalem  (oft  //,  nn  geschriebenem)  /.  n,  z.  b. 
huild  >  hutlld  ruhe,  gremda  >  greinnda  erörterte,  erst  weit 
(vgl.  §  238. 1.  b)  später  i'anorw.  schon  früh.  K  Wadstein.  F.  Hom.. 
s.  134)  xfold«.  >  sMlda  entschied  u.  dgl.:  füll  >  füllt  hassliches, 
mcel{T)ta  sprach.  van(n)t  gewohntes,  rcen{u)tr  beraubt;  vgl. 
Äström.  Sv.  Landsm.  VI.  6.  s.  tttl  lt..  XIII,  2,  s.  62  ff..  Kristensen, 
Arkiv  XII.  3131..  Pipping,  Stud.  nord.  fil.  VI,  5.  Die  Schreibung 
mit  11.  nn  hat  also  jetzt  die  aufgäbe  bekommen,  die  qualitative 
art  der  1-,  «-laute  anzugeben  (vgl.  §  40, 1  und  2.  §  41. 1  und  3). 
Daher  werden  jetzt  auch  die  altererbten  Verbindungen  Id,  It, 
nd.  nt,  wo  /,  n  von  alters  her  dental  gewesen  sind,  oft  mit  11, 
resp.  nn  geschrieben,  ohne  dass  dadurch  eine  veränderte  aus- 
spräche angegeben  werden  dürfte,  z.  b.  hallda  halten,  sallt  salz, 
b.tnnd  land,  ntr.  rannt  zu  ran(n)dr  schwierig.  Vor  r  steht  aber 
oft  nd  (nicht  und),  was  vielleicht  angibt,  dass  hier  nd  etwas 
alveolar  ausgesprochen  worden  ist.  s.  Pipping.  Stud.  nord.  ül. 
VI.  5,  s.  3  ff. 

Anm.  Cod.  AM.  921,  4°  hat  (nach  der  mitteilung  Kristensens)  immer 
tiutlta,  aber  m<tüt  neben  iwrlt,  sodass  hier  ?>fl  vielleicht  mir  vor  tanto- 
syllabischem  t  stattgefunden  hat ;   vgl.  ?  St.  Hom.  r<tntesk  gegen  rc6nnt(r). 

§  261.  nn  (altes  oder  nach  §  275  und  §  277,  2,  c  ent- 
standenes) wird  vor  t  (wegen  r  s.  §  277.  4.  b)  zu  d,  z.  b.  ißre  aus 
*inneri  innerer  (vgl.  minne  aus  *minniRi.  got.  minniza  minder), 
supr  südwärts  zu  nmnan  von  Süden,  pl.  aprer  zu  nnnarr  anderer. 
Da  die  gruppe  nnr  überall  durch  synkope  entstanden  ist.  fällt 
demnach  dieser  Übergang  frühestens  in  die  vikingerzeit  (beisp. 
bei  Einarr  Skälaglamm  gegen  1000).  Aber  auch  wo  etwas 
später  ein  |  urspiüngliches  oder  aus  r  nach  §  265  entwickeltes) 
/•  zu  im  tritt,  findet  dieselbe  ent Wickelung  statt,  z.  b.  pl.  mejn- 
imit  neu  zugetretenem  plural-/)  aus  wenn  (*manniR.  got.  maus) 
männer.  2.  sg.  präs.  brefir  (*brenn  -f-  r)  neben  brenn  (got.  brinnis) 
zu  brennet  lodern.    Durch  ausgleichung  entstehen  dann  häufig 


100  §  262.  Die  dentale,    §  268.  Die  palatale  und  velare. 

nebenformen  mit  nnr,  z.  b.  innre  (ipre)  nach  imian  innerhalb, 
(alt,  s.  Jönssoii,  Skjaldesprog,  s.  63)  mannr  (mapr)  nach  dat. 
manne  mann  und  pl.  (s.  ib.)  mennr  (mepr)  nach  gen.  manna, 
brunnr  (brupr)  brunnen  und  munnr  (mufrr)  mund  nach  pl. 
brunnar  und  munnar,  suinnr  {suipr)  weise,  sannr  (sapr)  wahr, 
kunnr  (kuPr)  kund  nach  acc.  suinnan,  sannan,  kunnan,  tiiennr 
(tuepr)  neben  tuenne  doppelt,  2.  sg.  präs.  finnr(f>p-),  rmnr  (vipr) 
zu  finna  finden,  vinna  ausführen  usw. 

Anm.  Ob  das  auffallende  ypr  (got.  iztcis)  euch  hierher  gehört,  indem 
es  ein  nach  unsis  umgebildetes  Huzwiz  *>  *inmviR  >  *yimr  voraussetzt? 
Ebenso  entspräche  yprum  einem  nach  iinsaramma  umgebildeten  *inzw«- 
rammet,  und  yjmarr  wäre  dazu  neugebildet  statt  *ynnworr. 

§  262.   n  wird,  wo  assoziation  nicht  hindert,  zu: 

1.  m  vor  b  und  p.  z.  b.  almboge  (seit.,  z.  b.  F.  Jonsson, 
Sn.  Sturluson  Edda,  s.  VI)  neben  gl(n)boge,  alboge  eilenbogen, 
acc.  sg.  Gestumblinda  aus  *Gcest  unblinda  'den  nicht  blinden 
gast'  (Kock,  Arkiv  VII,  180),  Vimboldr  (mndd.  Winbold),  Fimbogi, 
Stceimbiorn,  Ambiorn  st.  A(r)nbiorn  u.  dgl.  mannsnamen,  anorw. 
Umblauzstadir  ein  ortsname  zu  dem  mannsnamen  Ublaudr 
(vgl.  §  299  anm.  5),  amboÖ  st.  an(d)bod  instrument,  anorw.  ambon 
(aisl.  ombon)  st.  andbun  (s.  Hertzberg)  lohn;  Jcampr  neben  kanpr 
(afries.  kanep)  Schnurrbart,  hampr,  hanpr  (ags.  heenep)  hant 
Bampr,  Banpr  (got.  Danaper)  Dniepr.  —  Ausnahmsweise  tritt 
m  auch  vor  f  ein,  z.  b.  mnorw.  Emfrith  neben  Enfridh  ein 
frauenname. 

Anm.  Aus  umgekehrter  Schreibung  erklärt  es  sich  wol,  dass  (seit.) 
np  statt  alten  mp  geschrieben  wird,  z.  b.  kenpa,  kempa  kämpe. 

2.  Velarem  nasal  (gew.  n  geschrieben)  vor  g  und  —  wo 
der  nasal  nicht  schwindet  (s.  §  299, 1)  —  k,  z.  b.  mumdt  {mungdt) 
heimisches  bier,  vimof  (vingiof)  Schlüsselgeld;  kanunkr  (kanükr) 
canonicus,  u.  a. 

C.  Die  palatale  und  velare. 
§  263.  Velares  g,  g,  k  wird  vor  palatalen  vokalen  pala- 
talisiert.  Die  in  dieser  weise  modifizierte  ausspräche  erhält 
der  regel  nach  keine  besondere  bezeichnung  (vgl.  jedoch  §  37 
anm.  1 ,  §  39  anm.  1).  Wo  aber,  bes.  durch  synkope  eines 
dazwischenstehenden  palatalen  vokals,  ein  palatales  g,  s,  k  vor 


§  963.   Die  palatale  und  velare.  191 

einen  nicht  palatalen  vokal  zu  stehen  kommt,  tritt  die 
Schreibung  gi.  ki  auf.  welche  ohne  zweifei  in  sehr  vielen 
mundarten  als  g,  &  k  +  i  aufzufassen  ist.  z.  b.  merkia  (2 -silbig) 
aus  *markian  (3-silbig)  merken,  dat.  pl.  rikiom,  engiom.  lägiom 
zu  rike  reich,  enge  wiese,  läge  läge.  Ein  durch  vorher- 
gehenden palatalen  vokal  hervorgerufenes  7:i,  gi  tritt  (fast) 
nur  in  lehnwörtern  auf,  z.  b.  kirkia  (ags.  cirice)  kirche,  Grikkiar 
(und  Grikker)  Griechen,  fikia  (sehr  seit,  fika;  lat.  ßcus)  feige. 
Mk(i)äU  Michael,  blikia  (ags.  blkan)  blinken,  suikia  (ags.  suican) 
betrügen,  cikia  (ags.  witxm)  weichen;  gigia  (mhd.  gige)  geige. 
In  mergr,  gen.  mergiar  mark  scheint  gi  durch  das  einst  vorher- 
gehende fnkative  r  (vgl.  asl.  mozgü)  hervorgerufen  zu  sein.  — 
Mnor w.  ist  anlautendes  g(i)  zur  spiransj  geworden,  z.  b.  loerPrud 
st.  Gos{i)r])rüdr  ein  frauenname.  Inlautend  ist  gi  zum  teil  weit 
früher  zu  j  geworden,  z.  b.  teyia  st.  teygia  zeigen.  Ryia-  st. 
RygiafyJki  die  landschaft  Ryfylke  u.  dgl.  (vgl.  umgekehrte 
Schreibungen  wie  ftijgia  st.  flyia  fliehen,  nygian  st.  nyian  neuen;, 
s.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  11,2.  i.  s.  134  und  II.  1.  s.60f.  Vgl. 
noch  §  293,  2. 

Anm.  1.  Durch  kontamination  entstanden  ist  gi  in  giorr  i^auch  gen) 
statt  gorr  gemacht'  nach  genta  l woneben  dann  giorua  nach  giorr  machen. 
?'  giär  (bes.  anorw.,  s.  Fritzner)  st.  *i  gar  (s.  §  71, 2)  nach  i  ga?r  gestern, 
anorw.  giognum  (s.  Fritzner  und  porkelsson,  Supplement  IV.  54)  oder 
giagmtm  (s.  Bugge  bei  Fritzner  III,  1101,  Hsegstad  bei  0.  A.  Johnsen,  Olafs 
saga,  s.  XXXV;  gicegnum  §70.1  statt  gggnum  (s.  Bugge,  a.  o.i,  resp. 
*gagnum  (vgl.  §80,3)  nach  gcpgnum  und  gegmtm  iß.  §77,7)  'durch'.  Un- 
klar ist  anorw.  gutta  (z.  b.  in  >'o.  Hom.  4  mal,  vgl.  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  I,  50)  neben  gceta  hüten. 

Anm.  2.  Sehr  seit,  stehen  k,  g  statt  zu  erwartenden  ki,  gi  z.  b. 
drykk(f\a  trunk,  was  vielleicht  nur  ungenaue  Schreibung  ist  wie  in  den 
runeninschriften,  s.  M.  Kristeusen,  Tidskr.  f.  Fil.  HI  B.  XV.  150f.),  vielleicht 
aber  auch  eine  verschiedene  ausspräche  anzugeben  hat  (vgl.  §  389  anm.  4). 

Anm.  3.  g  wird  im  anorw.  dialektisch  wenigstens  nach  a,  ü,  p  (vgl. 
An.  gr.  U.  §  279, 1)  zu  b  i/),  z.  b.  Kagastadum  >  Kofstoottm  i  vgl.  Eygh. 
Gamle  personnavne,  s.  152)  ein  Ortsname,  küga  >■  kitfa  bezwingen,  kogurr 
>•  seit.  !  s.  Fritzner  kofurr  teppich,  anorw.  rt'tfa  faisl.  hritga.  s.  Xoreen,  Värt 
sprak  111,259    häufe,  Ofmundr <iOgmundr  ein  manusname. 

Anm.  4.  kn  wird  im  anorw.  dialektisch  zu  t».  z.  b.  Ortsnamen  wie 
Gaukna  (vgl.  «5  257  >  Gantna,  Barkna's  >  B&rtnas,  *Au(d)kn  (aschw. 
epkn,  e~kn,  s.  An.  gr.  II,  §  308  anm.  3*  >  Autn;  s.  Bygh,  Oplysninger  I.  32 f., 
Xo.  gaardnavne  1, 5,  Indledning  s.  42.  —  Skarlat  {-ad,  s.  §  248)  neben 
skarlakaro   Scharlach  ist   mhd.  seharlät  imengl.  scarhitf.   resp.   scharlor-h 


192     §  264.  265.  Die  palatale  und  vefare.   $  26f>.  Regressive  assimilation. 

mndd.  scharlaken).    Unklar  ist  das  Verhältnis  von  träne  zu  mhd.  kraue 
iandd.  krano,  ags.  crftn)  kranich. 

Anm.  5.  Mnorw.  fallen  Kit)  und  vorvokalisches  ti  (sowie  pi  und  hi, 
s.  §  241  anm.  1  und  §  243  anm.'i  in  eine  palatale  frikativa  (ch)  zusammen, 
z.  b.  Ktösos  st.  Tinsäs  ein  ortsname  (vgl.  umgekehrte  Schreibungen  wie 
lie-  st.  Kidm-\,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  138. 

§  264.  Velarer  nasal  (»)  ist  zu  n  geworden  in  enshr  aus 
eng{l)s"kr  englisch,  harfiensbr  einer  aus  Haröangr,  anorw.  Ban{g)se 
ein  mannsname,  a?wfo'  aus  *cengii  nichts,  s#w  saka  statt  st/n#  5. 
oder  sy^n  s.  (s.  Hertzberg)  freigesprochen,  mnorw.  Ben{k)t,  gen. 
Drmn{g)s  mannsnamen,  Ban(g)didr  <  Ragn(f)ridr  (s.  §  239,  2 
und  253);  zu  m  in  iüinfni,  iömfrü  (anorw.  auch  ionfru)  neben 
iungfrü  (aus  dem  deutschen)  Jungfrau;  beides  durch  partielle 
assimilation  an  den  folgenden  konsonanten. 

§  265.  Das  aus  urgerin.  ?  entstandene  urn.  «  (s.  §  224,  1) 
ist  schon  vorliterarisch  (vgl.  F.  Jonsson,  No.-isl.  kultur-  og 
sprogforhold,  s.  206,  262  f.;  anders  Marstrander,  Bidrag,  s.  116 f.), 
am  frühesten  nach  dentalen  und  interdentalen  konsonanten 
(s.  Noreen,  Geschichte3  §  62),  mit  altem  /•  zusammengefallen, 
z.  b.  betre  (got.  baiisa)  besser,  meire  (got.  maiza)  mehr,  er  (got. 
iz-ei)  welcher  u.  a.  (s.  §  7 1  und  §  72). 

III.   Quantitative  Veränderungen. 

A.    Dehnung. 

1.    Assimilation. 

a)   Repressive  assimilation. 

§  266.  Die  nasale  werden  schon  in  der  vikingerzeit  in 
folgenden  fällen  assimiliert: 

1.  mp  >  pp,  z.  b.  kapp  kämpf,  kappe  kämpe,  Meppr  §  110, 1 
klumpen,  kroppenn  §  112, 1  verkrüppelt,  skreppa  §  1 10, 1  gleiten, 
sugppr  (schon  als  air.  lehnw.  soppi  mndd.  swamp)  pilz,  apr 
(*appr  §  284;  mschw.  amper)  bitter. 

Anm.  I.  mp  kommt  fast  nur  in  lehn  Wörtern,  oder  wo  es  (nach  §  262,  l) 
älteres  np  vertritt,  vor;  dialektisch  ist  mp  bisweilen  erhalten,  z.  b.  dtimpit 
schlagen,  gumpr  steiss,  stumpr  stumpe,  kumpr,  rynipell,  vimpr  heinamen 
ts.  Liden,  Stnd.  nord.  fil.  1, 1,  s.  47).  Wegen  der  schwach tonigkeit  der  silbe 
ist  mp  assimiliert  worden  im  lehnw.  kump&tm  >  seit,  anorw.  bMfpdnA 
is.  Kock,  Arkiv  XI,  817uotei. 


<  2»>6.  Regressive  assimilation.  193 

2.  nt  (altes  oder  nach  §  220  aus  nd)  >  tt.  z.  b.  stuttr 
(aschw.  stunter)  kurz,  vetr  (*rettr  §  284;  misl.  rintur.  s.  Jonsson, 
Fernir  fornisl.  rimnaflokkar,  &  YII,  und  porkelsson,  Supplement 
IV.  178.  ist  vielleicht  ein  danismus)  winter.  klettr  ß  110, 1  fels. 
spretta  §  110. 1  springen,  nisl.  skufttn  $  1 10.  i  bespritzen,  detto 
$  110,1  niederfallen,  prettin  (*pfi*n4an  <  *£rww  §  277.  2,  e 
+  £..  vgl.  got,  prins)  dreizehn,  tottogo  (*tH-ann-tu$vnn.  vgl. 
got.  £w>««s  tigun*.  s.  $  77. 10)  zwanzig,  tigfr  (aschw.  vcuiter) 
handschuh,  fattr  (lat.  pandus)  biegsam,  brattr  (aschw.  branter) 
steil:  (mit  tä  aus  iuQ  prät.  bott  (sehr  seit.  6aw/  mit  wieder 
anal,  nach  dem  pl.  eingeführtem  n).  imperat.  bitt  zu  bind« 
binden,  prät.  bleu  zu  blando  mischen,  catt  zu  vinda  winden, 
hratt  zu  hrinda  stossen  u.  dgl.  Auch  alte  lehnwörter  nehmen 
an  dieser  assimilation  teil.  z.  b.  mottoV  (anorw.  auch  manttdl) 
mantel.  kleme(v).zmessa  missa  Clementis,  mnorw.  Laure(ri)s 
Laurentius.  Wenn  aber  nt  erst  durch  synkope  entstanden  ist 
(auch  wenn  das  n  urspr.  kakuminal  gewesen  ist,  s.  §  41.  3. 
und  erst  durch  das  zusammentreffen  mit  t  dental  geworden, 
s.  §  260) : 

a)  bleibt  es  im  allg.  in  starktoniger  silbe  wegen  starker 
assoziation,  z.  b.  prät.  nenta  zu  nenna  wagen,  ntr.  vant  zu  vanr 
gewöhnt.  Mint  zu  blind  r  blind.  leipint  zu  -indr  (mit  stark 
nebentoniger  ultima)  langweilig.  Lautgesetzliche  formen  sind 
nur  ntr.  satt  zu  .w?>>>-  wahr  (wol  von  dem  m.  sapr  §  261  gestützt, 
nach  der  analogie  ghtpr  :  glatt  froh  u.  dgl.:  vgl.  superl.  sijztr 
st,  synnztr  nach  komp.  sypre  südlich),  rcettn  (neben  rd>nto.  nach 
Kckna)  erwarten;  ferner  ntr.  mitt.  pitt.  sitt.  eitt  zu  minn  mein. 
pinn  dein,  sinn  sein,  einn  ein.  wo  die  erhaltung  der  assimilation 
in  dem  überaus  häufigen  gebrauch  der  Wörter  (die  drei  ersten 
sogar  oft  als  seh  wach  tonige.  s.  unten  b»  zu  suchen  ist; 

b)  wird  es  in  schwachtoniger  silbe  (wo  n  wahrscheinlich 
von  alters  her  dental  gewesen  ist,  s.  £  41. 1 >  zu  tt.  Avelches  aber 
nach  §285.5  zu  /  verkürzt  worden  ist.  z.  b.  ntr.  fandet  zu 
bundenn  gebunden,  heipet  zu  heipenn  heidnisch,  et  (got.  jamata) 

•das'  (als  artikel). 

Anni.  2.  Nicht  durch  syiikope  entstandenes  nt  kommt  wol  uur  in 
eiuigen  lehnwörtem  vor  sowie  in  der  2.  sg.  prät.  ind.,  z.  h.  temmi  kannst. 
mant  erinnerst  dich,  munt  wirst  u.  dgl.  formen,  die  nach  1.  3.  sg.  kann. 
mm  u.s.w.  neugebildet  sind. 

Xoreen.  Altisl.  gTamm.    4.  aufl.  13 


1 94  §  266.   Regressive  assiuiilation. 

3.  nk  (altes  oder  nach  §  220  ans  ng)  >  kk,  z.  b.  drekka 
trinken,  brekka  brink,  ekke  §  110, 1  schmerz,  >eMr  §  110, 1 
mann,  sekkua  sinken,  fiokke  §  112,  1  avoI wollen,  okkarr  §  112, 1 
uns  beiden  zugehörig,  strokkr§  112. 1  butterfass,  pykkia  dünken. 
stekkua  (aschw.  stiunka)  springen,  hrekkua  §  110,1  zurück- 
weichen,  klekkna  §  HO,  1  stöhnen,  dekkr  §  110, 1  dunkel,  ykkarr 
(got.  iggar)  euch  beiden  zugehörig,  ekkia  §  128  wittwe,  bekkr 
bank,  hlekkr  (aschw.  Icenker)  fessel.  pakka  danken,  pekkr  anmutig, 
Pokke  wolgefallen,  blakkr  (ahd.  Manch)  blass,  pekkia  (got.pagk- 
jan)  gewahr  werden,  gk(k)la  (vgl.  §137,2  und  aschw.  ankul) 
fussknöchel,  hlakka  (lat.  clango)  kreischen,  makke  (nschw.  manke 
(wampe  u.  a.;  (mit  nk  aus  ng)  prät.  stakk  zu  stinga  stechen, 
sprakk  zu  springa  zerspringen,  gekk  zu  ganga  gehen,  hekk  zu 
hanga  hängen,  fekk  neben  pl.  fingom  zu  fä  bekommen  u.  dgl. 
Auch  bei  alten  lehnwörtern  tritt  assirnilation  ein,  z.  b.  akkere 
anker,  pikkisdagr  (s.  110,  1)  pfingsttag,  pl.  Frakkar  (Frankar) 
Franzosen.  Ueber  die  behandlung  eines  durch  synkope  ent- 
standenen nk  s.  §  299, 1. 

Anm.  3.  nk  kommt  vielleicht  nur  in  lehnwörtern  und  neubildungen 
wie  (litnkr  ein  beiname  (einheimisch?  vgl.  as.  dunkar  dunkel),  honk  (viel- 
leicht einheimisch)  henkel  und  hanke  haspen  (wol  aus  mndd.  hank  hand- 
habe), krankr  krank,  anorw.  senkt?  besetzt  u.a.  vor;  vgl.  noch  §299,1. 

4.  nl  >  11  wahrscheinlich  nur  unmittelbar  nach  urspr. 
schwachtonigem  vokal,  z.  b.  ellefo  (got,  ainlif:  vgl.  §  51, 1,  a)  elf, 
mullaug  (mit  urspr.  haupttoniger  ultima?)  neben  mun{d)laug 
Waschbecken  zwmund  hand  und  mit  kürzung  nach  §  285,5  kriste(n)- 
legr  christlich  u.  dgl.  (s.  Sverdrup.  Arkiv  XXVII,  147).  Ueber 
die  behandlung  des  nl  nach  haupttonigem  vokal  s.  §  299, 2. 

Anm.  4.  Beispiele  einer  assirnilation  mb  >•  bb  sind  wol  nicht 
(s.  v.  Friesen ,  Om  de  germ.  mediageminatorua .  s.  8  note)  klubba ,  klumba 
kenle,  kubbr,  kumbr  klotz :  vgl.  kamb  kämm,  lämb  lamm,  r.gmb  bauch  u.  a. 

Anm.  5.  Die  von  Noreen,  Arkiv  VIII,  147,  als  wahrscheinlich  und 
von  Kock,  ib.  XIII,  186  f.  und  XXI,  118  f.  als  sicher  angenommene  assirni- 
lation wh>hm  existiert  nicht  (vgl.  über  mu>  mm  §  278  anm.  2).  H&ma 
(zu  akinn  haut  und  air.  rem»  schuppe,  s.  Liden,  Bezz.  Beitr.  XXI,  107  ff.  i 
und  einmaliges  himna  (zu  agutn.  lümin,  nnorw.  hlm,  h'ima  haut)  häutchen 
sind  nicht  verwandt:  mälfinne  (s.  Egilsson),  -fime  beredsamkeit  und  velßnnf, 
-fime  knnstfertigkeit  gehören  zu  fhma  (er)finden,  resp.  fhnr  rasch.  Ueber 
den  von  Kock  ebenfalls  hierher  geführten  typus  kauponautr  s.  §  137  anm.  G. 
—  Eher  ist  eine  assirnilation  IM  >  mm  anzunehmen,  s.  §  299  anm.  2  und 
misl.  Bruwmadr  st.  Brtinmafrr?  ein  mannsname. 


jj  267.  268.   Regressive  assimilation.  195 

§  267.  ht  wird  vor  900  (s.  Marstrander.  Bidrag  s.  98),  ja 
nach  Eggjura  sot  (d.  h.  sott)  gesucht  zu  urteilen  wenigstens 
wnorw.  schon  um  700,  zu  tt,  das  dann  antekonsonantisch 
(s.  §  284)  und  nach  schwachtonigem  vokal  («.  §  285)  zu  t  wird. 
z.b.dötter  (ygL  mm.  pL  Öohtrin  Tune.  aisl.  äetr.  wonach  auch 
sg.  doter)  tochter.  retta  richten,  nott.  nätt  nacht,  ätta  acht, 
m/itta  mochte,  sott,  satt  (ig*,  seht)  vertrag,  frett  orakelbefragen 
(ags.  freht  orakelspruch),  rdttr  zeuge  (vgl.  ahd.  giuaht  er- 
wähnung)  u.  a.  m.  (s.  z.  b.§§  110.3;  111,2;  112,2;  113:  17'..  4  ; 
321).  Vgl.  mit  t  z.  b.  pl.  no?tr  nachte,  (ktla  i.'meugl.  ehthn,  zu 
as.  ahtön)  die  absieht  haben,  ät'wn  (zu  dtta  acht)  achtzehn. 
retr  (und  rettr  nach  den  2-silbigen  kasus)  recht,  richtig,  drötenn 
{dröttenn)  nach  dat.  drötne  fürst,  almdtegr  {-mdttegr)  nach  acc. 
mdthm  allmächtig  u.  a.:  eyvet,  -ar.  -o  §  151,2  nicht«,  pöta 
neben  haupttonigem  fiötta  schien.  ]>öt  (seltener  ßött,  vgl.  §  158 
und  §  230, 2.  s.  Jönsson  bei  Gislason.  Udvalg  af  oldno.  skjalde- 
kvad.  s.  XX».   gen.  h/rit{t)ar  §  151,2   des  allgemeinen  rechts. 

Anm.  1.  t  statt  tt  in  fneta  [gew.  f retta)  ausfragen,  prä-t(t)a  zanken 
(wonach  firetta  zank),  »it{i)a  verneinen  ist  eine  neubildung  zn  tt  in  prät. 
frtttta  usw.  nach  der  analogie  von  verben  wie  rata.  hlHo  :  prät.  vettta,  hlitto 
(s.  v.  Friesen,  De  genn.  mediageminatorna.  s.  16  note).  lata  (ahd.  gi-jäzen) 
bejahen  ist  urspr.  von  idt/o  laM.jihianj  -gestehen"  verschieden,  s.  Lideu. 
Arkiv.  TTI.  238  f.     Unklar  bleibt  t  in  Bot.  knesböt  und  söt{t),  s.  §  108,2. 

Anm.  2.  Ob  seltene  Schreibungen  wie  reeta  st.  retta,  magtigr  st.  mdttegr. 
gect  st  gart,  oktag  st.  ättok.  pokt  st.  polt,  freekt  st.  frett.  bjrictnr  st.  lyn't  J)or 
eine  dialektische  ausspräche  des  alten  spiranteu  (noch  in  literarischer  zeit) 
bezeichnen  oder  nur  Schreibfehler  sind,  bleibt  unsicher:  vgl.  Bugge.  Arkiv 
IV,  116  f.,  Runeindski  ifteu  paa  ringen  i  Forsa,  s.  57,  "Wadstein.  F.  Hom.  s.  110, 
Kock,  Undersökningar  i  sv.  sprakhistoria.  s.  81  ff.,  Liden,  Arkiv  III,  238  note. 
Noch  unklarer  sind  Schreibungen  wie  hiriftor.  Urij/tar  (vgl.  tgpto  st.  tykta 
züchtigen;  d.  lehnw.j.  lyrbrimr. 

Anm.  3.  Eine  assimilation  hd  >  dd  ist  wol  durch  auorw.  tuidda, 
tmdfanbr  (s.  §  HO  anm.  4)  belegt:  hk>kk?  s.  §  280,2  (schlnssi. 

§268.    d  und  d  werden   in   folgenden   fällen   assimiliert: 

1.  dt.  ddt  >  tt  ausnahmslos,  z.  b.  ntr.  blint  (ans  *blintt 
nach  §  283)  zu  blindr  blind,  ßtt  zu  feddr  geboren. 

2.  dt  >  tt  ausnahmslos,  z.  b.  ntr.  glatt  zu  glaftr  froh,  gott 
zu  göpr  gut. 

Anm.  1.  Gladt,  yoöt  u.  dgl.  in  späteren  hdschr.  sind  wol  nur  etymo- 
logische Schreibungen.     Anders  Hoffory.  Arkiv  II,  31  note. 

13* 


196  §269  —  271.   Regressive  assimilation. 

3.  Öd  >  dd,  wo  nicht  assoziation  hindert,  z.  b.  guddomr 
gottheit  zu  gup  gott,  hgfoddukr  kopftnch  zu  hgfop  köpf. 

4.  öl  >  /?.  z.  b.  frilla  konkubine  zu  fripell  liebhaber, 
d  mille,  millom  neben  d  mepal,  i  mipel  zwischen,  brullaup  (aisl. 
auch  bruphlaup.  anorw.  auch  briiÖlaup.  bryölanp,  bryllaup, 
brullup  §152,2)  hochzeit  zu  briipr  braut.  sUJn  <  sipla  spät, 
brdlla  <  brdpla  plötzlich,  traulla  (traup'lega)  kaum,  hrapallegr 
eilend  zu  hrapapr  eile,  kuilla  wehklage  zu  knipa  ängstlich 
sein,  mannsnamen  wie  Gkdlaugr,  -leifr.  -leih-  (und  deren  kurz- 
name  Gnlle)  neben  Gupiaugr  usw.,  Hrolleifr.  Hrollaugr  gegen 
Hröpgeirr,  -murr,  frolleikr  (St.  Hoin.)  <  fröpleikr  wissen.  Unter, 
noch  nicht  bestimmbaren,  umständen  bleibt  dl,  z.  b.  anorw. 
syöla,  aisl.  epla  eidechse,  eple  neben  apal  natur  u.  a.  m.  Vgl. 
endlich  §  292. 

Anm.  2,  ddl  ist  ebenso  (über  dl  §  284  >  öl  §  245,  2)  zu  U  geworden 
in  den  personennamen  Olleif,  -r,  Ollaug  neben  Oddleif,  -r,  Oddlang;  vgl. 
aber  Arpi,  .Nord.  stud.  s.  74. 

Anm.  3.  Vereinzelt  steht  Ob  >  bb  in  anorw.  Gu{Ö)brand,  Hobbcerder 
(isl.  Hröpbiartr)  mannsnamen;  dm  >  mm  in  anorw.  Gnmmundr  ein  manns- 
name,  vammdl  <  vdömdl  kleiderstoff ;  <hi  und  ddn  >  mm  in  anorw.  Ronny, 
resp.  Onwy  frauennamen. 

§  269.  Das  stimmhafte  f  (5)  kann  sich  einem  folgenden  S 
oder  stimmlosen  f  assimilieren,  z.  b.  abbragp  statt  afbragP  das 
was  sich  vor  andern  auszeichnet,  abbinde  stuhlzwang,  abburpr 
<  afbarpr  Überlegenheit,  obbelde  <  ofbelde  Übermut;  affgr 
abreise.     Vgl.  Hoffory,  Arkiv  II,  9. 

§  270.  ggk  wird  kk,  z.  b.  hykk  {hygg  ek)  ich  denke,  pikkat 
(*pigg-ek-at)  ich  empfange  nicht, 

Anm.  $m  scheint  anorw.  (wol  über  Htm,  vgl.  §  239,  2  und  An.  gr.  II, 
ij  258  anm.  1 )  zu  mm  geworden  zu  sein  im  mannsnamen  Ammundr,  Qm- 
nmndr  (z.  b.  schon  im  Hoprekstader  buche,  2.  band;  s.  übrigens  Lind,  Dop- 
namn)  neben  Agmundr,  Qgmundr.  —  Vereinzelte  fälle  sind  auch  :  g b  >  bb 
in  anorw.  Sibborg  iSigbiori))  ein  frauenname,  mnorw.  HabbarÖr  ein  mamis- 
name:  sf  >  1f  in  mnoiw.  Daffindcr  {JJagfinnr).  Auffallend  ist  ,$t  >  dd 
(wol  über  $d)  in  ags.  Sidroc  871  (Sigtryggr,  s.  Marstrander,  Bidr&g,  s.  159, 
und  Björkman,  Nordische  Personennamen,  s.  120)  ein  mannsnaim\ 

§271.  pt  wird  im  mnorw.  dialektisch  zu  tt,  z.  b.  tutt 
(anorw.  tupt  <  tuft;  vgl.  nisl.  tott  <  aisl.  töpt:  s.  §  112, 1)  bau- 
platz ,   anorw.  (bes.  mnorw.)   und   orkn.  a(t)ter  <  aptr  zurück, 


§  272.    Regressive  assimüatiou.  l-'< 

noch:  s.  ILegstad.  Yestno.  maalf.  IL  1.  s.  35  und 
FI.  2.  i.  s.  138.  UO.   Hild.  s.  66,   0.  Sknlerud.  Telemaalet.  s.  TP. 
Anm.    Vereinzelt  stebt  pk  >  kk  im  seit.  (s.  Fritzner)  skakker  <  «tapfer 
(mid  volksetymologiseh  sknptker)  bowle:  S.Falk.  Arkiv  XIII.  90S. 

§  272.  /  wird  im  aisl.  and  vielen  anorw.  mundarten  in 
literarischer  zeit  in  folgenden  fällen  assimiliert: 

1.  //>//.  /..  b.  kaU  <  hui  alter  manu,  ketting  <  kerling 
altes  weib.  toti  fori  jarl.  polfci  is.-hon  in  St.  Honu  <  varfa 
kaum.  framaUa  |  sc&on  >T  Hom.)  <  framatrla  weiter  vorwärts,  die 
mannsnamen  Polhifr  <  Porleifr.  Polkikr  <  Porldla.  Stullaug-r 
(als  kurzuame  Stuüe)  '  Sturlaitgr  u.  a.  m..  s.  bes.  Gislason. 
Njäla  IL  435  ff..  Efterladte  skrifter  IL  165  f. 

Anm.  1.  In  gewissen  gegendeu  ist  uur  tautosyüabisckes  ri  assimiliert 
worden,  z.  b.  aisl.  fcotf,  aber  dat.  pl.  kprlum  n.  a.  (Hb.,  s.  XLIX). 

2.  m  >  ><».  z.  b.  anorw.  Bionn  (schon  im  Hoprekstader 
buche.  2.  hand.  vor  1300)  ein  mannsname  vgl.  §  244).  honu 
(ib.)  hörn  st.  Biorn,  resp.  hörn,  in  personennamen  häufig  . 

st..  Am-,  pl.  (ib.)  prestanner  {-arner)  die  priester:  püfonner  die 
päpstc;  vgl.  J.  Storni  in  Norvegia  1. 101. 124  note.  Im  aisl.  ist 
wol  die  assimilation  etwas  später  als  im  anorw..  aber  jedenfalls 
vor  1400.  eingetreten  (vgl.  Arkiv  IX.  382  und  Arpi.  Nord.  stud.. 
>.  75 1.  Nach  air.  Vorfand  1014  aus  Porbiom  zu  urteilen  ist 
r«  (das  iu  air.  lehnwörtern  derselben  zeit  in  lianpitoniger  silbe 
durchgehend*  steht)  im  südnorw.  weit  früher  in  schwaehtoniger 
als  in  haupttoniger  silbe  zu  u»  geworden  (s.  Marst  rander. 
Bidrag.  s.  129  f.  und  151). 

Anm.  2.  Anderer  art  ist  wol  spemtu  (,prät.  spenta  und  spunn)  neben 
wahrscheinlich  unverwandtem  sptnw  (qpemta,  sporn)  einen  fussstoss  ver- 
setzen; vgl.  nscbw.  dial.  »pärma  (gpaim).  S.  Persson,  Beiträge  zur  indog. 
Wortforschung,  s.  412  nute  2. 

3.  r«  >  ss  (doch,  der  assuziatiun  wegen,  nur  ausnahms- 
weise wo  *  der  flexionseudung  gehört,  z.  b.  Cod.  AM.  921,  4" 
annas  staßar  statt  aamars  st.  anderswo),  z.  b.  foss  <  fors  was>^i  - 
fall,  huessu  <  huersc  wie.  skass  <  skars  hexe,  mnorw.  Besst 
<  Berse  ein  mannsname.  In  einigen  hdschr.  nur  wenn  rs 
antekonsonantisch  steht,  weshalb  ss  (nach  §  284)  zu  *■  verkürzt 
wird,  z.  b.  fy(r)str  erster.  rc(r)sna  sich  verschlimmern,  poi  ■ 
dorsch.  bu(r)st  börste  u.  a.  m.  (s.  Gislason.  Efterladte  skrifter 


•  9$  §  273.  274.  Regressive  assimilation. 

II.1661)  Die  assimilation  ist  nach  ausweis  der  skalden- 
assonanzen  wenigstens  schon  um  1300  (vereinzelt  schon  um 
1200,  z.  b.  Rimb.  fyst  anorw.  Cod.  AM.  655,  4°,  IX  huassu  wie) 
da:  s.  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X.  186;  Morgenstern,  I.  F.  Anz.  VI,  96. 

Anin.  3.  Hieraus  erklärt  sich  wol,  dass  man  (durch  umgekehrte 
Schreibung)  bisweilen  rs  statt  etymologisch  berechtigten  ss  geschrieben 
findet;  so  besonders  in  anorw.  hdschr.  (aisl.  beisp.  s.  z.  b.  Hb.,  s.  XLV). 

Anm.  4.  Ueber  eine  andere  behandlung  der  gruppen  rn,  rs  im  onorw. 
8.  §  252. 

§  273.  ss  wird  zu  ss  assimiliert  und  dann  eventuell  nach 
§  284  verkürzt,  z.  b.  3.  sg.  präs.  ind.  pass.  kallask  aus  *kallaR-s(i)k 
nennt  sich,  mannsnamen  wie  gen.  Porgei(r)s,  anorw.  Gesteein 
(aisl.  Geirsteinn). 

Anm.  1.  Eine  assimilation  Rl  >  U  (mit  späterer  kürzung)  wird  wol 
vom  onorw.  mannsnamen  G(?i(r)laug>-  (zu  geeirr  aus  *gaiSaB  speer)  vor- 
ausgesetzt. 

Anm.  2.  Ueber  eine  möglicherweise  vorhandene  assimilation  Rr  >  rr 
s.  Pipping,  Neuphilologische  Mitteilungen  1909,  s.  214. 

§  274.    t  wird  in  folgenden  fällen  assimiliert: 

1.  tk.  ttk  >  kk,  z.  b.  nekkuerr  (s.  §  128)  irgendein,  seit. 
huakke  <  huatke  was  auch  immer,  seit,  pakke  (fiatke)  'nicht 
einmal  das'  (l)orkelsson,  Supplement  IV,  186).  ekke  <  seit,  etke 
(s.  §  128)  nichts,  vekke  <  cet(t)ke,  vcettke  nichts,  acc.  sg.  m.  (schon 
in  der  Flatdaler  rasehr.  um  1150)  almakkan  <  -mdttkan  (vgl. 
§239,  l,a)  zu  almattegr  allmächtig,  ffrokkell  (s.  §  238,  2,  e). 
Bokke  (<  *Botke  <  *Bopke  zu  Boßuarr,  s.  Lind,  Dopnamn, 
s.  185)  mannsnamen,  hlykk  (aus  hlyt-ek)  ich  bekomme,  lekkuji 
(aus  leet-ek-at)  ich  lasse  nicht,  anorw.  vcekka  (*vcetka)  feuchtigkeit 
u.  a.  (s.  Bugge.  Tidskr.  f.  Phil,  og  P&d.  IX,  125;  Studier,  s.  137 
note). 

2.  ts  (,?)  >  88  in  iutervokalischer  Stellung  (über  antekons.  ts 
s.  §303, 2)  dialektisch  schon  um  1150,  allgemein- (wo  nicht 
assoziation  hindert)  seit  um  1250,  z.  b.  bfesson  (blezon)  segen. 
Gissurr  (Gizorr)  ein  mannsname,  Piassi  (Piaze)  ein  riesen- 
name  u.  a.;  s.  Mogk,  Anz.  f.  d.  A.  X,  66;  Gislason,  Njäla  II,  626  ff. 

Anm.  Vereinzelt  steht  tl  >  U  (wol  über  dl,  s.  §268,4  und  §248) 
in  Porkell  u.  a.  mannsnamen  auf  -kell  <  -ketl  (so  sehr  seit.,  z.  b.  im 
mnorw.  Ortsnamen  JiafnkeUsstadir)  statt  -tetell  nach  dem  dat.  -hatte;  vgl. 
§  359,  2. 


;  JT5.  276.   Progressive  assiuiilation.  H-W 

b)  Progressive  Hssiuiilation. 

£270.  //>.  np  werden  zu  U,  resp.  nn  wenigstens  um  950, 
wie  aus  ags.  lehnwörtern  wie  Gunner  Günther  (Björkman. 
Nordische  Personennamen,  s.  84 1)  u.  a..  sowie  auch  Reichenauer 
Xecrologium  Arnur  (d.h.  Amörr  <  Arnpdrr)  ein  mannsname 
hervorgeht,  aber  noch  nicht  um  700.  nach  Valby  .<fu,tp  zu 
urteilen,  wiewol  andererseits  aus  läpp,  skidne  (<  urn.  skinna. 
8.  Wiklund.  Finn.-Ugr.  Forschungen  XII.  34  f.)  hervorzugehen 
scheint,  dass  die  assimilation  irgendwo  schon  vor  dem  Schwund 
des  auslautenden  et,  also  c.  700.  vorhanden  war;  vgl.  Xoreen. 
G-eschk-hte  •  £  <<.  1»'>.  Z.  1>.  goU.  yitli  (got.  gnlp)  gold.  IbUr  (got. 
/?><//>*)  hold.  W/Ve  (got.  tdpiza)  älter.  faritr  (vgl.  got.  halpei) 
geneigt,  voür  < ahd.  »ald)  feld.  prät, /W/  (seit.,  s.  Egilsson:  gew. 
/'eft.  dem  pl.  nachgebildet,  nach  §  220:  vgl.  got.  faifaip)  zu  fakla» 
falten,  prät.  hell  (seit.,  s.  Egilsson;  gew.  helt.  s.  §317. 2.  a»  zu 
halda  halten,  prät.  oVa  zu  >aldn  walten.  Vllr  (got.  mäpt»\ 
vgl.  urn.  owljmfrcwan  Torsbj*rgi  ein  göttername:  annarr  (got. 
anpai)  ein  anderer.  /?><>/«  (got.  pnjwo)  finden.  MMNir  (nm^r 
§261;  got.  mmnps)  mund.  <Hiw  (vgl.  ahd.  scindan)  haut,  /öih/- 
lahd.  lint)  lindwurm.  unnr  (ahd.  undea)  welle,  hlennt  (vgl.  ahd. 
hndtri.  ags.  hUdere)  räuber.  ümm  (vgl.  mhd.  rinden)  flinte. 
(vgl.  got.  >////<-.<•:  gang,  kynne  (got.  kunpi)  künde,  prät 
jhmna  (got.  kunpd)  konnte,  prät.  wnm  liebte,  mtnne  (got. 
gaminpi)  gedächtnis.   Homm  (got.  nanfijan)  wagen,   tonn  (vgl. 

got.  tunpus)   zahn.   8 — -:   got.  sicinps)  weise.  wwm<ft 

(ags.  mtot»)  von  süden  her.  aannr  (sapr:  ags.  sotf.  lat.  sOns, 
gen.  söntis)  wahr.  o&mmi  (ygi  ahd.  alwf)  eine  fischart.  stinnr 
(stipr:  ags.  »&ffj  steif,  u.  a.  m.  (vgl.  jj  317.  2\. 

Anm.  In  onorw.  nmndarten  der  mnorw.  zeit  werden  Id.  nd  zu  //. 
resp.  nn,  z.  b.  VestfoU  (so  auch  Hb..  s.  XLV.  wol  norvagisuvus)  <  -/bW  ein 
landschatt>nauie,  Bungi>>U<^  Ragnhildr  ein  frauennaine:  battn  <  6m«f  band. 
S.  bes.  Hsegstad.  Vestno.  maalf.  II.  2.  i.  B.  148.  resp.  146  f. 

§  276.  tö  wird  zu  tt  ausnahmslos,  z.  b.  atte  (got.  ahtuda) 
der  achte,  prät.  betta  (got.  bötida)  büsste.  prät.  inatta  (got. 
tnatida)  schlürfte,  gaftuttu  (aus  *gaft-at-Öu)  du  gabst  nicht. 
briöttu  (briöt  du)  brich  (du),  pöttu  (aus  *pöh-at-du)  obgleich 
du.  Httat  (litt  Öat)  ein  wenig,  u.  a.  (s.  Wadstein.  F.  Hom.. 
s.  115).  —  Ebenso  würde  dö  zu  dd  werden;  nach  £  283  ist 


200  §  277.  Progressive  assimilation. 

aber  kürzung  des  dd  eingetreten,  z.  b.  prät.  vendu  (got.  wandida) 
zu  venda  wenden. 

Anm.  Eine  assimilation  td  i^oder  vielleicht  auch  hier  td,  s.  §  228, 1 ) 
>  tt,  woraus  nach  §  283  t,  zeigen  anorw.  Ortsnamen  wie  Aftalr  «  *Aft- 
dalr),  Gtestalr  n.  a. ,  s.  Fritzner  1.286.  —  Ebenso  ist  pb  (oder  pb)  zu  pp 
geworden  im  aisl.  Ortsnamen  Pappyli  aus  -byli  (s.  Kalund,  Bidrag  til  en 
historisk-topografisk  beskrivelse  11,276). 

§  277.  Die  gruppen  h.  ns,  r/t.  s&  (über  ms  s.  anm.  4 
unten)  wurden  g^gen  das  ende  der  urn.  zeit  fast  überall  zu 
resp.  II,  nn,  rr,  ss  (woraus  später  oft  l.  n.  r.  s.  s.  §  283.  §  285,  5. 
§286).    Folgende  fälle  sind  zu  unterscheiden: 

1.  Wo  ein  langer  vokal  (oder  diphthong)  oder  ein  kurzer, 
sohwachtoniger  vokal  vorhergeht,  tritt  assimilation  ein,  z.  b. 
stöll  (got.  stöls)  stuhl,  heul  heil,  ketell  kessel  (vgl.  air.  Ereil 
848  ein  inannsname  —  s.  Marstrander.  Bidrag,  s.  115  und  159  — 
aus  urn.  erilaR  Lindholm,  Kragehul.  Järsberg);  3.  sg.  präs.  skinn 
zu  skina  glänzen,  steinn  (schon  Eggjum  c.  700  stAtn  aus 
stainuR  Krogsta?)  stein,  heitenn  (urn.  haitiua  h  Tanum)  geheissen 
(vgl.  schon  Eggjum  skorin  aus  *skorewiK  geschnitten:  ferner 
air.  Agonn  aus  Hdhmn,  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  118);  mcerr 
(urn.  -marin  Torsbjaerg)  berühmt,  aurr  sand,  hamarr  hammer 
(vgl.  air.  Badbarr  vor  850  —  aisl.  Bofyuarr  ein  mannsname); 
iss  eis,  3.  sg.  präs.  eyss  zu  ausa  schöpfen,  lauss  (um.  -Iausr 
Björketorp)  los,  ymiss  wechselnd. 

Anm.  1.  Statt  ss  tritt  um  1800  bei  adj.  auf  -s  in  obliquen  kasus 
analogisches  ir  auf.  z.  b.  g.  pl.  vlssa,  später  visra  (nach  göpra  u.  a.  formen 
gebildet)  zu  viss  weise,  g.  sg.  f.  i'/missar,  -srar,  dat.  sg.  f.  ymisse,  -$ri, 
g.  pl.  ymissa,  -sra. 

2.  Wo  ein  kurzer,  starktoniger  vokal  vorhergeht: 

a)  Treten  rr,  ss  überall  ein.  z.  b.  barr  (vgl.  got.  bariz-eins) 
nahrung.  ferne  (vgl.  nhd.  färse)  stier,  byrr  günstiger  fahrwind. 
rgrr  niederschlag  (vgl.  lat.  versus  strich),  Purr  (vgl.  got.paürsus) 
dürr,  verre  (vgl.  got,  waiirsiza)  ärger,  3.  sg.  präs.  ferr  zu  fara 
reisen,  less  zu  lese,  lesen,  yss  lärmr  ]jys.s  getümmel,  gyss  spott. 
Vgl.  §  286  anm. 

b)  Dagegen  ist  11  verhältnismässig  selten,  z.  b.  fiall  felsen, 
3.  sg.  präs.  gell  (und  gelr)  zu  gala  singen,  stell  (seltener  stelr) 
zu  stela  stehlen,  skill  (und  skilr)  zu  skilia  scheiden,  vill  (sehr 
seit,  vilr)  zu  mlia  wollen,  anorw.  (Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i, 


?;  277.   Progressive  assinnlation.  -Ol 

s.  144)  teil  (gew.  telr)  zu  telia  zählen.  Gewöhnlich  aber  steht 
lr.  z.  b.  oh\  eher  erle,  3.  sg.  präs.  hylr  zu  hyliu  hüllen,  sclr 
seehund.  mehr  sandhaufe.  Der  grund  der  doppelheit  ist  unklar 
(vgl.  Tamni.  Beitr.  VII.  453:  Kock,  Spräkhist.  unders.  om  svensk 
akeent  IL  452  f..  Arkiv  VI.  52  f..  VIII.  386.  XIII.  193 f.. . 

c)  »«  bleibt,  wo  die  gmppe  durch  synkope  entstanden  ist, 
unassimiliert.  z.  b.  suanr  schwan.  Unr  mild.  3.  sg.  präs.  vewr  zu 
Kenia  gewöhnen  u.  a.  dl  Nur  scheinbare  ausnahmen  sind  solche 
fälle,  wo  der  vorhergehende  vokal  entweder  ursprünglich  lang 
gewesen  ist.  z.  b.  kann  er  (§  127. 1).  dat.  kenne  (gen.  kennar) 
ihr  (§  127.  6),  minn  mein,  pinn  dein,  sinn  sein  (§  127,  2),  oder 
gewöhnlich  schwachtonig  ist.  z.b.enn  (got.  jains)  4der  (als 
artikel).  hinn  jener  (auch  als  artikel).  Solche  formen  sind 
also  nach  1  oben  regelmässig.  —  Dagegen  wo  die  gruppe 
schon  um.  ist.  wird  ni  (**?  s.  §224)  immer  zu  nn  assimiliert, 
wiewol  dies  nn  später  immer  nach  §  284  gekürzt  worden  und 
dann  nach  £  299.  5  oder  §  266  geschwunden  ist.  z.  b.  aec  daya 
(got.  dayans)  tage,  tud  (got.  ticans)  zwei.  anorw./»r  (got.  prins 
£  110. 1)  drei,  prettän  (*prinntän  §  2(36,  2)  dreizehn,  tottoyo  (vgl. 
got.  taans  tiyuns)  zwanzig:  vgl.  noch  §261  anm. 

Anna.  2.  Auffallend  ist  das  einigemal  vorkommende  anorw.  so**,  sunn 
('s.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  II,  2,  i:  s.  145  und  Hertzberg,  seit,  aisl.,  s.  Egilsaon ; 
got.  hnum)  söhn  neben  seit,  sour  i'aisl.  gew.  sonr.  s«>»r)  und  gew.  sov.  (viel- 
leicht urspr.  als  letzte  Zusammensetzungsglied  wie  regelmässig  im  aisl.». 
seit.  IM 

3.  Wo  ein  konsonant  vorhergeht,  müssen  die  durch  assimi- 
lation  entstandenen  U.  nn.  rr.  ss  zu  /.  n.  r,  s  werden  (§  283). 
z.  b.  iarl  (vgl.  urn.  erilar.  Lindholm.  Kragehul.  Järsberg)  jarl?. 
krafn  (urn.  kardbanaa  Jftrsberg)  rabe.  vdkr  (tum.  wahra*  Rei- 
stad)  wachsam.  Jd(f)t,-  (uro.  Öoktri*  Tone)  töchter.  jmrs  riese. 
lax  lachs. 

Anm.  'A.  In  adj.  auf  -n  i*t  in  den  obliquen  kasus  da«  /■  analogisch 
wieder  hergestellt  worden.  /..  b.  gen.  sg.  f.  iafmrm  mach  göprm  u.  dglA 
dat.  sg.  f.  iufnre.  g.  pl.  iafnm  zu  iefk  eben  Später  können  auch  derartige 
formen  bei  adj.  auf  -.-•  vorkommen,  z.  b.  fr<öJs(rtar.  -()•)>'.  -rra  zu  (Hat 
freigeboren,  htiassirjar.  -ini.  -na  zu  huas*  scharf. 

Anm.  4.     Ober  die  Wörter  auf  -//.  -».»  s.  unten  4. 

4.  Eine  Sonderstellung  nehmen  die  Wörter  auf  //  uud 
nn  ein: 


202  §  278.   Progressive  assimilation. 

a)  Nach  11  steht  fast  ausnahmslos  r,  was  sehr  wol  laut- 
gesetzlich  sein  kann  in  den  fällen,  wo  11  aus  ip  (§  275)  ent- 
standen ist,  z.  b.  hollr  hold,  eure  älter;  denn  in  dieser  Stellung 
ging  r  (nach  §  265)  sehr  früh  in  r  über,  welches  nicht  assimi- 
liert wird.  Aber  sonst  muss  wol  llr  auf  analogiebildung  (statt 
des  sehr  seltenen  11)  beruhen,  z.  b.  3.  sg.  präs.  fellr  zu  fallu 
fallen,  allt;  gen.  pl.  alba  (No.  Hom.  lmal  alla),  gen.  sg.  f. 
allrar  (St.  Hom.,  Pläcitüsdräpa  und  No.  Hom.  je  lmal  allar), 
dat.  sg.  f.  allre,  ganz,  illr,  gen.  pl.  iura  (St.  Hom.  1  mal  illa).  bös. 

b)  Nach  altem  im  ist  n  assimiliert  in  minne  (got.  minniza) 
minder,  pl.  menn  (*manniR,  got.  mans)  neben  me]>r  (seit,  mennr, 
s.  §  261)  männer,  3.  sg.  präs.  brenn  (alt;  später  brennt-,  brefir) 
brennt,  renn  (rennr)  reimt,  fliesst;  sonst  steht  allgemein  anal. 
mir  oder  (nach  §  261)  J>r,  z.  b.  brunnr,  brupr  brunnen,  mafir 
(alt  mannt;  seit,  mann,  erst  spät  öfter  mann  nach  dem  acc.) 
mann  u.  a.  m.,  s.  §  261.  Wo  aber  nn  aus  n]>  entstanden  ist 
(§275),  steht  lautgesetzlich  (vgl.  aber  Kahle,  I.  F.  Anz.  V,96 
und  Pipping,  Stud.  nord.  fll.  VI,  5,  s.  55)  pr  oder  anal,  nnr,  weil 
in  dieser  Stellung  r  sehr  früh  (nach  §  265)  zu  nicht  assimilier- 
barem r  wurde,  z.  b.  gupr,  gunnr  (ags.  güd)  streit ;  jedoch  hat 
man  neben  pl.  tepr  (seit,  tennr)  auch  tetin  zahne  (vgl.  sg.  htm 
neben  Hildetannr),  neben  upr,  unnr  (ags.  äff)  woge  die  vielen 
frauennamen  auf  -unn  (neben  -upr,  -unnr),  z.  b.  Ipunn,  Pörunn. 

Anm.  5.  Auch  mR  ist  wol  nach  schwachtonigem  vokal  zu  mm  (woraus 
dann  nach  §  285, 6  m)  assimiliert  worden.  Wenigstens  kommt  im  No.  Hom. 
10 mal  dat.  pl.  pttumm  neben  sonstigem  pllom  'allen'  vor  (s.  Wadstein, 
F.  Hom.,  s.  135).  In  derselben  weise  entstanden  sind  fälle  wie  letom  <  **0»ä 
(Mio  mer,  s.  §  158)  sie  Hessen  mir,  erom  (ero  mir)  sie  sind  mir  u.  dgl. 
Vgl.  dat.  pl.  seit,  tueimr  (gew.  und  ältest  tueim  —  eine  urspr.  dualform, 
ags.  tiväm,  s.  Loewe,  KZ.  XLIII,  91  f.  —  s.  Jönsson.  Hb.,  s.  XXX)  analogisch 
(nach  primr,  s.  Loewe,  a.  o.,  s.  92)  zweien,  gew.ßrimr  (später /w/w»  —  so 
1  mal  schon  in  St.  Hom.  —  nach  anderen  dat.  pl.)  dreien  mit  -mr  nach 
starktonigem  vokal  und  urn.  geektmM  (Stentoften)  gasten  mit  noch  un- 
assimiliertem  -mR.  Fromm  (got.  framis ,  s.  Sievers,  Beitr.  XV,  405  note) 
'hervor'  ist  wol  ursprünglich  nur  schwach  tonig  gewesen  (daher  später  — 
aber  in  der  skaldeupoesie  noch  äusserst  selten  [wiewol  schon  bei  Egell], 
s.  Jönsson  bei  Oislason ,  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad ,  s.  XVII  f.  —  fram 
nach  §  285, 1  und  3),  dann  aber  auch  stark  tonig  gebraucht  worden. 

§  278.  Eine  eigentümliche  assimilation  von  anlautendem 
ic  mit  einem  vorhergehenden,  auslautendem  m  kommt  vor  in 


4J  279-   Konsonantendehmiug  vor  kunsonanz.  203 

fällen  von  enklise  wie  oprom  megen  (statt  regen n.  s.  Kock. 
Arkiv  XXXV,  82)  oder  megom  (statt  cegom)  auf  der  andern 
seite.  böpom  m.  auf  beiden  Seiten.  ollom  m.  auf  allen  seiten 
u.a.;  dann  steht  megen.  megom  auch  in  ausdrücken,  wo  das 
nächstvorhergehende  wort  nicht  auf  m  endet.  In  derselben 
weise  sind  die  fast  ausschliesslich  anorw.  formen  mit.  met 
neben  cit.  ret  -wir  zwei*,  mer  neben  cer  'wir*  entstanden,  denn 
diese  pronomina  standen  oft  unmittelbar  nach  ihrem  verbum. 
das  auf  -m  auslautet,  z.  b.  anorw.  hallum  mer  wir  rufen. 

Anm.  1.  mb  wird  nach  schwachtonigeui  vokal  zu  mm,  woraus  m  »ach 
§285,1.  Altes  beispiel  ist  nur  die  präpos.  umb  (alt  und  dichterisch,  s. 
Jönsson.  Skjaldesprog.  s.  122),  später  umm  (anorw.  bald  nach  1200.  s.  Wad- 
stein, F.  Hom.,  s.  135,  Hertzberg.  s.  660),  gew.  mm  um.  Spät  mnorw.  tritt 
mb  >  mm  auch  in  starktoniger  silbe  auf,  s.  Haegstad.  Vestno.  maalf. 
II.  2,  i,  s.  146. 

Anm.  2.  Schwachtoniges  mn  ist  wol  zu  mm  (woraus  nach  §  285,  5  m) 
assimiliert  worden  in  dem  mit  suffigiertem  artikel  verseheneu  dat.  pl.,  z.  b. 
seit,  mpnnomnom  >  *mr»tnom(»>')om  (aschw.  monnomom .  s.  An.  gr.  II, 
§  294, 1)  >  gew.  monuvnom  iinit  dissimilation  des  mittleren  m  um  die 
spezifische  dativeuduug  -om  zu  wahren;  vgl.  auch  §  258  anm.  1)  den 
männern;  s.  Liden,  Bezz.  Beitr.  XXI,  110  note  3;  Noreeu,  Geschichte3 
§  267,  c. 

2.    Sonstige  fälle  von  konsonantendehnung. 

§279.  Vor  einem  anderen  konsonanten  tritt  dehnung 
in  folgenden  fällen  ein: 

1.  Vor  kons.  I  werden  (vor  900)  g  und  k  nach  kurzem 
vokal  zu  gg.  woraus  (vgl.  öd  >  dd  §  238, 1.  a)  gg.  resp.  zu  kk. 
z.  b.  leggia  (got.  lagjari)  legen,  hyggia  (got.  hugjan)  denken, 
byggia  (got.  bugjan)  vermieten,  hryygr  (gen.  -iar)  rückgrat,  egg 
(gen.  -iar)  schneide:  lykkio  schlinge  zu  lok  schluss.  bikha 
neben  greybaka  hündin.  anorw.  hornekkio  j  s.  Bugge  bei  Hertz- 
berg) neben  aisl.  kornreka  (winkel)beischläl'erin.  anorw. 
(s.  Hertzberg)  kmekkia  (zu  hscIiw.  knokai  zerknicken,  bekkr 
(gen.  -iar)  bach.  Weil  in  den  meisten  fällen  nach  g.  k  bald 
kons,  i  stand,  bald  nicht,  ist  sehr  oft  ausgleichung  eingetreten 
—  bei  g  gewöhnlich  zugunsten  der  geminata  (gg).  bei  Ä'  gew. 
(bes.  im  aisl.)  zugunsten  des  kurzen  lautes  —  oder  auch  sind 
doppelformen  entstanden,  z.  b.  präs.  liggr  statt  Ugr  (anorw- 
nicht  seit.;  aschw.  ligher,  got.  ligis)  nach  Hggio  liegen,  ßig(ß)r  zu 


204  §  279.   Konsonantendehnung  vor  konsonanz. 

piggia  empfangen,  seggia  (z.  b.  Cod.  Tunsb.  oft,  sonst  sporadisch. 
s.  Gislason,  Njäla  II.  451  ff.,  Jonsson,  Skjaldesprog,  s.  109) 
neben  gew.  segia  sagen  nach  präs.  seger,  pegia  (Cod.  AM. 
645,  4°  2 mal  fieggia)  schweigen  nach  präs.  peger;  \)\.bekker. 
Grikker  (und  Grikkiar,  seit.  Griker)  nach  gen.  bekkia,  resp. 
Grikkia  Griechen,  vekkia  neben  vekia  wecken  nach  präs.  vekr, 
anorw.  acc.  sg.  scv(k)kian  neben  aisl.  sekian  zu  scekr,  resp.  sekr 
schuldig,  anorw.  soe{k)kia  schuldig  machen,  anorw.  pce(k)kia 
neben  aisl.  pekia  decken  zu  pak  dach,  anorw.  rce(k)kia  neben 
aisl.  rekia  recken,  aisl.  (oft)  rekia  neben  rekkia  bett,  ly(k)kia  f. 
eingezäuntes  grundstück,  v.  zuschliessen  u.  a.  m.  (vgl.  Bugge, 
ßeitr.  XIII,  171  f.,  Gislason,  Njäla  II,  351  ff.,  Annaler  1863^ 
s.  329). 

Anm.  1.  In  literarischer  zeit  tritt  im  anorw.  (ziemlich  sporadisch, 
z.  b.  piöreks  saga,  Cod.  Tunsb.)  dehnung  auch  bei  n  und  /  (hier  auch  im 
aisl. ,  obwol  sebr  selten)  vor  kons.  »  auf,  z.  b.  syiinia  weigern,  brynniu 
brünne,  oittia  besuchen,  scettia  setzen,  sittia  sitzen  u.  a.  gleich  aisl. 
si/nia  usw. 

2.  Vor  kons,  u  (w)  wird  (wol  zur  selben  zeit)  k  nach 
kurzem  vokal  zu  kk,  z.  b.  slekkua  auslöschen  zu  slokenn  erloschen. 
nnkkue  nachen,  pykkr  (acc.  pykkuan;  vgl.  air.  tiug)  dick.  Oft 
kommen  durch  ausgleichung  doppelformen  vor,  z.  b.  rek(k)ua 
finster  werden,  rek(k)r  (got.  riqis)  finsternis,  acc.  sg.  m.  kuikuan 
neben  seltenerem  kuikkuan  (kykkuan)  zu  kuikr  lebendig. 
nekikjaepr  (vgl.  §  226  und  got.  naqaps)  nackt,  anorw.  präs. 
ocekkir  zu  vek{k)ua  zum  fliessen  bringen. 

3.  Vor  l  werden  ^  k  sporadisch  zu  (gg.  woraus)  gg,  resp. 
kk,  z.  b.  mgg(g)lan  das  brummen,  pl.  mik(k)ler  zu  mikell  gross, 
dat.  iok(k)le  zu  iokoll  eiszapf en  u.  a,;  vgl.  Gislason,  Njäla  II,  443. 
Wadstein,  F.  Hom.,  s.  134;  Jones,  Phonology  of  the  Elis  saga. 
s.  24,  Gering,  Isl.  Mv.  I,  XX. 

Anm.  2.  Vor  /•  werden  im  anorw.  (selten  im  aisl.)  k  und  t  sporadisch 
gedehnt,  z.  b.  blak(k)>a  flattern.  c«k(k)r  wachsam,  gen.  pl.  spak(k)ra  zu 
spakr  weise;  biet(t)ri  besser,  oitit)ra  klugheit,  präs.  ettar  (§l61,b)  statt 
etr  zu  eta  (bisweilen  anal,  etta)  essen.  Vgl.  u.  a.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  134, 
Hb.,  s.  LVII.  —  Mnorw.  kann  d  vor  r  (zu  da)  gedehnt  werden,  z.  b.  fryääer 
<  {P)yÖr  euch,  medäer  <  meÖr  mit ;  s.  Larsen,  Arkiv  XVIII,  86. 

Anm.  8.  Vor  n  kommt  dehnung  sehr  seit,  (am  häufigsten  bei  t, 
B.  Hb.,  s.  LVII)  vor,  z.  b.  vü(t)ne  zeuge,  f}6t(t)n  ein  Ortsname,  nom.  pl.  m. 
ty<f(y)ner  zu  lygenn  lügnerisch. 


§280.   Konaonantendehnung  nach  langem  vokal.  206 

§280.  Nach  langem,  haupttonigem  vokal  tritt  bis- 
weilen dehnung  ein  (vgl  über  diese  schwierige  frage  Noreen. 
Arkiv  VI.  319  ff.,  und  Kock.  ib.  TU  334  ff.).    Die  fälle  sind: 

1.  In  urspr.  (d.  h.  urn.  auslaut)  wenigstens  bei  /.  z.  b. 
prät,  hctt  (seit.,  s.  Laisson.  s.  141.  sp.  2.  Hertzberg.  s.  859, 
IL  Olsen.  Volsunga  saga.  s.  XL)  hiess  und  lett  (im  Hoprek- 
stader  buche;  aschw.  seit.  Isett.  s.  An.  gr.  II.  §297  anm.  4)  Hess 
neben  gew.  het  und  Ut:  ilft  (oft,  s.  Hertzberg.  Haegstad.  Vestno. 
maalf.  I.  s.  133  und  II.  2.  i.  s.  171,  F.  Jonsson.  Gunnlaugs  saga, 
s.  VIII.  E.  Olson,  Yngvars  saga  LXXIl..  Kälund,  Alfraeöi 
islenzk  I.  xv;  vgl.  das  sehr  häufige  aschw.  utt  s.  An.  gr.  II,  a.  o.; 
ob  vielleicht  aus  *i<t-at  wie  hit.  anorw.  pit  u.  a.  nach  §  158 
gebildet'?),  wonach  anal,  uttnu.  littar.  uttnstr,  neben  iit  (litan 
usw.)  hinaus. 

Anm.  1.  Imper.  wie  blöü  opfere,  grätt  weine  neben  blöt,  grät  können 
aus  blöttu  (<  blöt-Öu  %  276),  grätt*  abstrahiert  sein;  prät.  wie  biött  wohntest. 
fu'ott  hiebst  neben  seit.  biot.  hiöt  können  zu  der  1.  sg.  feto,  hiö  neugebildet 
sein  nach  der  analogie  sfött  «*f>toht  §267)  schlugst,  hlött  lachtest  zu 
slö,  hlö. 

2.  Wo  der  konsonant  durch  synkope  mit  dem  vokal 
zusammentrifft,  wird  wenigstens  r  vor  unbetontem  vokal 
gedehnt  (doch  noch  nicht  in  den  ältesten  hdschr.),  z.  b.  gen. 
sg.  f.  grär(r)ar.  dat.  sg.  f.  grar(r)e,  gen.  pl.  grdr(r)a  (wonach 
nom.  sg.  m.  seit,  grdrr  neben  gew.  grdr)  grau,  komp.  fcer(r)e 
weniger,  smder{r)e  geringer,  ngr(r)e  neuer  u.  dgl.,  H16(r)ripe 
(zu  hlöa  heiss  sein:  vgl.  §  151,  6)  ein  Torsname:  vielleicht 
auch  /•  in  fällen  wie  sek(k)a  aus  *se-(e)k-a  ich  sehe  nicht. 
dk(k)a  ich  habe  nicht  u.  a.,  wiewol  andererseits  möglich  ist. 
dass  sekka  aus  *seh-k-u,  *äh-k-a  mit  assimilation  des  hk  zu  kk 
(vgl.  ht  >.tt§  267)  entstanden  sind. 

Anm.  2.  Nicht  hierher  gehört  das  schon  in  einigen  der  ältesten  hdschr. 
iz.  b.  Cod.  AM.  315  F  —  s.  §  15,  B.  b,  4  —  wo  peim\  aber  noch  fctre,  nicht 
fterrt)  alternativ  vorkommende  -rr-  der  nicht  durch  synkope  entstandeneu 
formen  peirirun:  -r(r)e.  -r(r)a  'derfen.  deren'  nach  deren  analogie  dann 
zum  pron.  tiA  'dieser'  pc<*ar  r  «r.  -rtr(i-y,  nrirui  statt  /mmt,  -m,  -sa  ent- 
standen sind.  Nach  E.  Olson.  Östgötalagens  1300-tals-fraginent.  s.  XCVIf., 
wäre  peirrar  usw.  ein  urn.  paiRiRöR  usw..  d.  h.  eine  Umbildung  von  paiRöR 
usw.  nach  *blindiRöR  «  blhidrar)  n.  dgl. 

Anm.  3.  Ueber  das  wol  nicht  hierhergehörige  anorw.  .sHÜldaudr.  -da 
neben  wtkUmdr,  -chi  s.  §  267  anm.  3. 


206  §281.282.  Konsonantendehnnng. 

Anm.  i.  Wo  kein  vokal  folgt,  ist  vielleicht  überhaupt  (vgl.  doch 
1  oben)  keine  lautgesetzliche  dehnung  anzunehmen.  Z.  b.  ist  wol  das  schon 
in  den  ältesten  hdschr.  auftretende  komp.-adv.  vutir  'näher'  so  zu  erklären, 
dass,  nachdem  der  urspr.  komp.  ncbr  (got.neJvt's)  früh  die  bedeutung  :nahe' 
angenommen  hatte,  die  komp.-endung  -/•  zum  zweiten  male  hinzugetreten 
ist  (wie  in  mipr  <  minnr  weniger  neben  aschw.  min,  got.  min*,  oder  fremr 
'weiter'  zum  urspr.  komp.  framm,  got.  framis,  s.  §  277  anm.  5);  ebenso  in 
dem  eines  eigentlichen  positivs  entbehrenden  komp.  meirr  (so  schon  in  den 
ältesten  hdschr.  häufiger  als  meir,  got.  mais)  mehr.  Von  ncerr,  meirr  u.  a. 
ist  wol  rr  anal,  übertragen  worden  in  fällen  wie  optar{r)  'öfter',  nepar{r) 
'weiter  unten'.  —  Ebenso  zweifelhaft  ist  dehnung  bei  anderen  auslautenden 
kons,  als  r.  So  z.  b.  ist  vielleicht  ss  urspr.  (\gl.pess,  Jniess,  hirpess  u.  dgl.) 
in  solchen  gen.  wie  adj.  grds(s)  u.  a.,  subst.  ntr.  bü$(s),  tres(s)  —  so  schon 
im  St.  Hom.  —  m.  Tys(s),  wids(s),  wozu  möglicherweise  rr  in  nom.  Ttfr(r), 
mör(r)  eine  neubilduug  ist.  Seltenes  siäkk  statt  siäk  'ich  sei'  kann  ja  nach 
siäkka  (s.  2  oben)  u.  dgl.  sein  kk  angenommen  haben.  Und  es  konnte  wol 
auch  sein,  dass  das  schon  in  den  ältesten  hdschr.  weit  überwiegende  tt  in 
sg.  n.  a.  ntr.  wie  fätt  weniges,  miött  schmales  u.  dgl.  auf  assoziation  beruhte, 
indem  fätt  statt  des  seit,  fät  zu  für,  miött  zu  miör  neugebildet  wäre  nach 
der  analogie  smätt  (*smäht  nach  §  267,  vgl.  ahd.  smähi)  :  smär,  hott  {*höht, 
got.  hauhata) :  hör  u.  dgl.;  umgekehrt  seit,  smat,  hat  nach  fät  u.  a.  Upp 
(ags.,  as.  upp;  vgl.  aisl.  uppe,  yppa  u.  a.)  neben  seltnerem  (s.  Larsson,  bes. 
s.  340)  üp  (ags.,  as.  üp,  ahd.  üf;  vgl.  aisl.  seit,  äpi,  s.  Larsson,  ib.),  seit, 
durch  kontamination  üpp  hinauf  ist  wol  nach  §  318, 2  zu  erklären  (s. 
Johansson,  Bei tr.  XV,  240  ff.). 

§  281.  Nach  kurzem,  haupttonigem  vokal  tritt, 
scheinbar  ganz  regellos,  dehnung  in  einigen  fällen  auf,  wie 
in  brot(f),  brutt  (vgl.  §  152,  2)  neben  braut  weg,  hin,  seit. 
huatta  beschleunigen ,  hatta  hassen  u.  a.  statt  huata,  hata 
(8.  Bugge,  Norrene  skrifter,  s.  356),  skattyrpe  neben  sköting 
höhn  u.  a.  (s.  Falk,  Arkiv  V,  121  f.),  anorw.  forraö  (s.  z.  b. 
Wadstein,  F.  Hom.,  s.  133)  gefährliche  passage  und  huarra, 
•e  wo  in  aller  weit  neben  f'oraö,  huara;  vielleicht  auch  das 
rätselhafte  snimma,  snemma  (s.  §  162,  1)  neben  seltenerem 
(bei  den  älteren  skalden  nie  vorkommendem,  s.  Jönsson, 
Skjaldesprog,  s.  113)  snema,  snima  (aschw.  snima;  vgl.  got. 
sniumundö)  früh,  bald. 

Anm.  Das  im  mnorw.  häufige  Uli  statt  til  'zu'  ist  wol  wie  im  aschw. 
zu  erklären  (s.  An.  gr.  II,  §  299). 

§282.  Nach  gewissen  konsonanten,  bes.  /,  n,  r,  tritt 
(wie  im  aschw.,  s.  An.  gr.  II,  §  301)  dialektisch  dehnung  ein 
und  zwar  nach  /,  n,  r  in  der  anorw.  Barlaams  saga.  z.  b.  birtta 


$  283,  284.   Konsonantenknrznng.  207 

offenbaren,  enddo  enden,  halldda  halten:  nach  /.  //.  r  in  der 
Flateyjarbok:  bei  /  nach  r  und  bei  n  nach  f,  g,  r  im  anorw. 
Cod.  AM.  655.  4Ö.  fragm.  IX.  b  und  Cod.  Holm,  der  Olafs  saga 
helga  (vgl.  Brenner.  Beitr.  X.  436  ff.);  bei  n  nach  f.  r  in  Cod.  Reg. 
n.  s.  1824  b.  4*  c  1400  (>.  M.  Olsen.  Volsunga  saga.  s.  XXXIV  ; 
bei  /,  n  nach  r  in  einem  teile  der  Hauksbok  (s.  Hb..  s.  XL1V) 
und  (hier  auch  bei  n  nach  f)  in  Jöfraskinna  (s.  De  bevarede 
brudstykker  s.  XVIII),  z.  b.  nafkn  name.  korll  alter  mann 
kornn  körn.  same. 

Anna.  In  lehn  Wörtern  wird  d  nach  haupttonigem  vokal  zu  dd,  z.  h. 
kredda  lags.  creda)  credo.  tteddn  (ags.  steda)  stnte.  Zur  erklämng  n. 
Noreen.  Värt  gprSkIV,  62. 


8.  Kürzung. 
§  283.  Nach  einem  anderen  konsonanten  (nicht  aber 
konsonantischen  vokal)  wird  geminata  verkürzt,  z.  b.  ntr.  blint 
^aus  *bUntt  §  268.1;  got.  blindata)  blind,  prät.  venda  (aas 
*wmdda,  -dda  §  276)  zu  venda  wenden,  ntr.  hudrt{t)ueggia 
jedes  von  beiden,  karl  {*karü  <*Jcarh  §277.3)  alter  mann, 
bot*  (*hotnn  <  *botnn)  boden.  lax  (*Iakss  <  *laksii)  lachs,  hiarne 
{*hernne,  *herznW  §224.2:  vgl.  hiarse  Scheitel  und  §317,4) 
hirn,  J>oma  [*por.zna.  vgl.  got.  paiirsus)  dorren.  Vgl.  dagegen 
z.  b.  teinn  zweig,  omr  lehm.  nass.  ei/ss  schöpft  u.  dgl. 

§  284.  Vor  einem  anderen  konsonanten  sind  schon 
vor  1200  alle  geminaten  (wenigstens  in  der  schrift)  vereinfacht 
worden,  ausser  II,  mm.  nn.  rr  vor  /.  m,  n,  r  und  gg,  kk  vor 
kons.  i.  u.  Jedoch  ist  schon  in  den  ältesten  hdschr.  diese  regel 
durch  ausgleichung  vielfach  durchbrochen  worden.  Beispiele 
des  alten  Verhältnisses  sind  u.  a.  hlotr  (ahd.  hlahtor)  gelächter. 
r(it{t)r  zeuge,  slötr  schlachttleisch.  Idtr  ruhestätte  der  See- 
hunde, ncetr.  detr  (seit,  dettr)  u.  a.  §  267.  vetr  §  266.  2,  ketlingr 
junge  katze  (zu  kgttr  katze).  Otkell  §245.1.  etki  nichts 
(zu  eitt  ein),  retke  gar  nichts  {*u-ett-Äi  nach  §239.  l.a;  vgl. 
ahd.  triht),  brotfall  §  241.  misktoin  barmherzigkeit  (zu  präfix 
miss-).  ok(k)la  §266.3.  bijgpa.  yngna.  ueia  §246.2.  fskygna 
['tkuggwinön)  spähen,  galdr  \*yadl-  §  313.  2.  §  245.  2.  zu  gaddr) 
i'ussstapfe  im  schnee.  ntr.  J>tat  zu  Jmrr.  dürr,  prät.  kipta  zu 
kippa   rücken,   samfepr  §245.2.   apr  §266.1.     Vgl.  Hoffory. 


208  §306.  KonsonanteokUrzufig". 

Arkiv  II,  38  ff..  Mogk.  Anz.  f.  d.  A.  X.  61  ff..  Wadstein,  F.  Hom., 
si  127  ff. 

§  285.  Nach  schwachtonigem  vokal  tritt  regelmässig 
kürzung  ein,  jedoch  nur  zu  sehr  verschiedenen  Zeiten  in  ver- 
schiedenen fällen,  je  nachdem  ein  ursprünglich  starktoniger 
vokal  früher  oder  später  schwach  tonig  geworden  ist.  Bei- 
spiele sind: 

1.  Enklitische  und  proklitische  Wörter  (von  denen  die 
meisten  natürlich  auch  oft  haupttonig  vorkommen,  dann  fast 
immer  mit  erhaltener  geminata),  z.  b.  epa  oder,  mepan  während, 
sifian  seitdem  (vgl.  über  diese  drei  §  241),  fiih'a  (haupttonig 
pykkia,  vgl.  §  147)  scheinen,  ek(k)e  nicht,  os{s)  uns,  kan{n) 
kann,  han(n)  er,  hin(n)  der  (als  artikel),  en(n)  noch,  pan(n) 
den,  huer(r)  jeder,  pes(s)  des,  um  (umm,  umb  §  278  anm.  1)  um, 
hineg  dorthin,  hierher  neben  hinneg  (aus  hinn-iveg  nach  §  235, 1,  f) 
dort,  pan(n)eg  dahin,  vil{l)  will,  anorw.  nok{k)or{r)  irgendein, 
sin(n),  sit{t)  sein  u.  a.  (s.  z.  b.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  130  ff.). 

2.  Schwachtonige  Vorsilben  einfacher  Wörter,  z.  b.  gew. 
teningr  (mit  haupttoniger  pänultima  tenningr,  s.  §  51,  1,  b) 
würfe],  pre{n)ning  dreieinigkeit.  ke(n)ning  poetische  Um- 
schreibung, mi{n)ning  erinnerung,  s.  Kock,  Accentuierung, 
s.  225  f.  und  die  daselbst  zitierte  literatur;  Wadstein,  F.  Hom., 
s.  125;  Hb..  s.  XXIX  (wo  unrichtige  erklärung)  und  s.  XLIII. 
Peningr  (so  z.  b.  oft  in  Norges  gamle  love)  neben  pennmgr 
pfennig  ist  wol  aus  ags.  pen(n)inx  entlehnt. 

3.  (Urspr.)  schwachtonige  erste  Zusammensetzungsglieder 
(s.  §  51,  l,a),  z.  b.  forynia  (s.  Falk,  Arkiv  IV,  357  f.)  vorbote, 
Puripr  (aus  *Pwtffipr  §  291.  4.  b)  ein  frauenname,  orgsta 
(s.  z.  b.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  126),  -rosta  (z.  b.  Kräkumäl;  gew. 
orr-,  s.  §  148)  kämpf,  fosyster  aus  *fös(t)systir  und  dies  aus 
föst(r)systir  (vgl.  §  201,  10  und  11)  pflegeschwester.  ijwbtt 
geschicklichkeit  (s.  Kock,  Accentuierung,  s.  214).  spanyr 
(St.  Hom.)  neben  spännyr  nagelneu,  anorw.  malauss  (s.  Kock, 
ZfdA.  XL.  199)  neben  gew.  mdllauss  stumm.  iam(m)ihit  gleich 
viel,  stör(r)dör  grosse  plane  hegend  (s.  Kock,  Accentuierung, 
s.  218),  brilaup  neben  bryllanp  (vgl.  §  114  anm.  1)  hochzeit. 

4.  »Schwachtonige  zweite  Zusammensetzungsglieder,  z.  b. 
rindt{f)a    freundschaft,    eyvet,    lyrit(t)ar   s.  §  267,    mishun(n), 


s,  28.Y    Koiistiiiaiiten-kürzimg.  209 

barmherzigkeit.  anonv.  (fwb(pf(t)f  amt.  u.  a.  m..  s.  Wadstein, 
F.  Hom..  s.  126. 

."».  Schwachtonige  ableitungs-  und  endungssilben.  z.  b.  dat. 
8g.  m.  blindow  (got.  blind nrii ma)  blindem,  dat.  pl.  ollom  (glhimm 
jj  277  anm.  5)  allen,  nom.  acc.  sg.  ntr.  bandet  (H/tmdiHi  §  206.  2.  b  i 
gebunden.  feo&ri  (*Aa#a<W  §  2(33.  2)  gerufen;  entsprechend 
hgfo(d)d>ikr  ans  hqfuSdmhr  | §  2(38.  3 )  köpf tuen.  diofn{l)le(ir  teui- 
lisch.  hrigtdegr  (vgl  §206, 4)  christlich.  hriino(l)lr<in  behörig 
u.  dgl.  (s.  Sverdrup.  Arkiv  XXVII.  7).  Nach  langem  vokal 
(auch  wo  dieser  schon  in  der  ältesten  literatur  verkürzt  worden 
ist)  und  wo  die  geminata  verhältnismässig  spät  entstanden 
ist.  bleibt  sie  —  tt  vielleicht  besonders  lange,  s.  Sjöros.  Stud. 
nord.  fil.  YIll. :'«.  s.  13 f.  —  einstweilen,  z.  b.  gen.  sg.  hirpess  (vgl. 
]>ess.  bness)  zu  hmper  (got  hu'rrdeis)  hirt.  Jcoüottr  kahl.  jfeefeft 
kessel,  gen.  sg.  Lyren  nar  der  kuh  u.  dgl.  Später  kann  die 
geminata  auch  in  diesen  fällen  verkürzt  werden:  im  aisl. 
kommt  dies  in  älterer  zeit  nur  ziemlich  sporadisch  vor.  z.  b. 
nnnar(r)  "anderer.  drotten(n)  herr  u.  dgl.  in  St.  Hom.  i andere 
beisp.  bei  Gislason.  Xjäla  II,  628JL,  später  aber  regelmässig 
in  gewissen  hdschr.  's.  .liriczek.  ßusa  saga.  s.  XXXII):  dagegen 
im  anorw.  (bes.  onurw.)  ist  diese  kürzung  nach  1200  ganz 
regelmässig,  z.  b.  nokior(r)  irgendein,  kristin(n)  Christen. 
drepen(n)  getötet  (Tüb.  brachst.),  n'nnahj)  alt.  annar(r)  anderer, 
gen.  pl.  fktffur{r)a  vier  (Cod.  Tunsb.).  mykil(l)  gross.  hhmn(n) 
himmel.  amb6i(t)  dienstmagd  (Xo.  Hom.:  weitere  beispiele  bei 
Wadstein,  F.  Hom..  s.  130  iL),  gen.  pl.  ij)»i$($)<<  zu  ifmis(s) 
wechselnd,  der  suffigierte  artikel  -en(n).  -in(n).  gen.  f.  8g. 
ar  usw. 

Anm.  1.  Die  oben  erwähnten  kürzuugeu  können  auch  dann  eintreten, 
wenn  die  gfUri— t»  aus  dem  auslaut  eines  wertes  und  dem  anlaut  eine- 
folgenden besteht,  z.  b.  Jx'i  ki<<ii/>)  pai  IM  wir  'dann  sprach  so  B.'.  drefe  />■ 
J>i'i  tötet  sie.  }>>ihke  }>*>)■  aus  *ptfkkii  (got.  pivikeijA  Ber  ij»'r\  ;es  scheint 
dir',  n{p\  /j"t  nif  po(.  s.  §  248)  dass  es'.  toio(m)  w'r  («*#)  -wir  (zweii 
nahmen",  peim)  mon  :in  dem  masm  m  %xu  vor  eron  (§  lös  anm. 2) 

•wir  sind'. 

Anm.  2.  Anden  zu  beurteilen  sind  fälle  wie  die  urspr.  zusammen- 
gesetzten mannsnamen  Hökun  neben  seit,  -kunn  is.  Egilssom.  anch  -tonn  s. 
Lind,  Dopnauni ;  air.  Agonn  S47.  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  118i,  später  gew. 
■  l;on  is.  Gislason.  Efterladte  skrifter  1,3).  Aun(n)  §228  neben  (sehr  seit, 
anorw.  Auöunr,  s.  Lind.  Arkiv  XIII.  193.  nndi  gew.  Aufiundi).  -oh  und  (JitUt) 
<  *Aun(n)  §226  und  §228.  wo  auch  in  aisl.  hdschr.  -»  hännVer  als  -,n\  ist. 

X^rpfri.  Alti*l.  granmi.    4.  aufl.  ii 


210     §  286.  Konsonantenkürzung'.   §  287.  Konsonantenschwund  im  anlaute. 

In  jenen  formen  fehlt  nämlich  die  nominativendung  wie  bisweilen  im  simplex 
kon  (s.  Egilsson) ,  vin  neben  konr  sprössling,  rinr  freund.  Zur  erklärung 
s.  Noreen,  Arkivlü,  14  note,  VI, 308 f.,  Uppsalastudier,  s.  195 f.  und  201. 
Auffallend  ist  son,  sun  neben  sonr,  sunt;  sonn,  sunn  (s.  §  277  anm.  2)  und 
Halfdan  neben  seit,  -danr  st.  des  zu  erwartenden  * Halfdann  (doch  air. 
Albann  874,876,  Albdann  934,  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  1 18;. 

§  286.  Nach  langem,  starktonigen  vokal  (oder 
diphthong)  wird  auslautende  geminata  in  älteren  aisl.  hdschr. 
nur  ganz  ausnahmsweise  (sporadisch)  verkürzt,  z.  b.  piön(n) 
knecht,  3.  sg.  präs.  skm(n)  leuchtet,  is(s)  eis,  laus(s)  los,  vis(s) 
weise,  3.  sg.  präs.  frys{s)  friert,  stöl(l)  stuhl,  scelil)  glücklich, 
heil{l)  gesund,  pior(r)  stier,  skir(r)  klar  u.  a.  schon  um  1200 
(s.  Gislason,  Njäla  II,  628  ff.),  fälle  die  wol  sämtlich  auf  Über- 
tragung aus  formen  mit  lautgesetzlich  einfachem  konsonanten 
(wie  acc.  sg.,  1.  sg.  präs.  u.  dgl.)  beruhen  können;  in  den  misl. 
rimur  aber  ganz  regelmässig  (s.  Jönsson,  Fernir  fornisl.  rimna- 
flokkar,  s.  Vif.).  Dagegen  in  anorw.  (bes.  onorw.)  hdschr.  ist 
schon  früh  (in  nebentoniger  silbe  schon  um  800  durch  air. 
lehnwörter  bezeugt,  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  119)  diese  kürzung 
durchaus  regelmässig  (s.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  130  ff.),  z.  b.  ntr. 
breit  zu  bräÖr  hastig  (aber  satt  zu  sadr  wahr),  vis  weise  (aber 
Jcoss  kuss),  kr ös  (vgl.  ahd.  chruzi)  neben  hross  kreuz. 

Anm.  Fälle  wo  eine  geminata  nach  kurzem,  starktonigem  vokal 
verkürzt  worden  zu  sein  scheint,  beruhen  —  mit  ausnähme  der  misl. 
kürzung  eines  auslautenden  rr,  worüber  s.  Gislason,  Efterladte  skriftei 
II,  169  f.  (und  vgl.  An.  gr.  IL  §305)  —  wol  auf  anal.  Übertragung,  z.  b. 
3.  sg.  präs.  seit,  stel,  skil,  fer,  oft  les  statt  stell  (steh;  s.  §  277, 2,  b)  stiehlt, 
skill  (skilr)  scheidet,  ferr  fährt,  less  liest,  wol  durch  entlehnung  aus  der 
1.  sg.  präs.  Unklar  bleiben  pakä  (so  immer  im  Cod.  AM.  645  4°)  neben 
pakka  danken,  fiori  (so  immer  im  aisl.  teile  der  Hauksbök,  s.  Hb.,  s.  XLIV, 
wie  zum  teil  im  nisl.)  neben  porre  der  4.  wintermonat,  aisl.  pes(s)a  dieses, 
-er  (gen.  sg.  und  pl. ;  ein  erklärungsversuch  bei  Hänninger,  Fornskänsk 
ljudutveckling,  s.  38;  aber  vielleicht  kommt  pesa  nur  in  solchen  hdschr., 
z.  b.  St.  Hom.,  vor,  wo  ss  durch  s  wiedergegeben  wird,  s.  §45  anm.i. 

IV.  Uebrige  iautgesetze  der  konsonanten. 

A.    Schwund. 

1.  Im  anlaute. 

§  287.  Wo  durch  synkope  einer  unbetonten  vorsilbe  (§  154) 

eine  der  spräche  fremde  konsonantengruppe  oder  auch  eine 

geminata  entstehen  sollte,  schwindet  der  anlautende  konsonant, 


§  288.  2S9.    Konsonantenschwund  im  anlaute.  2 1 1 

z.  b.  nmnui  (ags.  bemämm)  berauben,  xtolernt  (ags.  bestolen) 
beraubt;  burpr  (got.  gabau rp$)  geburt.  nnnne  (got.  gaminpi) 
gedächtnis;  prät.  meip  §  154  u.  a.  m.  Vgl.  Delbrück.  Syn- 
kretismus, s.  51  uud  178,  Yonhof.  Zur  entwicklung  der  germ. 
echten  verbalkoraposita.  s.  4  f. 

Anni.  Aus  demselben  grund  fehlt  gew.  p  in  den  lehuwörtern  {p>*nh»r 
psalm  und  ip<$a1t(ire  psalter. 

§  288.  ><■  schwindet  im  allg.  schon  vorliterarisch  vor  r. 
z.  b.  reipr  (aschw.  rreper)  zornig,  reha  (aschw.  rrmku.  got.  wrikan) 
treiben,  rangr  i aschw.  vranger,  engl,  tcrong)  schief,  rata  (got. 
irmton)  wandern,  rist  (nschw.  vrist)  rist,  rise  (vgl.  as.  torisitik) 
riese.  ripa  (aschw.  cripa.  ags.  wHÖan)  drehen,  rita  (ags.  iiritan, 
mndd.  irrlten,  vgl.  urn.  prät.  wotaü  Istaby.  präs.  waritu  Järs- 
berg)  schreiben,  rcijje  (vgl.  ags.  urced.  got.  irripus  statt  *wre~Pus. 
s.  Bugge,  Bezz.  Beitr.  III.  114)  ferkel,  ro  (aschw.  crä)  winkel, 
reine  hengst  (vgl.  aschw.  vrSna,  mndd.  urenschen  wiehern). 
reitr  (aschw.  irreter.  vgl.  urn.  wraita  Reistadj  abgesteckte 
fläche. 

Anni.  1.  Noch  im  10.  jahrh.  ist  ic  in  dieser  Stellung  nicht  fortgefalllen. 
wie  bewiesen  wird  durch  gedichte.  die  zu  dieser  zeit  verfasst  worden  sind, 
wo  Wörter,  die  später  mit  r  statt  vr  anfangen,  durch  die  alliteration  mit 
solchen  Wörtern  verbunden  sind,  wo  »  als  v  auch  später  geblieben  ist.  z.  b. 
bei  Eilifr  Guju-ünarson:  [TT] /•?«/»•  ttoß  [W]rgsJco  bröper,  vä  gagn  faper 
Magna,  u.  a.  (s.  Bugge,  Bidrag  s.  8».  Noch  später  als  auf  Island  schwand 
w  in  Norwegen  und  hier  später  im  Süden  (wo,  bes.  onorw.,  noch  heute  iw 
als  w  in  vielen  dialekten  herrscht;  vgL  anorw.  vreiöe  zom  aus  dem  j.  1381, 
s.  Fritzner  III,  58)  als  im  westeu  und  norden.  Vgl.  noch  Sijmons,  Die  lieder 
der  Edda  I,  clxxiv  und  cclxxxiv,  F.  Jönsson,  Arkiv  VI,  150  f. .  No.-isl. 
kutan-  og  sprogforhold.  s.  264  ff.,  B.  M.  Olsen,  Timarit  XV,  43  ff. 

Anm.  2.  In  anorw.  hdschr.  seit  dem  13.  jahrh.  kommt  es  einigemal 
vor,  dass  statt  wegfall  von  w  metathesis  von  to  und  r  eingetreten  ist,  z.  b. 
ruceidi  (gew.  rmÖi)  zom,  ruangr  (rangr)  schief:  s.  Vigfusson,  Eyrbyggja 
saga,  s.  XLIX  note ;  Fritzner  III,  58 ;  Hsegstad,  Kong.  s.  24  und  35,  Vestno. 
maalf.  II,  2,  i.  B.  151 :  G.  Flom,  University  Studie*  IV.  2.  s.  15  (wo  unrichtige 
erklärung). 

§  289.  Im  anorw.  schwindet  h  schon  vorliterarisch  vor 
l,  n,  r,  z.  b.  lutr  (aisl.  hlutr)  teil,  niga  (aisl.  kniga)  sich  neigen. 
rasinn  (aisl.  hreinn)  rein. 

Anm.  1.  Die  Orthographie  einiger  alten  rnneninschriften  (wie  Hrikarifo 
=  Hringariki  Alstad  im  10.  jahrh.,  Hrabisun  =  Hr(eppis$  MM  Skollevold 
c.  1000,  s.  Bugge,  Norsk  Sagafortaelliug .  s.  124  note  2)  und  die  alliteration 

14» 


212     §290.  Kons. -Schwund  im  anlaute.     §291.  Im  in- und  auslaute. 

der  ältesten  anorw.  gediente  zeigen,  dass  im  10.  und  ll.jahrh.  h  noch  da 
war;  andererseits  fehlt,  es  schon  in  der  Faberger  inschr.  c.  1050  [Itoar 
=  Hröarr,  s.  Bugge,  ib.)  und  in  der  literatur  schon  bei  Theodoricu* 
monachus  um  1175  (Ranason  —  Hranason,  Ringr  =  Hringr).  Orkn.  blieb 
es  wenigstens  bis  ins  13.  jahrh.  (s.  Vigfusson ,  Eyrbyggja  s. ,  s.  XXXV) ; 
sbetl.  ist  noch  aus  dem  j.  1360  Hrolfs  bezeugt  (s.  Hgegstad,  Hild.  s.  64). 

Anm.  2.  Auch  in  aisl.  hdschr.  des  13.  und  14.  jahrhs.  finden  sich 
einige  beispiele  von  dem  wegfall  des  h  vor  l,  n,  r  (s.  z.  b.  Bugge,  Norroen 
FornkvjeÖi,  s.  XII  und  446;  Gering,  Isl.  /Ev.  I,  XX). 

Dagegen  fehlt  sporadisch,  sowol  in  aisl.  als  in  anorw. 
hdschr.,  anlautendes  h  vor  vokalen;  so  z.  b.  oft  in  St.  Hom., 
in  Agrip  u.  a. 

Anm.  3.  Dieser  Unsicherheit  des  anlautenden  h  verdankt  wol  das 
bisweilen  zugesetzte  unetymologische  h  (§  306)  sein  dasein. 

§  290.  Seit  1300  schwindet  im  aisl.  g  vor  n,  z.  b.  (g)naga 
nagen,  (g)neisti  funke;  mnorw.  auch  in  einigen  dialekten,  z.  b. 
Nüpr  st.  Gnüpr  ein  mannsname. 

Anm.  Die  schon  früher  (und  auch  anorw.)  auftretenden  nogr  hin- 
reichend, Wer  gleich  neben  älteren  gridgt,  f/likr  sind  wol  selbständige  bil- 
dungen  ohne  das  präfix  ^a-. 

2.   Im  in-  und  auslaute. 

§  291.  Wo  durch  synkope,  Zusammensetzung  oder  sonst 
eine  aus  drei  konsonanten  zusammengesetzte  gruppe  ent- 
steht, welche  sonst  nicht  der  spräche  geläufig  ist,  fällt  der 
mittlere  konsonant  fort,  wo  er  nicht  durch  assoziation  erhalten 
wird: 

1.  b  fällt  zwischen  m  und  s,  z.  b.  I)um(b)s  haf  das  eis- 
meer,  gen.  dram{b)s  zu  dramb  (das)  prahlen;  zwischen  m  und  / 
wol  in  kum(b)l  (as.  kunibl,  -dl)  grabdenkmal  zu  kumhr  (vgl. 
griech.  yo/tr/oQ  pflock)  keule  (s.  Meringer.  I.  F.  XIX,  447  und 
XXI,  298). 

2.  d.  z.  b.  frcen(d)kona  muhme,  pl.  syn{d)ger  zu  syndogr 
sündig,  van(d)lega  sorgfältig,  mun(d)laug  handfass,  tial{d)lnt]) 
zeit,  hol(d)gan  incarnatio,  hal(d)faicemr  nützlich,  pl.  hal(d)ner 
zu  haldenn  gehalten.  slenguan{d)bauge  ringvergeuder,  Vellan[d)- 
katla,  Hengiankiapta  u.  a.  dgl.  poetische  benennungen  (Falk, 
Beitr.  XIV,  42);  bes.  häufig  in  dem  präfix  and-,  z.  b.  an(d)mar/:r 
fehler,  an{d)lit  antlitz,  an{d)lät  tod,  an(d)nes  Vorgebirge  u.  a. 
sowie  die  vielen  adj.  auf  -«wfr?)^-.  z.  b.  elskanlegr  liebenswürdig 


§291.   Konsuuauteuschwuuil  in  dreikuusouautischer  giwppe.       213 

neben  dugandlegr  tüchtig  (s.  Sverdrup.  Arkiv  XXVII.  156  ff.); 
ferner  häufig  wo  d  zwischen  zwei  l  oder  zwei  n  kommt,  z.  b. 
mil\d)lega  sanft.  v?ral\d.)ltgr  weltlich.  d\d\hgr  feurig,  pl. 
bun(d)ner  zu  bundenn  gebunden.  blanid)ner  zu  bJandenn 
gemischt.  —  In  fällen  wie  tm  tfymuir  {emtmar^  antwort.  -skate 
gegner.  -spiall  gespräch.  -xtyggr  hässlich  oder  gen.  tiaHdis  zeltes. 
suu(d)s  sundes  u.a.  (s.  Gislason.  Xjäla  II.  i>34fi  ist  wol  eher 
t  (s.  §  245. 1)  geschwunden. 

3.  ö.  z.b.  l'iiap^and.  wn-fviin    ahd.  nord roxi:  auch  wo'/ ■ 

s.  Gislason.  Efterladte  skrifter  1.208.  anorw.  noreno  §  151.7. 
nach  Noregt)  norwegisch,  pl.  nor{p)menn  norweger.  dat.  ntr. 
//>•'/ <i>J)- iio  zu  bruffpmn  geschleudert.  hai\p)la  sehr.  iuryPSleyr 
irdisch.  sÄwr(  7^  )</'>#  götzenbild.  stir{P)na  steif  werden,  pl.  <>n  p)ner 
zu  urpenn  geworden,  dat.  or(p)yom  zu  or(p)oyr  heftig,  aufrecht, 
aufsätzig.  orj/uiu.  aufrichten,  heben.  cer(P)gangr  bettelei.  die 
mannsnamen  anorw.  HdfanÖr).  -voiiär).  Siyur(#r),  die  wol  auch 
nach  §  292  anm.  2  erklärt  werden  können  u.  a.  —  In  fällen 
wie  anorw.  mar(d)skinn  marderfeil  ist  wol  am  ehesten  t 
(s.  §  238. 2,  d)  geschwunden. 

4.  f:  a)  Stimmhaftes  (Z),  z.  b.  par{f)nask  bedürfen. 
Personennamen  wie  ll(f)gestr.  -rekr.  Al{f)dis.  -yautr.  anorw. 
hfpVf  ningr  hälfte.  haslda-  neben  hxdfdar-lund  stück  land  von 
sre wisser  grös>e.  anorw.  tolmönudr  (Cod.  AM.  31 5 F.:  st.  tolf- 
Jahresfrist,  prät.  (el(f)öi.  yl(f)Öi  s.  §  313. 1.  bi  Stimmloses  \f. 
eventuell  p.  s.  $  240.  2  .  z.  b.  find  anzahl  von  fünf,  fimte  fünfte, 
anorw.  hrnit.  turnt  vgl.  §112. 1  und  298. 2)  bauplatz.  land- 
skiahf'U  erdbeben.  al(f)i  BOawaa,  Sigroja-  iso  schon  um  1000. 
s.  Maut I ander,  Bidrag  s.  92  und  106;  ''Siyr-frodn.  Gop)-. 
Guprepr  (sehr  seit,  -frepr)  Gottfried  u.  a.  mannsnamen  auf  -repr 
(vgl.  HcdlfreJ/r  u.  a.).  Sigripr.  Gu]nripr,  Pnnpr  \*PurfHPr). 
Rayn{f\>'tp>\  Arnif \>npr.  Hobu(f ')ripr  DL  a.  frauennamen  auf 
-(fyipr.  gen.  B6tol\f)s.  Bryniol(f)s  (wonach  auch  ein  mnorw. 
nom.  Brgmoh,  E>/iobf)6.  (Jl(f)s  (<01afs)  mannsnamen.  anorw 
Biol(f)stader  ein  Ortsname. 

5.  s  fehlt  sehr  häufig  in  den  synkopierten  formen  von 
moryonn  {moryenn)  morgen,  z.  b.  dat.  sg.  mor(g)ne.  nom.  pl. 
mor(g)nar:  ferner  z.  b.  fgl(g)P  begleitung,  dbyr(g)p  Verantwort- 
lichkeit   und    personennamen    wie    Ber[g)dorr,    Ber(y)sueinn. 


214       §291.  Konsonantenschwund  in  dreikonsonantischer  grappe. 

Bor{g)ny  (mnorw.  Borni).  Dol(g)finnr,  mnorw.  Mar{g)reta.  — 
Im  ntr.  märt  (so  überall  in  den  ältesten  aisl.  hdschr.,  sehr 
häufig  auch  in  älteren  anorw.  hdschr.;  erst  später  tritt  margt, 
markt  auf)  zu  margr  'mancher'  ist.  es  wol  zunächst  der  stimm- 
lose spirant  (s.  §  239, 1,  b),  welcher  fortgefallen  ist. 

Anm.  1.  Explosives  g  (oder  wol  eher  k,  s.  §246,1)  fehlt  in  enskr 
(sehr  seit.  engsJcr,  vgl.  7  unten),  harpenskr,  anorw.  ionfru,  s.  §  264. 

6.  k.  z.  b.  ntr.  beis{k)t  zu  beiskr  bitter,  gen.  ver(k)s  zu 
oerk  werk,  heims(k)legr  von  törichter  art  und  viele  andere 
adj.  auf  -s{k)legr  (s.  Sverdrup,  Arkiv  XXVII,  7  und  48),  fyl(k)sne 
versteck  §  222,  2,  hannyrp  kunstfertigkeit  <  *-yrkp  (zu  yrkia 
verfertigen,  s.  Hultman,  Hälsingelagen  I,  66  note),  iartegn  Wahr- 
zeichen aus  (nach  Liden)  ^iarktcgn\ä&s  wol  in  der  Schreibung 
iargtegn.  s.  §  293,  3,  vorliegt)  <  *iark(ii)tegn  (s.  unten  9)  zu 
iarkna-steinn  edelstem  (got.  -airkns,  ahd.  erchan  echt),  anorw. 
Mertalr  (*Myrk-dalr,  s.  §  245,  1)  ein  Ortsname,  kir(k)messa 
kirchenfeier.    Vgl.  anm.  1. 

7.  I,  z.  b.  kar(l)mapr  mann.  gen.  kar{l)s  (wonach  sehr  seit, 
nom.  kar)  zu  karl  alter  mann,  gen.  im\l)s  zu  iarl  jarl.  engskr 
(gew.  enskr.  s.  anm.  1)  aus  *ceng(l)skr  neben  unsynkopiertem 
engliskr  englisch;  bes.  oft  in  prät.  öx(l)ta  zu  oxla  vermehren. 
sys(l)ta  zu  sysla  verrichten,  part.  prät.  cix{l)ir  zu  vixla  wechseln. 

8.  m,  z.  b.  Hol(m)steinn .  Hulvipr  {<C*Hulmvidr).  mnorw. 
Hol[m)fastr,  Hol(m)ger  mannsnamen.  Or(m)snces  ein  ortsname. 

9.  n,  z.  b.  ber(n)ska  kindheit,  3,  sg.  prät.  gir(n)tesk  zu 
yimask  verlangen,  ol(n)boge  eilenbogen,  ntr.  iam(n)t  zu  iamti 
(anal,  sehr  seit,  iam)  eben,  iam(n)büenn  'ebenso  bereit',  gen. 
vcm  (so  immer  in  den  ältesten  hdschr.)  zu  mtn  wasser.  boz 
(botns)  zu  botn  boden.  naf(n)s  zu  nafn  name.  gangs  (gaws) 
statt  gagns  (gamis  §239,2)  nutzen,  iartegn  (s.  oben  6)  Wahr- 
zeichen, Ar(n)biorn,  Ar{n)möpr,  Kag(ri)-.  Hog{n)valdr  manns- 
namen;  anorw.  beisp.  sind  u.  a,  horrcekkm  (s.  §  279, 1)  bei- 
schläferin,  ncef(n)dr,  ncef(n)t  genannt,  gen.  stof{n)s.  stom(n)s 
stumpfes,  mnorw.  Ar(n)cidr  u.  a.  auf  Ar{n)-,  Biar{n)mödr,  gen. 
Bior(n)s  mannsnamen,  Ram{pn)stader  ein  ortsname. 

10.  r,  z.  b.  die  verwandtschaftswörter  pl.  fepgar  (aschw. 
run.  faprkan,  d.  h.  fasdrgaR)  vater  und  söhn,  mepgor  (aschw.  run. 
muprku,  d.  h.  mtörgu)  mutter  und  tochter,  mäpgen  (adän.  run. 


^  292.   Konsonantenschwund  im  iu-  und  auslaute:  d.  215 

muptkin.  d.  h.  medrgin)  mutter  und  solin.  systken  fsyai, 
vgl.  11)  geschwister.  sammeddr  (*-m4ÖriÖr)  von  derselben 
mutter.  u.  a.:  ferner  schwankend  z.  b.  gen.  myrk{r)s  zu  myrkr 
tinsternis.  aust)-)ker  (vgl.  11)  schöpfgefäss.  fast  r)syster  pflege- 
sch wester.  nom.  sg.  «7/V/e  (*nlfr-gi)  'ein  wolf  nicht',  nom.  acc. 
pl.  kuerk(r)nar  die  kehle,  gen.  AleMo>dir)s  ein  mannsname. 

Anin.  2.  Unsicher  bleibt,  ob  s  iu  der  gruppe  fst  (pst)  schwinden 
kann  (vgl.  §  309. 1).  Heipt,  heift  uud  seit.  (3  mal  bei  Larsson)  keifst  hass 
können  mit  verschiedenen  suffixen  (-ti-.  resp.  -sti-)  gebildet  sein  (vgl.  mhd. 
keifte  sturmwetter  :  got.  kaifs's  nebeu  haifts.  s.  Streitberg.  Got.  elementar- 
buch8, s.  88,  streit),  oder  auch  ist  keifst  nach  §  309, 1  aus  keift  entstanden. 
Ebenso  können  das  nicht  seltene  (s.  z.  b.  Larsson)  eftr.  eptr  (vgl.  got.  iftuma'f) 
und  das  gew.  efstr  letzt  sich  zu  einander  verhalten. 

11.  t.  z.  b.  heip{f)giam  rachgierig,  krisitjne  Christentum. 
hudr[t)ke  keines  von  beiden.  aus(t)ker  (s.  oben  10),  Bes(t)la. 
Biartt)marr  personennamen.  gen.  pl.  hiar(t)na  (s.  H.  Rydberg. 
Die  geistlichen  dräpur.  s.  XXX)  beizen.  sys(t)ken  geschwister. 
ä-At. pis'tjle  zu  JdsteV.  distel.  gen.hesitjs  pferdes.  Kris'ts  Christus. 
fosyster  (§  285.  3)  aus  föstsyster  (s.  oben  10)  pflegeschwester. 
brixle  aus  brig.de  (aus  brigdsli  §  238. 2.  d)  Vorwurf .  anorw. 
op(t)lega  oft.  Aus{t)maÖr  ein  mannsname:  bes.  oft  in  den  syn- 
kopierten kasus  von  aptann  abend,  z.  b.  dat.  sg.  ajAtme.  nom. 
pl.  ap(t)nar.  —  S.  auch  oben  2  ischluss)  und  8  (schluss). 

jj  292.  ö  (altes  oder  nach  £  221.  1  aus  J,  entstandenes) 
schwindet  sporadisch  vor  /•.  »,  seltener  vor  nt.  y.  1.  /',  k.  z.  b. 
die  personennamen  Görepr  iGoprvpr)  Gottfried.  Gyrip,  iGupripr. 
mnorw.  auch  QwriÖr  .  Pry\p)reki\  Morekr  ^ahd.  Möderlh).  Börekr 
\*Bodrikr,  ahd.  Paturlh;,  Frirekr  (Fnprekr)  Friedrich,  Piö(P)rekr 
Dietrich.  Hrd{]>rekr  Roderich,  mnoi'w.  Pe{Ö)r.  ferner  z.  b.  d(J))r 
vorher,  iür  enter,  fiörer  ffedweä  >  *fwdrir)  vier  und  fer-  (ans 
schwachtonigem  'feör-'i.  s.  Noreen.  Svenska  etymologier.  s.  41: 
seit,  anorw.  fier-,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  1. 130.  entspricht 
wol  aschw.  ficepr-.  mschw.  fixer-)  vier-.  yr  (jgpr)  euch,  lyritr 
(HyÖrettr)  allgemeines  recht,  pl.  hudrer  zu  huaparr  (gew.  anal. 
hnärr)  wer  von  zweien,  mnorw.  Endri(ß)r  ein  mannsname. 
ner  (nidr)  hinunter  is.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  II.  1.  s.  32.  resp. 
II,2,i,  s.  60):  Skdney  (ags.  Scedenig.  aber  Sconeg  schon  bei 
Wulfst&n  vor  900;  lat.  Scadinauia.  aber  Scania  bei  Adam  von 
Bremen  c.  1050)  Schonen,   pl.  heiner  ibei  "WidsiA  IneÖnas.   vgl. 


210  g  2!>ü    Konsonantenschwund  im  in-  uiid  auslaute:  £. 

Ptolomaeus  Xaidtiroi  in  Schweden)  einwohner  der  Heipmork 
(ebenso  Hb.  s.  LVI  heinir  statt  gew.  heipnir  heidnische),  (/rein 
bescheid  zu  greifia  in  Ordnung  bringen  (vgl.  §  154),  reyner 
sperberbaum  zu  raupt  rot.  pl.  truncr  (tropmer)  zu  tropenn 
getreten,  vielleicht  Bon  die  meerfrau  zu  rapa  walten  (s.  Kock. 
ZfdA.  XL,  205);  die  mannsnamen  Hrdipjmandr,  Gu(P)mundr. 
Hrei{p)marr  (s.  Lind.  Arkiv  XI.  269),  anorw.  Bd{Ö)mundr 
(s.  Rygh  [und  Bugge  |,  Gamle  personnavne,  s.  197  f.  mit  note), 
mnorw.  Frömundr  (ahd.  Frödomand) ;  mnorw.  Augaüt  (*Aiidgautr). 
Bögard.  (*Hrödyardr)\  Fri{p)leifr  (s.  Hb.,  s.  XLV),  yö(P)leyr 
schön  (über  das  zweifelhafte  (Aegr  s.  v.  Friesen,  N.  Spr.  1,11). 
mnorw.  Sauland  (Ha?gstad.  Yestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  60)  ein 
Ortsname  zu  sauÖr  schal';  Fdfner  (s.  §  225,  aus  Fadmner  Ha-g- 
stad  bei  0.  A.  Johnsen.  Olafs  saga,  s.  XLIX)  mythischer 
schlangenname.  bgßrq  neben  bopfara  brünne  (vgl.  §  253 
anm.  2).  mnorw.  sta{d) feste  (H;egstad,  ib.)  bestätigen;  anorw. 
(sehr  seit,  aisl.)  Vi{Ö)kunnr  ein  mannsname.  Beispiele  kommen 
schon  bei  pioöolfr  (um  900)  vor.  Vgl.  Bugge,  Ant.  tidskr. 
f.  Sv.  V.41,  Kingen  i  Forsa  kirke,  s.  56.  Arkiv  II,  2121.  2181, 
246 ff.;   Gislason,  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad,   s.  61  und  72. 

Anm.  1.  lieber  zweifelhafte  fälle,  wo  d  vielleicht  nach  seh  wach  touigem 
vokal  auch  vor  anderen  konsonanten  als  den  oben  erwähnten  geschwunden 
ist,  s.Falk,  Arkiv  IV,  354  (bes.  die  note)  und  andererseits  Noreen.  Urg. 
lautl.,  s.  171. 

Anm.  2.  Anorw.  fällt  bisweilen  <)  teils  intervokalisch.  z.  b.  mara(d)e 
antwortete  u.  dgl.  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  32  und  II.  2.  i,  s.  t>0). 
mnorw.  Vier  (Vidarr)  ein  mannsname,  teils  auslautend  nach  /•,  z.  b.  6rskur(dr) 
entscheidung,  skipgier{d)  Schiffsausrüstung,  mnorw.  ior(d)  erde  (s.  Hsegstad, 
ib.  1, 15  und  II,  2,  i,  s.  60,  vgl.  132).  Mnorw.  kann  d  auch  inlautend  nach  r 
schwinden,  z.  b.  giondy  machte,  Har(9)angr  ein  ortsname  (s.  Hfegstad,  ib. 
II,  2,  i,  s.  60).  —  Vgl.  auch  §  303,  3. 

§  293.   s  schwindet : 

1.  In  nicht  haupttoniger  silbe  zwischen  u,  y  und  d,  sowie 
vielleicht  in  unbetonter  silbe  zwischen  u  und  /.  z.  b.  die  vielen 
Zusammensetzungen  auf  -(h)dp.  -yp  neben  -{h)uyp.  -yyp  wie 
dst(h)dp  liebe,  illdp  bosheit  (vgl.  Bugge,  Beitr.  XIII.  50S),  ferner 
afbrype  {-bryyPe)  eif ersucht,  dbrdpegr  eifersüchtig;  ipu(g)lega 
unaufhörlich,  mottuleyr  neben  mottugr  mächtig.  naufnt{g)legr 
streng  u.  a.  (s.  Kock,  Arkiv  XXI,' 108  ft'.). 


§294.    Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  h.  21  r 

2.  Vor  kons,  i  allgemein  gegen  das  ende  des  13.  jahrhs. 
iaiiMialmisweise  schon  früher,  z.  b.  anorw.  in  Xo.  Hom.  und 
Cod.  AM.  310.  4°).  wie  aus  Schreibungen  wie  gy(g)iar  zu  gxjgr 
riesin  und  umgekehrte  Schreibungen  wie  py(g)iar  zu  pgr  magd, 
blce{g)ui  decke.  Orhue(g)ior  die  Orknöer  erhellt:  vgl.  Bugge. 
Xorroen  Fornkva?di.  s.  XII.  Liden.  Blandade  sprakhistoriska 
bidrag  I.  39  note  und  oben  §  2(53  (schluss). 

3.  Sporadisch  vur  w,  seit,  auch  d.  ?/'.  /.  m.  ?#,  r,  z.  b. 
Ä(g)vahh\  anorw.  Ma(g)i(ddr.  Si(g)rardr  mani^namen.  Beiig)rin 
i  B.  H*gstad.  Vestno.  maalf.  II.  2.  i.  s.  74)  Bergen,  mnorw.  Si(g)- 
raldr.  -rastr  {-fastn.  -ro.tr.  -cidr  mannsnamen;  mnorw.  lo.udagr 
(Haegstad.  ib.  II.  2.  i.  s.  117)  Sonnabend  zu  laug  bad:  anorw. 
V>(g)fast>\  aisl.  Fi(ß)füs8  mannsnamen  (in  welchen  wahrschein- 
lich doch  f  als  b.  r  nach  ^  240  anm.  1  aufzufassen  ist;  vgl 
Bugge.  Arkiv  11.105.  Lundgren.  ib.  X.  181);  hl4{g)legr  lächer- 
lich ;  anorw.  |  seit,  misl.)  A(g)mundr  (vgl.  §  270  anm.  und  Lind. 
Dopnamn.  sp.  1239).  anorw.  $i(y)m>.tndr  mannsnamen:  qmbon 
(anorw.  auch  atuBmn^  >.  >.  262,1;  aus  *anäabusm-?,  s.  Falk, 
Arkiv  III.  342)  lohn.  <ort?nq)n  y-tegr<.  später  —  wol  volks- 
etymologisch   teihi.  seit,  lardttik».  lüar-.  iary-.  artcgn.  ia.rtign. 

s.  Wadsteiu.  F.  Hom..  s.  60.  anders  Hultman.  Hälsingelageu 
-.  76)  Wahrzeichen;  förUlct  <  fagrJ/kt'f  schöne*  iso  Mogk. 
Literaturblatt  f.  germ.  u.  rom.  phil.  1893.  sp.  278).  mnorw.  Si(g)- 
//'/,/•.  Si\y)ridr  personennamen. 

4.  Dialektisch  zwischen  zwei  u  (o).  z.  b.  fu(g)uti  (auch 
f'ogutti.  folguti.  fwiti  u.  a.  unklare  formen)  vogt.  auorw.  Siurdr 
(schon  1338:  shetl.  8eorör  1452 1  aus  Siugurör  \§  89  anm.  3) 
Sigwart.  orkn.  tottu  aus  tuttuyit  zwanzig  (s.  Ha?gstad.  &  Tr.. 
s.  94,  Hild.  s.  63) ;  vgl.  £  203  anm.  3. 

Anni.  1.  Vereinzelt  steht  mnorw.  statu  st.  >Utfutuir  >  Schreibfehler ??  | 
eiu  inannsnawe.  Ueber  die  nicht  hiureicheud  erklärten  adv.  auf  -la  neben 
■lega  s.  bes.  Sverdrnp.  Arkiv  XXVII.  181  ff.  und  Kock.  ib.  XXYTII.  178  ff. 

Anni.  2.  Auslautend  in  hize\ij\  dort.  hucv$u(g)  wie  und  ninorvv. 
Ingebior(g)  ein  frauenname. 

§  294.  h  schwindet,  wo  es  durch  Zusammensetzung  in 
den  inlaut  zu  stehen  kommt,  wiewol  es  natürlich  oft  durch 
assoziation  erhalten  wird.  z.  b.  öneis*  bedeutend  zu  hneiss  un- 
bedeutend. 6f  aus  ohaf  (&  Jönssun.  Skjaldesprog.  s.  24)  grosse 
menge,  umböge  (ags.  ymbhagm)  sorge.  nt(h)d>fr  gebärde.  er(h)cefe 


218  §295.  Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  i. 

küste  ohne  hafen,  er(h)öf  unmenge,  austr-,  vestr-,  norpr{h)alfa 
(danach  anorw.  anal,  auch  als  simplex  alfa  neben  halfa)  öst- 
licher usw.  Weltteil.  eWk{h)uge  liebe,  afr(h)endr  vollendet,  lik- 
(h)amr,  -me  körper,  frials  (vgl.  got.  freihals)  frei,  Gimle  Wohn- 
ort der  seligen  (zu  Me  obdach).  yullaj)  (gullMap)  goldenes  band, 
brulLaup  (seit.,  z.  b.  St.  Hom.,  bruplauj))  hochzeit,  ein(Ji)arpr 
zuverlässig,  varp(h)ald  wache,  Seimr  oder  Scemr  (§  130  anm.) 
aus  Sce(h)eimr,  anorw.  Vllarvdll  (<  *-huäll,  s.  M.  Olsen,  Maal 
og  minne  1917,  s.  48)  Ortsnamen;  ferner  eine  menge  von 
Personennamen,  z.  b.  llluge  (zu  huge),  Nipopr  (zu  hqfir;  ags. 
NiÖhad),  Älf{h)eipr.  Möeipr.  Bagneißr.  Bandeipr,  Arn(h)ei/jr 
(zu  heipr),  Älf(h)ildr,  Bopuüdr,  Yng-,  lnguildr,  Gunn(h)ildr, 
Grim(h)üdr  (zu  hildr),  Sig(h)uatr,  Pör(h)allr,  Pör(h)addr  und 
bes.  die  vielen  auf  -arr  (zu  herr),  z.  b.  Gunnarr  (ahd.  Guntheri). 
Harr  (alt  Häarr,  s.  §  54,  1). 

Anm.  Ueber  das  möglicherweise  hierhergehörige  —  dann  aus  den 
vielen  Zusammensetzungen  losgelöste  —  reifr  froh  (nisl.  hreifr)  s.  Pipping. 
Kuninskril'terna  pä  Ardre-stenarna,  s.  21  f. 

$  295.  Kons,  t  (welches  urspr.  überhaupt  nur  antesonantisch 
nach  kurzer  silbe  vorkam,  s.  §  226)  schwindet  in  nicht  haupt- 
toniger  silbe  vor  palatalen  vokalen,  z.  b.  2.  pl.  präs.  velep  (got, 
waljip)  zu  velia  wählen,  eile  (gen.  vüia)  wille.  In  alten 
gedichten  zeigt  sich  noch  bisweilen  i  vor  w,  e,  z.  b.  nom.  pl. 
part.  präs.  dylicendr  verneinend,  hyggicendr  denkend,  viniey 
Weideland  am  wasser  u.  a.  (s.  Sievers,  ßeitr.  XII,  486,  ZfdPh. 
XXI,  104  note).  Später  kann  lautgesetzlich  erhaltenes  i  durch 
analogie  schwinden,  z.  b.  mip{i)aldr  ;von  mittleren  jähren" 
(nach  mipr  mittlerer),  skegg(i)uld  kriegerische  zeit  (nach  skeggex 
'securis  barbata'  u.  dgl.). 

Anm.  1.  Durch  dissimilation  ist  i  geschwunden  in  siautän,  seit. 
sautiän  iseytimi)  neben  siautiän  (sieytiän)  siebzehn  (Gislason,  Aarbeger 
1879,  s.  161 ;  Noreen,  Arkiv  VI,  331  f.). 

Anm.  2.  Ueber  das  scheinbar  erhaltene  i  nach  langer  auf  ^ ,  g ,  k 
endenden  silbe  s.  §  263. 

Anm.  3.  FreUa  frei  macheu  (zu  frials  §  133,  a  frei)  hat  kein  i  ver- 
loren, sondern  ist  aus  *fre{li)elsa  <C*frihal$ian  entstanden.  Aber  sonst 
schwindet  nicht  seit,  im  anorw.  und  noch  häufiger  im  mnorw.  i  zwischen 
r  und  haupttonigem  vokal,  z.  b.  fr(i)als  frei,  fr(j)cpdagr  (s.  §  70,  2)  freitag, 
Gröd-,  Gröd-  (s.  §  248  anm  5),  Gröt-  (vgl.  §  70, 4)  st.  Griötgardr  ein  manns- 
name,  StrensstpÖum  (Striöns-)  ein  ortsname,  pr{i)ü  drei,  pr{i)özka  wider- 


§  296—298.   Konsonantenschwund  im  in-  uud  auslaute:  k,  t.  m. 

spenstigkeit ;  seltener  auch  nach  /.  z.  b.  Ledolfr  (ZJ6Ö-),  Lot-.  Letuifr, 
-olfr  (Liöt-)  mannsnamen,  tep  (aus  Miöp)  lief:  noch  seltener  nach  n.  z.  b. 
mutmam  (sntö-,  s.  §70,4)  schneeschnielzung:  s.  bes.  H#gstad.  Vestno.  inaalf. 
II,  1,  s.  54,  87  und  II,  2,  i,  s.  119.  —  Nonr.  t'rauennainen  wie  anorw.  Ingiborg, 
-barg,  muorw.  Giinnborg,  Raüborg  (statt  der  älteren  -biorg)  sind  wol  den 
wgerm.  auf  -burgt's  (neben  -berga)  gleichzustellen,  sei  es  dass  sie  um.  ver- 
wandt oder  wol  eher  entlehnt  sind. 

§  296.  k  kann  vor  sk  durch  dissiuiilation  schwinden,  z.  b. 
prät.  pass.  lau(k)sk  schloss  sich.  tö(k)sk  nahm  sich.  fe(kk)sk 
(vgl.  §  284)  empfing  u.  dgl.  (s.  Wadstein.  F.  Hom..  s.  139). 
yri{k)skr  griechisch.  häley\k)skr  aus  Hdloyaland  stammend. 

§297. t  Kakuminales  1  schwindet  dialektisch  im  anorw. 
(vorzugsweise  wnorw..  s.  M.Olsen.  Xamn  och  bygd  II.  248  f.) 
vor  labialen  und  gutturalen  konsonanten.  z.  b.  3.  präs.  konj. 
(runisch)  hiabi  (Äardal.  Byglandj.  d.  li.  hidpe  (hialpe)  helfe 
wie  Hb?  s.  XXXVIII  hidp ;  im  Hoprekstader  buche  ihahh;  höf 
statt  idfülde  kamel.  //Z/halb:  in  Hb.  sid(l)fo;  ferner  Biu(T)fr, 
Brynio(l)f>\  Gvnnu(l)fr:  Uro  1  fr.  Sando[l)fr.  l\l)fgestr,  So(l)fe. 
P6(l)fr,  St6(l)fr,  X6tto(l)fr  mannsnamen.  hdfsdld.  -scelda  halbes 
mass,  hialmu  &  §  254    helmstock:  E{l)ftaleyti;  Ä{l)mdaler 

Ortsnamen.  H6{l.msüeinn,  Sä(l)mundr,  Vilid(l)ntr:  Ko'ljbiorn: 
H(B{l)ge.  Va(l)gardr  mannsnamen.  fy(hgt  gefolgt;  he(T)kn  Stein- 
boden. fö{l)k  volk.  F6(l)ke  ein  mannsname;  vgl.  umgekehrte 
Schreibungen  wie  piolfr  statt  piöfr  dieb,  Hündiulfr,  Valdiulfr 
statt  -diüfr  (s.  §  238. 1,  b).  Vgl.  z.  b.  Haegstad.  Vestno.  maalf. 
IL  1.  s.  75  und  II.  2.  i.  s.  154.  sowie  u.  s.  47. 

Anm.  1.  Seiten  ist  dieser  schwand  bei  dentalem  1.  z.  b.  fria(l)s  frei, 
kgndi(l)smessa  lichtmesse,  Päfa(l)staö  ein  Ortsname :  Ha(U)dörr  ein  manns- 
name. landskytlyi  pachtgeld  (s.  z.  b.  Haegstad.  a.  o.).  Shetländisch  ist 
HiaÜand  (schon  1226)  st.  Ritäüaml  (<.  Wadstein.  F.  Hom..  s.  67  f.  noteV 
vgl.  nshetl.  getling  aus  *g(eltlingr. 

Anm.  2.  Ausnahmsweise  kann  /.  sowol  aisl.  als  anorw.,  im  unbetonten 
auslaut  nach  vokal  schwinden,  z.  b.  hdzti,  miküsti  allzu,  mhkursti  'ein 
bisschen  zu"  neben  til  -zu'.  sÄ-«(/)  soll.  . 

g  298.    m  schwindet : 

1.  Im  urspr.  auslaut.  z.  b.  fra  (got.  fram\  'von'  (vielleicht 
noch  mit  lautges.  inlaut.  m  in  St.  Hom.  frambmrr  neben  frabchrr 
'ausgezeichnet-.  1.  sg.  präs. püna  ahd.  diovöm  diene  u.dgl. 
vgl.  §  531  anm.  2). 


220  §  291).   Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute :  u. 

Auin.  Mnorw.  schwindet  m  ziemlich  allgemein  in  der  dativendung 
-um,  -om,  i.  b.  gardeno,  -ue  st.gardenom  dem  hofe;  s.  A.  B.  Larsen.  Arkiv 
XIII,  250  f.,  Haegstad,  Vestno.  niaalf.  II,  2,  i,  s.  160. 

2.  Vor  urspr.  stimmlosem  /;  z.  b.  fifl  (s.-§  110, 1)  riese,  tor 
neben  fimbol-  riesen-,  töft  (toft,  anorw.  tuft,  s.  §  112, 1)  bau- 
platz  neben  anorw.  tomt,  turnt  (nach  §  291,  4,  b),  beides  ans 
Humf't-;  fim,  seit,  fimm  (got,  fimf)  fünf  hat  sich  nach  fimte  (got. 
fimfta),  fimtän  u.  a.  gerichtet  (s.  Noreen,  Arkiv  III,  39  f.  note. 

§  299.    n  ist  in  folgenden  Stellungen  fortgefallen : 

1.  Vor  k,  wo  die  laute  durch  synkope  zusammentreffen 
und  nicht  assoziation  oder  gelehrter  einfluss  das  n  (dann  als 
velaren  nasal)  erhält,  z.  b.  Äke  (adän.  run.  qaki,  alid.  Anihho), 
Hake  (ahd.  Hannihho).  dykr  (dynkr  zu  dynr)  lärm,  mtikr  (ags. 
munkr,  ags.  nmnuc,  s.  §  112  anm.  1)  mönch,  kan(n)ükr  (kanöke, 
kanunkr)  canonicus,  pl.  pikisdagr  (vgl.  l&t.  pentecoste)  pfingsttag 
(vgl.  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  X,  42  note);  aber  seinka  ver- 
zögern zu  seinn  spät,  Sueinke  zu  Sueinn  mannsnamen  usw. 

2.  Vor  l  nach  starktonigem  vokal  (vgl.  §  266,  4)  etwa 
bald  nach  900  (s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  61t,  F.  Jonsson, 
No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold,  s.  292,  Björkman,  Nordische 
Personennamen,  s.  5),  z.  b.  die  personennamen  Ate  (ahd.  Analo), 
OVe  (s.  §  116),  Äleifr  (nicht  ganz  sicher  belegt,  s.  Hesselmau, 
Minnesskrift  utg.  av  Fil.  Samfundet  i  Göteborg,  s.  55  ff.;  air. 
Amlaib,  ags.  Anläf),  Oldfr  (s.  §  116),  Eileifr.  -läfr  (wol  zu  einn) 
mannsnamen,  Älof,  mnorw.  Sualaug  neben  seltnerem  Suan- 
laug  frauennamen,  Väle  (ahd.  Wanilö),  Beyla  (vgl.  ahd.  m. 
Bönila,  s.  Sievers,  Beitr.  XVIII,  582  ff.)  mythische  personen- 
namen, üselegr  (zu  senn  gesehen,  s.  Sverdrup,  Arkiv  XXVII,  159) 
hässlich  anzusehen,  der  Ortsname  Grönland,  Greland  (Gren- 
land),  mel  (s.  §  110. 1)  mundstück  des  gebisses. 

3.  Vor  r,  z.  b.  lerept  (zu  Im)  lehrwand,  pl.  örer  (§  112, 1) 
unsere,  Port-  aus  *Punran  ($.  §  112, 1)  der  donnergott,  Eirekr 
^jEinrikr)  Erich,  anorw.  himi{n)riki  himmelreich. 

Anm.  1.  Der  Vorgang  gehört  der  vikiugerzeit ,  z.  b.  air.  Turges  845 
(aisl.  Porgestr;  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  118),  adän.  run.  Pur  (d.  h.  Pörr) 
Nerre  Nasrä  (c.  850),  Glavendrup  (c.  900). 

4.  Vor  s  (vgl.  §  233)  nur  sporadisch,  z.  b.  pi{n)sl  peinigung 
zu  pina  peinigen,  anorw.  rm(n)son  reinigung  zu  reeinn  rein, 


§299.    Konsonantenschwund  im  in-  und  auslauft- :  it.  221 

■jgL  tffeire  (seit.,  z.  1).  St  Hom.)  neben  vkuite  der  linke,  pl.  )w{n)sn 
(vgl.  v.  Umverth.  Beitr.  XXXVI.  23  und  29)  hühner.  Mo{n)sir 
ein  Ortsname, 

Aura.  2.  Ob  n  lautgesetzlich  auch  vor  m  schwindet  (oder  vielleicht 
eher  tm  zu  i»m  assimiliert  —  vgl.  §  267  anm.  5  —  und  danu  pm  nach 
schwachtonigem  vokal  und?  nach  diphthong  verkürzt  wirdV/  Wenigstens 
hat  St.  Hom.  2  mal  poleimpe  gednld,  St.  Hom.  und  Cod.  AM.  645.  4°  je 
1  mal  polemöplega  geduldig  neben  gew. polen-,  und  der  mannsname  Eymundr 
scheint  ags.  Eanmtmd,  ahd.  Amummtd  zu  entsprechen  (s.  Levander,  Ant. 
tidskr.  f.  Sv.  XVIII,  3.  s.  21.  Björkman,  Studien  z.  engl.  Phil.  LVIII.  14  ff.). 
Ob  Ämtindr  (wie  Björkman.  a.  o.,  s.  16 f..  annimmt i  ans  *Anmundr  ent- 
standen ist? 

Anm.  3.  Vor  ic  dürfte  n  geschwunden  sein  im  mannsnamen  mnorw. 
Äfarr  (adän.  run.  quo/n,  agutu.  Äw«ir.  s.  Bugge.  Arkiv  II.  224)  und  aisl. 
ipi'Pffiarn  böse  (zu  as.  imrid  bosheit),  iripin  hexe. 

5.  Im  urn.  auslaut.  z.  b.  d  (nrn.  an  Tjurkö.  aber  schon 
c.  800  adän.  ä  Snoldelev.  ja  schon  Eggjuni  c.  700  scheint  o 
zu  haben)  an,  pd  (got.  ])an)  dann  (vgl.  meßan  =  got,  »rißpanei 
während),  i  (so  vielleicht  schon  Eggjum)  in.  inf.  binda  binden. 
3.  pl.  präs.  ind.  binda  (s.  §  220)  binden,  acc.  pl.  daga  (got,  dagans 
s.  §  277.  2.  c)  tage,  pd  (got  pans)  sie.  die.  tud  (got.  tuans)  zwei, 
gen.  dat.  acc.  sg.  hana  (vgl.  urn.  dat. Prauijan  Tanum.  -halaihan 
Time,  got.  acc.  totmm)  hahn.  gen.  dat.  acc.  sg.  tungo  (ahd.  znngün) 
zunge. 

Anm.  4.  Wo  n  im  urn.  durch  einen  auslautenden  vokal  geschützt 
war,  bleibt  es,  z.  b.  acc.  sg.  blinden  (got,  blindana)  blinden,  «mm  (got. 
ainnö-hun)  ein.  Zur  erkläruug  der  scheinbar  widersprechenden  3.  pl.  konj.. 
z.  b.  präs.  here  (gegen  aschw.  bierin.  got.  bairaina).  prät.  betre  (gegen 
aschw.  hnrin ,  got.  bereina)  und  nom.  acc.pl.  der  schwachen  neutra,  z.  b. 
ttugo  neben  seltnerem  anorw.  cmjfwi  (aschw.  eghon.  got.  augma)  äugen, 
s.  teils  Noreen.  Geschichte3  ij  252, 3  und  195.7.  teils  Falk,  Anz.  f.  d.  A. 
XVIII,  191  (anders  Kock,  Beitr.  XV,  244  ff.:  noch  anders  Holthausen, 
ib.  XI,  555). 

Anm.  5.  Die  präfixe  6-,  ü-  (got.  un-)  'un-*  und  si-  (got.  sin-)  :immer-' 
sind  vor  k,  1.  r,  »  (/?,  h?,  m?,  ic?  p?)  eines  späteren  znsammensetzungs- 
gliedes  lautgesetzlich  (s.  1—4  oben  sowie  anm.  2  und  3)  entstanden  und 
von  da  aus  verallgemeinert  worden.  Vgl.  die  laute:esetzlichen  Grst-uwblind<t. 
l'mhlnuzsUiftir  (§262,1). 

Anm.  6.  Dialektisch  schwindet  im  anorw./*  auch  im  unnrspr.  aus- 
laut, z.  b.  sidain)  später,  nordain)  von  norden  her  u.a.,  s.  Kock,  Arkiv 
XIII.  173  note;  beisp.  aus  dem  mn«>rw.  8.  A.  B.  Larsen.  ib.  XIII.  253.  Hseg- 
stad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  71  und  II.  2,  i.  s.  162,  166;  vgl.  noch  oben 
§  145  anm.  6. 


222        §  300.  301.  Konsonantenschwund  im  in-  und  auslaute:  r. 

§  300.     r  (um.  r,  vgl.  §  301)  schwindet: 

1.  Vor  n,  t  in  unbetontem  auslaut  (vgl.  aber  anm.  1),  z.  b. 
schon  in  den  ältesten  hdschr.  acc.  sg.  m.  annan,  ntr.  annat 
(aschw.  run.  noch  qnart  Rök  um  900)  zu  annarr  ein  anderer; 
etwas  später  auch  okka(r)n,  -a(r)t  zu  oftkarr  uns  beiden  zu- 
gehörig, ykka{r)n,  -a{r)t  zu  ykkarr  euch  beiden  zugehörig, 
yPua(r)n,  -a(r)t  zu  yPuarr  euer,  noMo(r)n  zu  nokkorr  irgend- 
ein. Die  r-  formen  beruhen  auf  anal,  neuerung  oder  auf 
schwachem,  in  kofa(r)n  schosshund  auf  starkem  nebenton. 

Anm.  1.  Vielleicht  ist  eher  analogische  Umbildung  anzunehmen. 
Npkkon  kann  sehr  wol  nach  ntr.  ngkkot,  das  nie  -rt  gehabt  hat  (vgl.  huät), 
umgebildet  sein.  Noch  wahrscheinlicher  ist,  dass  annat  u.  dgl.  anal,  zu 
annarr,  annan  neugebildet  ist  nach  massgabe  von  nokkor  (nakhtarr) 
:  nokkot  {nakkuat),  pan(n)  :pat  u.  a.  m. 

2.  Durch  dissimilation  (schwankend)  in  z.  b.  anorw.  F(r)i- 
rekr,  Frip{r)ekr  Friedrich,  Pryp(r)ekr  ein  mannsname,  anorw. 
Magretta  (mnorw.  auch  Margeta)  Margareta,  my{r)kr  finsternis, 
dia(r)fr  kühn  u.  a.  (vgl.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  140).  Vgl.  noch 
§  301, 1. 

Anm.  2.  Fyre,  fire  —  neben  häufigerem  fyrer,  firer  (s.  §  147)  oder 
fyr,  fir  —  kann  hierher  gehören,  aber  beruht  wol  eher  wie  im  agutn. 
(s.  Pipping,  Gutalag,  s.  LXXXIV)  auf  sandhi,  so  dass  R  vor  gewissen  kon- 
sonanten  (durch  assimilation ,  vgl.  §  273  mit  anmerknngen)  geschwunden  ist. 

§  301.    r  (urn.  r,  vgl.  §  300)  schwindet: 

1.  Durch  dissimilation  (jedoch  wol  erst  nachdem  r  zu  r 
geworden  ist,  so  dass  die  betreffenden  fälle  eigentlich  zu 
§  300,  2  gehören)  bisweilen  in  Krist(r)  Christus,  seit,  in  andern 
nomin ativen  auf  -r,  z.  b.  anorw.  styrk(r)  stärke,  frid(r)  friede, 
burä(r)  geburt,  fyrst(r)  erst,  vwrst{r)  bösest  (Wadstein,  F.  Hom., 
s.  140).  Ausserdem  wol  in  anorw.  Ortsnamen  wie  Biark(r)ey 
(vgl.  §  160  anm.),  Ncerd{r)eimr  (s.  M.  Olsen,  Hedenske  kult- 
minder 1,51),  Orka-,  Stiörna-,  Siirna-,  Yeradalr  aus  *Orkar  usw. 
(s.  M.  Olsen,  Historisk  Tidsskrift  IV  R.  V,  s.  158). 

2.  Im  onorw.  sporadisch  seit  c.  1300  nach  dem  svarabhakti- 
vokal  a  (ce),  z.  b.  Gu&lceifce  (schon  1349)  <  Gudlceifr  ein  manns- 
name, seltener  wnorw.,  z.  b.  Irööe  (schon  1338)  <  bröör  brüder; 
seit  c.  1300  auch  sonst  nicht  selten,  z.  b.  pl.  konunga{r)  könige, 
alleir)  alle  u.  dgl.,  s.  Haegstad,  G.  Tr.  s.  93,  Kong.  s.  23  und  35, 
Vestno.  maalf.  I,  s.  146,  II,  1,  s.  67  f.,  II,  2,  i,  s.  156  f.  und  II,  2,  n, 


§  302.  303.  Kons.-schwund :  u,  t.    §  .°>04.  Zusatz  von  kons.         223 

s.  47;   Falk  und  Torp.  Dansk-norskens  syntax.  s.  XIV  note  1 
und  2. 

§  302.  s  fehlt  nicht  selten  durch  dissimilation  auslautend 
nach  st.  z.  b.  gen.  sg.  (vorzugsweise  anorw.)  Krist(s)  Christus. 
hest(s)  pferdes.  prest(s)  priesters,  mest(s)  meist  (Wadstein. 
F.  Hom.,  s.  141).  Ob  Schreibungen  wie  Kriz  (oft  in  St.  Hom.). 
prez  die  ausstossung  des  ersten  s  angeben?  Vgl.  jedoch  §  316 
anm.). 

Anm.  1.  Vereinzelt  steht  der  dissiinilatorische  schwnnd  des  in- 
lautenden s  im  anorw.  süki(s\parlak  seidener  Vorhang. 

Anm.  2.  Ueber  tarn  (alt  tarn,  aus  dem  keltischen)  neben  älterem 
imm  eisen  s.  M.  Kristensen.  Nord.  Stud..  b.  23. 

§  303.    t  fehlt: 

1.  Bisweilen  durch  dissimilation  auslautend  nach  z  (d.  h.  ts). 
z.  b.  he1z(t)  am  liebsten,  siz{i)  am  wenigsten.  2.  sg.  prät,  ind. 
leeif)  liesst.  ceiz(t)  weisst  (vgl.  Gering,  Isl.  Mv.  I.  s.  XIX, 
XXIII);  so  immer  in  einigen  hdschr.  bei  den  superl.-endungen 

st.  -ast,  -azt  (s.  §  310  anm.  3),  z.  b.  huataz  am  keckesten 
u.  dgl.  s.  H.  Rydberg.  Die  geistlichen  drapur.  s.  XXX  f..  XXXII. 
E.  Olson.  Yngvars  saga,  s.  LIII  note.  welche  —  vielleicht  mit 
recht  —  b  als  eine  nur  orthographische  Variante  zu  st  ansehen. 

2.  Vor  antekonsonantischem  s  schon  um  1200.  z.  b.  bgsto, 
beste  (acc.  sg.  f.),  estr  vornehmst,  priosha  Widerspenstigkeit. 
göska  gute,  kuask  sagte  sich  statt  bgxto,  eztr  usw.,  s.  Morgen- 
stern, Arkiv  X,207f.,  I.  F.  Anz.  VI." 95  f.:  Wadstein,  F.  Hom., 
s.  119;  Gislason.  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad.  s.  133.  Vgl. 
$274,2. 

3.  Mnorw.  bisweilen  im  schwachtonigen  auslaut.  was  wol 
zunächst  einen  Übergang  t  >  d  nach  §  248  (vgl.  auch  §  292 
anm.  2)  voraussetzt,  z.  b.  brefe(t)  der  brief,  1ege(t)  gelegen, 
s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I.  s.  24  und  II.  2, 1,  s.  161. 

Anm.  Ueber  mnorw.  schwnnd  von  tc  zwischen  L  m.  r  und  betontem 
vokal  s.  §  134.  b. 

B.    Zusatz. 
§  304.    b  wird  anorw.  seit,  zwischen  m  und  r  (wie  im 
aschw.)  eingeschoben,   z.  b.  dat.  ham(b)rp.  s>(m(b)ri  zu  hamarr 
hammer.  mmmt  sommer. 


224  §305  —  'iiÖH.  Zusatz  von  konsoiianten. 

ij  305.  Von  ddl,  ddn  statt  11,  nn  (sowol  alten  wie  aus  W, 
rn  nach  §  272  entstandenen)  zeigen  sich  spuren  im  misl.  des 
15.  jahrh.  und  in  gewissen  mnorw.  dialekten  (s.  Marstrander. 
Bidrag,  s.  115,  Haegstad,  Vestno.  maalf.  IL  1,  s.  116  und  II,  2.  i, 
s.  142  f.),  z.  b.  fnddla,  hoddn  9t.  falla  fallen,  hörn  hörn.  Vgl. 
das  nisl. 

Anm.  1.  Vereinzelt  steht  der  eiuschub  von  d  zwischen  n{n)  und  /, 
r  (vgl.  das  aschw.)  in  Vin(d}htnd,  Swi(d)lendingä  fiorpungr  (s.  Hb.,  s.  XLI) 
Ortsnamen,  anorw.  (nach  1300).  andrwm,  -a  anderen,  -e  (s.  §455  anm.), 
mnorw.  Dagßn(d)er  ein  mannsname.  Unklar  bleibt  der  aisl.  (seit,  anorw.) 
mannsname  Hgskoldr  neben  (gew.  anorw.)  Hpskollr,  hoskollr  grankopf. 

Arm.  2.  In  lehnwörtern  tritt  nicht  seit,  ein  unurspr.  d  nach  aus- 
lautendem n  auf,  z.  b.  prisund  (afranz.  prisan)  kerker,  tuend  (ags.  inen) 
namen  des  buchstaben  v,  u.  a.,  s.  Bugge,  Studier  1, 130  f. 

Anm.  3.  Mnorw.  ist  auslautendes  au  dialektisch  zu  aug  geworden  in 
siaug  sieben,  tuaug  zwei,  paug  die,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  76 
und  II,  2,  i,  s.  1 70,  1JX)  sowie  Kong.,  s.  37. 

§  306.  h  wird  nicht  seit,  im  anlaut  vor  vokalen  (seit,  vor 
1,  n,  r)  zugesetzt,  z.  b.  (h)elska  lieben,  (h)af  'von',  (h)er  'ist' 
(alle  in  St.  Hom.)  u.  a.;  s.  Gislason,  Um  frumparta,  s.  64  ff.,  Om 
navnet  Ymir,  s.  5ft.,  Wadstein.  F.  Hom.,  s.  111,  Bugge,  Norro?n 
Fornkvseöi,  s.  417.  Vgl.  §  289  anm.  3.  —  Immer  //  zeigt  hnipr 
(vgl.  frz.  jwpe  und  oben  §  243  anm.)  kurze  jacke  ohne  ärmel. 

Anm.  Auffallend  ist  der  (wie  im  aschw.,  s.  An.  gr.  II  §  328)  sporadisch 
vorkommende  einschub  von  kons,  i  nach  anlautenden  konsonanten  im  mnorw., 
z.  b.  f(i)orn  von  alters  her,  h(i)engia  aufhängen,  l(i)opt  luft,  m{i)ellow 
zwischen,  n(i)cettr  nachte,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  123.  —  Das 
ziemlich  häufige  anorw.  milliitm  (s.  Fritzner)  'zwischen'  ist  wol  aus  milli 
und  m/llum  kontaminiert. 

§  307.  k  wird  in  anorw.  mundarten  sporadisch  vor  st 
eingeschoben,  z.  b.  Ortsnamen  wie  Kui(k)stader,  Lwiri(k)sttina\ 
öri(k)staöer,  Gan(k)storp  (aus  Gautsfiorp),  Gan(k)staÖer  u.  a. 
(s.  Rygh,  Oplysninger,  C-raardnavne.  Personnavne  u.  a.  passim). 

§  308.  p  tritt  ziemlich  seit,  zwischen  m  und  t  ein,  z.  b. 
lam(p)taland ,  ntr.  sk«m(p)t  (in  St.  Hom.)  zu  skummr  kurz, 
ös6m{p)t  (in  St.Hom.)  zu  ösemr  unpassend,  mm(p)t  (in  Agrip) 
zu  sumr  irgendein.  Noch  seltener,  mnorw.  jedoch  ziemlich 
häufig  (s.  Haegstad,  Kong.,  s.  34  f.),  sind  fälle  von  eingeschobenem 
p  zwischen  m  und  n,  z.  b.  sam(p)nu  (in  Agrip)  sammeln,  anorw. 
Pi<un(p)n-  (aisl.  Hrafn-)  in  Ortsnamen.  Vgl.  das  aschw.  (s.  An.  gr. 


§  309.  310.   Zusatz  von  kousonauteu.  326 

II,  §  332).  —  Sehr  seit,  ist  (wie  im  aschw.)  mnorw.  mps  st  n  ?, 
z.  b.  Onempsht'tser  ein  oitsname.  s.  Liden.  Spräk  och  <til  VT.  12 
note. 

Anm.  Ueber  das  nicht  genügend  erklärte  r  in  tpu(r)1egr  unaufhörlich. 
»öf)u(r)legr  gnädig  u.  a.  s.  Sverdrup.  Arkiv  XXVIT.  172  ff. 

§  309.    .5  wird  eingeschoben : 

1.  In  mehreren  alten  aisl.  hdschr.  zwischen  f  und  t.  wenn 
die  gTiippe  ff  alt  ist.  d.  h.  nicht  durch  synkope  entstanden, 
z.  b.  ofst  (oft,  opt)  oft.  kmfstr  (kraflr,  krajrtr)  kraft,  afstt  (aflr, 
nptr)  zurück  u.  a.  Vgl.  Hoffory.  Arkiv  IT,  10  ff..  WiseD,  Homiliu 
B6k.  s.  X. 

2.  Dialektisch  im  ostläudischen  onorw.  um  1300  zwischen  t 
(welches  später  schwindet,  vgl.  £  303,  2)  und  /.  z,  b.  htli  >  Htsli 
>  lisli  der  kleine.  AÜe  >  Üfefc  >  Js/c  ein  manusname.  pl. 
kretslar  (s.  Hertzberg,  s.  860»  kessel.  Vgl  Haegstad.  Vestno. 
maalf.  II.  2.  r,  s.  125  und  IT.  2.  n.  s.  #5: 

§  310.     t  wird  in  vielen  Stellungen  eingeschoben : 

1.  Vorliterarisch  zwischen  //.  »x  und  einem  folgenden  s: 
statt  ts  wird  r  geschrieben  (vgl.  Hoffory.  Arkiv  II.  88  ff.),  z.  h. 
gen.  al(l)z  zu  nflr  ganz.  goM})s  zu  goü  gold.  superl.  e/t /)://•  zu 
komp.  eWre  älter:  gen.  »ot» rn):  vumnmr,  »m]>r  mund.  samjn: 
zu  sannr.  sapr  wahr,  superl.  »>i»(»):t  mindest,  refl.-pass.  />»i 

es  findet  sich. 

Anm.  1.  In  den  ältesten  hdschr.  kommt  noch  s  statt  z  dann  nnd 
wann  vor. 

2.  Zwischen  s  und  altem  t  (urn.  r,  nicht  a :  vgl.  §  277).  z.  b. 
die  personennamen  Astrdfrr  (s.  Zimmer.  De  da.  runemindes- 
maerker  IV.  s.  XL:  adän.  rtUL  qsraßr),  Astripr  (noch  rrmisch 
qsripr  —  adän.  qsfripr  —  z.  b.  Dynna.  s.  Bugge.  Tidskr.  f.  Phil, 
og  Paed.  Vltl.  190.  und  auf  Man.  s.  Brate.  Fornvännen  1907. 
s.  32).  husUni  (ziemlich  spät  i  statt  Äws/rW  hausfrau.  in  welchen 
fällen  sfr  zunächst  nach  £  291.  4.  b  zu  a¥  geworden  ist.  Vgl. 
Xoreen.  Arkiv  I.  295  ff..  Hoffory.  ib.  I.  38  ff. 

3.  In  einigen  anorw.  hdschr.  (z.  b.  Barlaams  saga  immer 
im  anlaut.  Ol  H.  leg.  saga  auch  sonst  i  zwischen  s  und  n.  z.  b. 
*(t)min  wenden.  s(t)ni<'»r  schnee.  s(t)negyr  hurtig.  lnns(t)ti 
erlösung.  niös{t)»  ausforschung.  u.  a.:  seit,  im  aisl..  z.  b.  rametißpi 
s.  Jonsson.  Arkiv  TX.  377  ansehen. 

Xur^n.  Alti«l.  gnuiUB.    +.  aufl.  IX 


226  §311.312.  Zusatz  von  konsonanteu.    §313.  Metathese. 

4.  Bisweilen  zwischen  s  und  l,  z.  b.  in  den  mannsnamen 
As(t)läkr,  As(t)leifr  (oder  ist  hier  assoziation  mit  äst  liebe 
anzunehmen  ?). 

Anra.  2.  Vereinzelt  steht  anorw.  rmk(t)na  rechnen  (s.  Hsegstad,  G.  Tr., 
s.  37);  vgl.  §263  anm.  4.  —  Ueber  seit.  (s.  Hertzberg)  anorw.  aldriyt'(t) 
'nie'  s.  die  erklärungsversuche  bei  Kock,  Svensk  ljudhistoria  IV, 74. 

Anm.  3.  Etwas  unklar  ist  das,  bes.  in  anorw.  hdsohr.,  seit  c.  1250 
häufige  ~~  statt  e  zwischen  a  und  /,  z.  b.  der  frauenname  Aztridr  und  bes. 
die  vielen  superl.  auf  -aztr,  ntr.  -az  (statt  -azt  nach  §303,1?),  wie 
(Uüpaztr  neben  -astr  tiefster  (aber  z.  b.  nur  fkesler  zahlreichster,  tdfarstt 
spätester  usw.):  s.  z.  b.  Brenner,  Beitr.  X,  432,  Gering,  Isl.  JEv.  I,  s.  XIX, 
Wadstein,  F.  Hom.,  s.  118,  F.  Specht,  Acta  Germanica  III,  18  f.,  34  f.,  Hb., 
s.  XXXIV  und  LVI,  F.  Jönsson  De  bevarede  brudstykker  af  .  .  Jöfraskinna. 
s.  XVIII,  Rydberg.  Die  geistlichen  dräpur,  s.  XXXII,  Olson,  Yngvars  saga, 
s.  LH,  G.  Indrebe,  Sverris  saga,  s.  XXVII.  Wahrscheinlich  ist  z  nur  eine 
orthographische  Variante  zu  s  und  st,  s.  §  48  und  §  303, 1.  Vgl.  §  816  anm. 
—  Ueber  arz,  ras  s.  §  315  anm.  3. 

§  311.  Volksetymologischer  art  ist  wol  der  einsclmb 
von  (j,  r,  n  in  fällen  wie  aisl.  Mik(g)ar])r  (Lind.  Arkiv  XI,  266) 
Richard,  anorw.  Kristia(r)n  (nach  den  namen  auf  -tarn  und 
-biarn,  s.  Lind,  ib.  257  f..  Kock,  ib.  XII,  269)  Christian,  linspund 
neben  seit.  U(f)spunä  (aus  mndd.  lispunt,  llvespunt  livischer 
pfund. 

Anm.     Ueber  anorw.  al(lrer/r(n),  lm(t'rgi{n)  s.  §  158. 

§  312.    Hiatusfüllend  tritt  bisweilen  im  anorw.  ein: 

1.  Kons,  i  oder  («',  j,  ghi  geschriebene)  spiransj  (s.  §  251) 
zwischen  palatalem  und  nicht- palatalem  vokal,  z.  b.  fre(i)«- 
dagr  freitag  (Bugge,  Arkiv  IV,  123),  fe{i)ar  viehes  (Hertzberg. 
s.  857),  ti(j)u  zehn,  ti(f/hi)und  (vgl.  §  263  schluss)  zehnt  u.  dgl. 
Schreibungen  (s.  z.  b.  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  71).  sky(i)are  bedienter 
(s.  Fritzner),  ufrmals  (s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  143)  un- 
frei, pl.  s{u)i{i)ar,  s(u)y(i)ar  (s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  ir, 
s.  35  und  vgl.  §  77, 13)  Schweden. 

2.  Kons,  u  (w)  zwischen  6  und  a,  i.  Beisp.  s.  §  256  (schluss). 

C.    Metathese. 
§  313.    I  kann  in  folgenden  gruppen  umgestellt  werden: 
1.    dl,  fl  >  lb~,  z.  b.  innylfe  neben  -yfle  (vgl.  ahd.  imwfili) 

eingeweide.   ftskylfr  (skyflr)  vergeudend  zu  skyfla  vergeuden. 

filfsTii  (Hb.,  s.  XLV)   der  törichte  neben  ffflsha  torheit.  präi. 


§314.    MKathe.se.  227 

(anorw.)  tjlfdi  {ilfdi,  8.  £  114)  und  part.  ylft  zu  *$/§ö  ^ags.  y/fa»; 
s.  Bugge  bei  Hertzberg.  s.  730  f.)  unrechtfertig  anklagen,  part. 
Uilfdr  (s.  Hertzberg)  zu  te//«  spielen,  alfe  und  '</fa  stärke,  elfa 
und  ^/?«  (ygL  ahd.  aval&n)  zuwege  bringen;  ebenso  wol  iqilfn. 
kyfla  tappen,  stottern   (&  Bngge,  Xorropn  Fomkvaeöi.  s.  419). 

2.  öl  >  Id  (statt  W,  s.  $  223, 1)  wol  schon  urn.  regelmässig 
in  dem  suffixe  -dla-,  z.  b.  sdld  sieb.  ?  s-Äv/W  dichter.  siW  bering 
(&  §  236).  heimold  (ygL  got, hmmöl/li  heimati  recht,  bilda  beil 
u.  a.;  ausserdem  wol  in  yaldr  fussstapfe  im  schnee  aus  *y<u)l- 
<*yo<)d-l-  in  peubn>  C'nadd-  <*gazd-,  got.  yazds)  Stachel,  s. 
Bugge.  Sv.  landsm.  IV.  82  f.  note. 

3.  £l  >  lg  antekonsonantisch  selten,  z.  b.  gen.  yalys  (yayls) 
und  iu  Zusammensetzungen  ynly-  (yayl-)  zu  gayl  vogel.  part. 
nelydr  (Hb..  s.  XXTX)  statt  neglär  vernagelt.  Vgl.  umgekehrte 
Schreibungen  wie  tegldr  statt   trtydr  is.  Fritzner)  geschnitzt. 

4.  sl  >  Is  oft  im  auslaut.  z.  b.  mannsnamen  auf  -(y)ish 
die  gew.  auf  -(</)//•>•  enden,  wie  Porgüs  (-gisT),  Hergäs,  Apils. 
welche  bisweilen  konsequent  nom.  -d.s.  aber  dat.  -isle  zeigen 
(s.  Jonsson.  Egils  Saga  1894.  s.  43  note  und  s.  154  note).  der  kurz- 
name  Güs  neben  Gislj  seit,  beüs  (s.  Vigfusson).  hüls  (s.  Fritzner). 
snifirls.  shrimls  (Hb..  s.  XLV.  Kälund,  Kirialax  saga,  s.  XI). 
oft  pils  (s.  Gislason.  Um  frumparta.  s.  119.  I">orkelsson.  Supple- 
ment IV.  121)  neben  beisl  (auch  beis%  anal,  nach  he/to.)  gebi». 
hrnsl  Sakrament,  smgrsl  salbe,  shrmsl  gespenst.  pisl  peinigung. 
Inlautend  vielleicht  im  snffix  -eise,  z.  b.  in  reykelse  Weihranch, 
aus  *-isli  (vgl.  Sievers.  Beitr.  V.  529). 

Auni.  Vereinzelt  stehen  ajwl  st.  nlnfi  nahrung  (Gislason.  Aarbeger 
1881,  s.  224 f.),  cpie  st.  dpe  leibesfurcht .  gen.  Stmpif  (Hb..  s.  XLV.  fcanl) 
zu  Skalpr  ein  mannsname. 

§  314.  »  wird  ausnahmsweise  umgestellt  in  den  aus- 
lautenden gruppen  sn.  tu.  hu  (jm?  s.  anm.  2).  z.  b.  seit.  Umns 
(Hb.,  s.  LVI:  vgl.  An.  gr.  11.337,9)  st.  fousn  erlösung.  anorw. 
pLjfWE  (!  Fritzner  11.922.  2 mal)  st.  gxn  oclisen.  anorw.  tmmi 
(s.  Hertzberg,  s.  686)  st.  veän  wasser.  anorw.  sonk  (s.  Ha^gstad. 
Vestno.  maalf.  IL  2.  i.  s.  176.  Skulennl.  Telemaalet,  s.  47:  auch 
aschw.)  und  (durch  kontamination?)  sonkn  (Hoprekstad)  statt 
söhn  kirchspiel. 

Anm.  1.  Anorw.  *>/gn  neben  sykn  (got.  sicikns.  s.  §  TT.  12)  schuldlos, 
zu   gerichtlicher  belangung  frei  kann  ans  dem  ntr.  $yknt  >  feyntt  >  sifut 

15* 


228  §31&«lft  Metathese. 

(geschrieben  sgnkt,  syngt,  si/gnt,  sgngnt,  s.  Hertzberg)  stammen,  indem  zu 
8yvt  ein  m.  sygn  geschaffen  worden  ist  nach  der  analogie  lovt  «  lopnt 
<  lognt,  s.  §  239,  2  mit  anm.  4  und  §  291,  9)  :  logti  ruhig-  u.  dgl. 

Anm.  2.  Im  anorw.  dürfte  auch  ausnahmsweise  (wie  im  aschw., 
s.  An.  gr>  II,  §  337,  5)  auslautendes  pn  zu  mp  werden  können.  Dann  wäre 
seit,  campn  (s.  Hertzberg)  waffe  als  koutamination  von  nom.  *oamp  <<  väpn 
und  dat.  vdpne  aufzufassen  (vgl.  sonkn  oben).  Dunkel  bleibt  die  seit, 
anorw.  form  vamn  (Hoprekstad;  vgl.  auch  Heinzel,  lieber  die  ostgot. 
heldensage,  s.  55,  wogegen  aber  F.  Jönssou,  Heimskringla  IV,  53  note), 
denn  zwar  könnte  sie  eine  Vereinfachung  (nach  §  29 1 V,  vgl.  aber  §308) 
von  dem  eben  genannten  campn  sein,  aber  vielleicht  entspricht  sie  eher 
dem  ebenfalls  unklaren  ags.  wremn  (neben  inepu)  und  dem  wämbn-nm  des 
Hildebrandsliedes. 

Anm.  3.  Vereinzelt  steht  anorw.  Maghins  (früh  nschw.  Magens)  ans 
Magnus ;  anders  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  94. 

§  315.  r  wird  bisweilen  nach  dem  folgenden  vokale  ver- 
setzt, z.  b.  schwachtonig  bort,  burt  neben  starktonigem  brot{t), 
brutt  (s.  §  152,  2)  weg,  hin,  aJcarn  (got.  ahran)  ecker,  pl.  Girker 
und  GriMer  Griechen,  girshr  und  gri(k)slcr  (s.  §  296)  griechisch, 
mnorw.  Anders  und  Andreas;  auffallend  umgekehrt  mnorw. 
fJrü(g)ils,   Proeis,   Pruls  neben  gew.  Porgils  ein  mannsname. 

Anm.  1.  Gewaltsamer  ist  die  Umstellung  gewesen  in  fifrilde  aus 
*f{ftiäri  (vgl.  ahd.  ftfaltra)  Schmetterling  (vgl.  nisl.  fidrildi  aus  *fiÖildri  zu 
aschw.  fifedhal  u.  a.).  In  kokodriHus  statt  crocodihis  ist  die  Umstellung 
schon  auf  ausländischem  boden  vorgenommen. 

Anm.  2.    Ueber  anlautendes  riv  statt  wr  s.  §  288  anm.  2. 

Anm.  3.  Die  verschiedene  Stellung  der  r  im  adj.  (urspr.  part.)  skorpenn 
eingeschrumpft  und  skreppa  (wozu  neu  gebildet  part.  skroppetvn)  gleiten 
stammt  aus  urgerm.  zeit;  vielleicht  auch  seit,  hors  neben  hross  (vgl.  as. 
hros  und  lat.  cnrrere  laufen  aus  cttrs-).  lieber  die  euphemistischen  formen 
ragr  neben  argr  (ahd.  arg)  feige,  raz  neben  arz  aisch,  einmaliges  er]»- 
(Fritzner  II,  50)  neben  gew.  repr  (ib.  III,  47)  männliches  glied,  freta  furzen 
(:  schwed.  f'järta,  ahd.  ferzan,  gr.  nkQÖeo&ta),  strepa  (part.  prät.  slropemi) 
neben  serpa  (sorpenn)  perverse  Unzucht  treiben  s.  E.  Noreen,  Studier  i  forn- 
västnordisk  diktning  II,  60ff.  —  Gramr  neben  Garmr  (zu  mnorw.  garma, 
gorma  lärmen)  name  eines  mythischen  hundes  ist  wol  das  von  Garwr 
etymologisch  verschiedene  adj.  gramr  zornig. 

§  31t).  s  erleidet  (von  den  §  313,  4  und  §  314  erwähnten 
fällen  abgesehen)  selten  metathese  wie  in  geispa  (zu  geij>« 
den  mund  verzerren)  gähnen,  rispa  (zu  no.  und  schwed.  dial. 
ripa  ritze;  vgl.  Noreen,  Värt  spräk  III,  187  mit  note  2)  f.  ritze, 
v.  ritzen,  britxle  neben  brixtle  (brixle  §  239. 1,  b)  statt'  brigzle 
§  238, 2.  d  Vorwurf,   sysken  statt  sgstken  geschwister.   fi/hkur 


§317.   Urgerm.  lautgesetze :  Yerners  gesetz.  229 

statt   fyLcne  jj  222.2  versteck.   bmntA&ies  oder  Ashnes  (s. 
Kygh.  Oplysuinger  IL  155)  ein  Ortsname. 

Aum.  Kaum  annehmbar  ist.  dass  fälle  wie  gen..  seltener  aec.  Krü 
statt  £rof  (s.  §  302)  und  superl.  ntr.  ämpoM  >tatt  -fl*f  (gBgei  aus- 
schliessliches flcest  u.  dgl. .  s.  §  310  anm.  3)  hierher  gehören.  Denn  die 
annähme  einer  metathese  von  auslautendem  -st  (so  dass  m.  dinpastr  zu 
dem  ntr.  rfinpaz  neu  gebildet  wäre  statt  des  lautgesetzlichen  diüpastr) 
erklärt  weder  den  gegensatz  äiüpai  :  fUtsi  noch  warum  Kn'z  u.  dgl. 
häufiger  im  gen.  als  im  acc.  auftritt  (vgl.  §  302  schluss).  Vgl.  §  310  anm.  3 
ischluss)  und  §  303. 1. 


Kaj».  ^  Konsonantenwechsel  ans  urgermanischer 
zeit  stammend. 

I.  Spuren  urgermanischer  lautgesetze. 

§  317.    Unter  allen  urgerm.  lautgesetzen  ist  das  Weitaus 

wichtigste  das  s.  g.  Yernersche  gesetz.  wonach  inlautendes 
/'.  ]>.  h  und  s  (ausser  in  den  Verbindungen  fs.  ft.  hs.  ht.  .v/r.  sp, 
ss\  st)  in  resp.  5.  <1,  $  (nach  nasalen  resp.  b.  d,  y)  und  z  (<L  Ii. 
stimmhaftes  s)  übergehen,  wenn  der  nächst  vorhergehende 
sonant  nach  der  altererbten  betonung  nicht  den  hauptton 
trug.  Bei  verschiedener  betonung  entstehen  demnach  doppel- 
bildungen  mit  /':  5  (b).  j>  :  ö  (d).  h  :  g  (y)  und  8  :  :. 

1.  Der  wTechsel  f:h  ist  im  nordischen  durch  die  Über- 
gänge f >  t  (§  240. 1)  und  5  >  f  (§  223.  2  und  §  237. 1)  fast 
immer  aufgehoben  worden,  z.  b.  parf  bedarf  :  pl.  fiurfom  gegen 
got.  parf '■':  pcuirbum.  Nur  ist  von  dem  Wechsel  mf  (an.  >  f 
§  208. 2)  :  mb  eine  spur  bewahrt  in  fifl  riese.  tor  (ags.  fifel 
untier)  :  funbol-  riesen-  (in  Zusammensetzungen  wie  fimbolcetr 
furchtbarer  winter >. 

2.  Von  dem  Wechsel  p  :  ö  ist  wol  noch  eine  spur  bewahrt 
in  dem  urn.  gegensatze  von  kApuwmktfu  (Istaby;  vgl.  auch 
Stentoften  und  Gummarp)  und  hadulo.ihiR  (Kjelevig)  wie  auch 
wol  sigaduR  (Svarteborg)  —  vgl.  ags.  Headvläf,  aber  Xidhad  — 
und  vielleicht  Af'unp  (Valby)  gegen  aisl.  ofund  neid.  Später 
ist  aber  durch  den  Übergang  j>  >  6  (§  221. 1)  und  d>p  (§  223,  2 
und  §  238.2)  der  Wechsel  aufgehoben  worden,  z.  b.  anorw. 
bröSer  (got.  bröpar)  bruder  wie  fader  (got.  fadar)  vater ;  dies 
jedoch  nicht  nach  l  und  n.  weil  lp,  np  ja  zu  U,  nn  (§  275) 


B#0  §  BIT.    Urgerm.  lautgesetze:  Yeniers  gesetz. 

und  lö\  nd  zu  Id  (§223.1),   nd  (dies  schon  urgerm.,  s.  oben) 
geworden  sind.    Also  gehören  hierher  folgende  zwei  fälle: 

a)  11  :  Id.  z.  b.  ballr  (vgl.  got.  halpei  kühnheit;  aber  baldr 
Hampesmol  25)  gefährlich,  ballripe  (bald-)  kühner  reiter  :  baldr 
(ags.  bealdör)  fürst,  baldenn  übermütig,  ofbelde  Übermut;  ellre 
(got.  alpha)  älter,  eile  alter  :  aldenn  alt,  aldr  alter,  (cer)old  Zeit- 
alter; prät.  feil  (das  nähere  s.  §  275)  bedeckte  :  pl.  feldom;  prät. 
(s.  §  275)  /teil  (vgl.  ahd.  halt/tan  neben  kaltem)  hielt  :  pl.  heidom: 
prät.  otta  :  später  (und  daher  vielleicht  neubildung)  olda  zu 
i-alda  verursachen. 

Anin.  1.  Unklar  ist  II :  Id,  in  gußspiaU  evangeliuni.  skilliuyr  münze, 
anorw.  auch  -gpjtUd,  skihlingr  (dies,  wiewol  seit.,  aucli  im  aisL),  tLoskvIlr, 
-koldr  (s.  §  SÖ5  anni.  1)  und  haukstcddr  (nur  einmal  -siallr,  s.  Egilsson) 
bäuptling,  wo  nach  got.  spitt,  skittüjgs  und  mndd.  hol  da»  //.  resp.  nach 
got.  -staldau  das  Id  schon  urgerm.  ist.  Uh  in  den  zwei  ersten  fällen  nur 
umgekehrte  schreihuugen  mit  Id  nach  §275  auin.  vorliegen?  Wegen  skil- 
dingr  vgl.  aber  E.  Schröder,  KZ.  XLVIII,  254  f. 

b)  nn  :  nd.  z.  b.  finita  (got.  finftan)  linden,  prät.  fann  :  pl. 
fnndom.  part.  fundvnn;  sinn  (vgl.  got.  sinp-s)  reise  :  senda  (got. 
sandjan)  senden;  -kunnr  (kupr)  :  -kandr  (got,  -kunda:  s.  t-rislason, 
Aarboger  1881,  s.  208)  entsprossen,  kundr  söhn;  enne  stirn 
:  ender  ende;  yrunnr  (yrupr)  grund  :  yriind  boden ;  linnr  (lijrr) 
lindwurm  ;  linde  band;  anorw.  unninyi :  seit,  undinyi  entwischter 
sklave,  undan  weg  von  (vgl.  got.  unpa-plmhan  :  afries.  und-fha 
entfliehen,  s.  Bugge.  Arkiv  11,224);  ttnnr  (uör.  ags.  yd)  welle 
:  Verm-undr  ein  seename. 

3.  Der  Wechsel  h  :  &  zeigt  sich  im  nordischen  seit  dem 
Schwunde  des  h  (§  230)  als  ein  Wechsel  zwischen : 

a)  Formen  ohne  und  mit  g.  z.  b.  da  (got.  slahan).  prät. 
slo  :  pl.  sloyom.  part.  sleaenn  schlagen;  ^d,  flo  :  floynm.  ftegenn 
schinden:  ,vio.  .svi  (got.  sa&)  :  pl.  (anorw.  seit.,  s.  §  498  anm. 4) 
sägom  sehen.  Saga  name  einer .  göttiu  (s.  £  169);  päd  (got, 
pwahan).  pö  : poyom,  pueyenn  waschen;  hlwia  (got.  hlahjan). 
hlö  :  hloy om,  hleyenn  lachen:  flyia  fliehen,  prät.  (seit.)  flo  :  pl. 
(seit.)  ftuyom;  fda  (got.  filhan)  verbergen,  /o/c  (§  124)  diebs- 
gut :  part.  folyenn  verborgen,  fidya  dünne  Schneedecke;  tiöa 
(got.  tiuhan)  oder  tyia  ausreichen  :  toyenu  gezogen ;  tiä  (got. 
teihan)  :  alt  auch  (s.  F.  Jonsson.  Aarboger  1912.  s.  44)  teya 
zeigen,  tiyenn  ausgezeichnet,  iarteiyn.  -teyn.  -tiyn  (vgl.  §  293.3) 
Wahrzeichen:  d  (got.  aih)  :  pl.  elyom  besitzen,  eiyenn  eigen:  W 


§317.    Urgerm.  lautgesetze :  Verners  gesetz.  831 

leiben  :  hifji'i  mieten:  Ut  zehn  :  tegr.  tigr  anzahl  von  zehn: 
hör  (hör)  :  anorw.  auch  kaugr  (sehr  seit.,  s.  Fritzner)  hoch. 
haugr  hügel:  herel  (s.  §  60)  :  hegte  (s.  §  128)  reiher;  leer 
Schenkel  :  leggr  (*lagja-  §  279. 1 )  bein ;  lq  Strandwasser  :  logr 
wasser;  prät.  cd  (got.  waih)  kämpfte  :  part.  n-genn  getötet,  ctg 
kämpf:  sia  seihen  :  sigu  sinken:  prät.  St.  Hom.  gnepe-sk  (got. 
ganöhlda)  : gnegia  befriedigen;  Ion  stilles  wasser  :  logn  stille; 
skitd-?  :  skialgr  schief  s.  Hesselman.  Västnordiska  studier  I.  25); 
flö  schicht :  flaga  dünne  schicht  (s.  Persson.  Beitr.  zur  indogerm. 
Wortforschung,  s.  238):  brid  (mhd.  brehen)  oder  brä  funkeln 
:  brago  flammen:  fi»r  (ags.  feork  leben,  gut.  faMms  weit)  leben 
:  in  Zusammensetzungen  auch  fiarg-  (s.  (rislason.  Efterladte 
Skrifter  I.  17S),  Lokasenna  19  pl.  forg  (ags.  feorg)  lebende 
wesen:  i-('  (gut.  ireih-s)  heimstätte  :  -reig  "heimisch,  hausgenosse' 
in  frauennamen  wie  Bann-.  Poneig  (s.  Noreen.  Urg.  laut!.,  s. 
130);  Ve\e)  (got.  iveihu)  ein  mythischer  mannsname.  pl.  vear 
die  heiligen  :  vigia  weihen:  o  (got.  alm\  fluss  :  JEgcr  (vgl.  ags. 
(Pftceard  uferwächter)  gutt  des  meeres.  Vgl.  noch  nisl.  tdsjä 
(anorw.  dial.  fasern:  gut.  tahjun  reissen)  :  tag  faser.  tag!  haar. 

b)  Formen  ohne  und  mit  ng.  wo  n  schon  urgerm.  vor  h 
geschwunden  ist  (s.  Noreen.  Urg.  lautl..  s.  25 f.).  z.  b.  fd  (got. 
fähetti)  :  prät.  fekk  (aus  *fmg  §  220.  dem  pl.  nachgebildet),  pl. 
fingonh  part.  fingen  n  bekommen;  ere  (got.  j/ihiia)  jünger,  eska 
Jugend  :  ungr  jung:  fd  (rd  §  116)  winkel  :  tong  spant ;  fo  (s. 
§  116)  fest  zugestampfter  boden  :  tong  zange,  tengia  zusammen- 
binden: ffarr  :  Yngxarr  (anal.  Inguarr)  s.  §  111.2:  d$  unfall 
(s.  §  175,4).  vd  verargen  :  cangr  (Sn.  E.  11.601)  falsch  (s.  Noreen. 
Urg.  lautl..  s.  222).  ränge  backen  (eig.  krümmung.  rundung): 
l»i  quälen  :  hungr  (s*.  §  167)  hunger;  häske  gefahr  (vgl.  got. 
hiihan  hangen),  heett«  t ^  321)  riskieren  :  hanga  hangen;  -rrr 
(afränk.  -tneh.  zu  got.  weihdn,  lat.  rincere)  "kämpfer*  in 
mannsnamen  wie  Hloprir  Chlodwich:  Ving-pörr.  Vingner  be- 
nennungen  des  donnergottes. 

Anin.  8.  Weil  htc  unter  umständen  zu  urgerm.  /  wurde,  ist  der 
Wechsel  hie  :  ,pc  (woraus  teils  j.  teils  nach  §  319, 1  m)  bisweilen  durch 
einen  Wechsel  /  *:  g  wie  in  ofn  (Tgl.  got.  aühns)  :  anorw.  Cselt.  s.  Fritzner) 
ogn  ofen.  itlfr  wolf  ;  ylgr  wöltin  ersetzt  worden.  Sonst  ist  der  Wechsel 
htc  :  (g\to  im  nordischen  gew.  nicht  bemerkbar,  weil  nicht  nur  h.  sondern 
auch  ic  (s.  §  235, 1)  in  den  meisten  Stellungen  schwinden  musste.  Nur  in 
den  wenigen  fällen,   wo  w  (aus  gw)  schon  urgerm.  vokalisiert  worden  ist 


232  §  818.   Urf erat,  lautgesetze :  Geniinaten. 

orliT  in  einein  diphthong  vorkommt  (vgl.  §  163) ,  entstehen  (vokalische) 
doppelformen,  z.  b.  siä  sehen  :  suht  (*segwm'-)  gesiebt;  hn  nachgras  :  linj 
gras  (s.  §  168, 1) ;  6  (got.  aha)  fluss  :  ey  (*agivja-)  insel,  aue;  huel  (Vmrhla-. 
ags.  hweohl)  :  hiöl  (*Jiwegtt&a-  §235  anm.  3,  ags.  hweowol ',  hiveol)  neben 
(nicht  redupliziertem,  s.  Noreen,  I.  F.  IV,  320  ff. ;  anders  Kock,  Arkiv 
XIV,  246)  liuel  (Vntrla-,  vgl.  asl.  Jiolu;  die  kürze  des  e  ist  durch  den 
schwedischen  dialekt  von  Dalarna  sicher  bezeugt,  s.  Noreen,  Sv.  landsm. 
IV,  106,  so  dass  der  zweifei  Bugge's  bei  Fritzuer  III.  108  hinfällig  ist)  rad. 

4.  Der  Wechsel  s  :  z  tritt  als  s  :  r  (urn.  r  §  224, 1,  §  265) 
auf,  z.  b.  kiosn.  prät,  latus  :  pl.  kerom  \ktirom  §  72,  anal,  auch 
kusom).  part.  kerenn  (korenn,  kosemi)  wählen:  (bes.  anorw.)  Jcos- 
iu  Zusammensetzungen  :  gew.  kor  wähl;  friösa,  fraus  :  frerom 
(fruso)n).  frorenn  (frosenn)  frieren ;  res«  (anal,  cera),  cas  (cur) 
:  vörom,  reret  (anal,  ceset)  sein:  sä  säen  :  prät.  sera  (*se#o-.  vgl. 
got.  slepan  :  saizlep) ;  wesfo*  (got.  muists)  grösster  :  meire  (got. 
maiza)  grösser;  ynystr  jüngster  :  ere  (got.  jühiza)  jünger  usw. 
in  komparativen;  ysiu  feuer  :  eim-$ria  glühende  asche;  pysia 
:  pt/ria  hervorstürzen;  ofse  :  ofr  iibergrösse;  h$ms  :  hmnr  hülle; 
forste  durst.  Jjyrstr  durstig,  porskr  dorscli  :  Jnirr  (aber  got. 
paureus)  dürr.  Jtorna  §  283  (aber  got.  yupmirsnan)  dorren;  ///».s7 
das  äussere  ohr  :  hhra  lauschen,  hlyr  wange ;  yeisl  geissei  :  yeirr 
ger;  Marse  Scheitel :  hiarne  ^herzn-  §  283)  hirn;  cersna  schlimmer 
werden  ;  rerre  (*verRRe  <  *rerziz-,  vgl.  got.  uairsim)  schlimmer; 
mose  moor  ;  myrr  sumpf;  heilsa  grüssen  :  heul  (*hanlR  §  277,  1) 
heil,  glück;  iolstr.  ilstre  weide  :  ohr  erle;  6s,  es,  ess,  oss  uns 
:  pl.  örer  (*uHzar«i-.  s.  £  112,  1;  anal,  osser)  unsre;  ylys  glimmei 
:  ylyrna  äuge ;  Glaser  mythischer  hain  mit  goldenem  laubwerk. 
ylcesa  glänzend  machen  :  yler  glas;  huysa  sinnen  :  hityr  sinn; 
hrqste  gemeischtes  malz  :  hrvra  rühren,  hronn  (s.  §  224,  2)  woge 
u.  a.  (Bugge,  No.  I.,  s,  98) ;  fauskr  mürbes  holz  :  anorw.  (Hertz- 
berg, s.  857)  fftyra  poröses  Zellgewebe:  lasenn  kraftlos  (vgl. 
got.  Jasiws  schwach)  :  yaiiylere  reisemüde,  mamüera  entarteter 
mensch,  söttleru  durch  krankheit  entkräfteter  mensch,  cettleru 
entarteter  geschlechtsgenosse. 

§  318.  Wechsel  von  einfachem  konsonanten  mit 
geminata  (welche  nach  konsonanten  und  nach  langem  vokal 
verkürzt  wird)  findet  in  folgenden  fällen,  meistens  infolge 
urgerm.  assimilation  eines  n  statt  (s.  Noreen,  Figerm.  lautl.. 
s.  154  ff.,  100  ff.,  163  ff. ;  v.  Friesen,  De  germ.  mediageminatorna. 
pass. ;  Sievers,  I.  F.  IV,  335  ff.) : 


$318.    Urgerm.  lautgesetze :  Geminaten.  888 

i.  5  (/')  :  bb.  z.  b.  stüfr.  stufe,  stofn,  stufn  :  dtubbr,  stubbe 
stumpf:  lauf  laub.  Itifu  dickes  haar  :  lubba  grosser  dorsch; 
kiiföttr  kugelförmig  i  kobbe  robbe,  saltkubbe  salzklumpen:  prät. 
tjafdi  (v.  Friesen,  a.  o.,  s.  39)  gaffte  :  yabba  spotten. 

2.  b  (/*)  :  pp,  z.  b.  kuföUr  kugelförmig  I  koppr  erhöhung 
(des  helmes):  krof  kröpf  :  kroppr  rümpf:  knefell  knebel  :  knappr 
knöpf ;  äkafr  (s.  §  54,  3.  b)  eifrig  :  kippu  (schwed.  auch  Jtfpa ; 
vgl.  E.  Olson.  Frän  filol.  f öreningen  i  Luud  III.  59  ff.)  schnappen ; 
ofan  von  oben  :  uppe  oben,  upp  und  mit  kürzung  des  pp  seit. 
is.  §  280  anm.  4)  üp  hinauf:  Gleifner  (vgl.  Kock.  I.  F.  X.  109) 
:  Olapner  mythische  fessel. 

Anin.  1.  Durch  ausgleichung  kauii  (auch  uach  kurzem  vokal)  ein 
Wechsel  b  :  p  entstehen  (vgl.  aum.  o).  z.  b.  prät.  gäfSi  (k  oben  1)  :  gopo 
gaffen. 

3.  Ö :  tt.  z.  b.  buftkr  büchse.  boftn  ein  gefässname.  bioßr 
tisch  :  bytta  bütte.  ?bauta  stossen  (t  durch  ausgleichung,  vgl. 
anm.  1  und  3.  auch  in  buta  kappen,  butr  stück  holz?);  knopu 
kneten  :  pl.  il-knytttr  böse  streiche,  hnütr  knoten;  ?  geldr  gelt 
:  ynltr  kastriertes  ferkel.  yyltr  sau.  Durch  ausgleichung 
auch  dd :  tt,  z.  b.  todde  bisschen  :  tuttr  kleine  person. 

Anm.  2.  Ein  urspr.  p  ;  pp  liegt  in  mapkr  niade  :  motte  (s.  $241) 
motte  vor. 

4.  g  :  yy.  z.  b.  cuyn  wagen  :  cayyo  wiege. 

5.  g  :  kk.  z.  b.  sminya  schmiegen  :  smokkr  brustlatz  ;  fliuga 
fliegen,  fluya  fliege  iflokkr  fliegende  schar:  boye  bogen  :  ?bokkr 
bock,  "krumm hörn':  hruga  :  hramkr  häufen  (nisl.  hnika):  ? sniyell 
Schnecke  :  snäkr,  snohr  ringelnatter :  teyu  zeigen,  ki.rteiyn,  -tegn, 
-tign  (s.  §  293,  3)  :  teikn  zeichen. 

Anm.  '6.  Durch  ausgleichung  entstehen  aöwol  ^  :  k  (vgl.  anm.  1).  z.  b. 
hrüga  haufeu  :  hruke  aufmass.  wie  auch  gg  :  kk.  z.  b.  ?  bagge  packen  :  bm&ke 
auhöhe.  kinnbakke  backen:  knggoll tingerspitze,  kaggr.  kagge  :  äy'Ääv  fässchen. 
kokkr  klumpen. 

H.  h  :  kk.  z.  b.  tui  (gut.  tti/wn |  zeigen  :  teikn  zeichen  (vgl. 
oben  5):  ?hol  (ags.  holh.\  höhlung  :  kotier  zwinge. 

7.  j  :jj  (an.  ggf,  s.  §  227.  1).  z.  b.  firif  :  gen. pnyyw  drei; 
M£r  :  gen.  tttSffffia  zwei:  bdfrer  (gnt.  bai  pah  :  gen.  beggw  beide. 

Anm.  -k  Friä-dagr  freitag  (zu  Frigg  (Mens  gattini  ist  lehnw.  (ahd. 
inatag,  ags.  frigetUeg). 


284  §  319.  Sonstige  argem:  Lautgesetze  der  kons. 

8.  k  :  kk,  z.  b.  läüktotogr  gänseküchlein  :  kokkr  hahn;  brök 
hose,  •gebrochenes  kleidstück'  :  Brokkr  mythischer  schmied,  'der 
sich  mit  brocken  beschäftigt';  stake  stecken  :  stakkr  schober, 
"das  stehende'  (lat.  stagnum);  bakr  rücken  (runde  erhöhung) 
:  bakke  (u.  a.,  s.  anm.  3). 

9.  I :  U,  z.  b.  bolr  bauch  :  bolle  bowle;  miol  mehl  :  mioll 
neugefallener  schnee;  präfix  al-  ganz  :  all-  all-;  stöll  stuhl 
:  stallr  stall. 

10.  m  :  mm,  wol  in  z.  b.  suhn{m)a,  sym'ia  schwimmen; 
stam(m)r  (got.  Stamms  :  ags.  stamof)  stotternd ;  grim(m)r  (vgl. 
gramr)  wild ;  skam(m)r  kurz ;  ram[m)r  stark ;  slcom  (Hb.,  s.  XLIH, 
Olsen,  Voteunga  saga,  s.  XXXII)  :  gew.  skomm  schände;  ganOv 
adler  :  gammr  geier;  glam{m)  lärm;  Mum(m)r  handhabe  des 
ruders ;  hrum(m)r  schwach ;  hamingia  :  anorw.  seit.  (s.  Hertz- 
berg) hemmmgia  glück;  Hem(m)ingr  ein  mannsname;  möglicher- 
weise auch  snema  (vgl.  got.  sniumundö)  :  snimma  (u.  a.,  s.  §  162, 
vgl.  §  281)  früh;  vgl.  noch  hrammr  bärenpfote  :  aschw.  ram- 
(ahd.  rama).    S.  z.  b.  Olsen,  a.  o. 

11.  n  :  nn,  z.  b.  spune  gespinnst  :  spinnet  spinnen;  brune 
brunst  :  brenna  brennen;  rune  fluss  :  renna  fliessen;  vgl.  kona 
weib  :  gen.  pl.  kuenna  (s.  §  100). 

Anm.  5.  Ueber  man-  in  Zusammensetzungen  (manvii  und  pl.  man- 
heimur.  s.  Bugge  bei  Fritzner  111,1110;  vgl.  got.  manuseps)  neben  mannt 
(maßt;  got.manna,  dem  vielleicht  manne  Vafprupnesmöl  55  entspricht; 
anders  Neckel,  K.  Z.  XLV,  6)  mit  unurspr.  un  s.  Noreen,  Urg.  laut!.,  s.  159  f. 

12.  p  :  bb,  z.  b.  snopa  schnauze  :  snubba  anschnauzen 
(vgl.  13);  gapa  gaffen  :  gabba  spotten  (vgl.  1  und  anm.  1  oben). 

1 3.  p  :  pp,  z.  b.  sleipr  schlüpfrig :  sleppa  entschlüpfen ;  snopa 
:  snoppa  (vgl.  12)  schnauze. 

14.  ic  :  iv w  (an.  ggw,  s.  §  227,2),  z.  b.  biorr  bier?,  büa 
:  byggua  wohnen,  bygg  gerste:  trdr  :  tryggr  treu;  stuia  drehen 
:  snugga  schielend  spähen ;  prät.  hiö  hieb  :  pl.  hiuggom  hieben ; 
gloa  (ags.  glöwan)  leuchten  :  gluggr  lichtöffnung ;  ryia  rupfen 
:  rqgg  grobe  haare. 

§  319.    Sonstige,  spärlicher  vertretene,  erscheinungen  sind: 

1.   Nach  vokalisches  g  schwindet  vor  w,  z.  b.  (vgl.  §  317 

anm.  2)  mogr  söhn  :  mär  (got.  mawi)  mädchen;  JEger  gott  des 

meeres  :  ey  (*auja  im  latinisierten  Scadinauia)  insel.  aue;  taug 

seil  :  taumr  (*taugw-)  zäum  ;   flitiga  fliegen  :  flaumr  schwärm: 


§320-321.   Iurtoenropäische  laufgesetze  der  kons.  235 

drangt-  gespenst  :  draumr  träum:  Xaglfar  "leichenschiff  ?  ivgl. 
jrr.  p&evg)  :  ndr  (got.  naus.  pl.  naweis)  leiche. 

2.  d  und  p  schwinden  im  auslaut.  bleiben  aber  im  inlaut. 
Daraus  erklären  sich  doppelbildungen  wie  z.  b.  mdne  mond. 
monat  :  mänafir  monat;  nefe  neffe  :  nifi.  nipt  nicht«:  miot  inass 
:  miotojtr  igot.  mitaps  mass)  Schicksal;  «/  (ags.  ealu.  obl.  ealod) 
:  anorw.  gen.  pl.  olda  (s.  Bugge  bei  Hertzberg.  s.  162  und  535) 
hier  (vgl.  fijtr  hier,  schmaus);  hcdr  (ags.  h/vle)  freier  mann 
:  Jwlpr  (ags.  hreled)  freier  Grundbesitzer;  pl.  ff&gp  (as.  giscagm 
Schicksal  :  skupopr  schöpfer;  e/*  zweifei,  'wenn'  :  efa(p)samr 
zweifelhaft :  leika  (*-«»]>)  :  leikunde  Spielzeug. 

3.  m  wird  vor  </  zu  >/.  z.  b.  ftymui  schwimmen  :  sund  (das) 
schwimmen;  koma  kommen  :  mm  kund  Zusammenkunft;  brim 
brandung  :  brundr  brunft. 

-f.  hu:  und  kir  werden  vor  u.  U  zu  h.  resp.  k.  z.  b.  /*«</£ 
was  lieben  ha  wie:  gen.  pl.  kuinna.  kutnna  :  kitna  >  kona  weib. 

5.  f  schwindet  vor  sk.  z.  b.  frtir  :  Mdr  bitter.  («Ur  faul 
:  /ö.sA'f  schlaff.  MriN  wasser  :  caska  waschen. 

6.  »  schwindet  vor  h.    Beispiele  B.  §  317.  3.  b  und  §  175.4. 

II.   Spuren  indoeuropäischer  lautgesetze. 

§  320.  t.  d,  d.  })  -f  t  treten  als  $#,  nach  oder  vor  kons, 
sowie  nach  langem  vok.  oder  diphthong  als  $  auf.  z.  b.  vita 
wissen  :  prät.  rissa  wTusste.  viss  tpl.  viser)  weise,  gewiss,  risa 
weisen,  cisa  gebundene  rede:  hmatr  keck,  huetia  anspornen 
:  huass  scharf;  sitia  sitzen  :  sess  sitz:  giöta  giessen  :  giosa 
sich  gewaltsam  ergiessen.  gegso  in  heftige  bewegung  versetzen, 
vgl.  nisl.  Geysir  name  einer  quelle:  hnito  anstossen  :  hniss 
widriger  geschmack:  meüa  abhauen  :  meiss  art  holzgerät:  fundr 
fund  :  fti.ss  C'funss-.  s.  ^  233)  begierig;  hJajxi  laden  :  Mass 
führe;  hnopet  gehämmert  :  hnoss  geschmeide:  snipa  schneiden 
:  sneis  spiess:  htopr  rühm  :  hrosa  rühmen;  ß]»/.  füttern  :  föstr 
(*fö$ra-  mit  eingeschobenem  t)  nalirung. 

£  321.  /..  g.  c.  h  h  t  treten  als  ht  tan.  tt.  s.  §  267)  auf; 
vor  ht  schwindet  ein  «  (s.  §  319,6).  Beispiele  sind  u.  a.  seha 
>uchen  :  prät.  sötta: pgkkia  sclieiuen  :  prät.pötfa;  Pekkia  merken 
:  prät.  pätto;  [fi-kin  bewirken  :  prät.  oria   (urn.  worahio  Tune); 


B36  §  322.  Indoeuropäische  lautgesetze  der  kons. 

siiikr  krank  :  s6U  sucht;  miolk  milch  :  mialtr  (*melhtan)  melk; 
mega  können  :  prÄfc  matta :  stiga  steigen  :  stett  fuss  eines  bechers; 
haga  einrichten  :  lurftr  beschaffenheit;  draga  ziehen  :  dröttr 
(mengl.  draught)  zug;  ganga  gehen  :  gott  (got.  -gähts)  gang, 
durchgang;  hanga  hangen  ;  hcetta  (vgl.  mengl.  häht,  haughte 
gefahr)  von  etwas  abhängig  sein  lassen,  riskieren. 

§  322.  Anlautendes  s  kann  unter  umständen  fehlen  (s. 
Noreen,  Urg.  lautl.,  s.  202  f.,  Siebs,  K.  Z.  XXXVII,  277  ff. ,  H. 
Schröder,  Beitr.  XXIX,  479  ff.  und  die  dort  —  s.  bes.  s.  484  mit 
note  l  —  erwähnte  literatur).  Statt  sk,  sp,  st  stehen  dann 
h,  f,  ]).    Beispiele  sind  u.  a.: 

1.  sk  :  h.  z.  b.  skera  schneiden  :  hiorr  schwert;  skor  :  här 
haar;  skiöpa  ledersack,  pl.  skauper  vorhaut  des  pferdes  :  htlp 
haut;  sküme  :  hiim  dunkel;  skare  gefrorene  kruste  des  schnees 
:  hiarn  reif;  pl.  skurfor  :  hrufa ,  hryfe  schorf,  hriüfr  schorfig; 
skrcekr  geschrei  :  hrökr  seerabe;  skrikiu  schreier,  eichelkrähe 
:  hrika  knirschen;  skrukka  runzel,  pl.  skrykker  wellenbeAvegungen 
:  hrokkenn  runzelig ;  skraume  :  hraume  schlingel ;  skark  :  hark 
tumult;  skiallr  laut,  sküd  :  hial  geschwätz;  skg  Wölkchen  :  hy 
flaum;  skemmask  sich  schämen  ('sich  hüllen')  :  hamr  hülle, 
gestalt;  snykr  (*sknyk-)  :  hnykr  stank. 

2.  sp  :  /"  z.  b.  sprekla  fleck chen  :  pl.  freknor  Sommersprossen ; 
sprcekr  rührig  :  frekr  gierig,  frech,  frakkr,  frökn  mutig  (s.  Torp. 
Sprogl.-histor.  studier  til  Unger,  s.  183  ff.). 

3.  st :  j>,  z.  b.  stirfenn  starrköpfig,  stiarfe  erstarrung  :  fr'tarfr 
derb;  stynia  stöhnen  :  Porr  (^PunraR.  s.  §  112, 1)  der  donnergott. 

4.  Sonstige  fälle,  z.  b.  ?smär  (ahd.  smähi)  klein  :  magr 
mager;  snqs  f  eisen  vorsprang  :  nqs  nasenloch,  nes  erdzunge; 
snefta  aufspüren,  snafpr  mit  feiner  nase,  sncefr,  snöfr  flink 
:  nef  nase,  n&fr  klug  (s.  Liden,  Bezz.  Beitr.  XXL  101  note, 
Armenische  Studien,  s.  64  f.). 

Anm.  Im  anlautenden  skr  scheint  ;•  bisweilen  schwankend  zu  sein, 
l.  b.  sk(r)okkr  ranzen,  sktrjukko  runzel,  pl.  sk(r)ykker  Wellenbewegungen; 
skreppa  ranzen  :  skeppa  scheffel;  skrißa  gleiten  (z.  b.  vom  schiff),  skreip 
(das)  gleiten,  lavine  (ags.  scräd  schiff)  :  skeip  f.  schiff',  ntr.  lauf.  Aber 
wahrscheinlich  liegen  hier  nur  reimwörter  vor. 


§323—326.   l'ebersicht  über  ilie  stimmlosen  explosivae.  237 

Kap.  4.    Etymologische  Übersicht  über  die 
kon  so«  a  nten. 

I.   Die  stimmlosen  explosivae. 

§  323.    p  entspricht : 

1.  Gew.  urgerm.  p  im  in-  und  auslaut  sowie  nach  an- 
lautendem 5.  z.  b.  gripa  (got.  greipan)  greifen,  skejna  (got. 
skapjan)  schaffen,  hialpa  (got.  hilpan)  helfen.  skij>  (got.  styp) 
schiff,  spgrr  sperling,  springa  entzweispringen. 

Anm.  Anlauteudes  p  kommt,  soweit  die  etymologischen  Verhältnisse 
klar  sind,  fast  nur  in  lehnwörtem  vor.  z.  b.  penningr  pfennig.  pund  pfund, 
prestr  priester  und  vielen  anderen.  L'eber  mehr  oder  weniger  sichere  fälle 
von  urspr.  an.  p-  s.  K.  F.  Johansson.  K.  Z.  XXXVI.  342  ff. 

2.  Aelterem  /:  &  §  240.  2. 

3.  Aelterem  5.  s.  §  240  anm.  4  (und  §  237  anm.  3??). 

4.  Seit,  älterem  b.  s.  §  244. 

5.  Es  ist  selten  eingeschoben,  s.  §  308. 

6.  Es  ist  selten  aus  pp  verkürzt,  s.  §  284. 

§  324.    pp  entspricht : 

1.  Gew.  älterem  mp.  s.  §  266, 1. 

2.  Seltener  urgerm.  />/>.  z.  b.  klapp«  klopfen,  hoppn  hüpfen. 
tnoppa  schnauze.  Jniappr  knöpf. 

§  325.     t  hat  mehrfachen  Ursprung : 

1.  Eegelmässig  urgerm.  t,  z.  b.  tueir  (got.  ttrui)  zwei,  tre 
igot.  kirn)  bäum,  hiarta  (got.  hairtö)  herz,  et»  (got  itan)  essen. 
ixtn  (got.  ivatö)  wasser. 

2.  Aelteres  d.  s.  §  238.  2. 

3.  Aelteres  d.  s.  §  220.  §  245.  1. 

4.  Ist  eingeschoben,  s.  §  310. 

5.  Aus  tt  verkürzt,  s.  §§  283—286. 

6.  Dialektisch  (anorw.)  aus  s  enstanden.  s.  §  242. 

7.  Seit,  (anorw.)  älteres  /.-.  s.  §263  anm.  I. 

8.  Aelteres  p  (mnorw.i,  s.  §  241  anm.  1  (vgl.  anm.  2). 

Anm.     Ueber  kakuminales  t  s.  §  252. 

§  326.    tt  hat  sehr  verschiedenen  Ursprung : 
1.    Aelteres  nt  (nd).  s.  §266.2  (§220). 


238  §  927:  32^.  fJebei-6.  über  <1.  .stimmlosen  explosivae.  §  3*29.  Stimmhafte«. 

2.  Urgerm.  ht,  s.  §  267. 

3.  Aelteres  dt,  s.  §  268,  2. 

4.  Aelteres  d(<fK,  s.  §  268, 1. 

5.  Aelteres  tö  (und  td?),  s.  §  276  (vgl.  anm.). 

6.  Aus  *  gedehnt,  s.  §  270  anm.  1,  2  und  3,  §  280, 1,  §  282. 

7.  Urgerm.«,  z.  b.  skattr (got.  skatts)  schätz,  hottr  (ags. 
htett)  hut,  knottr  ball  (vgl.  ags.  enotta  knoten),  kottr  katze. 

8.  Urgerm.  t  -\- t,  durch  synkope  zusammengestossen,  z.  b, 
ntr.  fa*o«  (got.  liutata)  zu  froft-  hässlich  u.  dgl. 

9.  Urgerm.  pp,  s.  §  241. 

10.   Seit,  (mnorw.)  pt,  s.  §  271. 

§  327.    k  (velares  und  palatales)  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gew.  urgerm.  k,  z.  b.  kne  knie,  kennet  kennen,  «kr  acker, 
ek  (got.  **#)  ich,  Höbe  (got.  reiki)  reich. 

2.  Urgerm.  h,  s.  4?  222,  2,  §  243. 

3.  Aelteres  6-,  s.  §  239, 1. 

4.  Aelteres  g,  s.  §  220,  §  246, 1. 

5.  Aus  kk  verkürzt,  s.  §  284,  §  285. 

6.  Seit,  (anorw.)  p,  s.  §257. 

7.  Seit,  (anorw.)  eingeschoben,  s.  §  307. 
8.?   Seit,  älteres  t,  s.  §  259  anm.  2. 

§  328.    kk  hat  mehrfachen  Ursprung: 

1.  Gew.  aus  älterem  nk  (ny).  s.  §  266,  3  (§  220). 

2.  Urgerm.  kk,  z.  b.  sekkr  sack,  bokkr  bock,  flekkr  tleck. 
fiuakke  nacken,  smokkr  (ags.  smocc)  Unterkleid,  stokkr  stock. 
lokkr  locke,  lokka  verlocken,  flokkr  schar. 

3.  Aus  k  gedehnt,  s.  §  279, 1,  2,  3  und  anm.  2,  §  280,  2. 

4.  Aus  t{t)k  assimiliert,  s.  §  274, 1. 

5.  Aus  ggk  assimiliert,  s.  §  270. 

II.    Die  stimmhaften  explosivae. 

§  329.  h  kommt  nur  anlautend  und  nach  m  vor.  Es 
entspricht: 

1.  Urgerm.  d,  s.  §  223, 1,  §  237,  3. 

2.  Urgerm.  b  (§  219  anm.  1),  z.  b.  kambr  (ags.  comb)  kämm. 
lamb  (got.  hmth)  lamm,  mnb  (ags.  //mb)  um.  tnttif,  (got.  toamba) 
bauch. 


S  Iftft   MH    fTffctfnirtit  über  die  stimmhaften  explosivae.  889 

3.  Seit,  älterem  ;>.  s.  §  247  anm. 

4.  Ist  seit,  i'anorw.)  eingeschoben,  s.  §  304. 

§  330.    bb  ist  im  ganzen  selten.     Es  ist : 

1.  Urgerm.  bb.  z.  b.  krabbe  krabbe.  gabbu  (ags.  gatirimt) 
spotten,  stubbr  stumpf.    Vgl.  §  318. 1  und  12. 

2.  Aus  b  --  h  assimiliert,  s.  £  "269. 

3.  Seit,  aus  ob  assimiliert,  s.  §  268  anm.  3. 

4.  Seit,  ans  xb  assimiliert,  s.  §  270  anm.  (schlu>- 

§  331.    d  kommt  nach  vokalen  nur  in  Zusammensetzungen 
(z.  b.  friddagr  freitag)  vor.    Es  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gew.  urgerm.  ö,  s.  §  223. 1.  §  238. 1.  b. 

2.  Urgerm.  Ü-{§  210  anm.  1).  z.  b.  binda  binden,  hond  hand. 
hnid  land  u.  a. 

3.  Seit,  älteres  p,  s.  §238.  l.b   verglichen  mit  $  221.1. 

4.  Seit,  älteres  t  s.  §  248  anm.  5. 
:>.    Aus  dd  (öd)  verkürzt,  s.  §  283. 

(5.   Ist  eingeschoben  oder  zugesetzt,  s.  $  305  anm.  1  und  2. 

leber  kaknminales  d  s.  §  252. 

§  332.    dd  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  d+d,  s.  §238?l.a. 

2.  Urgerm.  zö  (urn.  wdf%  s.  §  224.  2. 

3.  Urgerm.  dd.   z.  b.  kodde  (vgl.  ags.  codd)  lasche,   todde 
(and.  zotto)  wollflocke. 

4.  Aus  Öd  assimiliert,  s.  §  268.  3. 

5.  Aus  4  gedehnt  (anorw.).  s.  $  279  anm.  2.  $  280  anm.  S, 
§  282. 

6.  In  lehnwörtern  d.  s.  §  282  anm. 

7.  Ist  eingeschoben?  (misl.  und  mnorw.).  s.  §  305. 

§  333.    g  (velares  und  palatales)  kommt  nur  anlautend 
und  nach  n  vor.    Es  ist: 

1.  Anlautend  urgerm.  g,  s.  §  223. 1. 

2.  Urgerm.  g  (§  219  anm.  1),  z.  b.  langt  lang,  mngr  gesang. 
nngr  jung. 

§  334.     <jg  hat  dreifachen  Ursprung: 

1.  Aus  gedehntem  s-  s.  §  279,  1  und  3  mit  anm.  3. 

2.  Urgerm.,//.  s.  §  227.1. 


240  §335  —  339.   Ilebersicht  über  die  stimmlosen  Spiranten. 

3.  Urgerm.  ww,  s.  §  227, 2. 

4.  Urgerm.  gg.   z.  b.   mgga   (vgl.  mengl.  waggw)    wiege. 
hugge  packen. 


III.   Die  stimmlosen  Spiranten. 

§  335.  /'  kommt  nur  anlautend  und  im  inlaute  vor  k,  s, 
t,  p  vor;  auslautend  ist  es  früh  nach  §  240, 1  zu  K  geworden. 
Es  entspricht: 

1.  Gew.  urgerm.  f,  &  b.  fotr  fuss,  fliöta  fiiessen.  friösa 
frieren,  giß  (got.  gifts)  gäbe. 

2.  Urgerm.  T)  in-  (und  aus)lautend,  s.  §  237, 1  (und  §  223. 2). 

3.  Urgerm.  p?  (anlautend  vor  /),  s.  §  221,2. 

4.  Seit,  (anorw.)  urgerm.  p,  s.  §  247. 

§  336.  ff  kommt  fast  nur  in  lehnwörtern  vor,  z.  b.  off'ra 
opfern,  die  buchstabennamen  eff  =  f  und  vaff=r.  In  echt 
nordischen  Wörtern  ist  es  aus  d  +  f  entstanden,  s.  §  269. 

§  337.  p  kommt  nur  anlautend  und  im  inlaute  vor  )c 
sowie  nach  k.  p  vor;  auslautend  ist  es  früh  nach  §221.1  zu 
(J  geworden.    Es  entspricht: 

1.  Anlautend  urgerm.  ]>,  z.  b.  pola  (got.  pulan)  dulden. 
pro-  (got  Preis)  drei,  piöf'r  (got.  piufs)  dieb,  puti  (gotpivahan) 
waschen. 

2.  In-  (und  auskaufend  älterem  fl,  s.  §  238,  2,  c — f  (und 
§  223,  2). 

§338.     s  ist: 

1.  Gew.  urgerm.  8.  z.  b.  sonr  söhn,  stand«  stehen.  hiSsa 
(got.  kiusan)  wählen,  oxe  ochs,  hals  hals,  gras  gras. 

2.  Aus  ss  verkürzt,  s.  §§  283—286. 

3.  Eingeschoben,  s.  §  309. 

Anm.     lTeber  kakuminales  s  s.  §  252. 

§  339.    ss  hat  mehrfachen  Ursprung : 

1.  Urgerm.  ss,  z.  b.  huass  (got.  Jvass)  scharf,  rissa  (got. 
n-issa)  ich  wusste,  Mass  führe,  sess  sitz,  hnoss  gescfrmeide. 

2.  s  |  5,  durch  synkope  zusammengestossen,  z.  b.  gen.  sg. 
hdss  hauses,  rtss  eines  weisen. 

:;.    Aelteres  ss  (urgerm.  s  f ,?).  s.  §  277. 


?j  340.  341.  Uebers.  über  4  stiniml.  spir.   §  3-12.  343.  Die  stimmhaft,  spir.   241 

4.  Aelteres  (später  gekürztes!  /?.?.  s.  $  273.  ' 

5.  Aus  rs  assimiliert.  8.  §  272.  3. 

6.  Aus  te  assimiliert,  s.  §273,2, 

§  340.  Der  (velare  und  palatale)  Spirant  h  kommt  um 
anlautend  vor  kons,  i  und  >/  vor  und  entspricht  immer  urgerm. 
h  (s.  §  222.  1),  /..  b.  hi'irtn  herz.  fttMtf  (vgl.  got.  feil)  #*& 

Auiu.  1.  Derselbe  laut  —  jedoch  g  geschrieben  — "kommt  als  iiber- 
gaagntafe  in  <ler  entwickelung  ^  >>  spir.  h  >■  k  vor.  s.  §  239. 1. 

Anm.  2.     I'eber  ek  aus  /,/-.  />/-.  li-  g.  $  243  an  in..  §  2*»3  anm.  5. 

IL    Der   hauchlaut   h   kommt    (ausser  in  Zusammen- 
setzungen) nur  anlautend   vor  sonanten  vor  und  entspricht: 

1.  Gew.  urgerm.  spirantischem  h.  s.  §  222. 1. 

2.  Aelterem  jfc  vor  n  (niisl.),  s.  $  249. 

3.  Ist  zugesetzt,  s,  §  -306. 

IV.    Die  stimmhaften  Spiranten. 

§342.  h.  später  (&  §  25^  und  vgl.  §  250 1  <  anlautend 
durch  r.  sonst  durch  f  bezeichnet)  entspricht: 

1.  Urgerm.  T>.  z.  b.  grafa  graben.  H>ifr  lieb,  'trfmgt  erbe. 
halft  kalb. 

2.  Urgerm.  /'.  s.  §  240. 1. 

3.  Urgerm.  w}  s.  §250;  (im  diphthonge  an  s.)  §98.1. 

4.  Seit,  urgerm.  m,  s.  §  225. 

•">.    Seit,  älterem  *  (anorw.).  s.  §  263  anm.  3. 
6.   Seit,  älterem  b.  s.  §  244  anm. 

§343.  (1  kommt  sehr  selten  anlautend  (s.  §  221.1)  vor. 
Ks  hat  folgenden  Ursprung: 

1.  Gew.  urgerm.  d.  z.  b.  fmfor  (got.  faäar)  vater.  hitfm 
(got.  bimdan)  bieten,  §arpr  (got.  gards)  gehnft.  ],iüj,  (gut. 
fiiitda)  volk. 

2.  Urgerm.  /,.  s.  §  221. 1. 

3.  Aelteres  t  s.  §  248. 

4.  Aelteres  nn,  s.  §  261. 

5.  Aelteres  fip.  s.  §  241  (schluss 

6.  Aelteres  dti.  s.  §  285  anm.  1. 

7.  Aelteres  r,  s.  §  253. 

8.  Aelteres  a\d).  s.  §  245.  2. 

Tfumii.  AHM  gl  ■im     *.  aufl.  |tj 


242     §344.  Uebersicht  über  d.  stimmhaft,  spir.    §845-347.  Die  nasale. 

§  344.  g  (velares  und  palatales)  kommt  nur  nach  vokalen 
und  ff,  (stimmhaftem)  f,  l,  r  vor.    Es  entspricht: 

1.  Fast  überall  einem  urgerm.  g,  z.  b.  eiga  (got.  aigan) 
haben,  dagr  (got.  dags)  tag,  slegenn  geschlagen,  rUyla  weihen. 

2.  Seit,  älterem  k,  s.  §  248. 

3.  Dialektisch  älterem  5,  s.  §  256. 

4.  Seit,  älterem  d,  s.  §  259. 

5.  Aelterem  g(g),  s.  §  246,  2. 

6.  Ist  seit,  zugefügt,  s.  §  365  anm.  3. 

Anni.    Ueber  spirantisches  j  aus  i  s.  §  251,  aus  g(i)  s.  §  263  (schluss). 

V.   Nasale. 

§  345.    m  entspricht : 

1.  Gew.  einem  urgerm.  m,  z.  b.  mdnc  mond.  nema,  nam 
nehmen,  nahm,  armr  arm. 

2.  Seltener  älterem  d,  s.  §  237,  2. 

3.  Seit,  älterem  n,  s.  §  262, 1. 

4.  Seit,  älterem  w  (ng),  s.  §  264. 

5.  Aelterem  mm  durch  kürzung,  s.  §  284,  §  285. 

Anm.  Ueber  anlautendes  m  statt  w  s.  §  278.  Ueber  auslautendes 
stimmloses  m  s.  §  34  anm.  2  (schluss). 

§  346.    mm  ist  sehr  mannigfachen  Ursprungs : 

1.  Fast  überall  urgerm.  mm,  z.  b.  ramm  (got.  wamm) 
schände,  dimmr  (ags.  dimm)  dunkel. 

2.  Seit,  älteres  mb,  s.  §  278  anm.  1. 

3.  Seit,  älteres  mn,  s.  §  278  anm.  2  und  §  266  anm.  5 
(schluss). 

4.  Seit,  älteres  »ä,  s.  §  277  anm.  5. 

5.  Seit,  älteres  m  +  iv,  s.  §  278. 

6.  Seit,  älteres  dm  (anorw.),  s.  §  268  anm.  3.  Vgl?  §  224 
anm.  4. 

7.  ?  seit,  älteres  gm  (anorw.),  s.  §  270  anm. 

Anm.  Ueber  eventuelles  mm  aus  urgerm.  4  +  m  s.  §  224  anm.  4. 
Etwas  unklar  ist  das  mm  in  fim(m)  fünf  (vgl.  §  298,  2) ;  vgl.  auch  mehrere 
der  im  §318,10  angeführten  Wörter. 

jj  347.    Das  dentale  oder  kakuminale  n  (vgl.  §  349)   ist : 

1.   Gew.  urgerm.  dentales  oder  kakuminales  n,  z.  b.  nott, 

nott  nacht,  hane  hahn.  kyn  (got,  kmri)  geschlecht,  laun  lohn. 


§  348.  349.  Uel.ersiohT  über  <\W  nasale,     g  MX).  851.  Die  liquidae.    243 

2.  Seit,  älteres  m,  s.  §  258.  2. 

3.  Seit,  älteres  velares  n  («),  s.  §  264, 

4.  Seit,  älteres  1.  s.  §  254. 

5.  Seit  älteres  tf  (anonv.  i.  >.  §  238  anm.  15. 

6.  Aus  nn  verkürzt,  s.  §§  283—286. 

Anm.  T'elter  kakuminales  h  s.  auch  £  252;  über  stimmloses  »  %.  sj  41 
anm.  3. 

§348.     »9i  ist  sehr  mannigfachen  Ursprungs: 

1.  Urgerm.  nn.  z.  b.  spmma  spinnen,  knnna.  burn  können, 
kann.  ace.  sg\  hyuun  brunnen. 

2.  Urgerm.  nj>.  s.  £  275. 

3.  Urgerm.  zu  (urn.  sn?\  s.  §224.2. 

4.  Aelteres  »«,  s.  §  277.  Vgl  §  285  anm.  2. 

5.  Aelteres  ™.  s.  §  272.  2. 

6.  Seit,  älteres  nd  (anorw.X  s.  ^  275  anm. 

7.  Aus  n  gedehnt,  s.  §  2-_\ 

8.  Urgerm.  n  +  n,  z.  b.  gen.  pl.  kuentm  zu  kann  weib. 

9.  Seit,  aus  ön  oder  ddn  assimiliert,  s.  §  268  anm.  3. 

?j  349.  Das  velare  n  (u)  kommt  fast  nur  vor  g  (sehr  seit,  k 
—  dies  vielleicht  nur  in  lehnwörtern  —  und  n)  vor  und  ent- 
spricht : 

1.  Gew.  urgerm.  velarem  /*.  z.  b.  lan<ir  lang,  ferign  zunge. 
hi.nk  henkel. 

2.  Seit,  älterem  m.  s.  §  258. 1. 

3.  Seit,  älterem  dentalen  oder  kakuminalen  n,  s.  §  2Ö2.  2. 

4.  (Geschrieben  §,  ng)  älterem  g  vor  n.  s.  ^  2'dv.  & 

VI.    Liquidae. 

§  350.     /  ist : 

1.  Gew.  urgerm.  I.  z.  b.  lamtr  lang,  v&a  (gut.  nHjatt)  wollen, 
IJönif  blume.  steht.  stoJ  stehlen,  stahl. 

2.  Seit,  älteres  r,  s.  §  253.  2. 

3.  Aus  ü  verkürzt,  s.  §§  283—280. 
Anm.     Ueber  stimmloses  /  s.  §  40  anm.  2. 

§351.     //  hat  sehr  mannigfachen  Ursprung: 

1.  Urgerm.  II.  z.  b.  ull  wolle,  fußt  voll,  falht  fallen. 

2.  Urgerm.  //-.  s.  §  27". 


244     §352.353.  Uebersieht  über  die  liqnidae.    §354.  Die  halbvokale. 

3.  Aelteres  In,  g.  §  277. 

4.  Aelteres  öl,  s.  §  268,  4.   Vgl.  §  274  anm. 

5.  Aelteres  rl,  s.  §  272, 1. 

6.  Seit,  älteres  nl,  s.  §  266, 4. 

7.  Seit,  urgerm.  d  (oder  urn.  rJ),  s.  §  224  anm.  3,  §  273 
anm.  1. 

8.  ?Selt.  älteres  d(d)l,  s.  §  268  anm.  2. 

9.  Seit,  älteres  Id  (anorw.),  s.  §  275  anm. 

10.  Aus  l  gedehnt,  s.  §  281  anm.,  §  282. 

11.  ?  Aelteres  tl,  s.  §274  anm. 

12.  Vereinzelt  d,  s.  §  245  anm.  2. 

§  352.    r  ist  folgenden  Ursprungs : 

1.  Urgerm.  r,   z.  b.  rettr  recht,   bera  (got,  huiran)  tragen, 
verr.  (got.  wair)  mann,  armr  arm. 

2.  Urgerm.  z  (urn.  n),  s.  §  224, 1,  §  265. 

3.  ?  Seit,  älteres  ö,  s.  §  238,  3. 

4.  Seit,  älteres  l,  s.  §  254. 

5.  Aus  rr  verkürzt,  s.  §§283-286. 

6.  ?  Eingeschoben,  s.  §308  anm. 

Aiim.     Heber  auslautendes  stimmloses  r  s.  §  34  anm.  2  (sf.hlnss). 

§  353.    rr  ist  folgenden  Ursprungs : 

1.  Aelteres  m,  s.  §  277. 

2.  ?Aus  r  gedehnt,  s.  §  281,  §  280,2. 

3.  Urgerm.  rr,  z.  b.  kuirr.  /.y/rr  (got.  qaforüs)  ruhig,  fiarre 
(got.  fairra)  fern. 

4.  r  +  r,  z.  b.  norrönn  (ahd.  nordröni)  norwegisch. 

5.  ä  -f-  ä  (urgerm.  #  +  #),  z.  b.  rayrr  (vgl.  got.  rawa)  röhr, 
^eirr  (gr.  als  lehnwort  yaloog)  spiess. 

6.  r  H-  r,  z.  b.  Geirrepr  (*GceiRfreÖR)  ein  mannsname. 

7.  ?Aus  *  gedehnt,  s.  §280,2. 


VII.   Halbvokale. 

§  354.  i  findet  sich  in  starktoniger  silbe  —  ausser  in 
den  §  306  anm.  erwähnten  fällen  —  nur  in  den  §  103.  §§  195 
—208,  §  213  und  §  214  schon  erwähnten  diphthongen  und 
triphthongen.    Tn  schwachtoniger  silbe  ist  es: 


§  355.   Uebersicht  über  die  halbvokale.  245 

1.  ürgerm.  kons,  i  inlautend  uach  kurzer  silbe.  z.  b.  velia 
(got  aal  Jan)  wählen,  leggia  (got.  lagjan)  legen,  brynia  (got. 
biunjö)  panzer. 

2.  Nach  palatalem  g,  y.  k  entwickelt,  s.  §  2ö3. 

3.  Seit,  hiatusfüllend  (anorw.).  s.  §  312. 

§  355.  m  (tc)  findet  sich  in  starktoniger  silbe  nur  in  den 
§  192,  §§  209—212  und  §  214  erwähnten  diphthongen  und 
triphthongen.    In  schwachtoniger  silbe  entspricht  es: 

1.  Fast  immer  einem  urgerm.  w,  z.  b.  syngua  (gut.  sigg- 
wan)  singen,  vyluq  Wahrsagerin. 

2.  Ist  seit,  hiatusfüllend  (anotw:),  s.  §  J56  (schluss). 


Flexionslehre. 


I.  Abschnitt.    Deklination. 

Kap.  1.    Deklination  der  substantiva. 

A.   Vokalische  stamme  (starke  deklination). 
I.    «-stamme. 

§  356,  Die  «-stamme  sind  maskulina  uud  neutra.  welche 
letzteren  nur  im  uom.  sg.  und  nom.  aec.  pL  von  den  maskulinen 
abweichen.    Die  endungen  sind: 


uiask. 

neutr. 

niask. 

neutr. 

8g.  N.  -r 

Pl.N.-or 

—  («Html.  d.  wurzelv.) 

•G. 

-s 

G.      -u 

D. 

■h  ■<'  (§  145) 

D.       -um, 

-um  (§  146) 

A. 

— 

A.  -a 

—  (Vuml.  d.  wurzelv.) 

Anm.  1.  Nom.  sg.  in.  endete  urn.  auf  -a.R.  Die  kierhergehövigen 
Beispiele  (auch  adj.)  sind  (chronologisch  geordnet):  owIpupewuR  (Torsbjserg, 
pewaR  Valsf jorden) ,  laukaR  (Floksand,  brakteat  aus  Schonen,  Börringe, 
Skrydstrup),  daguR  (Einaug),  erilaR  (Lindholm,  Kragehul,  Järsberg,  iriluR 
Veblungsnueg ,  By),  wilagan  (Lindholm),  . . .  daR  (Vetteland),  fratoaraöaü 
und  daginaR  (Möjebro),  hrapoR,  stainaivarijaR,  sairaiciÖoR  und  swaba- 
harjaR  (Rö),  holtijaR  (Gallehus),  haktR  (Stenstad),  hou\h\aR  (brakteat  aus 
Fünen),  gakaB  (brakteat  aus  Schonen),  ukon  (Äsum),  ubaR  (Skärkind, 
Järsberg),  leugaR  (Skaäng).  atainaR  (Krogsta),  whvaR  (Tune),  haÖulaikaR 
und  hagusta\l]daR  (Kjelevig  und,  wenn  -lR  st.  -aR  verschrieben  ist,  hagu- 
HtaldiR  Valsf  jorden),  fakaR  (Faeine),  haitinaR  (Tanum),  IveldaR  (Tjurkö), 
la[n]dawarijaR  (Torviken  I),  harabauaR  (Järsberg),  iupingan  und  irakrui; 
(Reißtad),  laipigoR  (Mogedal),  hiwigaR  (Ärsrad),  h[l]aiwidaR  (Amle).  hau[h]- 
aRaR  (Eidsvag),  hroRaR  (By),  viaU[u}sar  Stentoften).  Spät-urn.  steht 
nur  -R,  e.  b.  hapuwulafn  (Istaby,  -woUfR  Stentoften),  iuaIausr  (Björketorp), 
fiskR  und  mit  assimilation  nach  §  277, 1  und  3  skurin,  stAiu,  fokl  (Eggjura ). 
hroAltR  (Vatn),  tAitn  (Tveito),  gawR?  (Flistad).    Vgl.  §  870  anm. 


§  357.  Keine  u  -  stamme. 


347 


Auin.  2.  Nom,  acc.  sg.  utr.  hatte  um.  die  endung  -«.  Beispiele:  bn« 
(Floksaud).  homu  (Gallehus,  Strom),  auja  (Seeland.  Skodborg),  ui-bija 
<Tune),  hhiivo  (Bei.  gwimal  (By).  Leber  die  synkopierten  uilald  (Over- 
hombadc).  lernt,  sot  (Eggjum)  s.  §  153.  7. 

Anm.  3.  Gen.  sg.  endete  um.  auf  -a$.  Beispiele  sind:  aaugismUu 
iKragehul),  godogtu  (Valsfjordenj .  hnaludo.s  (Bo),  wa[n](}aradas  (Saude). 
Spät-um.  steht  nur  -i  z.  b.  harhruJß  (Bävsal). 

Anm.  4.     Dat.  sg.  hatte  urgerni.  die  endung  -oi.  die  vielleicht  noch 
in   den  allerältesten  um.  inschr.  erhalten  ist.   z.  b.  gisai  (hobel  von  Vi). 
murihai  (zwinge  von  Vi),  hahai  (Möjebro):  später  steht  -e,  z.  b.  fki[)i]/xilf 
(Skärkindi.    woÖmriÖe  iTune),  wilhakurne  (Tjurkö),   wage  (OpedaK 
(Eggjum). 

Anm.  5.  Ate.  ,<g.  m.  endet  urn.  auf  -a.  z.  b.  makia  (zwiuge  von  Vi i. 
[stayina  (Vettelaud.  dainu  Tunej,  wraita  (Reistad),  haha?  (Strom),  h.iri- 
tntlafu  i.Istaby  .  h.ipincol.ifA  (Gummarpt. 

Anm.  6.  Xom.  acc.  pl.  m.  sind  aus  alter  um.  zeit  nicht  belegt, 
müssen  aber  die  endungen  -öß,  resp.  -arm  (vgl.  got.  -ös,  resp.  -aus)  gehabt 
haben.  Spät-um.  steht  im  nom.  -aR.  z.  b.  steinalt  (Bävsal).  im  acc.  -«,  i.  b. 
kAlbA  (Eggjuni).  Nom.  acc.  pl.  ntr.  sind  ebenfalls  aus  um.  zeit  uicht 
belegt ,  müssen  aber  auf  -u  geendet  haben ;  vgl.  das  finn.  lehnw.  joulu 
iaisl.  ü'/ pl.  t.  Weihnachten  [noch  alter  wol  -o.  vielleicht  in  liuu.  jukko  joch 
entlehnt).  Die.se  endung  ist  später  fortgefallen,  zeigt  aber  ihre  frühere 
existenz  durch  x-umlaut  oder  -brechnng  in  der  Wurzelsilbe  des  wortes. 

Anm.  7.  Gen.  pl.  ist  um.  nicht  belegt,  aber  endete  wol  auf 
nasaliertes  -ö. 

Anm.  8.  Dat.  pl.  endet  urn.  auf  -umR  nach  ausweis  zweier  anal, 
gebildeten  /-.   resp.  rtn-stamms-dative  :  hagestumn,  häborumR  (Stentofteu). 

Als  Unterabteilungen  der  a- stamme  werden  gew.  ab- 
gesondert die  ia-,  ja-  und  tra- stamme;  die  übrigen  fasst  man 
als  -reine'  a -stamme  zusammen.  Wir  behandeln  hier  zunächst 
die  letzteren. 


a)    Reine  «• 

§  357.     Paradigmen:    mask. 
mor  heideland;  neutr.  bam  kind. 

muskulina: 
Sg.  N.  armr         hamarr 


G.  arais 
D.  arme 
A.  arm 
PI.  N.  armar 
G.  arma 
D.  ormoin. 

>  inum 

A.  arm 


hamars 

hamre 

hamar 

hamrai 

hamra 

h<jmrom, 

liamrmn 

hamra 


mor(r) 

mös(s) 

mö 

mo 

möar 

möa 

möni 


stamme. 

armr  arm.    hamarr  hamnier. 

s'.i.mar  sommer.  bu  Wohnsitz, 
n  e  u  t  r  a : 
sumar  bü 

sumar. s  büs(s) 


bam 

barns 

barne 

bam 

bom 

bama 

boraom. 


sumre,  -»  (ij  145)  büe,  -i 

sumar  bu 

sumor. -«/-(§  146)  bü 

sumra  büa 

sumrom.  büm 


bornum     summm 


bijrii 


sumor,  -ur 


bü 


248  §358.  Reine  «-stamme. 

Anni.  Die  kursiv  gedruckten  formen  sind  hier  und  in  allen  folgenden 
Paradigmen  die  altnorwegischen  (bes.  ostnorwegischen). 

§  358.  Wie  armr  flektieren  die  meisten  einsilbigen  mask. 
mit  langer  Wurzelsilbe,  z.  b.  domr  urteil,  fiskr  fisch ;  glugyr 
lichtöffnung,  hundr  hund,  kambr  kämm,  mopr  mut,  skattr  tribut, 
toppr  oberste  spitze,  raryr  wolf,  piöfr  dieb  usw.;  ferner  die 
vielen  zweisilbigen  auf  -engr  (-irigr;  oft  daneben  -inye  nach 
§  403),  -onyr  (-unyr),  -auyr  (vgl.  anm.  2),  -leikr  (oft  daneben 
-leihe  nach  i;  401)  sowie  die  zahlreichen  urspr.  zusammen- 
gesetzten mannsnamen  auf  -arr  (urn.  -harjas,  -warijan  Rö), 
-yeirr  (-arr  §  54,  3,  b,  §  151.  1),  -yisl  (-yisl,  -yüs,  -isl,  -ils,  s.  §  229), 
-kell  (vgl.  §  359,  2),  -lauyr,  -leifr  (-lafr  §  54,  3,  b),  -leikr  (-ldkr 
§  54, 3,  b),  -murr  (s.  §  151, 1),  -rdpr,  -rekr  (s.  §  151, 3),  -tannr  (-tapr) 
u.  a.  (vgl.  s.  250),  z.  b.  bdnenyr  rüstung.  hmongr  könig,  kaapanyr 
Stadt  (vgl.  anm.  2),  kcerleikr  liebe,  Raynarr,  Porgeirr  (Pörarr), 
Aupyisl,  -yüs  (AuÖils),  Hrollaayr,  Oleif'r  (gew.  -Idf'r,  seit.  Äleifr, 
air.  Äieib,  s.  Marstrander,  Bidrag,  s.  89),  Porleikr  (-ldkr),  Biart- 
marr,  Apalrdpr,  Eirekr,  llildetannr  (-tapr);  dagegen  von  ein- 
silbigen Wörtern  mit  kurzer  Wurzelsilbe  nur  sehr  wenige  wie 
—  von  den  urspr.  langsilbigen  malr  §  230,1,  marr  §  124,2, 
melr  (s.  Bugge,  Öv.  landsm.  IV.  150  note)  sandabschuss,  selr 
§  124,2  abgesehen  —  dayr  tag,  huerr  kessel,  refr  fuchs,  verr 
mann  und  die  schwankenden  (s.  4  unten)  dalr,  smipr,  stafr, 
siigr,  ceyr  (malr,  valr  u.a.,  s.  §387,  2);  ausserdem  noch  ein- 
zelne Wörter  wie  die  namen  Herlann,  lieyenn  und  fast  alle 
lehnwörter  auf  kons.,  z.  b.  inkarr  becher,  Petarr  (Pettarr)  Peter. 
Kristr  Christus  usw.;  vgl.  Wimmer.  Forn.  forml.  §  32,  §  35 
§  36,  §  47,  Larsson,  s.  422  f.,  Jonsson,  Skjaldesprog  s.  7  ff.  — 
Ueber  die  einzelnen  kasusendungen  ist  zu  bemerken: 

1.  Im  nom.  sg.  ist  zu  beachten  die  verschiedene  be- 
handlung  des  -r  (-n)  bei  den  Wörtern  auf  /.  h.  r.  s  (§  277). 
z.  b.  stöll  stuhl,  steinn  stein,  iss  eis;  selr  seehund;  fuyl  (alt 
fogl)  vogel,  hrafn  rabe,  akr  (gen.  akrs,  dat.  akre  usw.,  s.  anm.  2) 
acker,  prurs  riese;  hallr  stein,  mupr  (§  261;  jünger  munnr) 
mund,  brupr  (brunnr)  brunnen.  —  Heber  misl.  -ar.  das  auch 
vor  dem  artikel  eindringt,  s.  §  1(31. 

Anm.  1.  Die  eudung  fehlt  ganz  in  einigen  frenulwörtern  :  biskop,  -tip 
(alt  auch  byskop,  -up  §  77,  5,  b),  anorw.  aber  auch  oft  biskuper  (s.  Hsegstad, 
Kong. ,   s.  23 j   bischof,   siniör  herr  und  eigennamen  wie  Benedikt,   Israel, 


§  358.  Keine  a -  stamme.  249 

X'kolas,  Magnus  ^seltener  Moguäsj.  Salomön,  Satan,  Simon  u.a.:  gew. 
(s.  Jonsson  in  Festskrift  til  V.  Thomsen,  s.  226)  iu  Adäm(r),  Däciß{r) 
(auch  anal.  Bnfipr,  -finnr,  gen.  -flnz  nach  Fipr,  Fi  nur :  Finz),  Iäkob(r), 
lösef,  gew.  Iösep  (löseppr,  s.  §  240  anm.  7),  bisweilen  in  Krist^r)  §  301,2. 
Ueber  Qn(n),  Auhji),  Aupun(r),  Häkun(n)  (s.  §  226).  Halfdan{r)  s.  §  285 
anin.  2;  stöl(l),  piör(r),  is(s)  u.dgl.  §286:  idfge  (*ulfrgi)  u.dgl.  §291,9. 
In  den  niisl.  rimur'  fehlt  die  endnng  durchgehends  in  Wörtern  auf  -ing, 
-louj  sowie  in  vielen  uiannsnamen,  bes.  denjenigen  auf  -muiui  (s.  (jislason. 
Efterladte  skrifter  II,  167,  174).  Mnoiw.  kann  die  enduug  -/•  überhaupt 
fehlen  (s.  Falk  und  Torp,  Bansk-norskens  syntax,  s.  XIV  note),  wol  durch 
entlehnung  der  acc.-form. 

Anm.  2.  Nicht  enduug,  sondern  dem  stamme  gehörig  und  daher  in 
der  flexion  durchgehend  ist  -r  in  akr  (vgl.  1  oben)  acker,  aldr  alter,  andr 
Schneeschuh,  angr  reue,  meerbusen,  a>pr  ptlug.  tmetr  schöpfen,  bak*tr 
backen,  Baldr  Balder,  bUmstr  blume.  bolstr  polster,  galdr  zauberlied, 
gambf  strauss  (tien.  hafr  bock,  Irriipr  schorf,  hangr  hunger,  klungr 
hagebuttenstraueh .  hur  lärm,  Uöstr  nachgäbe],  litpr  hörn  (zum  blasen), 
motr  kopftuch,  napr  schlänge,  nykr  nix,  otr  otter.  pustr  ohrfeige,  sigr  (seit, 
ntr.  sig,  s.  Egilsson  und  zur  erkläruug  Xoreen.  Arkiv  III,  14  f.  note)  sieg 
und  alle  auf  -angr.  z.  b.  leifmngr  kriegszug  (jedoch  schwankt  im  auorw. 
/ronpongr  Stadt.  /..  b.  dat.  -ge  nebeu  -grr):  ferner  die  2  unten  erwähnten 
hlätr,  Itropr.  lem.itr.  mrlir,  vepr  und  (alle  schwankend)  apaldr.  gropr.  Iiripr. 
rekstr,  rofir  (s.  Ekwall.  Snflixet./".  s.  tj8  note).  Im  gen.  sg.  ist  dies  r 
bisweilen  nach  §291,9  schwankend,  z.  b.  apald(r)s.  arpir)s.  käupang(r)8. 

2.  Im  gen.  sg.  haben  viele  Wörter  die  endung  -ar  (wie 
bei  den  *-  und  »stammen,  aus  deren  liexion  die  meisten  von 
diesen  Wörtern  hierher  getreten  sind)  statt  -s.  Solche  sind 
yrautr  grütze,  g-röpr  (gen.  yröprar.  alt  auch  grojjar)  Wachstum. 
bh'itr  (gen.  -rar)  gelackter,  hufnndr  hauptmann.  lernst)-  (gen. 
-rar)  Verstümmelung,  mundr  brautkauf sgabe.  re/.-str  (gen.  -rar 
und  -ar)  das  treiben.  rt;jrr  (auch  nach  §  384)  röhr,  smipr 
vorteil,  sueiyr  kopftuch.  tnipr  gatikler.  lirr  auerochs.  cisandr 
bisonochs  und  mannsnamen  wie  Volandr.  Punär  und  diejenigen 
auf  -{f'jreßr  (s.  §  77.  3.  §  291. 4,  b;  oft  auch  -fropr.  -ropr.  s.  Bugge. 
Arkiv  IL  250  f..  vielleicht  durch  Vermischung  mit  den  nameii 
auf  -ropr.  raupr,  s.  §  397  anm.  2).  -(f)repr  (s.  £  119).  z.  b.  Hall- 
frepr.  Goprejjr.  Andere  schwanken  zwischen  -s  und  -ar.  wie 
apaldr  (gen.  -drs.  -ds.  s.  anm.  2.  und  -dar)  apfelbaum.  aupr 
reichtum.  bastarpr  bastard.  eipr  eid.  yarßr  (seit.  -ar.  s.  Jonssou. 
Skjaldesprog.  s.  8)  Umzäunung,  heipr  (gen.  heipar.  später  heiprs) 
ehre,  hröpr  (gen.  -rs.  -rar)  rahm,  kraptr  kraft,  lävarßr  herr. 
/andr  hain.  meipr  bäum,  meldr  (gen.  -rar.  -rs)  mahlen,  öss  (gen. 


250  §  358.  Reine  et -stamme. 

Ö88y  aber  Xiparosar  neben  -oss  Drontheiin)  niündung,  ö]>r 
(gen.  -är,  -s,  aber  als  eigenname  immer  Ö]>s)  gedieht,  Vopr 
(gen.  -rs,  -rar)  rudern,  seißr  Zauberei,  sigr  (gen.  -rs,  aber  bes. 
bei  Zusammensetzung  auch  sigrar-)  sieg,  skögr.  wald,  smipr 
(s.  porkelsson,  Supplement  II)  schmied.  teigr  erdstreif,  tirr  ehre, 
vegr  weg,  vepr  (gen.  -rar.  später  -rs)  widder,  vindr  wind  und 
eine  menge  von  eigennamen  wie  Andres  (erst  später  -s),  Aron 
(seit,  anorw.  -ar),  Asgautr  (seit,  anorw.  -ar),  Aupon(n),  Börpr, 
aisl.  Eipr,  anorw.  Eindridr,  Erlendr  (seit.  aisl.  -ar),  Ey vindr 
(erst  misl.  und  mnorw.  -s,  s.  Gislason,  Efterladte  skrifter  II,  175, 
Rygh,  Gamle  personnavne,  s.  289),  Gizorr,  Gyrpr,  Hdhm(n), 
Halfdan(r),  Heimdal(l)r  (seit,  -dollr,  s.  Bugge,  No.  L,  s.  181; 
misl.  auch  -dcell,  s.  Gislason  a.  o.  II,  196,  vgl.  dcell  <  däll  tal- 
bewohner),  anorw.  Hiarrandr,  Hoskoldr,  -uldr,  -ollr,  -ullr  (s.  §  305 
anm.  1),  Magnus  (gen.  alt  -ss,  erst  später  -sar,  s.  Jönsson,  Fest- 
skrift  til  V.  Thomsen,  s.  226  f.),  Rikarpw,  Sig(h)uatr  (nur  ein- 
mal anonv.  -ar),  Sigorpr  (-vaipr,  -verpr),  Simon,  Stefan  (seit. 
misl.  -ar),  Surfe  (auch  schwach  gen.  Surta),  Ullr,  Vigfuss  (seit, 
aisl.  -ar),  anorw.  Viglaugr,  Vipkunnr  (seit,  -s),  Pomäs  (seit,  -ar), 
PorJ»;  Porgils  {-ar  nur  anorw.),  Prondr  (Prändr,  s.  §  134,  b 
und  §  173,2),  Qndottr,  Qnundr  (anorw.  auch  Anundr),  Qzorr 
(anorw.  auch  Azurr)  und  diejenigen  auf  -möpr  (z.  b.  Am-, 
Pormopr),  -miiudr  (z.  b.  As-,  Geir-,  Gup-,  Sigmundr),  -(v)aldr 
(z.  b.  As-,  Mogncaldr,  Arn-,  Har-,  Pöraldr),  -varpr  (z.  b.  Ha-, 
Hall-,  Porvarpr)  und  -vipr  (z.  b.  Ar(n)vipr),  wo  im  allg.  -s  bes. 
anorw.  und  verhältnismässig  spät  ist. 

Anm.  3.  In  Wörtern  auf  s  mit  einem  vorhergehenden  konsouanten 
ist,  natürlich  der  gen.  dem  nom.  gleich  (§  283) ,  z.  b.  purs  riese,  lax  lachs. 
lieber  fälle  wie  Jiest(s),  Kriat(ß)  s.  §  302  (Hess,  Kriss  §  291, 11);  liös(s) 
u.  dgl.  s.  §  286.  Sonst  fehlt  -s  nur  in  einigen  fremden  eigennamen  wie 
Dävip(s),  Israel. 

Anm.  4.  Wörter  auf  U,  nn  haben  z  statt  s  (§  310, 1).  z.  b.  hal(l)z  zu 
halb'  stein,  muti{n)z  zu  muwnr,  mupr  mund.  Ueber  formen  wie  elz  zu 
dar  feuer  s.  §  245, 1;  über  garz  zu  garpr  Umzäunung  u.  dgl.  s.  §  238,2,  d; 
k<u-(1js,  iar(l)s,  bot(n)s,  stof(n)s  s.  §  291,  7  und  9. 

Anm.  5.  Statt  Nöreys  Norwegens  kommt  mnorw.  ein  nach  dem  dat. 
gebildeter  gen.  Nör(e)ges  (s.  §  160  anm.)  bisweilen  vor  (s.  Hsegstad,  Koug., 
s.  22  und  23).  —  Anorw.  Elrikis  (aschw.  run.  Airikis  Sparlösa),  Erikis, 
JErkis  (s.  §  160  anm.)  entspricht  got.  (Enpa)reikeis  und  geht  von  dem 
adj.  *rUür  (später  zu  rikr  umgebildet)  aus,  vgl.  got.  -mere is  (um.  -maris 
Torsbjserg  s.  §  385  anm.,   aisl.  tnarr),  *aupeis  (aschw.  »pe,  aisl.  aupr,   aber 


Jj  359.  Reine  u  -  stamme.  -o  1 

ah  prstes  zusaimnensetzungsglied  und  substantiviert  <'.'//*•  >.  müßeii  (an. 
ml»-)  u.  dgl.,  s.  Streitberg,  Die  got.  Bibel  II,  110;  vgl.  v.  Grieuberger,  Gott, 
gel.  Aas.  1908.  nr  5.  B.  423.    Vgl.  auch  §  425  aum.  2. 

Anm.  6.  Mnorw.  wird  seit,  -s  zu  der  alten  eudung  -ur  gefügt,  z.  b. 
Attdunars. 

3.  Dat.  sg,  ist  nicht  selten  endungslos  (wie  bei  den  i- 
stämmen),  z.  b.  Aiw(e).  d6m{e).  eld(e).  Grim(e),  Gunnare  (anorw., 
bes.  mnorw..  oft  ohne  -e).  Regen  (so  immer),  skog(e).  zmijne). 
carg(e),  veg(e).  cer(e),  Por(e)  u.  a.  m.  (s.  Jonsson.  Skjaldesprog. 
s.  7  ff..  Walde.  Die  germ.  auslautgesetze,  s.  4  f.).  Sehr  selten 
kommt  dies  in  alter  zeit  (misl.  öfter,  s.  trislason,  Efterladte 
skrifter  II,  174)  bei  den  Wörtern  auf  -ingr.  -ongr  vor. 

Aum.  7.  Von  dagr  tag  heisst  der  dat.  depe  (s.  >;  73)  ueben  seit,  dag, 
welche  form  bei  dem  eigennamen  Dugr  die  in  alter  zeit  einzig  gebräuchliche 
ist  (muorw.  aber  auch  Dage).  Bei  dem  urspr.  «-stamm  mundr  (s.  obeu  2) 
kommt  im  anorw.  (die  if ntMilfiftiim)  myndi  neben  mundi  vor. 

4.  In  nom.  acc.  pl.  können  ryzar  (aber  nicht  die  neben- 
form  rnzar)  russen.  sigr  sieg  (s.  porkelsson.  Supplement  IV. 
1291),  smifir  künstlet-,  sta.fr  stab  (in  der  bedeutung  Tunen- 
stab*  immer)  und  (seit.)  vermar  die  bewohner  von  Värmland. 
später  auch  ckdr  tal  und  murr  (pl.  metrar,  -ir)  pferd  wie 
/-stamme  flektieren:  smipr  und  vegr  (z.  b.  noch  in  Volsunga 
saga.  s.  Olsens  ausg..  s.  LXX.  und  oft  in  den  anorw.  gesetzen) 
seit,  auch  als  «-stamme  (vgl.  2  oben).  Prettr  list.  sUgr  oder 
stigr  steig  können  nur  im  acc.  pl.  wie  «stamme  flektiert 
werden. 

Anm.  8.  Gen.  pl.  von  cegr  zeigt  die  form  cegna  (statt  gew.  cega) 
in  adverbielleu  ausdrücken  wie  tueggiu  vegna  beiderseits,  mtnna  vegma 
meinetwegen  u.dgl.;  vgl.  An.  gr.  II.  ij  407.  4,  und  Bugge  bei  Hertzberg. 
s.  699. 

§  359.  Wie  hamarr  flektieren  die  meisten  mehrsilbigen 
mask.  mit  kurzer  ableitungssilbe.  /..  b.  JmmaU  daumen.  pistell 
distel.  diofoü  teuf el .  apbmn  (anorw.  oft  aftoum,  s.  z.  b. 
F.  Jousson.  Fagrskinna.  s.  XXV.  und  Hertzberg:  wol  mit  ie 
nach  ceftlr  •nach',  s.  Kuck.  Svensk  ljudhistoria  IV.  22)  abend. 
himenn  himmel.  Hepenn  ein  mannsname,  iotonn  riese.  ia]tarr, 
ioporr  rand.  fiotorr  fessel:  vgl.  Wimiuer.  Form  forml.  ^  37, 
Larssou.  s.  42o.  Jonsson,  skjaldesprug.  s.  lsff.  Die  synkopie- 
rung  des  ableitungsvokals  tritt  (nur)  vor  vokal isch  anlautender 


252  §359.  Reine  a- stamme. 

endung  ein.    Jedoch  erleidet  diese  regel  scheinbar  einige  aus- 
nahmen : 

1.  Synkope  kommt  überhaupt  nicht  vor  in  einer  anzalil 
von  Wörtern,  die  meist  urspr.  Zusammensetzungen  oder  auch 
fremdwörter  sind,  wie  z.  b.  bikarr,  Gunnarr,  Petarr  oder  Pettarr, 
Pitymarr,  Pörarr,  Gamall  (vgl.  aber  mit  synkope  das  adj. 
yamall  §  428),  Mall,  IJeriann,  Begenn,  Alrekr  u.  a.,  s.  §  358 
mit  1  und  2. 

2.  Durch  ausgleichung  bekommen  bisweilen  sämtliche 
kasus  den  anschein  synkopiert  worden  zu  sein,  z.  b.  myll  neben 
my(f)ell  ball  (zum  etymon  s.  H.  Falk,  An.  Waffenkunde,  s.  86 
note) ;  gndr,  andr  (s.  Jonsson,  a.  o.  s.  20)  neben  ondorr  Schnee- 
schuh aus  urspr.  *andurr  (>  ondorr,  s.  §  80,  3) :  pl.  gndrar;  Ion 
(erst  nach  1200,  s.  Jonsson,  a.  o.  s.  23)  neben  älterem  Joan 
Johann  nach  dat.  Jö(a)ne;  Porkeil  u.  a.  namen  auf  -kell  (schon 
aus  dem  11.  jahrh.  belegt,  s.  Gislason,  Njäla  II,  269  ff.;  Jonsson, 
a.  o.  s.  19,  Arkiv  IX,  381;  Bugge,  Bidrag,  s.  98  f.)  aus  *-ketl 
(s.  §274  anm.)  neben  altem  -ketell  nach  dat.  -katle  (vgl.  anm.  1; 
erst  spät  auch  -kell  nach  dem  neuen  nom.  Auf --kell);  eldr  feuer 
statt  *eilej>ri  (aschw.  noch  einigemal  eledh,  s.  An.  gr.  II,  §  384 
anm.  2;  ags.  Med)  nach  dat.  elde  (§  128).  Wol  schon  urn. 
standen  nebeneinander  die  stamme  *erla-  (ags.  eorl),  *karla- 
(ags.  carl;  vgl.  ags.  ceorl  <  *kerla-)  und  *erila-  (*erula-  s.  §  173 
anm.  1),  *karula-,  jene  durch  aisl.  iarl  jarl,  karl  alter  mann, 
diese  durch  urn.  erilaR,  lat.  (lehnw.)  carolus  repräsentiert. 

Anm.  1.  Wörter  mit  kurzer  Wurzelsilbe  und  dem  ableitungsvokal  i 
sollten  eigentlich  in  den  nicht  synkopierten  kasus  umgelauteten ,  in  den 
synkopierten  kasus  aber  nicht  umgelauteten  vokal  aufweisen  (§  66,  2  und  3). 
Diese  regel  ist  aber  nur  in  wenigen  Wörtern  aufrecht  erhalten  worden: 
fetell  tragband,  ketell  kessel,  h/kell  Schlüssel,  trygell  kleine  Schüssel,  tygell 
schnür  der  und  eigenname  Egell  mit  dat.  katle,  lukle  usw.,  pl.  katlar  usw. 
Jedoch  kommen  auch  bei  diesen  Wörtern  (bes.  bei  fetell)  in  den  synkopierten 
kasus  nebenl'ormen  mit  umgelautetem  vokal  (bei  Egell  sogar  später  und  seit. 
ein  nicht  synkopierter  dat.  Egüi)  vor.  doch  bei  ketell  nicht  im  pl.  (erst 
spät  onorw.  pl.  luttdar,  s.  §  309,  2)  und  nur  seit.  (s.  z.  b.  Gislason,  Efterladte 
skrifter  II,  243)  im  sg.  Bei  allen  anderen  Wörtern  ist  ausgleichuug  durch- 
geführt worden  und  zwar  sowol  zu  gunsten  des  umgelauteten  vokals  wie  in 
f'ereU  reise,  reisender  (pl.  ferlar,  statt  *farlar)  als  des  unumgelauteten  wie 
in  stuftell  stütze  statt  *styßell  (pl.  stuplar).  Wenn  der  ableitungsvokal 
u  ist,  haben  im  aisl.  und  awnorw.  alle  kasus  w-umlaut  oder  -brechung  in 
der  Wurzelsilbe,  im  aonorw.  dagegen  nur  die  synkopierten,  z.  b.  spftoll  (saÖulf) 


§360.361.   Reine  n-  stamme. 

sattel,  ioforr  (ia/urr)  fürst,  pl.  soplar.  >'ofrar  (§  80.  2  und  3).  —  Ueber  den 
gegensatz  vapell  (veöill)  :  pl.  roplar  (anal,  rapiar).  dmaell  :  dat.  drösle,  pl. 
drgslar  s.  §  73  anm.  1. 

Aimi.  2.  Ueber  nom.  sg.  mit  einfachem  auslautenden  kons.,  wie 
hamar(r).  drottenO»).  kgriel(l)  u.dgl..  s.  §  285,  5.  Umgekehrt  kann,  wenn 
auch  sehr  seit.,  doppelkonsonant  (durch  anal.  Übertragung  ans  dem  nom.) 
vor  dem  gen.  -s  erscheinen,  z.  b.  (bisweilen)  drötten(n)s  zu  dröltenn  herrscher; 
ebenso  steirn'n)s  Steines  u.  dgl. 

Anm.  3.  Dat.  sg.  von  morgen»,  murgonn.  mgrgenn  (s.  §  74)  morgen 
heisst  im  anorw.  oft  mern.e  und  pl.  mernar  (s.  §  136  und  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  I,  s.  92.  95.  sowie  Hertzberg),  wonach  bisweilen  nom.  m&rgemi 
(s.  §  74).' 

Anm.  4.  Ueber  die  synk.  kas.  von  morgonn  morgen,  aptami  abend, 
himenn  himmel  vgl.  noch  §  291,  5  und  10,  resp.  §  225. 

§  360.  Wie  mor(r)  flektieren  nur  wenige  Wörter,  alle  auf 
langen  vokal  endigend,  z.  b.  hrandnor  schiff  mit  galeone.  G6r(r) 
ein  mythischer  mannsname,  HUr(r\  name  des  meergottes.  ior 
pferd  (dicht.).  Mor  ein  mythischer  pferdename.  slör  schuh, 
die  eigennamen  auf  -v&r  und  -per,  wie  Hlopver,  RandvSr,  Eggpt'r. 
Hialmper  u.  a.  (Ueber  War.  Ufa  s.  §  404  anm.  1).  Bei  der 
flexion  dieser  Wörter  sind  die  §  130  ff.  behandelten  hiatus- 
erscheinungen  zu  beachten,  z.  b.  dat.  sg.  Hie  (<  Hlee).  dat.  pl. 
mom  (<  ninom;  später  wieder  anal.  mnnm). 

Anm.  1.  Wegen  nom.  sg.  -rr  und  gen.  sg.  -ss  (gew.  -$)  s.  §280 
anm.  4. 

Anm.  2.  Dat.  sg.  ist  fast  immer  ohne  endnng  (vgl.  §  358,  3) :  je 
1  mal  sind  brandnöe  und  Möe  belegt. 

Anm.  3.  Nom.  acc.  pl.  von  i&r  kann  auch  wie  von  einem  /-stamme 
gebildet  werden,  also  ider,  -e.    Vgl.  anm.  5. 

Anm.  4.  Skör  flektiert  im  pl. :  nom.  dküar  (tkoar,  später  skör)  neben 
(alt  und  seit.)  skuür,  gen.  skia,  sküd,  dat.  skdm,  acc.  sküa  (sköa.  später  skn). 
sfotä  ;  s.  §  134.  b. 

Anm.  5.  Die  eigennamen  auf  -Per  und  -Jjtr  können  auch,  nach  kürzung 
des  e  (§151,2),  wie  /«-stamme  (auf -?vr,  -per)  flektieren.  In  der  späteren 
spräche  (zum  teil  vielleicht  doch  schon  um  1000,  s.  Marstrander,  Bidrag. 
s.  117)  kommt  auch  eine  flexion  Hloöver,  Hialmper,  gen.  -vers,  -pers  usw. 
mit  durchgängigem  r  vor:  ebenso  spät  von  iör  gen.  iörs,  pl.  iörar  usw. 

§  361.  Wie  harn  gehen  fast  alle  neutra  auf  konsonanz. 
z.  b.  einsilbige  wie  hak  rückeu.  fmll  berg.  gop  (seltener  gtip, 
vgl.  §  61. 1,  §  387)  heidnischer  (seltener  christlicher)  gott.  hiolt 
(auch  f.  hiolt  nach  §  375)  schwertknopf.  hdhi  (anorw.  auch 
hatbm)  Steinboden,  hens.  htinsn.  Iwsn  (§  299.  4)  pl.  t.  hühner.  laun 


254  §362.  Reine  a- stamme. 

pl.  t.  (anorw.  auch  f.  sg.)  lohn,  log  pl.  t.  (anorw.  auch  f.  sg. 
nach  §  375)  gesetz,  Iggn  pl.  t.  (anorw.  auch  f.  sg.)  zugnetz. 
akald,  sMld  (§  127,1)  skalde,  ping  Versammlung;  zweisilbige 
wie  herap  bezirk,  mäpgen  pl.  t.  mutter  und  söhn.  Vgl.  Wimmer, 
Forn.  forml.  §  34;  Larsson,  s.  4231;  Jönsson,  Skjaldesprog 
s.  24  f. 

Was  oben  §  358  anm.  3  und  4  für  das  mask.  bemerkt  ist, 
gilt  auch  in  betreff  der  neutra.  Ausserdem  ist  hier  zu  beachten, 
dass  durch  die  in  nom.  acc.  pl.  einmal  vorhandene  endung  -tt 
(§  356  anm.  6)  ein  Vokalwechsel  in  der  nächstvorhergehenden 
silbe  hervorgerufen  wird.  z.  b.  fiall,  pl.  fioll  durch  M-breclmng, 
herap,  pl.  herop,  mannWcan  bildnis,  pl.  -on  (vgl.  siimar  §  357) 
nach  §  78. 

Anm.  1.  Ueber  den  gen.  sg.  vaz  (später  anal,  mtns)  zu  vatn  (alt 
und  seit,  vatr,  s.  Gislason ,  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad ,  s.  206)  wasser. 
drambis),  tial(d)s,  sun(d)s,  ver(k)s,  naf(n)s,  gangs  (gagns),  myrk(r)s  u.a. 
derartige  fälle  s.  §  291, 1, 2,  6,  9,  und  10.  Von  län  leihe  kommen  in  Zusammen- 
setzungen sowol  länrir(dröttemi)  wie  läns(fe)  vor. 

Anm.  2.  Im  dat.  sg.  fehlt  die  endung  gewöhnlich  bei  gas  gut  (urspr. 
gen.  sg.  ntr.  zu  göpr  gut),  sonst  (im  gegensatz  zu  dem  mask.)  nie,  weshalb 
Öwennings  versuch  (Arkiv  XXIII,  24  ff.)  das  dunkle  oprovis(e)  'auf  andere 
weise'  hierher  zu  führen  verfehlt  ist. 

Anm.  3.  Ob  etwaige  spuren  des  alten  instrumentalis  auf  -u  (vgl. 
§  393  anm.  5)  in  Zusammensetzungen  wie  kaupo-,  mplo-,  pingo-nautr  kauf-, 
gesprächs-,  dinggenosse  u.  dgl.,  wie  Swemüng,  Arkiv  XXIII,  15 ff.  vermutet, 
vorliegen  ? 

Anm.  4.  In  nom.  acc.pl.  haben  berg  berg,  cip  landzunge,  7« oft  holz, 
wald,  hrte  gebüsch,  ht'is  haus,  fand  land,  torg  markt,  tun  hof,  porp  gehöft 
u.  a.  als  Ortsnamen  gebraucht  auch  formen  auf  -ar  oder  -//•,  also  Berget) . 
Eipar,  Holter  (ahd.  holz/r),  -ar,  Hrisar  (vgl.  ahd.  hrixir),  Husar,  -er  (ahd. 
hüsir),  Lander,  Torgar,  (Sig)tüner  und  Timor,  I'orpar.  Diese  formen 
sind  im  allg.  femininen  geschlechts;  s.  0.  Eygh,  No.  gaardnavne,  Forord 
s.  11  f.,  Oplysninger  11,216,  v.  Unwertb,  Namn  och  bygd  1914,  s.  55  ff. 
(dagegen  Hppgstad,  Maal  og  minne  1915,  B.  168  f.). 

§  362.  Wie  sumar  (lmal  als  mask.  belegt,  s.  Jonssoii, 
Skjaldesprog  s.  18)  flektieren  nur  sehr  wenige  neutra:  opal 
eigentum,  gaman  (vgl.  §  225)  freude.  wegen  stärke,  regen  pl.  t. 
götter,  hofop  haupt.  Die  übrigen  zweisilbigen  neutra  mit 
kurzen  ableitungssilben  synkopieren  nicht,  z.  b.  herap,  dat.  sg. 
herape  (§  361). 

Anm.  1.  Opal  kann  auch  ohne  synkope  flektieren.  Nom.  acc.  pl. 
heisst  sowol  o/tol  als  opol,  s.  §  78. 


§363.   Reine  '/-stamme.     §  3<W.  3^ö.   ^/-stamme.  855 

Audi.  2.  liegen  hat  in  den  synkopierten  kasns  keinen  /'-umlaut  des 
wurzelvokals .  megen  dagegen  hat  doppelformen  (vgl.  «$359  anm.  1);  bei 
beiden  Wörtern  kann  die  synkope  durch  ausgleichung  anch  in  den  uom.  acc. 
eindringen,  also  magn  (1  mal  auch  gen.  mogns).  megnsg.,  rognfl.;  endlich 
kann  zu  diesem  rogn  und  dat.  rognom  ein  gen.  rogna  statt  ragna  gebildet 
werden.  Bei  gagn  (seit,  gegn)  vorteil  (vgl.  ahd.  gagin)  sind  keine  un- 
synkopierten  formen  mehr  anzutreffen. 

§  363.  Wie  bi.i  gehen  bh)  blei.  da  entzückung,  fe  vieli 
(vgl.  anm.  1).  hli-  lee.  bne  knie,  strn  stroh,  tr<-  bäum,  vi  ge- 
weihte statte.  Hier  sind  die  §  130  ff.  erwähnten  regeln  zu 
vergleichen;  z.  b.  gen.  pl.  stro  (aus  streut),  dat.  pl.  ström  {stränm  >; 
später  ström  (§  107).  noch  später  sträum  (§  130.  schluss);  dat. 
^g.  hie  (hiee).  gen.  pl.  Luid  (kn<'a).  dat.  pl.  hiiom  (kveotri).  aber 
gen.  pl.  r/-a.  dat.  pl.  i&m ;  dat.  pl.  bum  (buom).  später  bmnn. 

Anm.  1.  Im  gen.  sg.  kommt  oft  -8  neben  etwas  häufigerem  -ss  vor. 
Der  urspr.  ((-stamm  fr.  seit,  f»  §  77.  4  (got.  fatlm)  endet  auf  -tu:  also  fiar 
\fear).  mnorw.  anal,  zu  fidrs.  fiart  erweitert  (s.  A.  B.  Larsen,  Arkiv 
XITI,  245;  Falk  und  Torp.  Dansk-norskens  syntax.  s.  XV  note :  vgl.  §358 
anm.  6  und  §  363  anm.  1). 

Anm.  2.  Nach  gen.pl.  knio .  tria  wird  später  dat.  pl.  knium.  triam 
statt  kniöm.  triöm  gebildet.  Nach  dem  dat.  pl.  kniöm,  triam  sind  vielleicht 
die  anorw.  nebenformen  nom.  acc.  pl.  kniö.  triö  statt  knt,  tre  sowie  gen.  pl. 

statt  fria  geschaffen  worden:  vgl.  jedoch  §  106  anm.  1. 

b)  wa-  stamme. 

§  364.     Paradigmen :  mask.  horr  flachs,  neutr.  hogg  hieb, 

mask.           neutr.  mask.  neutr. 

Sg.  X.  hQrr                hQgg  PI.  X.  horuar  hQgg 

G.  hors               hQg(g)s  G.  hQrua  hoggua 

D.  hQrue,  -/        hoggue.  -/  D.  horom,  harum    hQggom,  haggum 

A.  hör                 hQgg  A.  horua  hogg 

§  365.  Wie  harr  flektieren  borr  bäum  (dicht),  pl.  fioruar. 
fyruar  (s.  §  82.  4)  leute.  hiorr  (vgl.  anm.  1)  schwert,  marr  un- 
geschmolzener talg.  roggr  haarbüscliel  (vgl.  rogg  §  380),  spgrr 
(vgl.  anm.  1)  Sperling,  sgngr  gesang.  pl.  s&ruar  £  82.  6  (sgruar 
§  82, 4,  s.  Egilsson)  männer  (dicht.)  und  eigennamen  wie  Si]>- 
hoggr,  Xon:  Sigiryggr  u.  a.  Das;  charakteristische  »■  darf  urspr. 
nur  vor  einem  a  oder  e  (i)  der  endung  stehen  (§  226,  §  235, 1). 
In  der  etwas  späteren  spräche  wird  aber  durch  ausgleichung' 
oft  iQ  entweder  auch  in  dieser  Stellung  beseitigt,  oder  es  dringt 
auch  vor  dem  w  der  endung  ein  (vgl.  §  235  anm.  1).  —  Sehr  bunt 


256  §  366.    n'ii  -  stamme.     §  367.  ja  -  stamme. 

infolge  der  vielfachen  ausgleichungen  und  auch  sonst  wesentlich 
abweichend  ist  die  flexion  der  Wörter  mbr(r)  §  77,  2  möwe. 
stör  §  106  see,  sniör  §  106  schnee  und  Tyr{r)  §  77,  6  ein  götter- 
name  (dazu  pl,  tifar  götter,  seit.  sg.  tyr  gott) ; 

3£br(r),  später  mdr(r),  nid  fr  §  235  anm.  1;  gen.  mbs(s), 
mds(s),  später  mdrs;  dat.  mdfe,  onbfe  §83;  acc.  mb.  md\  pl.  n. 
mdfar,  mbfar;   g.  mdfa.   mbfa;   d.  nu'nn,  mdfom;   a.  mdfa,  mbfa. 

Sibr,  scbr,  sidr;  gen.  smfar.  sibfar,  sidfar;  seit.  sces(s),  sibs(s), 
sids(s),  später  scers.  mnorw.  auch  sibfars  (vgl.  §  358  anm.  6); 
dat.  sce(fe),  sib(fe),  sid(fe),  seit,  sd  §77.8;  acc.  sib,  sce,  sid, 
seit,  sd  §  77.  8;  pl,  n.  scbfar,  sibfar.  sidfar;  g.  scefa,  sibfa,  sidfa; 
d.  sm{f)om,  sibfom,  sidfom ;  a.  scefa,  sibfa,  sidfa. 

Snibr  geht  wie  sibr,  ausser  dass  im  gen.  sg.  -s  älter  als 
-ar  ist  und  dass  eine  form  snd  nicht  in  alter  zeit  (vgl.  aber 
§  70, 4  und  §  295  anm.  3)  belegt  ist, 

rJ'yr(r);  gen.  Tys{s),  später  Tyrs;  dat.  tife,  Tyife).  Tyre; 
acc.  Ty;^\.  tifar;  g.  Ufa,  seit,  tyfa;  d.  tifom;  a.  Ufa. 

Anm.  1.  Im  gen.  sg.  hat  der  urspr.  u- stamm  hiorr  (got.  hairus) 
neben  hiors  auch  hinrar  (nach  §  396),  spgtr  neben  spors  auch  sparrar  und 
als  mannsname  Spar(r)är. 

Anm.  2.  Dat.  sg.  ist  oft  ohne  endung,  z.  b.  bor(ne),  hior(ne),  h(>r(vr) 
sgmjiue);  vgl.  §  358,3,  §  360  anm.  2. 

§  366.  Wie  hggg  gehen  byyy  gerste,  hol  Unglück,  fior 
leben,  frib,  fra?  (fre,  s.  §  77,  8)  samen,  fgl  dünner  schnee,  glyyy 
wind,  hrdi  aas,  Hot  fleisch,  lyny  heidekraut,  leb  (U,  s.  §  77,8) 
betrug,  miol  mehl,  skrok,  skrok  §82,6  (anorw.  auch  skrmk) 
Unwahrheit,  smior  (smer,  dat.  sg.  auch  smyrae;  s.  §  77,  9,  §  92) 
butter,  sol  eine  art  meertang,  gl  bier;  über  hey  s.  §  369  anm. 
Das  iv  kann  später  fehlen,  z.  b.  dat.  glyggi  (gegen  1300),  frib(e) 
neben  fribfe  (s.  porkelsson,  Supplement  IV,  47),  kiot(u)i  u.  dgl. 

Anm.  Ueber  anorw.  gen.  pl.  o/da  (später  oldra  nach  dem  synonym 
nldr)  zu  ol  s.  §  319,  2. 

c)  //'«-stamme. 

§  367.  Paradigmen :  mask.  nipr  abkömmling,  neutr.  kyn 
geschlecht, 

mask.                  neutr.                           mask.  neutr. 

Sg.  N.  nipr                         kyn                    PI.  JS.  nipiar  kyn 

G.  nips,  ni)>iar            kyns                       G.  nipia  kynia 

I).  nip                           kyne.  -/                    D.  nijnom,  -um  kyniom,  -um 

A.  nip                          kyn                         A.  Bipia  kyn 


$  J6&  909.  ./«-stamme.    ?;  oTO.  m  lflhnwi  257 

58.  JN7//r  (auch  mfre  nach  gf  408)  steht  fast  ganz  allein 
mit  seiner  flexion  (die  dagegen  im  aschw.  sehr  zahlreich  ver- 
treten  ist.  >.  An.  gr.  II.  §  391,  §  392).  Der  ortsuame  pl  Nesiar 
(zu  nee  §  369:  vgl.  £  3öl  anm.  4)  darf  hierher  gerechnet  werden. 
Von  rcengr  Hügel,  anorw.  vdarmg*  (gew.  wie  im  aisl.  -gi  nach 
g  403)  varäger.  pl.  grikker,  girier,  griechen.  pl.  ryger  ein  wohner 
von  Rogaland  und  vielleicht  noch  einigen  Wörtern,  welche 
gewöhnlich  als  '-stamme  flektieren,  kommen  in  sehr  alten 
hdschr.  hierher  gehörige  formen  (nom.  acc.  pl.  -/",-.  -i-.n  vor. 
deren  kons.  i.  sofern  es  nach  langer  silbe  steht,  nach  § 
zu  erklären  ist.  Ausserdem  ist  von  hepr  bett  einmal  acc.  pl. 
hf'lki  !>.  Gislason.  Aarboger  1879.  s.  194)  neben  gew.  hefte 
belegt.  Sonst  sind  die  alten  ja-  stamme  in  die  /-deklination 
übergegangen. 

Anm.     Anonv.  ist  einmal  acc.  pl.  nidi  belegt  (&  Fritzner). 

§  369.  Wie  kgn  flektiert,  eine  auzahl  von  Wörtern  mit 
kurzer  Wurzelsilbe:  her  beere,  egg  ei.  fen  sumpf,  ffet  fussboden. 
fley  schiff,  fyl  fohlen,  gep  gemüt.  gil  kluft.  gren  höhle,  greg 
hündin.  heg  (vgl.  anm.)  heu.  hregg  stürm,  kip  zicklein.  pl.  Igf 
(sg.  gew.  als  Jö-stamm.  s.  §  382)  arznei.  men  haisschmuck,  nef 
nase.  hes  (vgl.  §  368)  Vorgebirge,  net  netz.  ni]>  (auch  f.  pl. 
nipar.  seit.  nePorj  s.  §  160  abnehmender  mond.  Hy  neumond. 
nf  rippe.  sei  sennhütte.  skegg  hart,  eher  schären,  skg  {ski 
S,  80.  2 1  wölke,  stef  kehrreim.  »er  fangort,  vep  pfand.  pü  diele. 
Ueber  heu.  skyn  s.  S,  382  —  Das  charakteristische  i  kann  hie 
und  da  fehlen,  gew.  bei  nij>,  bisweilen  bei  lip,  sehr  seit,  bei  kyn. 

Anm.  Hey  hat  im  dat.  sg.  auch  die  form  heyfe  (zur  erklärung  s. 
lüden.  Uppsalastudier.  s.  94  notei  wie  von  einem  >r« -stamm  (s.  §  366)  neben 
hei/e  oder,  auffallenderweise.   heu  («.  bes.  porkelsson.   Supplement  IV,  63). 

d)  trt-atämme. 
§  370.   Paradigmen:  mask.  hirper  hirt.  neutr.  Lucepe  gedieht. 


mask. 

neutr. 

mask. 

neutr. 

Syr.  S.  kirper.  -ir 

kusepe 

PI.  N.  hirpar 

knspe 

G.  hirpes(s),  -w 

ktuej    - 

G.  hirpa 

kuffepa 

D.  hirpe,  -*" 

kusepe 

D.  hirpon. 

kusepom 

A.  hirpe.  -» 

kmepe 

A.  hirpa 

kufppe 

Anm.    Ein  paar  vielleicht  hierher  gehörige  nom.  sg.  m.  auf  -in  <  ?f. 
<  *-aiR   (s.  §  139)  <  *-((ioK   (s.  Sievers.    Berichte  d.  K.  rifcka  Urs.  d.  Wiss. 
Nortta,  Altisl.  gnunm.    *.  »ut'l.  VI 


258  §  371.  in- stamme. 

1894,  s.  189 f.)  sind  aus  der  späteren  um.  zeit  belegt:  hsroSeR  (By).  IxAeru- 
wulafiR  (Istaby).  In  alter  zeit  steht  -ijaR,  z.  b.  holtijaR  (Gallehus):  vgl. 
§  356  anm.  1. 

§  371.  Wie  kirper  geht  eine  sehr  grosse  anzahl  von 
Wörtern  (von  denen  jedoch  die  meisten  der  dichterischen 
spräche  eigen  sind)  mit  langer  Wurzelsilbe,  z.  b.  elrer  erle 
heller  f eisenhöhle,  herser  herse.  leehier  arzt,  mceker  Schwert. 
/>;/>•)> er  dornbusch  und  bes.  eine  grosse  menge  von  eigennamen 
wie  (irr/Irr.  Gylfer  (auch  schwach  Gylfe),  SLinicr,  Shörer. 
Suerrer.  Viler  (auch  schwach  Yile),  JEger  der  meergott  u.  a.; 
s.  Falk,  Beitr.  XIV,  20  ff.;  Hellquist.  Arkiv  VII,  21  ff.;  Sievers, 
a,  o.,  s.  1881,  142,  150.  Ausnahmsweise  ist  die  Wurzelsilbe 
kurz,  z.  b.  in  den  eigennamen  Urinier,  dinier,  (ii/mer.  Hymer. 
Nefer,  Her  er.  Siner.  Ymer  (Sievers,  a.  o.,  s.  120  ff.),  mnorw. 
Scelir  (öfter  Sceli  nach  §  403).  Der  i-umlant  der  Wurzelsilbe 
fehlt  in  einigen  namen,  wo  nicht  urn.  -ian,  sondern  -aian  zu- 
grunde liegt  (s.  $  370  anm.  und  Sievers,  a.  o.,  s.  130  ff.)  wie 
z.  b.  Glaser,  (r6er,  (iuser  (auch  schwach  (iuse),  Kuaser,  Möer, 
Praser;  aus  demselben  gründe  wol  in  den  meisten  der  vielen 
Wörter  auf  -ner  und  in  einigen  auf  -per.  z.  b.  Fäfner.  Miollncr 
(*Mellunir),  Vafpriipner  (aber  Mijlner,  Jif/mner),  logper  schwelt 
u.  a.;  s.  Sievers,  a.  o.,  s.  148  ff.,  151.  Ebenso  fehlt  lautgesetzlich 
der  umlaut  bei  urspr.  Zusammensetzungen  auf  -per,  -ver.  die 
hierher  übergetreten  sind,  z.  b.  ifampt r.  Hlopuer  (neben  Hlopen). 
Sgluer  (neben  Sglrer;  auch  schwach  Solue.  Solfe)  —  vgl.  §  300 
anm.  5  und  §  151,  2  —  Pörer  ^hm-urr'?,  s.  Marstrander,  Bidrag, 
s.  156).  Bei  eyrer  'öre'  (ein  gewicht)  fehlt  auffälligerweise 
der  umlaut  im  pl.  (aurar,  aura  usw.). 

Anm.  1.  Ueber  spuren  dieser  flexion  bei  den  Wörtern  auf  -are  (got. 
•areis)  s.  §  402  anm. 

Anm.  2.  Gen.  dat.  acc.  sg.  weiden  bei  dem  eigennamen  Mimer 
oft  wie  von  einem  an- stamme  (§  401)  gebildet.  Ausserdem  kommt  nicht 
ganz  seit,  ein  gen.  (nach  §  358)  Mims  vor.  Ender  ende  geht  im  nom.  sg. 
bisweilen,  im  gen.  sg.  fast  immer,  im  dat.  acc.  sg.  immer  wie  ein  ««-stamm ; 
zur  erklärung  s.  Noreen,  Geschichte8,  §195,4  (schluss).  Vgl.  §402  anm. 
und  Gißfer,  Viler,  Guser,  Scelir,  Hoher  oben.  Mnorw.  weiden  fast  alle 
hierhergehörige  Wörter  schwach  flektiert  (s.  Hsegstad,  Kong.  8.  13  und  24. 

Anm.  3.  Im  pl.  muss  das  charakteristische  i  nach  §  156  synkopiert 
werden.     Also  hirpar  aus  *ltirdiaR  usw. 

Anm.  4.  In  der  etwas  .späteren  spräche  werden  diese  Wörter  mir 
durchgängigem  r  (gen.  sg.  Mkmrs  usw.;  so  mnorw.  bes.  bei  mannsiiaiiieu, 


g  972.   in  -stamme.    §373.   ö-stämme.  859 

s.  Hsegstad.  a.  o..  s.  24)  flektiert  und  dann  entweder  nach  §358  (nom.  pl. 
IfAJMrar  usw.)  oder  nach  §  359  (nom.  pl.  hrtlrar  nsw.  zu  Mbr). 

§  372.  Wie  kucepe  flektieren  sehr  viele  Wörter,  die  ent- 
weder lange  Wurzelsilbe  oder  auch  zwei  silben  vor  der  endung 
haben,  z.  b.  denn  behauptung.  enge  (vgl.  eny  §  382)  wiese,  turne 
stirn.  merke  merkzeichen.  rfke  reich;  erfej>e  arbeit,  forellre 
(anorw.  auch  -celdri,  s.  Hertzberg;  auch  m.  pl.  -elbnr  oder  -ellar. 
später,  bes.  anorw..  -eidrar)  vorfahren,  finde  geschäft  u.  a. 
(s.  Larsson.  s.  124  f.:  Hellquist.  Arkiv  VII.  31  ft\).  Kurze  Wurzel- 
silbe vor  der  endung  kommt  vor  nur  bei  grene  fichtenholz. 
tepe  mist.  frile  (neben  ]tüi  s.  ij  3o9)  bretterwand.  sowie  in 
späteren  ziisammensetzungsgliedern  vieler  Wörter  mit  kollek- 
tiver bedeutung.  z.  b.  unyiipe  junge  bäume,  iVgrese  unkraut 
u.  a.  (s.  Hellquist.  a.  o..  s.  34);  endlich  in  hadere  mittagsstunde. 

Aum.  1.  (ieu.  dat.  pl.  von  Wörtern  auf  -ki,  -yi,  -^i  müssen  nach 
§  263  ein  parasitisches  i  vor  der  endung  aufweisen,  also  ri&a,  rikiom  zn 
rike  n.  dgl. 

Aum.  2.  Von  birke  birkenwald,  eike  eichenwald.  hdle  wohusitz  u.  a. 
kommen  Ortsnamen  pl.  Birkiar.  Eiklar.  re>p.  Bdler  vor,  s.  Rygh,  Oplys- 
ninger  11.216.  No.  gaarduavne.  Foxord,  s.  12.  und  vgl.  §  361  anm.  4. 

Anm.  3.  Lirte  betragen,  laut  hat  gen.  pl.  hita.  dat.  pl.  /o7o»w  (wie 
von  lät  nach  §361  und  mit  derselben  bedeutnngi.  aber  auch  kttom  (s. 
F.  .Tonsson.  Arkiv  IX,  378). 

Anm.  4.  Von  fylke  schar,  leerte  Wachslicht,  tippe  büschel,  khepe  kleid. 
-peise.  purite  eine  gewisse  müuzeinheit  kommen  gen.  pl.  fylkaa 
(fylkia).  frerli >t>'t.  kippim,  kktp{nui .  älnn.  anorw.  Puarit(n)a  vor:  zur  er- 
klämng  tans  alten  -/></- stammen)  s.  A.  Erdmann.  Arkiv  VII,  75  ff. 

II.   '^-stamme. 

ij  373.  Die  ö-stämme  sind  nur  feminina.  Die  regelmässigen 
endungen  sind: 

Sg.N.  (»-uml.  des  wnrzelvokals i  PI.  N.  -ar 

8.  -ar  G.  -a 

D.  —  (tt-tuiil.  des  wzv.)  oder  -u,  -o  §  146  D.  -u»t.  -om  §  146 

A.  —  (t<-uml.  des  wzv.)  oder  -u.  -<■  A.  -ar 

Anm.  1.  Nom.  s«-.  endet  nrn.  auf  -u.  ist  aber  bei  subst.  nicht  sicher 
belegt.  Beisp.  wären  etwa:  MfJjp«!  iKylver).  alu  (Lindholm.  Darum  I. 
Schonen,  lijömerud.  Skrydstrnp,  Elgesem).  lapn  (Damm  II.  Fünen.  Schonend 
tau  iElgesemj;  ganz  rieber  aber  sind  die  adj. -formen  mimt,  lialn  (Opedal). 
Vgl  imch    lappische    lehuworter   wie  farru   (aisl,  for)   wanderschar,  lauka 

17* 


260 


§374.   Reine  s-  stamme. 


(aisi.  laug)  waschen  (s.  weiter  Wiklund,  Laut-  und  formenlehre  der  Lnle- 
lapp.  dial.,  s.  88)  und  finnische  wie  orkku  (aisl.  ork)  kästen ,  panku  spange 
oder  (wol  noch  älteres  -ö  voraussetzend)  runo  rune,  sakko  sache.  Die 
enduug  ist  später  (schon  in  um.  -sbA  Björketorp,  s.  §  153,  7)  fortgefallen, 
wird  aber  durch  den  M-uinlaut  oder  -brechnng  des  wurzelvokals  noch 
bezeugt. 

Anm.  2.  Gen.  sg.  ist  um.  nicht  belegt,  muss  aber  auf  -DR  (vgl.  got. 
-ö.s)  geendet  haben. 

Anm.  3.  Dat.  und  acc.  sg.  sind  aus  alter  urn.  zeit  nicht  ganz  sicher 
zu  belegen,  müssen  aher  die  endungen  -u  (das  später  synkopiert  wird) 
und  ?-w,  woraus  das  spätere  -u,  -o  (vgl.  ahd.  dat.  erdu.  erdo)  gehabt  haben. 
Urn.  beisp.  des  dat.  wären  etwa  aaöagasu  (spange  von  Vi),  tanu/u  (Börringe), 
sardlu?   (Arstad),  alaifu?  (By),  später  sohl  (Eggjum). 

Anm.  4.  Nom.  acc.  pl.  endeten  urn.  auf  -DR,  z.  b.  acc.  runoR  (Järs- 
berg,  Tjnrkö),  woraus  später  runAR  (Istaby,  Björketorp)  nach  §137,2; 
hierzu  auch  das  zahlwort  nom.  [>rijoR  (Tune)  und  das  pron.  acc.  pAtAR 
(Istaby;  paR  Einang,  s.  §  137  anm.  2).  Eine  acc.  nebenform  auf  (wol 
nasaliertes)  -8  ist  durch  acc.  runo  (Einang,  St.  Noleby)  und  das  adj.  ragina- 
l;u[u]do  (St.  Noleby)  belegt  (vgl.  Walde,  Die  germ.  Auslautgesetze,  s.  5.1  ff., 
Noreen,  Geschichte3,  §  192,5;  anders  Bugge,  Arkiv  XV,  144 f.,  No.  I. 
s.  288  und  528). 

Anm.  5.  Gen.  pl.  urn.  auf  (nasaliertes)  -5  ist  wol  durch  das  späte 
-nmo  (Björketorp)  belegt.  Eine  später  ausgestorbene  nebenform  auf  -öuo 
zeigt  vielleicht  das  ebenfalls  späte  runono  (Stentoften);  vgl.  ahd.  erdöno, 
as.  gebono,  ags.  north,  sorgona,  aind.  äfvünäm  u.  dgl. 

Anm.  fi.     Dat.  pl.  ist  urn.  nicht  belegt. 

Als  Unterabteilungen  der  ö-stämme  haben  wir  in  analogie 
mit  den  «-stammen  aufzustellen:  wo- stamme.  jö- stamme,  io- 
stämme  und  'reine'  ö-stämme. 


a)  Reine  ö-3tämme. 

§  374.  Paradigmen :  sog  säge,  kerling  altes  weib,  Ingebiorg 
ein  frauenname.  Skogol  (anorw.  SJcctgul)  name  einer  Walküre, 
6  tluss. 

Ingebiorg  Skqgol,  Skagtd        ö 

Ingebiargar         SkQglar  äv 

Ingebiorgo,         SkQgol,  Skagtü        (> 

litgibiargu 

Ingebiorgo,  Skogol,  Skagtd        (> 

Ingibiargu 

iir 

ä 

üin 


Sg.  N. 

sog 

kerling 

G. 

sagar 

kerlingar 

D. 

SQg 

kerlingo, 
koerlingu 

A. 

SQg 

kerling 

I'l.X. 

sagar 

kerlingar 

G. 

saga 

kerlinga 

D. 

sogoni, 

kerliugom. 

wgum 

L<i'Hingu))i 

A. 

sagar 

kerlingar 

§  Mb.  376.   Reine  <>- stamme.  -'>1 

§  375.  Wie  sog  geht  eine  ziemlieh  grosse  anzahl  von 
einsilbigen  Wörtern.  z.  b.  bni  brücke,  dreif  zerstreuen.  </>//  speer. 
döl  tal.  clitö  (seit,  eldtö.  s.  ^  116)  feuerstätte.  fiopr  feder.  jfar 
furche,  t/erl  klnft.  pl  gerfiar  anzog,  ///>»•/>  gnrt.  ggmbr  mutter- 
sehaf.  /////'  selmtz.  pl.  iprar  eingeweid^.  kl  elf  steiler  abhang. 
kui  i  anorw.  auch  schwach  kum)  bürde.  /•//.  1  quäl,  tot  kranken- 
bett.  hos  häufe,  hif  Überrest.  lifr  leber.  pl.  ümar  (vgl.  §  395) 
zweige,  lom  eine  art  haspen.  Ion  reihe,  pl.  me^mar  kostbarkeiten. 
m  ,n  mahne,  nol  oadel,  me/*  i anorw.  einmal  pl.  -//•.  s.  Fritzner) 
birkenrinde.  pl.  örtar  Verwirrung,  ramf  loch,  reim  riemen.  ritn 
schindel,  ro  ruhe  (vgl.  ro  ecke  §  379).  rtin  rune.  sin  sehne, 
«for  schnitt.  &&  /•  kopfhaar.  snew  Splitter,  siteiX  braten,  pl.  sualar 
gedeckter  gang.  trii  glaube,  toi  betrug,  pl.  rnrar  gelübde. 
trank,  rigr  speer,  mg  Schlitten,  cks  schuhloch.  anorw.  ortoy 
(certog  §  173.5)  *  ,4  mark,  frauennamen  wie  HU  f.  Hhkk,  i 
Vor,  Ortsnamen  wie  Böhn.  pl.  Biliar,  pl.  H/rar.  Hin.  Suolpir). 
Sehr  viele  können  auch  wie  /-stamme  (nach  §  390)  flektieren. 
z.  h.  pl.  borttr  (seit,  -er:  auch  schwach  boror)  bahre,  dorg  eine 
art  tischzeug.  dugl  aufenthalt.  fiol  brett.  flaug  flucht,  giöf 
gäbe,  gisl  geisel.  grof  grab.  gron  Schnurrbart,  ggrn  dann. 
kuern  mühle.  kuisl  zweig.  lend  (seit.  pl.  -er)  lende.  nof  nabe. 
ngs  nasenloch  (pl  nase).  rq%  reihe,  sköl  schale,  slifr  (gew. 
1*1-  ►  scheide,  spior  läppen.  sok  rechtssache,  taug  (tog,  tag  §  166) 
seil,  rrl  list.  vatif)  lippe.  Pgrf  bedürfnis.  ogn  spreu.  <dn  (vgl. 
§  378)  eile:  diese  flexionsweise  ist  in  der  späteren  spräche 
bei  diesen  Wörtern  die  gewöhnliche  (bei  einigen  auch  die 
ursprüngliche  >•  Ueber  sonstige  Wörter,  welche  alternativ  hierher 
gehören,  fc.  §890,4;  §395  [lim  -..  §  U6,8,  £4*7  anm.  2  und 
§  418  anm.  2. 

Anm.  1.     Ueber  anorw.  lern  neben  /../<  und  dgl.  9.  §81,c 

Anm.  2.     Im  pl.  hat   6/«   neben   &*Mor  sehr  seit.  6ni/\    anorw.  auch 

bryr  (nach  §  416)  oder  brär  (s.  §  134.  b).  dies  jedoch  wol  erst  mnorw..  aber 

dann  seit,  auch  im  gen.  sg. 

§  376.  Wie  kerling  gehen  zunächst  die  sehr  zahlreichen 
zweisilbigen  Wörter  auf  -ing  und  -ung.  z.  b.  drotning  herrin. 
lausung  unverlässlichkeit  u.  a.  (Larsson.  s.  425);  ferner  Agnes 
(auch  nach  §  384)  ein  frauenuame.  Hleipr  (gen.  Hleipar 
neben  gew.  Hleiprar.  s.  Jönsson.  Skjaldesprog.  s.  12)  ein  Orts- 
name.  Miß  seite.    laug  bad,  mioll  sg.  t.  neugefallener  schnee. 


262  $  377-379.  Keine  o- stamme. 

paradit  (auch  -dise  nach  §  410)  paradies.  rein  rain,  tdl  sg'.  t. 
wolle,  öl,  61  (§  116)  riemen,  <}r  rüder  sowie  die.  bes.  in  etwas 
späterer  spräche,  auch  wie  i- stamme  (nach  §  391)  flektierenden 
fgr  reise.  Mit  genüge,  leip  reise,  reip  reiten,  vok  loch  im  eise; 
über  iorp,  sol,  gld  s.  §  391  anm.  2.  Alle  diese  Wörter  können, 
bes.  in  der  etwas  späteren  spräche,  auch  nach  §  375  flektieren, 
die  Wörter  auf  -ing,  -ong  doch  ziemlich  selten  (s.  Jönsson, 
Skjaldesprog,  s.  40  f.). 

Aum.  I.  Gen.  sg.  auorw.  laugurdagr  ist  wol  von  dem  aisl.  laugardagr 
Sonnabend  urspr.  etymologisch  verschieden,  s.  §  259. 

Anm.  2.  Selten,  wenigstens  in  der  älteren  spräche,  endet  bei  Wörtern 
auf  -mg  auch  der  acc.  sg.  auf  -o  (-u)  nach  §  377. 

§  377.  Wie  Ingebiorg  gehen  nur  eigennamen:  die  zu- 
sammengesetzten auf  -biorg  (seit,  borg,  s.  §  295  anm.  3;  mnoiw. 
auch  durch  ausgleichung  -biarg,  -biterg),  -huit,  -laug  (seit.  -log. 
s.  §152,2),  -leif,  -hp,  -rtin,  -reig,  -vor  u.  a.,  z.  b.  Droplaug, 
Suanhuit,  Asleif,  (iunnhp,  (ruprün.  ltannveig,  Skialdvgr:  ferner 
Jhrgliöt,  Osk  und  fremdwörter  wie  z.  b.  Katrin,  Kristin, 
Margret. 

Aum.  Hie  und  da  kommt  neben  der  regelmässigen  forin  ein  acc. 
ohne  -o  (-»)  nach  §  376  vor,  wie  Almveig,  Gidlveig,  Ösk  (so  auch  im  dat. 
sg).     Auffallend  kommt  bisweilen  im  anorw.  ein  gen.  Anbiorgo  vor. 

§  378.  Wie  Skggol  gehen  nur  Ggndol  name  einer  walküre. 
Vimor  ein  flussname  und  noch  einige  seltene  Walküren-  oder 
flussnamen  (s.  Hesselman.  Västnordiska  studier  II,  9)  sowie  das 
auch  im  pl.  vorkommende  alen  (statt  lautges.  'tagen,  vgl.  $  i>7 
und  agutn.  ein),  woneben  mit  durchgeführter  synkope  (vgl. 
§  359,  2  und  §  362  anm.  2)  und  dann  regelmässig  nach  §  375 
oder  als  ?'-stamm  nach  §  391  flektierend  gln,  <}ln  (§  124.  3), 
anorw.  (dicht.)  auch  alun  (wozu  dat.  sg.  ahm  nach  §  376)  eile. 

§  379.  Wie  ö  (6.  s.  jj  77.  2)  flektieren  fast  alle  fem.  auf  -<}. 
z.  b.  brg'  wimper.  giö  kluft,  Gnö  ein  mythischer  frauenname. 
fw  nachgras,  lö  flüssigkeit.  ro  {rö  §  116;  pl.  rar.  später  röar) 
ecke,  ro  rahe,  rö  reh.  skrö  Schrift,  slö  schlagbaum,  spö  Wahr- 
sagung, pinghö  gerichtsbezirk,  pro  Sehnsucht.  Ueber  formen 
wie  dar,  da,  dum  s.  §  130  und  §  132. 

Anm.  Seltene  nebeuformen  nach  der  i- Stamms -ttexion  sind  pl.  <)vr. 
Hpäer  (Hb.,  s.  XXIX).  Ein  schwacher  pl.  &or  ist  anorw.  1  mal  belegt  (s. 
porkelsson,  Supplement  IV,  193). 


§380.  wo-BOmmt    §  381    ft£  jo- staune.  263 

b)  u'o-stämme. 
§380.     Paradigma :  tfapy  tau. 

Sg.  N.  di}gg  PL  S.  dqgguar 
G.  dqgguar  G.  dQggua 

D.  dogg(o),  daggu.  dogg  D.  dQggom,  äaggum 

A.  dqgg  A.  dqgguar 

Se  gehen  nur  noch  &g£  i dicht.)  kämpf.  pLgotuar  anzog, 
Iggg  kimme.  rogg  (vgl.  >*o</*/r  §  365)  Ziegenhaar,  stop  landungs- 
platz,  pL  (anorw.)  trygguar  (run.  auch  dat.  sg.  triku.  d.  li.  tryggu. 
s.  Aarboger  1899.  B.  241)  vertrauen.  /;>w^/  druck,  or  pfeil. 
Ueber  die  behandlung  des  w  gilt  das  §  365  bemerkte. 

Anm.  i.    Im   dat.  sg.  ist  die  endnng  -o.   -u  verhältnismässig  selten. 
An m.  2.     Spät  kommen   nom.  acc.  pl.  daggir   (dann   auch   gen.  sg. 
daggar,  pl.  daggu).  arir  statt  dogguar,  oruar  vor. 

c)   /©-stamme. 

§381.    Paradigmen:  ben  wunde,  egg  schneide. 

PI.  >'.  beniar  eggiar 

G.  benia  eggia 

D.  beniom.  battmm    eggioni.  teygwm 
A.  beniar  eggiar 

§  382.  Wie  ben  (seit.  ntr.  nach  §369)  gehen  einige  Wörter 
mit  kurzer  Wurzelsilbe :  des  heuhaufen.  dregg  hefen,  dgs  grab- 
hügel.  fit  schwimmhallt,  aue.  fies  kfippe  im  meer.  pl.  hrejnar 
scrotum.  ü  fasssohle,  i]>  (auch  ij>  nach  §  o90)  Wirksamkeit.  /•////' 
säum,  lyf  (vgl.  §  369)  arznei.  pl.  miwiar  gaben  zum  andenken. 
nyt  nutzen,  skel  schuppe,  skyn  (seit.  ntr.  nach  £  369)  einsieht. 
syn  leugnen  (nau]>syti  bedürfnis  hat  im  anorw.  auch  pl.  -ir).  vifr 
band:  mit  langer  Wurzelsilbe  nur  eng  wiese  (vgl.  enge  §  372). 

§  383.  Wie  egg  flektieren  nur  wenige  appellativa  (sämt- 
lich mit  kurzer  Wurzelsilbe;  wie  ey  insel,  hei  tod.  meer  (s. 
anm.  1)  junge  trau,  py  (s.  anm.  \)  magd;  dagegen  viele  frauen- 
namen.  z.  b.  Frigg,  Sif  (pl.  sifiar  Verwandtschaft).  Sigg  und 
bes.  die  zusammengesetzten  auf  -ey.  ->ty  (vgl.  aber  anm.  3),  -yu 
oder  -(c)in  (S.  §  226.  §  235  anm.  4).  z.  b.  Laufet}.  Borguy.  Fioryyn. 
Sigyn  (Sygin.  Sigun.  s.  a.  o.):  endlich  einige  Ortsnamen  wie 
Vigg.  Biorg(r)i)i  (s.  §  226)   oder  Biorggn  Bergen  u.  a.  auf  -yn. 


Sg.  N.  ben 

egg 

G.  beniar 

eggiar 

D.  ben 

eggio,  oygiu 

A.  ben 

egg 

26  1  §  38  J.   in- stamme. 

-(ü)m,  bei  welchen  im  anorw.  das  kons,  i  schwankend  ist.  z.  b. 
gen.  sg\  Biorgvin{i)ar  (vgl.  aisl.  gen.  Siyunar  neben  Sigymur). 

Anm.  1.  Nom.  sg.  zu  dem  stamme  maujö-,  heisst  few&r  (s.  §  163,  i; 
erst  spät  und  seit.,  den  übrigen  kasus  nachgebildet,  we//,  noch  seltener 
i/wyt'a  nach  ij  408  flektierend)  wie  von  einem  «ö-stamme  (§  384),  aber  gen. 
meyiar  (got.  maujös)  usw.;  zu/»«/  (ebenfalls  den  übrigen  kasus  nachgebildet) 
kommt  eine  seit,  (dicht.)  nebenform  fiir  (s.  §  163,2)  vor;  neben  Signy  seit. 
anorw.  Sign*  (s.  §  163,  2  und  §  80,  2),  wozu  gen.  Signiar. 

Anm.  2.  Dat.  sg.  kann,  doch  nicht  bei  Iiel,  auch  endungslos  sein, 
also  nach  $  382. 

Anm.  3.  Acc.  sg.  endet  auf  -io  (-m)  bei  eigennamen  auf  -ity 
(vgl.  §  377). 

d)  tö-stämme. 

§  384;    Paradigma:  heij>r  (die)  beide. 

8g.  N.  heipr  PL  N.  heipar 
G.  heijmr  G.  heij?a 

D.  heip»e.  hmdi  D.  heipom,  lucidum 

A.  heipe,  ha-ihi  A.  heipar 

So  flektieren  noch  eine  anzahl  von  appellativen  mit  langer 
Wurzelsilbe,  z.  b.  abbaute  (vgl.  anm.  2)  äbtissin.  byrjbr  bürde. 
dfr  fluss,  ermr  ärmel.  ei/rr  sandufer,  festr  band,  fleijpr  (gen. 
fleyjtrar)  dachsparren  (s.  Hertzberg,  s.  857),  fläßr  flut.  förhupr 
(-hi)inr,  s.  §  261)  neugier,  fyllr  fülle.  r/«^»r  (gunnr)  kämpf 
(dicht.),  (jygr  (vgl.  anm.  4)  riesenweib.  gr«/%  sau,  helgr  fei  er, 
Äer^r  (gew.  pl.)  Schlüter,  hildr  (dicht.)  kämpf,  pl.  hrei/sar  Stein- 
haufen, merr  (anorw.  seit.  gen.  sg.  und  nom.  acc.  pl.  murar, 
worüber  s.  Hesselman.  Västnordiska  studier  11,32  note  2;  die 
Wurzelsilbe  ist  erst  sekundär  kurz,  denn  der  stamm  ist  urspr. 
*marhiö-,  alid.  nicrilm.  vgl.  marr.  §  124,2)  stnte,  myrr  sumpf. 
r&yrr  (s.  I)orkelsson,  Anmarkninger  s.  I  I :  auch  nach  §358,2) 
röhr,  reyjir  forelle.  rygr  (vgl.  anm.  1)  weil)  (dicht,),  veipr  jagd. 
ylyr  (vgl.  anm.  4)  wöltin,  djf>r  eider.  ce/ir  (oder  ce]>  nach  §  390) 
ader,  m  i  vgl.  anm.  2),  <:x.  <u\  anorw.  auch  ce£  (s.  §77,7  und 
J?  173,5)  axt;  ferner  frauennamen  wie  Agnes  (auch  nach  §  376). 
Aujir.  Eltn  (neben  Elina  nach  §  408),  Frifir,  Oefn,  Gerftr  (pl. 
gerjtar  kleidertracht  sowie  anorw.  almosogiurdar  almosen,  abei' 
gerp  handlung  nach  §  390),  Gripp,  Hildr.  Jfn/r.  Binär,  Pnifir. 
Yrr  (vgl.  Vre  §  401 )  und  bes.  die  zahlreichen  auf  -dis  (vgl. 
anm.  2;   aber  dis  —  seit,  diss.  s.  Sjöros.  Stud.  nord.  fll.  VIII,  3. 


§  385.   '-  stamme.  -''-1 

s.  5  -  ehrwürdiges  weib  nach  §  390).  -eip\r).  -(f)fifrr),  -yerfir. 
-gupr  (-gtinnr),  -ftüär]  ->mn  (-uftr,  -u»»>\  s.  anni.  2),  -/>>"/>>■ 
und  die  seit,  auf  -elf);  z.  b.  IJordis.  Jkujneipr.  IöfriJ»:  Sigripr, 
Porgerjtr,  ftoryupr,  Raynhildr,  Ipunn.  Siyprüpr.  Porelf r\  endlich 
der  ortsname  Di/flinn  Dublin.  Ueber  schwankende  Wörter 
s.  g  390,  :i.  §  416.1. 

Anm.  1.  Der  zu  erwartende  /-unilant  fehlt  in  einigen  hierher  über- 
getretenen /-  oder  r>- stammen,  wie  Aufor.  forhipr.  gußr.  Prüf*  und  den 
namen  auf  -gupr.  -nun.  -prüpr  (der  nmlaut  im  namen  Pryßreh;  Prtfrekr 
ist  wol  nach  §66  zu  erklären):  vgl.  noch  anorw.  pl.  uuirar  (s.  oben).  Zu 
anorw.  (riß-  tluss  kommt  ein  alter  gen.  sg.  ohne  uuüaut  im  Ortsnamen 
Alfarlueimr  vor  (s.  Bngge.  Arkiv  11,209  ff.);  vgl.  §  390  anm.  1. 

Anm.  2.  Im  nom.  sg.  fehlt  gew.  die  endung  bei  den  namen  auf  -dt's 
(und  abbadis)  statt  -diss  (£277.1)  und  -unn  (aber  daneben  -upr.  -unnr 
mit  -/•);  in  alten  anorw.  hdschr.  auch  sehr  oft  bei  den  namen  auf  -aid(r) 
und  -(f')rid(r) ,  später  und  seltener  iu  aisl.  hdschr.  bei  namen  auf  -(f)ribr 
und  (sehr  seit.)  -hildr  (s.  Hb..  s.  XL1X;  Gislason,  Efterladte  skrifter  II.  176: 
Kälund.  Gnll-pöris  saga.  s.  V).  Dagegen  fehlt  -r  nur  scheinbar  in  ex 
(♦•faü  §  277, 3). 

Anm.  3.  In  der  späteren  spräche  endet  der  nom.  sg.  oft  auf  -»  wie 
dat.  acc.  Umgekehrt  fehlt  bisweilen  in  den  rimur  das  -*  das  acc.  sg. 
(s.  Gislason.  Efterladte  skrifter  11.177);  vgl.  einmaliges  anorw.  myr 
(s.  Fritzuer). 

Anm.  -1.  Wörter  ivie  gygr.  rygr,  glgr  schieben  nach  £  2fi:i  for  einem 
a  oder  o  (")  der  endung  ein  kons.  >  ein.  Ausnahme  macht  W'/c  pl.  hrlgar; 
zur  erklär ang  s.  Hesselman.  Västnordiska  studier  II.  17  Bote  3. 

Anm.  5.  Anorw..  bes.  muorw.,  kommt  nicht  seh.  gen..  dat.,  acc. 
Astrid«  (wie  nach  §  408)  vor. 

III.   /-stamme. 

§  385.  Die  /-stamme  sind  mask.  und  fem.,  bei  welchen 
letzteren  man  eigentlich,  ausser  im  acc.  \\\..  dieselben  endungen 
wie  bei  den  mask.  erwarten  sollte.     Diese  sind: 

Sg.  N.   -r  PI  N.  -ir,  -er 

G.  m.  -soder  -«/•;  f.  -//-  G.  -c 

D.  —  D.  -um.  -om 

A.  —  A.  m.  -/.  -e :  f.  -ir,  ->')■ 

Die  feminina  folgen  aber  (bis  auf  wenige  spuren,  s.  §  390, 

1  und  8  sowie  anm.  1)  im  sg.  der  tiexion  der  ^-stamme  (§  875 
und  $  376). 

Anm.  1.  Nom.  sg.  endet  nru.  auf  -in.  i.  b.  hletcagaistiB  Gallehus), 
litiR  (Darum  III),  gleaugi*  (Dannenbergi.  iaKgasÜK  i Berga),  pfiHR  (Brats- 


206  §  386.  387.   /-stamme. 

barg),  asugttaiJiR  (Myklebostad).  -in  (Amle)  und  die  adj.  -marin  (Torsbjssrg; 
urspr.  ««-stamm  *mariaRi  got.  -mereis,  s.  §  358  anm.  5),  tmgcmÖili 
(Nordhoglen). 

Anm.  2.  Acc.  sg.  um.  au?  -i  ist  wol  durch  hall  (Strom,  aschw.  Iwh 
belegt  und  später  durch  das  schon  synkopierte  Afunp  (Valby). 

Anm.  3.  Ein  vok.  sg\  steckt  vielleicht  in  alawin  (Skodborg)  und  ein 
acc.  pl.  -hin  (got.  -ins)  in  hallin  'einwohuer  von  Hailand'   bei  Jordanes. 

Anm.  i.  Alle  übrigen  kasus  sind  urn.  nicht  belegt,  ausser  dat.  pl. 
aus  der  spätesten  zeit  und  in  unursprünglicher  form  (s.  §  356  anm.  8). 
Eine  spur  der  urspr.  endung  -imR  (vgl.  got.  -im)  ist  in  der  literatur  nur 
das  zahlwort  jyrimr  drei. 

§  38(3.  Paradigmen  sind:  mask.  gestr  gast,  stajrr  statte, 
hekkr  bach ;  fem.  oxl  aclisel,  rost  meile. 


mask  uli  na 

femin  i  na 

8g.  N.  gestr 

stapr 

bekkr 

oxl 

l'QSt 

(t.  gests 

stapar 

bekks.  bekkiar 

axlar 

rastar 

D.  gest 

stap 

bekk 

oxl 

rqsto,  rastu 

A.  gest 

stap 

bekk 

oxl 

rost 

PL  N.  gester,  gcestir 

staper 

bekker,  bcekkir 

axler 

raster 

(t.  gesta 

stapa 

bekkia 

axla 

rasta 

D.  gestom, 

stqpom, 

bekkiom, 

oxlom, 

rqstom. 

gcestvvt 

stabum 

bcekkiwm 

awlum 

rastiou 

A.  geste,  gcesti 

stape 

bekke,  bmkhi 

axler 

raster 

§  387.  Wie  gestr  (als  mannsname  mnorw.  auch  mit  gen. 
■ar,  dat.  -e)  gehen  recht  viele  Wörter,  z.  b.  alr  ahle,  brestr 
(s.  anm.  3)  mangel.  bugr  biegung,  bulr,  bolr  rümpf,  dugr 
tüchtigkeit,  dgttr  schlag.  doli  talbewohner,  fair  schafthülse 
des  spiesses,  Glapr  ein  pferdename,  glepr  verbrechen,  gramr 
(s.  anm.  2)  kriegsheld  (dicht.),  griss  (s.  2  unten)  ferkel,  gufi 
(seltener  goß,  vgl.  §  161.  §  361;  s.  noch  2  unten  sowie  anm.  1 
und  2)  gott,  hagr  lebensbedingung,  halr  (s.  anm.  4)  mann  (dicht.). 
hamr  (s.  anm.  2)  hülle,  här  (pl.  häer,  seit,  hdfer,  s.  Egilsson)  ruder- 
dulle.  hlumr  (oder  hlummr  nach  §  358)  handhabe  des  ruders, 
hualr  (s.  2  unten)  walfisch,  Uk(h)amr  (seit,  likawu.  Hb.,  s.  LVI; 
auch  Ukame  nach  §  401)  körper.  Ifipr  (s.  2  unten  und  §  392) 
mensch,  ndr  (s.  anm.  2)  leichnam,  pyttor  pfütze,  mr  (s.  2  unten) 
zuber,  skellr  klatschen,  slagr  saitenspiel,  sullr  geschwür.  suanr 
schwan,  suipr  rasche  bewegung.  vaty  (pl.  fehlt)  die  gefallenen. 
valr  (s.  2  unten  und  anm.  2)  falke.  vanr  (s.  anm.  2)  eine  art 
götterwesen,  vajir  angelschnur,  vegr  (pl.  fehlt)  rahm,  prtkr 
kraft  und  viele  vttlkernamen  wie  daner  (sg.  als  mannsname 


|    Bft   /-stamme.  887 

Dmnr,  ereii.  ■«,  seit.  -ar).  egper  (s.  2  unten),  friser.  hdrer,  raufc- 
wmwdmr,  skeynt r.  stxeäder,  volar,  restfi/kler.  Joönder  u.  a.  Ueber 
die  einzelnen  kastts  ist  zu  bemerken: 

1.  Im  nora.  sg.  kommen,  wie  bei  den  a- stammen,  die 
ij  277  gegebenen  regeln  zur  anwendung.  z.  b.  doli.  bolr.  sheUr, 
suanr,  griss. 

Anin.  1.  Iii  gup.  gop  fehlt  die  nom.-endung,  weil  das  wort  ursprünglich 
neutr.  ist.    In  St.  Honi.  fehlt  die  endnng  einigemal  auch  im  gen.  sg. 

Anm.  2.  Dat.  sg.  hat  hei  gup  immer,  bei  gestr.  gratin:  havtr,  nar, 
coli-  falke.  ranr  bisweilen  die  eudung  -e  (-/). 

2.  Im  nora.  acc.  pL  haben  viele  Wörter  -ar,  resp.  -«.  wie 
die  «-.stamme,  neben  -er.  -e  (-tr,  -/>.  Solche  sind  gramr.  gup. 
hualr.  h)pr  leute.  sär  (pl.  aisl.  säet:  auorw.  aar  aus  säar).  seit. 
eg])er.  griss.  r,dr  falke.  Ueber  dalr.  marr  pferd.  rgzar.  smipr, 
sto.fr.  rermar  s.  §  358.  4. 

Anm.  3.  Von  brestr  ist  der  acc.  pl.  selten  nach  den  «-stammen 
(§  385)  gebildet. 

Anm.  4.  Von  hair  heisseu  geu.  nud  dat.  pl.  nur  Unlpo  (s.  §319, 2), 
resp.  holpern .  nom.  acc.  pl.  aber  sowol  /><>Ifxi.r,  -a  wie  (neugebildet)  haier, 
-r:  s.  Gering.  Vollständiges  Wörterbuch,  sp.  139S. 

§  388.  Wie  stapr  flektiert  eine  ziemlich  grosse  anzahl  von 
einsilbigen  Wörtern,  wie  bragr  diehtkunst.  burr.  bort  (g.  1  unten) 
söhn  (dicht.),  barpr  geburt  (vgl.  2  unten  i.  ft-hlr  is.  2  und  3  unten ) 
mantel.  flugr  flucht.  /'////(//•  is.  2  unten)  Zusammenkunft,  gripr 
(s.  4  unten)  kustbarkeit.  wwwm  argwöhn.  hUdr  is.  4  unten)  los. 
teil,  b.ayr  sinn,  fomr  t  vgl.  anm.)  geschlechtsangehöriger  (dicht.), 
geschlecht  (so  nur  in  adv.  wie  z.  b.  abtkowm  von  jeder  an). 
kostr  (s.  2  und  4  unten)  bedingnng.  »tun-  (s.  1  und  2  unten) 
meer  (dicht.»,  ino.tr  (s.  3  unten)  speise.  »omi:  monr  (s.  2  unten 
und  anm.»  sinn,  unterschied,  rugr  roggen.  s.  1  unten  und 

anm.)  saal.  scmPr  <chaf.  sl.ripr  <>.  1  unten»  lauf,  skurpr  scheren. 
skulr  hintersteven.   stidftr  diebstahl.   sultr  (s.  1  und  2  unten» 

huuger.  a.2  unten  und  aum.)  freund,  Jtrottr  (s.  1  unten» 

stärke,  foilr  redner.  purpr  Verminderung  und  die  zahlreichen 
wöner  auf  -skapr  (dat.  pl.  aisl.  -skopom  $  78.  anorw.  -skapum). 
z.  b.  fumdskapr  feindschaft.  Doch  kommen  bei  vielen  von 
diesen  Wörtern  schwankenden  nach  de?  seite  der  a-  oder  »- 
stamme  vor: 


268  §989,   /-stamme. 

1.  Gen.  sg.  auf  -6'  neben  -ar  bei  burr,  man;  munr,  sah, 
skrijtr,  sultr,  firottr,  anorvv.  auch  stajrr  in  der  bedeutung  \stad1  •' 
(erst  ranorw.  in  der  bedeutung  'statte',  s.  Haegstad,  Kong.,  s.  30; 
niuorw.  auch  stadhars,  vgl.  §  358  anm.  6,  §  363  anm.  1  und  die 
daselbst  zitierte  literatur)  und  vinr  (s.  F.  Jönsson,  Arkiv  XI,  378). 

2.  Dat.  sg.  auf  -e  (-i)  bei  athurfir  ereignis,  felär,  fundr, 
kostr,  marr,  munr,  stapr,  sultr. 

3.  Nom.  acc.  pl.  auf  -ar,  resp.  -a  neben  -er,  -e  (-ir.  -i) 
bei  felär  und  seit.  mutr. 

4.  Acc.  pl.  auf  -o  {-u)  kommt,  obwol  selten,  bei  yrij>r 
(s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  117),  hlutr  und  kostr  vor. 

Anm.  Im  nom.  sg\  kann  -r  fehlen  bei  mtm(r),  mon(r)  und  cin(r), 
sehr  selten  hei  Jcon(r)  und  (s.  Noreen.  Uppsalastudier,  s.  201  f.)  sul(r);  vgl. 
Aufion  (ags.  Eadwitie),  Au»,  Qu  und  Hähon  §  358  anm.  1.  Zur  erklärung 
s.  §  285  anm.  2  und  die  daselbst  zitierte  literatur. 

§  389.  Wie  bekkr  gehen  mask.,  welche  /-umgelautete, 
entweder  kurze  oder  auf  g,  g,  k  endende  lange  Wurzelsilbe 
haben  (s.  Wimmer,  Forn.  forml.,  §  41,  b;  Jonsson,  Skjaldesprog, 
s.  32  ft'.),  z.  b.  Bäleyyr  ein  mythischer  mannsname,  bekkr  bank, 
belyr  balg,  berserkr  berserker,  bepr  (vgl.  §  368  und  anm.  2 
unten)  bett,  bylr  windstoss,  bf/r  oder  bör  (s.  anm.  3  und  4  unten) 
dorf,  byrr  günstiger  fahrwind,  drenyr  (vgl.  anm.  2)  junger 
mann,  drykkr  (vgl.  anm.  2)  trank,  dykr  lärm,  dynr  getöse,  elyr 
elentier,  eykr  zugvieh.  fenyr  fängst,  fnykr  stank,  Freyr  ein 
göttername,  ylymr  geklirr,  ynyr  getöse,  ynypr  brummen,  pl. 
fjrikker,  girier  (vgl.  §  368)  griechen,  gyss  (*gysft)  spott,  pl. 
hdleygr  einwohner  von  Halogaland,  heggr  traubenkirsche.  herr 
(vgl.  anm.  2;  nom.  acc.  pl.  nicht  belegt)  heer,  hlekkr  kette. 
hlymr  getöse,  hlynr  ahoi'ii.  hrckkr  ranke,  hryggr  rücken,  hrytr 
schnarchen,  hylr  Schlund,  hyrr  teuer  (dicht.),  kengr  bügel,  kylr 
kälte,  leggr  Schenkel.  If/r  eine  art  dorsch,  Ukr  bach,  mergr 
(vgl.  anm.  2)  mark,  reykr  (vgl.  anm.  2)  rauch,  rifr  weberbaum. 
pl.  ryger  (vgl.  §  368)  einwohner  von  Rogaland.  rykkr  ruck, 
rymr  lärm,  seggr  kampfgenosse  (dicht.),  sekkr  (vgl.  anm.  4) 
sack,  pl.  serker  Sarazenen,  serkr  (vgl.  anm.  2)  hemd,  skrcekr 
geschrei,  skykkr  erschütterung.  slegr  vorteil,  sprengr  sprengen, 
stekkr  Schafhürde,  strengt-  sträng,  strykr  Sturmwind,  stynr 
stöhnen,  styrr  streit  (dicht.),  suelgr  Schlund,  sylgr  trank,  sägr 
ungewitter,    vefr  gewebe,   veggr   wand,    verkr  schmerz,   uiggr 


g  Ha   /-stamme. 

pferd  (dicht.),  vtbmgw  (vgl.  anm.  4  und  §  368)  flügel.  Yggr  ein 
name  Odins.  ///>•  wärme,  ymr  lärm,  yss  (*ysft)  lärm,  7>e/>'  geruch, 
peyr  tauwetter.  prytnr  donner.  puengr  schuhriemen.  pffkkr  ver- 
druss.  £yss  (*pysR)  tumult.  ^j///-  lärm. 

Aum.  1.  Im  gen.  sg.  sind  BoJeygr.  (Ire-ugr,  dynr,  Freyr,  glywr. 
gnyr,  kengr.  lyr,  seggr,  sprengt;  mtelgr.  ssgr  nur  und  elgr  fast  nur  mit  «i 
belegt;  byrr,  fengr.  hryggr,  hylr,  teh:  riggr.  yh:  pykkr  nur  nnd  drykkr 
fast  nur  mit  - 

Anm.  2.  Im  dat.  sg.  kommt  die  endung  -e  (-<")  sehr  seit,  vor,  z.  b. 
bei  bepr,  drengr,  drykkr.  harr,  r»prgr.  reykr  und  terir;  häufiger  erst  im 
inuorw. 

Anm.  3.  Ber,  byr  (s.  §  68,  4)  hat  gen.  sg.  be(i)ar,  by(i)ar  (seit,  bes, 
bys,  byss)  und  bi<ir  (§  333.  b.  2).  gen.  pl.  be(i)a.  byii)a  und  bin.  dat.  pl. 
l'Sii)om,  btti».  byiom  und  biom,  biävx  (vgl.  §363  anm.  2). 

Anm.  4.  Einige  von  diesen  Wörtern  können  auch  wie  reine  t-stämme 
flektieren,  z.  b.  teuer,  pl.  sekkar.  -a  usw.  statt  -iar,  -ia  (vgl.  §  263  anm.  2), 
anorw.  nom.  pl.  bear  (g.  Jönsson.  Fagrskinua.  s.  XXVII.  Hs-gstad  bei 
O.A.Johnsen.  Olafs  saga.  s.  XLIX).  acc.  pl.  bea  (s.  z.  b.  Flom.  The 
lauguage  of  the  Konungs  sknggsja),  byu.  Dat.  pl.  r<engom  (z.  b.  2  mal  in 
St.  Hom.)  neben  rchngiom  erklärt  sich  wol  daraus,  das3  vtengr  nach  §  135 
aus  *v<£)ngr  entstanden  ist  und  also  ursprünglich  zu  §  358  gehört. 

§  390.  Wie  oxL  also  im  sg.  nach  §  375.  gehen  die  meisten 
aisl.-anorw.  feminina.  z.  b.  sorg  sorge,  pgkh  dank.  bes.  viele  auf 
-d.  -p.  -t.  -n.  wie  vkld  weite.  t>p  (scheint  in  den  ausdrücken 
/  pann  oder  pennu  tlp  zu  jener  zeit'  mask.  zu  sein)  zeit,  ddp 
tüchtigkeit.  sott  krankheit.  nom  norne  sowie  alle  auf  -on 
(gen.  sg.  -anar.  nom.  pl.  -aner  usw..  bald  auch  nom.  dat.  acc.  sg. 

umgekehrt  bisweilen,  bes.  in  den  ältesten  hdschr..  gen.  sg. 
-onar;  vgl.  §  137  anm.  3)  und  -l-xnn.  z.  b.  skipon.  -an  anordnung. 
■  <i.rki<nn  nachsieht  u.  a.  (vgl.  Wimmer.  Forn.  forml.  §  481  üeber 
die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.  Im  nom.  sg.  ist  die  alte  und  ursprüngliche  endung  -r 
(vgl.  got.  -s)  noch  erhalten  bei  bnipr  braut,  frau.  naup(r)  not- 
wendigkeit.  Cipr  name  einer  norne  —  urpr.  yrpr  Schicksal, 
Verhängnis  i dicht.)  ist  mask..  >.  Gislason.  Aarbeger  1881. 
s.  242 f. —  upr.  nnnr  welle  (dicht.),  vdsttr  (seltener  rettr.  vittr. 
-  §  109.  §  110.3:  in  Zusammensetzungen  -n'(t)tr  und  dann  aus- 
nahmsweise mit  nom.  acc.  pl.  nach  §  413.  z.  b.  hialmvitr  Wal- 
küre) wicht,  wesen.  —  Ueber  durch  ausgleichung  entstandene, 
umlautslose  nom.  acc.  wie  hafn  hafen.  skamni  (s.  Gislason.  Efter- 
ladte  skrifter  Tl.  175 1  schände  statt  hof».  m  ^  81.  c. 


270  §391.  /-stamme. 

2.  Gen.  sg.  endet  als  erstes  Zusammensetzungsglied  seit, 
auf  -s,  z.  b.  (zu  hiolp)  hialpsmapr  heiland,  pl.  hlsingsbüar  ein- 
wohner  von  Hising. 

Anm.  1.  Spuren  einer  uralten  endung  -?,n  (vgl.  got.  -ais)  bieten 
vielleicht  aisl.  vetterges  'nichts'  zu  vd>ttr,  vettr  wicht,  ding-  und  anorw. 
Alfer-  in  Ortsnamen  zu  dem  in  die  flexion  der  in- stamme  übergetretenen 
odfr  (s.  §  384  anm.  1). 

3.  Dat.  acc.  sg.  auf  -e  (-i)  nach  §  384  zeigen  brnpr  frau, 
dis  ehrwürdiges  weib,  Hrist  (acc.  auch  ohne  -e)  ein  mythischer 
frauenname  (s.  Jonsson,  Skjaldesprog,  s.  54).  vcettr,  vettr  wicht. 
Ebenso  dat.  von  eir,  http.  lind,  aber  nur  wenn  sie  in  frauen- 
bezeichnungen  gebraucht  werden  (s.  Gislason.  ITdvalg  af  old- 
nordiske  skjaldekvad.  s.  59);  ausserdem  einmal  acc.  von  mpt 
Schwester. 

Anm.  2.  Ein  nach  §  391  gebildeter  dat.  von  vetttr,  vettr  scheint  in 
vettoge  'nichts'  vorzuliegen.  Von  nxl  ist  t  mal  anorw.  dat.  oxlu  belegt 
(s.  porkelsson,  Supplement  IV,  194). 

4.  Alt  und  selten  kommen  nom.  acc.  pl.  auf  -ar  nach 
§  375  vor.  z.  b.  von  ambgtt.  ambött  dienerin,  hgfn  hafen,  anorw. 
(später)  ncefnd  nennung.  -  -  Von  pgp  zeug  kommt  bisweilen 
(dicht.)  pl.  vcejjr  nacli  §  416  vor  (s.  Jonsson,  Skjaldesprog,  s.  51); 
ebenso  anorw.  einigemal  von  vettr  wicht  pl.  vettr.  aisl.  nur  in 
Zusammensetzungen  -c/(t)tr  (s.  1  oben). 

5.  Gen.  pl.  von  vcettr,  vettr  heisst  ausser  vcetta  (z.  b.  in 
ekke  vcetta  oder  mit  suffig.  artikel  vcettana  'durchaus  nichts') 
auch  retna.  vitna  in  Zusammensetzungen  wie  fwtvetna.  -ritna 
"was  auch  immer',  horvetna.  -vitna  wo  auch  immer'.  Vgl. 
§  358  anm.  8. 

§  391.  Wie  rgst.  also  im  sg.  nach  §  376,  gehen  borg  bürg. 
braut  weg,  fold  boden,  erde,  gipt  gäbe,  grund  erde,  hiorj)  herde, 
hur])  tu)',  holt  {hall  s.  §  81,  c)  halle,  ior]>  erde,  laut  tälchen  (dicht.), 
mold  staub,  erde,  mgrk  wald  (vgl.  mgrk  mark  §  413).  rgdd  stimme. 
rond  rand.  skidd  (s.  Hertzberg)  schuld,  snM  weib  (dicht).  s6l 
sonne,  spgng  platte,  strgnd  Strand,  stund  zeit,  stgng  Stange,  so/ 
seele,  long  zange.  rist  aufenthalt.  rön,  6n  (§81  anm.)  hoffnung. 
}n6]>  volk.  nid  Zeitalter.  <md  atem  und  vielleicht  noch  einige. 
Von  diesen  Wörtern  gehen  jedoch  mgrk.  rond,  spgng,  stvgnd. 
stgnp,  tmg  im  pl.  {t<>ng  und  seltener  mwk  auch  im  gen.  sg.) 
auch   nach  §  -110  oder  §417.     Uebrigens  können  die   meisten 


|  3vc2.   /-stamme.  271 

auch,  wiewol  seltener,  nach  §  890  gehen  (beisp.  bei  Jonsson. 
Skjaldesprog.  s.  51  ff.). 

Aum.  1.  Gen.  sg.  von  *o/  zeigt  im  anorw.  auffallend  söJo-idayr, 
-f/hidan)  neben  «ö/«r(-). 

Anm.  2.  Alt  und  selten  kommen  in  der  dicht,  spräche  nom.  acc.  pl. 
auf  -or  (nach  4;  376)  vor.  wie  z.  b.  von  fold  (s.  Hjelmqvist.  Arkiv 
XXIV.  171  i.  i'orb.  *nl.  ohl. 

§  392.  Die  /-stamme  sollten  lautgesetzlich  in  nom.  acc. 
pl..  die  mit  langer  Wurzelsilbe  auch  in  nom.  acc.  sg.  (§66,1), 
/-umlaut  des  wurz«jlvokals  aufweisen.  Aber  bei  sämtlichen 
Wörtern  ist  —  von  vereinzelten  fällen  wie  den  völkernamen 
ryyer  :  (gen.  rffgia,  aber  der  landschaftsname)  Roya-land.  piler 
:  Pela-m  >rh.  hdleyger  :  (gen.  kdleygia,  aber)  Hdloga-land 
(s.  §152.2)  abgesehen:  s.  Mach,  ZfdA.  XXXIX.  40,  M.Olsen, 
Xamn  och  bygd  1916.  s.  58  —  ausgleichung  eingetreten  (vgl. 
§  67)  entweder 

1.  zugunsten  des  nicht  umgelauteten  vokals.  wie  in  m. 
(s.  §  388)  sau})}-  (agutn.  soi/pr).  skurpr  (aschw.  skyip  f.).  sta.pr 
(agutn.  stepr).  stnlpr  (aschw.  styld  £),  mUtr  (aschw.  st/lt  f.  und 
snl t er  m.)  und  (s.  §387)  slayr  (agutn.  sleyr);  —  f.  dop  (aber 
noch  Karlevi  pl.  taipir.  d.  h.  dcedir)  tat.  8cgn  (aschw.  swyn)  sage. 
urt  (aschw.  i/rt)  pflanze,  vorn  (aschw.  oaurn)  Verteidigung; 

2.  oder  zugunsten  des  umgelauteten  vokals,  wie  in  m. 
8.  §  387)  gestr,  yUpr.  ferner  beUjr.  bekkr  u.  a.  auf  -g.  -y.  -k 
3.  §  389)  und  vielen  nur  im  pl.  vorkommenden  völkernamen, 

wie  prender.  restfyJder  u.  a.:  seltener  in  f.  wie  (den  zwar  als 
ö-stämme.  aber  wol  einst  als  i-  oder  w-stämme  flektierenden. 
s.  §  375)  del.  gymbr.  ncefr.  ces\ 

3.  oder  es  sind  doppelformen  entstanden,  wie  m.  hüner 
:  Ityner  (s.  Fritzner;  auch  hünar  nach  §  358)  hunnen.  Mumr 
:  seit.  (s.  Egilsson)  hlymr  griff  des  ruders,  dünn  :  seit.  (s.  Fritzner) 
dynn  schar,  fundr  :  seit.  (s.  Leffler.  Sv.  landsm.  I.  278  note, 
l)orkelsson,  Supplement  IV.  49.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  1.  s.  83 
und  71.  II.  2,  i.  s.  33.  sowie  bei  0.  A.  Johnsen.  Olafs  saga. 
s.  XXXV)  fijmlr  Zusammenkunft,  biopr  :  seit.  f.  byrp  (s.  Leffler. 
a.  o..  und  Jonsson.  Skjaldesprog.  s.  48)  geburt.  «rpr  :  yrpr  Ver- 
hängnis (vgl.  §  390. 1).  fiirr  :  seit.  (s.  Bugge,  Runeindskriften  i 
For&a  kirke.  s.  21)  fyrr  teuer  (dicht. ».  ürr  (pl.  ürar  nach  §358) 
seit.  ///■/■   (»Tislason.    Aarboger   1881,  s.  208)  auerochs,  gluggi 


272  §393.  u-  stamme. 

(pl.  -ar  nach  §  356)  :  anorw.  glyggr  (s.  Fritzner:  ausserdem  in 
Konungsskuggsiä)  lichtöffnung,  pytr  :  seit  $üfr  (s.  Falk,  Arkiv 
III,  296)  lärm,  dünn  :  seit,  dynn  (s.  Vigfusson)  daune,  lyPr  :  seit, 
Höpr  (s.  Fritzner  und  Egilsson)  mensch,  hlütr  :  anorw.  seit,  lytr 
(s.  Hertzberg,  s.  860)  los,  teil,  egper  als  Völkername  :  Agper 
als  landschaftsname  (s.  Noreen,  Fornvännen  1920,  s.  45  f.),  ytar 
männer  :  iutar  jäten  (s.  Noreen,  a.  o.,  s.  40  f.);  —  f.  ött  :  cett 
himmelsgegend,  familie,  sott :  scett  vertrag,  Jcuon  :  Jcucen  haus- 
frau,  bon  :  bän  bitte,  sion  :  syn  sehen,  jtoerftf :  Pyrft  bedarf,  tylft 
:  seit,  tolft  zwölfter,  nauj)(r)  :  seit,  neijp  notwendigkeit,  skuld 
:  5%M  schuld,  lund  :  anorw.  seit,  lynd  (s.  Hertzberg,  s.  860)  art, 
feip  :  seit.  pl.  farper  (s.  Jönsson,  Skjaldesprog,  s.  54)  fahrt,  iprott 
:  seit.  pl.  iprötter  (s.  Larsson)  talent,  flöp  :  /fo$  (vgl.  /fc^'  §  384) 
flut,  gnött :  seit,  gnett  (s.  Fritzner)  genüge,  Zusammensetzungen 
auf  -(#)«/>  :  -///>  oder  -(h)ugp  :  -ygp  s.  §  393,  1;  vgl.  noch  brüpr 
braut,  aber  bryllaup  (neben  brullaup,  brüplaup)  hochzeit,  vop 
zeug,  aber  anorw.  vcedmäl  (neben  vädmäl,  vaömäl  §  127, 1,  durch 
Volksetymologie  vefmäl,  durch  mndd.  einfluss  ratmäl:  vgl. 
pl.  vcePr  §  390,  4)  kleiderstoff,  anorw.  Alfarlueimr  zu  sdfr  (§  884 
anm.  1). 

TV.   n -stamme. 

§  393.  Die  w-stämme  sind  nur  maskulina  (über  das  fem. 
hond  s.  §416  anm.  1,  das  neutrum  ff  s.  §368  anm.  1).  Die 
endungen  sind: 

Sg.  N.        -r  («-umlaut  d.  wurzelvok.)  PI.  N.       -ir,  -er  (/-uml.  d.wurzelvok.) 

G.        -ar  G.        -n 

D.  1)  ;t,  -*  («-uml.  d.wurzelvok.)  D.       -um,  -om 

2)  —     (u-uml.  d.  wurzelvok.)  A.  1)  -u,  -o 

A.        —    (w-uml.  d.  wurzelvok.)  2)  -/,  -e  («'-uml.  d.  wurzelvok.) 

Anm.  1.  Xom.  sg.  endet  urn.  auf  -uR.  Beispiele  sind:  sigaöuR 
(Svarteborg),  haukopuR  (Vänga),  waruR  (Tomstad). 

Anm.  2.     Gen.  sg.  und  der  ganze  pl.  ist  urn.  nickt  belegt, 

Anm.  3.  Dat.  sg.  endet  urn.  auf  -hi.  Beispiel  ist  kwnimu[n]diu 
(Tjurkö). 

Anm.  4.  Acc.  sg.  endet  um.  auf  -u.  Beispiele  sind:  magu  (Kjolevig). 
lapoÖu?  (Trollhättan),  sun-u  (Sölvesborg:  ebenso  in  aschw.  und  adäu.  runen- 
inscbriften)  neben  synkopiertem  atimu[n]t  (Sölvesborg). 

Anm..").  Vielleicht  ist  ein  instrum.  sg.  (vgl.  §  301  anm.  3)  durch 
hußu  (Strom)  und  ein  vok.  sg.  durch  ahurio  (Skodborg)  belegt, 


§  394.  395.  «-stamme. 


273 


§  394.    Paradigmen  sind:   rxmdr  rute.  fiorpr  meerbusen. 
fognopr  freude. 


v_   X.  vondr 

tiorpr 

foguopr,  fagmt&r 

G.  vandar 

fiarpar 

fagnapar 

D.  vende.  voml 

firf»e.  -/ 

fagnape 

A.  vond 

fiorp 

fognop.  fagmtd 

PI.  N .  vender 

firmer.  -fr 

fagnaper 

G.  van da 

fiarpa 

fagnapa 

D.  vondom,  van-li-w 

fior)7om,  fiarSum 

fognopom.  fagnaöom 

A.   Vull'lii,   rinnhi. 

veiule 

fioorpo,  fiardu 

fagnape 

§  395.  Wie  nrndr  geht  eine  ziemlich  grosse  anzahl  von 
Wörtern,  /..  b  hlüstr  'gen.  hjnstnr.  später  Uastrnr.  dat.  blcestr. 
sp.  blcestri  usw.;  vgl.  anm.  2  unten)  blasen,  Ao//r  (dat.  hege)  bug, 
feöftr  (anorw.  seit,  acc  pl.  bglia,  s.  Dorkelsson.  Supplement  IV.  18; 
vgl.  anm.  2  unten)  balken.  bgUr  ball,  bgrhr  rinde,  (/>v>ft>-  zug. 
//etfr  fläche,  frißr  friede,  groptr  (gen.  graptar.  später  graptrar 
usw.;  vgl.  anm.  2)  grab,  grofr  gier.  ggUr  eber.  Hgrpr  ein  manns- 
name.  ft^ftr  (vgl.  anm.  2)  hut,  höttr  art  und  weise,  Hopr-em 
mythischer  name.  hnorr  (gen.  Jmarrar)  handelsschiff.  hiottr  ball. 
fettttfr-  zweig,  hiittr  (auch  als  «-stamm  nach  §  358)  geschwätz. 
Inipr  zeugnis.  bauch,  hgkkr  klumpen.  Kgrfr  ein  beiname  und 
pferdename,  kostr  häufen,  Icgttr  (vgl.  anm.  2)  katze.  Umr  (pl. 
auch  Umar  f.  §  375.  seit.  m..  z.  b.  in  No.  Hom.)  glied.  zweig.  litr 
färbe,  lipr  (vgl.  2  unten)  gelenk.  Iggr  tlüssigkeit.  lostr  laster. 
mogr  söhn  (dicht.).  mgMor  Staubwolke,  mglr  motte,  mgrpr  marder. 
M^fr  macht.  r«är  (später  —  aber  doch  schon  um.  irraita 
Reistad  —  auch  als  «-stamm)  ritze.  rStör  recht,  sipr  sitte. 
slottr  mähen.  führ  (vgl.  1  unten)   solin,   spglr  schindel. 

spann,  spornt  (pl.  spcener,  spmer  §63  anm.  4)  span.  suqppr  pilz. 
suorPr  schwarte,  tegr  (tegr.  tigr.  tugr,  togr.  vgl.  anm.  3)  zehner. 
röttr  (nur  anorw..  s.  Hertzberg  und  Möbius,  An.  Glossar;  aisl. 
und  anorw.  rö.ttr  geht  als  a-stamm  nach  §  358)  zeuge,  verpr 
(vgl.  anm.  1)  mahlzeit  (wozu  dogorpr  frühstück  und  nottorpr 
nachtmahl.  ohne  Vokalwechsel  in  der  flexion),  vi]>r  holz.  wald. 
roh-  stab.  vgllr  feld.  vorr  (gen.  inrm,)  ruderzug.  >:orpr  (vgl.  2 
unten)  wacht,  vottr  handschuh.  nutr  Wachstum.  &rn  (vgl. 
anm.  2)  adler.  orr  (pl.  drar  neben  derer:  vgl.  anm.  2)  böte.  (>ss 
heidnischer  gott  (auch  äss  nach  §  358  und  so  immer  in  der 
bedeutung  'balken').  preslMr  (presJiohh-  §77.3.  £  79,  §148. 


X  o  r  <• «  n .  Altisl.  stramm.    4.  aufl. 


18 


274  §395.   »(-stamme. 

durch  Volksetymologie  preskioldr,  prasMoldr,  prepsikioldr\  frep- 

sfaddr;  vgl.  noch  anm.  2)  türschwelle,  prgmr  rand,  prgstr  drossel. 
propr  (seit,  anorw.  nach  §413,  s.  Jönsson,  Arkiv  IX.  378;  vgl. 
auch  2  unten)  zwirn,  pnottr  waschen,  pottr  abteilung.  lieber 
prettr,  smipr,  stigr  (stigr),  regr  s.  §  358,  4;  spgrr  s.  §  365  anm.  2; 
anorw.  mundr  s.  §  358  anm.  7;  hrestr  s.  §  387  anm.  3;  gripr, 
hlutr,  kostr  s.  §388,4;  fötr,  fingt,  retr  s.  §414.  Ueber  die 
einzelnen  kasus  sei  bemerkt: 

1.  Im  nom.  sg.  fehlt  sehr  oft  das  -r  bei  son(r),  sun(r), 
aisl.  (aber  nicht  anorw.)  regelmässig,  wenn  das  wort  als 
späteres  Zusammensetzungsglied  steht  (s.  Vigfusson).  Ueber 
spgnn,  orn,  öss  s.  §  277,  1  und  3. 

2.  Gen.  sg.  endet  auf  -s  oft  bei  rorpr  (corps  neben  varpar) 
und  mannsnamen  auf  -rij>r  (z.  b.  Ärnvipr),  bisweilen  bei  lipr 
und  Jjropr,  spät-mnorw.  Orn  (gen.  A  ms.  vgl.  anm.  2).  —  Mnorw. 
steht  oft  sonars  statt  sonar  (s.  A.  B.  Larsen,  Arkiv  XIII,  245; 
vgl.  §  358  anm.  6,  §  363  anm.  1.  §  388,  1).  bisweilen  sons 
(s.  Haegstad,  Kong.  s.  24). 

3.  Dat.  sg.  ohne  endung  (rgnd)  ist  etwas  später  als  die 
form  auf  -i  (rende)  —  daher  wol  aus  dem  acc.  entlehnt  — 
und  nur  bei  gewissen  Wörtern  wie  fripr.  gröpr.  higrr,  Umr, 
Utr,  lipjf,  Iggr.  mogr,  mgttr.  rettr,  sipr.  sdhr,  stigr.  vißr,  rgndr. 
vgrpr,  promr.  pöttr,  örr,  öss  neben  der  längeren  belegt. 

Anm.  1.  Von  dem  nur  im  sg.  gebräuchlichen  verpr  kommt  neben 
verfii  seit.  (z.  b.  Havamol  32  und  116)  ein  alter,  lautgesetzlicher  (s.  §63.3) 
dativ  rirpe  vor.  Vgl.  aber  Gislason,  l'dvalg  af  oldno.  skjaldekvad,  s.  1601'. 
und  Bugge,  Norrcen  FornkvpeÖi,  s.  394.    Sonst  zeigt  sich  kein  /-umlaut  von  e. 

4.  Acc.  pl.  auf  4  (wie  rende)  kommt  in  der  ältesten 
literatur  nur  bei  wenigen  Wörtern  (alternativ)  vor:  Umr.  sonr. 
sunr  (acc.  pl.  sene,  sgne).  örr  (cere),  öss  (cese).  Sonst  zeigen 
sich  solche  formen  erst  später,  werden  aber  immer  gewöhn- 
licher. 

Anm.  2.  Der  Wechsel  von  umgelauteten  und  nicht  umgelauteten 
formen  hat  bisweilen  ausgleichung  und  doppelformen  veranlasst,  z.  b,  mit 
anal,  /-umlaut  seur  (acc.  sen,  gen.  pl.  nenn,  dat.  pl.  senom,  s.  Larsson)  statt 
SOtir,  <?rr  (No.  Hom.)  st.  orr,  fw&iheldr  st.  -nldr.  anorw.  gen.  sg.  grceftar 
(s.  Hertzberg)  st.  graf'Uir,  dat.  pl.  <rsnm  (s.  Gislason .  Efterladte  skrifter 
II,  178;  vgl.  auch  namen  wie  JEstHpr,  in  Agrip,  statt  gew.  Ästripr,  der 
vorzugsweise  aisl.  kurzname  Jiuia  neben  dem  vorzugsweise  anorw.  Am. 
anorw.  JEsbiom,  -gteirr,  -kell  neben  As-  zu  6ss)  statt  Qsom.  Umgekehrt 
ist   der   /-umlaut  anal,  entfernt,  z.  b.  anorw.  dat.  sg.  bläute  st.  bltcste,   erne 


-»6.397.   «-stamme.  '211 

'ans  *;»/»>.  9.  §  115  anm.)  st.  erne.  beides  in  Xo.  Hom..  ebenso  der  ti-nmlant 
in  bnlkr  (dal  bolki.  s.  Hsegstad.  Vestno.  maalf.  II.  2.  i.  s.  33.  pL  balkmr), 
toffr,  kuttr.  preskohlr.  mnorw.  Am  als  mannsname  neben  bolkr  iuw. 
Anm.  3.  Das  urspr.  zu  §  396  gehörende  (vgl.  §91  anm.)  tegr  (S, 
zehner  flektiert  in  den  ältesten  kdschr. :  sg.  nom.  tegr  (tegr).  gen.  tegar, 
dat.  tifje.  ace.  teg .  pl.  nom.  tiger.  gen.  tega ,  dat.  tegom  {tigom).  aee.  tego 
(togo,  >.  S,  17*2  3):  später  tigr,  tegr.  tegr.  togr.  tugr.  gen.  tigar,  tegar  n<w. 
ohne  jeden  Vokalwechsel  innerhalb  des  paradigmas. 

\     96.     Wie  fiorpr.  also  mit  >-umlaut  von  e  (§63,3)  im 
dat.  sg.  und  nom.  pl..   mit  brechung  in   allen   übrigen  kasus. 
gehen  biorn  (*hiornR)  bär.  hiortr  hirsch.  iostr  gäscht.  kinlr  kiel. 
miopr  met.  Xonpr  ein  göttername.  skioldr  schild.  ttiolf  gl 
Ueber  hi&rr  schwert  s.  §  365  anm.  1. 

Anm.  1.  Durch  ansgleichnng  steht  mehrmals  dat.  sg.  skiolde  statt  sküde 
(s.  Gislasou.  Efterladte  skrifter  1,32,  Jonssou.  Skjaldesprog  s.  56),  lmal 
vielleicht  nom.  pl.  skioblor  st.  skilder  (Jönsson  a.  o.),  spät  und  seit.  dat.  sg. 
biert,  mied  (Gislason.  a.  o.  11,177):  anorw.  als  mannsname  gen.  Biornar 
(Bernar),  mnorw.  dat.  B>urn(?\.  nom.  -bitern.  -bim  (s.  Lind.  Dopnamn. 
s.  38,  64.  703). 

Anm.  2.  Als  mannsname  ist  gen.  sg.  Biorns  anorw.  (mnorw.  auch 
Biortis)  mehrmals  belegt.    Vgl.  §  395.  2. 

§  397.  Wie  fognopr.  also  ohne  jedweden  /-umlaut  (dies 
wegen  der  schwachtonigkeit  der  betreffenden  silbe.  s.  §  64). 
gehen  alle  mask.  auf  -ofir,  später  anal.  -a}>r  (also  fagnajtr. 
s.  §  137  anm.  3).  z.  b.  buno]>r  zubehor,  glotqpr  verderber. 
iolfojtr  (geu.  kdfnpar.  vgl.  anm.  1)  ochs,  skihwfir  Scheidung  u.  a. 

•  >n  Bahder.  I»i^  verbalabstracta  in  den  germ.  spr..  >.  104  f.; 
Falk.  Beitr.  XIV.  33 ff.)  ftowie  mannsnamen.  z.  b.  Sipo}»-.  Stork- 
opr  (dat.  lmal  Starkepe  —  s.  Jönsson,  Skjaldesprog.  s.  49  — 
also  noch  mit  starkem  nebenton  wegen  der  urspr.  Zusammen- 
setzung, s.  §  143,  §  64 1.  OndoPr.  Ueber  nwnopr  (mänapr)  s.  §  414. 

Anm.  1.  Gen.  sg.  endet  bei  den  Wörtern  auf  -nopr  .-napr)  bisweilen 
anorw.  auf  -nadr  (vgl.  mänaßr  S,  414i  statt  -nudur.  >.  Gislason,  Um  fruinparta, 
b.  78f.,  Wadstein.  F.  Hom..  s.  104  —  lolfopr  hat  als  Odinsuame  geu. 
lolfops:  ebenso  zeigt  grondopr  Schädiger  lmal  -grondui)*  (s.  Jonssou. 
>kjaldesprog.  s.  49  f.). 

Anm.  2.  Getrropr  :  gen.  Geirrapar  (Sa.  E.  II,  300 f.  6  mal,  I.  290  note. 
Grimnessmül  49.  Landnainabok.  Kph.  1900,  s.  154  >  ist  wol  nach  diesem 
paradigma  anal,  umgebildet  statt  Gein-mißr  vso  mehrmals  in  Landnäma  n.  a. ; 
■itter  -ropr,  -rupr  nach  dem  gen.  und  dat.)  :  Geirropar  (dat.  -ropt),  welche 
formen  sich  dann  zu  einander  verhalten  wie  Hälegger  ;  Häloga{litrul). 
b.  §158,2.  Gen.  Sigrapar  (Bngge,  Arkiv  II.  251)  statt  -rtpar,  -ropar  isl 
wol  zu  Sigropr  anal,  neugebildet. 

18* 


276 


§399.  400.   an- stamme. 


B.   n-stämme  (schwache  deklination). 

I.   aw-stämme. 

§  399.  Die  «w-stänime  sind  fast  nur  maskulina  (über  fem. 
vgl.  §  401)  und  neutra,  die,  ausser  im  nom.  sg\  und  nom.  gen. 
acc.  pl.,  dieselben  endungen  haben,  nämlich: 


mas 

k. 

ueutr. 

Sg.  N. 

-i,  -e 

-a 

G. 

-a 

D. 

-a 

A. 

-a 

m  ask. 


neutr. 


Pl.N. 

-ar 

-U,   -0 

G. 

-a 

-na 

D. 

-um, 

-Olli 

A. 

-a 

-11,    -0 

Die  maskulina  haben  also  (bis  auf  wenige  spuren,  s.  §  401. 
2  und  3)  im  pl.  die  flexion  der  «-stamme  (§  357)  angenommen. 

Anm.  1.  Nom.  sg.  m.  endet  um.  auf  -ff.  Beispiele:  rauntja?  (0vre 
Stabu),  ala  (zwinge  von  Vi),  laasamvija  (spange  von  Vi),  harja  (kämm 
von  Vi),  hera  (messerschaft  von  Kragehul),  muha  (lanzenschaft  von  Krage- 
lml),  g-udija  (Nordhuglen),  frohila  (Darum  II),  uha  (Darum  III),  m[a]r[i\la 
(Etelhem),  niumla  (Nresbjserg),  hariuha  (Seeland),  aupa  und  no[ri]tiva? 
(Uverhorabtek) ,  wiivila  (Veblungsnsos) ,  wozu  das  adj.  farauisa  (Seeland). 
Spät-urn.  steht  -e:  weUÖAuÖe  (Björketorp).  —  Nom.  sg.  ntr.  ist  nicht  belegt. 

Anm.  2.  Gen.  sg.  ist  um.  kaum  sicher  belegt,  aber  endete  vielleicht 
auf  -an,  z.  b.  ...an  (Tomstad,  wenn  nicht  dat.,  s.  anm.  3).  Ueber  eine  mut- 
massliche endung  -inn  (got.  ins),  etwa  im  lat.  Scadin-auia  s.  Noreen, 
Geschichte3  §  195,4. 

Anm.  3.  Dat.  sg.  endet  um.  auf  -an  (aus  dem  acc.  entlehnt,  s.  Noreen. 
a.  o.).  Beispiele:  harijari'!  (Skääng),  ivita[n]Öahala>'ban  (Tone),  prairljan 
(Tanum),  kepan  (Beiland),  ...an  (Tomstad?  vgl.  anm.  2).  Später  steht  -a, 
z.  b.  gla{n]ta?  (Flistad). 

Anm.  4.     Acc.  sg.  und  nom.,  dat.,  acc.  pl.  sind  um.  nicht  belegt. 

Anm.  5.     Gen.  pl.  endet  um.  auf  -anö:  arbijano  (Taue). 

§  400.  Paradigmen  sind:  mask.  hane  hahn,  harjmre  harfner. 
hryte  Verwalter,  pae  pfau;  neutr.  hiarta  herz. 


maskulina 


Sg.  N.  hane 

G.  D.  A.  hana 

PI.  N.  hanar 

G.  hana 

D.  hQnom, 

hunuui 
A.  hana 


harpare 

harpara 

harparar 

hai^para 

hQrporom, 

harparum 


bryte,  bryti 

brytia 

brytiar 

brytia 

brytiom, 

l>rj)1ivm 


harpara  brytia 


pae 

pa 

pär 

pä 

pöm 

pa 


neutr. 
hiarta 
hiarta 

hiorto,  liiurUi 
hiartna 
hiortom, 
liiarlmii 
hiorto,  hin riii 


§401.  '/«-stamme.  277 

§  101.  Wie  feine  gellt  eine  sehr  grosse  anzahl  von  niask.. 
z.  b.  arfe  (lmal  erfe.  s.  Larsson.  gleich  got.  arbju.  aschw.  rerce 
und  urn.  gen.  pl.  ardijano  Tnne)  erbe,  bardage  kämpf,  felage 
genösse,  granne  nachbar.  mdne  inond.  moshie  (dat.  pl.  nnjsl-om 
$  235.  1.  a)  masche.  ska]>e  schade,  tbne  zeit,  Warne  (später  auch 
trana  nach  §  407)  kranich.  eise  (später  anch  ciser  nach  £  371) 
anführer  n.  a.  (s.  Larsson.  s.  427:  Jonsson.  Skjaldesprog.  s.  58 f.); 
ausserdem  die  weiblichen  eigennamen  ska]>e  und  Yre  (neben 
Yrr.  s.  £  384).  während  dagegen  die  drei  dichterischen  be- 
nennungen  des  weibes:  sprakie,  »Manne  und  suarre  mask.  sind 
(s.  Sievers.  Berichte  d.  K.  sädis.  Ges.  d.  Wiss.  1894.  s.  141). 
Ueber  die  einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.  Auch  der  nom.  sg.  endet  auf  -a  bei  den  lehnwörtern 
/terra  i neben  herre  und  seit,  harre)  herr,  papa  (auch  -e,  gew. 
pdfe).  sira  (anorw.  auch  siri)  herr  (bes.  von  geistlichen),  sehr 
seit,  postola  (gew.  -e)  apostel  und  profeta  (gew.  -e)  prophet  n.  a. 

s.  Hsgstad.  Vestno.  maalf.  I.  s.  146  f.).  sowie  den  mannsnamen 
Attda.  Ecca,  Falko.  Sifka  und  Vipga. 

Aniu.  1.  Acc.  sg.  von  ande  geLst  kann  bisweilen  (z.  b.  in  St.  Hom. 
und  Na  Hom.)  ande  statt  -u  heissen;  ebenso  einmal  lundshiulfte  st.  -" 
erdbeben- 

2.  Im  pl.  zeigi  ochs  eine  sehr  altertümliche 
flexion  (vgl.  got.  mann  aus  *man-niz.  gr.  &qvgc,  u.dgl.)  :  nom.  acc. 
ijxh  {*yxnn  <  *yxns,  urn.  *uham*\  vgl.  ags.  eexen,  afries.  ixen) 
oder  exn  (beides  später  auch  als  neutr.  gebraucht;  die  seit. 
m.  form  exner.  fanür  s.  Vigfusson  und  Egilsson.  ist  wie  menner 
§415  zu  erklären),  gen.  yxna,  eama  (anal,  statt  des  seltenen 
—  s.  Sn.  E.  I.  484  —  u  .  ><a.  aschw.  uxna.  got.  aiihsne),  dat. 
yxnom,  #xnom.  Flexion  nach  ^  ■">•"  7  inom.  pL  uxar,  oxat  usw.) 
kommt  erst  später  vor. 

Anm.  2.  Eine  andere  urspr.  endung  des  uuin.  pl..  nämlich  -«  (vgl. 
got.  -ans)  i>t  in  'indeklinablen'  Wörtern  wie  z.  b.  samfepra,  -meßra  'die- 
jenigen welche  gemeinsamen  <-e)  vater  (mutter)  haben'  bewahrt.  Ueber 
spuren  der  urspr.  endung  -nu   des  acc.  pl.  s.  Noreen.  Geschichte3  §  195,9. 

3.  Im  gen.  pl.  kommen  spuren  der  alten  endung  -na 
(gew.  -a  nach  §  357)  vor  (ausser  bei  v  2  oben,  und  ein- 
maligem boyna  zu  böge  bogen,  s.  Gislason.  Efterladte  skrifter 
1. 107)  nur  in  einigen  Wörtern,  die  sämtlich  männliche  weseu 
bezeichnen,  der  dichterischen  spräche  eigen  sind  und  oft  das  n 


278  §402  —  401.   an- stamme. 

aus  dein  gen.  in  die  übrigen  kasus  des  pl.  eindringen  lassen: 
hraynar  pl.  •principes'  (sg.  Braye  als  mannsname),  flotnar  pl. 
seeleute,  yot{n)ar  pl.  ;goten'  (sg.  Gote  als  beiname  und  pferde- 
name).  yume,  pl.  gum{n)ar  (aber  nur  brüpgumar,  gen.  -guma  zu 
-gtime  bräutigam),  mann,  skate,  skat{n)ar  hervorragender  mann. 

§  402.  Wie  harpare  gehen  alle  mask.  auf  -are,  z.  b. 
dömare  richter,  leikare  gaukler,  skapare  Schöpfer.  Weil  diese 
Wörter  ursprüngliche  «a-stämme  sind  (vgl.  got,  -areis,  ahd.  -Ort), 
zeigen  sie  in  alter  zeit  noch  oft  -ere  neben  -are  (vgl.  §  151, 1 
und  §  64),  s.  Larsson.  s.  428. 

kam.  Spuren  der  Urspr.  fiexion  (nach  §  871)  kommen  in  alter  zeit 
sehr  seit,  vor,  z.  b.  nom.  sg.  ganfjverc(r)  kleider,  raldere(r)  gebieter,  gen. 
sg.  mütares  falke,  vartares  ein  lischname;  s.  Gislason,  Njäla  II,  42f. 

§  403.  Wie  bryte  (aus  *brytie  §  295)  gehen  alle  mask. 
auf  -byyye,  -Inge,  -nyte,  -skeyye,  -vere,  -cirke,  z.  b.  aptrbyyge 
krieger  im  hinterteil  des  schiff  es.  er  finge  (der)  erbe,  arfnyte 
erbnehiner,  eyiar  skeyye  Inselbewohner,  skipvere  matrose.  iUvirke 
missetäter;  ferner  apile  hauptmann  einer  rechtssache,  einhere 
kämpf  er  (in  Walhall),  yupsife  pate.  kleyye  heuschober.  bremse, 
uipe  (s.  §  368)  abkömmling,  skyle  könig  (dicht.),  shyte  schütze. 
stepe  amboss,  tygge  (s.  Gislason,  Om  helrim,  s.  42  ff.)  oder  tigge 
(nach  §  84;  vgl.  Tiggue  als  zwergname)  fürst,  tyrke  türke, 
vile  wille  und  die  mannsnamen  Bele,  Ifte,  Vige  und  mnorw. 
Stell  (auch  -ir,  s.  §  371).  Auch  nach  §  401  gehen  z.  b.  aj>ih-. 
skyte,  seit,  bryte,  ni/x:  rile  und  die  auf  -cere;  auch  nach  §  865 
im  pl.  die  auf  -byyye;  anorw.  auch  nach  §  389  im  pl.  die  auf 
-vere. 

§  404.  Wie  päe  (vgl.  anm.  1),  also  unter  beachtung  der 
in  §  130  ff.  enthaltenen  regeln,  flektieren  einige  wenige  Wörter 
wie  z.  b.  de  urgrossvater.  bäe  (dat.  pl.  tum)  dorfbewohner.  floe 
(dat.  pl.  flimi)  sumpfige  stelle  (pl.  als  ortsnaine  anorw.  Flow 
und  mnorw.  Fldr,  vgl.  §  134,  b).  Jcle  stein  zum  straffziehen  des 
gewebes,  kmie  knöchel,  U  (alt  lee;  gen.  sg.  liä  aus  Ua  usw.) 
sense,  Ve  (alt  Vee:  gen.  sg.  Vea  usw.)  ein  göttername. 

Anm.  1.  Im  nom.  sg.  kommen  später  die  formen  lidr,  Uiät  neben 
U,  Jcle  vor.     Neben  päe  kommt  auch  pä  (mengl.  pä)  vor;  vgl.  §235  anm.  5. 

Anm.  2.  Im  gen.  pl.  ist  vielleicht  eine  spur  der  urspr.  endung  -h« 
( vgl.  §  401,  o)  in  anasott  altersschwache  (zu  de)  bewahrt,  s.  f.eiTler,  Arkiv 
III,  188  f..  287  f. 


§405.   «/«-stamme.    §-406.  on- stamme.  -7'.1 

§  l<»5.  Wie  h ia rta  gehen  die  wenigen  neutr.  auf  -" :  auga 
äuge,  ptugw  wnrst,  eista  hode.  ^//ra  ohr.  flagbrioska  brnst- 
knorpel.  heima  heimat.  Mona,  hiüna  nur  im  sg.  vorkommend 
in  der  bedeutung  'dienstboten';  in  der  bed.  ''ehegatten'  kommt 
zwar  ein  nom.  acc  pl.  vor,  ist  aber  dem  sg.  ganz  gleich,  dies 
weil  das  wort  urspr.  ein  nach  ij  399  auf  -na  gebildeter  gen.  pl. 
des  unten  erwähnten  pl.  hui  ist.  s.  Koek.  Arkiv  XL  138  f.  note) 
hausleute.  hnojta  knäuel.  hüela  rad,  leiht  Spielzeug,  pl.  lungo 
(anorw.  einmal  Umgusöü  —  wie  von  einem  schwachen  f.  — 
sehwindsucht  st.  Ittngna-,  s.  BaBgstad,  Yestno.  maalf.  I.  s.  138) 
hinge.  inipnutni/a  (gewöhnl.  t  nach  £40li  mittelpunkt.  nara 
liiere,  slma  (auch  m.  sime  nach  §461)  seil,  ripbcina  Schlüssel- 
bein. <A\krfa  (auch  m.  oJUe  nach  §  401)  fussknöchel. 

Von  diesen  haben  im  anorw.  wenigstens  hiarta,  <>uya  und 
nyra  nicht  seit.  (s.  Wadstein.  F.  Hom.,  s.  14)  im  nom.  acc.  pl. 
-un  (wie  im  aschw..  vgl.  got.  -öna)  statt  -u.  Im  aisl.  ist  diese 
endung  anscheinend  im  pl.  hion,  hitin  neben  hiii  (s.  §  133.  b.  2) 
ehegatten.  hausleute  belegt,  aber  hier  ist  das  -n  wol  aus  dem 
gen.  hiüna  entlehnt  wie  in  flotnar  nach  flotna  u.  dgl.  (s.  §  401,  3); 
der  urspr.  dazu  gehörige  sg.  hi>i  statt  *hifa  nach  dem  pl. />/«' 
umgebildet,  vgl.  §  235  anm.  4)  ist  nur  als  präpos.  ;bei.  neben' 
(i  hiä  in  der  nähe')  im  gebrauch  und  wird  als  subst.  ersetzt 
teils  (und  gew.)  durch  die  nach  dem  pl.  neugebildeten  formen 
hion,  h'uin  oder  hiüna.  hiä  na  (s.  oben»,  teils  durch  das  (zu  /*//- 
§77,6  neugebildete)  m.  hye  ;diener'  (vgl.  m.  sime  neben  ntr. 
u.  dgl.). 

IL    o/< -stamme. 

i?  406.  Die  pn-st&mme  sind  fast  nur  feminina  (über  mask. 
vgl.  §  408  und  §  409.     Die  endungen  sind : 

Sg.  X.  -ii  PLN.  -ur,  -ur 

G.  -u,  -o  G.  -na 

D.  -u,  -o  D.  -um,  -ont 

A.  -u,  -o  A.  -"/•.  -or 

Anm.  1.  Nom.  sg.  eudete  um.  auf  nasaliertes  -ö.  Beispiele  sind 
vielleicht  talijo  (hobel  von  Vi»,  hariso  (Himlingeje).  lefiro  (Strärup).  fmo 
(Berga),  [i]vgubor</?  (Opedal\  nluko  (Ferde):  vgl.  übrigens  finn.  lehnw. 
kaltio  (aisl.  kelda)  quelle,  snotto  (aisl.  sota)  heuhaufen  u.a. 

Anm.  2.    Ein   urn.  gen.  sg.  auf  -ön   ist  kaum   (vgl.  anm.  3) 
iStenstad);  vgl.  §  137  anm.  1.    Spät-urn.  mit  vom  acc.  entlehntem  -u  ArAgeu 
I  Stentoften.  Björketorp). 


280  §407.408.   ön-  stamme. 

Anna.  3.    Dat.  sg.  ist  wol  durch  igijon  (Stenstad)  belegt. 

Anm.  4.   A c  c.  s  g.  ist  vielleicht  spät-urn.  durch  ronu  (Björketorp)  belegt. 

Anm.  5.  Nom.  acc.  pl.  sind  sicher  um.  nicht  —  wie  auch  gen.  und 
dat.  pl.  —  belegt,  enden  aber  in  der  vikingerzeit  (wenigstens  alternativ 
noch)  auf  -n  (vgl.  ahd.  -ün,  s.  §  137  anm.  1),  wie  aus  dem  acc.  la[n]kmuprka 
(wäre  aisl.  *langmeprgo)  der  sehr  alten  aschw.  iuschr.  von  Kärnbo  hervor- 
geht. Wahrscheinlich  ist  diese  endung  auch  im  aisl.-anorw.  hie  und  da 
erhalten,  nämlich  regelmässig  beim  schwachen  adj.  (z.  b.  göfio  die  guten), 
sehr  seit,  beim  subst.  (z.  b.  nom.  pl.  sköfo  'späne'  in  Haustlong,  vgl.  Arkiv 
V,  287,  und  öriöstk/rkio  'kirchen  im  herzen'  in  St.  Hom.),  endlich  im 
zahlwort  ellefo  elf.  Die  gew.  endung  -w;  -or  —  vielleicht  schon  durch 
Stentoften  -ronon  belegt  —  hat  wol  ihr  -/•  anal,  von  den  übrigen  de- 
klinationen  übernommen.  Vgl.  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  V,  101  f.;  Leffler, 
Tidskr.  f.  Fil.  N.  R.  IV,  285 f.;  Noreen,  Geschichte3  §  196,  4. 

§  107.     Paradigmen  sind:  gata  Strasse,  smijna  schmiede. 


Sg.N. 

gata 

smipia 

G.  D.  A. 

gQto,  gatu 

sinipio,  -u 

Fl.  N. 

gotor,  gatur 

smipior,  -tir 

G. 

gatna 

smipia 

D. 

gotom,  guttun 

smipiom.  -um 

A. 

gotor,  gattir 

smipior,  -tir 

§  408.  Wie  gata  flektiert  noch  eine  sehr  grosse  anzahl 
von  femininen  wie  z.  b.  bylgia  (gen.  pl.  bylgna,  s.  §  226)  woge, 
1' regia  (sehr  seit.  Fregfa,  s.  Larsson ;  vgl.  §  408, 1)  naine  einer 
göttin,  gata  (gen.  sg.  aisl.  goto)  rätsei,  Grou  (gen.  Grö  §130; 
anorw.  auch  Grda,  vgl.  §  134.  b)  ein  frauenname.  kirkia  §  263 
(gen.  pl.  kirkna)  kirche,  stiarna  (gen.  pl.  stkirna  §  283)  stern,  sgia 
(gen.  pl.  st/na,  s.  §  226)  naht  der  Schiffsbekleidung,  tnia  (gen. 
tni  §  130;  auch  nom.  trü  nach  §  379  flektiert)  glaube,  tunga 
zunge,  vika  (anorw.  seit,  uha:  aus  ags.  wfcti,  resp.  wucu  entlehnt) 
woche.  volua  Wahrsagerin  (gen.  sg.  colo  §235, 1,  a;  so  auch 
slnngua  sohlender  und  der  eigenname  lloskua)  u.  a.;  ausserdem 
einige  wenige  mask..  z.  b.  kempa  (auch  kappe  nach  §  401) 
kämpfer.  rytta  schult  (diese  beiden  auch  f.)  und  die  manns- 
namen  Ella,  Sifka,  Sküta,  Sturla  (auch  m.  Sturle  nach  §  401), 
Urekia  (vgl.  Kock,  Skandinavisches  Archiv  1, 1  ff.).  Ueber  die 
einzelnen  kasus  ist  zu  bemerken: 

1.  Nom.  sg.  ist  ohne  endung  bei  frd  (bisweilen  frau,  fron. 
sehr  alt  frdca,  frauva,  froua,  frouva)  frau,  hüsfru  (später  auch 
hiistrd  §  310,  2)  hausfrau,  hmgfrä  Jungfrau.  Später  kann  fni 
im  sg.  auch  nach  §  379  flektieren. 


$  409.  ön-stäinnie.    §410.411.  m- stamme.  281 

Anni.  1.  In  No.  Hora.  kann  nom.  .sg.  sehr  seit,  auf  -«,  -o  wie  der  acc. 
enden .  lvie  umgekehrt  (etwas  häufiger,  bes.  mnorw. .  s.  Hsegstad ,  Kong., 
s.  36,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  179)  acc.  sg.  auf  -a  wie  der  nom.  (Wadstein, 
F.  Hom.,  s.  103  und  106). 

Anm.  2.  Gen.  sg.  kann  im  auorw.  seit,  auf  -ur.  -or  (wie  im  agntn.) 
enden,  z.  b.  (im  Cod.  Tunsb.)  kirknir.  stefnor  zu  kirkia  kirche.  ttefna  Zu- 
sammenkunft. Im  aisl.  sind  solche  formen  nur  in  Zusammensetzungen 
belegt,  z.  b.  eisor-fäht  riesin  zu  eisa  feuer,  geigo(r)-skot  feindlicher  schuss. 
Vgl.  Xoreen,  Geschichte3  §  196,2. 

2.  Gen.  pl.  von  kona,  kunu  (später  auch  kuinna.  am 
frühesten  auf  Man  belegt,  s.  Bugge,  Aarboger  1899.  s.  235) 
trau  heisst  kuenna  oder  (Jönsson.  Skjaldesprog,  s.  61;  Gislason. 
Efterladte  skrifter  II.  156  f.)  kuinna.  worüber  s.  §  162, 1  und 
§  168. 

Anm.  3.  Bei  den  Wörtern  auf  -ua  (und  den  weitaus  meisten  von  den 
übrigen)  ist  der  gen.  pl.  nicht  zu  belegen. 

§  409.  Wie  smifiia  gehen  diejenigen  Wörter  auf  -ia.  welche 
unmittelbar  vor  dem  i  einen  anderen  konsonanten  als  £,  g 
oder  k  haben,  z.  b.  bnjnw  bräune,  gyjna  priesterin.  tiUa  lilie. 
skytia  erker.  stijria  stör,  ripia  draht  u.  a.  sowie  die  mask.  hctio. 
(auch  f.)  mutiger  mensch  und  skytia  (vgl.  m.  skyte  §  403)  schütze; 
ferner  Wörter  auf  -siä  (aus  -st«),  z.  b.  dsid  (gen.  8g.  dsiö.  pl. 
äsid  (§  133,  b.  2)  aussehen,  fürsorge.  8kuggsid  Spiegel.  Von 
diesen  letzteren  können  einige,  bes.  in  etwas  späterer  zeit, 
auch  nach  §  379  flektieren  (sg.  nom.  dsio,  gen.  -sidr  usw.). 


III.   /»-stamme. 

§  410.  Die  *»-stämme  sind  nur  feminina.  Die  endungen 
sind:  sg.  in  allen  kasus  -/.  -e;  pl.  fehlt  bei  fast  allen  hierher 
gehörigen  Wörtern,  sollte  aber,  nach  ausweis  von  §  435 
eigentlich  nom.  gen.  acc.  -*,  -e.  dat.  -nm.  -dm  haben.  Paradigma : 
eile  alter. 

.Sg.  N.  G.  D.  A.  eile,  oft 

PI.  fehlt. 

Anm.     Aus  um.  zeit  ist  kein  kasus  belegt. 

§411.  Wie  eüe  geht  noch  eine  sehr  grosse  anzahl  von 
Wörtern,  meist  abstrakter  bedeutung.  z.  b.  frdpe  (auch  neutr. 
nach  §  372)  künde,   gtepe  freude.  (jöe  (als  frauenname  einmal 


282  §  412.  413.  Einsilbige  stamme. 

Gö)  der  fünfte  wintermonat,  heijme  heidentum,  helge  heiligkeit. 
hlypne  gehorsam,  kcete  numterkeit,  Ute  faulheit.  retvtse  recht- 
schaffenheit,  snille  trefflichkeit.  hyggiande  verstand  und  viele 
andere  auf  -ande,  -ende,  -iude.  -ynde  sowie  noch  andere  (Wimmer, 
Forn.  forml.  §  74;  Larsson,  s.  429).  Zu  den  einzelnen  kasus  ist 
zu  bemerken: 

1.  Nom.  sg.  von  myke  düng  hat  die  nebenform  mykr. 

2.  Gen.  sg.  endet  auf  -ur  bei  faske  (gen.  fiskiar  §  384 
anm.  4,  seit,  fiske)  fischfang,  gerseme  kostbarkeit,  gerue  tracht. 
rekende  fessel;  bisweilen  auch  bei  müde  milde,  cefe  Zeitalter. 
Die  endung  -is,  -es  zeigt  sich  nicht  selten,  z.  b.  bei  forvitne 
neugier,  frcendseme  Verwandtschaft,  kristne  Christentum,  reipe 
zorn  und  vielen  andern  sowie  auch  oft  in  Zusammensetzungen. 
z.  b.  öglePes-klcepe  trauerkleider  (porkelsson ,  Athugasemdir, 
s.  7  iL). 

3.  PL  kommt  bei  einigen  wenigen  Wörtern  vor:  gprseme 
kostbarkeit,  gorue  tracht.  lyge  (pl.  nom.  h/gar.  nicht  -iar  usw.) 
lüge  gehen  nach  §  374 ;  rekende  fessel  nach  §  422 ;  frelst(n)e 
Versuchung,  bamsyke  kinderkrankheit,  cefe  Zeitalter  sehr  seit, 
nach  §  386. 


C.   Uebrige  (konsonantische)  stamme. 
I.  Einsilbige  stamme. 

§  412.  Diese  sind  maskulina  und  feminina.  Die  endungen 
beider  geschlechter  wären  eigentlich : 

Sg.  N.  -r  PI.  K,  -;■  (7-uuü.  d.  wurzelvok.) 

G.  -r  (<-uml.  d.  wurzelvok.)  G.  -<< 

D.  —  (i'-uml.  d.  wurzelvok.)  L>.  -kih.  -om 

A.  —  A.  -r  (/-uml.  d.  wurzelvok.) 

Diese  endungen  sind  aber  fast  nur  im  pl.  geblieben.  Im 
sg.  nämlich  flektieren  die  meisten  mask.  ganz  wie  u-  oder 
«-stamme,  die  fem.  ganz  oder  teilweise  wie  o-stämme. 

Aum.     Ans  urn.  zeit  ist  kein  kasus  belegt. 

§413.  Paradigmen  sind:  mask.  fötr  fnss,  nagt  nagel;  fem. 
rong  spant,  mork  mark  (geld  oder  gewicht),  kyr  kuh. 


§  414.  415.   Einsilbige  stamme. 


maskalina 

feminin  a 

Sg.  N. 

f.'.tr 

nagl 

rong 

mork 

kyr 

G. 

fötar 

nagls 

rangar 

merkr.  markt 

kyr 

D. 

Ute 

nagle 

rong 

mork 

kü 

A. 

fot 

nagl 

l-Qllg 

mork 

kü 

PI.  N. 

Uta 

negl,  ntegl 

rengr.  rcengr 

merkr.  markr 

kyr 

Ö. 

fota 

nagla 

ranga 

marka 

küa 

D. 

fotom 

nqglom. 

rongom. 

inorkom, 

küui 

naglum 

rangitm 

BMVÜHN 

A.  f#tr         negl,  niegl  rengr.  rangr       merkr,  markr      kyr 

§  414.  Wie  fotr  (vgl.  anm.).  also  im  sg.  nach  £  395  (aber 
mit  dat.  sg.  nur  auf  -/.  -e).  gehen:  fhigr  (*finfjnt  §  277^3; 
also  gen.  sg.  fingrar,  später  fmyrs  nach  §415.  \\<m\.\A.f>nyr) 
tinger  (seit,  als  ntr.  nach  i>  361  flektiert),  vetr  (*vettra:  gen.  sg. 
retmr.  später  seit,  vetrs  Hb.,  s.  XXX)  winter.  die  völkernameu 
pl.  eistr  (auch  eistet:  eistrer  nach  §  387)  estländer,  pl.  rinpr 
(Bugge.  Arkiv  II.  228  ff.,  porkelsson.  Supplement  IV.  178:  später 
mah-  $  238.  l.b  und  cinder  nach  §  387;  gen.  pl.  seit,  rcnpa.  s. 
Bugge.  Arkiv  IL  229.  neben  cinpu  nach  §  63.  3.  vgl.  lat.  cenedi, 
aber  ahd.  winid)  wenden,  \A.prmdr  (Jonsson,  Skjaldesprog  s.  64: 
gew.  prender  nach  §  387)  einwohner  der  gegend  von  Drontheim 
und  pl.  iamtr  (ohne  /-umlaut.  also  spät  aus  *ia$natr  nach  gen. 
iamta  umgebildet,  vgl.  Xoreen.  Urg.  lautl.  s.  52  und  85:  auch 
inmtar  nach  §  358)  bewohner  von  Jämtland;  endlich  das  zwei- 
silbige münopr.  mäno.pr  (im  pl.  auch  nach  §  397,  aber  später 
bisweilen  im  acc.  pl.  mit  der  endung  -u ;  im  anorw.  kann  der 
pl.  auch  als  «-stamm  flektieren)  monat.  welches  wort  übrigens 
allein  (vgl.  aber  §  397  anm.  1)  unter  den  mask.  auch  den 
alten  gen.  sg.  auf  -/•  (nu'owpr.  anal,  auch  mono]*,  gleich  nom. 
acc.  pl.)  aufweisen  kann. 

Anm.  Gen.  sg.  von  feto  ersetzt  als  späteres  ziisamuieusetzungsglied 
von  Spitznamen  in  der  etwas  späteren  spräche  die  form  -fötar  (s.  Jonsson. 
Skjaldesprog  s.  63)  durch  -jöts.  z.  b.  uasaföUt,  aber  alt  pyrttefötar. 

§  415.  Wie  »wjl  (*naglit,  pl.  negl  <  *wvylR,  s.  ij  277,3), 
also  im  sg.  nach  >ü  358.  geht  nur  noch  mapr  (alt  auch  mannr 
—  Eggjum  ma[n]n  geschrieben  —  ft  §  261;  spät  —  bes.  mnorw.. 
s.  Falk  und  Torp.  Dansk-norskens  svntax  s.  XV  note.  Haegstad. 
Vestno.  maalf.  II,  1.  i.  s.  132  und  179  —  auch  mann)  mann. 
gen.   man{n).i.    dat.    /t'<uit>t.    acc,    Mann,    pl.  nom.   acc,   menn 


284  §  416.  Einsilbige  stamme. 

(§  277,  4,  b),  ftiepf,  alt  auch  mennr  (Eggjum  mann  geschrieben; 
s.  §  261),  gen.  mannet, ,  dat.  mgnnom  (vgl.  noch  §  318  anm.  5). 
Die  mit  artikel  versehene  form  (menn-ener  oder  seit.)  menner 
(aus  *menn-ner,  vgl.  §  472, 1)  wird  als  unbestimmte  form  (vgl. 
pl.  gester  u.  dgl.)  aufgefasst  und  daher  nochmals  mit  artikel 
versehen  :  menner-ner  (seit,);  vgl.  0xner(ner),  yxnir(nir)  §  401,  2. 

§  416.  Wie  rgny.  also  im  sg.  ganz  nach  §  375  oder  §  379, 
geht  eine  ziemlich  grosse  anzahl  von  Wörtern,  z.  b.  brik  tafel, 
brök  (pl.  brökr)  hose,  dreif  band  (aber  dreif  zerstreuen  auch 
im  pl.  nach  §  375),  pl.  dyrr  (vgl.  anm.  4)  tür,  pl.  ertr  (vgl. 
anm.  3)  erbsen,  flo  (pl.  fl4r)  floh,  flö  Schicht,  ggs  (vgl.  anm.  3) 
gans,  ggt  (s.  porkelsson,  Anmaerkninger,  s.  23)  umsieht,  hind 
hindin,  hnot  (vgl.  anm.  3)  nuss,  hond  (vgl.  anm.  1  und  2)  hand, 
kinn  (vgl.  anm.  3)  wange,  klö  klaue,  16  regenvogel,  Jus  (vgl. 
anm.  3)  laus,  mus  (vgl.  anm.  3)  maus,  pl.  meetr  (s.  porkelsson, 
a.  o.,  s.  41)  Wertschätzung,  not  fischnetz,  oblot,  oflot  (auch 
schwach  obläta,  ofläta)  hostie,  reik  haarfurche,  rist  rist,  rö 
eisenplatte,  rot  wurzel,  spik  fliesse,  stöp  (s.  Noreen,  Svenska 
etymologier,  s.  69)  stütze,  syll  (seit,  schwach  sylla)  grundstock, 
tint  (s.  porkelsson,  Supplement  IV,  149)  flasche,  to  (pl.  tmr, 
gen.  tu,  dat.  tom)  zehe,  tonn  (vgl.  anm.  3)  zahn,  veit  Wasser- 
graben sowie  folgende,  welche  Schwankungen  nach  andern 
Paradigmen  aufzuweisen  haben : 

1.  Auch  nach  §  417,  also  mit  (i-umgelautetem)  gen.  sg. 
auf  -r,  flektieren:  eik  eiche,  yeit  geiss,  ngtt,  nött  (s.  §116; 
gen.  sg.  ncetr,  ndttar.  sehr  seit.  nMr,  s.  §  63  anm.  4)  nacht, 
sce{i)ng  bett,  tik  hündin,  tong  zange,  ork  kiste;  seit,  bok  buche, 
buch,  mork  wald  und  olpt. (im  sg.  auch,  bes.  anorw..  (elptr.  nach 
§  384  flektiert ;  im  pl.  gew.  idpter  nach  §  386 ;  ausserdem 
kommen  noch  sehr  unregelmässig  acc.  sg.  elptr  oder  elpt,  gen. 
pl.  elptra,  dat.  pl.  elptrqm  vor)  schwan  (vgl.  §  173,  5  und  betreffs 
alvitr  in  der  V^lundarkuiJ'a  teils  Wadstein,  Uppsalastudier, 
s.  175  note,  teils  Bugge,  Helge-digtene,  s.  18). 

2.  Auch  nach  §  376,  also  mit  dat.  sg.  auf  -u,  -o,  können 
im  sg.  flektieren:  grind  gitter,  mork  wald,  nott,  nött  nacht, 
rond  (vgl.  anm.  1)  rand,  strgnd  Strand,  stgng  stange,  sce(i)ng  bett. 

3.  Auch  im  pl.,  also  durchgehends,  nach  §  375  können 
flektieren:  ßk  zipfel,  galei]>  galeide,  greip  hand,  sild  hering, 


§  417.  Einsilbige  stamme.  285 

skeip  schiff,  tög  wurzelfaser.  pro  ausgeholter  bäum  oder  stein, 
seit,  honk  handhabe.    Ueber  bru  brücke  s.  §  375. 2. 

4.  Wie  /-stamme  können  im  pl.  flektieren:  rit  (Jonsson. 
Skjaldesprog,  s.  65)  schild  (dicht.),  skrip  schiff,  spong  platte. 
(um)sot  (s.  Dorkelsson.  Anmaerkninger,  s.  41  und  51)  hinterhalt, 
tong  zange.  v$g  hebel  und  anorw.  vett  (s.  porkelsson.  Supple- 
ment IV)  gewicht,  gew.  o$  zeug  und  olpt  (vgl.  1  oben)  schwan, 
seit,  (dicht.)  bot  busse,  glo]>  glühende  kohle,  lind  wesen. 
familie,  skript  (s.  Egilsson), schritt,  gnd  (alt  unp.  s.  Geländer. 
Om  ö vergangen  av  d  >  d.  s.  50)  ente  und  im  anorw.  bnin 
(s.  ftorkelsson,  Supplement  IV)  augenbraue.  spät  stop  (vgl. 
anm.  3).  stu]>  stütze,  welche  Wörter  also  ganz  nach  §  390 
gehen  können:  ferner  grind  (selten),  mork  wald.  rond.  strond, 
stong,  die  also  ganz  nach  §  391  flektieren  können  (vgl.  oben  2). 

Anm.  1.  Nom.  (dat.,  vgl.  anm.  2  acc.  sg.  von  hpnd  und  rond  können 
bisweilen  auch  hond.  rund  obne  M-umlaut  heissen  (s.  porkelsson,  Supple- 
ment IV,  60:  Gislason.  Efterladte  skrifter  II,  178) ,  was  auf  ausgleichung 
nach  dem  gen.  sg.  beruht.    Vgl.  §  81,  c  und  §  375  anm.  1,  §  390, 1. 

Anm.  2.  Dat.  sg.  von  hond  heisst  henie,  weil  das  wort  alter  «-stamm 
ist  (got.  handus);  später  auch  hond  (hand,  s.  anm.  1). 

Anm.  3.  Nom.  acc.  pl.  kinnr.  kipr  zu  kinn  und  tepr,  tenn,  tennr  zu 
tonn  (aber  HiMptannr  und  Topr.  Tonnr.  Tannp  als  mannsnamen)  erklären 
sich  nach  §  277,  4.  b  und  §261:  >>njnn,  gcess,  Jyss.  myss  zu  brün,  gös.  lüs. 
»ins  nach  §277.1:  pl.  ertr  (gen.  ertra  usw.)  nach  §277,3.  Ueber  hnetr. 
hnetr  (anorw.  ncttr.  bisweilen  seit  um  1300  gen.  iiata,  dat.  natum  neben 
notii.  resp.  notom;  jene  formen  wol  nach  dem  Verhältnis  ncttr  :  nätta,  hcendr 
:  hnnda  u.  dgl.  neugebildet")  und  stepr.  stepr  zu  hnot.  stop  s.  §  119;  der  auf- 
fallende i-umlaut  in  diesen  kurzsilbigen  Wörtern  (s.  §  66, 2)  erklärt  sich 
nach  Wessen.  Spräkvetenskapliga  Sällskapets  Förhandlingar  1916  — 1918, 
s.  73 ff.,  daraus  dass  sie  die  accentuierung  der  weit  zahlreicheren  hierher- 
gehörigen langsilbigen  früh  angenommen  haben  und  daher  gleichzeitig 
mit  ihnen  (und  zwar  mit  umlaut.  s.  §  66, 1)  synkopiert  worden  sind. 

Anm.  4.  Dyrr  (später  auch  dt/r)  pl.  t.  tür  kommt  in  älteren  hdschr. 
auch  als  ntr..  doch  nur  im  nom.  acc.  vor.  In  etwas  späterer  zeit  dringt 
der  Mimlaut  (über  welchen  s.  anm.  3  schluss)  in  gen.  dat.  pl.  ein:  o'j/m. 
ihjrum  statt  älteren  dura,  durom. 

§  417.  Wie  mork  flektieren:  kuerk  (vgl.  anm.  3)  kehle. 
miolk  (vgl.  anm.  1  und  2)  milch,  rip  fels  (dicht.),  iik  bucht 
und,  wenn  auch  sehwankend,  die  oben  §  416. 1  erwähnten  bok, 
f'l:  geit.  mork  wald.  ngtt.  sce(i)ng.  tik.  tong.  glj)t,  grk. 

Anm.  1.  Gen.  sg.  von  miulk  ist  ohne  /-umlaut  [miolkr),  weil  spät 
aus  *miolokr  {*melukix,  vgl.  got.  mditks)  nach  dem  nom.  acc.  umgebildet  (vgl. 
mnitr  S+14):  pl.  ist  nicht  belegt. 


286  §418.  Einsilbige  stamme.    §419.420.  r-  stamme. 

Anm.  2.  Dat.  sg.  von  wioll-  kann  anorw.  auch  miaUco  heissen 
(s.  Hb.,  a.  XXX). 

Anm.  3.    Nora.  acc.  pl.  auf  -ar  (§375)  kann  bei   hterh  vorkommen. 

§  418.  Wie  hyr.  also  mit  erhaltnng  der  ursprünglichen, 
fl-umlaut  bewirkenden  endung  des  nom.  sg.,  flektieren  nur  8#r 
sau  und  der  (dat.  acc.  o)  mutterschaf. 

Anm.  1.  Als  beinamen  haben  kyr  (anorw.  auch  einmal  als  appellativ, 
s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  11,2,  i,  s.  178)  und  syr  im  da't.  acc.  sg.  kyr,  syr 
neben  kü,  9Ü;  syr  ausserdem  im  gen.  sg.  sf/rs,  syrar  oder  m'irar  neben  syr. 

Anm.  2.  Nom.  acc.  pl.  auf  -ar  (nach  §379)  zeigt  der  pl.  slagär 
mutterschafe,  die  geschlachtet  werden  sollen.  Ein  nach  §  379  flektierendes 
simplex  6  (statt  (er)  ist  sehr  selten. 

IL    }  -stamme. 

§  419.  Die  r-stämme  sind  maskulina  und  feininina.  Para- 
digmen sind:  mask.  faper  Pater,  fem.  moper  mutter. 


mask. 

fem. 

mask. 

fem. 

Sg.  N. 

faper 

moper 

PI.  N.  fepr,  fceör 

möpr 

(t. 

fQpor,  fadur 

mopor 

Gr.  fepra,  faöra 

niiöpra 

D. 

fepr,  fceör, 
fopor,  faötir 

mopor 

D.  feprom, 
fceÖrum 

möprom 

A. 

fopor,  faÖttr 

mopor 

A.  fepr,  fcedr 

niöpr 

Anm.  1.  Aus  urn.  zeit  sind  nur  nom.  sg.  swestar  (Opedal)  und  nom. 
pl.  dohtriR  (Tune)  belegt. 

Anm.  2.    Ueber  nom.  acc.  pl.  fepr,  mäpr  (*fad> •/?.  *nwärR)  s.  §277,  3. 

§  420.    Wie  faper  geht  nur  noch  bröper,  pl.  bröpr,  bruder. 

Anm.  1.  Später  und  ziemlich  seit,  kommen  die  formen  fepr,  br4pr 
auch  in  no  m.  (beisp.  schon  aus  dem  j.  1229),  gen.,  acc.  sg.  vor.  s.  (iislason, 
Efterladte  skrifter  II,  178 f.;  porkelsson,  Supplement  IV, 29;  Kalund,  Qall- 
p6ris  saga,  s.  VI;  Fritzner;  Olsen,  Volsunga  saga,  s.  LXX. 

Anm.  2.  Von  faper  kann  (dicht.)  in  zusammensetzungeil  eine  flexion: 
sg.  nom.  -fgpr,  gen.  -fgprs,  -fgpr  (s.  Lind,  Dopnamn,  s.  11;  vgl.  foor-,  d.  h.  /;><)/•-. 
Kälnnd,  Heiftarviga  saga,  s.  XXVI),  dat.  acc.  -fopr  vorkoniinen,  z.  b.  AI-  und 
Valfgpr  namen  Odins.  Später  und  seit,  kommt  fgpr  (anorw.  fßÖr)  auch  als 
simplex  vor.  —  Ein  gen.  sg.  aisl.  (z.  b.  St.  Hom.,  Lind,  a.  o.,  und  Olsen,  a.  o.) 
fgpors,  anorw.  (z.  b.  Cod.  Twusb.)  faöurs  ist  einigemal  belegt.  Mnorw.  sind  die 
formen  fafrurs,  brööors  (auch  misl.,  s.  Olsen,  a.  o.)  häufig  (s.  Falk  und  Torp, 
Dausk-norskens  syutax,  s.  XIV  note,  XV  note).  Zu  solchen  gen.  ist  wol 
der  in  rimur  (c.  1400)  ausnahmsweise  auftretende  nom.  brödur  (g.  F.  Jönsson, 
Feruir  fornisl.  rimnaflokkar,  s.  VII)  anal,  neugebildet. 

Anm.  3.  Gen.  und  dat.  pl.  können  im  anorw.  (wie  im  aschw..  s.  An. 
gr.  II,  §438,0)  bisweilen  ohne  /-umlaut  gebildet  Bein,  i.  b.  brtöra,  -om, 
g.  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  49. 


§421.   >- stamme.     $  422.    /<'/- stamme.  287 

§  421.  Wie  moper  flektieren  nur  noch  dotier  (nom.  acc.  pl. 
(Uir.  seit,  düttr  §  284:  tochter.  st/ster  Schwester. 

Anm.  Seit,  kommen  im  dat.  sg.  mäpr,  -dätr  mach  §  420)  vor,  8.  z.  b. 
Sijmons,  Die  lieder  der  Edda.  s.  <  I.XXVI.  Später  und  ziemlich  seit,  treten 
dieselben  formen  auch  in  nom.  (s.  Gislason  a.  o.),  gen.  (s.  z.  b.  mfgtr  Sijmons. 
a.  o..  Kalund,  a.  o.),  acc.  (s.  z.  b.  si/nlr  Sijmons.  a.  o.:  dagegen  —  auch 
betreffs  gen.  und  dat.  —  F.. Jönsson,  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold,  s.  306) 
sg.  auf;  vgl.  §  420  anm.  1.  Ein  nom.  sg.  möÖr  ist  anorw.  (z.  b.  Cod.  Tunsb.t 
einigemal  belegt,  mödur  misl.  c.  1400  (s.  Jönsson,  Fernir  fornisl.  rimnaflokkar, 
9.  VII).    Mnorw.  kommt  oft  der  gen.  sg.  möfiors  vor  (a.  Falk  und  Torp.  a.  o.). 


III.    nd-  st  am  nie. 

§  422.  Hierher  gehören  fast  nur  maskulina.  Die  flexion 
ist  im  sg.  die  der  schwachen  an-st&mme  (§401).  im  pl.  die- 
jenige der  einsilbigen  stamme  (§  412).  Paradigma  ist  gefande 
geber. 

Sg.  N.  gefande  PI.  N.  gefendr 
G.  gefanda  G.  gefanda 

D.  gefanda  D.  gefondom  §  78,  -ondom  §  148,  gefunden» 

A.  gefanda  A.  gefendr 

So  flektieren  alle  substantivisch  (sehr  seit,  auch  adjektivisch) 
gebrauchten  partieipia  präs.  (meist  nur  als  mask.  gebraucht), 
unter  welchen  drei  zu  reinen  Substantiven  geworden  sind: 
fände  (seit,  fände  £51.2.  b:  nom.  acc.  pl.  ohne  umlaut  favdr. 
alt  und  seit,  fiandr.  s.  §  64)  feind  (zu  fd  hassen),  freende  (statt 
*frumde  —  anders  Sievers.  Beitr.  XVIII.  410  —  nach  dem  pl. 
freendr.  alt  und  seit,  noch  unkontrahiert  wol  friendr.  s.  §  130) 
verwandter  (urspr.  part.  prfbs.  zu  fiid  aus  *fria  lieben),  buande 
(anorw.  oft  boamde,  s.  §  166  anm.  2.  so  z.  b.  in  AM.  815  F  fol..  oft 
in  Ol.  hei.  leg.  saga.  gew.  in  Xo.  Hom.  und  regelmässig  im  Cod. 
Rantzovianus  des  älteren  Tiulathingsgesetzes)  oder  bönde  (§  130), 
pl.  alt  gew.  buendr,  später  gew.  höndr.  seit,  höendr.  bauer  (zu 
bua,  anorw.  auch  boa  wohnen).  Sonstige  hierher  gehörigen 
Wörter  s.  bei  Sütterlin.  Gesch.  d.  nom.  agentis.  >.  25t;  Falk. 
Beitr.  XIV.  42;  Jönsson.  Skjaldesprog  s.  67  f. 

Anm.  1.  Nicht  selten  i-t  der  /-umlaut  ans  nom.  acc.  pl.  in  den  dat. 
(seit,  gen.)  pl.  eingedrungen ,  z.h.  bdendom .  bändom  (gen.  anorw.  bvcnda, 
benda  sehr  seit.)  zu  biwnde,  bönde;  anorw.  (g.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  58) 
dötaandum  richtern,  misgeerandum  missetätern.  Umgekehrt  kann  im 
anorw.  der   /-umlaut  des  nom.  acc.  pl.  anal,  entfernt  (oder  nach  §  G4  unter- 


288  §423.    Deklination  der  adj.    §  424.  Starke  ad j.-dekl. 

blieben)  sein,  z.  b.  böandr  (Hsegstad,  G.  Tr.  s.  49),  hafnandr  missbilliger 
u.  a.  (Hb.,  s.  LVII). 

Anm.  2.  PI.  rekendr  (der  seit.  sg.  rekende  geht  nacb  §  410)  fessel  isl 
gew.  fem.,  sehr  seit,  neutr.  oder  mask.  Sehr  seit,  sind  auch  die  plural- 
formen rekander  f.,  rekende  ntr. 

Anm.  3.  PI.  nom.  -ar,  acc.  -a  nach  §358  kommen  seit  1200  dann 
und  wann  vor,  z.  b.  aM.  srmpandar  verfertiger  u.  a.  (s.  Jonsson ,  Skjalde- 
sprog,  s.  68),  anorw.  asigandar  eigner  u.  a.  (s.- Hsegstad ,  Vestno.  maalf. 
11,1,  s.  81). 

Anm.  4.  Spuren  der  einstigen  starken  flexion  auch  im  sg.  kommen 
hie  und  da  noch  im  gen.  sg.  (vgl.  got.  nasjandis)  vor,  z.  b.  siänz-vil >w 
zeugnis  eines  sehenden,  segianz-saga  hörensagen,  flanz-bop  botschaft  eines 
feindes  u.  a.  zusammensetzungeil;  vgl.  Brate,  Bezz.  Beitr.  XIII,  38 f.,  Bugge, 
Arkiv  IV,  139,  Falk,  Beitr.  XIV,  41  f.  Ausserdem  ist  der  urspr.  konsonant- 
stamm in  Zusammensetzungen  wie  dugand-mapr  taugender  mann,  frcend- 
kona  verwandtin  u.  a.  bewahrt,  s.  Falk  a.  o.  Vgl.  noch  nomina  propria  wie 
Hiarrandr  neben  -andf,  SUgandr  neben  -ande,  Prondr  und  appellativa 
wie  hofmulr  (§  358,  2;  vgl.  §  173,  2  und  §  539  anm.  3)  Urheber,  tonn  (*t«»p- ) 
zalin,  pröndr  geschnittener  eher,  vitund  wissen,  s.  Xoreen,  Vart  sprak 
II,  270  note  2. 


Kap.  2.    Deklination  der  adjektiya. 

§  423.  Die  weitaus  meisten  aisl.-anorw.  adjektiva  können 
im  positiv  und  Superlativ  sowol  stark  als  schwach  flektiert 
werden.  Die  schwache  flexion  wird  gebraucht,  wenn  das  adj. 
vom  artikel  bestimmt  steht  (z.  b.  enn  göpe  honongr  der  gute 
könig),  oft  auch  im  vokativ  (z.  b.  göpe  konongr!  guter  könig!) 
und  als  beiname  (z.  b.  Hdkon  göpe  H.  der  gute);  sonst  kommt 
fast  überall  die  starke  flexion  zur  anwendung.  Dagegen  wird 
der  komparativ  nur  schwach  flektiert. 

Anm.  Ueber  die  im  pos.  und  sup.  nur  schwach  flektierenden  adj. 
s.  §  434,  §435,  §456—458.  Nur  stark  gehen  z.  b.  (dir  all,  awnarr  ander, 
m/pr  mittel,  sialfr  selbst,  aumr  irgend  ein. 

A.    Starke  deklination. 

§  424.  Eigentlich  müsste  man  bei  den  adj.,  in  Überein- 
stimmung mit  den  Substantiven,  «-,  ö-,  i-  und  w-stämme  mit 
ihren  verschiedenen  flexionen  erwarten.  Dies  ursprüngliche 
Verhältnis  ist  aber  durch  zwei  Vorgänge  schon  in  urgerm.  zeit 
durchgreifend  verändert  worden: 


§424.   Starke  adj.-deklinatiom  289 

1.  Die  /-  und  w-stämme  sind  mit  den  a-  und  o-stämmen 
zusammengefallen.  Diese  Veränderung  ist  in  urgerm.  zeit  (vgl. 
das  got.)  noch  nicht  ganz  durchgeführt,  im  aisl.-anonv.  aber 
in  allen  formen. 

Aura.  1.  Noch  in  um.  zeit  haben  »-Stämme  wenigstens  im  uom.  sg.  in. 
(s,  ^."»85  anni.i  ihre  alten  formen  bewahrt,  z.  b.  fiun.  lehnw.  Huris  (aisl. 
dyrr  teuer,  um.  -murin  (aisl.  mehr)  berühmt.  Die  «-stamme  (welche  um. 
nicht  belegt  sind)  müssen  wol  im  allg.  schon  um.  im  nom.  sg.  zu  den 
«-stammen  übergetreten  sein .  denn  sonst  wäre  das  fehlen  des  «-umlautes 
in  harpr  (got.  hordus)  hart  u.  dgl.  unbegreiflich;  s.  Kock.  Umlaut  und 
brechuug.  s.  180  ff.  —  T'eber  die  /"-stamme  s.  §  358  anm.  5  (schlnss). 

Anni.  2.  Alte  '/-stamme  können  bisweilen  noch  in  aisl.-anorw.  zeit 
als  solche  erkannt  werden  durch  das  nebeneinander  Vorhandensein  von  formen 
ohne  und  mit  /-umlaut  (vgl.  den  gegeusatz  von  got.  kardtu  nom.  :  härdjema 
acc.  sg.  m.).  z.  b.  <eh  R.§82, ';)  glogy>'  <g"t.  gloggu-us)  :  gew.  gleggr  genau, 
deutlich:  seit.  (a.$$8,6)  snoggr  :  gew.  sneggr  mit  kurzem  haare,  hurtig; 
ongr  (got.  aggicux)  :  engr  eng:  piotkr  \*pekknm)  :  pgkkr  (*pikkicia-  §  82.4. 
ahd.  dick»)  dick:  prgngr  (litau.  trunkim)  :  seit.  (s.  §  82,6)  prengr  eng: 
strirkr  (s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  70,  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold, 
s.  309)  :  Stärkt  stark ;  Xorr  ;  Ni  -   i  82,  6;  h»g-  fs.  Gisla.son,  l'dvalg 

af  oldno.  skjaldekvad,  s.  49;  vielleicht  /-stamm  und  dann  als  kuän-lauss 
u.  dgl.  nach  S,  66. 1  zu  erklären)  :  h»gr  bequem;  fhärr  (8.  §  54,2;  vielleicht 
von  hur  haar  beeinflusst)  :  hehr  (vielleicht  nach  hrtra  grauhaarigkeit)  gran- 
haarig :  pnrr  (vgl.  got. ßawrsus) :  anorw.  -elt .  wie  im  mackw.)ßf/rr  (s.Haegstad. 
G.  Tr.  s.  49.  VtttM.  maalf.  II.  !.  s.  19)  dürr:  ?  aisl.  SÜup-  :  anorw.  *tgp(faden 
stief(vater):  ffrarnt  :  nisl.  raek'/roMn  glänzend:  -hmdr  (s.  .lousson,  Skjalde- 
sprog s.  70)  neben  hjndr  gesinnt  ist  wahrscheinlich  von  lund  gesinnung 
beeinflusst:  über  das  sieht  hierhenrehörige  gorr  :  gerr  8.  §82  anm.  3.  Vgl. 
folgende  fälle,  wo  die  doppelheit  erst  durch  herauziehung  des  ostn.  oder  nnorw. 
ans  licht  tritt:  Mal. punw  (aind.  tnuu.<.  gr.  r«ii-)  :  mschw.  ihgnder  dünn: 
aisl.  fastr  :  nebw.  fettter  (ahd.  festi)  fest:  aschw.  seit,  dnl  ■.  aisl.  ditfl  leicht: 
aschw.  giibb'r  :  aisl.  geldr  (rnndd.  geldc)  unfmehtbar;  'aschw.  lugn  (vielleicht 
vom  subst.  lugn  beeinflusst)  :  aisl.  Jygn  (vielleicht  von  Iggna  ruhig  werden 
beeinflusst")  still:  aschw.  napper  :  aisl.  hneppr  spärlich:  aschw.  kufer  (got. 
qafmu)  :  aisl.  kuirr  innd  kt/rr.  s.  jj  77.  12)  ruhig:  aisl.  sunrr  :  nnorw.  mar 
(ahd.  swäri]  schwer:  nnorw.  ungg  ;  aisl.  hueggr  (§  82. 6)  knapp:  nnorw. 
maur  :  aisl.  mejfrr  mürbe.  —  Bei  den  /-stammen  kommen  derartige  doppel- 
formen seit,  und  nur  bei  kurzer  Wurzelsilbe  vor.  z.  b.  aisl.  frmur  (vielleicht 
von  fram  :hervor*  beeinflusst)  :  aschw.  froewber  aus  *firami  (ags.  freme) 
hervorragend:  aschw.  sdher  (vielleicht  von  eak  rechtssache  beeinflusst) :  aisl. 
sekr  schuldig.  —  Vgl.  Söderberg,  Forngutnisk  ljudlära.  s.  12:  Xoreen. 
Sv.  landsm.  I.  691  f..  783,  Arkiv  I.  167  t'..  An.  gr.  II.  §455.1:  Karsten.  Stud. 
tifver  de  nord.  Bprikena  primära  nomiualbildning  II,  183 ff. 

2.  Etwa  die  halbe  anzahl  der  alten  nominalen  endungen 

Koreea,  Altisl.  gramm.    i.  aufl.  19 


290  §425.  Starke  adj.-deklinatiou. 

sind  von  pronominalen  (den  endungen  des  pron.  demonstrativum, 
got.  sa,  so,  fiata)  verdrängt  worden. 

§  425.  Jedes  adj.  flektiert  sowol  als  a-  wie  als  ö-stamm. 
Jener  tritt  in  m.  und  ntr.,  dieser  im  f.  auf.  Die  endungen  — 
die  von  der  substantiv-dekl.  abweichenden  kursiv  gedruckt  — 
sind  nun: 


mask. 

fem. 

neutr. 

•.N. 

-r 

—  (u-uml. 

d. 

Avurz 

il'lv 

.) 

-t 

G. 

-s 

-rar 

-s 

D. 

-um,  -om 

-ri,  -re 

-11,   -0 

A. 

-an 

-a 

-t 

UN. 

-ir,  -er 

-ar 

—  (u-uml.  d.  wnrzelv.) 

G. 

-ra 

-ra 

-ra 

D. 

-um,  -om 

-um,  -om 

-um,  -om 

A. 

-a 

-ar 

—  (u-uml.  d.  wurzelv.) 

Aura.  1.  Von  den  mit  pronominalen  endungen  versehenen  kasus  sind 
ans  turn,  zeit  nur  acc.  sg.  m.  minino  (Kjelevig;  vgl.  §  1.56  anm.),  hino 
(Strom),  spät-urn.  synkopiert  nAkba[n\  (Eggjum),  sin  (Sölvesborg)  und  nom. 
pl.  in.  s/josteR  (Tune).  snAreh,  voiltiR  (Eggjum)  belegt.  Zu  vergleichen  sind 
aber  noch  die  urn.  belege  bei  einigen  demonstr.  pronominen.  —  Die  etwa 
16  belege  (nur  nom.  sg.  und  pl.  m.,  nom.  sg.  und  acc.  pl.  f.)  der  mit  nominalen 
endungen  gebildeten  kasus  sind  schon  §356  anm.  1,  §373  anm.  1,  §385 
anm.  1  und  §  399  anm.  1  angeführt  worden. 

Anm.  2.  Nom.  acc.  sg.  u  t  r.  sind  selten  nominal  statt  pronominal 
gebildet,  also  ohne  -t  (vgl.  got.  blind  neben  Hindata),  z.  b.  (im  St.  Hom.) 
verp,  all,  (im  No.  Hom.)  lang,  mild,  (im  Cod.  Tuns b.)  half,  slik  u.  a.  m. 
neben  gew.  vert  wertes,  allt  alles,  langt  laiiges,  milt  mildes,  halft  halbes, 
slikt  solches.  S.  Noreen,  Arkiv  VI,  361 ,  36< i  und  Geschichte 3  §  205, 1 ;  Wadstein, 
F.  Hom.,  s.  141.  In  adverbialem  und  substantivischem  gebrauch  sind  dagegen 
solche  formen  häulig,  z.b.  saman  zusammen,  sialdau  selten,  ftol-  viel-, 
miok  sehr,  d  mepal  oder  i  mißcl  zwischen,  nög  genug,  tu  zu,  i  gegn 
entgegen,  diüp  tiefe,  füll  becher,  hol  loch,  lios  licht,  kol  (vgl.  Kolr  als 
mannsname)  kohle,  sä/)  aussaat,  skarp  scharte,  verp  wert,  eigen  eigentum, 
Imnden  garbe,  megen  (vgl.  §428  anm.  1),  rype  (s.  §358  anm.  5)  einöde, 
gihlf  bezahlung,  gilde,  dai+pyflt  (zu  got.  chm/^ddris)  kadaver,  inn/tfle  ein- 
geweide  u.  a. 

Anm.  3.  Acc.  sg.  m.  zeigt  seit  dem  U.  jahrb.  oft  (z.  b.  in  der  Flateyjar- 
bök,  M.  Olsen,  V(jlsunga  saga,  s.  XXXIII,  E.  Olson,  Yngvars  saga,  s.  LVI) 
die  endung  -ann  statt  -an  (s.  J.  porkelsson ,  Breytingar  a  myndum  viM., 
9.85),  wo  -nn  wol  von  kristenn,  minn  u.  dgl.  übernommen  ist  (s.  Walde, 
Die  germanischen  auslautgesetze,  s.  96).  Vgl.  aber  die  partikel  eipanh 
(in  alten  hdschr.,  wol  um  die  dentale  natur  des  N  hervorzuheben,  rgL 
§  260)  neben  sipan,  Bißart  seitdem. 


S  420.  427.   Adj.  reine  n-,  ö-stäinnie. 


291 


Anni.  4.  Eine  kontaraination  von  dat.  sg.  (müh")  und  pl.  (miUum) 
zeigen  wol  mehrere  von  folgenden  präpositionalen  formen:  (/)  millem,  auorw. 
auch  mellem,  maih'ni  is.  z.  b.  Hsegstad.  G.  Tr.  s.  ßS.  resp.  Kong.,  s.  11) 
•zwischen"  neben  MtSr,  nullom,  anonv.  milhun,  millium  (&  Fritzner.  Hsegstad. 
Yestuo.  maalf.  11,2.  i.  s.  22 f.).  nifllom.  aus  *m>dl>\  resp.    miNum  (§268,4)  zu 

meftai  (mipcA  in  Agrip:  ?ih.A.  meto  1  'inedius'    oder  mipH  ■-    ;  ■ 
Aisl.  gegnem   (häufig   in   der  Hauksbök,    sonst  sehr  seit.    s.  Hb.  &  XLYI. 
porkelsson.   Supplement  IV  und  Egilsson)  neben  gegnom     durch'  zu  gegn 
'gerade'  (vgl.  §  428  anm.  1)   dürfte  von  miUem   beeinflnsst  sein.     8.  Kock. 
Arkiv  XXXV,  85. 

Anm.  5.  In  den  ;rimur'  des  15.  jahrhs.  fehlt  bisweilen  jede  eiidung 
bei  einem  nach  seinem  snbst.  stehenden  adj. 


a)    Reine  a-,  o- stamme. 

§  42t>.   Paradigmen:  spmbv  verständig-,  gtmaü  alt.  grtö  grau. 


Sg.  N.  spakr 

G.  spaks 

D.  spokom.  spttkinn 

A.  spakan 
PI.  N.  spaker 

G.  spakra 

D.  spokom.  »paktm 

A.  spaka 
Sg.  X.  gamall  §  277.  1 

G.  gamals 

D.  gomlom.  gamhtm 

A.  gamlan 
PI.  N.  garnier 

G.  gamalla 

D.  gomlom.  gamhm 

A.  gamla 

N.  grär(r)  §280.2 

G.  gras(s)  §  280  anm.  4 

D.  grom  §  132 

A.  grän  §  130 
PI.  N.  gräer 

G.  grar(r)a 

D.  gröm 

A.  gra 


spok 

spakrar 

spakre 

spaka 

spakar 

spakra 

spokom,  spnI;ion 

spakar 

gQmol,  (jininil 

gamallar 

gamalle 

gamla 

gamlar 

gamalla 

gomlom,  gamhtm 

gamlar 

gro 

grar(r)ar 

grarine 

gra 

grar 

grär(r)a 

grom 

grar      ■ 


spakt 

spaks 

spoko,  spaku 

spakt 

spok 

spakra 

spokom,  s^iiktim 

spQk 

gamait 

gamals 

gqmlo,  gamla 

gamait 

gQmol,  gmnul 

gamalla 

gomlom,  gumlum 

gQmol,  gamul 

grätt§280anm.4 

grä~ 

g™ 

grätt 

g™ 

gräri  r)a 
grom 

gTQ 


£  427.     Wie  spakr  gehen  die  meisten  adjektiva.  z.  b.  mikr 
krank,  kupr,  fattwr  (§  2tU  und  ^  277.  1.  b)  bekannt,  iafn  (§  277.  3) 
eben,  vcknn  <  §  277. 1)  schön,  heilt  (§ 277, 1)  gesund.  ]n<jr  |  pl.  fag 
;j  277, 3)   schön,   huass  (pLA«a«*er;   §277,8)  scharf.   pfes(p], 

.  S,  277.  1 )  weise,  die  auf  -6ttr  wie  härottr  brliaart.  part. 

19* 


202  §428.  Adj.  reine  a-,  ö-  stamme. 

prät.  auf  -apr  wie  lallapr  genannt,  superl.  auf  -astr  (mit  aus- 
nähme derjenigen  auf  -legastr,  s.  §  428)  wie  spakastr  ver- 
ständigst. 

Ueber  die  kasus,  die  das  paradigma  mit  den  substan- 
tivischen a-  und  ö-deklinationen  gemeinsam  hat,  s.  was  dort 
angeführt  worden  ist.  Ueber  die  abweichenden  kasus  sei  be- 
merkt : 

1.  Im  nom.  acc.  sg.  ntr.  assimiliert  sich  dem  -t  ein  vorher- 
gehendes d.  Ö  (§  268, 1  und  2) ;  tt  wird  dann  nach  einem 
konsonanten  oder  schwachtonigen  vokal  gekürzt  (§  283;  §  285, 5). 
Z.  b.  blint  zu  blindr  blind,  ßtt  zu  ßddr  geboren,  breitt  zu 
breipr  breit,  hart  zu  harpr  hart,  fast  zu  fastr  fest,  hitt  zu  hittr 
gefunden,  kallat  zu  kallapr  genannt. 

Anm.  1.  Ueber  mart  (später  mtinjl ,  markt)  zu  murgr  mancher  s. 
§291,5;  iam(ri)t  zu  iafn  eben  §291,8;  s«1f  zu  safir,  mnnr  wahr  §  266,  2,  a: 
f/olt  (neben  f/ött)  zu  gößr  gut  §  127, 3. 

2.  In  gen.  dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  ist  bei  Wörtern  auf  -l 
-«,  -r,  -.<?  zn  beachten  die  verschiedene  behandlung  des  an- 
lautenden -r-  in  den  endungen  -rar,  -ri,  -ra  nach  den  in  §  277 
dargestellten  gesetzen.  Z.  b.  gen.  sg.  f.  vcennar  zu  vcenn  schön, 
linrar  zu  linr  mild,  iafnrar  zu  iafn  eben,  saprar,  sannrar  zu 
.<?«/>■>',  sannr  wahr;  w'ssar  (später  visrar)  zu  ms  weise,  huassar 
(später  huassrar)  zu  /mass  scharf;  heillar  zu  />e«7Z  heil,  hollrar 
zu  Äoüf  hold;  feffror  zu  foYr  (pl.  &#rer)  bitter. 

Anm.  2.  Im  anorw.  schwindet  seit  1300  (am  frühesten,  wie  es  scheint, 
im  Drontheimischen)  das  -/•-  analogisch  auch  bei  anderen  Wörtern,  z.  b. 
gen.  sg.  f.  (ifenhg{r)cir,  dat.  sg.  f.  half{r)r,  gen.  pl.  göd(r)a,  s.  Hsegstad, 
Arkiv  XV,  102,  Koug.  s.  25,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  74  und  II,  2,  i,  s.  181,  183, 
Falk  und  Torp,  Dansk-norskens  syntax,  s.  XV  note.  Mnorw.  kann  im  gen. 
pl.  -s  nach  der  analogie  der  substantiva  hinzutreten,  z.  b.  alla's  statt  ultra, 
s.  Falk  und  Torp  a.  o.  Vgl.  überhaupt  die  aschw.  entwickelung,  worüber 
s.  An.  gr.  II,  §  454,  2,  3,  5  und  anm.  9. 

Anm.  3.  Adj.  auf  -legr  können  mnorw.  in  nom.  sg.  m.  und  f.  auf 
-ligen  enden,  s.  Hpegstad,  Kong.  s.  25. 

§  428.  Wie  gamall  gehen,  von  den  unten  1  —  5  erwähnten 
abweichungen  abgesehen,  die  meisten  zweisilbigen  Wörter  mit 
kurzer  ableitungssilbe,  z.b.hugaU  aufmerksam,  fgroll  umher- 
streifend. Utell  (pl.  litln:  litUr  §  127.2)  klein,  mikell  (mykitt 
§77,'5,b);  openn  offen,  alle  part,  prät,  auf  -inn.  wie  bunäenn 
gebunden;   aupeyr  reich,  mdttegr   (pL  mdtker  §  230, 1,  a)  oder 


S  42S.   Adj.  reine  «-.  o-. stamme.  293 

ttintt'xjr  ipl.  motker)  mächtig- .  wologr  gesprächig,  heiUtgr  (pL 
beiger  ii;  128)  heilig;  nßk[l)ue]>r  fpl.  nekfier.  nekter  £  22i*>.  ^159, 
§238,  2.  c;  seltener  nokJ.\-mJ.,:  >.  §  159)  nackt,  alle  part.  prät. 
auf  -idr,  wie  valejir  gewählt:  mit  langer  ableitungssilbe  nur 
fftniss  (*y  missm),  ymiss  (§127,5),  anorw.  auch  imis.s  (§114 
•wechselnd'  und  die  superl.  auf  -legastr  (aber  im  allg.  nicht  die 
sonstigen  auf  -astr.  s.  ^  L56),  z.  b.  veglegasir  ipl.  reglegster) 
prächtigst  (s.  Oederschiöld.  Arkiv  IX.  95 1  . 

In  betreff  der  synkopierung  ist  zu  bemerken: 

1.  Die  synkope  unterbleibt  infolge  ursprünglicher  länge 
des  ableitungsvokals  in  den  part.  prät.  auf  -aar  (got.  -&]>s), 
z.  b.  kalhtpr  genannt;  infolge  des  starken  nebentones  in  beimell. 
heimoll  verfügbar,  bisweilen  auch  in  andern  Wörtern  auf  -/. 
z.  b.  vesall  (pl.  aisl.  vesaler,  aber  anorw.  vesler)  elend;  nicht  seit. 
(bes.  im  anorw.,  aber  im  aisl.  erst  seit  c.  1300)  bei  den  Wörtern 
auf  -//.  z.  b.  aji/iegr.  hrilagr.  dregrogr  blutig  (pl.  aupger  und 
aufregtr  usw.i:  endlich  nicht  seit,  in  ymiss  ulann  pL  yiw« 
neben  ymser.  ymser.  anorw.  auch  hnsir  . 

2.  Die  synkope  ist  durch  ausgleicliung  in  allen  kasus 
durchgeführt  worden  bei  den  Wörtern  auf  -efir.  die  schon  in 
den  ältesten  hdschr.  keine  nicht  -synkopierten  formen  in  gen.. 
dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  mehr  aufweisen.  Später  haben  sie  durch- 
gehende synkope.  also  nekjtr,  nektr  statt  rihk{kue},>\  ralpr  statt 
>ale]tr.  Wenn  die  Wurzelsilbe  auf  ö  oder  t  endet,  ist  die  (früher 
eingetretene,  s.  §  6o\  1  und  die  daselbst  zitierte  literatun  syn- 
kope schon  in  der  ältesten  spräche  durchgängig,  z.  b.  gladdr 
(nie  *glape]>>)  erfreut,  huattr  (zweimal  huettr,  nie  *huatepr) 
geschärft,  mettr  (zu  got  mafian  essen)  satt:  s.  Noreeh,  Sprak- 
vetenskapliga  sällskapets  fnrhandlingar  1916  —  191\  &  92. 

Anm.  1.  Auch  von  Qmiss  kommt  bisweilen  ein  anal,  synkopierter 
gen.  pl.  im*[>')a  vor.  Neben  megetm  kräftig-  steht  ein  durchsynkopiertes 
megn  (über  «las  substantivierte  ntr.  megen,  wegn.  mag*  s.  §  3<5*2  anm.  2 
und  §425  anm.  2);  neben  f rekenn  mutig-  steht  freien,  neben  nüenn  'nahe' 
anorw.  auch  nänn-.  über  ntr.  äntit)  und  Iriti  s.  §  159.  Nur  synkopierte 
formen,  aber  teils  mit,  teils  ohne  /-umlatit  (vgl.  §  359  anm.  t  und  §362 
anm.  2)  sind  durch  ausgleichung  entstanden  bei  gegn  gerade,  vorteilhaft. 
gagfi-stigr  richtweg.  i  gegnom.  gggnom  durch,  i  gegn.  gggn  entgegen. 
gagn-vart  gegenüber,  gagn  (seit,  gegn)  vorteil  (substantiviertes  ntr..  s.  S,  4"2"-i 
anm.  2). 


294  §429.  Adj.  reine  a-,  o-  stamme. 

l'eber  die  bildnng  der  einzelnen  kasus  sei  bemerkt: 

3.  Im  nom.  acc.  sg.  ntr.  wird  bei  den  Wörtern  auf  -enn 
das  n  dem  t  assimiliert,  tt  dann  verkürzt  (§  266,  2,  b),  z.  b.  keipet 
zu  heipenn  heidnisch,  lieber  heilakt  (ebenso  gen.  sg.  m.  ntr. 
heilaks)  zu  hcilagr  u.  dgl.  s.  §  239, 1,  b. 

Anm.  2.     Ueber  Utell,  mikell  s.  unten  5. 

4.  Ueber  die  behandlung  des  anlautenden  -r-  der  endungen 
in  gen.  dat.  sg.  f.  und  gen.  pl.  s.  §  277,1;  also  gen.  sg.  f. 
heimellar  zu  heimelt,  lieipennar  zu  heipenn.  Von  fpniss  kommen 
neben  ymissar,  -sse,  -ssa  später  ymisrar,  -ri,  -ra  vor  (§  277 
anm.  1). 

5.  Im  acc.  sg.  m.  haben  die  Wörter  auf  -enn  (gleichwie 
alle  —  auch  einsilbige  —  adjektivpronomina  und  Zahlwörter 
auf  -n  oder  -r;  zur  erklärung  s.  v.  Friesen.  N.  Spr.  1, 63  note) 
statt  der  endung  -an  nur  -n  (vgl.  §  156  anm.),  z.  b.  kristenn 
(nicht  *kristnan,  wie  häufig  im  aschw.)  zu  kristenn  christlich.  — 
LUell  klein  und  mikell  gross  bilden  sowol  acc.  sg.  m.  als  auch 
nom.  acc.  sg.  ntr.  wie  von  einem  adj.  auf  -enn,  also  acc 
(mnorw.  seit,  auch  nom.,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  186) 
sg.  m.  Wenn,  mikemi,  nom.  acc.  sg.  ntr.  Met,  miket,  woneben  als 
adv.  lit{t)  —  worüber  s.  §  160  anm.  —  wenig,  miok  (*nieku. 
gr.  fitya)  sehr. 

Anm.  3.  Ueber  die  doppelfornie»  im  nom.  sg.  f.  und  nom.  acc.  pl. 
ntr.  oesol,  heiloy  oder  vesöl,  hciloq  zu  desatt  und  hetlagr  s.  §  78  und  S,  151,  ■) 
(vgl.  §  148). 

Anm.  4.  Nom.  acs.  pl.  ntr.  von  ynüss  bat  bisweilen  die  ganz  unregel- 
mässige form  ymse  oder  yws. 

Anm.  5.  Ueber  die  fiexion  tffrewn,  yreun,  »renn  reicblicb,  pl.  yrner, 
erner  s.  §235.  2  und  Noreen,  Arkiv  VI,  312  f. 

§  429.  Wie  (}riir{r)  flektieren  die  meisten  (über  frdr.  frch: 
/na:  mch:  slcer  s.  $  430.,  nyr  §  431)  adj.  auf  langen  vokal, 
z.  b.  bldr  blau,  fdr  gering  an  zahl,  \\dr  falsch,  fldr  warm,  hlyr 
(poet.)  oder  hlter  lau,  hrdr  rau,  kndr  tüchtig,  ror  ruhig,  die  auf 
•sMr  (z.  b.  herskdr  kriegerisch ),  smdr  gering,  .spar  prophezeiend, 
die  auf  -sdur  (z.  b.  aupsder  leicht  sichtbar),  trnr  treu.  ]>rdr 
trotzig,  die  auf  -der  (z.  b.  skdmmcer  kurzlebend). 

Anm.  Ueber  späte  formen  wie  acc.  sg.  in.  gräan,  dat.  pl.  grdvtn  u.  a. 
s.  §  130.  §  132. 


S  430.    <l'"\-  "ö- stamme.  -•'•' 

b)    w(t-,  «'«-stamme. 
ij  180.     Paradigma  f\>lr  bleich. 

mask.  fem.  neutr. 


Sg.  X.  fofr 

fQl 

fo.lt 

G.  f(jls 

fQlrar 

fols 

D.  fQlom,  fghim 

foke.  fptri 

folo.  fnhi 

A.  folnan 

folna 

folt 

PI.  N.  foluer.  foha'r 

folnar 

fol 

G.  folra 

folra 

fQlra 

D.  fQlom.  fohon 

folom,  fohon 

folom,  fohon 

A.  folua 

folnar 

fol 

86  flektieren  noch:  dyyyr  (vgl.  anm.  4)  treu,  deich-  (dokkr. 
9.  §  167)  dunkel,  frdr.  fror  (§  80.2  schluss  sowie  anm.  2  und  3 
unten)  munter,  fr  der  (pl.  frdefer).  frior  (§  106)  fruchtbar.  fUj&r 
(§424  anm.  2)  deutlich.  y»rr  ( pl.  ynruer).  yorr  (yerr  §  82  anm.  3) 
bereit,  här.  alt  hör  (§98.2  sowie  anm.  2  und  3  unten)  hoch. 
h.noyyr  knapp,  hryygr  (vgl  anm.  4)  betrübt,  hoss  ipl.  hod 
grau,  klokkr  sentimental,  kuikr.  kykr  (§  62.  10.  §  279.  2)  lebendig, 
hjskr  träge.  rtyrir  (vgl.  anm.  3  und  4)  liuster.  mcer  <pl.  miefen. 
mior  (§106),  mtrfr  ■  wol  nach  dem  pl.  midfer.  der  seinerseits 
zu  >/>*'o>-  nach  der  analogie  fror  :  frdfer  gebildet  ist:  vgl.  noch 
anm.  2!  schmal,  t&skr  rasch.  slcer.  sliör.  slidr  (vgl.  mcer  und 
anm.  2  unten)  stumpf,  sneggr  (£  424  anin.  2)  schnell,  kurzhaarig. 
■styyyr  mürrisch,  tryyyr  treu,  prmyr  (vgl.  §  424  anm.  2)  eng. 
pykkr.  piokkr  (s.  >j  424  anm.  2.  £  92  sowie  anm.  8  unten),  olr 
betrunken,  onyr.  nnyr  (ij  424  anm.  2)  eng.  orr  (pl.  qruer)  rasch, 
freigebig. 

Anm.  !.     Teber  .späte  fonueu  wie  fpkwm,  folru  vgl.  5;  335  anm.  1. 

Anm.  2.     Bei   adj.   anf  laugen   vokal,   z.  b.  d<err)   u  _'   mit 

anm.  4  zu  beachten:  also  nom.  acc.  ntr.  slti-tt,  diött.  sliött.  gern  pl. 
$ker(r)a  usw. 

Anm.  3.  Har{r)  —  nach  Pippiug.  Stud.  nord.  fiL  XII.  1.  s.  <i6.  au< 
*hahic-  (oder  auch  wie  fror:  fror)  —  hdir(r)  und  frär(n.  frör\r)  gehen 
auch  (bes.  in  etwas  späterer  zeit'  nach  ^429.  Au<  h  sonst  (z.  b.  bei  pykkr 
und  myrhj  kommt  schon  ziemlich  früh  eine  flexion  ohne  das  charakte- 
ristische io  (also  nach  §  427)  vor. 

Anm.  4.  Dyggr  (s.  Bugge,  Beitr.  XIII.  510).  hrygyr,  myrkr  und  viel- 
leicht noch  einige  andere  gehen  auch  nach  S,  431. 


296        §  131.  ja-,  ja- stamme.    §432.   Schwache  adj.-deklination. 

c)  ja-,  ,/o-stämme. 
§  431.    Paradigma  sehr  (anorw.  votier,  vgl.  §  279, 1)  schuldig. 


mask. 

fem. 

nentr. 

Sg.  N.  sekr 

sek 

sekt 

G.  seks 

sekrar 

seks 

D.  sekiom,  srrkkittm 

sekre,  scekri 

sekio.  sa'kkiu 

A.  sekian 

sekia 

sekt 

PL  N.  seker,  scekir 

sekiar 

sek 

U.  sekra 

sekra 

sekra 

D.  sekiom,  scekkmm 

sekiom,  scekkhmi 

sekiom,  siekkium 

A.  sekia 

sekiar 

sek 

So  gehen  ziemlich  wenige  adj.:  von  Wörtern  mit  kurzer 
wurzelsibe  nur  mipr  mittel  und  nyr  (ntr.  nytt,  gen.  sg.  m. 
und  ntr.  nys(s),  t  nf/r(r)ar  usw..  s.  §  2*0.  2  mit  anm.  4)  neu; 
sonst  einige  auf  ~g,  -y,  -k  endende  (urspr.  teils  $-,  teils  w-,  teils 
ia-,  iö-stämme)  wie  äeiyr  weich,  die  auf  -ärfyr  (z.  b.  eindregr 
fortwährend),  eyyr  mit  äugen  versehen.  fdtökr  armselig  (aber 
tekr  annehmbar  nach  §  427),  die  auf  -fenyr  (z.  b.  harpfengr 
kräftig  greifend),  fleyyr  fliegend,  freegr  berühmt,  yengr  gang- 
bar, hegr  bequem,  Idegr  liegend,  rikr  (vgl.  §  358  anm.  5)  mächtig, 
rcekr  verwerflich,  sampykkr  einwilligend,  slegr  schlau,  sterkr 
(§424  anm. 2),  styrkr  (§  167)  stark,  vigr  streitbar,  omgr  wiegend, 
yyr,  ögr  (§  75)  schrecklich,  pekkr  angenehm,  peegr  annehmlich: 
vgl.  noch  §  430  anm.  4. 

Anm.  1.  Die  meisten  von  diesen  Wörtern  können  —  einige  schon 
früh,  andere  (z.  b.  mipr,  nyr)  erst  später  —  anch  nach  §  427  flektieren. 

Anm.  2.  Die  übrigen  ia-,  io- stamme  sind,  wie  die  meisten  /-  und 
/(-stamme  (vgl.  §424  anm.  2|,  mit  den  reinen  a-.  o- stammen  ganz  zu- 
sammengefallen (vgl.  jedoch  §  3öS  anm.  h)  und  sind  nur  durch  den  /-Um- 
lauf als  solche  zu  erkennen. 


B.   Schwache  deklination. 

§  432.  Die  schwache  adj.-deklination  (im  positiv  und  Super- 
lativ) ist  im  allgemeinen  im  sg.  m.  und  ntr.  die  der  «w-stämme 
(§  399),  im  sg.  f.  die  der  cm- stamme  (§  406);  der  pl.  hat  eine 
besondere  flexion  (vgl.  jedoch  §  406  anm.  5).  Aber  die  partieipia 
präs.  (in  adjektivischer  funktion;  vgl.  §  422)  und  die  komparative 
flektieren  im  sg.  f.  und  im  ganzen  pl.  wie  «w-stämme  (§  410). 


§  4:s:j— 435.  Schwache  adj.-dekliuation.  BOT 

a)    Flexion  des  positivs  und  Superlativs. 

§  133.  Paradigmen:  spake  der  verständige  (vgl.  sjmkr 
$  426).  grde  der  graue  (vgl.  grdr  §  426). 

mask.  fem.  neutr.         mask.  fem.         neutr. 

Sg.  X.  spake     spaka  spaka  grae        grä  §  130        grä 

8;  D.  A.  spaka     sp<jko.  spaku     spaka  grä  grö  §  132         grä 

PI.  N.  G.  spoku,  spaku  grö 

D.  spokom,  spaku  (s.  anm.)  grQio.  </r«  (s.  anin.) 

A.  spoko.  spaku  gro 

Auin.  Iu  anorw.  und  sehr  späten  aisl.  hdschr.  endet  auch  der  dat. 
pl.  auf  -u.  -o.  z.  h.  spoku  (spaku):  vgl.  Winater,  Lsesebog*  s.  XXIV f. 
uote.  Wisen,  Kiddara  Biinur,  s.  XXXIX.  Sehr  seit,  enden  im  anorw.  sg. 
gen.  dat.  acc.  m.  (vgl.  §  401  anm.  1)  und  sg.  ntr.  auf  -»",  -e  statt  -«  (Wad- 
stein.  F.  Hom..  k  102  >. 

So  flektieren  die  meisten  adj..  z.  b.  kunne  der  bekannte 
vgl.  kupr.  kunnr  §427).  fagre  der  schöne  (vgl.  fagr  §427). 
gamle  der  alte  (vgl.  gcmall  §  428).  matke  der  mächtige  (vgl. 
mattegr  §  428).  helge  oder  heilage  der  heilige  (vgl.  heilagr 
§  428).  folue  der  bleiche  (vgl.  folr  §  430).  sehe,  f.  und  ntr. 
sekia  (anorw.  stekk ia).  der  schuldige  (vgl.  sehr  §  431).  spukaste 
der  verständigste  (zu  spakastr  verständigst). 

£  434.  Sehr  viele,  meist  zusammengesetzte,  adj.  sind  (aus 
verschiedenen  gründen,  s.  z.  b.  §  401  anm.  2)  indeklinabel  ge- 
worden mit  der  schwachen  endung  -«.  älter  auch  oft  mit  nom. 
sg.  mask.  auf  -i.  -e  (übrigen  kasus  auf  -a).  z.  b.  andvake,  -a 
schlaflos,  thnnbe  (auch  stark  dumbr)  stumm,  frvmoaxta  aus- 
gewachsen u.  a.ivs.  die  vollständige  materialsammlung  bei  Wessen, 
Zur  geschichte  der  germ.  w-deklination.  s.  136  ff.). 


b)    Flexion  des  komparativs  und  partic.  präs. 
§  435.     Paradigmen:  spakure  weiser,  gefande  gebend. 

mask.         fem.         neutr  mask.        fem.      neutr. 

Sg.  N.  spakare      spakare     spakara  gefande     gefande     gefanda 

G.  D.  A.  spakara      spakare      spakara  gefanda    gefande     gefanda 

PL  X.  G.  spakare  gefande 

I>.  BpQkorom,  spdkaröm  geftmdom.  -oadom,  gefmiäom 

A  spakare  gefande 


298  §  436.  437.  Komparation. 

Anm.  1.  Im  anorw.  können  alle  kasus,  sowol  im  sg.  als  im  pl., 
auf  -e  (selten  auf  -d,  s.  Wadstern,  F.  Hom.,  s.  100)  enden.  Im  aisl.  kommt 
selten  (später  häufiger)  dat.  pl.  auf  -e.  -i  vor ;  in  rimur  einigemal  acc.  sg. 
m.  auf  -»  (s.  Gislason,  Efterladte  skrifter  11,179).  Vgl.  noch  porkelsson, 
Athugasemdir,  s.  10 f.;  Wimmer,  Lsesebog*  s.  XXIV  note;  Wisen,  Riddara 
Rimur  s.  XXXIX. 

Anm.  2.  Im  anorw.  kann,  wenn  auch  selten,  der  komparativ  nach 
§•±33  flektiert  werden  (s.  porkelsson,  Athugasemdir,  s.  9  f. ,  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  81);  bisweilen  auch  stark,  z.  b.  gen.  sg.  f.  mceirrar, 
dat.  sg.  ntr.  bcetrn,  fkeiru,  mceiru  (s.  Hsegstad,  a.  o.  I,  s.  118  und  II,  2,  i, 
s.  181,  183). 


C.    Komparation. 

§  436.  Die  steigerungsformen  des  adjektivs  können  nach 
dreifacher  art  gebildet  werden: 

1.  Komp.  mit  suffix  -ar-,  superl.  mit  suff.  -ast-  (-azt-  §  310 
anm.  3),   z.  b.  spakr  verständig,   komp.  spakare,  sup.  spakastr. 

Anm.  1.  Aus  urn.  zeit  ist  ein  hierher  gehöriger  superl.  belegt :  noni. 
pl.  m.  sijosteR  (Tune).    Vgl.  got.  armöza,  armösts. 

2.  Komp.  mit  suff.  ->•-  (aus  -in.-,  got.  -iz-),  superl.  mit  dem 
suff.  -s£-  (aus  -ist-,  got.  -ist-);  ^-umlaut  des  wurzelvokals  tritt 
(bei  langer  silbe  immer,  bei  kurzer  —  nur  durch  ein  beisp. 
vertreten  —  gewöhnlich,  vgl.  §  06, 1,  §  67,  c)  sowol  im  komp. 
als  superl.  ein,  z.  b.  lanyr  lang,  komp.  lengre,  superl.  lengstr: 
göpr  gut,  komp.  betre,  superl.  beztr  (baztr). 

3.  Komp.  mit  suffix  -r  (aus  -ar-,  -er-  und  -r,  vgl.  got.  aftarö 
und  aftra,  ahd.  aftaro,  -ero  und  -ro),  superl.  entweder  nach  2 
oder  1  oben  gebildet;  i-umlaut  tritt  im  komp.  gewöhnlich 
(aber  auch  bei  langer  Wurzelsilbe  nicht  immer)  ein.  Positiv 
fehlt  bei  allen  hierhergehörigen  Wörtern.  Beisp.  s.  §  441. 
Vgl.  F.  de  Saussure  in  Melanges  Renier,  s.  383. 

Anm.  2.     Das  partic.  präs.  wird  nie,  das  partic  prät.  seit,  gesteigert. 
Anm.  3.    Der  komparativ  flektiert  nur  schwach  (§  435).  der  Superlativ 
sowol  stark  (§  427)  als  schwach  (§  433). 

§  437.    Wie  spakr  gehen  die  meisten  adj.,  z.  b. 
fegenn  froh                      fegnare  fegnastr 

gofogr  vornehm  gofgare  ggfgastr 

heilagr  heilig  heigare  §  128  helgastr 

huass  scharf  huassare  huassastr 


s,  438.  Komparation. 


kndnn  tüchtig  hnär{r)e  §  130.  §  280,  2  hndstr 

mdttegr  mächtig-  mdtkare  §  239. 1.  a  mdtkastr 

ndenn  nahe  ndnare,  vgl.  §  428  nanaatr 

)  Ermächtig;  vgl.  §439   rikare  (vgl.  §  431  anm.  1)  rikastr 

toder  rasch  rosk{u)are  (vgl.  £  430  anm.  3)  roski  u)astr 

ritr  klug  ritrare  vitrastr 

>>>•>•  freigebig  oruare  §  430  ruastr 

Anm.  1.  Anal,  kontrahiert  siud  mioi\r)e  (miäre  Hb..  s.  XXXVII  i. 
Diiöstr  neben  miöfure  (miäfare),  miöfestr  zu  »nur.  miar  schmal:  ebenso 
fröre,  frästr  neben  frafastr  (fröfantr)  zu  fror,  fror  hurtig. 

Anm.  2.  Der  positiv  fehlt  bei  siakhiore  'seltener',  fialdmmitr  und 
ist  nur  im  acc.  s£>\  ntr.  als  adv.  s/aldan  (§  425  anm.  2)  erhalten.  Ein 
primitiveres  *sialdr  ist  in  Zusammensetzungen  wie  siaM-sänt  -selten'  und 
adv.  komp.  sialdar  belegt. 

§  138.     Wie  lau  t/r  gehen  ziemlich  viele  adj..  z.  b. 


fagr  schön  fegre  §  277.  3 

fdr\):)  wenig  fa3r(r)e  (vgl.  anm.  2) 

(jnumr.  grupr  seicht  yrynnn:  <jnjl>re 

hdt\r),  hör(r)  hoch  h(kr(/)e.  höre 


hreinn  rein 
ld.gr  niedrig 
,skam(m)r  kurz 
smmjf)  klein 
störr  gross 
NMpr  jung 
pr>mgr  eng 


hreinne  §  277,  1 

Icegre 

skem(m)re 

.mi(er(f)e  (vgl.  anm.  2) 

större 

yngre  (vgl.  anm.  3) 

prengre 


fegrstr 
fdtstr 

grgtutr  $  310,  1 
h(Estr,  büstr 
hreinstr 
Icegxtr 
skemstr 
smästr 
■stdrstr 
gngstr 

prmigstr  (vgl.  §  439 
anm.  2) 

So  gehen  auch  (ausser  den  in  §  439  erwähnten  Wörtern; 
vgl.  auch  §  440)  u.  a.  gr&nn  grün.  \dzr  lau.  mein»  schädlich. 
skirr.  skyrr  (aber  zu  der  form  skeerr  superl.  skeerastr)  hell. 
siA/r  klug,  synn  offenbar,  /n/kkr  dick,  rdinn  (vgl.  §'439  anm.  2) 
schön:  wahrscheinlich  auch  die  nur  im  komp.  belegten  auphdnn 
erbittlich.  aujyveldr  leicht  zu  bewältigen,  ferr  imstande  zu 
fahren,  gagns&r  durchsichtig  und  das  nur  im  superl.  belegte 
peegy  annehmlich. 

Anm.  1.  Im  positiv  fehlen  Itrhlre,  helzir  (ludzlr  Hb..  s.  XXXVII)  vor- 
züglichst, dpre,  4ztr  vornehmst.  »  -v.  anorw.  seit,  »ere  und  öfter 
nestr  (s.  Hsegstad.  Vestno.  maalf.  I.  s.  137.  148  und  II.  2.  i.  s.  94.  95  sowie 
Gamalnorsk  fragment.  s.  10.  wo  unrichtige  erklärungi    nächst'  (vgl.  posit. 


300  §  439.   Komparation. 

na-,  no-,  §77,2,  §78  'nahe-'  in  Zusammensetzungen)  und  fytre  'früher', 
fyrstr,  fystr  §  272,  3  (sehr  seit.  —  wenn  nicht  Schreibfehler  —  ohne  umlaut, 
§67,  c,  im  ausdruck  i  fursfonne  statt  t  fyrstonne  'anfangs')  'erst'.  Vgl. 
noch  §  440. 

Anm.  2.  Von  smär  und  für  kommen  im  komp.  auch  seit,  snwre  (Gis- 
lason,  Um  frumparta  s.  154,  Unger,  Saga  BiÖriks,  s.  XVIII,  Hsegstad, 
Gamalnorsk  fragment,  s.  10;  vgl.  anm.  1  oben),  f&re  (Unger  a.  o.)  vor. 

Anm.  3.  Von  vm.gr  jung  kommt  im  komp.  auch  ihr  (§113;  got. 
juhiza)  vor;  im  superl.  ist  einmal  ürstr  (nach  anm.  4)  belegt. 

Anm.  4.  Sehr  seit,  dringt  ;•  aus  dem  komp.  in  den  superl.  hinein. 
So  findet  sich  von  für  neben  frestr  auch  febretr;  über  erstr  s.  anm.  3  oben. 
Vgl.  §  442,  3. 

Anm.  5.  Die  adj.  (urspr.  participia)  auf  -Utk'  werden  im  allg.  durch 
vorangestelltes  betr,  bezt  kompariert,  z.  b.  snp.  viliazir,  häufiger  bezt  viliadr 
'am  meisten  geneigt'. 

§  439.  Doppelte  Steigerungsformen  (nach  §  437  und  §  438) 
haben  einige  adj.  wie  z.  b.  diiipr  (diüpare,  diüpastr  und  dypre, 
d;'/pstr)  tief,  dyrr  teuer,  f'ramr  vorzüglich  (komp.  und  sup.  in 
der  bedeutung  'vorder',  'vorderst'),  frceyr  (frägre.  frcegstr  und 
später  frcegare,  -astr)  berühmt,  gleggr  {yleyyuare.  yleyyuastr 
und  yhyyre,  yleyystr)  deutlich,  yreipr  (komp.  nicht  belegt) 
leicht  zu  bewerkstelligen,  hcettr  (superl.  nicht  belegt)  gefährlich, 
rikr  mächtig,  skyyn  (skyyne,  skyynstr  und  skyynare,  -astr) 
klarsehend,  shyldr  verwandt,  sterhr  (styrkr  §  167;  seit.  komp. 
sterkare,  superl.  alt  gew.  sterkstr)  stark,  punar  schwer.  punnr 
dünn.  Ueber  die  eigentlich  nicht  hierhergehörigen  midr.  frdr 
s.  §  437  anm.  1. 

Anm.  1.  Einige  adj.,  die  nach  §  437  gehen,  haben  nur  im  komp.  doppel- 
formen, z.  b.  giofoU,  komp.  gioflare  und  gio fülle,  freigebig;  müdr  milde; 
nyr,  komp.  nyi'are  (seit.)  und  nyr(r)e,  neu ;  slrm;  komp.  skefarc  und  skh-(r)e, 
stumpf;  setr  süss;  tryggr,  komp.  tryggvarr  und  irygyre,  treu. 

Anm.  2.  Einige  adj.,  die  nach  §438  gehen,  haben  nur  im  superl. 
doppelformen,  z.  b.  fript  schön  ;  heill  gesund  j  Iwgr,  sup.  hfgetr  und  Iwgiaxtr. 
bequem;  seinn,  sup.  seimtr  und  temastr,  langsam;  still,  sup.  xcrtstr  und 
soblastr,  glücklich;  vildr  (sup.  seit,  rilzlr,  s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  72) 
beliebt;  vihin  (aap.  vdbnastr  erst  in  rimur,  s.  Gislason,  Efterladte  skrifter 
II,  179;  früher,  aber  sehr  seit,  im  anorw.,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  118) 
schön;  prongr,  sup.  firengstr  und  proHyatyistr  (s.  Vigfusson),  pronguastr 
(s.  Hertzberg),  eng.  Doppelbildung  nur  im  komp.  zeigt  renal/,  komp.  aisl. 
resaUe,  anorw.  veslare,  sup.  vesalstr  elend  (vgl.  §  428, 1). 

Anm.  3.  Gemischte  koraparation,  so  dass  komp.  nach  §  438  und  superl. 
nach  §  437  gebildet  ist,  kommt  wol  nur  scheinbar  vor,  z.  b.  uu/jegr,  aupegre, 
mipgastr  reich  und   (mit  wenigen  ausnahmen,   s.  Flom,  The  language  of 


§  440.  441.   Komparation. 


301 


the  Konungs  skuggsjä.  s.  138)  die  auf  -legr  wie  wejßegr,  -legr>\  JekjtUHr  (aber 
acc.  -legstan  usw.,  s.  §428:  seit,  anorw.  anal,  -legst)  prächtig,  wo  synkope 
nach  §  156  anzunehmen  ist.  Komp.  nach  §  437  und  superl.  nach  §  438  zeigt 
fiohnetmr,  -rnrnnare.  -mentir  von  vielen  lenten  begleitet. 

§  440.  Einige  adj..  die  nach  §  438  gehen,  aber  nur  in 
komp.  und  superl.  vorkommen,  ersetzen  den  fehlenden  positiv 
durch  Wörter,  die  ihrerseits  nur  im  pos.  vorkommen: 


gamaU  (alt  auch  al- 

denn)  alt 
gopr  gut 

>lh\  rändr  böse 
litell  klein 
margr  (anorw.  seit. 
mangr)  mancher 
mikeü  (m/fkilT)  gross 


eure    (seit,    anorw.     elstr  §  310. 1 

cehlri) 
betrt    (vgl.   §  416 

anm.  3  schlussi 
rerre  s.  anm.  2 
minne  §  277,  4,  b 
fleire 


bfitr,  alt  gew.  baztr 

§67,c 
rerstr,  restr  §  272.  3 
minztr  §  310.  1 
flestr  §  128 


meire 


mestr  §  128 


Anm.  1.  Hierher  kann  auch  ffiafcfowm,  rialdmare,  tktkhmstr  (s.  §  437 
anm.  2)  gerechnet  werden. 

Anm.  2.  Verve  statt  *vü*e  (s.  §63.  3)  beruht  wol  teils  auf  anschluss 
an  da-ss  adv.  verr  (got.  wah*) .  das  nach  Usthoff  aus  "versa*  teine  bilduug 
wie  lat.  mmnm)  entstanden  ist.  teils  auf  dem  einrluss  von  betrt  (s.  Pipping. 

Neuphilologisrhe  Mitteilungen  1902.  15.  11.— 15.  12..  s.  3). 

§  441.  Der  dritten  komparationsart  (§  43(5.  3)  gehören  nur: 
(vgl.  präp.  af  ab)       efre  später 


(vgl.  adv.  apUiu  von 

hinten) 
( vgl.     adv.    uuston 

von  osten  her) 
(vgl.  das  späte  und 

sehr  seit.  adv. //'>?/• 

fern) 
(vgl.    adv.   handän 

von  jener  seitei 
(vgl.  adv. /»«  hinein; 
(vgl.      adv.     »epnn 

unten) 


eptre  (sehr  seit,  op- 
tre)\  aptate 

eifstre 

fiarre.  seit,  firre  fern; 
t>n> ort  entfernter 

hmdre  später 

innre,  ifire  §  261 

§  280  anm.  4 


e/&r,e/fr(§291anm.2) 

letzt 
epztr:  aptastr  hinterst 

austastr  östlichst 

fhttr  entferntest 

hmztr  letzt 

inztr  innerst 
neztr  unter. st 


302 


§  442.   Komparation  der  adverbia. 


(vgl.    adv.    norpan    nj/rprf\7ierj)re.ner])-    )i//i\:h\  nontr,  nerztr\ 
von  norden  her)        re  (seit,  norpre);        horpästr  nördlichst 

nor])ar(r)e 
(vgl.  präp.  of  über)    efre,  efre  §  119 
(vgl.  adv.  s/p  spät)    sipre;  sipar{r)e,  vgl 

§  442,  1 


(vgl.    adv.    sunnan    sy\yre  §  261,  anorw. 
von  Süden  her)  auch  sundri,  sun- 

nare 
(vgl.  adv.  üt  hinaus)   ytre,  ytre  §  127,5 


ofstr,  efstr  oberst 
stpastr,  siparstr  (vgl. 
§  438  anm.  4),  ##- 
arastr  spätest 
synztr,   sy.Hr  (§  266, 
2,  a)  südlichst 

yztr,  yztr,  anorw.  auch 
ytarstr  äusserst 
vestastr  westlichst 


(vgl  adv.  vestan  von   vestre 
westen  her) 

Anm.  Nur  im  komp.  kommen  vor:  vinstre  (seit,  vistre  §299,4)  link 
und  dessen  (urspr.  zu  luif/r  bequem  nach  §  438  hörender)  gegensatz 
högre  recht. 


Anhang:  Komparation  der  adverbia. 

§  412.  Die  adverbia  werden  im  allgemeinen  ganz  wie 
die  adj.  gesteigert,  also  in  dreifacher  weise: 

1.  Komp.  -ar  (oft  -arr  §  280  anm.  4,  anorw.  bisweilen  -are. 
s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  207),  sup.  auf  -eist,  z.  b.  opt 
oft,  0}jtar(r),  optast;  sialdan  selten,  sialdnar  (und  sialdar  §  437 
anm. .2),  sialdnast-,  vipa  weit,  npar(r),  vipast,  u.  a.;  bes.  alle 
auf  -la  und  -lega. 

2.  Komp.  auf  -r,  sup.  auf  -st,  beide  mit  i-umlaut  der 
Wurzelsilbe,  z.  b.  ggrua,  gerua  (s.  §  77,  7)  genau,  gerr,  gorst; 
{nä-y  no-  vgl.  §  438  anm.  1;  urspr.  komp.)  ncer  und  ner  (nach 
nest,  s.  §  127, 6),  seit,  nach  1  oben  alt  u.  dicht,  ndar  (s.  Sievers, 
Arkiv  V,  133  f.),  etwas  später  auch  nceri  nahe,  komp.  nd'rr, 
später  auch  ncerri,  sup.  ncest,  nest  §  127,  6  und  durch  kon- 
tamination  nest  (s.  H&gstad,  Vestno.  maalf.  II,  i,  s.  31);  snem(m)a. 
snim(m)a  bald,  snem(m)r,  snim(m)r  früher,  snemst,  snimst  neulich; 
lenge  lange,  lengr  (temporal,  vgl.  anm.  3),  lengst;  skamt  kurz, 
skem(m)r  (temporal,  vgl.  anm.  3),  skemst,  u.  h. 

Anm.  1.  Im  positiv  fehlen  (vgl.  §  438  anm.  1)  sipr  weniger,  s/n/y, 
Tgl.  3  unten:  fi/rr  früher,  fyrst,  fyti,  §272,8,  zuerst. 


§  443.   Komparation  der  adverbia.     i;  444.    Kardinalzahlen.        303 

Auni.  2.  Poppelformen  kommen  auch  hier  (vgl.  §  439)  bisweilen  vor. 
/..  b.  fram(w)  vorwärts,  hervor  (vgl.  §  277  anm.  5).  fremr  und  framar(r), 
fremst  und  framast,  -arst  (vgl.  §  438  anm.  4). 

3.  Die  dritte  komparationsart  weicht  bei  den  adv.  insofern 
von  der  entsprechenden  der  adj.  (s.  ij  436.  3.  §  441)  ab,  als  der 
komp.  auf  -<tr(r).  der  'superl.  auf  -a(r)st  endet,  z.  b.  sip  spät, 
sij)ar(r\  $>.pa(r)st  (vgl.  anm.  1  oben).  So  gehen  noch  die  schon 
§  441  erwähnten  adv.  aptan.  austan.  inn.  nejmn.  norpan,  summ». 
dt,  vestan;  abweichend  jumr  {fmrre.  ferre.  s.  Jönsson.  Skjalde- 
sprog,  s.  116,  M.  Olsen.  Volsunga  saga,  s.  LXXVI).  fm\  fnst 
und  (handan),  hindar(r).  hmet 

Anm.  3.  Wie  im  positiv  (z.  b.  ritt  neben  vipa  weit)  und  superl.  (z.  b. 
ijzt  neben  utarat,  annnv.  auch  fttthnst.  äusserst),  so  kann  auch  im  komp. 
die  form  des  acc.  sg.  (seit,  pl.)  ntr.  des  adj.  statt  der  eigentlich  adverbialen 
form  verwendet  werden.  Bei  vielen  Wörtern  ist  in  der  älteren  zeit  diese 
bildung  sogar  die  einzig  gebräuchliche,  z.  b.  tißara  zu  t/tt  oft,  lengra 
(lokal,  vgl.  2  oben)  zu  langt  laug,  skem(m)ra  (lokal,  vgl.  2  obeu)  zu  skomt 
kurz  (s.  porkelsson.  Athugasemdir.  s.  25  ff.);  sonst  z.  b.  vipara  neben 
ripnrir)  weiter,  fyrre  neben  fyrr  früher,  seltener  optare  neben  optor(r)  öfter. 

Anm.  4.  Bisweilen  kann  der  adverbialen  komparativform  noch  »wir  r) 
>mehr"  angehängt  werden,  z.  b.  fymneirir)  früher,  firrmeir(r)  ferner, 
n(e(r)meir(r)  näher,  ofarmrinr)  mehr  nach  oben,  sipanncirin  mehr  nach 
unten,  später. 

§  443.  Besonders  ist  zu  merken  die  suppletorische  kom- 
paration  (vgl.  §  440)  folgender  adverbia: 

yiarna  gern  heldr,  giamara  helz{t)  303.  1 

illa  §  127,  2  übel  ven  verst,  rest  §  272.  3 

VH{t)  §  160  anm.  wenig     minnr.  mipr  mimt 

miok  sehr  meir(r)  mest 

npp  auf wärts  (vgl.  ofxxbev)  ofar(r),  ofarmeir(r)  ofa(r)st 

vel(worw.vel,vcel,vdty'Wo\  betr  bezt,  bazt 


Kap.  3.   Die  Zahlwörter. 

a)  Kardinalzahlen. 

v?  !  U.     Kinn,  mn  §  128  'ein'.  ;einer  flektiert: 

raask.                          fem.  neutr. 

8g.  N.  einn                            ein  eitt  §  B66,  2.  a 

G.  eins                             einnar  tMii- 

Di  einem,  erinuti           einne.  teimn  eino,  ttiuu 

A.  einn  §  428, 5             eiirn  eitt 


&04  §  445.  446.  Kardinalzahlen. 

mask.  fem.  neutr. 

PI.  N.  einer,  ceinir  einar  ein 

Gr.  einua  einna  einna 

D.  einom,  mmtm  einom.  semutn  einom,  crinvw 

A.  eina  einar  ein 

Anm.  1.  Der  pL  kommt  in  den  bedeutungen  'irgend  ein*  und  'allein" 
vor.  In  der  letzteren  bedeutung  kommt  auch  schwache  flexion:  eine,  eina 
usw.  (nach  §  433)  vor. 

Anm.  2.  In  etwas  späteren  Schriften  kann  eiun  auch  als  unbestimmter 
artikel  gebraucht  werden. 

§445.    Tueir  'zwei'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

N.  tueir  tuser  §  71, 2  tuau  (seit,  tua) 

Gr.  tueggia,  tnaiggia  tueggia,  tmeggia  tueggia,  tmeggia  §  227,  1 

D.  tueim  tueim  tueim 

A.  taä  tuser  tuau  (seit,  tua) 

Anm.  1.  Dat.  heisst  alt  (vor  c.  1200;  einige  spätere  beisp.  s.  bei 
porkelsson,  Supplement  IV,  152,  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  26,  und 
Wimmer,  Aarheger  1867,  s.  59)  auch  tueimr,  s.  §  277  anm.  5. 

Anm.  2.  Acc.  m.  hat  in  alten  gedichten  bisweilen  die  anal,  (nach 
bläa,  grün  u.  dgl.)  gebildete  form  tudä;  s.  Jonsson,  Skjaldesprog  s.  85; 
porkelsson,  Supplement  IV,  152. 

Anm.  3.  Aeusserst  seltene  formen  sind  nom.  m.  tuier  (St.  Hom.), 
nom.  acc.  f.  hier  (Reykj.  mald.,  Rimb.),  tueir  (St.  Hom.,  Strengleikar  s.  46), 
ntr.  tu  (s.  Hregstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  198).  mnorw.  auch  ptUmg  |  s. 
§  305  anm.  3). 

Anm.  4.  Tuemier,  tuhmer  'zwei'  (über  den  bedeutungsunterscbied 
von  tueir  und  tuenner  s.  Sievers  bei  Brugmanu,  Die  distributiven,  s.  71  ff.) 
flektiert  ganz  wie  ein  starkes  adj.  Jedoch  kann  im  nom.  acc.  ntr.  (anorw. 
auch  in  anderen  kasus)  bisweilen  titenne  neben  titenn  (aisl.  auch  seit,  tucnneu ; 
anorw.  auch  titinn,  tuinni,  z.  b.  Jonsson,  Fagrskinna,  s.  XX VII,  tynni,  ja 
ein  sg.  titint)  vorkommen. 

§446.     Bäfter  'alle  zwei',  'beide'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

N.  bäper  bäpar  b«pe,  bade 

G.  beggia,  bceggia,  bä&ra     beggia,  bceggia,  bofya     beggia,  bceggia,  bäöra 

D.  bopom.  bä&om  böpom,  bddom  bopom,  bäDom 

A.  bäpa  bapar  baepe,  bäÖt 

Anm.  1.  Nom.  acc.  ntr.  kann  im  anorw.  bisweilen  und  ziemlich 
spät  bdeöen,  bäöen  (wie  im  aschw.)  heissen;  im  aisl.  alt  und  seit,  beißt- 
(St.  Hom.),  bepe  (so  immer  in  der  Hauksbok,  gew.  im  Cod.  AM.  »145,  4U, 
bisweilen  mnorw.,  s.  Hpegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2.  i,  s.  95),  dies  aber  gew, 
als  konj.  'sowol*  (.  .  .  .  als). 


§447—449.  Kardinalzahlen.  305 

Anm.  2.  Gen.  kann  mnorw.  bisweilen  auf  -ins.  -Art,  -*•  enden,  s. 
Falk  und  Torp,  Dansk-norskens  syntax,  s.  XV  note. 

§  447.    Prir  'drei'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

N.  prir  priär,  prear  J>riü 

ff.  priggia  priggia  priggia  §  227, 1 

T).  prim'r).  prem(r)     prim(r),  prem(r)  prim(r),  prem(r)  55  277  anm.  5 

A.  pria,  prea,  pre       priär,  jf»-e'or  J>riu 

Anm.  1.    Aus  urn.  zeit  ist  nom.  f.  als  prtjon  (Tune)  belegt. 

Anm.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  nom.  acc.  ntr. priö  (Agrip, 
Dablerups  ausg.  s.  XV),  anorw.  prü  (s.  Haegstad,  Vestno.  inaalf.  11,2,1, 
s.  119),  mnorw. prea  (s.  Haegstad,  Kong.  s.  37),  try  (Haegstad,  Vestno.  maalr'. 
II.  2,  1.  s.  198). 

Anm.  3.  Prenner,  prinner  'drei'  (vgl.  §445  anm.  4)  geht  wie  ein 
starkes  adj.,  nur  dass  im  nom.  acc.  ntr.  anorw.  prenne  (Haegstad,  Q.  Tr.. 
s.  43),  aisl.  prenne n  (Jonsson,  Skjaldesprog  s.  87)  vorkommen  kann. 

§  448.  Fiorer  (mnorw.  auch  firir.  s.  Haegstad.  Vestno. 
maalf.  II,  2, 1.  s.  198)  'vier'  flektiert: 

mask.  fem.  neutr. 

N.  fiörer  fiorar         ■  liogor  §  259,  fiugnr  §  89  anm.  1 

Ct.  fiogorra,  fingurra     fiogorra,  fingurra     fiogorra,  fingurra 
D.  fiörom  fioroni  fiörom 

A.  fiora  fiörar  fiogor,  fiugur 

Anm.  1.  Sehr  seit,  ist  mnorw.  gen.  figurra  (Fritzner,  Haegstad. 
Vestno.  maalf.  ü,  1,  s.  84),  fygura  (Haegstad,  a.  0.) ;  vgl.  agutn.  fygura  und 
aschw.  nom.  acc.  ntr.  fighur. 

Anm.  2.    Ferner  'vier*  (vgl.  §  415  anm.  4)  geht  wie  ein  starkes  adj. 

§  449.  Indeklinabel  sind  (von  dem  vereinzelten  dat.  anorw. 
siaum,  s.  Fritzner,  abgesehen)  die  zahlen  von  5  bis  20.  Sie 
lauten:  fim  (seit.  fimm,  s.  porkelsson,  Timarit  1901,  s.  68,  mnorw. 
femm,  s.  Haegstad,  a.  0.  II,  2, 1,  s.  103;  vgl.  §  298,2)  5,  sex  6. 
fMM  7,  ätta  8.  nio  9.  tio  10,  ellefo  11,  tolf  12,  prettdn  (§  266,  2) 
13,  fiog(o)rtdn  (anorw.  auch  fiug(u)rtän),  fiortan  (vgl.  160  anm., 
§  89  mit  anm.  1)  14,  fimtän  15,  sextdn  16,  siaut{i)än  §  295 
anm.  1)  17,  dt{t)iän  18,  nitiän  19,  tottogo  (§266,2),  tuttugu, 
tuitiän  20. 

Anm.  Seit,  nebenformen  sind,  für  7:  siö  (Agrip;  Cod.  655,  4°;  Fritzner; 
porkelsson,  Supplement  TL),  misl.  sie  (porkelsson,  ib.  I:  ein  erklärungs- 
versuch  bei  Kock,  Beitr.  XV,  252  f.),  anorw.  siaug  (Fritzner  und  §  305 
anm.  3;  vgl.  aschw.  siügh,  afries.  siugon);  11:  anorw.  celliufu  §  235,  2,  cellugu 
(§  172,1;  §256),  mnorw.  tettuva  §172,1;   12:  tuolf  §77.10;   13:  preti&n 

Noreen,  Altisl.  graram.    4.  aufl.  20 


306  §450— 453.  Kardinalzahlen.    §  454.  455.  Ordinalzahlen. 

(Jonsson,  Skjaldesprog  s.  87;  vgl.  auch  prentän-de  §  456  anm.);  14:  anorw. 
fiürtän  (Fritzner,  vgl.  das  aschw. ;  vgl.  auch  fiörtiän-de  §456  anm);  15: 
flmtiän  (Jönsson,  a.  o.);  16:  sextiän  (Jonsson,  a.  o.);  17:  sautiän,  s(i)eytiän, 
anorw.  siötiän,  misl.  sietiän  (s.  Fritzner;  Vigfusson;  porkelsson,  Supple- 
ment I;  Gislason,  Aarboger  1879,  s.  161);  20:  tiogo  §  89, 1  (kaum  suecismus 
wie  Bugge,  Arkiv  II,  252  note  vermutet,  denn  vgl.  tiugu  hier  unten),  anorw. 
tuittugu,  tyttugu,  tugtugu,  tyktugu  (Fritzner ;  Hsegstad,  G.  Tr.  s.  52,  Vestno. 
maalf.  II,  1,  s.  17,  II,  2,  i,  s.  170  und  II,  2,  n,  s.  23  f.),  tut(e)gu,  tutigu  (beides 
im  Hoprekstader  buche),  tiugu  (F.  Jönsson,  Fagrskinna,  s.  222),  orkn.  tuttu(gu) 
(Hsegstad,  Hild.,  s.  63). 

§  450.  Die  zahlen  30,  40  usw.  bis  110  werden  durch  3, 
4  usw.  mit  folgendem  pl.  des  subst.  tig?%  tegr,  tegr,  togr,  tugr 
(§395  anm.  3)  'anzahl  von  zehn'  gebildet;  also  p>rir  tiger,  teger 
usw.  30,  fiörer  tiger  40,  ellefo  tiger  110.  Später  hat  man 
indeklinabel:  Jbriätigi  (shetl.  prcetige,  s.  Hsegstad,  Hild.,  s.  42, 
anorw.  ]>rcettigi,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  34  und  111), 
fiörutigi,  fimtigi,  sextigi  (-togo  Re}rkj.  mald.,  -tugu  Hb.,  s.  L VII, 
anorw.  -tigu,  s.  Hasgstad,  a.  o.  II,  2,  i,  s.  197)  usw.,  noch  später 
PridUu,  fiörutiu,  ßmtiu  usw. 

§  451.  Die  zahlen  21 — 29,  31 — 39  usw.  werden  in  fol- 
gender weise  gebildet:  tottogo  ok  einn  oder  einn  ok  tottogo  21, 
fiorer  tiger  ok  fim,  fim  ok  f.  t.  45,  ellefo  tiger  ok  nio  119  usw. 

§  452.  Hundra])  120  (Jmndrap  tolfrätt;  seit,  in  der  be- 
deutung  von  100,  hundrap  tirMt,  das  gew.  durch  tio  tiger 
bezeichnet  wird)  ist  ein  subst.  neutr.,  das  nach  §  361  flektiert; 
also  tuau  hundro])  240,  firiil  hundrop  360  usw. 

Anm.     Seit,  wird  hundrap  als  indeklinables  adj.  gebraucht. 

§  453.  Pusund,  ])ushund  1200  (seit.  1000)  ist  ein  subst. 
fem.,  das  nach  §  390  flektiert;  also  tucer  Jaistinder  2400  usw. 
Die  nebenform  ptisundraj)  ist  natürlich  neutr.  nach  §  361. 

b)    Ordinalzahlen. 

§  454.  Fyrstr  (stark  nach  §  427)  oder  fyrste  (schwach 
nach  §  433)  'der  erste'  (vgl.  §  438  anm.  1).  Bei  aufzählung 
und  in  den  Verbindungen  '21ste'  usw.  kann  auch  die  kardinal- 
zahl  einn  oder  eine  gebraucht  werden  (vgl.  §  444  mit  anm.  1). 

§  455.  Annarr  'der  zweite'  (auch  'der  eine'  oder  'der 
andere')  wird  in  folgender  weise  (nur  stark)  flektiert: 


§456—458.  Ordinalzahlen. 


307 


mask. 

fem. 

nentr. 

Sg.  K. 

annarr 

Qnnor.  anmtr 

annat  §  300. 1 

G. 

annars 

annarrar 

annars 

D. 

Qprom,  abrum  §  261 

an  narre 

qpro,  abrn 

A. 

annan  §300,1  mit  anm.  1 

af>ra 

annat 

PI.  N. 

aprer 

aprar 

Qnnor,  cuniur 

G. 

annarra 

annarra 

annarra 

D. 

Qprom,  abrum 

oprom,  abrum 

oprom,  abrum 

A. 

ap>ra 

aprar 

qnnor.  annur 

Anm.  Seit  1300  zeigt  sich  anorw.  gen.  pl.  annra,  dat.  pl.  and  nun, 
acc.  pl.  andra  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  147  nnd  II.  2.  i.  B.  134);  vgl. 
§  305  anm.  1. 

§456.  Die  Ordinalzahlen  für  3 — 12  lauten:  Jjripe;  fiorpe, 
fwrpe;  fimte;  sette  (anorw.  auch  sexte);  siaunde.  stunde;  dtte. 
dttande,  ottonde:  nionde:  tionde;  ellepte:  tolfte.  Diese,  wie  alle 
folgenden,  flektieren  nur  schwach  (nach  §  433).  wobei  Jjripe 
(fem.pripia  usw.)  als  -jan-,  -Jon -stamm  geht. 

Zu  13 — 19  sind  die  ordinalia  aus  den  kardin  alzahlen 
durch  zufügung  von  -de  gebildet;  also  prettdnde  usw. 

Anm.  Seit,  nehenformen  sind,  zu  7:  sionde  (Hb.  s.  XXV;  Fritzuer; 
Lind,  Dopnamn,  sp.  873;  siende),  anorw.  sütudi  (Wadstein,  F.  Hom.,  s.  140); 
1 1 :  anorw.  tellhifti  §  235,  2,  eUyfti  §  77,  7,  §  85,  ellykti  §  257.  e^epti,  wlipti; 
13:  anorw.  prent ände  (s.  §258,2);  14:  anorw.  fiörtiände  (Hb.,  s.  XXXV: 
2  maliges  fogrtdnde  —  s.  Kock.  Arkiv  XXXIII,  253  —  ist  wo!  nur  Schreib- 
fehler); 17:  seytidnde. 

§  457.  Um  zu  20,  30,  40  usw.  die  ordinalia  zu  bekommen, 
hat  man  den  stammen  tot-  oder  tut-,  pri-.  fer-,  fim-,  sex-,  siau-, 
dthi-,  ni-  die  endung  -togonde,  -tugonde,  -tegonde,  -tegonde. 
-tngande,  später  -tugti  (-tukti),  noch  später  -tugasti  anzuhängen. 
z.  b.  tottogonde,  tuttugonde  usw.  der  zwanzigste  usw. 

Anm.  1.  Neben  tottogonde  usw.  kommt  auch  tadüamde,  seit,  tugtugti 
(sehr  seit,  anorw.  tyttugti,  tyktugti,  s.  Hsegstad.  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  170: 
vgl.  §  449  anm.)  vor,  neben  pritogonde  auch  seit.  aisl.  prettogonät 
(St.  Hom.),  anorw. pretugti,  priätygtt;  neben  fertugti  auch  fioriugti. 

Anm.  2.  Zu  100  und  noch  höhereu  zahlen  kommen  in  der  alten 
spräche  keine  ordinalia  vor. 

§  458.    Zu  21—29,  31—39  usw.  lauten  die  Ordinalzahlen 
tottogonde  6k  fyrste  (oder  einn)  oder  auch  fgrste  {einn)  ok  totto 
gonde  usw. 


20* 


308  §459—463.  Andere  numeralia. 

c)   Andere  numeralia. 

§  459.  Multiplikativa  (adj.)  werden  durch  komposition  mit 
-faldr  gebildet:  ein-,  tut-  (seltener  tue-,  vgl.  §  111,2,  und  tuce- 
in  tucevetr  zweijährig),  pH-  (seit,  pre-),  fer-faldr  (anorw.  ver- 
einzelt ficer-,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  130)  usw.  Ausser- 
dem hat  man  tuepr,  tuennr  (alt  auch  tuipr,  tuinnr,  seit,  tuenn 
§  111,2,  tuinn,  vgl.  ags.  twin  zwirn)  doppelt,  Prepr,  prennr 
(seit,  pripr,  prinnr  und  prenn)  dreifach. 

Anm.  Die  pl.  tuenner  usw.,  prevmer,  ferner  werden  als  reine  kardinal- 
zahlen  gebraucht.    Vgl.  §  445  anm.  4,  §  447  anm.  3,  §  448  anm.  2. 

§  460.  Auf  die  frage  'wieviele  dekaden  enthaltend'  (bes. 
'wie  alt')  antworten  die  adj.  tuitegr  20  jähre  alt,  pHtegr 
30  jähre  alt,  fertegr  40  j.  a.,  fimtegr  50  j.  a.,  sextegr  60  j.  a., 
siautegr  (siötugr),  vgl.  anm.  1,  oder  siauräpr  70  j.  a.,  ättröpr 
80  j.  a.,  niröpr  od.  nitegr  90  j.  a.,  tiräpr  (seit,  teröpr)  100  j.  a., 
tolfräpr  120  j.  a. 

Anm.  1.  Statt  -tegr  kommt  seltener  -togr,  anorw.  (später  auch  aisl.) 
-tagr  vor;  vgl.  porkelsson,  Athugasemdir  s.  25.  Das  vereinzelte  tmtygr 
(Agrip,  s.  XVI)  ist  wol  nur  ein  Schreibfehler. 

Anm.  2.    Halffertegr  bedeutet  35  jähr  alt,  halfnirepr  85  j.  a.  usw. 

§  461.  Eine  anzahl  kann  bisweilen  auch  durch  subst. 
fem.  auf  -d,  -t  ausgedrückt  werden:  fimt,  sett,  siaund,  niund, 
tylft  (seit,  tolft  §  392,  3),  pritegt  usw.  vgl.  §  460)  anzahl  von 
5,  6,  7,  9,  12,  30  usw.;  vgl.  noch  cett,  ätt  drittel  des  runen- 
alphabets  (also  ursprünglich  8  runen,  s.  Brate,  Sv.  fornm.  tidskr. 
VII,  55  f.),  misl.  auch  oktant  des  horizonts  (s.  Hertzberg,  s.  679, 
sp.  2,  Bugge,  No.  I.  Indledning,  s.  33  f.),  tiund  zehnt.  Auf  -ing 
enden  eining  einheit,  tuen(n)ing  (vgl.  §  285,  2)  zweiheit, 
pren(n)ing  (prinn-)  dreiheit.  Isoliert  steht  tigr,  tegr  usw. 
(§  395  anm.  3)  anzahl  von  zehn. 

§  462.     Subst.  mask.  durch  -ung-  von  den  Ordinalzahlen 

abgeleitet  drücken  den  teil  aus:  prip{i)ongr  drittel,  fioipongr 

(fiörpongr)  viertel  usw.    Ausnahme  macht  helmingr,  hel(f)ningr 

(seit,  helfingr  §  237,  2)  oder  helfp,  -t  (anorw.  hcelfd,  -d  §  238 

anm.  8)  hälfte. 

§  463.   Von  Zahladverbien  kommen  nur  zwei  vor:  tysuar, 
uisuar  (anorw.  auch  tysuar,  tysuor,  tuisuor,  s.  Hertzberg)  zwei- 


§  464.  Persönliche  Pronomina. 


309 


mal,  prysuar,  prisuar  (anorw.  auch  oft  prysuar,  seltener prysuor, 
Prysor,  priss(u)or,  Presuor,  s.  Hertzberg)  dreimal.  Sonst  bedient 
man  sich  der  Umschreibungen  eino  sinne  einmal,  tueim  sinnom 
oder  tysuar  sinnom  zweimal.  Prim  oder  prysuar  sinnom  drei- 
mal, fiörom  sinnom  viermal  usw. 

Anm.     'Zum  ersten,  zweiten   etc.  male'  heisst  (et)  fyrsta  sinn,  (i) 
annat  sinn  (auch  opro  sinne),  (et)  pripia  sinn  usw. 


Kap.  4.  Pronomina. 

1.   Persönliche. 

a)   Ungeschlechtliche. 

§  464.  Diese  sind  ek  'ich',  pü,  du  (§  221, 1)  'du'  und  das 
reliexivum  der  dritten  person.  Die  flexion  zeigt  noch  einen 
dual. 

Sg.  N.       ek,  eg  §  248 
G.       min 
D.       mer 

A.       mik,  mig  §  248,  mek 
§  145  anm.  3 
Du.N.       vit,  vip  §  248,  mit 
§  278,    vet,    tuet 
§  145  anm.  3 
G.       okkar 
D.  A.  ok(k)r 
PI.  N.       ver,  v&r.  vier  §  278 
G.       vir 

D.  A.  oss,  (aisl.  auch)  oss, 
ös§  112,1,  §127,7 

Anm.  1.  Aus  urn.  zeit  ist  nur  die  erste  person  belegt:  Sg.  nom.  ek 
(Nedre  Hov,  Lindholm.  Kragehul.  Xordhuglen.  Eö,  Gallehus,  Magiemose, 
Tune.  Kjolevig,  Valsfjorden.  Faem«,  Järsbergi.  f A- (ßeistad),  ek?  (Veblungsnaes. 
By),  ik  (isum),  ekA?  (Stentoften),  Ak?  (Björketorp),  vgl.  §465  anm.  2;  dat. 
meR  (Opedal);  acc.  m[i]k  (Etelhem). 

Anm.  2.  Im  nom.  sg.  hat  das  anorw.  und  der  Shetlandsdialekt  bis- 
weilen iak  (wie  das  aschw.)  statt  ek,  s.  §94.  Im  15.  jahrh.  kommt  ein 
danisierendes  iek  vor.    Im  aisl.  kommt  seit,  ek  (woraus  nisl.  jeg)  vor. 

Anm.  3.  Im  gen.  sg.  kommt  pina  (vgl.  agutn.  refl.  sind)  statt  pin 
in  ein  paar  anorw.  runeninschr.  vor. 

Anm.  4.  Ueber  dat.  sg.  mcer,  ßctr  s.  §109  anm.  Mnorw.  kommen 
mik,  sik  auch  als  dat.  vor,  s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  187  und 
Festskrift  tu  Torp,  s.  70. 


hü 

— 

pin 

sin 

per 

ser 

pik,   pig  §  280,  fiek 

sik,    sig  §  248,    sek 

§  145  anm.  3 

§  145  anm.  3 

it,  ip  §  248,  pit  §  465 

— 

anm.  5,  piö 

ykkar 
yk(k)r 

?  wie  im  sg. 

er,  per  §  465  anm.  5 

— 

yp(u)ar§23oanm.  4 

\  wie  im  sg. 

310  §  465.    Persönliche  pronomina. 

Aum.  5.  Nom.  pl.  vctr  statt  ver  kommt  anorw.  seit  c.  1250  (z.  b.  Elis 
saga  47 mal  vdr  :  1  mal  ver),  aisl.  seit  c.  1300  (z.  b.  Morgenstern,  AM.  frag- 
mente,  s.  46 f.,  und  im  Cod.  reg.  der  Snorra  Edda  ausschliesslich)  vor  und 
ist  in  den  'limur'  des  15.  jahrhs.  häufig  (s.  Gislason,  Njäla  II,  602  f.); 
s.  §  109  aum.  Alt  und  äusserst  seit,  sind  vir  (bei  Sighuatr,  s.  Gislason  a.  o., 
s.  600)  st.  ver  und  es  (in  der  anorw.  inschr.  von  Sele  c.  1100  und  Cod. 
AM.  677,  4°  etwas  nach  1200,  s.  Bugge,  Arkiv  XVI,  327,  329)  st.  er.  Mnorw. 
vi  (s.  z.  b.  Heegstad ,  Kong.  s.  26  und  37)  ist  vielleicht  ein  suecismus.  Die 
anorw.  formen  mit  (welche  mnorw.  auch  als  pl.  gebraucht  wird,  s.  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  187),  mir  kommen  in  aisl.  hdschr.  nur  sehr  seit, 
vor.  —  Seit  1350  werden  nom.  du.  und  pl.  it,  er  von  den  anfangs  seltenen 
pit,  per  (s.  §  465  anm.  5)  ganz  verdrängt. 

Anm.  6.  G  e  n.  p  1.  värr  st.  vär  ist  zweimal  in  St.  Hom.  belegt.  Un- 
mittelbar nach  allra  und  sialfra  werden  die  formen  värra  und  yp(u)arra, 
nach  beggia  die  form  okkarra  gebraucht,  s.  porkelsson,  Supplement  IV,  172, 
179,  182. 

Anm.  7.  Dat.  acc.  pl.  aisl.  es  st.  ess,  anorw.  (auch  misl.,  s.  M.  Olsen, 
Volsunga  saga,  s.  LXXI)  öss  st.  6s  (Wadstein,  F.  Hom.,  s.  133)  sind  äusserst 
seit. ;  ebenso  (das  anorw.  häufige)  6s  im  aisl.  —  Mnorw.  ist  pydr,  pydfier, 
pifdder  (s.  §  465  anm.  5)  belegt,  s.  A.  B.  Larseu,  Arkiv  XVIII,  86  note, 
Kristiania  bymäl,  s.  111,  Haegstad,  Afhandlinger  viede  S.  Bugges  Minde, 
s.  224.    Mnorw.  iöir  ist  vielleicht  ein  suecismus. 

§  165.  Enklitischer  anschluss  von  pronominalformen  an  das 
vorhergehende  verbum  kommt  in  vielen  fällen  vor  (vgl.  §  156) : 

1.  Eh  wurde  (vor  1200  in  der  regel,  im  13.  jahrh.  vor- 
wiegend) in  der  dichterischen  spräche,  nicht  seit,  auch  in  der 
prosa  (z.  b.  St.  Hom.,  Cod.  AM.  645,  4°  u.  a.,  s.  B.  M.  Olsen,  Aar- 
boger  1893,  s.  225)  als  -k,  seltener  -g  (vgl.  §  248)  suffigiert, 
was  man  'bragarmal'  nennt.  Z.  b.  mmltak  ich  sprach,  siäkk 
(§  280)  ich  sei,  emk  ich  bin,  hykk  (§  270)  ich  denke,  frettag 
ich  fragte.  Treten  die  enklitischen  negationen  -«,  -at  hinzu, 
so  steht  nach  starktoniger  silbe  -k,  nach  schwachtoniger  -g} 
z.  b.  sekka  ich  sehe  nicht,  pikkat  (§  270)  ich  empfange  nicht, 
aber  porega  ich  wage  nicht,  gerpega  ich  tat  nicht.  Das  -k 
kann  nach  der  negation  nochmals  angehängt  werden,  z.  b. 
mäkuk  idi  kann  nicht,  mättegak  ich  konnte  nicht;  nichtsdesto- 
weniger kann  ausserdem  proklitisches  ek  vorkommen,  z.  b.  ck 
mäkak  ich  kann  nicht. 

Anm.  1.  Zahlreiche  beispiele  s.  bei  Gislason,  Um  frumparta  s.  228 ff., 
Njäla  II,  11  ff. ;  Sievers,  Beitr.  V,  501  ff . ,  VI,  322 ff . ;  Vigfusson,  Eyrbyggja 
saga,  s.  XLVII. 


§  465.  Persönliche  pronomina.  311 

Anm.  2.  Beisp.  schon  urn.  suffigierung  sind  ha[i]teka  (Lindhohn  \  hnitika 
(Seel.  brakt.),  wol  auch  fAlAhÄk  (Björketorp;  vgl.  adäu.  ak?).  Ueber  das 
Verhältnis  der  formen  s.  Xoreen,  Geschichte3,  §201,1. 

2.  Pii  kann  als  -du  (§  221.1),  -du  (§  238,  l,b),  -tu  (§  238, 
2,  a)  suffigiert  werden,  z.  b.  estu  (*es-öu,  *es-pu;  durch  unrichtige 
auflösung  von  estu  entsteht  dann  [])ü]  est  statt  es)  du  bist. 
kenn  du  kenne  (du),  skal{l)du  (dann  sehr  seit,  shdd  statt  skall\ 
statt*  (*skalt-du  §  276,  §  283)  du  sollst.  viliMu.  viltu  du  willst. 
heyrJ>o,  -u  höre  (du).  Die  negation  -at  kann  zwischen  das 
verbum  und  das  pron.  hineingeschoben  werden,  z.  b.  gaftattu 
(*-at-Öu)  du  gabst  nicht,  grdtattu  weine  nicht  u.  a.  Vgl.  attu 
{at  J)ü)  dass  du,  ])öttu  (J)6tt  pü)  obgleich  du. 

3.  Dat.  mer  und  acc.  mik  werden  in  alten  gedichten  nicht 
selten  als  -m  (aus  *-mx,  s.  §  277  anm.  5).  resp.  -mk  dem  verbum 
in  der  3.  pl.  suffigiert,  z.  b.  letom  sie  Hessen  mir,  rökomk 
sie  trieben  mich,  under  stöpomk  sie  standen  unter  mir.  Die 
formen  auf  -mk  können  bald  diejenigen  auf  -m  vertreten  und 
umgekehrt,  z.  b.  leip  eromk  fioll  leid  sind  mir  die  berge.  Wo 
diese  suffixe  an  die  3.  sg.  treten  sollten,  hat  das  verbum  die 
form  der  3.  pl.,  z.  b.  verpomk  or]>e  ä  (statt  verpr  d  mik)  er 
schleudert  worte  auf  mich,  göfomk  (statt  gaf  mer)  er  gab 
mir,  miok  erom  (statt  er  mer)  tregt  sehr  schwer  ist  es  mir, 
von  erom  hoffnung  ist  mir.  Noch  mehr  auffallend  sind  kon- 
strnktionen  wie  st/>ida  auke  hofom  (statt  hefer  mik)  sott  die 
menge  der  Sünden  hat  mich  niedergedrückt.  Reichliche  beisp. 
bei  Kock.  Arkiv  XXXV.  56  ff.,  wo  auch  s.  68  ff.  eine  wahr- 
scheinlich richtige  erklärung. 

Anm.  3.  Diese  formen  werden  bald  mit  den  gleichlautenden  medio- 
passiven auf  -om(k)  verwechselt  und  bekommen  daher  wie  diese  später 
nebenformen  auf  -omz,  -umzt,  -univt,  -unst.  s.  Dyrlund,  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R. 
VI,  262  f. 

Anm.  1.  Ueber  die  suffixe  -m.  -mk  und  -s  (aus  sir),  -sk  (aus  sik]  bei 
der  bildung  des  medio-passivs  s.  daselbst. 

Anm.  5.  Ueber  eine  mutmassliche  suffigierung  der  nom.  du.  und  pl. 
it  und  er  als  resp.  -t,  -r  s.  §  158  anm.  1.  Sonst  werden  it.  er  nicht  ganz 
seit,  unsynkopiert  suffigiert,  z.  b.  komeper  ihr  kommet,  später  als  kome  per, 
dann  auch  komep  per  (vgl.  §  285  anm.  1)  aufgefasst.  So  sind  die  jüngeren 
formen  per,  pydr  und  pit  statt  er,  resp.  yÖr,  it  (§  464  anm.  4  und  6)  ent- 
standen. 


312       §  466.  Persönliche  pronomina.    §  467.  Possessivpronomina. 


b)  Geschlechtliches. 

§  466.    Dies  ist  das  pron.  der  3.  person  hann  er,  hon  sie. 
Ntr.  und  pl.  werden  von  dem  pron.  dem.  sä  (§  469)  entlehnt. 


mask. 
Sg.  N.  hann 
G.  hans 

D.  honorn  (alt  auch  hönom),  hQ- 
nom,  hänom,  hQnom,  hanum 
A.  hann 


fem. 
hon,  später  auch  hun,  alt  auch  hon 
hennar 
henne 

hana  (alt  auch  häna),  hona,  hena 


Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind:  mask.  nom.  (Rimb.)  hänn,  gen. 
(AM.  645,  4°)  häns,  dat.  (St.  Hom.)  [h]unom,  mnorw.  hunum  (s.  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  11,2,  i,  s.  106  und  107);  fem.  nom.  (Reykj.  mäld.)  hän  (wie 
im  agutn.),  anorw.  hon  (wie  seit,  im  aschw. ;  s.  Hsegstad,  a.  o.  II,  2,  i,  s.  23 
und  103),  gen.  anorw.  lienne  (Fritzner  II,  703,  sp.  2;  Haegstad,  Kong.  s.  26), 
hannar  (Wadstein,  F.  Hom.,  s.  59  note),  hennom  (vor  subst.  im  dat.pl.; 
Wadstein  a.  o.,  s.  37)',  mnorw.  henna(r)s  (Falk  und  Torp,  Dansk-norskens 
syntax,  s.  XV  note),  dat.  anorw.  henno  (Wadstein  a.  o.,  s.  37).  Reichliche 
belege  der  anorw.  acc.  sg.  f.  hona  und  hena  bieten  Wadstein  a.  o. ,  s.  59 
note;  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  49,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  189;  Hertzberg; 
porkelsson,  Supplement  IV. 

Anm.  2.  Ueber  den  sowol  qualitativen  wie  quantitativen  Vokalwechsel 
s.  §  116,  §  127, 1  und  6,  §  151, 1  und  5 ;  über  den  Wechsel  von  n  und  nn 
s.  §277,2,  c. 

2.  Possessiva. 

§467.  Diese  sind:  minn  mein,  fiinn  dein,  sinn  sein,  ihr, 
okkarr  uns  beiden  zugehörig,  ykharr  euch  beiden  zugehörig, 
värr  unser  (von  mehreren),  y]>(u)arr  euer  (von  mehreren). 


mask. 

fem 

neutr. 

Sg.N. 

minn  §  127, 2 

min 

mitt 

G. 

mins 

minnar 

mins 

D. 

minom,  minum 

minne,  miniü 

mino,  minn 

A. 

minn 

mfna 

mitt 

PI.  N. 

miner,  minir 

minar 

min 

G. 

min  na 

minna 

minna 

D. 

miuom,  minum 

minom,  minum 

minom,  minum 

A. 

mina 

minar 

min 

Sg.N. 

varr 

ör,  VQr 

värt 

G. 

vars 

varrar 

vars 

D. 

orom,  ossom,  v«jrom, 
värom 

varre 

öro,  08so,  VQro 
väro 

A. 

varn 

öra,  ossa, 

vara 

vart 

§  468.  Demonstrativpronomina. 


313 


mask. 
PI  R.  örer,  osser.  varir 

G.  varra 

D.  orom,    ossom ,   vörom, 
värom 

A.  ora,  ossa.  vara 
Sg.  X.  yj>i»arr  §  235  anm.  4 

G.  yp(u)ars 

D.  yprom,  yÖrum 

A.  yp(u)a(r)n  §  300, 1 
PI.  >".  yprer,  yörir 

G.  yp(n)arra 

D.  yprom,  yörum 

A.  ypra 


fem. 
orar,  ossär,  varar 
varra 
orom,  ossom,  vörom, 

värom 
orar,  ossär,  varar 
ypor,  yöur 
yp(n)arrar 
yp(u)arre 
ypra 
yprar 
yp(u)arra 
yprom,  yörum 


neutr. 
6t,  vöt 
varra 
orom,  ossom,  vörom, 

värom 
6r,  VQr 

yp(u)a(r)t§  300,1 
yp(u)ars 
ypro,  yöru 
yp(n)a(r)t 
ypor,  yöur 
yp(u)arra 
yprom,  yörum 
ypor,  yöur 


yprar 

1.  Wie  minn  flektieren  pinn  und  sinn.  Formen  mit  i  vor 
nn,  tt  {minn,  mitt  usw.)  kommen  vor  1200  bisweilen  (s.  Jonsson. 
Skjaldesprog.  s.  76)  sowie  in  den  rimur  durch  ausgleichung 
sehr  oft  (s.  Gislason,  Efterladte  skrifter  n,  180)  vor. 

Anm.  1.  Um.  belegt  sind  nom.  sg.  f.  minu  (Opedal)  nnd  acc.  sg.  m. 
minino  (Kjelevig).  vgl.  §  156  anm..  später  sin  (Sölvesborg). 

Anm.  2.  Durch  ausgleichung  steht  nicht  selten  nn  statt  N  und  um- 
gekehrt, z.  b.  gen.  sg.  m.  ntr.  sinns,  acc.  sg.  f.  und  acc.  pl.  m.  sinna,  sinna, 
acc.  pl.  ntr.  sinn;  andererseits  gen.  sg.  f.  shiar,  gen.  pl.  sina,  acc.  sg.  m.  sin 
(vgl.  §  285, 1,  wonach  sit  neben  sät  zu  erklären  ist). 

2.  In  der  flexion  von  värr  kommen  die  (nach  pron.  pers. 
oss  gebildeten?)  mit  oss-  anlautenden  formen  fast  nur  in  alten 
gedichten  vor.  Die  mit  6r-  anlautenden  formen  werden  im 
13.  jahrh.  allmählich  durch  die  (in  der  ältesten  zeit  seltenen) 
mit  vdr-,  vor-  (später  natürlich  vär-  geschrieben,  s.  §  107)  an- 
lautenden nebenformen  ersetzt. 

3.  Wie  yp(u)arr  (anorw.  auch  iöarr.  seit,  pydarr  —  nach 
pydr  §  465  anm.  5  —  s.  Haegstad.  Vestno.  maali  IL  1.  s.  83, 
IL  2.  i.  s.  170  und  188)  flektieren  okkarr  und  ykkarr. 

Anm.  3.  Ueber  die  flexion  der  pron.  poss.  vgl.  ftorkelsson.  Athu- 
gasemdir.  s.  12 f..  Wimmer.  Lsesebog*  XIII f.,  Hoffory,  Tidskr.  f.  KL  R.  K. 
ni,297ff.,  Gislason,  Aarbeger  1889,  s.  343  ff.,  v.  Friesen.  N.  Spr.  I,  63  ff. 


3.  Demonstrativa. 

§  468.  Diese  sind:  sd  der  (pron.  dem.),  siä  (fiesse)  dieser. 
hinn  jener,  enn.  inn  der  (artikel).  Auch  können  hierher 
gerechnet  werden  puilikr  (seit.  püür,  s.  Gering,  Isl.  ^Ev.  I,  xxi, 


314  §  469.  Demonstrativpronomina. 

porkelsson,  Supplement  IV,  oft  in  Volsunga  saga,  s.  Olsens 
ausg.,  s.  LXXI)  solcher,  slikr  solcher,  sialfr  selbst  und  same 
(seltener  samr)  derselbe,  welche  ganz  wie  adj.  (nach  §  427, 
same  nach  §  433)  flektieren,  sowie  der  partikel  saä  solcher. 

§  469.    Die  flexion  von  sä  ist  wie  folgt: 

mask.  fem.                   neutr. 

Sg.  N.  sä  su  pat,  pcet,  pet 

G.  pes(s)  peir(r)ar  pes(s) 

D.  peim  peir(r)e,  pceir(r)i  p ui,  pi 

A.  pan(n),  pcen(n),  pen(n)      pä  pat,  pcet,  pet 

PI.  N.  peir  p&r  pau 

G.  peir(r)a  peir(r)a  peir(r)ra 

D.  peim  peim  peim 

A.  pä  paer  pau 

Anm.  1.  Ans  nrn.  zeit  sind  nom.  sg.  m.  sa  (Lindholm) ,  sa(r) 
(Stentoften)  und  sar  (Björketorp ;  wahrscheinlich  als  sä-eR  aufzufassen), 
dat.  sg.  m.pAim  (Eggjum),  dat.  sg.  f.  ?ßini  (Tu),  acc.  sg.  m.  Jiino  (Strem), 
acc.  sg.  ntr.  pAt?  (Magiemose),  pat  (ßy),  pAt  (Björketorp),  acc.  pl.  f. 
paR  (Einang),  pAiAR  (Istaby)  belegt. 

Anm.  2.  Die  formen  mit  -rr-  (über  welche  s.  §  280  anm.  2)  werden 
allmählich  häufiger  als  diejenigen  mit  ->•-. 

Anm.  3.  Nebenformen  sind:  sg.  nom.  m.  s«r  (St.  Hom.  lmal;  vgl.  anm.  1 
und  das  aschw.),  mnorw.  pann  (auch  misl.,  s.  Gislason,  Efterladte  skrifter 
II,  180 f.),  pcenn,  penn,  nom.  f.  mnorw.^m,  pcen,  pen  (Hsegstad,  Kong. 
s.  26,  Vestuo.  maalf.  II,  1,  s.  83),  nom.  acc.  ntr.  anorw.  pä  (Wadstein, 
F.  Hom.,  s.  141)  und  oft  (z.  b.  Tüb.  brachst,  Cod.  Tunsb.  u.  a.)  pcett,  pett 
(nach petta?),  gen.  m.  ntr.  öfter pers  (anorw.  auch  f>ers,  z.  b.  Flatdal),  orkn. 
pis  (Haegstad,  Hild.,  s.  46),  dat.  i.perre  (s.  Olsen,  Volsunga  saga,  s.  LXXI), 
mnorw./>e  (s.  Haegstad,  a.  o.  II,  2,  i,  s.  192),  dat.  ntr.  (belege  der  form  pi 
—  wie  oft  im  nisl.  —  bei  Egilsson,  Hertzberg,  Gering,  Isl.  JEv.  I,  xxj, 
Kälund,  HeiÖarviga  saga,  s.  XXII,  XXIV,  XXVI,  Olsen,  Vojsunga  saga, 
s.  LXXI,  Haegstad,  a.  o.  II,  1,  s.  83;  vgl.  auch  Brenner,  Altnord,  handbuch, 
s.  117,  und  pi-likr  §  468)  pue  (Brenner,  a.  o.),  pü  (St.  Hom.,  vgl.  das 
aschw.),  mnorw.jfa/  (suecismus?  vgl.  aber  Egilsson,  s.  909),  acc.  f.  mnorw. 
pan,  pen  (Haegstad,  Kong.  s.  13),  pe  (s.  Haegstad,  a.  o.);  pl.  nom.  m.  pdr 
(St.  Hom.,  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  58;  zur  erklärung  s.  Hultman,  Hälsinge- 
lagen s.  98  note  1),  per  (Wadstein,  a.  o.),  per  (nach  §  152, 1;  Physiologus  I, 
Olsen,  VQlsunga  saga,  s.  XLVIII),  mnorw.  pei  (s.  Haegstad,  a.  o.  II,  2,  i, 
s.  189),  nom.  f.  peir  (Reykj.  mäld.,  Rimb.,  Jönsson,  Fagrskinna,  s.  XXV; 
zur  erklärung  s.  Hultman  a.  o.),  per  (St.  Hom.,  AM.  645,  4°,  Physiologus  III), 
pei-  (nach  §151,6,  Rimb.,  Physiologus  I,  die  bruchstücke  von  Grägäs), 
nom.  acc.  ntr.  mnorw.  fiaug  (wie  im  nisl.;  s.  §  305  anm.  3),  gen. per(r)a 
(z.  b.  Physiologus  I ,  brachst,  von  Elucidarius ,  Pläcitüsdrapa)  §  128  und 
§  152, 1,   mnorw,  tlmrras  (Falk  und  Torp,   Dansk-norskens  syntax,   s.  XV 


§  470.  Demonstrativpronomina.  ,        315 

uote.  Haegstad.  a.  0.  II.  2,  i,  s.  190),  ther(r)is,  thceires  (Haegstad,  Kong.  s.  37), 
dat.  pem  (z.  b.  Placitusdräpa :  §  152.1),  acc.  m.  und  ntr.  anorw.  peim 
(Haegstad.  Kong.  s.  13.  26.  37.  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  190,  wo  auch  mnorw. 
them,  suecismus'?).  acc.  f.  mnorw.  th(e  (Haegstad,  a.  o.),  thä  (Haegstad, 
Kong.,  s.  37).  Ueber  die  häufigen  pes,  pan  statt  fxss,  pann  s.  §  285, 1.  — 
Vgl.  überhaupt  Noreen,  Geschichte3,  §204. 

Anm.  4.    Statt  des  anlautenden  p  steht  häufig  d  (§  221, 1). 

Anm.  5.  Am  frühesten  im  anorw.,  dann  auch  hie  und  da  im  aisl. 
kann  dies  pronomen  auch  (st.  hinn  und  wol  etwas  prägnanter  als  dies)  als 
artikel  vor  adj.  gebraucht  werden,  s.  Xygaard,  Norron  Syntax,  s.  4  note 
und  s.  53. 

§  470.  Die  tiexion  von  siä  ist  in  den  ältesten  lidschr. 
sehr  verschieden,  je  nachdem  sie  aisl.  oder  anorw.  sind.  Die 
im  folgenden  paradigma  durch  den  druck  hervorgehobenen 
formen  sind  diejenigen,  die  in  den  ältesten  aisl.  hdschr.  die 
einzigen  gebräuchlichen  sind.  Die  übrigeu  kommen  anfangs 
nur  in  anorw.  hdschr.  vor,  zeigen  sich  aber  später  auch  im 
aisl.  (noni.  sg. pesse  schon  um  1152,  s.  porkelsson,  Breytingar, 
s.  25). 

m  a  s  k.  f  e  in.  n  e  u  t  r. 

Sg.  N.  siä,  pesse.  pessorr, pesser      siä,  pesse,  pessor         petta 
G.  pessa  Pessar,  pessar(r)ar      pessa 

D.  pessom,  paeima.  pema       pesse,  pessar(r)e         puisa,  pessu 
A.  peuna,  penuan  pessa  petta 

PI.  N.  pesser  pessa r  pesse,  pessor 

G.  pessa,  pessarr)a  pessa,  pessar(r)a         pessa,  pessar(r)a 

D.  pessom,  paeima,  pessom,  paeima,  pessom,    j'aeima, 

pem(m)a  pem(m)a  pem(m)a 

A.  pessa  pessar  pesse,  pessor 

Anm.  1.  Aeltere  formen,  die  den  Ursprung  dieses  pronomens  aus 
pron.  sä  und  den  enklitischen  Partikeln  -si  und  -o  (got.  -üh)  klar  legen, 
kommen  häufig  in  den  runeninschriften  der  vikingerzeit  vor.  z.  b.  sg.  nom. 
m.  sasi,  f.  susi ,  -atr.patsi  und  pita,  acc.  m.pans»  > pensi  auf  Man.  s.  Aar- 
boger  1899,  s.  242)  und  pana  oder  pina,  i.pasi,  posa,  dat.  m.  paimsi  (z.  b. 
Karlevi),  pl.  nom.  ntr.  paust  n.  dgl.  Aus  um.  zeit  ist  ein  wahrscheinlich 
hierhergehöriger  acc.  sg.  ntr.  pit  (Overhombaek)  belegt. 

Anm.  2.  Die  formen  sg.  nom.  in.  f.  pessi.  gen.  f.  pcssarrar,  dat.  m. 
pessum,  f.  fxssarri,  ntr. pessu,  pl.  nom.  acc.  ntr. pessi,  gen. pessarra ,  dat. 
pessum  werden  im  aisl.  allmählich  die  herrschenden:  die  form  siä  wird  im 
mnorw.  nie  mehr  gebraucht  (s.  Haegstad.  Vestno.  maalf.  11,2,  i,  s.  192  note). 
Alle  formen  mit  -ss-  haben  statt  dessen  nicht  selten  -s-  nach  §  285, 1. 
Seltene  nebenformen  sind  sg.  nom.  m.  anorw.  pessar  (Bugge,  Tidskr.  f. 
Phil,  og  Paed.  IX,  119,  Haegstad,  a.  o.,  s.  191),  penna  (Falk  und  Torp,  Dansk- 
norskens  syntax,  s.  XV  note),  nom.  f.  mnorw.  pemia,  -e  (Haegstad,  Kong. 


316  §471.472.  Demonstrativpronomina. 

s.  26,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  83),  dat.  ntr.  anorw.  puisu,  pisa  (Bugge,  a.  o. 
s.  117,  Haegstad,  a.  o.),  acc.  m.panna  (Gislason,  Efterladte  skrifter  II,  152), 
f. pissa  (Jonsson,  Skjaldesprog,  s.  79),  ntr. patta  (porkclsson,  Supplement  IV, 
Haegstad,  a.  o.  I,  s.  118,  II,  1,  s.  21,  II,  2,  i,  s.  191  und  193),  petti  (St.  Hom.), 
hitti  (St.  Hom.;  von  hinn  §  471  beeinflusst) ,  pl.  nom.  m.  anorw.  pesse 
(Wadstein ,  F.  Hom. ,  8.  140) ,  nom.  a c e.  ntr.  anorw.  pcessir  (s.  Hsegstad, 
a.  o.  II,  2,  i,  s.  191),  dat.  pl.  anorw.  pema  (s.  Hsegstad,  a.  o.  I,  s.  118 f.  und 
II,  2,  i,  s.  92. 

Anm.  3.  Bes.  in  anorw.  hdschr.  (vgl.  auch  Isl.  Mv.  I,  xxn)  kommen 
oft  formen  mit  -rs-  statt  -ss-  vor.    Vgl.  §  272  anm.  3. 

Anm.  4.  Ueber  die  flexion  des  wortes  vgl.  bes.  porkelsson,  Athu- 
gasemdir,  s.  13  ff.  Zur  etymologie  vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  IX, 
111  ff.;  Liden,  Arkiv  IV,  97 ff . ;  Th.  v.  Grienberger,  Zf dWortforschung  IX, 
66 ff.    Vgl.  übrigens  im  allgemeinen  Noreen,  Geschichte3  §206. 

§  471.  Hinn  flektiert  ganz  wie  minn  (§  467;  doch  überall 
mit  kurzem  i  in  der  Wurzelsilbe).  In  etwas  späterer  spräche 
(doch  schon  vor  1250)  kann  hinn  auch  als  artikel  (statt  enn, 
inn  §472)  vor  adjektiven  gebraucht  werden;  es  hat  dann 
im  nom.  acc.  sg.  ntr.  die  form  hit  (statt  hitt,  das  jedoch  anorw. 
nicht  seit,  ist,  s.  porkelsson,  Supplement  IV)  und  im  nom.  acc. 
sg.  m.  oft  hin  (st.  hinn),  vgl.  §  285, 1. 

Anm.  1.  In  Reykj.  mald.  kommt  einmal  dat.  sg.  f.  henni  statt  hinni 
vor ;  vgl.  aschw.  sg.  nom.  m.  Tuen  (neben  gew.  hin)  und  hcengat  (neben  gew. 
hingat),  anorw.  hengat,  hingat  hierher  (s.  §  162  anm.). 

Anm.  2.  Von  einem  ursprünglicheren  pronominalstamme  lie-,  hi-  sind 
nur  einige  trümmer  erhalten  worden:  sg.  nom.  acc.  ntr.  hit  (got.  hita),  dat. 
ntr.  *hi  im  anorw.  hit  (aus  *hi-at  §  158;  vgl.  ?  aisl.  higat,  hegat)  hierher, 
vielleicht  auch  acc.  m.hin  (Eggjum),  *hinn  (got.hina;  vgl. pann  =  got. 
pana)  in  hin(n)eg  oder  hinnveg  (s.  §  235,1,  f,  vgl.  §  285,1)  'hierher', 
'dort'. 

§  472.  Enn,  inn  (§  147  anm.  1)  wird  ganz  wie  hinn 
flektiert,  hat  aber  im  nom.  acc.  sg.  ntr.  immer  die  form  et  — 
einigemal  anorw.  at,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  38  note 
und  II,  1,  s.  30  —  it  (nie  *ett,  *itt  §  285, 1)  und,  bes.  im  anorw., 
oft  en  (in)  im  nom.  acc.  sg.  m.  Es  wird  als  bestimmter  artikel 
gebraucht  und  zwar  vor  einem  adjektiv  (z.  b.  enn  göpe  der 
gute,  et  göpa  das  gute),  dagegen  nach  dem  Substantiv.  Auch 
in  dem  letzteren  falle  ist  der  artikel  ursprünglich  freistehend 
gewesen  (St.  Hom.  und  No.  Hom.  haben  noch  einige  beispiele 
davon) ;  schon  früh  (etwa  um  1000,  s.  Jonsson,  No.-isl.  kultur- 
og  sprogforhold,  s.  315)  aber  ist  er  dem  subst.  suffigiert  worden, 


§472.  Flexion  mit  suffigiertem  artikel.  317 

am  häufigsten  im  anorw.  (s.  Xygaard,  Xorron  Syntax,  s.  4  note). 
Dabei  treten  folgende  Veränderungen  der  selbständigen  Wörter 
ein  (s.  Noreen,  Arkiv  VIII,  140  ff.). 

1.  Der  artikel  verliert  seinen  anlautenden  vokal: 

a)  in  den  einsilbigen  formen  nur  nach  schwachtonigem 
sonanten.  z.  b.  likame-nn  (St.  Hom.  noch  likameenn)  der  körper, 
trüa-n  (St.  Hom.  trüa  en)  der  glaube,  auga-t  das  äuge,  gen. 
hana-ns  des  hahns,  nom.  acc.  pl.  augo-n  die  äugen,  aber  nom.  sg. 
o-en  der  fluss,  tre-et  der  bäum,  faper-enn  der  vater  usw.; 

b)  in  den  zweisilbigen  formen  mit  geschlossener  pänultima 
ausserdem  oft  nach  stärkt onigem  sonanten,  z.  b.  nicht  nur 
gen.  pl.  orpa-nna  der  Wörter,  dat.  sg.  sulo-nne  und  söl-enne  der 
sonne,  sondern  auch  o-nne  neben  o-enne  dem  flusse,  aber  nur 
gen.  sg.  fiafirar-ennar,  dat.  sg.  fiopr-enne  der  feder  usw.; 

c)  in  den  zweisilbigen  formen  mit  offener  pänultima  immer 
nach  schwachtoniger,  sehr  oft  aber  auch  nach  starktoniger 
silbe,  z.  b.  dat.  sg.  ulfe-nom  (und  ulf-nom)  dem  wolfe,  barne-no 
dem  kinde.  nom.  pl.  ulfar-ner,  acc.  pl.  ulfa-na  die  wölfe,  tungor- 
nar  die  zungen,  aber  dat.  sg.  streng-{e)nom  der  saite,  acc.  sg. 
sol-(e)na  die  sonne,  fiofir-ena  die  feder  neben  ona  den  fluss, 
nom  acc.  pl.  menn-ener  neben  (seit.)  menn-er  (aus  *menn-ner; 
später  seit,  menner-ner,  s.  §  415)  die  männer.  negl-ener  die 
nägel,   aber  myss-nar  die  mause,   hierk(r)-nar  die  kehle  usw. 

2.  Im  dat.  pl.  steht  statt  des  nach  1,  c  oben  zu  erwartenden 
-om-nom  gewöhnlich  -onom,  das  wol  zunächst  (nach  §  278 
anm.  2)  aus  *omom  und  dies  aus  *-om-mom  entstanden  ist, 
z.  b.  orpo-nom  den  Wörtern,  kirkio-nom  den  kirchen.  In  den 
ältesten  hdschr.  wie  St.  Hom.  und  No.  Hom.  kommen  noch 
einige  formen  auf  -omnom,  z.  b.  kirkiomnom  den  kirchen  (nebeu 
uoch  ursprünglicheren  auf  -omenotn,  z.  b.  anorw.  stceinomenom 
den  steinen)  vor;  weil  aber  in  allen  derartigen  fällen  der 
erste  nasal  verkürzt  geschrieben  worden  ist,  ist  eine  lesung 
-Hu-  nicht  ausgeschlossen  (vgl.  L.  Larsson,  Stud.  över  den 
St.  hom.,  s.  89  note;  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  112  und  156). 

Paradigmen:  m.  boge-nn  der  bogen,  f.  laug-en  das  bad, 
ntr.  borp-et  der  tisch. 


318 


§  472.  Flexion  mit  suffigiertem  artikel. 


mask. 

fem. 

neutr. 

8«. 

.  N.  boge-nn 

laug-en 

bor)7-et 

G.  boga-ns 

laugar-ennar 

borps-ens 

D.  boga-nom 

laugo-nne,  laug-enne 

borp>e-no 

A.  boga-nn 

laug-(e)na 

borp-et 

PL 

N.  bogar-ner 

laugar-nar 

borf>-en 

G.  boga-nna 

lauga-nna 

borpa-nna 

D.  bogo-nom 

laugo-nom 

bor]?o-nom 

A.  boga-na 

langar-nar 

borp-en 

Anm.  1.  Von  dem  bestimmten  artikel  bei  den  adjektiven  findet  man 
bisweilen  (in  den  ältesten  hdschr.  jedoch  sehr  seit.)  im  pl.  formen,  die  von 
dem  folgenden  schwachen  adj.  die  endung  -u  herübergenommen  haben, 
z.  b.  nom.  acc.  eno  (und  nach  §  471  hinu),  gen.  enno  (hinnu)  statt  enna 
(bei  wirklich  schwacher  flexion  des  artikels  stünde  ja  *eno);  vgl.  L.  Larsson, 
Stud.  över  &c,  s.  74,  Svar  pa  prof.  Wisens  &c,  s.  61  (wo  jedoch  die  be- 
treffenden formen  als  blosse  Schreibfehler  betrachtet  werden;  ganz  sichere 
beisp.  bietet  jedenfalls  das  14.  jahrh.). 

Anm.  2.  Bei  dem  mit  suffigiertem  artikel  versehenen  Substantiv  kann 
gen.  sg.  m.  und  ntr.  (seit,  f.)  schon  in  den  ältesten  aisl.  hdschr.  (und 
etwas  späteren  anorw.  wie  Barlaams  saga,  Strengleikar  u.  a.)  bisweilen  in 
der  weise  gebildet  werden,  dass  die  artikelform  -ens  (seit.  f.  -ennar)  zu  dem 
acc.  sg.  des  subst.  gefügt  wird,  z.  b.  m.  suein-ens  des  knaben,  smip-ens  des 
Schmiedes,  ntr.  nafn-ens  des  namens,  tungl-ens  des  mondes,  mustere-ns  des 
klosters,  f.  skirn-ennar  der  taufe.  Zur  selben  zeit  kommt  aber  auch  schon 
vor,  dass  die  endung  -s  zu  dem  mit  artikel  versehenen  acc.  sg.  eines  mask. 
subst.  tritt,  z.  b.  ösenn-s  der  mündung,  dagenn-s  des  tages,  heimenn-s  der 
weit,  likamann-s  des  körpers,  pafann-s  des  papstes;  durch  Übertragung 
kann  dann  die  einheitliche  endung  -nns  auch  bei  neutren  auftreten,  z.  b. 
ker-enns  des  fasses,  mustere-nns  des  klosters,  tre-enns  des  baumes,  aber  auch 
vaz-mns  des  wassers.  Vgl.  L.  Larsson,  Stud.  över  &c,  s.  64 f.,  Svar  &c,  s.  53. 
—  Cod.  AM.  645,  4°  hat  immer  suemns-en(n)s  st.  sueins-ens  des  knaben  u.  dgl. 

Anm.  3.  Hie  und  da  kann  der  acc.  eines  mask.  subst.  mit  dem  nom. 
des  artikels  verbunden  werden  und  umgekehrt,  z.  b.  (St.  Hom.  und  Cod. 
AM.  645, 4°)  nom.  pl.  postola-ner  die  apostel,  nom.  sg.  prest-enn  der  priester, 
st<ein-en(n)  der  knabe,  acc.  sg.  sneinn-en(n)  den  knaben. 

Anm.  4.  Mnorw.  kann  dat.  pl.  (wie  im  aschw.)  auf  -omen  (-ome,  -ume 
§  299  anm.  6)  enden,  z.  b.  gardomen,  böndome,  iorÖumme,  Jcannuhivinice 
u.dgl.,  s.  A.  B.  Larsen,  Arkiv  XIII,  253;  Falk  und  Torp,  Dansk-norskens 
syntax,  s.  XII  note,  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  79. 

Anm.  5.  Verbindungen  von  artikuliertem  adj.  (s.  §471)  und  artikuliertem 
subst. ,  wie  z.  b.  hinn  huite  biornenn  u.  dgl. ,  kommen  bes.  im  anorw.  hie 
und  da  vor  (s.  Nygaard,  Norren  Syntax,  s.  4  note  und  s.  29  f.). 

Anm.  C.  Ueber  die  entstehung  des  suffigierten  artikels  s.  bes.  Delbrück, 
Germ.  Syntax  III,  1  ff. ,  und  Kock ,  Arkiv  XXXV,  97  f. ;  dagegen  —  aber 
nicht  überzeugend  —  Nygaard,  a.  o.,  s.  33f.,  und  H.  Pollak,  I.  F.  XXX, 
283  ff.,  390 ff. 


§  473.  Relativpronomina.  319 

4.   Relativa. 

§  473.  Als  pron.  relat.  dienen  teils,  aber  ziemlich  seit, 
und  fast  nur  in  dem  gelehrten  stil,  die  Interrogativpronomina 
huat  (nur  anorw.  im  dat.  pl.,  s.  §474  mit  anm.  1),  huerr  (huarr) 
und  huüih-  (über  welche  s.  §474,3  und  4),  teils  und  zwar 
sehr  seit,  das  pron.  demonstr.  sä  s.  §  469 ;  beisp.  bei  Fritzner 
III,  155  sp.  2),  teils  endlich  und  dies  gewöhnlich  die  Partikeln 
es  (später  er,  am  frühesten  bei  Sighuatr  c.  1025  belegt;  in 
alten  aisl.  hdschr.  sowie  im  anorw.,  bes.  onorw.  und  südnorw., 
auch  bisweilen  bis  c.  1500  en)  und  —  etwas  später,  am  frühesten 
(s.  Nygaard,  Norron  Syntax,  s.  263)  im  anorw.  (doch  aisl. 
schon  bei  Are,  s.  Heusler,  Aisl.  elementarbuch.  2.  aufl.,  §  471) 
—  seni,  denen  gew.  das  pron.  demonstr.  sä  (sii.  pat  usw.)  voraus- 
geht. Ausserdem  kommt  nicht  seit,  die  konjunktion  at  (wo- 
neben seit,  ein  aus  dem  ablautenden  *<rf  entstandenes  *ed,  z.  b. 
Flateyjarbok  III,  254  n,  Olsen,  Volsunga  saga.  s.  XLI  u.  LXXII 
und  nisl.  bisweilen)  in  relativer  bedeutung  vor.  —  Nicht  ganz 
seit,  fehlt  jedwedes  relativum  als  einleitung  des  nebensatzes, 
s.  Neckel.  Teber  die  altgerm.  relativsätze,  s.  77  und  die  dort 
angeführte  literatur. 

Anm.  1.  Die  form  es  herrscht  durchaus  in  den  allerältesten  hdschr. 
(Reykj.  mald.  I.  II,  AM.  237  fol.  sowie  den  bruchstücken  der  Gragäs,  anorw. 
in  AM.  655, 4°.  fragm.  IX).  ist  fast  alleinherrschend  im  bruchstücke  des 
Elucidarius  und  in  der  pingeyrarurkunde ,  überwiegend  in  St.  Hom. 
(es  :  er  =  3  :  2)  und  noch  im  AM.  645, 4°  (gegen  1250)  ebenso  häufig  wie  er. 
Sonst  ist  schon  um  1200  die  form  er  allgemein  (schon  in  Rimb.  weit  über- 
wiegend, er  :  es  =  12  :  1),  in  anorw.  hdschr.  ausschliesslich  gebräuchlich. 
T.'eber  das  etymologische  Verhältnis  der  formen  es,  er,  en  und  at  (*et>ed) 
s.  Xoreen,  Geschichte3  §  208. 

Anm.  2.  Es  wird  sehr  oft  als  -s  (s.  §  158),  seltener  er  als  -r  (s.  Neckel, 
a.  o.,  s.  74 ff.  und  80)  seinem  korrelate  enklitisch  angehängt,  z.  b.  säs  (wol 
schon  hierher  das  urn.  sar  ßjörketorp  s.  §  469  anm.  1)  derjenige  welcher, 
süs  diejenige  welche,  paz  dasjenige  welches,  fianns  denjenigen  welcher, 
huars,  pars  doit  wo,  da  wo,  pegars  so  bald  als,  huärz  (*huärt-es)  ob,  pim 
{par)  damals  als  n.  a.  Ausführliche  beisp.  bei  Gislason,  Um  frumparta. 
s.  235 ff.;  Sievers,  Beitr.  V,  497 ff. 

Anm.  3.  Mnorw.  (ja  schon  1345 f.)  kommt  bisweilen  sum,  som  (vgl. 
das  aschw.)  statt  km  vor,  s.  Hsegstad,  (x.  Tr.,  s.  92,  Kong.  s.  26,  Vestno. 
maalf.  II,  1,  s.  83,  159  und  II,  2,  i,  s.  193.  Sehr  seit,  (wol  suecismns)  ist 
mnorw.  Par,  s.  Haegstad,  a.  o.  s.  194. 

Anm.  4.  Ok  'und'  steht  in  alter  zeit  als  relativum  fast  nur  nach 
samr,  »am-,  *<iman,  s.  Heusler,  Altisl.  elementarbuch.  2.  aufl.  §472,  Nygaard, 
Bemerkniuger,  s.  49  ff.  (bes.  s.  53). 


320 


§  474.  Interrogativpronomina. 


5.  Interrogativa. 
§  474.    Diese  sind  die  folgenden: 

1.  Das  defektive  huat  '(wer,)  was',  dessen  fehlende  formen 
durch  entlehnung  von  huerr  (s.  unten  3)  ersetzt  werden: 

mask.  neutr.  mask. 

Sg.N.  —  huat  Pl.N.  — 

G.  hues(s)  hues(s)  N.  — 

D.  hueim  hui  D.  humm(r) 

A.  —  huat  A.  — 

Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind:  sg.  nom.  acc.  ntr.  hol  (Fritzner), 
anorw.  (s.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  141)  huä  (vgl.  nekkua  §  475  anm.  1  und 
got.  ha)  und  hü,  gen.  hues  (St.  Hom.),  dat.  hue  ('warum';  häufig  aber  als 
fragepartikel  'wie'),  anorw.  hü  (nur  in  der  Verbindung  hü  ok  ha  'wie  und 
was'.  Misl.  kommt  in  derselben  bedeutung  wie  hui  'warum'  auffallender- 
weise auch  häufig  pui  (§469)  vor,  s.  porkelsson,  Supplement  IV,  191.  — 
Gen.  sg.  ist  nur  aus  den  ältesten  hdschr.  zu  belegen,  dat.  pl.  nur  anorw. 
sehr  seit.  (s.  porkelsson,  Athugasemdir,  s.  16  und  Hertzberg,  s.  860)  und 
gew.  als  relativum  gebraucht. 

2.  Huärr,  seit,  in  alten  gedichten  (s.  Jonsson,  Skjaldesprog, 
s.  82)  huaparr  (got,  hapar;  s.  §  292),  'welcher  von  beiden' 
flektiert : 

fem.  neutr. 

huor  huart 

huärrar  huärs 

huarre  huoro,  huäro 

huära  huart 

huärar  hu(jr 

huärra  huärra 

huorom,  hua'rom      huorom,  huärom 
huärar  huur 

Anm.  2.  Die  lautgesetzliche  form  des  dat.  sg.  ntr.  ist  in  pöpöro  (aus 
*pö-aß-hörö,  s.  §  77, 11)  'nichtsdestoweniger'  erhalten. 

3.  Huerr,  anorw.  hucerr  (in  alter  zeit  weit  überwiegend, 
s.  Haegstad,  G.  Tr.,  s.  67,  Vestno.  maalf.  I,  s.  147,  Wadstein, 
F.  Hom.,  s.  48)  und,  onorw.  und  bes.  mnorw.  (s.  §  149  anm.  2), 
huarr  'welcher  von  mehreren'.  Huerr  flektiert  ganz  wie  sehr 
(§431;  also  z.  b.  dat.  sg.  m.  hueriom,  f.  huerre,  ntr.  huerio  usw.), 
nur  mit  der  abweichung,  dass  statt  des  regelmässigen  acc.  sg. 
m.  huerian,  welche  form  nur  in  alten  gedichten  (häufig,  s. 
Jonsson,  Skjaldesprog,  s.  82  f.,  Sijmons,  Die  lieder  der  Edda 
I,  clxxix)  und  einmal  im  Cod.  AM.  645,  4°  belegt  ist,  der 


mask. 
Sg.  N.  huärr  (huaparr) 

G.  huärs 

D.  huorom,  Jmdrom 

A.  huärn  (huaparn) 
PI.  N.  huärer 

G.  huärra 

D.  huqrom,  huürom 

A.  huära 


§  475.  Indefinite  pronomina.  321 

prosaische  Sprachgebrauch  durchweg  die  (auch  in  der  poesie 
häufigere)  form  huern  aufweist.  Huarr  dagegen  wird  gew. 
wie  huarr  (s.  oben  2)  flektiert,  also  z.  b.  dat.  sg.  m.  huarum. 
f.  huarre,  ntr.  huaru  usw.),  seltener  wie  huerr  (also  dat.  sg.  m. 
huarium,  ntr.  huariu);  acc.  sg.  m.  heisst  spät  oft  huan  statt 
huarn  (vgl.  §  300, 1). 

Anm.  3.  Seltene  nebenfonnen  sind:  sg.  gen.  f.  anorw.  huceriar, 
huariar  (s.  z.  b.  Hertzberg,  s.  306),  dat.  m.  anorw.  hugrium  (Fritzner  II,  116) 
und  horium  (s.  §77, 10),  acc.  f.  aisl.  huerio  (nur  nach  einer  anderen  schwachen 
form  auf  -o,  vgl.  §  472  anm.  1). 

4.  Huüikr  "wie  beschaffen'  flektiert  ganz  wie  ein  starkes 
adj.  (nach  §  427). 

Anm.  4.  Seit,  nebenfonnen  sind:  Sg.  nom.  ni.  huelilcr  (Gislason,  Um 
frumparta,  s.  191),  dat.  ntr.  hulko  (Fritzner  II,  90;  suecismus?),  Jiolko, 
nom.  acc.  ntr.  hulkett,  lucukkit  (s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  194; 
suecismen  ?). 

6.  Indefinita. 

§  475.  In  der  bedeutung  'irgendeiner)'  werden  gebraucht : 
ein(n)huerr  oder  einshuerr,  eittlmat  (nur  substantivisch),  nakkuarr 
(u.  a.  formen,  s.  unten  3),  sumr  und  einn;  endlich  das  nur  in 
negierenden  Sätzen  gebräuchliche  neinn.  Nur  anorw.  belegt 
(lmal)  ist  sumhucerr  (s.  porkelsson,  Supplement  IV). 

1.  Einnhaerr,  f.  einhuer,  ntr.  eitthuert  wird  in  den  übrigen 
kasus  gew.  so  flektiert,  dass  ein-  unverändert  bleibt  und  huerr 
nach  §  474,3  geht;  in  der  ältesten  zeit  flektiert  oft  auch  einn 
(nach  §  444).  In  dem  vorwiegend  anorw.  erinsJmwrr  bleibt 
mns-  unverändert;  ebenso  sum-  in  sumhucerr. 

2.  EiWmat  wird  nur  im  nom.  acc.  ntr.  gebraucht. 

3.  Sakkuarr  ist  durch  mischung  von  zwei  ursprünglich 
verschiedenen  pronominen  entstanden:  das  adj.  nekkuerr  (auch 
nvkkuerr  §  82,  6)  oder  nekkuarr  (auch  nekkuarr),  das  wie  huerr 
(aber  oft  ohne  das  charakteristische  i  vor  «,  o,  u  der  endung), 
resp.  huarr  (§474,3)  flektiert;  und  das  subst,  nekkuat  (auch 
nekkuat,  früh  daneben  nakkuat.  das  auch  als  adj.  gebraucht 
werden  kann;  seit,  nekkuet),  welches  wie  huat  (§474,1)  geht. 
Diese  flexion  kommt  aber  nur  in  den  ältesten  hdschr.  vor. 
Die  Vermischung  beider  Wörter  ergab  schon  in  der  älteren 
literatur  ein  pron.  nakkuarr  (auch   nokkuarr  und  nakknerr). 

Xoreen,  Altisl.  gramm.    4.  aufl.  21 


322  §  476.  Indefinite  pronomina. 

das  sowol  als  subst.  wie  als  adj.  gebraucht  wird  und  folgende 
flexion  hat: 

mask.  fem.  neutr. 

Sg.  N.  nakkuarr  nQkk(u)or  §  148       nakkua(r)t  §  300,  1 

N.  nakkuars  nakkuarrar  nakkuars 

D.  nQkk(u)orom    §  148      nakkuarre  n<}kk(u)oro  §  148 

A.  nakkuarn  nakkuara  nakkua(r)t 

PL  N.  nakkuarer  •  nakkuarar  nqkk(u)or 

G.  nakkuarra  nakkuarra  nakkuarra 

D.  nQkk(u)orom  iiQkk(u)orom  no.kk(u)orom 

A.  nakkuara  nakkuarar  nQkk(u)or 

Früh  tritt  aber  daneben  (durch  ausgleichung?)  eine  form 
nqkkuorr  (f.  nqkkuor,  ntr.  nqkkuot  usw.)  auf.  Aus  dieser  ent- 
steht endlich  das  in  der  späteren  spräche  gew.  aisl.  nqkkurr 
(f.  nokkur,  ntr.  nokkut  §  300, 1,  seltener  nqkkurt),  welches  wie 
ein  regelmässiges  adj.  (ohne  synkope)  flektiert  (doch  im  acc. 
sg.  m.  nqkkurn  oder  seltener  nach  §  300,  1  nqkkun) ;  oft  auch 
nqkkorr,  nokkorr,  seit,  nakkorr,  nukkurr  §  148  (s.  porkelsson, 
Supplement  IV),  nekkurr  oder  nokkurr;  anorw.  (schon  in  No. 
Hom.)  nokkorr  (vgl.  §  148,  §  285, 5),  seit  dem  ende  des  13.  jahrhs. 
oft  (s.  z.  b.  Hb.,  s.  XXIV)  nokor  (§  285, 1). 

Anm.  1.  Alte  nebenformen  sind:«nom.  sg.  ntr.  nekkua  (lmal  St.  Hom.) 
statt  nekkuat  (vgl.  §474  anm.  1),  dat.  sg.  ntr.  nekki  (lmal  St.  Hom.), 
nekkue  (oft)  st.  nekkui  (§151,3).  Die  anorw.  bruchstücke  der  Jöfraskinna 
zeigen  formen  wie  nokkoria,  -tum,  nokkria,  -iar  (s.  Jönssons  ausgäbe,  s.  XIX). 

Anm.  2.  Ueber  die  flexion  vgl.  besonders  Wimmer,  Laesebog1  XXIIf., 
Forn.  forml.  §  99,  a,  3;  Vigfusson,  s.  451  f.  Zur  etymologie  vgl.  Bugge, 
Tidskr.  f.  Phil,  og  Pged.  IX,  122 ff.,  Hoffory,  Tidskr.  f.  Fil.  N.  R.  III,  296 f.; 
oben  §  54,  3,  a,  §  128. 

4.  Sumr  flektiert  ganz  wie  ein  gew.  adj.  (§  427). 

5.  Die  flexion  von  einn  s.  §  444.    Ganz  ebenso  geht  neinn. 

§  476.  'Keiner',  'kein'  wird  durch  enge,  'niemand'  auch 
durch  man(n)ge,  'nichts'  auch  durch  vetke  oder  vcetke  aus- 
gedrückt; über  Marge  'keiner  von  beiden'  s.  §  477,3. 

1.  Enge  (über  dessen  entstehung  s.  §  128)  hat  eine  sehr 
bunte  flexion.  Im  folgenden  paradigma  werden  die  ältesten 
formen  zuerst  angeführt,  die  am  häufigsten  vorkommenden 
durch  Sperrung  hervorgehoben,  die  seltensten  [eckig]  ein- 
geklammert. 


§  477.  Indefinite  pronomina.  323 

mask.  fem.  neutr. 

Sg.N.  en(n)ge,    [engr,    enge,   enge,  fang,  eng,]  eingi,   etke,ekke §274.1. 
engr,]  eingi,  e(i)nginn       e(i)ugin  eke  §285,1, 

[cmktit,  (enti] 
G.  e(i)nskes.    e(i)nkis,      einegrar,  engrar,  ong-         =  m. 
[e(i)ngis,    e(i)nskins,  rar,  eng(u)arrar, 

cenkins]  [eng(njarrar] 

D.  [einonge   §258,1],    en-   einegre,  engre,  engre,     einoge,  [enoge,] 
gom,    [oeingum,]   en-       eng(n)arre,[eng(u)arre]     engo,  engo 
gom 
A.  eng(u)e,  eng(u)an,        [einega],  enga,  [cei)iga,] 

[enguan,]  engan,  eng(u)a,  [engua],  cengi      =  nom. 

eingi,  angin 
P1.N.  eiueger,     enger,    eng-   e[i]negar,  engar,  eng-     enge,  [engo,] 

(u)er,  [enguer,  engij         (n)ar,  [engnar]  eingi,  e(i)ngiu 

G.  einegra,  engra,  engra,  eng(n)arra,  [eug(n)arra] 

D.  einegom,  engom,  engom 

A.  [einega,]  enga,  eng (n)a,  =  nom.  =  nom. 

[engna] 

Anm.  1.  lieber  die  flexion  des  wortes  vgl.  besonders  porkelsson, 
Atbugasemdir,  s.  22  ff. :  Wimmer,  Forn.  forml.  §  99,  e,  1 ;  Fritzner;  Jönsson, 
Skjaldesprog,  s.  83  f.  —  Seit,  anorw.  (bes.  mnorw.)  nebenformen  sind  sg. 
nom.  m.  imgin  (Hsegstad,  Uppbavet,  s.  8,  Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  84,  und  II,  2.  i. 
s.  123),  dat.  ntr.  ingo  (Hsegstad,  a.  o.  II,  1,  s.  84),  acc.  m.  ingan  (Hoprekstad, 
2te  band),  acc.  f.  inga  iHsegstad,  a.  o.),  nom.  acc.  ntr.  ikki  (Haegstad, 
G.  Tr.,  s.  91),  onorw.  enkie,  mnorw.  einki,  einkii,  einte,  einket,  hütet  (Hsegstad, 
a.' o.II,l,  3.84  und  II,  2,  i,  s.  122,  123,  170),  pl.  nom.  m.  inge  (Hiegstad, 
a.  o.  II,  1,  s.  84);  vgl.  §  127  anm.  1. 

2.  Man{n)ge,  gen.  man{n)zkes,  dat.  mannege,  acc.  man(n)ge 
(pl.  fehlt)  wird  meist  von  dichtem  gebraucht. 

3.  Vetke,  das  nur  im  sg.  vorkommt,  hat  folgende  formen: 
Sg.  N.  A.  vetke,  vsetke,  vekke  §  274, 1 

G.        vettoges,  seit,  vetkes,  vetterge(s)s  (z.  b.  St.  Hom.,  Volospo; 

s.  §  290  anm.  1) 
D.       vettoge 
Anm.  2.    Vgl.  die  ausdrücke  ekke  vcitta  (vättanna)  durchaus  nichts. 
nokkot  vceüa  irgend  etwas.    Vgl.  noch  §  109,  §  110,  3  und  §  127  anm.  2.  — 
Nur  als  adverb  'nicht'  werden  gebraucht  eyfet,  eyvet,   -ar,  -o,  s.  §  151.  2. 

§477.  'Was  auch  immer'  heisst  huatke.  huatcetna,  huat- 
•wer  auch  immer'  huerge,  wenn  von  mehreren,  dagegen  liuärge. 
wenn  von  zweien  die  rede  ist;  seit,  velhuerr  (s.  porkelsson. 
Supplement  IV). 

21* 


324 


§477.   Indefinite  pronomina. 


1.  Huat  und  huatvetna  werden  nur  im  sg.  gebraucht: 

huatvetna  §  390, 5,  -vitna  §  151, 2,  huetvetna 

§  65,  -vitna,  hotuetna  §  82,  8,  -uitna 
huersvetna,  -vitna  (vgl.  §  474, 1  und  3) 
huivetna,  -vitna,  sehr  seit,  huevetna,  hövetna 
(s.  Egilsson) 
Anm.  1.    Vgl.  porkelsson,  Athugasemdir,  s.  20  ff. 

Huat  flektiert  ganz  wie  das  pron.  interr.  huat  (§  474, 1). 


Sg.  N.A.  huatke,  seit. 

huakke  §  274, 1 
G.       kuesskes  (alt  u.  seit.) 
D.       huige 


2.  Huerge  flektiert: 
mask. 


fem. 


n  e  u  t  r. 


Sg.  N.  huerge  §  284  huerge  huer(t)ke 

G.  huer(s)kes,  [huerges]  hueregrar  huer(s)kes,  [huerges] 

D.  huerionge§  258,1,  hueregom  huer(e)gre,  huerrigi  huerego 
A.  huernge,  huern(e)gan  huerega  huer(t)ke 

PI.  N.  huereger  hueregar,  huerege,   huer(e)ge 

[hueriage] 


G. 
D. 


hueregra 

huerionge  §  258, 1, 
hueregom 


A.  huerega 

hueregar,  huerege,   huer(e)ge 

[hueriage] 

Anm.  2.    Vgl.  porkelsson,  Athugasemdir  s.  18 ff., 

Wimmer,  Forn.  forml. 

§  99,  e,  2. 

3.   Huärge  flektiert: 

mask. 

fem. 

neutr. 

Sg.N.  huärge,    [huäregr,]  huärgen 

huorge 

huär(t)ke,  [huärgi] 

G.  huär(s)kes,  [huärges] 

huärregrar 

huär(s)kes,  [huärges] 

D.  huoronge,  huäronge  §  258, 1, 

huäregre, 

hugroge,  huäroge, 

huär(e)gom 

[huärrigi| 

huär(e)go 

A.  huärnge,  huärn(e)gan, 

huäre)ga 

huär(t)ke,  [huargij 

huär(e)gan 

Pl.N.  huär(e)ger 

huär(e)gar 

[huärge] 

G. 

huäregra 

D.                         huoronge,  huär(e)gom,  huäronge 

§  258, 1 

A.  huar(e)ga  huar(e)gar         [huärge] 

Anm.  3.  Die  synkopierten  formen  (nom.  pl.  Iniärger,  huärgar  o.  d.) 
sind  verhältnismässig  selten.  Vgl.  übrigens  porkelsson,  Athugasemdir, 
s.  16  ff.,  Wimmer,  Forn.  forml.  §  99,  c,  1. 


4.   Velhuerr  geht  wie  huerr,  s.  §  474,  3. 


§  478.  479.  Indefinite  pronomina.  §  480.  Tempusbildung.  325 

§  478.  'Jeder'  heisst  huerr  (anorw.  hucerr,  huarr,  s.  §  474,  3), 
wenn  von  mehreren,  hudrr,  hudr(r)tuegge  und  (bes.  im  anorw.) 
hudr(r)tueggia  (-tuceggia)  oder  tueggia  hudrr.  wenn  von  zweien 
die  rede  ist;  'jeder  für  sich'  wird  durch  ser  huerr  (hurerr. 
huarr),  'jeder  zweite'  durch  annarr  huerr  (hucerr,  huarr)  aus- 
gedrückt. In  diesen  Wörtern  flektieren  die  einzelnen  bestand- 
teile  ganz  wie  die  gleichlautenden  pron.  interr.  (§  474,  2  und  3) 
und  das  Zahlwort  annarr  (§  455);  tueggia  (§  445)  und  ser 
(§  464)  bleiben  natürlich  unverändert.  In  hudrrtuegge  flektiert 
das  erste  glied  nach  §  474, 2,  das  zweite  schwach  nach  §  433 
(und  mit  einem  i  vor  a.  o,  u  der  endung),  seltener  nach  §  435 
(so  bes.  im  nom.  sg.  f.,  nom.  acc.  pl.  ntr.,  sehr  seit,  in  andern 
kasus). 

Anm.  1.  Alt  und  seit,  sind  sg.  m.  nom.  huapartitegge  (s.  Egilssoii  , 
acc.  huaparntueggia  (s.  Fevers,  Arkiv  V.  132  f. ;  vgl.  §474,2).  —  Später 
findet  man  bisweilen  nom.  pl.  m.  huärutneggiu,  wo  also  auch  das  erste 
glied  schwache  flexion  hat. 

Anm.  2.  Das  nur  plurale  bäper  (§  446)  mit  derselben  bedeutuug 
wie  huärr,  huär(r)tueggia ,  huär{riuegge  kann  auch  hierher  gerechnet 
werden. 

§479.  Als  pron.  indef.  können  auch  betrachtet  werden: 
mapr  (s.  §  415)  man,  annarr  hudrr  (§  455  und  §  474,  2),  annarr 
tueggia  (flexion  nach  §  455,  tueggia  bleibt  unverändert)  oder 
annarrtuegge  (flexion  wie  hudrrtuegge  §  478)  einer  von  zweien 
(pl.  die  einen,  von  zwei  parteien  gebraucht). 

Anm.  PI.  menn  kommt  auch  bisweilen  in  der  bedentung  "man'  vor, 
dann  aber  immer  mit  dem  verbum  im  sg.,  s.  porkelsson,  Supplement  IV,  103. 

II.  Abschnitt.    Konjugation. 

A.  Tempusbildung. 

§  480.  Je  nach  der  bildung  des  präteritalstammes  sind 
die  germ.  verba  zweierlei  art:  starke,  die  ihren  präterital- 
stamm  ohne  zusatz  am  ende  bilden,  z.  b.  prät.  gaf  zu  gefa 
geben,  let  zu  lata  lassen;  und  schwache,  die  im  Präteritum 
eine  mit  dentalem  konsonanten  beginnende  ableitungssilbe  an- 
hängen, z.  b.  prät.  valpa  zu  velia  wählen,  felda  zu  fella  fällen, 
lysta  zu  lysa  leuchten.  Einige  verba  sind  zum  teil  stark,  zum 
teil  schwach,  s.  §  521—526. 


32(5      §  481.   Starke  verba.    §  482.  Klasse  1  der  ablautenden  verba. 

I.  Starke  verba. 
§481.    Die  starken  verba  sind  zweierlei  art: 

1.  Die  ablautenden,  welche  ihren  präteritalstamm  durch 
ablaut  (§  164  ff.)  des  wurzelvokals  bilden,  z.  b.  zu  gripa 
•  greifen '  prät.  greip,  prät.  pl.  gripom,  part.  prät.  gripenn. 

2.  Die  (einst)  reduplizierenden,  welche  in  urgerm.  zeit 
(und  noch  im  got.)  den  präteritalstamm  (ausser  im  part.  prät.) 
durch  reduplikation  der  Wurzelsilbe  bildeten;  dies  ursprüng- 
liche Verhältnis  ist  jedoch  im  an.  durch  Schwund  der  redupli- 
kationssilbe  (s.  §  154)  und  noch  andere  Vorgänge  gänzlich 
verdunkelt  worden,  z.  b.  zu  heita  'heissen',  prät.  het  (got.  haihait), 
prät.  pl.  hetom,  part.  prät.  heitenn ;  zu  sueipa  'einhüllen'  prät. 
suelp,  part.  prät.  sueipenn.  Bei  einigen  verben  ist  jedoch  die 
reduplikation  noch  einigermassen  erhalten,  s.  §  506. 

a)  Ablautende  verba. 

Klass9  I. 

§  482.    Verba  der  ersten  ablautsreihe  (§  165),  z.  b. 
gripa  greifen,  greip,  gripom,  gripenn. 

Ganz  wie  gripa  gehen:  hlipa  (älter  klypa,  schwach  nach 
§515)  kneifen;  blifa  (d.  lehnw.  des  15.  jahrhs.)  werden,  bleiben, 
drifa  treiben,  hrifa  greifen,  Mifa  klimmen,  rifa  reissen,  suifa 
ablenken,  prifa  (aber  prifa  schwach  nach  §  509)  ergreifen ;  Uta 
beissen,  drita  cacare,  hnita  stossen,  Uta  sehen,  rista  ritzen, 
rita  schreiben,  sldta  cacare,  slita  zerreissen;  lipa  gehen,  ripa 
reiten,  ripa  (aschw.  vripa)  drehen,  sipa  zaubern,  skripa  schreiten, 
snipa  schneiden,  suipa  sengen ;  hniga  sich  neigen,  miga  mingere, 
siga  sinken,  stiga  steigen;  fisa  pedere,  risa  sich  erheben;  gina 
das  maul  aufsperren,  hrina  schreien,  sich  erfüllen,  huina 
kreischen,  sJcina  glänzen. 

Anm.  1.  Hniga,  miga,  siga,  stiga  haben  im  prät.  sg.  auch  hne  (ein- 
mal hncg,  Morkinskinna,  ed.  Unger  s.  60,  mit  anal,  wieder  eingeführtem  g; 
vgl.  aschw.  stcegh  <  *steg),  im,  se,  ste  (s.  §  230, 2 ;  §  97, 2),  welche  formen 
ursprünglicher,  wenn  auch  später  seltener,  sind. 

Anm.  2.  Von  hniga  (s.  Jönsson,  Skjaldesprog,  s.  96),  sipa,  suifa,  suipa 
kommt  seit. ,  von  lipa ,  snipa  öfter  auch  ein  schwaches  prät.  nach  §  515 
vor;  ginpa  gehört  aber  zu  einem  dem  ahd.  ginm  entsprechenden  schwachen 
verb  (vgl.  Celander,  Om  övergangen  av  Ö  >■  d,  s.  69  f.). 


§  483.  Kl.  1  der  abl.  verba.     g  484.  485.   Kl.  2  der  abl.  verba.       327 

Aiim.  3.     Von  hnita   und  Mm  ist  part.  prät..   von  skita  ausserdem 
prät.  sg.  nicht  belegt. 

§  483.    Besondere  eigeutümliclikeiten  zeigen  sich  bei : 


bißa  warten 

beip 

bißom 

beßenn  §  495  anm.  5 

blik(i)a  blinken 

— 

blikom 

— 

anikia,  su/'kua.  seit. 

sueik,  seit. 

suikom 

suik{u)enn,  seit,  sykenn 

sykua  §  82, 11  be- 

sueyk §  77, 15 

vgl.  §  82, 10,    §  235 

trügen 

anm.  4 

vikia ,    vfkua ,    seit. 

veik ,    seit,   veyk 

cikvm 

vikenn,  seit,  ykuenn 

(v)ykua ,     anorw. 

gew.  vika  weichen 

Anm.  Von  einigen  ursprünglich  hierher  gehörigen  verbeu  sind  nur 
schwache  spuren  der  alten  starken  bildung  erhalten : 

inf.  strykua  (ags.  strica7i,  s.  §  82,  5).  part.  prät.  str ykuenn  (s.  Jönsson, 
Skjaldesprog  s.  102)  streichen  (vgl.  §  486  anm.) ; 

part.  prät.  snifenn  beschneit  und  3.  sg.  präs.  ind.  snyr  (§  77,  6)  schneit 
(beide  formen  nur  dicht.),  vgl.  ahd.  snlwan; 

part.  prät.  hnipenn  beklommen  zu  hnipa  (schwach  nach  §  515  oder 
auch  nach  §  509)  beklommen  sein ; 

part.  prät.  visenn  verwelkt  (vgl.  ags.  töweosan,  mhd.  verwesen); 

part.  prät.  suigenn  gebogen  (zu  schwed.  dial.  svlga) ; 

part.  prät.  lifenn  (zu  got.  bi-leiban)  lebend; 

1.  sg.  präs.  ind.  te  (got.  teiha)  und  part.  prät.  t/genn  (§  317,  3,  a)  aus- 
gezeichnet, vornehm  zu  tiü  (schwach  nach  §  520)  zeigen ; 

1.  sg.  präs.  ind.  U  (got.  leika;  §  111,2)  und  part.  prät.  nom.  pl.  m. 
lener  (einmal  belegt,  s.  Vigfussoni  zu  lia  (schwach  nach  §  520)  leihen. 

Die  schwachen  verben  digna  erweicht  werden  und  stikna  geröstet 
werden  setzen  hierher  gehörige  starke  part.  prät.  *diginn  (got.  diyans)  und 
*stikinn  (vgl.  steik  braten)  voraus. 


Klasse  II. 

§484.    Verba  der  zweiten  ablautsreihe  (§  166),  z.  b. 
fliöta  fliessen.  flaut,  flutom.  flotenn; 
Jeriüpa  kriechen,  kraup.  krupom.  kropenn; 
süpa  saufen,  saup,  siqwm.  sopenn. 

Anm.    Ueber  die  doppelheit  iö,  iü  im  inf.  s.  §  101. 

§  485.  Wie  fliöta  gehen :  briota  zerbrechen,  giöta  giessen, 
hliöta  bekommen,  hriöta  schnarchen,  stieben,  liösta  schlagen. 
niöta  geniessen,  skiota  schiessen,  piöta  tosen,  priöta  aufhören 
(unpersönlich):  biöpa  bieten,  hriöpa  reuten,  riofia  röten,  siöpa 
sieden;  giösa  sprudeln,  hniosa  niesen. 


328  §486—488.  Klasse  2  der  ablautenden  verba. 

Auin.  1.  Von  hniösa  ist  part.  prät.  nicht  belegt,  von  priöta  nicht 
prät.  pl.  (wol  aber  prät.  konj.). 

Anm.  2.  Eine  nebenform  zu  part.  prät.  protenn  'erschöpft'  (zu priöta) 
ist  vielleicht  das  adj.  prutenn  'geschwollen'.  Seltene  nebenformen  sind: 
anorw.  prät.  sg.  hob  (AM.  655,  4°,  Thomas  saga  u.  a. ;  ein  er klärungs versuch 
bei  Kock,  Beitr.  XXIII,  496),  pl.  boöom,  Skotom,  part.  prät.  bnöinn,  s.  Wad- 
stein, Arkiv  VIII,  85 ;  aisl.  part.  prät.  hlutenn  (St.  Hom.);  vgl.  §486  anm, 
§  487  anm.  1. 

§486.  Wie  kriüpa  gehen:  driüpa  triefen;  Miüfa  spalten, 
rkifa  zerreissen;  fiüka  stieben,  riüka  rauchen,  strkika  (vgl.  anm.) 
streichen,  liüka,  s.  §  487;  fliüga  (auch  flüga  nach  §  487)  fliegen, 
Uüga  lügen,  smiüga  schmiegen,  siüga,  s.  §  487. 

Anm.  Von  fliüga,  Uüga,  siüga,  smiüga  kommen  im  prät.  sg.  neben 
flaug,  laug,  saug,  smaug  die  ursprünglicheren  formen  fto,  16,  so,  smö  vor 
(§230,2,  §98,2).  Seltene  nebenformen  sind:  inf.  strykia  und  strykua 
(vgl.  §  483  anm.,  §  172, 1),  ßügia  (nach  fliügip,  -i  u.  dgl.,  s.  §  263),  auorw. 
ryfa  (nach  dem  präs. ;  s.  Hertzberg),  riöfa  (Hsegstad,  Kong.  s.  21 ;  vgl. 
§101  anm.  1);  prät.  sg.  aisl.  klof,  anorw.  fok;  part.  prät.  anorw.  rufinn; 
s.  porkelsson,  Beyging;  Wadstein,  Arkiv  VIII,  88;  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  I, 
s.  130.    Vgl.  §  485  anm.  2. 

§  487.  Wie  süpa  gehen :  lüka  (spät  und  seit.,  s.  Fritzner, 
liüka  nach  §  486)  verschliessen,  hita  sich  beugen,  süga  (spät 
und  seit,  siüga  §  486)  saugen,  flüga  s.  §  468,  und  wahrscheinlich 
die  nur  im  inf.  belegten  stüpa  hervorragen  und  dufa  (nur 
anorw.  einmal)  niederdrücken;  dazu  part.  prät.  als  adj.  dofenn 
erlahmt. 

Anm.  1.  Ueber  die  nebenform  prät.  sg.  so  s.  §  486  anm.  Ein  paar- 
mal ist  part.  prät.  lukenn  (St.  Hom.;  Hsegstad,  Kong.  s.  38)  belegt,  vgl. 
§  485  anm.  2. 

Anm.  2.  Neben  lüka  steht  lykia  schwach  nach  §  522,  aber  sehr 
seit,  in  übertragener  bedeutung.  Lüta  hat  seit,  schwaches  prät.  nach  §  519 
(lütta,  pl.  lüttom). 

§  488.    Besondere  abweichungen  zeigen  folgende  verba : 

flyia  fliehen     flö  (*flauh        flugom  §  317, 3,  a ;  vgl.   — 
§  230, 2)  anm.  2  unten 

(fraus  ifrusom  tfrosenn 

friösa  frieren <  aisl.  alt  frwal  aisl.  alt  frerom  '.  aisl.  alt  frerenn 

v  aisl.  frera        I  aisl.  frerom  \  aisl.  frerenn 

(kaus  (kusom  (kosenn 

aisl.  alt  keral  aisl.  alt  kerom,  kuruml  aisl.  alt  kerenn,  komm 
aisl.  kera        l  aisl.  kerom  l  aisl.  kerenn 

spyia  speien     spiö  §  106        spiöm  — 


§  489.  Klasse  3  der  ablautenden  verba.  329 

Anm.  1.  Prät.  sg.  frera ,  kera  (mit  schwacher  flexion  nach  §  533) 
?ind  den  pluralformen  frerom,  kerom  nachgebildet,  über  welche  s.  §71.3, 
§  317,4;  über  die  nebenformen  frera,  -om,  kern,  -om  s.  §  119.  Prät.  konj. 
kesa  setzt  wol  ein  prät.  pl.  *kosom  (vgl.  §  485  anm.  2)  voraus.  —  Seit, 
heisst  part.  prät.  im  anorw.  kesenn  (legendarische  Olafssaga),  kerenn  (s. 
Hertzberg;  öfter  im  aisl.,  s.  oben). 

Anm.  2.  Flyia  (statt  *fli6a ,  got.  pliuhan)  ist  dem  präs.  fhjr  (got. 
pliuhis)  nachgebildet.  Prät.  flö,  flttgom  kommt  nur  alt  und  dicht,  vor. 
Sonst  hat  das  wort  schwaches  prät.  nach  §  533,  2  :  flößa  (Jlö  mit  zugefügter 
schwacher  endung  -da;  nur  2 mal  belegt,  Schreibfehler  nach  porkelsson, 
Anmserkninger.  s.  15).  flepa  (*tlauhiÖö),  flypa  mach  präs.  /h/r),  anorw.  (s. 
Wadstein,  F.  Honi.  s.  63)  flyida  /nach  dem  inf.),  part.  flüeßr  (lmal  belegt, 
Schreibfehler  nach  porkelsson,  a.  o.),  fleepr,  flyepr,  flypr;  in  später  zeit 
auch  bisweilen  fh'iÖa,  part.  fli'iidr,  flüÖr  nach  lyia  :  lüöa,  lü(i)dr  u.  dgl. 
Nach  dem  prät.  flepa,  fleepr  sind  ferner  die  nebenformen  inf.  fleia,  präs. 
fUr  gebildet. 

Anm.  3.  Spyia  (nach  präs.  spyr  §  77,  6  gebildet )  hat  später  schwaches 
prät.  nach  §  512  (spüpa,  part.  ntr.  spüt). 

Anm.  4.  Nur  in  spärlichen  resten  ist  die  starke  bildung  bei  vielen 
verben  erhalten : 

prät.  pl.  bugum,  part.  prät.  bugenn  'gebogen"; 

prät.  sg.  hnaup,  part.  prät.  ntr.  hnopet  'geschlagen'; 

3.  sg.  präs.  ind.  hryss.  prät.  sg.  hraus  'schauderte' ; 

zu  tiöa  (got.  thihan)  "ausreichen,  helfen'  (präs.  ind.  tiö .  tyr.  tyr,  pl. 
tiöm,  tiöep.  tiöa)  kommt  in  der  bedeutung  'gezogen'  ein  altes  part.  prät. 
togenn  vor:  sonst  hat  das  wort  (in  seiner  gew.  bedeutnng)  nur  schwaches 
prät.  (nach  §513,2):  tepa,  typa,  part.  tepr,  tyPr,  wozu  die  inf.  teia  (präs. 
te),  tyia  (präs.  ty),  mit  derselben  entwickelung  wie  bei  flyia  (anm.  2  oben ; 
zum  teil  aber  urspr.  ein  anderes  verb,  s.  §68,4);  ausserdem  kann  tiöa 
ganz  nach  §  509  gehen  (präs.  tiöa.  prät.  tiöafra.  part.  prät.  tiöapr).  im  prät. 
ind.  auch  nach  §519  (tiöpa);  über  die  Vermischung  mit  tiä,  tepa  (tiäpa) 
s.  Hultman,  Hälsingelagen,  s.  43  note  3 : 

nur  im  part.  prät.  belegt  sind:  füenn  verfault,  hropenn  (vgl.  ags. 
hreoÖan)  gefärbt,  anorw.  [h]rufinn  ([A]rti/tnn?;  vgl.  §  485  anm.  2  und  §  487 
anm.  li  struppig,  lopenn  (vgl.  ags.  leodan)  haarig,  rotenn  verfault,  snopenn 
dünnhaarig;  femer  hokenn  zu  hüka  (schwach  nach  §519,1)  kauern,  Herrn 
zu  lyia  (prät.  schwach  nach  §512)  zerquetschen;  die  schwachen  verben 
losna  sich  lösen  und  glüpna  stutzen  setzen  starke  part.  prät.  *losinn  (got. 
lusans),  *glüpinn  voraus. 

Klasse  HI. 

§  489.    Verba  der  dritten  ablautsreihe  (§  167),  z.  b. 
bresta  bersten,  brast,  brustom,  brostenn; 
biarga  bergen,  barg,  burgom,  borgenn; 
spinna  spinnen,  spann,  spunnom,  spunnenn; 


330  §  490.  491.  Klasse  3  der  ablau tenden  verba. 

slyngua,  slyngia  schleudern,  slgng,  slungom,  slungenn; 
sekkua  sinken,  sokk,  sukkom,  sokkenn. 

Anm.  Ueber  e,  i  im  iuf.  s.  §162,  §110,1;  ia  §88;  y  §82,4;  e 
§  82,  3,  §  110, 1.  Ueber  o,  u  im  part.  prät.  s.  §  61, 2,  §  112, 1.  Vgl.  §  490 
anm.  2. 

§  490.  Wie  bresta  gehen :  detta  niederfallen,  gnesta  krachen, 
kretta  mucken,  snerta  berühren,  spretta  springen,  suelta  hungern, 
sterben,  velta  wälzen;  skreppa  gleiten,  sleppa  gleiten  lassen,  verpa 
werfen;  serfia  (vgl.  §  315  anm.  3)  perverse  Unzucht  treiben,  verpa 
werden;  huerfa  sich  wenden,  suerfa  feilen;  suelga  (auch  suelgia 
nach  der  2.  pl.  präs.  ind.  suelgip,  2.  3.  präs.  konj.  suelgir,  -i  u.  a., 
vgl.  §  263  und  fliügia  §  486  anm.)  schlucken;  bella  treffen, 
suella  schwellen,  vella  sieden;  puerra  abnehmen. 

Anm.  1.  Von  bella  und  kretta  ist  ausser  dem  inf.  (und  dem  auf- 
fallenden, wol  etymologisch  verschiedenen,  präs.  knettr  Mälshättakusepe  24 ; 
vgl.  nnorw.  knetta)  nur  prät.  sg.  belegt ;  von  gnesta  und  vella  ist  part.  prät. 
nicht  belegt,  von  serpa  und  suerfa  nicht  prät.  pl. 

Aum.  2.  In  detta,  kretta,  spretta,  skreppa,  sleppa  ist  e  im  inf.  nach 
§  110, 1,  o  im  part.  prät.  nach  §  112, 1  (sonst  nach  §  61,  2)  zu  erklären. 

Anm.  3.  In  verhen  wo  v  oder  kons,  u  dem  wurzelvokal  vorhergeht, 
fehlt  dies  in  alter  zeit  natürlich  vor  dem  u,  o  des  prät.  pl.  und  part.  prät., 
zeigt  sich  aber  oft  in  der  späteren  spräche,  z.  b.  urpom,-  orpenn  (später 
vurdum,  vorÖinri)  zu  verpa;  hurfom,  horfenn  zu  huerfa  u.  dgl.  (s.  §  235, 1,  a 
mit  anm.  1). 

Anm.  4.  Das  adj.  skorpenn  'eingeschrumpft'  ist  urspr.  part.  zu  skreppa 
(wozu  part.  prät.  skroppenn  neugebildet  ist);  vgl.  §  315  anm.  3.  Sehr 
seltene  anorw.  nebenformen  sind  inf.  valla  (Wadstein,  F.  Hom.,  s.  48;  ahd. 
wallan,  ags.  weallan)  statt  vella  und  prät.  pl.  voröom  (leg.  Olafssaga)  st. 
(v)urdum;  ebenso  setzt  anorw.  prät.  konj.  herfa  (leg.  Olafss.)  st.  hyrfa  ein 
prät.  pl.  *horfom  (vgl.  §  485  anm.  2)  st.  hurfum  zu  huwrfa  voraus ;  vgl. 
noch  shetl.  und  mnorw.  inf.  varda  (s.  §  149  anm.  2).  Mnorw.  kommt 
bisweilen  prät.  sg.  vart  (wie  im  aschw.,  s.  Ad.  gr.  II,  §  260  anm.  7)  statt 
varö  vor,  s.  Haegstad,  Kong.  s.  38,  Vestno.  maalf.  11,1,  s.  56. 

§  491.  Wie  biarga  gehen:  gialda  (prät.  sg.  galt  §  220) 
gelten,  gialla  (part.  prät.  nicht  belegt)  gellen,  skialfa  zittern, 
skialla  klatschen. 

Anm.  1.    Spät  geht  biarga  auch  schwach  nach  §  509. 

Anm.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  inf.  skella  (s.  porkelsson, 
Beyging)  und  anorw.  gelcla  (Cod.  Tunsb.),  gilda  (mehrmals,  s.  Haegstad, 
G.  Tr.  s.  45) ;  prät.  sg.  anorw.  skolf  (porkelsson ,  Beyging ;  vgl.  holp  §  495 
anm.  5). 


§  492  —  495.  Klasse  3  der  ablautenden  verba. 


331 


§492.  Wie apüma  gehen:  cinna  ausführen.  Linda  binden, 
hrinda  stossen,  vinda  winden;  springa  zerspringen,  stinga 
stechen;  suimma  (vgl.  suima.  symia  §496)  schwimmen. 

Anm.  1.  Prät.  sg.  zu  binda ,  hrinda ,  vinda ,  springa .  Stmga  heissen 
bau  (seit,  baut,  Hb.  s.  XXX  2  mal  und  Wadstein,  Arkiv  VIII,  85,  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  IT,  1,  s.  56),  hratt,  vatt,  sprakk  (spät  und  seit,  sprang  nach 
dem  pl..  s.  porkelsson,  Supplement  II).  statt ,  s.  §  220,  §  266,2  und  3.  — 
Ueber  prät.  pl.  [r)imnom,  (v)undom,  summom,  part.  prät.  (v)umienn  usw. 
s.  §  235. 1,  a  mit  anm.  1. 

Anm.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind  1.  pl.  imperat.  hryndum  (so- 
wie die  schwache  2.  sg.  präs.  ind.  hrinder,  nach  §  515  wie  im  nisl.)  und 
part.  prät.  ntr.  sommet  (vgl.  §496  anm.  2).  S.  Wadstein,  Arkiv  VIII,  92 
und  porkelsson.  Beyging. 

§  493.  Wie  slyngua,  slyngia  gehen :  syng(u)a  (§  235  anm.  4), 
-(i)a  (§  263  mit  anm.  2)  singen,  pryngua.  -ia  drängen;  tyggua, 
■ia  (dies  auch  schwach  nach  §  512)  kauen. 

Anm.  ßryngua  hat  im  präs.  neben  pryng(r)  auch  ßreng(r),  wozu 
sowie  zu  einem  vorauszusetzenden  *sleng(r)  dann  neugebildet  werden  inf. 
ßr&ngua ,  -ia  und  slengua  (wie  nach  präs.  tyggr  inf.  tyggua  statt  *tio>igua. 
aschw.  tiugga,  aus  *teggwa  §  82,  7)  welche  später  oft  schwach  nach  §  516,  b 
flektieren.  —  Seltene  nebenformen  sind  inf.  aisl.  songua  (St.  Hom. ;  Schreib- 
fehler?), anorw.  prangt ji)a  (Hb.,  s.  XXXIII:  Hertzberg,  s.  748  f. ;  hierzu 
das  oben  erwähnte  präs.  firengr  <  *prangiciR  §  77,7),  gebildet  wie 
hnggg(u)a  (nschw.  nagga)  §495  und  vaüa  §490  anm.  4;  ebenso  scheint 
das  eben  erwähnte  *slengr  ein  inf.  *styngua  vorauszusetzen;  prät.  pl. 
songom  (St.  Hom.  4 mal:  nach  dem  sg.),  syngom  (AM.  645,  4°  nach  dem 
konj.  synga);  part.  prät.  syngenn  (St.  Hom.  3  mal.  AM.  645,  4°),  songenn 
(St.  Hom.  3  mal). 

§  494.  Wie  sekkua  gehen:  hrekkua  weichen,  ktekkua 
stöhnen,  stekkua  springen. 

Anm.  Seit,  nebenformen  sind:  inf.  sokkiui  (Hb.,  s.  XXXIII;  Kahle, 
Die  spräche  der  skalden,  s.  278);  part,  prät,  sukkenn  (Kahle,  ib.  s.  260). 

§  495.    Besondere  abweichungen  zeigen  : 


bregpa   durch   eine  schnelle 
bewegung    in    eine    ver- 
änderte läge  versetzen 

brä 

brugpom 

brugpenn 

brenna  brennen 

braun 

brunnom 

brunnenn 

drekka  trinken 

drakk 

drukkom 

drukkenn  §  112,  1 

finna  finden 

hialpa  helfen 
hnggg(n)a  stossen 

fann 

halp,  hialp 
hnogg 

j  funnom 

I  funiom 

hulpom 

\  funnenn 
\/»w?e>m§317,2,b 

holpenn 

hnuggenn 

renna  rennen 

rann 

runnom 

runnenn 

sporna  anstossen 

spam 

spurnom 

— 

332  §  495.  Klasse  3  der  ablautenden  verba. 

Anm.  1.  lieber  die  Unregelmässigkeiten  bei  bregpa  s.  §  61, 2  und 
Noreen,  Geschichte3  §  235, 1.  In  den  bedeutungeu  'rügen',  'betrügen',  'aus- 
lösen', 'auf  etwas  ansprach  machen'  kommt  auch,  bes.  anorw.,  die  (gew. 
schwach  nach  §  515  flektierende)  form  brigpa  vor ,  welche  dem  2.  3.  sg. 
präs.  (anorw.,  s.  Hertzberg)  brigdr  (§  530  anm.  4)  nachgebildet  ist. 

Anm.  2.  Neben  brennet,  rennet  kommen  (bes.  in  alter  zeit  und  anorw.) 
seit,  brinna  (Hertzberg;  Jonsson,  Skjaldesprog,  s.  90),  öfter  rinnet  (porkels- 
son,  Beyging;  Hertzberg;  Jonsson,  a.  o.  und  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold, 
s.  316)  vor;  vgl.  §  162, 1,  §  318, 11. 

Anm.  3.  Hnggg(u)a  —  nicht  *hneggua,  wie  Bugge  bei  Fritzner  III,  1102 
angibt  (s.  Wadstein,  Arkiv  VIII,  91)  —  hat  im  präs.  ind.  sg.  neben  hneggr 
auffallend  auch  hnygg(r).  Da  hier  ggw  aus  ww  (§  227, 2)  entstanden  ist, 
gehört  dies  verb  (wie  auch  tyggua  und  gyggua  anm.  6  unten)  ursprünglich 
zu  der  2.  ablautsklasse  (§  484  ff.). 

Anm.  4.  Von  (dem  gew.  schwach  nach  §  509  flektierenden)  spornet 
(ahd.,  ags.  spurnan)  ist  ein  starkes  präs.  *spyrn  (§  63  anm.  1)  nicht  belegt, 
liegt  aber  der  nebenform  spyrna  (schwach  nach  §  515)  zu  gründe.  Neben 
spornet  hat  wol  einmal  ein  dem  aschw.  spicerna  entsprechendes  *spiarna 
gestanden  —  vgl.  (die  schwachen)  horfa  sich  wenden,  molka  melken  neben 
(den  starken)  huerfa,  ahd.  melchan  —  und  zu  dessen  präs.  *spern  (§  530 
anm.  4)  ist  die  form  spernet  (schwach  nach  §  515)  neugebildet. 

Anm.  5.  Sonstige,  sehr  seltene  nebenform en  sind:  zu  hialpa  inf.  anorw. 
heelpa  (Hertzberg),  prät.  sg.  holp  (porkelsson,  Beyging),  help  (Fritzner; 
auch  3.  sg.  prät.  konj.  helpe,  s.  porkelsson  a.  o.);  über  das  zu  spornet  {sperna, 
s.  anm.  4  oben)  wahrscheinlich  nicht  gehörige  prät.  spann  (porkelsson  a.  o.) 
s.  §  272  anm.  2;  zu  bregpa,  drekka  und  finna  part.  prät.  anorw.  brogÖenn 
(Wadstein,  Arkiv  Vni,  87)  §61,2,  drykkinn  (Elis  saga)  §112,1,  fynninn 
(Spec.  regale ,  ed.  Brenner,  s.  9635)  mit  analogisch  eingeführten  suffix  -in- 
st, -en-,  wie  umgekehrt  in  benenn  §  483  -en-  st.  -in-  §  162,  2  eingeführt  sein 
und  a-umlaut  bewirkt  zu  haben  scheint  (oder  ist  es  nur  von  bepenn  §  498 
beeinflusst ?) ,  vgl.  nisl.  byndin,  porkelsson,  Supplement  II,  neben  bundin 
garbe.     Hialpa  kann  auch  schwach  nach  §  509  gehen. 

Anm.  6.    Nur  in  spärlichen  resten  erhalten  sind: 

3.  prät.  pl.  (anorw.  einmal,   s.  porkelsson,   Beyging)  gnullu  schrien; 

inf.  und  part.  prät.  bryggia  (anorw.,  s.  Hertzberg;  ags.  breowan), 
bruggenn  brauen,  gyggua,  *guggenn  (aus  gugna  '  erschrecken '  zu  erschliessen) 
schreck  einflössen,  melta,  *moltenn  (erst  als  nisl.  molttnn  belegt)  schmelzen ; 

part.  prät.  bolgenn  angeschwollen,  holfenn  zu  holfei  (schwach  nach 
§  519, 1)  gewölbt  sein,  kroppenn  zu  kreppa  (schwach  nach  §  515)  schrumpfen, 
roskenn  (vgl.  got.  wrisqan)  gewachsen,  storkenn  erstarrt;  die  schwachen 
verben  morkna  morsch  werden  und  porna  (vgl.  §  283)  dorren  setzen  starke 
part.  prät.  *morkenn  (nisl.  morkinn)  und  *porrenn  (vgl.  got.  gapaürsans) 
voraus. 


§  496.  Klasse  4  der  ablautenden  verba.  333 

Klasse  IV. 

§  496.    Yerba  der  vierten  ablautsreihe  (§  168),  z.  b. 

hera  tragen,  bar,  borom,  borenn. 

So  gehen  noch  skera  (vgl.  jedoch  anm.  4)  schneiden,  stein 
stehlen  und  mit  gewissen  abweichungen : 

fela  verbergen                   fai       fglom  folgenn  §  317, 3,  a 

Jioma  (anorw.  oft  Jcuma)   kom      kugmom,kömom  komenn 

kommen  §  77, 11 

nema  nehmen                      nam     nömom,  nömom  numenn,  nomenn  (oft 

§  116  anorw.,  sehr  seit,  aisl.) 

sofa  schlafen                       suaf     sugfom,  söfom  soferm 

§77,11 

suima,  si/mia  schwimmen   sttam    sugmom  sumenn  §  235, 1,  a 

tropa  treten                        trap     trgpom  tropenn 

vefa  weben                          vaf,      vgfom,  öfom  oferm 
öf        §  77, 11 

Amn.  1 .  Fela  (*felha  §  230, 1 ;  anorw.  einmal  präs.  pass.  fiadzt,  s.  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  200,  vgl.  aschw.  ficela)  gehörte  urspr.  der  3.  ablauts- 
klasse  (§489 ff.),  wie  auch  das  part.  prät.  bezeugt:  demnach  ist  prät  pl. 
fölom  anal,  neubildung  (statt  *fulgom.  aschw.  run.  fuJku  Kolunda)  zu  sing. 
fai  nach  dem  Verhältnis  stal  :  stglom  u.  dgL  Sehr  seit,  kommt  anorw.  ein 
schwaches  part.  prät.  felaör  (s.  Fritzner;  vgl.  aschw.  jiaüaper)  vor  sowie 
misl.  prät.  falda  (wie  im  aisl.)  st.  fal  mit  neu  hinzugetretenem  -da  (s. 
porkelsson,  Anmaerkninger,  s.  12). 

Anm.  2.  Neben  suima  (später  auch  schwach  nach  §  509),  symia 
(*sumjan)  kommt  auch  saimma  (*swimnan  §318, 10)  mit  nur  präsentischem 
-n-,  vgl.  f reg  na  §  498  anm.  2)  nach  klasse  III  vor  (s.  §  492).  Aus  einer 
urspr.  flexion  suimma,  prät.  suam,  part.  sumenn,  *somenn  (gebildet  wie 
nomenn,  s.  oben)  sind  durch  ansgleichung  sowol  suima  wie  suamm,  summenn 
und  sommenn  (§  492  anm.  2)  entstanden ;  ein  dem  inf.  nachgebildetes  part. 
prät.  ntr.  suimit  ist  einmal  belegt  (s.  porkelsson,  Beyging). 

Anm.  3.  Koma,  tropa,  sofa  (über  deren  vokalisation  s.  Noreen,  Sv. 
laudsm.  I.  693;  Sievers,  Beitr.  VIII,  80  ff.)  haben  präs.  kern,  trep,  sef(%  66, 1, 
§416  anm.  3.  schluss).  resp.  kern,  trep,  sef  (§  119).  Zu  trep  ist  wol  das 
bisweilen  vorkommende  schwache  prät.  tradda,  part.  traddr  gebildet  nach 
der  analogie  glep  erfreue  :  gladda  :  gladdr  u.  dgl.  (§  512). 

Anm.  4.  Ueber  prät  sg.  kom  s.  Ljungstedt,  Anmärkningar  tili  det 
starka  preteritum  (Upsala  1887),  s.  111  ff.  Öf  ist  wol  zu  dem  pl.  öfom  ge- 
bildet nach  der  analogie  för :  forom  (§499):  ebenso  wol  auch  ein  sehr 
seltenes  näm  (Wadstein,  Arkiv  VIII.  89)  zu  nämotn  nach  ät :  ätom  u.dgl. 
(§  498  anm.  7).  Umgekehrt  sind  nach  der  anal,  nam  :  nömom  gebildet  zu 
prät.  sg.  bar  seit.  pl.  aisl.  börom  (z.  b.  St.  Hom.  3mal).  zu  skar  sehr  seit.  pl. 
anorw.  skörom  (Hb.  s.  XXV) ;  vgl.  §  497  anm.  2. 


834 


§  497.  498.  Klasse  5  der  ablautenden  verba. 


Anm.  5.  Von  *slokkua  «*slekwan  §82,3,  mnorw.  dial.  slekka:  kk 
nach  §  279,  2)  erlöschen  (vgl.  das  schwache  slekkua  §  82,  6  auslöschen)  ist 
aus  alter  zeit  nur  part.  prät.  slolcenn  belegt;  dann  aus  dem  nisl.  ein  präs. 
slökkr.  —  Von  hlymia  klirren,  das  übrigens  schwach  geht,  ist  in  Egils 
HQfoplausn  ein  starkes  prät.  hlam  (oder  hlamm?  vgl.  suam  und  suamm  zu 
symia)  einmal  belegt;  von  koma  einmal  part.  prät.  dat.  kumnum,  s.  Jonsson, 
No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold ,  s.  317.  —  Ueber  strepa,  part.  strojjenn 
s.  §  315  anm.  3. 


Klasse  V. 

§  497.    Verba  der  fünften  ablautsreihe  (§  169),  z.  b. 
gefa  geben,  gaf,  ggfom,  gefenn. 

So  gehen  noch:  drepa  erschlagen;  feta  den  weg  finden, 
freta  pedere,  geta  bekommen,  meta  abschätzen;  leka  leck  sein, 
reka  treiben;  lesa  lesen;  trega  betrüben,  vega  (prät.  vä  §230,2) 
aufheben,  wiegen,  wägen. 

Anm.  1.  Von  trega  sind  prät.  sg.  und  pl.,  von  freta  prät.  pl.  und 
part.  prät.,  von  leka  prät.  pl.,  von  feta  part.  prät.  nicht  belegt.  Die  neben- 
formen  frata,  fata  (gebildet  wie  valla,  prpngua  u.  a.,  s.  §  493  anm.)  gehen 
schwach  nach  §  509;  so  bisweilen  auch  freta  und  gew.  trega,  das  aber 
auch  ein  prät.  tregpa  in  der  bedeutung  'betrauerte'  aufzuweisen  hat. 

Anm.  2.  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  inf.  giafa  (s.  §  95  anm.  4), 
prät.  sg.  gäf  (Rimb. ,  St.  Hoin.),  mät  (No.  Hom.;  vgl.  §  498  anm.  7,  §496 
anm.  4  und  Wadstein,  Arkiv  VIII,  89);  prät.  pl.  anorw.  (No.  Hom.,  leg* 
Olafssaga)  mötom  (s.  §  116).  Aisl.  dröpom,  götom,  (beides  z.  b.  in  St.  Hom.) 
sind  entweder  als  nur  ungenaue  Schreibungen  statt  dröpom,  götom  oder 
als  anal,  neubildungen  nach  nömom ,  kopom  (§  498)  u.  dgl.  aufzufassen 
(vgl.  borom,  skörom  §  496  anm.  4,  pögom  §  498  anm.  7). 


§  498.    Besondere  ab  weichungen  zeigen : 


eta,   eta,   s.  anm.  1      dt,  s.  anm.  I 

essen 
fregna  fragen,  s.  anm.  2  frd  §230,2 


ötom 


kuap,kuat§238 
anm.  12 


frögom 

kuöpom,  kopom 
§  77, 11 


kaepa  sagen 

rek(k)ua  §  82,  3, 

§  279,  2  dunkeln 
siä  (sea  §  133,  b,  2, 

§  230,  1)  sehen 
vega    (anorw.   auch 

viga)  töten 
vesa,  vera  sein 

rom  §  77, 11 

und  mit  dem  präsens vokal  i  nach  §  168, 3 : 


sd  §  122 


va,  s.  anm.  o 


vcis,  var 


söm  §  132,   söm 

§116 
vögom 

vörom,  seit.  (v)6- 


etenn 

fregenn 
kuepenn 

ntr.  rekk(u)et 

senn  §  130 

vegenn  (anorw. 

auch  viginn) 
ntr.  veret,  seit. 

veset 


§  498.  Klasse  5  der  ablautenden  verba.  335 

bipia  bitten  bap  bopom  bepenn 

liggia   §  279,  1    liegen  lä  §  230,  2  logom  legenn 

sitia  sitzen  seit  sotom  setenn 

piggia  empfangen  pä  pögom  pegenn 

Anm.  1.  Neben  ein  tritt  eta  (ieta  §  103),  wo  die  vokallänge  wol  ans 
dem  prät.  ät  (got.  fr-et,  lat.  edi,  gr.  eö-rjöa)  herübergenommen  ist,  schon 
seit  dem  anfange  des  13.  jahrhs.  auf,  s.  B.  M,  Olsen,  Germania  XXVII,  262  f. 

Anm.  2.  In  fregna  ist  n  ein  spezifisches  präsenssnfiix,  das  den  übrigen 
Stammformen  fremd  ist;  vgl.  §  496  anm.  2  sowie  lat.  cerno,  sino,  Uno  u.  dgl. 
Statt  präs.  fregn  kommt  sehr  seit,  freng  (st.  *frengn,  vgl.  §239,2)  oder 
freg  (zu  dem  prät.  frei,  frögom  neugebildet  nach  reg  :  vd ,  vugom)  vor; 
s.  Fritzner.  Das  wort  geht  auch  schwach  nach  §  515,  später  und  seit,  auch 
nach  §  509. 

Anm.  3.  Von  kuepa  kommt  einigemal  (in  alten  handschr.)  auch  prät. 
sg.  kuad  (in  Verbindungen  wie  kuap  pat  'sprach  so'  entstanden,  vgl. 
§  238, 1,  a)  vor;  wenn  das  folgende  wort  mit  p  (oder  8)  anlautet  (sonst 
sehr  seit.,  s.  Arkiv  X,  207  note),  steht  sogai  bisweilen  kua  (vgl.  Hoffory, 
Arkiv  II,  33  ff. ).  Dem  prät.  pl.  kupom  nachgebildet  ist  der  seit,  anorw. 
(s.  Hsegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  140,  und  Hertzberg)  sg.  köÖ,  pass.  koz 
(*köp-S);  vgl.  aschw.  köp. 

Anm.  4.  Von  siä  kommen  spät  im  präs.  statt  se,  ser,  mm,  sep  die 
formen  siai,  -ir,  -im,  -it  (wie  nach  §509  gebildet"  vor.  Anorw.  steht  im 
prät.  pl.  bisweilen  (wie  im  aschw.  immer)  sägom ,  s.  Hsegstad,  a.  o. ,  II,  1, 
s.  76  und  II,  2,  i,  s.  200. 

Anm.  5.  Vega  {riga  —  so  regelmässig  im  Cod.  Rantzovianus  des 
Gulathingsgesetzes  —  vgl.  §  60;  gehört  urspr.  der  1.  ablautsklasse  (vgl. 
got.  weihan,  ahd.  ic'igan).  Demnach  ist  prät.  rü  aus  *ica//<  (s.  §54,1, 
§  317,  3,  a)  entstanden  und  pl.  vjgom  neubildung  statt  *vigom. 

Anm.  6.  Ueber  den  Wechsel  von  s  und  ;■  in  vesa,  vera  s.  §  317,  4. 
Im  inf.  und  prät.  sg.  sind  die  formen  vera,  rar,  wo  r  auf  Übertragung  aus 
den  übrigen  formen  beruht  (wie  umgekehrt  s  im  part.  reset),  jünger  als 
KM,  vas,  kommen  aber  schon  bei  den  dichtem  seit  Einarr  Skvilason  c.  1140 
(s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  93)  sowie  in  den  ältesten  hdschr.  vor  (z.  b.  Eimb. 
und  Placitüsdrapa).  Die  formen  mit  s  kommen  noch  vereinzelt  bei  Snorre 
und  einmal  in  der  etwa  gleichzeitigen  Liknarbraut  vor,  sind  aber  später 
ganz  ausser  gebrauch  (vgl.  Palseographisk  Atlas  1905,  s.  VI).  —  Das  im 
inf.  einmal  belegte  rasa  (St.  Hom.)  dürfe  nur  Schreibfehler  sein;  vgl.  aber 
mnorw.  (und  shetl.)  vara  §  149  anm.  2  und  §  497  anm.  1.  —  Ueber  die  sehr 
eigentümliche  flexion  des  präs.  s.  §  532,  3  und  §  537. 

Anm.  7.  Sonstige  seltene  nebenformen  sind:  inf.  sita  (porkelsson, 
Beyging)  nach  präs.  sit;  präs.  konj.  pege  neben  dem  gew.  (nach  dem  inf. 
gebildeten,  s.  §  279, 1)  pigge  (s.  porkelsson,  Supplement  IV,  186);  prät.  sg. 
bäÖ  (Wadstein.  F.  Hom.  s.  121),  sät  (Wadstein.  Arkiv  VIH,89),  vär  (mehr- 
mals in  No.  Hom.,  s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  121)  zu  pl.  bopom  usw.  neugebildet 
(nach  ät :  otom;  vgl.  §  496  anm.  4  und  §  497  anm.  2),  mnorw.  einmal  (s.  Hseg- 
stad, a.  o.  II,  1,  s.  76)  lag  (wie  im  mschw.  sehr  oft)  st.  lä;  prät.  pl.  frögom 


336 


§  499.  500.  Klasse  6  der  ablautenden  verba. 


(Fritzner;  ungenaue  Schreibung  statt  frggom?),  pögom  (Islendinga  Bok, 
ed.  Jonsson,  s.  XVII),  vgl.  §  496  anm.  4,  §  497  anm.  2;  part.  prät.  spät 
rekkuat  (Fritzner  II,  1099),  anorw.  einmal  (alt,  aber  vielleicht  Schreibfehler) 
voret  st.  veret,  s.  G.  T.  Flom,  The  University  Studies  IV,  2,  s.  29. 

Anm.  8.  Vereinzelt  stehen  prät.  sg.  huak  (Ägrip,  ed.  Dahlerup,  s.  1517) 
wankte  (vgl.  das  schwache  huika  wanken  nach  §  509)  und  part.  prät.  iäenn 
zu  iä  (&h(\..  jehan,  s.  Liden,  Arkiv  III,  240 f.)  versprechen,  das  sonst  schwach 
nach  §  520  geht. 


Klasse  VI. 

§  499.    Verben  der  sechsten  ablautsreihe  (§  170),  z.  b. 
fara  fahren,  för,  förom,  farenn; 
taka  nehmen,  tök,  tökom,  teJcenn  (anorw.  twkinn)  §  74. 

§  500.  Wie  fara  gehen:  ala  ernähren,  gala  singen,  kala 
frieren,  mala  mahlen;  grafa  graben,  skafa  schaben;  hla])a 
(auf)laden,  vafia  (prät.  6p,  öpom,  später  vöd,  vodum,  s.  §  235, 1,  a 
mit  anm.  1)  waten ;  und  mit  besonderen  abweichungen : 


äeyia  <*daujan)  sterben 

dö  (*dou) 

dorn  {*döwum 

däenn  §  163, 1 

§130) 

geyia  bellen 

9Ö 

göm 

— 

hefia  heben 

höf 

hofom 

hafenn 

kefia  niederdrücken 

köf 

köfom 

kafeun 

skepia  schaffen 

sköp 

sköpom 

— 

standa  stehen 

stop 

stöpom 

stapenn 

sueria  schwören 

s(u)ör 
mit 

§  235, 1,  a 
anm.  i 

s(u)6rom 

suarenn 

vaxa  wachsen 

öx 

öxom,  uxom 
§170  anm.  2 

vaxenn 

Anm.  1.  Auch  schwach  nach  §  512  gehen  kefia  (bes.  in  alter  zeit), 
skepia  (im  part.  prät.  immer) ,  sueria,  nur  im  part.  prät.  (aber  dort  fast 
immer)  hefia.  Das  mit  skepia  gleichbedeutende  skapa  geht  schwach  nach 
§  509 ;  so  seit,  im  prät.  misl.  gala  (üislason,  Efterladte  skrifter  II,  181),  seit, 
im  part.  prät.  anorw.  skafa  (s.  Hertzberg). 

Anm.  2.  In  standa  ist  n  ein  spezifisches  präsensinfix,  das  von  alters 
her  den  übrigen  Stammformen  nicht  zukommt;  vgl.  lat.  tundo,  ttmgo, 
cumbo  u.  dgl. 

Anm.  3.  Sehr  seltene  nebenformen  sind:  inf.  anorw.  (s.  Haegstad, 
Arkiv  XX,  365)  fera  (nach  dem  präs.);  prät.  (schwach)  aisl.  deype,  anorw. 
debe  (s.  Fritzuer),  aisl.  vexta  (s.  Vigfusson)  den  inf.  anorw.  (s.  Hsegstad,  a.  o.) 
vexa  (got.  wahsjan ,  aschw.  vtexa)  voraussetzend;  prät.  pl.  aisl.  (St.  Hom.) 
grofom  (vgl.  grdifr  §  170  anm.  1)  den  inf.  anorw.  (s.  Hsegstad,  a.  o.)  grefa 
nach  §  497  (aschw.  gra>va) ;  anorw.  (Streugleikar,  s.  70)  häfom  ist  vielleicht 


§  501.  Klasse  6  der  ablautenden  verba.  337 

nur  Schreibfehler  (vgl.  aber  §170  anm.  1):  part.  prät.  ntr.  anorw.  dät(t), 
den  synkopierten  kasus,  pl.  deiner  u.dgl.,  nachgebildet  (s.  §  159),  anorw. 
einmal  (s.  Flom,  a.  o.,  s.  42)  tikit  st.  teekit  (Schreibfehler?  Vgl.  jedoch  aschw. 
präs.  tiker  und  oft  konj.  tiki). 

Anm.  4.  Nur  im  prät.  sg.  belegt  ist  aisl.  (und  nisl. ,  s.  porkelsson, 
Beyging)  hnöf  'schnitt  ab". 

§  501.  Wie  taJca  gehen  diejenigen  verba.  bei  denen  nach 
dem  wurzelvokale  im  part.  prät.  ein  palatal  folgt.  Ganz  gehen  so 
aka  fahreD,  skaJca  schütteln  und  mit  besonderen  abweichungen: 

draga  (anorw.  auch  drega   drö  §230,2        drögom        dregenn  (anorw.  dree- 
§  172, 4)  ziehen  ginn  und  dregenn) 

flä(*flahan§  230,1,  §130)   flö  flögovi         flegenn 

schinden 
hlceia    (*hlahjan    §  123)   hlö  hlögom        hlegenn 

lachen 
klä  reiben  kiö  klugem        hlegenn 

slä  schlagen  slö  slögom        slegenn 

puä  waschen  p{u)ö  §  235, 1,  a  p{u)ögom    puegenn 

mit  anm.  1 

Anm.  1.  Ueber  den  Wechsel  zwischen  (einstigem)  h  und  g  in  flä, 
hlctia,  slä,  puä  s.  §  317, 3,  a.  Klä  flektierte  urspr.  wie  deyia  (§  500),  aber 
statt  *kleyia  (dän.  kle)  wurde  klä  neugebüdet  zu  dem  präs.  klcer  (*klaiciR; 
vgl.  umgekehrt  präs.  deyr  st.  *dcer  nach  deyia  wie  nom.  niey  st.  mti-r  nach 
gen.  meyiar  §  163, 1)  nach  dem  muster  slä  :  sUer;  zu  prät.  klö  wurde  pl. 
hlögom  st.  *klöm  (vgl.  aschw.  später  döghom  st.  dorn)  gebildet  nach  slö 
:  slögom,  und  ebenso  part.  klegenn  st.  *kläenn  nach  slegenn. 

Anm.  2.  Auch  schwach  nach  §  509  geht  aha  (seit.).  Slä  geht  im 
prät.  auch  nach  §  506:  slera,  slera,  pl.  slerom,  slerom. 

Anm.  3.  Seit,  nebenformen  sind:  prät.  sg.  slög  (s.  porkelsson.  Beyging) 
mit  aus  dem  pl.  entlehntem  % :  part.  prät.  ntr.  anorw.  dragit  (Elis  saga). 
mnorw.  taket  (Hsegstad,  Kong.  s.  38),  nach  anm.  5  zu  erklären. 

Anm.  4.  Von  dem  schwachen  (nach  §  509)  gnaga  nagen  sind  zwei  starke 
formen  je  einmal  belegt  (s.  porkelsson,  Beyging):  3.  sg.  präs.  ind.  aisl.  gnegr 
und  part.  prät.  ntr.  anorw.  gnaget  (nach  den  synkopierten  kasus,  vgl.  anm.  5 
und  aschw.  gnaghin).  Vereinzelte  part.  prät.  sind:  fegenn  (ags.  gefa>gen, 
vgl.  got.  fahsds  und  faginün)  froh,  vakenn  wach  zu  vaka  (schwach  nach 
§519,1;  got.  wakan)  wachen  und  der  name  Präenn  zu  preyia  (schwach 
nach  §  513,  5)  oder  prd  (nach  §  511 :  vgl.  klä ,  s.  anm.  1  oben)  sich  sehnen. 

Anm.  5.  Part.  prät.  hat  —  von  den  vereinzelten  norw.  dragit,  taket 
(s.  anm.  3),  gnaget  (s.  anm.  4)  abgesehen  —  den  Wechsel  von  umgelautetem 
vokal  in  den  nicht  synkopierten  und  unumgelautetem  vokal  in  den 
synkopierten  kasus  (s.  §  74)  durchgehends  (vgl.  doch  Konungs  skuggsiä 
dreeginn  :  nom.  pl.  f.  dragnar  ; gezogen')  zugunsten  des  umgelauteten  aus- 
geglichen, z.b.tekenn,  pL  tekner  st.  *takner  (wonach  umgekehrt  aschw. 
takinn)  'genommen'. 

Noreen,  Altisl.  gramm.    4.  auü.  22 


338 


§  502.  503.   Klasse  1  und  2  der  reduplizierenden  verba. 


b)  Reduplizierende  varba. 

§  502.  Klasse  I.  Verba  der  ersten  ablautsreihe.  Hier- 
her gehören  nur: 

heita  heissen  het  hetom  heitenn 

leika  spielen  lek  lekom  leilcenn 

sueipa  fegen,  wickeln  sueip        suipom  (Fritzner  III,  624)       sueipenn 

Anm.  Seltene  nebenformen  sind:  prät.  heit,  -om  (s.  Olsen,  VQlsunga 
saga,  s.  XXI,  Hb.,  s.  XXXVII,  Haegstad,  Kong.  s.  38  u.  a.,  wol  nicht  alles 
Schreibfehler  —  wie  Hesselman,  Arkiv  XXVII,  360,  vermutet  —  sondern 
zum  teil  nach  §154  zu  erklären),  sg.  hat  (s.  §280, 1),  hit  (Hauksbök, 
s.  Brenner,  Literaturblatt  1885,  sp.  54).  Sueipa  geht  gew.  schwach  nach 
§  509  oder  §  515.    Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  eikenn  rasend. 


§  503.     Klasse  IL 
Hierher  gehören: 


Verba   der  zweiten   ablautsreihe. 


auka  vermehren 

iök 

iökom,  iukom 

aukenn 

ausa  schöpfen 

iös 

iösom,  iusom 

ausenn 

hlaupa  laufen 

hliöp 

hliöpom,  hlupom 
(anorw.  auch  liupuni) 

hlaupenn 

büa  wohnen, 

biö  (anorw.  auch 

bioggom,  biuggom 

büenn 

bereiten 

biugga,  biogga) 

hogg(u)a  §  227,  2 

hiö  (anorw.  auch 

hioggom,  hiuggom 

hggg(u)enn 

hauen 

hiogga) 

Anm.  1.    Seltene  nebenformen  sind:  inf.  böa,  wenigstens  durch  das 

öfter  im  anorw.  als  im  aisl.  belegte  substantivierte  part.  präs.  böande  (s.  §  422 
und  vgl.  §  166  anm.  2)  bezeugt,  anorw.  heggua  (und  part.  prät.  hegguenn; 
s.  Hertzberg)  nach  dem  präs.  heggr  (wie  umgekehrt  bisweilen  hgggr  nach 
hgggua) ;  prät.  sg.  hiü  (s.  Larsson)  und  mnorw.  (wie  aschw.)  hiogg  (s.  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  200),  anorw.  (s.  Fritzner  II,  4,  sp.  2;  ebenso  im 
dalekarlischen,  s.  Noreen,  Sv.  landsm.  IV,  144  f.)  lep  (vgl.  §172, 1)  und  mnorw. 
lep  (Hfegstad,  a.  o.  II,  1,  s.  87)  §  295  anm.  3,  aisl.  (wie  im  anorw.,  s.  oben) 
biogga  (s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  99)  und  mit  aus  der  2.  3.  sg.  entlehntem 
gi  (s.  §  263  anm.  1)  anorw.  bygga  (s.  Haegstad,  a.  o.  II,  1,  s.  87  und  II,  2,  i, 
s.  200,  204)  oder  (wol  nach  dem  pl.)  biuggia  (s.  Wadstein,  Arkiv  VIII,  87); 
prät.  pl.  hiuggiom  (s.  Larsson),  hioggiom,  bioggiom,  buggiom  (Schreib- 
fehler?) alle  mit  gi  nach  §  263  anm.  1,  misl.  hlaupum  (Olson,  Yngvars 
saga,  s.  LXIV)  und  anorw.  laupom  (s.  Wadstein  a.  o.,  s.  90).  Zur  erklärung 
der  formen  s.  Noreen,  Geschichte3  §240  und  243;  anders  Lindroth,  Arkiv 
XXIV,  353  f.,  noch  anders  Wood,  Modern  Phüology  XIV,  2,  s.  63.  —  Ueber 
part,  prät.  ntr.  büt  neben  bitet  s.  §  159. 

Anm.  2.  Auch  schwach  flektieren  auka  (bes.  im  anorw.)  nach  §  509 
und  im  anorw.  büa  nach  §  519,  II  (doch  nicht  im  präs.). 

Anm.  3.  Von  bauta  schlagen  sind  nur  präs.  ind.  pl.  und  (als  zweites 
glied  in  Zusammensetzungen)  part.  prät.  (dicht.)  belegt;  später  auch  ein 


§  504.  505.   Klasse  3  und  4  der  reduplizierenden  verba. 


339 


schwaches  prät.  bautapa  nach  §  509. 
'vom  Schicksal  bestimmt". 


Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  aiipenn 


§  504.     Klasse  m.    Verba 

der   drittel 

i  ablautsreihe. 

Hierher  gehören: 

blanda  mischen 

blett  (*blind)  §220, 
§266, 2,  §110,1 

blendom 

blandenn 

fä(*fanhan  §317, 3,  b. 

fekk  (*fing)  §  220, 

fingom,  später 

fingerin,  fengenn; 

§  130)  bekommen 

§266,3,b,§110,l 

fengom 

vgl.  anm.  1 

falda    den  köpf  be- 

feit §  220 

feldom 

faldenn 

decken 

falla  fallen 

fett 

fdlom 

faflenn 

ganga  gehen 

gekk  (*ging) 

gingom. 
später  gengom 

gingenn,  gengenn 

halda  halten 

heit 

heldom 

haldenn 

hanga  hangen 

hekk  (*hing) 

hengom 

hangenn 

Anm.  1.  Von  fä  heisst  die  3.  sg.  präs.  konj.  ein  paarmal  (s.  Fritzner) 
fange  (st.  fäe);  .der  inf.  fanget,  welcher  sich  zn  fä  verhält  wie  hanga  zu 
got.  hähan,  bedeutet  gew.  -fangen'  (und  wird  schwach  nach  §509  flektiert), 
seit,  'bekommen';  ebenso  heisst  die  nicht  seltene  part.  prät.-form  fangenn 
gew.  'gefangen'.  Zu  ganga  kommt  mehrmals  (s.  porkelsson,  Beyging) 
eine  3.  sg.  präs.  ind.  aisl.  gingr  (st.  gengr)  vor  wie  von  einem  inf.  *ginga 
(vgl.  ?ahd.  gingen,  litau.  zengiu,  §  167  und  Kluge,  Beitr.  z.  gesch.  d.  germ. 
conj.  s.  84,  160;  anders  Kock,  Beitr.  XXIII,  508).  Die  im  Cod.  Tunsb.  belegte 
3.  sg.  präs.  konj.  hange  ist  wol  mit  dem  aschw.  inf.  heengia  zu  vergleichen. 
Sehr  seltene  nebenformen  sind  ferner:  prät.  sg.  feil  (st.  feit)  §  275,  §  317, 2,  b, 
anorw.  gikk  (Haegstad,  a.  o.  II,  1,  s.  87;  wie  im  aschw.),  hell  §  275,  §  317,  2,  b 
oder  hüt  (mehrmals  heilt  geschrieben,  s.  Wadstein,  Arkiv  VIII,  89  und 
Hsegstad,  G.  Tr.,  s.  70);  prät.  pl.  anorw.  hiaüdo  (s.  porkelsson,  Beyging;  agutn. 
hieldu),  mnorw.  heldo,  hello  (s.  A.  B.  Larsen,  Lydlaeren  i  den  solerske  dialekt, 
s.  135;  aus  *hieldo  <  *hioldo,  s.  An.  gr.  II,  §  75,  2  und  §  313  anm.  2). 

Anm.  2.  Hanga  geht  im  präs.  ind.  immer,  im  prät.  sg.  und  pl.  oft 
schwach  nach  §  519.    Falda  geht  selten ,   blanda  oft  schwach  nach  §  509. 

Anm.  3.  Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  aldenn  alt  (vgl.  got.  us-alpan 
altern). 

Anm.  4.  Ueber  die  (späte  und  seltene,  s.  Egilsson  und  porkelsson, 
Supplement  FV)  nebenform  gä  zu  ganga,  welche  ursprünglich  zwei  ganz 
verschiedene  verba  sind,  s.  Lorenz en,  Tidskr.  f.  Fil.  >".R.  IV,  223 ff.;  Mahlow, 
Die  langen  vokale,  s.  136 ff.;  v.  Fierlinger,  K.  Z.  XXVII,  432 ff. 

Anm.  5.  Prät.  pl.  fengom ,  gengom,  hengom,  blendom  sind  dem  sg.. 
part.  prät.  fingenn,  gingenn  dem  prät.  pl.  und  dem  inf.  *ginga  (vgl.  anm.  1 
oben)  nachgebildet. 

§  505.  Klasse  IT.  Verba,  die  im  inf.  und  part.  prät. 
der  siebenten  ablautsreihe  (§  171)  angehören,  im  prät.  dagegen 
—  wenigstens  anscheinend  —  der  ersten  (§  165.   anm.,  vgl. 

22* 


340  §  506.  Klasse  5  der  reduplizierenden  verba. 

§  172,  2).   Hierher  gehören  folgende  verba.  die  in  zwei  gruppen 
zerfallen,  je  nachdem  der  inf.  ä  oder  6  als  wurzelvokal  zeigt: 


•.    bläsa  blasen 

bles 

blesotn 

bläsenn 

grata  weinen 

gret 

gretom 

grätenn 

huäta  stossen 

— 

— 

huätenn 

lata  lassen 

Ut 

Mtom 

lätenn 

räpa  raten 

rep 

repom 

räpenn 

Anm.  1.  Im  inf.  kommt  neben  lata  nicht  seit,  lata  vor  (s.  Gislason, 
Njäla  II,  920  f.),  urspr.  wol  nur  wenn  das  wort  proklitisch  stand  (s.  §  151, 1). 
Ausserdem  kommt  anorw.  bisweilen  (s.  z.  b.  Hertzberg)  leta  vor,  wol  nach 
dem  präs.  anorw.  letr  (s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  52,  und  Hertzberg;  aus  lottr 
verkürzt  in  proklitischer  Stellung,  s.  §151,6)  gebildet.  Auffallend  sind 
die  seltenen  anorw.  (z.  b.  in  No.  Hom.  und  Spec.  reg.)  formen:  2.  pl.  imperat. 
UtiÖ,  litit.  —  Neben  huäta  steht  seit,  anorw.  höta  (s.  §  171  und  vgl.  II  unten). 

Anm.  2.  Im  prät.  kommen  folgende,  mehr  oder  weniger  seltene,  neben- 
formen  vor:  lit  (agutn.  Ut)  Hauksbök  (vgl.  hit  §  502  anm.),  anorw.  lett 
s.  §  280, 1,  pl.  Utom  (z.  b.  Cod.  AM.  677,  4°;  agutn.  litum),  reiß  §  172,  2;  mnorw. 
prät.  pl.  lötom  (s.  Hsegstad,  a.  o.  II,  1,  s.  87;  vgl.  das  aschw.). 

Anm.  3.  Im  part.  prät.  kommt  neben  huätenn  (s.  Bugge,  Tidskr.  f. 
Fil.  N.  R.  III,  264)  später  ein  schwaches  huätat  (s.  porkelsson,  Supplement  II), 
neben  lätenn  ein  anorw.  letenn  (s.  Hertzberg  und  Hsegstad,  a.  o.;  vgl.  inf. 
leta  anm.  1  oben)  je  lmal  vor.  Ein  isoliertes  *brä£>enn  (aschw.  bräpin  und 
ahd.  gibrätan)  wird  von  dem  schwachen  bräpna  'geschmolzen  werden' 
vorausgesetzt. 

II.    blöta  opfern  biet  bletom  blötenn 

söa  feierlich  töten   —  —  söenn 

Anm.  4.  Auch  schwach  nach  §  509  gehen  sowol  blöta  (im  präs.  ind. 
und  prät.  gewöhnlich)  wie  später  söa. 

Anm.  5.  Ein  isoliertes  part.  prät.  ist  flokenn  'verworren',  'verwickelt' 
(gleich  ahd.  far-fluohhan?). 

§  506.  Klasse  V.  Verba,  bei  denen  die  alte  redupli- 
kationssilbe  noch  bewahrt  ist  (s.  Noreen,  Geschichte3  §  244). 
Hierher  gehören  z.  b. 

röa  rudern  rera,  rera  §  77, 3  rerom,  rerom  röenn 

sä  säen  sera  §  317, 4,  sera  serom,  serom  säenn 

snüa  wenden      snera  (*snesö-),  snera      snerom,   snerom      snüenn 

Nach  röa  geht  gröa  keimen,  nach  snüa  geht  gmia  reiben. 
Von  sld  (s.  §  501)  schlagen  kommen  alternativ  die  nach  sd 
gebildeten  formen  prät.  sg.  slera,  slera,  pl.  slerom,  slerom  vor. 

Anm.  1.  Sä  kann  (schon  vor  1200,  s.  Jonsson,  Arkiv  Xin,  267)  auch 
schwach  nach  §  511  gehen.  Von  snüa  ist  ein  schwaches  part.  prät.  snüpr 
einmal  in  St.  Hom.  belegt. 


§507.508.   Schwache  verba.  ;,,4l 

Anin.  2.  Hierher  gehört  auch  die  einmal  (aus  Cod.  AM.  677.  4°)  be- 
legte 3.  sg.  prät.  bnere  zu  einem  *bnüa  (got,  bnauari)  reiben. 

Anm.  3.     Das  prät.  sg.  dieser  verba  flektiert  schwach  (§  533). 

Anm.  4.  Ganz  anders  entstanden  sind  die  §488  mit  anm.  1  erwähnten 
prät.  frera,  frera  und  k«ra.  kern. 


II.  Schwache  verba. 

§  507.  Diese  bilden  regelmässig  ihr  prät,  (und  part. 
prät.)  durch  zusatz  eines  Ö.  seit,  t  (§  518. 1;  §  522.2;  §  523,3; 
§  525).  d  (§  513,  3;  §  524,  2  und  3;  §  526),  p  (§  523, 1  und  2; 
§  526)  oder  s  (§  522.  1).  Wenn  durch  synkope  dies  Ö  mit 
einem  vorhergehenden  konsonanten  zusammentrifft,  treten  die 
in  §  238  dargelegten  lautgesetze  ein,  so  dass  das  d  sich  oft 
als  rf,  p,  t  zeigt. 

Anm.  Selten  kommen  formen  ohne  dentale  ableitung  (s.  Noreen, 
Geschichte8  1,635,  §246,3  und  §  256,3;  anders  Wood,  Modern  Philology 
XIV,  61  f.)  vor,  z.  b.  in  St.  Hom.  prät.  ind.  3.  sg.  horf(p)e,  haf(p)e,  skelf(p)e, 
misgeri p)e,  hug(p)e-sk,  2.  pl.  sog(p)op,  part.  prät.  vaf(p)r,  sef(P)r,  lag(p}r, 
sag(p)r,  samteng(p)r:  in  No.  Hom.  prät.  ind.  3.  sg.  horf\Ö)e,  part.  prät. 
samtcengid)r,  lag(Ö)r.  Gewöhnlich  sind  part.  prät.  gprr,  sparr  neben  dem 
seltenen  anorw.  ggrör,  gerbr  (s.  §  518  anm.  3)  'gemacht'  und  dem  nur  im 
ntr.  belegten  sparat  'gespart'.    Vgl.  das  aschw.  und  adän. 

§  508.  Dagegen  ist  die  bildung  des  präsensstammes 
sehr  verschieden.  Je  nach  dem  ausgange  der  1.  sg.  präs.  ind.. 
wo  der  präsensstamm  am  deutlichsten  hervortritt,  kann  man 
vier  schwache  konjugationen  unterscheiden: 

1.  Präs.  sg.  auf  -«.  prät,  sg.  -ada,  part.  prät,  -aör,  z.  b. 
kalla,  kallaPa.  TcallaPr  zu  kalla  rufen. 

2.  Präs.  sg.  auf  konsonantisches  *-i  (das  nach  §  226 
sonantisch  wird,  um  dann  nach  §  155  fortzufallen),  prät.  ^g. 
■da  (ohne  ?'-umlaut  der  Wurzelsilbe,  s.  §  66,  2),  part.  prät.  -{i)ör 
(ohne  /-umlaut,  s.  §67,  b),  z.  b.  vel,  valpa.  vdl{e)Pr  zu  velia 
wählen. 

3.  Präs.  sg.  auf  sonantisches  (und  zwar  ursprüngliches)  -i 
(mit  i- umlaut  der  Wurzelsilbe),  prät.  sg.  -da  (mit  z'-unilaut),  s. 
§  66, 1),  part.  prät.  -Ör  (mit  t'-umlaut).  z.  b.  styre.  styrpa,  styrpr 
zu  styra  steuern. 

4.  Präs.  sg.  auf  (aus  ai  entstandenes)  -e  (im  allg.  ohne 
j-umlaut  der  Wurzelsilbe  s.  §  66, 4,  vgl.  aber  §  73).  prät.  sg.  -da 


342  §509  —  511.  Schwache  koujugation  1. 

(ohne  «'-umlaut),  part.  prät.  -adr  oder  -ör  (ohne  i-unilaut),  z.  b. 
spare,  sparpa,  sparat  (ntr.)  oder  sparßr  zu  sparet,  sparen. 

a)  Erste  schwache  konjugation. 
§  509.   Hierher  gehören  die  meisten  aisl.-anorw.  verba,  z.  b. 


elska  lieben 

präs.  elska 

prät.  elskapa 

part.  prät.  elskapr 

stgpua  aufhalten 

stgpua 

stgPuapa 

stppuapr 

heria  verheeren 

heria 

heriapa 

heriapr 

spä  prophezeien 

spä 

späpa 

späpr§  130 

und  bes.  die  vielen  abgeleiteten  verba  auf  -na,  z.  b. 

vakna  erwachen  vakna  vaknapa  vaknapr 

Anm.  Im  prät.  können  flöa  fluten  und  das  deponens  öask  sich  fürchten 
nach  §  519, 1  gehen ;  glöa  glühen,  leuchten  so  auch  im  präs.  Visa  zeigen 
kann  anorw.  im  prät.  und  part.  prät.  nach  §  515  gehen. 

§  510.  Verba  wie  heria  sind  von  denen,  die  wie  heria 
(§512)  gehen,  wol  zu  unterscheiden.  Die  ersteren  sind,  der 
regel  nach,  denominativa  zuja-,jö-  (oder  «'-)stämmen;  bei  den 
letzteren  dagegen  ist  -i-  ein  verbales  ableitungssufflx.  Nach 
heria  (zu  herr  §  389)  gehen  z.  b.  dnyia  erneuern,  belia  brüllen, 
brynia  die  brünne  anziehen,  brytia  zerstückeln,  byria  (zu  byrr 
§  389)  beginnen,  dysia  begraben,  eggia  (zu  egg  §  381)  anreizen, 
emia  heulen,  gilia  verlocken,  gneggia  wiehern,  grenia  heulen, 
ipia  sich  womit  beschäftigen,  kilia  zanken,  Myfia  belasten, 
klceia  jucken,  lyfia  (zu  lyf  §  382)  heilen,  netia  mit  netz  fangen, 
nytia  melken,  rifia  auswickeln,  skynia  (zu  skyn  §  382)  ein- 
sehen, stefia  (zu  stef  §  369)  hindern,  syfia  schläfrig  machen, 
synia  verweigern,  vefiia  wetten,  vitia  besuchen,  ßefia  riechen. 

Anm.  Synia  kann  später  (wie  im  aschw.)  nach  §  512  gehen ;  so  auch 
bisweilen  im  anorw.  byria  geziemen,  anstehen.     Vgl.  feria  §513  anm.  6. 

§  511.  Wie  spä  (aus  späa),  also  mit  kontraktion  (§130), 
gehen  nur  wenige  verba  wie  fd  (<  fda  §  130  <  urn.  *füian 
§  66,  2  <  *fähian  §  230, 1  <  *faihian  §  54, 1 ;  das  präs.  fd  aber 
ist  eine  neubildung,  nach  dem  inf.  und  dem  ebenfalls  laut- 
gesetzlichen prät.  fdpa,  statt  *fce  <  *fcei  §  135,  §  62  anm.  1 
<  urn.  fäi  Vatn  §  230, 1  <  fähi  Äsum,  Stora  Noleby  §  54, 1, 
statt  *fah(i)u,  s.  §  153  anm.)  malen,  fiä  hassen  (dicht.),  md 
abnutzen,  skrd  anschreiben  und  die  neubildungen  strd  (statt 


§  512.  513.  Schwache  konjugalem  2. 


34( 


*streyia.  aschw.  strffia,  nach  prät.  sträpa  uiid  der  analugie  von 
preijia  :  ßrdpa  u.  dgl.  §  513,  5;  vgl.  ßrd  §  513  anm.  5)  streuen. 
pid  (s.  §  235  anm.  4)  knechten. 


b)  Zweite  schwache  konjugation. 

§  512.    Hierher  gehört  eine  ziemlich  grosse  anzahl  von 
verben  mit  kurzer  Wurzelsilbe,  z.  b. 


krefia  verlangen  kref 

beria  schlagen  ber 

telia  erzählen  tel 

venia  gewöhnen  mm 

temia  zähmen  fem 

gießt a  erfreuen  glep 

vek{k)ia  §  279, 1,  Bei 

anorw.  seit,  vekua 

§  82, 12,  erwecken 
glepia  narren 

flytia  fortschaffen  flyt 

bysia  strömen  bys 

leggia  §  49,  §  279, 1  legg 

legen 

lyia  zerquetschen  ly 

ctia  weiden  ob 


krafßa 

barßa 

talßa,  später   talda 

§  238, 1,  b 
ranßa,  später  randa 
tamßa,  später  tamda 
gladda  §  238, 1.  a 
vakßct  §238,2,c, 

später  vakta 


kraf(e)ßr 
bar(e)ßr 
taJ(e)pr,  taldr 

van(e)ßr,  cundr 
tam(e)ßr,  tamdr 
gladdr  §  428,  2 
vak(e)ßr,  vaktr 


glep     glapßa,  später glapta      glap(e)ßr,  glaptr 


flutta  §  276 
busta  §  238,  2, 
lagßa 

lüßa 
äßa 


fluttr  §  428,  2 

lag{e)pr     (vgl.    jedoch 
§507  anm.,  §5 14  anm.) 
lü{e)ßr 
ä{e)pr 


Anm.  1.  Ein  ausführliches  Verzeichnis  hierher  gehöriger  verba  findet 
sich  bei  Wimmer,  Forn.  forml.  §  145 — 148.  Vgl.  auch  Jonsson,  Skjaldesprog 
8.  105  ff. 

Anm.  2.  Vereinzelte  fälle  von  /-umlaut  im  prät.  und  part.  prät.,  wie 
dynda  zu  dynia  donnern,  gremßa  zu  gremia  erzürnen  (s.  "Wadstein,  Beitr. 
X VII, 417 ff.,  wo  auch  viele  andere  beisp.  angeführt  sind),  kefßr  zu  kefia 
(s.  Fritzner)  ersticken,  vendr  (statt  vandr  s.  oben)  in  rimur  (s.  Gislason, 
Efterladte  skrifter  II,  183)  oder  anorw.  ütrektr  (s.  Hertzberg)  zu  ütrek(k)ia 
ausdehnen,  beruhen  wol  teils  auf  entlehnung  des  präsensvokals,  teils  wol 
auch  auf  kontamination  von  urspr.  *vetießr,  acc.  vandan  u.  dgl.  (s.  §  67,  b). 
Vgl.  §  514  anm.    Heber  hueitr  und  mettr  s.  §  428,  2  und  §  66, 1. 

§  513.  Besondere  abweichungen  zeigen  sich  in  vielen  fällen: 
1.  Im  präs.  (auch  inf.)  gehen  wenigstens  alternativ,  nach 

§515: 

fyrua  ebben  (impers.)  fyruer  (3.  sg.)         furße  (3.  sg.)     — 

melia,  melua  §  82,6  zer-         mel,  meine  malßa,  melpa     — 

malmen 

smyria,  smyrua  schmieren     smyrue,  s.  §  532, 5     smurßa  smurpr 


344  §  513.   Schwache  konjugation  2. 

veJcia  (anorw.  vcekkia),  vek-     vek  (anorw.  auch     vakpa,  vakta,     vakpr,vaktr 
(k)ua  §  82, 12,  §  279, 1  u.  2        voekki)  vekta  (Fritzner) 

zum  fliessen  bringen 

2.  Im  prät.  (auch  part.  prät.)  gehen,  wenigstens  alter- 
nativ, nach  §  515 : 

fryia  absprechen       fry     fryßa,  seit,  früpa  fry(e)pr 

gnijia  lärmen  gny    gnüpa,    seit,  gnypa    oder     — 

gnipa  §  163,  2 


hlyia  §  68, 4  wärmen 

— 

hlepa 

— 

hlyia  schirmen 

hlxj 

hlüpa,  alt  seit,  hlepa  §  163, 2 

hlü(e)t  (ntr.) 

knyia  drängen 

kny 

knypa,  knüpa,  dicht,  auch 

kny(e)f)r,    knü(e)pr, 

knipa(s.  Jonsson,  Skjalde- 

knipr 

sprog  s.  107)  §  163,  2 

lyk(k)ia  §  279, 1 

lyk 

lukpa,  lukta,  später  lykpa, 

lukpr,  luktr, 

zuschliessen 

lykta 

später  lykpr,  lyktr 

melua  s.  1  oben 

sek(k)ia  §  279, 1 

sek 

sekpa,  sekta 

sekpr,  sektr 

schuldig  machen 

selia  verkaufen 

sei 

selda  §  238  anm.  5 

seldr 

setia  setzen 

set 

setta 

settr 

*syia  (got.  siujan) 

— 

sepa 

sepr,  sepr 

nähen 

vek(k)ua  s.  1  oben 

Anm.  1.  Zur  erklärung  von  lykpa,  sekpa  s.  Kock,  Beitr.  XVIII,  436  f. 
Ueber  selda  (*saldiÖo),  setta  (urn.  satido  Rö)  s.  E.  Noreen,  Sprakvetenskapliga 
sällskapets  förhandlingar  1916 — 1918,  s.  98,  resp.  A.  Noreen,  ib.  s.  91  (vgl. 
oben  §  428, 2). 

Anm.  2.  Knyia  hat  seit,  ein  prät.  knijiapa,  kniapa  nach  §  509.  Ueber 
inf.  knia  s.  §163,2.  —  Sehr  seltene  anorw.  nebenformen  sind:  prät.  sg. 
fryiöa  (nach  dem  inf.,  wie  flyida  §  488  anm.  2;  Wadstein,  F.  Hom.  s.  63), 
pl.  sgldum  (Wadstein,  Beitr.  XVII,  422  note;  aschw.  saldum),  sattum  (Wad- 
stein, Der  umlaut  von  a,  s.  44;  aschw.  sattum). 

Anm.  3.  Ueber  die  ursprünglich  starken  verba  flyia,  spyia,  tyia  s. 
§488  mit  anm.  2—4. 

3.  Das  prät.  ist,  auch  in  der  ältesten  zeit,  mittelst  -d 
(nicht  ö)  gebildet  (s.  §  238  anm.  5)  ausser  bei  selia  (s.  oben  2) 
auch  bei 

vilia  wollen      vil      vilda      vüiat  (ntr.),  adj.  viliapr,  vilpr  erwünscht, 

dessen  part.  prät.  übrigens  alternativ  nach  §  509  gebildet  ist. 

Anm.  4.  Ueber  die  flexion  des  präs.  von  vilia  s.  §  532,  7.  —  Ein  aisl. 
prät.  skilda  (neben  skilpa)  wird  vielleicht  (vgl.  aber  §  260)  vom  misl.  skilldi 
(gegenüber  dualdi  u.  dgl.,  so  konsequent  in  Yngvars  saga,  Olsoris  ausg. 
s.  LXX;  vgl.  nschw.  sklMe  gegenüber  välde  u.  dgl.)  'schied'  vorausgesetzt. 


§  514.  Schwache  konjugation  2.  §  515.  Schwache  konjugation  3.     345 

4.  Im  pari  prät.  schwankt  nach  §519,1 

hyggia  meinen        hygg        hugpa        hngpr,  hugat  (ntr.) 

5.  Aus  einem  urgerm.  Wechsel  zwischen  antesonantischem 
-auj-  und  antekonsonantischem  -aui-  (s.  §  163. 1)  erklärt  sich 
der  Vokalwechsel  in: 

heyia  ausführen  hey  häßa  hä(e)pr 

preyia   sich   sehnen  prey  präpa  präpr 

Anin.  5.     Statt  preyia   und  prey  kommt  durch   ausgleichuug  später 
Prä  (nach  §511),  statt  liey  auch  hä  (s.  Jonsson.  Skjaldesprog  s.  106)  vor. 
Anm.  6.    Feria  *mit  der  fähre  über  das  wasser  setzen"  kann  später 
ganz  nach  §  509  gehen. 

§514.  Die  nicht  synkopierten  formen  auf  -epr  im  part. 
prät.,  welche  überhaupt  der  älteren  spräche  angehören  (belege 
z.  b.  bei  Jonsson.  Skjaldesprog  s.  105  f.),  kommen  nie  bei  verben 
vor.  deren  Wurzelsilbe  auf  ö  oder  t  endet  (z.  b.  fluttr.  nie 
*flutepr,  zu  flytia),  s.  §428, 2;  auch  bei  den  meisten  von  den 
übrigen  ist  schon  vorliterarisch  die  synkopierte  form  (seit  um 
1100)  belegt  und  bei  vielen  sogar  durchgedrungen.  Wo  in 
der  ältesteD  spräche  -ep-  stand  (also  im  sg.  nom.  m.  f.,  gen.  m. 
ntr.,  pl.  nom.  acc.  ntr.,  s.  §428,2),  ferner  in  sg.  gen.  dat.  f., 
acc.  m.  und  pl.  gen.  tritt  nach  1200  -en-  ein  nach  der  analogie 
der  starken  verba,  gemäss  der  proportion  ntr.  malet :  m.  malenn 
=  ntr.  valet :  x,  z.  b.  sg.  nom.  m.  valenn.  i.  valen.  gen.  f.  valennar. 
acc.  m.  valenn,  pl.  nom.  acc.  ntr.  valen  statt  valePr,  vahp.  valprar, 
calpan,  valep  zu  velia  wählen  (aber  nie  *flutenn  usw.,  weil 
kein  *flutePr  usw.  vorhanden  gewesen  war). 

Anm.  LTeber  den  mangelnden  i-umlaut  in  den  unsynkopierten  kasus 
s.  §  67,  b.  Ein  lautgesetzlicher  nom.  acc.  sg.  ntr.  mit  umlaut  ist  ein  paarmal 
angetroffen  worden,  z.  b.  legit  zu  leggia  legen  (s.  Kock.  Beitr.  XVIII,  433). 
lemiÖ  zu  lemia  (lahm)  schlagen  (s.  H.  Eydberg,  Die  geistlichen  dräpur. 
s.  XIV);  vgl.  auch  §  512  anm.  2. 

c)  Dritte  schwache  konjugatiom 

§  515.  Hierher  gehören  eine  sehr  grosse  anzahl  von 
verben  mit  langer  Wurzelsilbe,  z.  b. 

erfa  erben  erfe  erfPa  erfpr 

fera  fuhren  f&re  ferpa  f»rf>r 

deggua  betauen  deggue  degpa  §  226,  §  284  degpr 

kemba  kämmen  Jcembe  kembpa,$pitkembda%238,l,'b  kembpr,  kembdr 


346 


§  516.  Schwache  konjugation  3. 


shelfa  schüttelu  skelfe 

slengua   schlingen  slengue 

dema  urteilen  deme 

hirpa  hewachen  lihpe 


skelfpa,  spät  skelfda 
slengpa,  spät  slengda 
demßa,  später  d6mda 
hirda,  hirpa,  später  hirta 

§  238  anm.  2 
felda  §  238, 1,  b 
siglda 
Jcenda 
nefnda 

pydda  §  238, 1,  a 
senda  §  283,    §  276   schluss 
sekpa,  später  sekta  §  238, 2,  c 
eppa,  später  epta 
mätta  §  276 
huesta  §  238,  2,  a 
lypta  §  283,  §  276 


skelfpr,  skelfdr 
slengpr,    slengdr 
dempr,  demdr 
hirdr,  hirpr,  Mrtr 

feldr 

sigldr 

Teendr 

nefndr 

Pyddr 

sendr 

sekpr,  sektr 

eppr,  eptr 

mättr 

huestr 

typtr 


fella  fällen  feile 

sigla  segeln  sigle 

kennet  kennen  kenne 

nefna  nennen  nefne 

pypa  deuten  pype 

senda  senden  sende 

sekkua  senken         sekkue 
epa  rufen  epe 

m-äta  begegnen        möte 
huessa  schärfen        huesse 
lypta  in  die  höhe   lypte 
heben 

Anm.  1.  Weitere  beispiele  sind  in  grosser  menge  verzeichnet  bei 
Wimmer,  Fora,  forml.  §  137—141  und  §  143.  Henta  'passen'  geht  oft, 
enda  'enden'  und  efla  'im  stände  setzen'  selten  nach  §509. 

Anm.  2.  Slekkua  auslöschen  hat  im  prät.  neben  gew.  slekpa,  -ta  auch 
seit,  slekpa  (Jönsson,  Skjaldesprog  s.  102),  slekta  (Fritzner  III,  428;  vgl. 
aschw.  sl&kkia,  s.  §  82,6)  und  slykta  (Fritzner  a.  o.;  vgl.  §75  und  An. 
gr.ll,  §106,2,a). 

Anm.  3.  Ueber  späteres  siglöa,  nefnöa  s.  Geländer,  Om  övergangen 
av  Ö  <C  d,  s.  55  ff. 

§  516.  a)  Verba,  deren  Wurzelsilbe  auf,?,  <j  oder  k  endet, 
müssen  nach  §263  inf.  auf  -ia  aufweisen,  z.  b. 


hneigia  beugen 
syrgia  trauern 
telgia  verschneiden 
sprengia   sprengen 
drekkia  ertränken 


hneigpr 
syrgpr 
telgpr,  telgdr 
sprengp/)',    sprengdr 
drekpr,  drektr 


hneige      hneigpa 

syrge       syrgpa 

telge         telgpa,  spät  telgda 

sprenge    sprengpa,  spät  sprengda 

drekke      drekpa,  später  drekla 
Anm.  1.   Weitere  beispiele  bei  Wimmer,  Fora,  forml.  §  142.    In  leiga, 
später  leigia   mieten   und  steik(i)a  braten   ist   das  kons,  -i-  schwankend. 
St.  Hom.  (g)lika  statt  sonstigen  (g)likia  'gleichen'  ist  mit  got.  galeikon 
zu  vergleichen. 

b)  Einige  verba,  deren  Wurzelsilbe  auf  -gw  oder  -kw  endet, 
haben  infinitivformen  auf  -ia  neben  -ua,  z.  b. 

byggua,  byggia  wohnen  bygg(u)e       bygpa                     bygpr 

prengua,  prmgia,    anorw.  auch  preng(u)e 

preengia  §  82,  6  drängen 

pryskua  §  82,  4,  priskia ,   anorw.  pryskue, 

auch  preskia  dreschen  priske 


prengpa,  spät  prengpr, 
prengda  prengdr 

priskpa,  später  priskpr, 
priskta  prisktr 


§  517.  518.  Schwache  konjugation  3.  347 

Anm.  2.  Wie  byggua  gehen  noch  hryggua.  -ia  betrüben,  skyggua,  -ia 
überschatten,  styggua,  -ia  erschrecken,  tryggua,  -ia  ruhig  machen;  wie 
pryskua  gehen  kueykua  (s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  102),  keyk(u)a  §  82, 13, 
keykia  (Jönsson  a.  o.,  H.  Bydberg,  Die  geistlichen  dräpur,  s.  XXV),  kueikta 
beleben  und  myrkua,  -ia  verfinstern. 

§  517.  Hierher  gehörige  verba,  deren  Wurzelsilbe  auf  l 
oder  n  ausgeht,  haben  gewöhnlieh  prät.  auf  -da.  part.  prät.  auf 
-dr  (z.  b.  fella,  sigla,  kennet,  nefna  §  515).  Unter  umständen 
(s.  §  238, 2,  b)  kommen  aber  bei  solchen  verben  prät,  auf  -ta, 
part.  prät.  auf  -tr  vor,  z.  b. 

viUa  irreführen         vitte  vilta  viltr 

r&na  rauben  rcene  mnta  rctntr 

So  gehen  noch:  hello,  giessen.  spilla  verwüsten,  stilla  be- 
ruhigen, gylla  vergolden;  heia  (später  regelmässig)  mit  reif 
überzogen  werden,  vela  (anorw.  auch  auffallend  väla,  s.  Fritzner) 
hm  sich  womit  beschäftigen,  vela  (aisl.  auch  vtiela,  s.  §  109; 
part.  prät,  jedoch  im  Cod.  AM.  645,  4°  einmal  vceldr,  vgl.  anm.  2) 
überlisten,  mcela  sprechen  (aber  mala  messen  geht  regelmässig), 
stdela  stählen,  ßla  (auch  regelmässig)  höhnen;  sysla  (prät.  systa, 
part.  prät.  systr  §  291,7)  verrichten,  vixla  (part.  prät.  vixtr 
§291,7,  vixltr)  wechseln,  exla  (prät.  öxta,  &xlia,  part.  prät 
oxtr  §  291,7)  vermehren;  nenna  wagen,  senna  sich  auseinander- 
setzen, zanken,  spenna  spannen,  ginna  bezaubern,  inna  aus- 
führen, minna  erinnern,  minnash  sich  küssen,  pynna  dünn 
machen,  kudena  (auch  regelmässig,  s.  Fritzner  und  Gislason, 
Efterladte  skrifter  II,  183)  verheiraten;  girna  (s.  Gislason,  Um 
frumparta  s.  110;  gew.  regelmässig)  begehren,  vdepna  bewaffnen. 

Anm.  1.  Sysla,  vixla,  exla  gehen  auch  nach  §  509;  gylla,  spilla, 
spenna  in  rimur  auch  regelmassig  (s.  Gislason,  Efterladte  skrifter  II,  183). 

Anm.  2.  Bei  einigen  von  diesen  verben ,  z.  b.  vüa  überlisten  (vgl. 
oben  und  Bugge,  Arkiv  II,  352 ff.),  pynna,  ist  t  nicht  lautgesetzlich  ent- 
standen, sondern  beruht  auf  analogiebildung;  ebenso  das  einmalige  v£nta 
(s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  104)  statt  v&nda  zu  vaHia  vermuten. 

§  518.  Besondere  Unregelmässigkeiten  zeigen : 
1.  Einige  verben,  die  das  prät.  schon  urgermanisch  mittelst 
t  (unmittelbar  an  der  Wurzelsilbe  angefügt)  bildeten;  über 
die  dann  eintretenden  konsonantischen  Verhältnisse  vgl.  §  321, 
§  267;  die  Wurzelsilbe  hat  natürlich  im  prät,  keinen  umlaut. 
Diese  sind: 


348  §  519.   Schwache  konjugalem  4. 

sökia  suchen  seke  söttet,  später  sekta  söttr 

yrkia  machen  yrke  orta  §  321,.  später  orkta,   ortr,  später  orktr, 

yr(k)ta  §29\,  6  yr(k)tr 

pekkia  gewahr  werden  pekke        pätta  (nur  dicht.),  pekpr,  pektr 

pekpa,  pekta 
pyk(k)ia,  pik(k)ia  PyKk)e,     pötta  §  113  pöttr 

§  285, 1,  §  147  pi{k)ke 

scheinen 

Anm.  1.  Von  sekia  und  pykkia  kommen  spät  prät.  sökta  und  pökta 
(mnorw.  auch  tette,  tykte)  vor,  s.  z.  b.  Jiriczek,  Bösa  saga  s.  XXXIV,  und 
Jönsson ,  Fernir  f ornislenskir  rimnaflokkar,  s.  VII.  Sampylckia  einwilligen 
geht  regelmässig  nach  §  516,  a,  also  prät.  sampykpa,  -pykta. 

Anm.  2.  Zu  skemma  schämen  (vgl.  skpmm  schände)  kommt  im  prät. 
neben  skempa  auch  skampa  vor,  das  einen  inf.  *skama  (got.  skaman;  vgl. 
skamma  nach  §  509)  und  eine  flexion  nach  §  519, 1  voraussetzen   dürfte. 

2.  Das  verbum  'machen'  mit  mehreren  hauptformen: 

ger(u)a  §  82, 6      f  ger(u)e  f  gerpa  (  ggrr,  gerr,  gerr 

ger(u)a  §  84        '  ger(u)e  )  gerpa  ) 

gior(u)a  §263      [  gior{u)e;  vgl.      (  g{i) orpa  §  82     \  gigrr ;  vgl.  §  507  anm. 
anm.  1  §  532,  5  anm.  3 

Anm.  3.  Die  formen  mit  iv  kommen  nur  dichterisch  vor.  Sehr  seltene 
anorw.  nebenformen  sind  prät.  giarÖa  (Ko.  Hom.  und  bei  Hertzberg),  part. 
prät.  ggrör  (zu  ntr.  ggrt  gebildet  nach  styrÖr  :  styrt  u.dgl.),  gerör;  vgl. 
noch  §  507  anm. 

Anm.  4.  Ueber  die  verschiedenen  formen  s.  u.  a.  Gering,  Finnboga  saga, 
s.  VI  ff.;  Gislason,  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad  s.  130,  Njäla  II,  168— 193; 
F.  Jönsson,  Egils  saga  (1888),  s.  VHIf.;  M.  Olsen,  Voisunga  saga,  s.  XXVI 
und  XXII,  XXIII. 

d)  Vierte  schwache  konjugation. 

§  519.  Hierher  gehört  eine  ziemlich  geringe  anzahl  von 
verben.  Das  part.  prät.  kann  entweder  auf  -adr  §  139  (schluss) 
oder  (seltener)  auf  -dr  (vgl.  §  156,  schluss)  gebildet  sein;  infolge 
der  bedeutung  der  meisten  hierher  gehörigen  Wörter  kommt 
aber  diese  form  fast  nur  im  neutrum  vor.    Beispiele: 

dugPa  §  156  (schluss)  dugat 

unpa ,  später  unda  §  238, 1,  b      unat 
skolda  §  238,  l,b  skoUat 

lodda  §  238, 1,  a  lopat 

vakpa,  später  vakta  §  238, 2,  c      vakat 
brosta  §  238, 2,  a  brösat 

Anm.  1.  Wie  duga  (seit,  duga,  s.  Jönsson,  Skjaldesprog  s.  108)  gehen: 
bäga  (präs.  b&ger  §  73 ;  auch  nach  §  509)  quälen,  holfa  oder  hualfa  gewölbt 


duga  taugen 

duge 

una  zufrieden  sein 

une 

skolla  schlenkern 

skolle 

lopa  anhaften 

lope 

vaka  wachen 

vake 

brosa  lächeln 

brose 

§  520.  Schwache  konjugation  4. 


349 


sein  (park  prät.  nur  als  holfat  belegt;  vgl.  aber  holfenn  §495  anm.  6).  lafa 
schlenkern,  Ufa  (part.  prät.  auch  Ufpr,  Ufinn,  vgl.  §  514,  in  der  bedeutung 
'lebendig'  leben,  nara  leben,  stara  starren,  väfa  schweben,  vara  ahnen 
(impers. ;  vara  warnen  geht  nach  §509),  vita  beobachten  (s.  v.  Friesen, 
Arkiv  XVI,  196),  pora  (part.  prät.  seit,  port  nach  II  unten)  wagen  und  die 
im  part.  prät.  nicht  belegten  grüfa  sich  niederbeugen,  mara  mit  dem  Vorder- 
teile (des  Schiffes)  tief  im  wasser  liegen,  stüra  betrübt  sein,  ugga  fürchten. 
Ueber  flöa,  glöa,  öask  s.  §  509  anm.    Vgl.  noch  §  520. 

Anm.  2.  Wie  una  gehen:  gana  (später  bisweilen  auch  nach  §  509) 
fortstürzen,  sama  oder  söma  geziemen  (part.  prät.  nur  als  samat  belegt), 
pola  (part.  prät.  auch  polt  nach  II  unten)  ertragen.  Von  luma  loslassen 
kommt  wol  nur  die  2  sg.  imperat.  lume  vor. 

Anm.  3.    Wie  skolla  geht  tolla  anhängen. 

Anm.  4.  Wie  vaka  gehen:  gapa  (über  einmaliges  prät.  gaföi  s.  §318 
anm.  1  und  v.  Friesen,  De  germ.  mediageminatorna  s.  89)  gaffen  und  die 
im  part.  prät.  nicht  belegten  drüpa  sich  neigen,  flaka  gähnen,  gnapa  sich 
beugen,  hüka  (vgl.  aber  §  488  anm.  4)  hockern;  blaka  flattern  geht  im  prät. 
nach  §  509. 

Anm.  5.  Wie  brosa  geht  das  im  part.  prät.  nicht  belegte  pr.asa 
schnauben. 

II.  horfa  umkehren      horfe        horfpa  (vgl.  jedoch  §  509  anm.)      horft 
skorta  mangeln       skorte       skorta  §  276,  §  283  skort 

Anm.  6.  Wie  skorta  geht  wol  das  im  part.  prät.  nicht  belegte  glotta 
grinsen.  Auch  nach  §  509  geht  (bes.  später)  iät{t)a  zugeben ,  einräumen. 
Ueber  pola  s.  anm.  2,  pora  s.  anm.  1.     Vgl.  noch  §  520. 


§  520.    Unregelmässigkeiten  zeigen  sich  bei: 

gä  achten 

gäe,  anorw. 
auch  ga) 

gäpa 

gäf>r  §  130 

hafa  haben 

hefe,  alt  auch 
hef 

hafpa 

hafpr,  alt  u.  sehr  seit, 
ntr.  hafat 

iä  versprechen 

iäe,  iä  §  511 

iäpa 

iäpr,  seit,  iüenn  §  498 
anm.  8 

kaupa  kaufen 

kaupe 

keypta 
anm. 

§238 

7 

keyptr 

kligia  ekel  empfinden 

klige 

— 

— 

Zi'd  (alt  Zea§  133,  b,  2) 

le,  spät  lia? 

lepa 

lepr,    sehr   seit,  lenn 

leihen 

§  483  anm. 

nä  bekommen 

näe,  spät  neb 

näpa 

näpr,  näet  (ntr.) 

segia,  seltener  seggia 

sege  §  73,  alt  u. 

sagpa 

sagpr,  dicht,  sehr  seit. 

§  279, 1  sagen 

sehr  seit,  seg 

sagapr 

spara  sparen 

spare 

sparpa 

sparr  §  507  anm., 
spar(a)t,  vgl.  I  oben 

tiä  (alt  tea),  seltener 

te,  tiäe,  tiä 

tepa,  tiäpa 

tepr,  tiäpr,  adj.  tigenn 

tega  §  317, 3,  a 

§  483     anm.    aus- 

zeigen 

gezeichnet 

350  §  521.  522.  Verba  präterito  -  präsentia. 

trüa  glauben  trüe,  anorw.  trüpa  trüat,  adj.  trüajbr 

auch  tri)  gläubig 

pegia  schweigen         pege  §  73  pagpa  M#(a)* 

Anm.  1.  Ueber  die  schwankende  flexion  des  präsens  von  gä,  hafa, 
liä,  nä,  segia,  trüa  und  pegia  s.  §  532,  6.  Mistrüa  geht  ganz  nach  §  509 ; 
so  auch  bisweilen  spara;  nur  im  präs.  (vgl.  jedoch  anm.  2)  das  neben  tiä 
nicht  ganz  seit.,  bes.  in  alter  zeit,  vorkommende  tega. 

Anm.  2.  Sonstige  sehr  seltene  nebenformeu  sind:  zu  hafa  aisl.  3.  sg. 
prät.  hafe  (s.  §  507  anm.),  anorw.  inf.  hgfa,  hefa,  prät.  hpßa,  hefda  (s,  Wad- 
stein, F.  Hom.,  s.  68  note);  zu  segia  aisl.  2.  pl.  prät.  sggop  und  part. 
prät.  sagr  (§507  anm.);  zu  tega  part.  prät.  ntr.  tegat  (s.  Jönsson,  Skjalde- 
sprog  s.  110). 

III.  Verba,  die  zum  teil  stark,  zum  teil  schwach  gehen. 

a)  Verba  präterito-präsentia. 

§  521.  Diese  sind  ursprünglich  starke  verba,  deren  präsens 
verloren  gegangen  ist ;  das  alte  starke  Präteritum  hat  präsens- 
bedeutung  angenommen  (vgl.  lat.  memini,  gr.  olöa),  und  ein 
neues  schwaches  Präteritum  mit  präteritaler  bedeutung  ist 
geschaffen  worden.  Die  hierher  gehörigen  verba  sind  im  ganzen 
zehn,  deren  präsens  den  1.,  3.,  4.  und  5.  ablautenden  klassen 
angehört;  prät.  und  part.  prät.  sind  am  ehesten  als  nach  der 
4.  schwachen  konjugation  gebildet  zu  betrachten.  Der  alte 
infinitiv  ist  durch  einen  neuen,  der  sich  dem  präs.  pl.  an- 
schliesst,  ersetzt  worden. 

Anm.  Wegen  der  unregelmässigen  flexion  des  präs.  ind.  (s.  §  532, 3 
und  7)  werden  vesa  (vera)  'sein'  und  vilia  'wollen'  oft  —  aber  mit  un- 
recht —  zu  den  verb.  prät.-präs.  gerechnet. 

§  522.    Erste  ablautsklasse : 

1.  v ita  wissen,  präs.  veit,  pl.  vitom,  prät.  vissa  §  320,  part. 
prät.  vitapr  (oder  zu  vita  §  519  anm.  1?). 

Anm.  1.  Ueber  die  form  vetka  aus  veit-ek-a  ich  weiss  nicht  s.  §  128. 
Nicht  ganz  seit,  ist  im  mnorw.  prät.  viste  (wie  im  aschw. ;  s.  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  II,  2,  i,  s.  205). 

Anm.  2.  Im  part.  prät.  kommt  sehr  seit,  ein  vitinn  (s.  Jönsson,  Skjalde- 
sprog  s.  112)  vor.  Auch  das  adj.  viss  weise  (s.  §  320)  ist  ursprünglich 
eine  part.  prät.-form  von  vita. 

2.  eiga  besitzen;  ä  (um.  aih  §  54, 1),  mnorw.  auch  ceiger, 
-ar,  -ur  (d.  h.  ceigr,  s.  §  161,  b),  s.  Hsegstad,  a.  o.;  eigom,  mnorw. 
sehr  seit,  ägom  (wie  im  aschw.) ;  (Uta  (*aihta  §  267) ;  ättr. 


§  523.  524.  Verba  präterito-präseutia.  351 

Anm.  3.    Ueber  den  Wechsel  von  h  und  g  s.  §  317,  3,  a,  §  321. 
Anm.  4.     Das  adj.  eigenn    eigen  ist  ursprünglich  ein  altes  starkes 
part.  prät.  zu  eiga. 

Anm.  5.    Beachte  den  unregelmässigen  ablaut  im  präs.  pl. ! 

§523.    Dritte  ablautsklasse: 

1.  unna  lieben;  ann\  unnom;  unna  (*unj)a  §  275);  un(na)t  ntr. 

Anm.  1.  Spät  kommt  im  prät.  auch  unti  (Hb.  lmal  undi)  vor,  s. 
porkelsson,  Islensk  sagnorö  med  pälegri  mynd  i  nütiö,  s.  25. 

2.  kunna  können;  kann;  kunnom;  kunna  (*kun])a  §  275), 
mnorw.  seit,  künde  (s.  Haegstad,  a.  o.);  kunnat  ntr. 

Anm.  2.  Auch  das  adj.  kupr,  kunnr  §261  bekannt,  kund  ist  urspr. 
ein  hierher  gehöriges  part.  prät.  —  Sehr  seit.  (St.  Hom.)  kommt  prät.  kynna 
(aus  dem  konj.  entlehnt ,  vgl.  anm.  3  und  §  524  anm.  4)  statt  kunna  vor. 

3.  ]>urfa  bedürfen;  jbarf;  Jfurfom-,  Jturfta  §  248  anm.  7; 
Purft  ntr. 

Anm.  3.  Seltene  anorw.  nebenformen  sind  inf.  porfa  (So.  Hom.; 
aschw.  porva),  Pyrfa  (s.  Hertzberg,  porkelsson,  a.  o.  s.  31,  Haegstad,  Kong. 
s.  19,  Kälund,  Heiöarviga  saga,  s.  XXII),  parfa  (Hertzberg  s.  864),  präs. 
anorw.  pcerf  (Wadstein,  F.  Hom.  s.  80  note,  Hertzberg,  Jönsson,  Fagrskinna, 
s.  XXV,  Haegstad,  Vestno.  maalf.  I,  s.  95  und  99  sowie  bei  0.  A.  Johnsen, 
Olafs  saga,  s.  XXXV),  plporforn  (Bugge  bei  Fritzner  III,  1107) ,  pyrfom 
(Jporkelsson,  a.  o.  s.  30),  part.  prät. purfat  (ib.  s.  32).  Selten  ist  aisl.-anorw. 
prät.  pyrfta  (aus  dem  konj.,  vgl.  anm.  2,  §  524  anm.  4),  s.  ib.  s.  31. 

§524.    Vierte  ablautsklasse: 

1.  muna  (St.  Hom.  lmal  ?nona)  sich  erinnern;  man;  tnunom; 
munPa,  später  munda  §  238. 1,  b ;  munapr. 

2.  mono  (anorw.  auch  manu,  s.  J)orkelsson,  a.  o.  s.  43; 
Wadstein,  F.  Hom.  s.  49),  sp.  munu  §  146,  3,  werden;  mon,  sp. 
mun  (anorw.  oft  man);  monom  (anorw.  oft  manum),  sp.  munum; 
munda  §  238  anm.  5,  monda,  mynda,  minda  §  147,  menda, 
seit,  menda  §  119;  part.  prät.  fehlt. 

Anm.  1.  Verhältnismässig  seltene  anorw.  nebenformen  sind  präs. 
mpn,  pl.  monom  (s.  Wadstein,  F.  Hom.  s.  76),  prät.  m andi  (s.  Flom,  The 
University  Studies  IV,  2,  s.  42). 

3.  skolo,  sp.  skulu  §146,3,  sollen;  skal;  skolom  (anorw., 
bes.  onorw.,  oft  skalum,  s.  Wadstein,  a.  o.  s.  49,  porkelsson,  a.  o. 
s.  53  f.,  Haegstad,  a.  o.  II,  2,  i,  s.  15),  sp.  skulum;  skylda  §  238 
anm.  5,  skilda  §  147,  ziemlich  seit,  und  bes.  anorw.  (s.  z.  b. 
porkelsson,  a.  o.  s.  57,  Haegstad,  a.  o.  I,  s.  121  und  131,11,1, 
s.  86  und  II,  2,  i,  s.  205)  skulda ;  adj.  skyldr  schuldig. 


352  §  525.  Verba  präterito-präsentia.    §  526.  Valda. 

Anm.  2.  Ziemlich  seit,  ist  präs.  pl.  skolom  (St.  Hom.  mehrmals),  sehr 
seit.  inf.  anorw.  (Barlaams  s.)  skalu,  wnorw.  skolu  (Hsegstad,  a.  o.  II,  2,  i, 
s.  15),  präs.  sg.  anorw.  (Strengleikar)  ska  (vgl.  das  aschw.),  s.  §  297  anm.  2. 
Einmaliges  aisl.  sal  (S.Morgenstern,  AM.  Fragmente  s.  47),  gleich  aschw. 
lmal  sal  (s.  An.  gr.  II,  §  314  anm.),  ist  vielleicht  nur  ein  Schreibfehler. 

Anm.  3.  Ueber  die  inf.  skolo  (anorw.  bisweilen  skula,  s.  Hsegstad, 
a.  o.  II,  2,  ii,  s.  50 ,  Kong.  s.  17  und  31) ,  mono  s.  §  528.  Beachte  den  von 
der  4.  ablautsklasse  abweichenden  ablaut  im  präs.  pl.  dieser  verba  sowie  die 
unregelmässige  bildung  des  präs.  sg.  von  mono. 

Anm.  4.  Prät.  mynda,  minda,  menda,  menda  und  skylda,  skilda  sind 
eigentlich  die  formen  des  konjunktivs  (§  535),  die  im  ind.  gebraucht 
werden  (wegen  skylda  vgl.  aber  die  bedenken  E.  Noreens,  Spräkveten- 
skapliga  sällskapets  förhandlingar  1916 — 1918,  s.  99 f.;  vgl.  §  533  anm. 
2  und  3). 

§  525.    Fünfte  ablautsklasse: 

1.  mega  können;  md  §  230,  2;  megom-  mdtta  (*mahta  §  321, 
§  267);  megat,  matt  ntr. 

Anm.  1.  Seltene  nebenformen  sind  inf.  anorw.  muga  (Fritzner  II,  742, 
vgl.  Hertzberg  s.  861,  Hsegstad,  Kong.  s.  27;  aschw.  mugha),  moga  (Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  97)  und  maga  (Fritzner  II,  618,  Hsegstad,  a.  o.  II,  2,  i, 
s.  106;  got.  magan,  aschw.  magha),  aisl.  mega  (s.  §  77,  3),  sehr  alt  (9.  jahrh.) 
einmal  (s.  Jönsson,  No.-isl.  kultur-  og  sprogforhold,  s.  316)  megia  (vgl.  got. 
opt.  magjau),  misl.  einmal  megu  (s.  porkelsson,  a.  o.  s.  8 f.);  präs.  pl.  mnorw. 
mugom  (Hsegstad,  Kong.  s.  19);  prät.  anorw.  matte  (Hsegstad,  Vestno.  maalf. 
H,  2,  i,  s.  94).  Der  auffällige  stamm  meg-  stammt  wol  aus  dem  konj.,  der 
einst  *megja  gelautet  haben  muss  (vgl.  das  got.). 

2.  knqtto  können;  knd;  knegom;  kndtta;  part.  prät.  fehlt. 

Anm.  2.  Ueber  den  inf.  knqtto  s.  §  529.  Zu  knä  (ags.  cnäwe)  sind  wol 
die  übrigen  formen  nach  der  analogie  von  mä  :  megom  usw.  gebildet.  — 
Seit,  kommt  ein  prät.  knäpa  vor  (s.  Vigfusson). 

b)  Das  verbum  valda. 

§  526.  Valda  'walten'  geht  im  präs.  und  part.  prät.  wie 
ein  starkes  verbum;  das  prät.  aber  ist  schwach  gebildet  und 
zeigt  ablaut  in  der  Wurzelsilbe:  valda,  präs.  w?W,  prät.  olla 
(*wol]>a  §  275,  §  235, 1,  a),  später  olda  §  317,  2,  a  oder  volla, 
volda  §  235  anm.  1,  part.  prät.  ntr.  valdet,  später  voldit,  spät 
ollat. 

Anm.  1.  Nur  einmal  ist  prät.  pl.  ullum  st.  ollom  belegt  (s.  Vigfusson). 
Prat.konj.bat  aber  immer  die  form  ylla,   später  vylda,  nie  *ella  u.dgl. 

Anm.  2.  Ueber  schwache  präterita  auf  -ra  zu  starken  verben  s.  §  488 
anm.  1,  §  501  anm.  2,  §  506. 


§  527.  Paradigmen. 


353 


B.  Endungen. 

1.  Aktivum. 
§  527.  Als  paradigmen  regelmässig  flektierender  verba 
seien  aufgestellt  die  starken  skiöta  schiessen  (§  485).  falla 
fallen  (§  504)  und  die  schwachen  safna  sammeln  (1.  konj.), 
suefia  beruhigen  (2.  konj.),  styra  steuern  (3.  konj.).  vaka  wachen 
(4.  konj.). 


Präsens. 

Infinitiv. 

skiöta 

falla 

safna          suefia, 
sucefia 

Indikativ. 

styra 

vaka 

Sg.l. 

skyt 

feil,  fatt 

safna          suef,  sucef 

styre.  - 

► 

vake 

2.3. 

skytr 

fellr,  fceUr 

safnar         suefr,  sucefr 

styrer, 

-ir 

vaker 

PI.  1. 

skiötom 

fQllom, 
fallutn 

SQfnom,       suefiom, 
safnum       sucefium 

styrom, 

-um 

vqkom, 
vakum 

2. 

skiöte)?,  -et, 

falle)?,  -etj 

safne)?. -et.  suefe)?,  -et, 

styre)?, 

-et. 

vake)?, 

-«•§531.4, 

c      -er 

-er              sucefir 

-ir 

-et,  -er 

3. 

skiöta 

falla 

safna          suefia, 
sucefia 

Konjunktiv. 

styra 

vaka 

Sg.l. 

skiöta 

falla 

safna          suefia, 
suwfia 

styra 

vaka 

2. 

skiöter 

faller 

safner         suefer, 
su&fir 

styrer. 

-ir 

vaker 

3. 

skiöte 

falle 

safne           suefe,  sua'fi  styre.  - 

i 

vake 

PI.  1. 

skiötem 

fallem 

safnem       suefem. 

stvrein. 

-im 

vakem 

suazfim 

2.  skiötep,  -et,     falle]?,  -et,  safne)?,  -et,  suefe)?,  -et,  styre)?,  -et.  vake)?. 

-er  -er  -er  sua*fir  -ir  -et,  -er 

3.  skiöte  falle  safne  suefe,  sua'fi  styre,  -i  vake 


Imperativ. 

Sg.  2.  skiöt  fall  safna  suef,  suaf    styr 

Sg.  1.  2.  =  präs.  ind.  pl.  1.  2. 

Participium. 

skiötande  fallande     safnande       suefiande,    styrande 

sua'fiande 
Xoreen,  Altisl.  gramm.    4.  aufl.  98 


vake 
§538.4 


vakande 


354 


§528.529.  Infinitiv. 


Präteri 

tum. 

Indikai 

biv. 

sg.i. 

skaut 

feil 

safnapa 

suafpa 

styrpa 

vakpa 

2. 

skauzt 
§534,2 

feit 

safnaf>er 

suafper 

styrper, 
-ir 

vakper 

3. 

skaut 

feil 

safnape 

suafpe 

styrpe,  -i 

vakpe 

P1.1. 

skutom, 

fellom 

sQfnopom, 

suQfpom, 

styrpom, 

VQkpom, 

-um 

safnaÖom 

suafdum 

•um 

vakpum 

2. 

skuto)?,  -ot, 

fello)?, 

sqfnopop,  -ot, 

SUQfpOp,  -ot, 

styr}?oJ>, 

VQkpop,  -ot, 

-ur 

-ot,  -ur 

safnador 

suafÖur 

-ot,  -ur 

vakpur 

3. 

skuto,  -u 

fello 

SQfnopo, 
safnaöo 

SUQfpO, 

suaföu 

styrpo,  -u 

VQkp>0, 

vakpu 

Konjunktiv. 

Sg.l. 

skyta 

fella 

safnapa 

suefpa, 
suceföa 

styrpa 

vekpa, 
vcekpa 

2. 

skyter,  -ir 

feller 

safnaper 

suefper, 
suceföir 

styrper, 
-ir 

vekper, 
vcekpir 

3. 

skyte,  -i 

feile 

safnape 

suefj?e, 
sucefdi 

styrpe,  -i 

vek|>e, 
vcekpi 

Pl.l. 

skytem, 

feilem 

safnapem 

suefpem, 

styrpem, 

vekpem, 

•im 

•n» 

suceföim 

-im 

vcekpim 

2. 

skyte)?,  -et, 

fellep, 

safnape]?,  -et, 

suefpep,  -et. 

styrpe]?, 

vekpep,  -et, 

-ir 

-et,  -er 

-er 

suceföir 

-et,  -ir 

vcekpir 

3. 

skyte,  -i 

feile 

safnape 
Particip 

suefpe, 
sucefdi 

ium. 

styrpe,  -i 

vekpe, 
vcekpi 

skotenn 

fallenn 

safnapr 

suaf(e)pr 

styrpr 

vakat  (ntr.) 

a)  Infinitiv. 

§  528.  Präsens  inf.  endet  regelmässig  auf  -a,  das  nach 
einem  ä  natürlich  schwindet  (§  130),  z.  b.  slä  schlagen,  spä 
prophezeien.  Nur  die  verba  präterito-präs.  mono,  munu  'werden', 
skolo,  skulu  'sollen'  (s.  §  524,  2  und  3)  —  vereinzelt  auch  megu 
s.  §  525  anm.  1  —  haben  die  endung  -u  (=  3.  pl.  präs.  ind., 
wie  ja  auch  sonst  präs.  inf.  und  3.  pl.  präs.  ind.  dieselbe  endung 
haben).    Vgl.  Noreen,  Geschichte3  §  247.    Vgl.  §  529  mit  anm. 

Anm.    Präs.  inf.  ist  aus  um.  zeit  nicht  belegt. 

§  529.  Ein  Präteritum  inf.,  mittelst  der  endung  -u  von 
dem  präteritalstamme  gebildet  (der  form  nach  mit  der  3.  pl. 
prät.  ind.  identisch,  vgl.  anm.),  kommt  bei  einigen  (etwa  37) 


§  530.  Präsens  indikativ.  355 

verben  vor.  Im  prosaischen  Sprachgebrauch  finden  sich  nur 
vier  beispiele:  mundo  (myndo,  mendo,  mondo,  mindo  s.  §  524.  2), 
shßdo  (sehr  seit,  skuldo)  und  seltener  vildo,  anorw.  uröu  zu 
mono  werden,  skolo  sollen,  vüia  wollen,  vceröa  (anorw.)  werden. 
Sonst  kommen  derartige  formen  nur  in  der  poesie  vor,  z.  b. 
in  der  poetischen  Edda:  mdelto.  sJcipto,  bendo  zu  mala  sprechen. 
shpta  schalten  und  walten,  benda  beugen;  andere  fälle  sind 
föro  zu  fara  fahren,  knotto  (präs.  inf.  fehlt)  können,  hämo  zu 
kun na  können,  misto  zu  missa  verlieren,  mqtto  zu  mega  können, 
ollo  zu  valda  walten,  sendo  zu  se>\da  senden,  stopo  zu  standa 
stehen,  vjro  zu  vesa.  vera  sein  u.  a.  (s.  Lund,  Oldnord.  ord- 
föjningslsere,  s.  386;  Jonsson,  Skjaldesprog  s.  89  f.,  100  f.).  Von 
den  verben  der  1.  und  2.  ablautsklasse  sowie  der  1.  schwachen 
konjugation  ist  keine  einzige  hierher  gehörige  form,  von  den 
verben  der  4.  schwachen  konj.  nur  einmaliges  nopo  (ndöu) 
belegt. 

Anm.  Dass  diese  an.  nenbildung  ans  der  infinitivisch  verwendeten 
3.  pl.  piät.  ind.  entstanden  ist  (s.  Xoreen,  Geschichte3  §  248),  geht  aus  hie 
nnd  da  angetroffenen  konstrnktionen  wie  einerseits  hygg  ek  iarlar  knättu 
(porkelsson ,  Isl.  sagnorö  meö  pälegri  mynd  1  nütiö  s.  14),  andererseits 
Pörir  kuaß  G-retti  skyldi  (ib.  s.  59;  vgl.  nisl.  hann  sagbist  skyldi,  ib.  s.  61), 
hann  kuaz  mundi  (Niala)  hervor. 

b)  Präsens  indikativ. 

§  530.  Die  endungen  eines  regelmässig  flektierenden 
verbs  sind: 

stark  schwach  1  schwach  2  schwach  3,  4 

Sg.  1.        —  ^  mit  t'-uml.  d.  -a  —                      -*,-«§  145 

2.  3.  -r  j  wnrzelvokals  -ar  -r                      -ir,  -er 

PI.  1.        -um,  -om  §  146  -um,  -om  -tum,  -iom         -um,  -om 

2.  -iÖ,  -ed  oder  -it,  -et  (anorw.  auch  -ir,  -er) 

3.  -a  -a  -ia  -a 

Anm.  1.  In  der  1.  sg.  der  starken  verba  ist  der  i'-umlaut  aus  der 
2.,  3.  sg.  entlehnt;  vielleicht  ist  einmaliges  aisl.  blöt  statt  biet  ein  archaismus 
(8.  Wadstein,  Arkiv  VIII,  85)  und  so  wol  sicher  die  hie  und  da  auftauchenden 
anorw.  biöÖ,  fä,  kiös,  skiöt  u.  a.  (s.  Hsegstad,  Arkiv  XX,  358  ff.  und  XXII,  283  ff., 
A.  B.  Larsen,  ib.  XXV,  75ff.;  dagegen  Jonsson,  ib.  XXI,  253ff.).  Die  um. 
endung  der  1.  sg.  ist  nämlich  bei  den  starken  und  den  schwachen  verben 
der  2.  und  3.  konj.  -u,  resp.  -ju,  -tu  mit  folgenden  belegen:  Hawiju  lanzen- 
schaft  von  Kragehul,  gitu  Seeland  §63,3,  Um*  Overhornbaek,  icaritu  Järs- 

23* 


356  §  530.  Präsens  Indikativ. 

berg  (über  fdhi  Äsum,  Stora  Noleby,  fai  Vatn  s.  §  153, 7  mit  anm.).  Diese  ur- 
sprüngliche endung  -u  ist  vor  dem  enklitischen  -mk,  -m(R)  in  der  1.  sg.  pass. 
(s.  §  542)  noch  erhalten,  z.  b.  aisl.  bindomk  werde  gebunden,  glepiomk  freue 
mich,  leynom  verberge  mich.  Bei  den  schwachen  verben  der  1.  konj.  muss 
die  urn.  endung  (nasaliertes)  -ö  (durch  tawo  Trollhättan  belegt  ?)  gewesen 
sein.  Auch  diese  endung  ist  vor  dem  passivischen  -mk,  -m(R)  als  -u,  -o 
enthalten  z.  b.  aisl.  kollomk  nenne  mich,  hrösom  rühme  mich.  Die  (un- 
belegte) urn.  endung  der  4.  schwachen  klasse  scheint  (nasaliertes)  -e  gewesen 
zu  sein. 

Anm.  2.  Die  2.  sg.  ist  urn.  nicht  belegt,  setzt  aber  die  en düngen  -in, 
-T>R,  -jiR,  -ir,  -er  (vgl.  got.  bairis,  salbüs,  nasjis,  dömeis,  habais)  voraus. 

Anm.  3.  Die  3.  sg.  hat  urn.  die  endungen  -id,  -dö,  -jiÖ,  -iÖ,  -EÖ  (vgl. 
got.  bairip,  salböp,  nasjip,  dömeip,  habaip)  gehabt  nach  ausweis  von  hA- 
riutip  bricht  (Stentoften).  Aber  schon  mit  dem  anfang  der  vikingerzeit 
(wenn  nicht  früher)  wird  die  endung  der  2.  sg.  angenommen,  z.  b.  urn. 
hArutR  bricht  (Björketorp).  Doch  sind  spuren  der  ursprünglichen  endung 
noch  in  der  literatur  erhalten,  teils  häufig  vor  dem  passivischen  -sk,  -s(R), 
z.  b.  betezk  wird  gebüsst,  leynez  verbirgt  sich  usw.  (s.  Brate,  Äldre  Vest- 
mannalagens  ljudlära,  s.  64;  vgl.  Schreibungen  wie  JiefÖz,  hefdzt  bei  Fritzner 
I,  685),  teils  in  vereinzelten  formen  wie  pykke  per  es  scheint  dir  (s.  §  285 
anm.  1),  St.  Hom.  gerip  (aschw.  einmal  gcerid)  macht  (s.  Noreen,  Arkiv 
V,  393  f.),  verÖ  wird. 

Anm.  4.  Durch  ausgleichung  steht  bei  allen  starken  verben  im  ganzen 
sg.  e  statt  i,  wo  dies  in  urgerm.  zeit  aus  e  entstanden  war  (s.  §  63,  3), 
z.  b.  huerf,  huerfr,  huerfr  statt  *huirf  (huerf?  s.  §  63,  3  schluss) ,  *huirfr, 
*huirfd  nach  dem  inf.  (und  präs.  pl.)  huerfa  sich  wenden.  Sehr  seit,  tritt 
ausgleichung  zugunsten  des  i  ein,  z.  b.  anorw.  bisweilen  brigdr,  wonach 
inf.  brigöa,  neben  aisl.  (immer)  bregpr  nach  inf.  bregpa  schnell  ersetzen. 
Wenn  das  e  im  inf.  gebrochen  ist,  hat  das  präs.  zwiefache  bildung,  je 
nachdem  es  den  infinitivvokal  vor  oder  nach  der  brechungszeit  entlehnte; 
daher  teils  formen  wie  bergr,  helpr,  skelfr,  g  Idr,  teils  —  seltener  und  vor- 
zugsweise anorw.  —  biargr  (aostnorw.  bicergr,  s.  §  67, 1) ,  hialpr,  skialfr, 
gialdr  zu  biarga  bergen,  hialpa  helfen,  skialfa  zittern,  gialda  gelten,  beides 
statt  urspr.  *birgr  usw. 

Anm.  5.  Der  i'-umlaut  im  sg.  sollte  urspr.  lautgesetzlich  unterbleiben 
in  starken  verben  mit  kurzer  Wurzelsilbe  (s.  §  66,  2).  Jedoch  sind  solche 
umlautlose  formen  sehr  selten  (im  gegensatz  zu  dem  Verhältnis  im  ostu.), 
wenn  überhaupt  vorkommend,  denn  z.  b.  anorw.  3.  sg.  komr  (Haegstad, 
G.  Tr.  s.  47)  zu  koma  kommen,  hpggr  (s.  Hertzberg,  Hsegstad,  Vestno. 
maalf.  I,  s.  83)  zu  hgggua  hauen,  takr  (Haegstad,  a.  o.  I,  s.  124)  können 
sehr  wol  nach  dem  inf.  neugebildet  worden  sein  (vgl.  anm.  4)  wie  um- 
gekehrt anorw.  Iwggua  (§  503,  anm.  1)  u.  dgl.  nach  dem  präs.,  und  bes.  fälle 
aus  dem  spätesten  mnorw.  (s.  Hsegstad,  Kong.  s.  37,  Falk  und  Torp,  Dansk- 
norskens  syntax ,  s.  XIII)  dürften  am  ehesten  ostnordischem  einfluss  zu- 
zuschreiben sein.  Durch  accentverschiebung  nach  analogie  der  starken 
verba  mit  langer  Wurzelsilbe  ist  nämlich  sonst  überall  umlaut  eingetreten 
(vgl.  §  416  anm.  3  und  §  66, 1),  z.  b.  kem(r),  gel(l),  fer(r)  zu  koma  kommen, 


§  531.   Präsens  indikativ.  357 

gala  singen,  fara  fahren  usw.  Auffallend  ist  das  einmalige  anorw.  daur 
(Hsegstad,  G.  Tr.  s.  47)  statt  de  t/r  oder  lautges.  *d(tr  «  *dam'R  nach 
§80,2  und  §71,2)  stirbt;  ist  es  von  daiipr  tot,  tod  beeinflusst? 

Anm.  6.  Starke  verha,  die  im  inf.  auf  -ia  nach  kurzer  Wurzelsilbe 
enden,  z.  b.  hefia  heben,  zeigen  die  endungen  der  2.  schwachen  konj.,  also 
z.  b.  3.  pl.  hefia. 

§  531.  Folgende  abweichungen  sind  zu  bemerken : 
1.  Die  1.  sg.  nimmt  schon  ziemlich  früh  bisweilen  die 
form  der  3.  sg.  an  —  so  bes.  häufig  bei  vesa,  vera  sein  (aisl. 
erst  seit  um  1350,  anorw.  aber  schon  seit  1280.  s.  J.  Storm  bei 
Bugge,  No.  I.,  s.  493),  hafa  haben,  segia  sagen  und  noch  einigen 
—  z.  b.  byPr  bietet  (St.  Hom.).  stendr  steht  (G.  jDorkelsson, 
GyMnga  saga.  s.  62 7),  skialfr  zittert  (Strengleikar).  shytr 
schiesst  (Norges  gamle  love  II,  30 l4).  Diese  entlehnung  findet 
früher  im  anorw.,  wo  sie  vor  1300  durchgeführt  ist  (Haegstad, 
a.  o.,  II,  2,  i,  s.  199),  als  im  aisl.  statt. 

Anm.  1.  Dicht,  kommt  bei  verben  der  schw.  konj.  bisweilen  -/,  -e 
statt  -a  vor,  wenn  das  pron.  ek  —  und  gew.  noch  dazu  die  negation  -a  — 
dem  verbum  suffigiert  wird  (vgl.  §465, 1),  z.  b.  kallegak  (statt  kalla-pg-a-sk) 
'ich  rufe  nicht',  cttleg  'ich  denke'.  Derselbe  austausch,  welcher  wol  auf 
elidierung  der  verbalendung  -a  vor  dem  e  des  pronomens  beruht  (s.  Kock, 
Arkiv  XIV,  224  ff.)  zeigt  sich  unter  denselben  bedinguugen  auch  in  der 
1.  sg.  prät.  ind.,  z.  b.  vildegak  'ich  wollte  nicht',  ßorßeg  'ich  wagte',  präs. 
konj.,  z.  b.  biargegak  'ich  rette  nicht'  und  prät.  konj.,  z  b.  myndegak  'ich 
würde  nicht'. 

Anm.  2.  Dicht,  kommen  oft  formen  auf  -um ,  -om  vor,  welche  also 
der  1.  pl.  ganz  gleich  sind  (s.  porkelsson,  Arkiv  VIII,  34  ff.).  Bei  verben 
der  1.  schw.  konj.  kann  diese  form,  wenigstens  zum  teil,  ursprünglich  sein 
(s.  Wadstein,  Arkiv  VHI,  86;  anders  Falk,  AfdA.  XVIII,  193,  wo  entlehnung 
aus  dem  passiv  angenommen  wird),  z.  b.  cbtlomk  ich  denke  (mit  suffigiertem  -k, 
und  mit  ausschluss  desselben)  piönum  (ahd.  dionöm,  as.  thionon)  diene 
u.  dgl.  Anal,  ist  dann  bei  anderen  verben  die  form  der  1.  pl.  in  den  sg. 
eingeführt  worden,  z.  b.  hyggiom  denke,  reynom  prüfe,  hofom  habe,  biö- 
pomk  ich  biete,  leikom  spiele  u.a.  formen,  von  denen  die  meisten  doch 
auch  nach  §  530  anm.  1  (also  mit  suffigiertem  mk,  mR)  erklärt  werden 
können.    Vgl.  §  534  anm.  3  und  §  536  anm.  1. 

Anm.  3.  Bei  verben  der  3.  schw.  konj.  sollte  nach  §  153  anm.  die 
1.  sg.  eine  um.  entwickelung  -iu  >  -u  zeigen,  und  vielleicht  ist  dies  -u 
noch  in  solchen  fällen  wie  dem  oben  anm.  2  erwähnten  reynom  (wenn  aus 
*reynu-mR  entstanden)  erhalten.  Sonst  ist  -m  schon  früh  (z.  b.  Asum  fahi) 
von  dem  aus  2.  3.  sg.  entlehnten  -i  ersetzt  worden. 

Anm.  4.  Anorw.  kommen  ausnahmsweise  solche  sehr  auffallende 
formen  wie  bitt,  halt,  ritt,  statt  st.  gew.  bind  binde,  held  halte,  (h)rind 


358  §  531.  Präsens  indikativ. 

stosse,  stend  stehe  vor,   8.  Hsegstad,  Arkiv  XX,  358  f.,  361,  362  (vgl.  s.  365) 
und  XXII,  286. 

2.  Wo  bei  den  starken  und  den  schwachen  verben  der 
2.  konj.  die  endung  -r  der  2.,  3.  sg.  mit  einem  vorhergehenden 
l,  n,  r,  s  zusammentrifft,  sind  die  §  261,  §  277  und  §  286  mit 
anm.  gegebenen  regeln  zu  beachten.  Es  heisst  also  z.  b.  gell 
und  gelr,  stell  (gew.),  stelr  und  sehr  seit,  stel,  duelr  und  duel 
(Hb.  s.  XL  VI),  selr  und  seil  (anorw.,  s.  porkelsson,  Supplement 
IV,  128),  skill,  skilr  und  seit,  skil,  hylr  und  sehr  seit.  (z.  b.  Hb. 
s.  XLVI  2mal)  hyl,  aber  nur  fellr  zu  gala  singen,  stela  stehlen, 
duelia  verzögern,  selia  übergeben,  skilia  scheiden,  hylia  hüllen, 
falla  fallen;  sMn(n),  venr,  fregn,  brepr  und  brennr  (alt  brenn; 
ebenso  renn  neben  rennr  rennt,  aber  nie  *re]>r,  s.  Jönsson, 
Skjaldesprog,  s.  88  f.),  fipr  und  finnr  zu  skina  glänzen,  venia 
gewöhnen,  fregna  fragen,  brenna  brennen,  finna  finden;  ferr, 
ßuerr  zu  fara  fahren,  puerra  abnehmen;  frys(s),  less  und  oft 
les,  vex  zu  friösa  frieren,  lesa  lesen,  vaxa  wachsen. 

Anm.  5.  Von  pyk{k)ia,  pik(k)ia  'scheinen'  kommen  oft  pyk{k)e,  pik(k)e 
statt  -er  vor;  so  besonders  häufig  vor  unmittelbar  folgendem  mir  mir  oder 
per  (per)  dir.    Zur  erklärung  s.  §  530  anm.  3  und  §  285  anm.  1. 

3.  In  der  1.  pl.  fehlt  sehr  oft,  doch  nicht  in  den  aller- 
ältesten  hdschr.  (anorw.  aber  schon  in  AM.  315  F.  fol.  und 
Elis  saga,  s.  Haegstad,  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  156,  vgl.  s.  158), 
das  auslautende  -m,  wenn  die  pron.  vit  (mit)  'wir  zwei',  ver 
(mer)  'wir'  unmittelbar  folgen,  sonst  seit.,  z.  b.  bindo  ver  wir 
binden.    Zur  erklärung  s.  §  258  anm.  1. 

Anm.  6.  Mnorw.  wird  die  form  durch  diejenige  der  3.  pl.  ersetzt, 
z.  b.  ver  vilia  wir  wollen  (s.  Falk  und  Torp,  Dansk-norskens  syntax  s.  XV 
note;  Hsegstad,  a.  o,  II,  2,  i,  s.  201,  Kong.  s.  37). 

4.  a)  In  der  2.  pl.  fehlt  regelmässig  das  auslautende  -d 
der  endung  -iö,  -ed,  wenn  pron.  pit  (Öit)  'ihr  zwei',  per  {der) 
'ihr'  unmittelbar  folgen,  und  auch  sonst  nicht  seit.,  wenn  das 
folgende  wort  mit  p  (ö)  anlautet,  z.  b.  gefe  Per  ihr  gebet,  er 
drepe  pä  ihr  tötet  sie.  Zur  erklärung  s.  §  465  anm.  5  und 
§  285  anm.  1. 

b)  Die  endung  -it,  -et  kommt  schon  in  den  ältesten  hdschr. 
hie  und  da  (in  St.  Hom.  doch  nur  sehr  seit.)  vor  und  ist 
schon  im  Cod.  AM.  645,  4°,  sowie  allgemein  seit  dem  ende  des 
13.  jahrhs.  häufiger  als  -id,  -ed  (doch  nicht  wenn  t  unmittelbar 


§  532.  Präsens  iadikativ.  359 

vor  -id.  -ed  geht).  Zur  erklärung  s.  §  158  anm.  1  (resp.  §  248 
anm.  1);  anders  Hoffory.  Arkiv  IL  33  note  (dagegen  L.  Larsson. 
Isl.  handskr.  Nr.  645,  4»,  s.  XLVf.). 

c)  Die  endung  -ir,  -er  ist  ausschliesslich  anorw.  (bes. 
onorw.)  und  kommt  (neben  -id.  -ed  und  -it,  .-et)  seit  c.  1280 
dann  und  wann,  seit  c.  1335  weit  überwiegend  vor;  s.  Bugge. 
Arkiv  XVI,  333  ff,  Ha?gstad.  Vestno.  maalf.  II,  2,  i,  s.  130  f.  Zur 
erklärung  s.  §  158  anm.  1;  anders  Wadstein.  F.  Hom.  s.  137. 

Anin.  7.  Im  mnorw.  des  15.  jahrhs.  kommt  bisweilen  (als  suecismus) 
-in  vor,  z.  b.  vilin  wollet,  s.  Haegstad,  a.  o.  II,  2,  i,  s.  157. 

Anm.  8.  Mnorw.  werden  die  pluralformen  nicht  seit,  durch  singular- 
formen  ersetzt,  s.  Falk  und  Torp.  Dansk-norskens  syntax,  s.  XV,  note: 
Hsegstad,  Kong.  s.  27. 

§  532.  Unregelmässige  oder  schwankende  flexion  zeigen 
folgende  verba: 

1.  Die  starken  verba  blikia  blinken,  suikua.  sykua 
betrügen  und  r/kua.  ykua  weichen  ('§  483)  können  auch  wie 
schwache  verba  der  3.,  4.  konj.  flektieren,  also  z.  b.  3.  sg. 
suikuer,  syk(u)er  neben  suikr.  sykr. 

2.  Heita  (§  502)  geht  in  der  bedeutung  'rufen,  versprechen' 
regelmässig,  aber  in  der  bedeutung  'genannt  werden'  (sehr 
seit.,  z.  b.  in  No.  Hom..  in  der  bed.  'rufen,  versprechen')  wie 
ein  schwaches  verb  der  3.,  4.  konj.  (vgl.  §  542  anm.  2). 

3.  Vesa,  vera  (§  498  mit  anm.  6)  geht  fast  ganz  wie  ein 
Präteritum : 

Sg.  1.  em,  später  er  §  531, 1   PI.  1.  erom 

2.  est,  später  ert  2.  erop,  -t,  -r 

3.  es.  später  er  3.  ero 

Anm.  1.  Ueber  die  verkürzten  formen  s,  (r)6m,  (r)6p,  (f)ö  statt  es, 
erom,  erop,  ero  s.  §  158  mit  anm.  2.  —  Die  formen  est,  es,  s  sind  vor  1200 
fast  ausschliesslich  gebräuchlich,  aber  schon  im  anfang  des  13.  jahrhs.  ist 
er  ebenso  häufig  wie  es  und  wird  bald  alleinherrschend;  ert  wird  am 
frühesten  bei  Einarr  Skülason  c.  1140  sowie  etwa  gleichzeitig  bei  Rogn- 
valdr  jarl  angetroffen  und  ist  sehr  bald  nach  1200  das  allgemeine.  —  Sehr 
seltene  alte  nebenformen  sind  2.  sg.  es  (got.  is),  er,  3.  sg.  er,  s.  §  110,2, 
ves  (Schreibfehler?  denn  immer  nach  of  stehend;  oder  nach  dem  inf.  vesa 
umgebildet?),  s.  Larsson.  —  Um.  ist  die  3.  sg.  vielleicht  als  -s  (Kylver, 
Eggjum).  kaum  aber  als  i[s]  (Möjebro)  belegt ;  das  e  in  es  ist  wol  von  der 
nach  §  110, 2  entstandenen  nebenfonn  er  entlehnt. 


360  §532.  Präsens  indikativ. 

4.  Die  verba  präterito-präs.  (§§  522 — 525)  gehen  im 
allgemeinen  wie  regelmässige  präterita.  Doch  kommen  in  der 
2.  sg.  bei  mono,  munu  'werden'  und  skolo,  skulu  'sollen'  oft 
die  nach  §  544,  2,  d  (vgl.  §  260)  entstandenen  formen  monn, 
munn  und  skall  (in  älterer  zeit  auch  nicht  seit,  mon,  mim  und 
sJcal,  s.  Gislason,  Udvalg  af  oldno.  skjaldekvad,  s.  51  f.)  statt 
mont,  munt  und  sJcalt  vor.  Im  pl.  zeigt  fast  immer  muna  'sich 
erinnern',  gewöhnlich  auch  unna  'gönnen,  lieben'  die  endungen 
des  präsens,  welche  in  späterer  zeit  auch  bei  den  übrigen  verba 
prät.-präs.  auftreten,  bei  eiga  'besitzen',  hunna  'können',  mega 
'können'  und  bes.  anorw.  vita  'wissen'  ausnahmsweise  schon 
in  alter  zeit. 

5.  Unter  den  schwachen  verben  schwanken  ger(u)a,  ger(u)a, 
gior{u)a  'machen'  §  518,  2  und  smyrua,  smyria  'schmieren' 
§  513,  1  zwischen  der  2.  und  3.  konj.  in  folgender  weise: 
sg.  1.  ger(u)e,  ger(u)e,  2.,  3.  ger(u)er,  ger(u)er,  in  alter  zeit 
auch  gerr,  gerr  oder  gerr  er,  gerrer  (vgl.  den  lmal  in  Eluc, 
s.  Larsson,  belegten  inf.  gerra  gleich  agutn.  gierra),  pl.  1.  gerom, 
gerom,  giorom,  2.  ger{u)ep,  ger{u)ep,  gior(u)ep,  3.  ger(u)a,  ger(u)a, 
gior(u)a;  vgl.  Sievers,  Gott.  gel.  anz.  1883,  s.  55  ff. 

6.  Zwischen  der  2.  und  4.  schwachen  konj.  schwanken  gä 
achten,  hafa  haben,  kligia  ekel  empfinden,  lid  leihen,  nd  be- 
kommen, segia  sagen,  trüa  glauben  und  Pegia  schweigen  §  520 
in  folgender  weise: 

Sg.  1.        hefe,  alt  auch  hef ,  sege,  alt  und  sehr  seit,  seg,  trüe,  anorw. 
spät  hefir  §531,1          spät  segir  §  531, 1  auch  try 

2.  3.   hefer,  alt  oft  hefr  seger,  alt  auch  segr  trüer,  anorw. 

auch  tryr 

PI.  1.        hQfom,  hafum  segiom  trüm 

2.  hafep,  -t,  -r  segef»,  -t,  scegir  trtiep,  -et,  -ir 

3.  hafa  segia  trüa 

Anm.  2.  Wie  sege  gehen  Tclige  und  ßege,  bei  denen  aber  keine  ein- 
silbigen formen  zu  belegen  sind;  wie  trüe  gehen  gäe  und  spät  (aber  auch 
im  isl.)  näe  und  U  (litis).  Zur  erklärung  der  schwankenden  flexion  s.  Sievers, 
Beitr.VIII,90ff. 

7.  Villa  'wollen'  (§  513,3)  flektiert  wie  folgt: 

Sg.  1.    vil,  dicht,  bisweilen  vilia  PI.  1.    viliom 

2.  vill,   später  vilt,  bisweilen  (z.  b.  oft  in  No.  2.    vilep,  -et,  -ir 

Hom.)  vil  §  285, 1,  sehr  seit,  vilr  §  277, 2,  b 

3.  vill,  bisweilen  vil,  sehr  seit,  vilr  3.    vilia 


§  533.  534.   Präteritum  indikativ.  361 

Anm.  3.  Die  form  vüia  (got.  xäljau)  in  der  1.  sg.  ist  eigentlich  die 
der  1.  sg.  konj.  präs..  Zur  erklärung  s.  Kluge,  Beitr.  VIII,  515  ff.,  Sievers, 
ib.  IX,  563  ff. 

c)  Präteritum  indikativ. 
§  533.    Die  regelmässigen  endungen  sind : 

stark   schwach  stark  und  schwach 

Sg.  1.  —  -a  PI.  1.  -wm,  -07» 

2.  -t        -ir,  -er  2.  -up,  -op,  -at,  -ot  (anorw. 

auch  -ur,  -or) 

3.  —  -i,  -e  3.  -u,  -o 

Anm.  1.  Die  1.  sg.  der  starken  verba  ist  schon  urnordisch  ohne 
enduug:  un-num  (Reistad),  fAlÄh  (Björketorp).  Die  schwachen  verba 
dagegen  enden  urn.  auf  nasaliertes  -ö,  z.  b.  faihiöo  (Einang,  Vetteland), 
fahido,  satiÖo  (Rö),  tawiÖo  (Gallehus),  icorahto  (Tune),  MaaiiciÖo  (Kjelevig). 

Anm.  2.  Die  3.  sg.  der  starken  verba  ist  schon  urn.  endungslos: 
[ra]ist  (Vetteland),  was  (Tanum),  aih?  (Fonnas),  warAit  (Istaby),  gAf 
Stentoften,  ivarh  (Eggjum).  Bei  den  schwachen  verben  ist  die  endung  -ä 
(d.  h.  -ß,  s.  §  18,  §  138),  später  -?,  noch  später  -i  (s.  §  138),  z.  b.  ?aiwuida 
(Darum  III),  w[o]rta  (Etelhem),  wurte  (Tjurkö),  orte  (By),  SAte  (Gummarp), 
tnAÖe  (Eggjum),  urti  (Sölvesborg). 

Anm.  3.  Die  3.  pl.  eines  schwachen  verbums  ist  urn.  einmal  belegt 
und  endet  auf  -im:  Öa[i]lidun  (Tune). 

Anm.  i.  2.  sg.  und  1.  2.  pl.  sind  um.  überhaupt  nicht  belegt,  setzen 
aber  die  endungen  -t  (stark),  -en  (schwach),  resp.  1.  -um,  2.  -uÖ  voraus. 

§  534.  Ueber  die  endungen  im  einzelnen  ist  zu  bemerken: 
1.  In  der  1.  sg.  der  schwachen  verben  kann  schon  ziem- 
lich früh  (am  frühesten  in  anorw.  hdschr.,  z.  b.  schon  in  No. 
Hom.  mehrmals,  s.  Wadstein.  F.  Hom..  s.  102 ;  vielleicht  schon 
urn.  in  orte  By)  die  endung  der  3.  sg.  -i,  -e  statt  -a  vorkommen; 
im  14.  jahrh.  ist  dies  -i  in  gewissen  hdschr.  regel;  vgl.  §  531, 1 
mit  anm.  1. 

Anm.  1.  Umgekehrt  kommt  im  anorw.  —  z.  b.  in  No.  Hom.  (s.  Wad- 
stein, F.  Hom.,  s.  101)  und  in  runenin Schriften  (s.  Eydqvist,  Svenska  spräkets 
lagar  1, 329)  —  bisweilen  vor,  dass  die  endung  -a  aus  der  1.  sg.  in  die  3.  sg. 
entlehnt  wird. 

Anm.  2.  Ueber  die  behandlung  auslautender  Id.  )id,  ng  im  starken 
prät.  s.  §  220,  §  266,  2  und  3.    Ueber  auslautendes  g  s.  §  230,  2. 

Anm.  3.  Dicht,  kommen  oft  formen  auf  -mm,  -om  vor,  welche  also 
der  1.  pl.  ganz  gleich  sind  (s.  porkelsson,  Arkiv  VIH,34ff.)-  Bei  dem 
schwachen  prät.  kann  diese  form  ursprünglich  sein  (s.  Wadstein,  Arkiv 
VIII,  86  f.),  z.  b.  hpfpom  hatte,  Ipgpomk  ich  legte,  hengpom  hängte.    Anal. 


362  §  534.  Präteritum  indikativ. 

ist  dann  auch  bei  starken  verben  die  form  der  1.  pl.  in  den  sg.  eingeführt 
worden,  z.  b.  repom  riet,  Jcömomk  ich  kam,  u.  a.  m.  Vgl.  §  531  anm.  2  und 
§  536  anm.  1. 

2.  Beim  zutritt  der  endung  -t  in  der  2.  sg.  des  starken 
verbums  ist  folgendes  zu  beachten: 

a)  Endet  die  1.  3.  sg.  auf  vokal,  so  wird  t  gew.  gedehnt 
(§  280  anm.  1),  z.  b.  biött,  seit,  biöt,  zu  biö  wohnte;  in  fällen 
wie  stett,  stet  (neben  steigt;  s.  §  230,  2  und  §  267)  zu  ste  {steig) 
stieg,  slött  zu  slö  schlug  ist  tt  lautges.,  weil  aus  ht  entstanden. 

b)  Endet  die  1.  3.  sg.  auf  -t,  so  ist  die  älteste  endung  -st 
(aus  -ss  §  320  -f  nochmaliges  endungs-^)  sehr  seit,  belegt,  z.  b. 
(zweimal  in  St.  Hom.)  veist  (got.  waist,  aschw.  vest)  zu  veit 
weiss.  Durch  einfluss  der  1.  3.  sg.  lautet  nämlich  die  2.  sg. 
fast  immer  auf  -zt  (nicht  seit,  -z  nach  §  303, 1)  aus,  z.  b.  veiz{t), 
lez(t)  zu  veit  weiss,  let  Hess,  baz(t)  zu  ba tt  band,  helz(t)  zu 
helt  hielt,  oder  (doch  sehr  seit.)  auf  -tt,  z.  b.  lett  liesst,  oder 
endlich  ist  die  form  derjenigen  der  1.  3.  sg.  ganz  gleich,  z.  b. 
helt  hieltst,  hratt  stiessest,  was  immer  der  fall  ist,  wenn  die 
1.  3.  sg.  auf  -st  endet,  z.  b.  laust  zu  laust  schlug. 

c)  Endet  die  1.  3.  sg.  auf  -ö,  so  ist  das  zu  erwartende  (und 
im  aschw.  bisweilen  vorhandene)  -st  nicht  zu  belegen;  sondern 
durch  einfluss  der  1.  3.  sg.  hat  die  2.  sg.  ältest  -tt  (später  nicht 
seit.  -dt  geschrieben,  s.  §268,2  mit  anm.  1),  später  sehr  oft 
(aber  bei  gewissen  verben  nie)  -zt,  z.  b.  batt,  bazt  zu  baß  bat, 
reitt  (reidt)  zu  reip  ritt,  stött  (nie  *stözt)  zu  stop  stand,  vart 
(*vartt  §  283)  zu  varp  wurde. 

d)  Die  endung  -t  fehlt  oft,  wenn  pü  unmittelbar  folgt 
(sonst  sehr  seit,  und  dann  wol  durch  entlehnung  der  1.  3.  sg.), 
z.  b.  gekk  pü  (mit  restituiertem  pü  statt  gekktu  aus  gekkt  Pu, 
§  276,  §  283)  du  gingst  (St.  Hom.  pü  tök  du  nahmst,  in  den 
Eddaliedern  kuapattu  du  sagtest  nicht,  varattu  du  warst  nicht). 

3.  In  der  1.  und  2.  pl.  fehlen  die  auslautenden  -m,  -ö  nach 
derselben  regel  wie  im  präsens  (s.  §  531,  3  und  4,  a),  z.  b.  töko 
ver  wir  nahmen,  töko  Per  ihr  nähmet;  ausserdem  scheint  -ö 
auffallend  zu  fehlen  (durch  entlehnung  aus  der  3.  pl.?  oder 
Schreibfehler?)  in  urpua  ip  (GuJ>rünarhuc;t  3)  'ihr  zwei  wurdet 
nicht'.  Eine  form  wie  töko  vit  'wir  zwei  nahmen'  kann 
möglicherweise  eine  alte  1.  dual  sein. 


§  535.  536.   Konjunktiv.  363 

4.  In  der  2.  pl.  kommen  die  endnng  -ut.  -ot  und  die 
anorw.  nebenform  -ur,  -or  in  derselben  ausdehnung  wie  im 
präsens  -it,  -et  und  -ir,  -er  vor  (vgl.  §  531.  4,  b  und  c). 

Anm.  4.  In  No.  Hom.  kommt  einigemal  ein  aus  dem  präsens  ent- 
lehntes -iÖ,  -eÖ  vor  (s.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  103). 

Anm.  5.  Mnorw.  kommt  in  der  3.  pl.  nicht  selten  -e  st.  -o  vor,  z.  h. 
svarade  (>  svara  §  292  anm.  2)  antworteten,  haföe  hatten,  s.  Hsegstad, 
Vestno.  maalf.  II,  1,  s.  86  und  II,  2,  i,  s.  202. 

d)  Konjunktiv  (optativ). 

§  535.  Präsens  und  Präteritum  konj.  haben  in  historischer 
zeit  dieselben  endungen.  Doch  besteht  der  wesentliche  unter- 
schied, dass  die  endungen  des  prät.  koüj.,  weil  urgerm.  i  ent- 
haltend, /-umlaut  hervorrufen  in  der  Wurzelsilbe  der  starken 
verben  (welche  übrigens  die  ablautsstufe  des  prät.  pl.  ind. 
aufweist)  und  der  schwachen  verben  der  2.,  3.  und  4.  konj., 
während  die  endungen  des  präs.  konj..  weil  urgerm.  ai  (urn.  e) 
enthaltend,  keinen  umlaut  erzeugen.  Die  regelmässigen 
endungen  beider  tempora  sind: 

Sg.  1.  -a  PI.  1.  -im,  -etn 

2.  -ir,  -er  2.  -iß,  -eß,  -it,  -et,  anorw.  auch  -ir,  -er 

3.  -i,  -e  3.  -i,  -e 

Anm.  1.  Aus  urn.  zeit  ist  von  hierher  gehörigen  formen  nur  3.  sg. 
präs.  wate  (d.  h.  wette,  Strom)  belegt. 

Anm.  2.  Auffallenderweise  zeigen  die  verba  präterito-pras.  —  ausser 
skyla  (später  skula,  skola)  'solle'  und  myna,  mena  (neben  muna,  mono, 
mana)  -werde'  sowie  im  anorw.  bisweilen  ßyrfa  statt  ßurfa  'bedürfe', 
s.  Wadstein,  F.  Hom.,  s.  80;  porkelsson,  Islensk  sagnorö  &c,  s.  30 f.)  — 
keinen  umlaut  im  präs.  konj.,  das  doch  ein  altes  prät.  konj.  ist.  Auch  im 
prät.  konj.  zeigen  einige  von  diesen  verben  bisweilen  unumgelautete  formen: 
ynunda,  monda  neben  mynda,  minda,  m&nda  'würde',  ßurfta  neben  ßyrfta 
•bedürfte',  shdda  neben  skylda,  skilda  'sollte'  und  seit,  kuntia  neben  kynna 
•könnte',  mnorw.  rare  'wäre',  svöre  'schwüre'  (s.  Haegstad.  a.  o.,  EL  2.  i. 
s.  120):  also  mit  einer  Vermischung,  die  der  im  §  523  anm.  2  und  3  und 
§  524  anm.  4  erwähnten  entgegengesetzt  ist.  Sonst  ist  unum geläutetes 
prät.  konj.  sehr  seit.,  z.  b.  biogga  neben  bygga,  biegga,  begga  und  Miöpa 
neben  hlepa,  hlypa  zu  bita  wohnen,  hlaupa  springen. 

§  536.   Von  abweichungen  sind  folgende  anzuführen : 
1.  In  der  1.  sg.  wird  die  endnng  der  3.  sg.  in  derselben 

ausdehnung  wie  bei  dem  schwachen  Präteritum  (§  534. 1 ;  vgl. 

§  531  anm.  1)  entlehnt,  und  zwar  anorw.  schon  im  anfang  des 


364  §537.  Konjunktiv.    §538.  Imperativ. 

13.  jahrh.,  aisl.  erst  um  1300  (s.  porkelsson,  Breytingar  ä  myn- 
dum  viötengingarhättar,  s.  9  ff.). 

Anm.  1.  Alt  und  dicht,  kommen  einigemal  formen  vor,  die  der  1.  pl. 
ganz  gleich  sind,  z.  b.  aisl.  eigem  besitze,  cbttem  besässe.  In  fällen  wie 
anorw.  (legend.  Olafssaga)  kudmomk  ich  käme  (eigentlich  mediopassiv, 
s.  §  542, 1)  —  das  nur  scheinbar  der  1.  pl.  gleich  ist  (vgl.  2  unten)  —  statt 
kudbma  (got.  cfimjau)  ek  ist  die  endung  -o(mk)  aus  *-ö  <  *au  vor  m(i)k 
lautgesetzlich  berechtigt  (s.  §  140  und  vgl.  §  137, 1).  Vgl.  übrigens  §  531 
anm.  2  und  §  534  anm.  3. 

2.  Der  pl.  kann,  bes.  in  der  späteren  spräche,  die  endungen 
des  indikativs  annehmen.  Im  präs.  konj.  geschieht  dies  fast 
nur  in  der  1.  pl.,  z.  b.  anorw.  schon  in  No.  Hom.  bidium  statt 
bidim  'bitten'  u.  a.,  aisl.  erst  in  Mööruvallabök  lätum  st.  Jdtim 
'lassen'  u.  a.  (ausnahmslos  seit  1500).  Im  prät.  konj.  dagegen 
findet  etwas  später  die  entlehnung  auch  in  der  2.  und  3.  pl. 
statt,  z.  b.  anorw.  in  der  legend.  Olafssaga  3.  pl.  mindu  st.  -i 
'würden',  misl.  in  der  Flateyjarbök  (um  1370—80)  2.  pl.  vcerut 
st.  -it  'wäret'  (bei  mono  und  skolo  aber  schon  in  St.  Hom.); 
doch  kommen  auf  Island  die  alten  formen  noch  im  anfang 
des  17.  jahrhs.  bisweilen  vor.    Vgl.  porkelsson,  a.  o. 

Anm.  2.  In  St.  Hom.  kommt  (durch  verschreibung  ?)  dreimal  eine 
form  der  1.  pl.  präs.  konj.  auf  -e  (wie  in  der  3.  pl.)  statt  -em  vor,  z.  b.  auke 
'vermehren';  ausserdem  einmal  haldenn  (gleich  aschw.  haldin?;  vgl.  Hult- 
man  in  Finländska  bidrag,  Helsingfors  1894,  s.  226)  st.  holdem  'halten'. 

§  537.  Besonders  unregelmässig  ist  der  konj.  präs.  von 
vesa,  vera  'sein': 

Sg.  1.  sia,  später  auch  se  §  536, 1      PI.  1.  sem,  später  seum  §  536,  2 
2.  ser,  seit,  verir  2.  B&p,  -t,  -r 

3   se,  seit,  vese  (alt)  oder  veri  3.  se,  später  s6u 

Anm.  In  der  ältesten  zeit  kommen  natürlich  auch  unkontrahierte 
formen  (sea,  seer,  sie  usw.)  nach  §  130  vor.  Die  3.  pl.  hat  in  St.  Hom. 
einmal  die  form  vese.  Misl.  kommt  im  15.  jahrh.  auch  die  form  sert  (nach 
dem  ind.  ert)  in  der  2.  sg.  vor;  s.  porkelsson,  Breytingar  a  myndum  &c. 
s.  63,  vgl.  Beyging  s.  534,  Olsen,  VQlsunga  saga,  s.  LXXIV. 

e)  Imperativ. 

§  538.  Der  imperativ  kommt  nur  im  präs.  vor  und  nur 
in  der  2.  sg.,  sowie  1.  2.  pl.  Die  beiden  letzten  formen  sind 
den  1.  2.  pl.  des  präs.  indik.  völlig  gleich.  Die  2.  sg.  dagegen 
zeigt  eine  besondere  form,  über  die  folgendes  zu  bemerken  ist : 


§  539.  Participium.  365 

1.  Die  starken  verba  haben  keine  endung,  z.  b.  far  fahre. 
gef  gieb ;  ebenso  die  präterito-präsentia,  z.  b.  eig  besitze.  Dass 
dies  schon  um.  (vgl.  das  got.)  der  fall  war,  beweisen  formen 
wie  bitt  (sehr  seit,  bind  nach  dem  präs..  wie  umgekehrt  seit. 
präs.  bitt  u.  a.,  s.  §  531  anm.  4,  nach  dem  imperat.?)  binde, 
sprikk  zerspring  (s.  §  220  mit  anm.  1).  Ueber  formen  wie  blöt(t) 
opfere,  grät(t)  weine  s.  §  280  anm.  1. 

2.  Die  1.  schwache  konj.  endet  auf  -a,  z.  b.  kalla  rufe. 

3.  Die  2.  und  3.  schwache  konj.  haben  keine  endung, 
z.  b.  vel  wähle,  dorn  richte.  In  urn.  zeit  muss  aber  (wie  aus 
formen  wie  send,  nicht  *satt,  'sende'  hervorgeht,  s.  §  220  anm.  1) 
eine,  vielleicht  durch  skapi  und  ligi  (s.  anm.)  belegte,  endung  -l 
(vgl.  got.  walei,  dömei)  vorhanden  gewesen  sein.  Diese  ist  wol 
noch  im  inlaute  erhalten  in  formen  wie  hyggiat  'denke  nicht', 
teygiattu  'strecke  nicht  (du)',  kueliat  "peinige  nicht',  deilet 
'streite  nicht'  zu  hyggia,  teygia,  kuelia,  deila. 

4.  Die  4.  schwache  konj.  zeigt  bei  den  meisten  verben 
keine  endung,  z.  b.  lif  lebe,  haf  habe,  seg  sage.  Doch  kommt 
eine  endung  -i  (urn.  -e,  vgl.  got.  habai  u.  dgl.)  bei  einer  anzahl 
hierher  gehöriger  verben  vor:  aisl.  duge  tauge,  gape  gaffe, 
lume  lass  los,  trve  glaube,  ugge  fürchte,  une  sei  zufrieden. 
vake  wache,  Pege  schweige  (und  Xo.  Hom.  einmal  lifi  lebe). 
Ausser  pege  sind  diese  formen  später  durch  endungslose  impera- 
tive ersetzt  worden. 

Anm.  Der  imperativ  ist  wol  aus  urn.  zeit  belegt  durch  birg'!  (Opedal.) 
und  vielleicht  ligi,  skapi  (Strem). 

f)  Participium. 

§  539.  Das  part.  des  präsens  wird  bei  allen  verben 
mittelst  -ande  gebildet,  z.  b.  farande  fahrend,  kallande  rufend, 
veliande  wählend  usw.;  zu  spä  prophezeien  u.  dgl.  (§  511)  heisst 
das  part.  präs.  natürlich  spände  (§  130).  Ueber  die  flexion 
des  part.  präs.  als  subst.  s.  §  422,  als  adj.  s.  §  435. 

Anm.  1.  Prädikativ  (mnorw.  auch  attributiv)  steht  seit,  (wie  im 
aschw.)  -andes  statt  -ande,  z.  b.  Vera  lifandes  'lebendig  sein'  (s.  Fritzner 
H,  511).    Vgl.  An.  gr.  II,  §  465, 2. 

Anm.  2.  Ueber  das  ablautende  suffix  -und-  im  subst.  bände  (aus 
*böunde,  vgl.  ahd.  friunt,  as.  flund,  ags.  friond,  fiond,  s.  Sievers,  Zum  ags. 
vocalismus,  s.  51  f.)  neben  büande  (böande)  'bauer  zu  biia  (part.  büande) 


366  §540.541.  Participium. 

'wohnen',  högynde  bequemlichkeit,  kissen  zu  hegin  bequem  machen  (vgl. 
hpfundr  anm.  3)  u.  a.  s.  §  173,  2. 

Anm.  3.  Urspr.  participia  ohne  e'-umlaut  zu  schwachen  verben  der 
2.  und  3.  konj.  sind  die  subst.  dömande  richter  (neben  part.  demande)  zu 
dema  richten,  högynde  (vgl.  anm.  2)  neben  anal,  umgebildetem  hegende 
bequemlichkeit  zu  hegia  bequem  Qiöglegr)  machen,  hgfundr  Urheber  (neben 
part.  hefiande)  zu  hcfia  heben;  zur  erklärung  s.  Streitberg,  Zur  germ. 
Sprachgeschichte,  s.  15,  17  f.  und  Urgerm.  grammatik,  s.  286.  Ueber  die 
starke  flexion  bei  ligfundr  u.  dgl.  s.  §  422  anm.  4. 

Anm.  4.    Eine  um.  spur  des  part.  präs.  bietet  wita[n]da-  (Tune). 

§  540.  Das  part.  Präteritum  endet  bei  den  starken 
verben  auf  -inn,  -enn,  z.  b.  farenn  gefahren;  bei  den  schwachen 
der  1.  konj.  auf  -apr,  der  2.  konj.  auf  -{e)pr  (vgl.  §  514,  §  428,  2), 
der  3.  konj.  auf  -pr  (-dr,  -tr\  vgl.  §  515),  der  4.  konj.  auf  -{a)pr 
(vgl.  §  519).   Die  flexion  ist  die  eines  gewöhnlichen  adjektivs. 

Anm.  1.  Ueber  das  scheinbar  starke  part.  auf  -enn  bei  den  verben 
der  2.  konj.  s.  §  514.  Dagegen  ist  die  partizipialbildung  auf  -pr  ursprüng- 
lich nicht  auf  die  schwachen  verben  beschränkt,  sondern  spuren  solcher 
bildung  kommen  auch  bei  den  starken  verben  vor,  z.  b.  Jcaldr  kalt  zu 
Jcala  frieren,  daupr  tot  zu  deyia  sterben,  skarpr  vermindert  zu  skera 
schneiden.  —  Ueber  part.  ohne  dentale  ableitung  s.  §  507  anm.  und  Noreen, 
Geschichte3  §  256, 3. 

Anm.  2.  Aus  um.  zeit  sind  zwei  starke  part.  prät.  belegt :  slaginaR 
(Möjebro),  haitinaR  (Tanum);  ferner  wahrscheinlich  zwei  schwache: 
sairawiÖaR  (Rö),  h\l\aiwiÖaR  (Amle). 

Anm.  3.  Ueber  reste  des  einstigen  part.  prät.  akt.  wie  halze  wer 
festgehalten  hat  zu  halda,  heize  wer  versprochen  hat  zu  heita  u.  dgl.  (vgl. 
got.  berusjös  die  geboren  haben ,  eitern)  s.  Noreen ,  IF.  IV,  324  ff. ,  Brate, 
Z.  f.  d.  Wortforschung  XIII,  150,  Torp  bei  Hsegstad - Torp ,  Gamalnorsk 
ordbok,  s.  LVII. 

§  541.  Das  part.  prät.  wird  in  Verbindung  mit  dem  präs. 
und  prät.  von  hafa  'haben',  bei  einigen  verben  vesa,  vera  'sein', 
zur  bildung  eines  umschriebenen  perfekts,  resp.  Plusquam- 
perfekts verwendet.  Das  part.  steht  in  der  Verbindung  mit 
hafa  gewöhnlich  im  neutr.,  kann  sich  aber  auch  oft  (bes.  in 
alter  zeit)  nach  dem  Objekt  richten,  z.  b.  eh  hefe  hallat  hann 
oder  hann  hallapan  ich  habe  ihn  gerufen,  hann  hafpe  set  hana 
oder  hana  sena  er  hatte  sie  gesehen.  In  der  Verbindung  mit 
vesa,  vera  richtet  sich  das  part.  nach  dem  Subjekt,  z.  b.  peir 
ero  gengner  sie  sind  gegangen. 

Anm.  1.    Das  hülfsverb  hafa  kann  bisweilen  ausgelassen  werden. 


§  542.  Medio-passiv.  367 

Anm.  2.  Futurum  und  konditionalis  werden  mittelst  des  präs., 
resp.  prät.  von  mono  (in  der  1.  pers.  auch  skolo,  das  sonst  mehr  die 
bedeutung  von  'sollen'  hat)  und  eines  folgenden  präs.  infinitivs  umschrieben, 
z.  b.  ek  mon  kalla,  ganga  ich  werde  rufen,  gehen,  ek  munda  kalla,  ganga 
ich  würde  rufen,  gehen.  In  derselben  weise  bildet  man  ein  futur.  exakt, 
und  kondit.  exakt.:  ek  mon  hafa  kallat,  resp.  vera  gengenn.  ek  munda  hafa 
kallat,  resp.  rem  gengenn,  wo  jedoch  bisweilen  hafa  und  oft  vera  aus- 
gelassen werden  können. 


II.   Medio-passiv. 

§  542.  Die  formen  des  aktivums  erhalten  reflexive  oder 
auch,  wiewol  seltener,  passive  bedeutung  durch  enklitische 
anfügung  von  persönlichen  ungeschlechtigen  pronominen  ent- 
weder im  acc.  oder  —  urspr.  wol  nur  bei  verben  mit  dativischer 
rektion,  ein  unterschied  der  jedoch  bald  verwischt  worden 
ist  —  im  dat.  Demnach  treten  zu  den  aktiven  formen  der 
1.  sg.  teils  -mk  (aus  mik  §  158),  teils  (sehr  seit.)  -m  (aus  *mex 

>  *men  §  151, 2  >  *mn  §  158  <  *-mm  §  277  anm.  5  >  m  §  285, 5); 
dagegen  zu  allen  übrigen  formen  das  pron.  reflexivum,  teils 
als  -sk  (aus  sik).  teils  seltener  als  -s  (aus  *seR  >*sen  >  *sr 

>  -ss  —  so  noch  oft  im  aschw.  —  §  277, 1  >  -5) ;  in  der  1.  pl. 
vielleicht  doch  auch  -k  (aus  okkr)  und  -s  (aus  oss).  s.  Kock, 
Arkiv  XXXV.  74  ä..  Hierbei  sind  folgende  erscheinungen  zu 
zu  beachten: 

1.  In  der  1.  sg.  präs.  ind.  starker  verba  und  schwacher 
verba  der  1.,  2.,  3.  konj.,  prät.  ind.  schwacher  verba  sowie  präs. 
und  prät.  konj.  aller  verba  sind  die  urn.  endungen  -u  (got.  -a), 
nasaliertes  -0  (got.  -ö)  und  nicht  nasaliertes  -ö  (got.  -au)  sämt- 
lich als  -u.  -0  (§  187, 1)  erhalten,  z.  b.  aisl.  tokom(k)  werde 
genommen  zu  tek  nehme,  ko!lom(k)  werde  gerufen  zu  kalla 
rufe,  veliom{k)  werde  gewählt  zu  vel  wähle,  demomik)  werde 
gerichtet  (aus  *dömiu-mik  synkopiert,  s.  §  157)  zu  deme  richte, 
vol]>om(k)  wurde  gewählt  zu  valßa  wählte.  velpom(k)  würde 
gewählt.  Nach  der  analogie  dieser  formen  tritt  -um(k), 
-om(k)  auch  im  präs.  ind.  schwacher  verba  der  4.  konj.  und 
im  prät.  ind.  starker  verba  ein.  z.  b.  Jjolrmik)  statt  *polemk 
werde  geduldet  zu  pole  dulde,  gofom(k)  statt  *gafmk  wurde 
gegeben  zu  gaf  gab,  bundom(k)  statt  *battmk  wurde  gebunden 
zu  bau  band;  in  dem  letzten  falle  ist  ausserdem  (wie  in  den 


368  §  543.  Medio-passiv. 

§  465, 3  erwähnten  fällen)  das  pronominale  suffix  an  die  form 
der  3.  pL  getreten  (d.  h.  gofomk,  bundomk  sind  in  der  tat  aus 
gqfo  mik  gaben  mich,  bundo  mik  banden  mich  entstanden). 

2.  In  den  übrigen  formen  müssen  vor  dem  suffigierten 
-s(k)  folgende  lautgesetzliche  Veränderungen  der  aktiven 
endungen  eintreten: 

a)  -r  (um.  -r)  schwindet  nach  §  273,  z.  b.  2.  sg.  präs.  ind. 
gefs(k)  zu  gefr  gibst,  binzQc)  zu  binär  bindest,  kallas{k)  zu 
kallar  rufest. 

b)  -ö  und  -d  werden  zu  -t  (und  t  -f-  s  wird  dann  z  ge- 
schrieben) nach  §  238, 2,  d,  z.  b.  2.  pl.  präs.  ind.  und  konj.  gefezQt) 
zu  gefep  gebet,  prät.  ind.  dömpoz{k)  zu  dämpop  richtetet,  1.  3.  sg. 
prät.  ind.  kuaz(k)  zu  kuap  sprach,  3.  sg.  präs.  ind.  pykkez(k)  zu 
*pykkep  (s.  §  530  anm.  3)  scheint,  gefz(k)  zu  *gefp  gibt,  stenzk 
zu  stendr  steht. 

c)  Nach  -11,  -nn  wird  t  eingeschoben  nach  §  310, 1,  z.  b. 
2.  sg.  präs.  ind.  felz(k)  zu  fellr  fällst,  finz(k)  zu  finnr  (fipr, 
s.  §  261)  findest,  1.  3.  sg.  prät.  ind.  fanzk  zu  fann  fand. 

d)  Geminata  wird  meist  vereinfacht  (s.  §  284),  z.  b.  2.  sg. 
präs.  ind.  bldesk  zu  blcess  bläst,  1.  3.  sg.  prät.  ind.  feks(k)  zu  fekk 
bekam,  part.  prät.  ntr.  möz{k)  zu  mött  begegnet. 

Anm.  1.  Ueber  die  bildung  und  geschiente  des  mediopassivs  s.  Wimmer, 
Det  phil.-hist.  samfunds  mindeskrift  1879,  s.  184  ff. ;  Wisen,  Arkiv  I,  370  ff. ; 
Hoffory,  ib.  11,96;  Lyngby  und  Dyrlund,  Tidskr.  f.  fil.  N.  B.  VI, 257 ff.; 
Brate,  Äldre  Vestmannalagens  ljudlära,  s.  65;  Bugge,  Ant.  tidskr.  f.  Sv. 
X,  117;  Larsson,  Studier  över  den  isl.  homilieboken ,  s.  75 f.;  porkelsson, 
Supplement  II,  v  und  Breytingar  ä  myndum  &c,  s.  32  f. ;  Mogk,  ZfdPh. 
XIII,  235;  Wadstein,  F.Hom.,  s.  115 f.;  Noreen,  Geschichte8  §258;  Morgen- 
stern, Arkiv  X,  207  f.;  Specht,  Acta  germanica  III,  1  (reiche  material- 
sammlung) ;  Kock,  Arkiv  XXXV,  55  ff. 

Anm.  2.  Von  dem  uralten  ieur.,  im  got.  zum  teil  noch  bewahrten, 
medio-passiv  ist  eine  einzige  spur  erhalten  in  der  1.  sg.  präs.  ind.  heite  ich 
werde  genannt  (die  übrigen  personen  wie  von  einem  schwachen  verbum 
der  3.  schw.  konj. ;  s.  §  532,  2).  Diese  form  ist  schon  in  um.  zeit  mehrere 
mal  belegt:  ha[i]te-ka  (Lindholm),  hatte  (Kragehul),  haiti-ka  (Seeland), 
hait(e)  und  h[d]ite  (Järsberg).  Vgl.  Sievers,  Beitr.  VI,  561;  Schmidt,  K.  Z. 
XXVI,  43.  —  Von  dem  neugebildeten  mediopassiv  ist  um.  keine  form  belegt. 

§  543.  Die  ältesten  endungen  des  medio-passivs  (vor  1200) 
hätten  demnach  folgendes  aussehen: 


§  544.   Medio-passiv. 


3»59 


Infinitiv: 
Präsens. 
-as(k).  2.  schw.  konj.  -ias(k) 

Indikativ: 
Präsens. 
Sg.  1.  -um(k),  -om(k),  2.  schw.  -ium(k),  -wm(k) 

2.  st.  u.  2.  schw.  -s(k),  1.  schw.  -as(k),  3.  n.  4. 

schw.  -i's(fc),  -es{k) 

3.  st.  u.  2.  schw.  -z{k),  1.  schw.  -<*.?(&),  3.  u.  4. 

schw.  -iz (k).  -ez(k) 
PI.  1.  -Mmsft").  -oms(k)  2.  schw.  -iumsik),  -ioms(k) 

2.  ->z  k)t  -ez(k) 

3.  -as(k),  2.  schw.  -?as(Ä-) 

Konjunktiv: 
Sg.  1.  -um(k),  -om(k),  2.  schw.  -ntm(k),  -iom(k) 

2.  -Js(fc);  -es(k) 

3.  -/»(*),  -^s(Ä-) 

Imperativ: 
Sg.  2.  -s(£).  1.  schw.  -as{k)  (4.  schw.  unbelegt?) 


Präteritum, 
kommt  nicht  vor. 


Präteritum. 
-om(k(,  -unvk) 
|  st.  -z[k),    schw.  -is(k), 
-es(k) 
st.  -s(£),     schw.  -**(£) 

-i<»js(i\  -owis(ä:) 
-«z(Ä).  -oz(k) 
-us(k),  -os(jfc) 

PI.  1.  -ints(k),  -ems(k) 

2.  ->>(&)>  "«*(*) 

3.  -isik).  -es(k) 

PI.  1.  -itms(k),  -oms(k). 
2.  -&(*),  -^(*) 


Participium: 

Präsens.  Präteritum  ntr. 

-andesije),  2.  schw.  -iandes(k)       st.  u.  2.  schw.  -tffjfc),  -££(&)>   1-  u-  4. 

schw.  -az(&),  2.,  3..  i.  schw.  -z(jfc) 

.  §  544.  Diese  endungen  gelten  aber  in  ihrer  reinheit  nicht 
einmal  für  die  ältesten  hdschr.  Folgende  Veränderungen  treten 
in  rascher  folge  ein: 

1.  Schon  vorliterarisch  sind  (wie  im  aktivum.  s.  §  530) 
die  2.  und  3.  sg.  präs.  ind.  zusammengefallen,  so  dass  sie  beide 
auf  -s(k)  oder  -2(k)  enden  können.  Seit  um  1250  im  anorw.. 
um  1300  im  aisl.  kann  (wie  im  aktivum,  s.  §  531, 1,  §  534, 1, 
§  536, 1)  auch  die  1.  sg.  (ausser  im  starken  prät.)  die  form 
der  2.  3.  sg.  (zunächst  im  konj.)  annehmeü.  was  immer  häufiger 
stattfindet  und  im  anorw.  um  1300  sowie  im  nisl.  ausnahms- 
los durchgeführt  worden  ist. 

2.  Schon  etwas  nach  1200  können  alle  endungen,  die  -s(k) 
enthalten,  dieses  durch  -z(k)  ersetzen  (selten  umgekehrt),  was 
wol  teils  nur  eine  orthographische  neuerung  ist  (s.  §  43),  teils 
auf  analogiebildung  nach  denjenigen  formen  beruht,  welche 


Xoreen,  Altisl.  gramin.    4.  aufl. 


24 


370  §  ML  Medio-passiv. 

lautgesetzlich  -z(k)  zeigen,  nämlich  ausser  den  §  542, 2,  b  und  c 
sowie  oben  1  erwähnten  fällen  noch  die  2.  sg.  prät.  ind.  starker 
verba,  part.  prät.  ntr.,  2.  sg.  präs.  ind.  wie  binz(k)  wirst  ge- 
bunden, lcez(k)  wirst  gelassen,  1.  3.  sg.  prät.  ind.  wie  lez(k) 
wurde  gelassen  u.  a.  Doch  tritt  e  statt  s  nach  l,  n?,  r  fast 
nie  (bes.  nicht  im  aisl.),  zwischen  n  und  k  nur  im  anorw.  ein; 
also  z.  b.  aisl.  2.  sg.  präs.  ind.  nur  spyrsk,  1.  pl.  spyriomsk 
(anorw.  -umzk)  zu  spyria  fragen.  Sonst  kommen  im  aisl.  (im 
gegensatz  zum  anorw.)  seit  um  1300  keine  s-formen  mehr  vor. 

3.  Bald  nach  1200  können  die  endungen  der  1.  sg.  und 
pl.  miteinander  verwechselt  werden.  So  steht  in  der  1.  sg.  ind. 
aisl.  -omsk  (sehr  seit.,  z.  b.  AM.  645,  4°  und  Agrip),  anorw. 
(vgl.  oben  2)  -umzk  (sehr  seit.,  z.  b.  Strengleikar  3 mal),  resp. 
aisl. -anorw.  (sehr  seit,  z.  b.  AM.  623,  4°  und  Strengleikar) 
-oms,  -ums,  häufig  -omz,  -umz,  welche  letzte  form  vor  1300 
(bes.  im  aisl.)  herrschend  wird  und  dann  dieselbe  entwickelung 
wie  die  gleichlautende  form  der  1.  pl.  einschlägt  (s.  unten). 
In  der  1.  sg.  konj.  kommen  entsprechende  "plural"- formen  auf 
-ems(k),  -ims(k)  nicht  vor,  sondern  nur  im  anorw.  ein  sehr 
seltenes  -imz  (einmal  auch  -emk  in  tynemk  Strengleikar,  wol 
durch  kontamination  von  1.  sg.  -umk  und  1.  pl.  -imsk,  vgl.  §  536 
anm.  1).  —  In  der  1.  pl.  ind.  ist  vor  1250  die  "  Singular  "-form 
-omk  (einmal  -om  in  kollom  St.  Hom.),  -umk  ebenso  häufig,  im 
anorw.  sogar  häufiger  als  -omsk,  -umsk  (-umzk),  -omz,  -umz 
(oms,  -ums  sind  hier  nicht  belegt) ;  dagegen  in  der  1.  pl.  konj. 
ist  das  nach  -omk  gebildete  -emk,  -imk  weit  seltener  als  -emsk, 
-imsk,  -emz,  -imz.  Seit  1250  werden  -umz,  -imz  und  deren 
fortsetzer  (s.  unten  4)  -umzt,  -imzt  (anorw.  seit  1250,  misl.  seit 
1350)  bald  herrschend,  um  endlich  (c.  1500)  im  misl.  durch 
-unzt  (noch  später  -unst  geschrieben),  im  mnorw.  durch  die 
form  der  3.  pl.  ersetzt  zu  werden. 

4.  Die  anfangs  weitaus  häufigsten  formen  auf  -k  (-mk,  -sk, 
-zk)  werden  im  anorw.  seit  1250  (oder  ein  wenig  später,  denn 
noch  Elis  saga  hat  9 mal  -zk,  3 mal  -sk  gegen  sonstiges  -z 
oder,  s.  unten,  -zt),  im  aisl.  seit  1300  (oder  etwas  früher,  denn 
schon  die  bruchstücke  der  Kringla  gegen  1260  und  eine 
Urkunde  von  c.  1245  haben  immer  -z)  nicht  mehr  gebraucht 
(so  dass  das  häufige  -sk,  -zk,  seltener  -mk  in  einem  teile  der 
Hauksbök   wol   als   ein  archaismus   anzusehen  ist,   vgl.  Hb. 


§  545.   Medio-passiv.  3?  1 

s.  LVI).  Doch  werden  dadurch  diejenigen  auf  -z  (seltener  -s. 
s.  2  oben;  -m  ist  immer,  auch  im  sg.,  äusserst  selten  gewesen) 
nicht  alleinherrschend.  Schon  in  den  ältesten  anorw.  hdschr. 
wird  bisweilen  zu  den  formen  auf  -s  und  -*  (ganz  ausnahms- 
weise zu  einer  auf  -k)  ein  -t  hinzugefügt,  welches  wol  zum 
teil  funktionell  berechtigt  ist.  z.  b.  Xo.  Hom.  2.  sg.  imperat. 
minzt  (aus  minzta  <  minz  Öu  §  238,  2.  a  ausgelöst;  Elis  saga 
hat  4 mal  -zt  vor  ]>.  z.  b.  slöguzt  pegar  u.  dgl.,  sonst  nur  -z 
oder.  s.  oben,  -zk,  -sk)  erinnere  dich,  part.  prät.  ntr.  farezkt 
(d.  h.  faret  "gefahren'  -f  sk  -f-  nochmaliges  neutrales  -t).  teils 
aber  analogisch  übertragen.  Diese  -st,  -zt  werden  allmählich 
häufiger  (schon  alleinherrschend  in  der  ersten  partie  der  Hauks- 
bok,  s.  Hb.  s.  XXX),  bis  sie  -s.  -z  überwiegen  (um  1350).  Seit 
1300  zeigt  sich  -zt  (ganz  ausnahmsweise  -st  wie  in  einer 
etwas  norvagisierenden  partie  der  Hauksbok  neben  seit,  -z, 
s.  Hb.  s.  L)  auch  im  aisl.  Da  aber  jetzt  z  und  ss  phonetisch 
gleichwertig  sind  (s.  §  43),  wird  ohne  unterschied  -zt.  -zst  und 
(misl.  jedoch  erst  seit  1450  sowie  ausnahmslos  im  nisl.)  -st 
geschrieben.  Seit  1450  kommen  im  misl.  keine  formen  auf  -z 
mehr  vor.  Dagegen  im  mnorw.  wird  (seit  1350)  die  form 
ohne  -t  wieder  immer  häufiger  und  um  1450  (wenigstens  im 
onorw.)  alleinherrschend,  dann  ohne  jeden  unterschied  der 
ausspräche  -s(s),  -s(s)z,  -zs(s),  -z  geschrieben. 

§  545.  Als  paradigmen  seien  angeführt  für  die  starken 
verba  hikas(k)  "sich  schliessen.  geschlossen  werden',  für  die 
schwachen  kallas(k)  "sich  nennen,  genannt  werden'.  Die  ältesten 
formen  werden  zuerst  angeführt,  die  seltensten  [eckig]  ein- 
geklammert. 

Präsens. 

Infinitiv: 
lükask,  [-as,]  -azk,  -az,  -azt  (anorw.  kallask  nsw. 

anch  -ast,  -as),  -ast 

Indikativ: 
Sg.  1.        lükomk,  -nink,  [-om,  -omsk.  kollomk.  kaUumJc  usw., 

-utnzl;  -oms,]  -nmz  nsw.  =  1.  pl..  kallaz  nsw. 

lykz  usw.  =  2.  3.  sg. 
2.  3.   lyksk,   [-8,]   -zk.   -z,   -zt   (und   -st.        kallask  usw. 
-*),  -st 

24* 


372 

PL  1. 

2. 
3. 

2.  3. 
PL  1. 


Sg.2. 

PL  1.  \ 
2.1 


§  545.  Medio-passiv. 

Indikativ: 

lükomsk,  -umzk,  -omk,  -umk,  [-om,] 
-umz,  -umzt  (und  -umst,  -ums), 
-umst,  -unzt,  -unst 

lükezk,    -izk,    -iz,   -izt   (und   -ist, 
-is),  -ist 

lükask  usw.  =  inf. 

Konjunktiv: 

lükomk,  -umk,   [-imk,]  -umz   [und 

-imz],  -umzt  [und  -imzt],  -iz  usw. 

=  2.  3.  sg. 
Mkesk,  -isk,  [-es,  -is,]  -ezk,  -izk, 

-iz,  -izt  (und  -ts£,  -is),  -ist 
lükemsk,  -imsk,  -emk,  -rnft,  -imz, 

-imzt    (und   -e'wsf,    -ims),   -umz, 

-umzt  usw.  =  ind. 
lükezk,  -izk  usw.  =  ind. 
lükesk,  -isk  usw.  =  2.  3.  sg. 

Imperativ: 

hiksk,  [-s,]  -zk,  -z,  -zt  (und  -st, 
-s),  -st 

wie  im  ind. 


kqllomsk,  kallurnzk  usw. 

kallezk  usw. 
kallask  usw. 

kollomk,  kattnmk  usw. 

kallesk  usw. 
kallemsk  usw. 


kallezk  usw. 
kallesk  usw. 


kallask  usw. 


Participium  (selten): 

lvikandesk,  [-es,]  -ezk,  -iz,  -izt  (und        kallandesk  usw. 
-ist,    -is),  -ist 


Präteritum. 

Indikativ: 

Sg.  1.        lukomk,   -umk,   [-omsk,  -umzk,] 
-umz  usw.  =  1.  pl.  präs.  ind., 
laukz  usw.  =  2.  3.  sg. 
2.        laukzk,  -z,  -zt  (und  -st,  -s),  -st 


3. 

lauksk,  -zk,  -z  usw.  =  2.  sg. 

PI.  1. 

lukomsk,  -umzk  usw.  =  1.  pl.  präs. 

ind. 

2. 

lukozk,  -uzk,  -uz,  -uzt  (und  -ust, 

-us),  -ust 

3. 

lukosk,  -usk,  [-os,  -us,]  -ozk,  -uzk, 

-uz  usw.  =  2.  pl. 

kQllopomk,  kallaÖomk  usw 


kallapesk,  [-es,J  -ezk,  -iz, 
-izt  (und  -ist,  -is),  -ist 

=  2.  sg. 

kqllopomsk,   kallaÖomzk 
usw. 

kQllopozk,   kalladozk  usw. 

kQlloposk,  kulladosk  usw. 


3  546.    Umschriebenes  pas>iv.  373 

Konjunktiv: 
Sg,  1.        lykoink,    -umk  usw.  =  1.  sg.  präs.        kQÜopomk,  kaUadomk  usw. 
konj.,  lykiz  usw.  =  2.  3.  sg. 
2.  3.   lykesk,  -isk  usw.  =  2.  3.  präs.  konj.        kaliapesk  usw. 
PI.  1.        lykemsk.  -imsk  usw.  =  1.  pl.  präs.        kallapemsk  usw. 
konj..  lykumz  usw.  =  ind. 

2.  lykezk.  -izk  usw.  =f  2.  pl.  präs.  konj.        kallapezk  usw. 

lykuz  usw.  =  iud. 

3.  lykesk,  -isk  usw.  =  3.  pl.  präs.  konj.        kallapesk  usw. 

lykuz  usw.  =  ind. 

Participium  (nur  im  neutr.): 
lokezk.  -iz.  -izt  (und  ist.  -is)  kallazk  usw. 

§  546.  Ein  umschriebenes  passivum  wird  mittelst 
vesa,  vera  *sein'  in  Verbindung  mit  dem  park  prät.  gebildet. 
Später  (sehr  seit,  in  alter  zeit)  kann  statt  vera  bisweilen  verpa 
'werden'  gebraucht  werden.  Also  z.  b.  von  Jcalla  "rufen, 
nennen'  1.  sg.  präs.  ind.  ek  em  oder  verjt  kallaPr,  konj.  ek  sid 
od.  verfia  kallapr,  prät.  ind.  ek  vas,  var  od.  varp  k..  konj.  ek  vcera 
od.  ytpa  k.,  perf.  ind.  ek  hefe  veret  (äusserst  seit.  or])ei)  Ä\,  konj. 
ek  hafa  veret  k.,  plusquamperf.  ek  hafpa  veret  k.,  konj.  ek  hefPa 
veret  k.,  futur.  ek  mon  vesa,  vera  od.  verPa  k..  kondit.  ek  mundo 
vesa,  vera  od.  veipa  k.,  futur.  exakt,  ek  mon  hafa  veret  k..  kondit. 
exakt,  ek  munda  hafa  veret  k.  usw. 

Anm.  1.  Statt  perf.,  plusquamperf.,  futur.  exakt,  und  kondit.  exakt, 
werden  gewöhnlich  präs.,  resp.  prät,  futur.  und  kondit.  gebraucht. 

Anm.  2.  Im  futur.  und  kondit.  wird  fast  gewöhnlich  der  inf.  vesa, 
vera  od.  verpa  ausgelassen. 


Anhang. 

Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.) 

1.  Stein  von  Amle,  Norwegen,  c.  600. 
Die  inschrift  lautet:  .  Ar  h\l]aiwiÖaR  Par. 

Dies  wäre  in  aisl.  spräche:  .  .r  *hläpr  (vgl.  §  77,  8)  par. 
Ins  deutsche  übersetzt:  .  .r  [ist]  begraben  dort. 

Anm.2)  Vgl.  Bugge,  No.  I.  s.  575  f.  (mit  abbildung);  anders  v.  Grien- 
berger,  Gott,  gel.  Anz.  1906,  s.  1031 

2.  Stein  von  Bell  and,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Urn.:  kefran 

Aisl.:  *Kepa  (oder  Kiapa,  s.  §  95, 3,  b  mit  anm.  4;  vgl.  anorw. 

Kiadabwrg,  nschw.  Kädenäs  und  Kidinge). 
Uebers.:  [Dem]  KeJ>e  [steht  dieser  stein]. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I.  s.  211  ff.  (mit  abb.),  538. 

*)  Alphabetisch  geordnet  nach  den  fundorten.  Ergänzungen  sind 
eingeklammert,  durch  ( )  was  als  in  späterer  zeit  verloren  gegangen,  durch 
[  J  was  als,  absichtlich  oder  unabsichtlich,  von  dem  ritzer  fortgelassen  ver- 
mutet wird  (sowie  meine  sonstigen  ausfüllungen).  Ein  ptinktchen  unter 
dem  buchstaben  gibt  an,  dass  die  lesung  der  betreffenden  rune  unsicher 
ist,  während  ganz  rätselhafte  runen  mit  x  bezeichnet  werden.  Ein  bogen 
über  zwei  buchstaben  bezeichnet,  dass  die  beiden  runen  zu  einer  "binderune" 
vereint  sind.  Die  Interpunktionszeichen  der  inschriften  sind  durch  einen 
punkt  wiedergegeben;  neue  zeile  wird  durch  |,  neue  seite  des  denkmals 
durch  —  angegeben.  Die  hier  durchgeführte  worttrennung  rührt  von  dem 
jeweiligen  interpretator  her. 

2)  Ich  verzeichne  hier  zu  jeder  inschrift  nur  das  wichtigste  der  be- 
treffenden literatur.  Vgl.  übrigens  für  die  zeit  bis  1885  das  ausführliche 
literaturverzeichnis  bei  Burg ,  s.  167  ff. ,  mit  nachtragen  von  Noreen  in 
Nordisk  revy  1884—85 ,  sp.  363  (=  Bezz.  Beitr.  XI,  181).  Vollständige 
bibliographie  bietet  betreffs  der  norwegischen  inschriften  Bugge -Olsen, 
No.  I.  bei  der  jeweiligen  inschrift. 


Die  wichtigsten  nrnordischen  Inschriften.  375 

Mein  von  Berga,  Schweden,  gegen  500. 
Um.:  fino  |  saligastiü 

AM.:  Finna  (frauenname),  *Salgestr  (anfr.  SaUgast). 
Uebers.:  Finna.  Salgestr  [ruhen  hier]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook.  s.  10.  S.  übrigens  Bugge,  Tidskr. 
f.  Phil,  og  Paed.  VTL  244  ff. ;  313  f. 

4.  Stein  von  Björketorp,  SchwedeD.  gegen  700. 

Urn.:    u^ataZa   sZa    —    JiAiditruno    ronu   \  fAlAhAk    liAÖerA  $\ 
itiAruriAR  ATAgeu  J  Jiacta  itiaIausr  \  uüam  uelAÖAude  \  sar  hAt 

Aisl.:  Vparfa  spo.  Heifirrüna  rono  (vgl.  nisl.  runa  'folge',  aisl. 

rune  'lauf' )  falk  hePra.  *gimirünar  *ergio  (vgl.  erge,  ergiask)  . . . 

mdllauss  .  .  .  *veldanj>e  sd'r  Pat  brytr. 
Uebers.:  Unheilbringende  Prophezeiung!    Die  reihe  der  ehren- 

runen   verbarg   ich  hier,    die   grossrunen  der   hexerei  . .  . 

stumm  .  . .  tückischen  todes  wer  dies  [denkmal]  bricht. 

Anm.  S.  v.  Friesen.  Lister-  och  Listerby-stenarna,  s.  5  ff.  (mit  abb.) ; 
Brate,  Arkiv  XXXV,  184 ff.:  Kock,  ib.  XXXVII,  22 ff:  M.  Olsen,  No.  I.,  s.  626  f. 
Vgl.  die  inschr.  von  Stentoften  (nr.  65  ff.  unten). 

5.  Brakteat  von  Bjernerud,  Norwegen,  5.  jahrh. 
Urn.:  alu 

Aisl.:  *ql 

Uebers.:  Amulett  [ist  dies]. 

Anm.  S.  Bugge.  No.  L.  s.  428  (mit  abb.).  Vgl.  nr.  9  (und  die  dortige 
literatur),  11,  17,  20,  36,  39,  40,  48,  57,  61  unten. 

6.  Stein  von  Bratsberg,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Urn.:  PaliR 

Aisl.:  *Palr  (vgl.  langobard.  Thaloardus,  ahd.  Thalilo). 
Uebers.:  palr  [ruht  hier]. 

Anm.  Vgl.  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1906.  s.  128;  abweichend 
Bugge,  No.  I,  s.  364  ff.  (mit  abb.). 

7.  Stein  von  By  (oder  Sigdal).  Norwegen.  7.  jahrh. 
Urn. :   ek  iriluR  (s.  §  63.  3   und  vgl  nr.  86)  hroRüR  Iß-OReR  orte 

Pat  aßina  übt  qlaifu  o\o^o\r  \  r[unoR]  m[arki]Pe 
Aisl.:  Ek  iarl  (§  359, 2)  *Hrerr  (vgl.  §  71, 4;  ags..  as.  hrör  hurtig) 
*Hr6rer  (s.  §  370  anm.)  orte  (3.  statt  1.  sg.?  s.  §  534,  1)  pat 
aren?  (s.  §  72  anm.)   *upt  (st.  ept?  vgl.  §  172  anm.  2?  oder 


37(5  Anhang. 

asehw.  run.  yftia,  s.  An.  gr.  IL  §  288?)  Älof?  D[ay]r?  ni[nar}? 
m[erk]be  ? 
Uebers.:  Ich  jarl  Hrorr,  Hror's  söhn,  maclite  diesen  hügel  nach 
Älof.  Dagr  die  runen  zeichnete. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  No.  I,  s.  93  ff.  (mit  abb.) ,  529  ff. ;  Sievers,  Ber. 
d.  k.  sächs.  ges.  d.  Wissenschaften  1894,  s.  139;  Brate,  Arkiv  XI,  369  f.,  Sv. 
fornm.  tidskr.  IX,  333  ff. ;  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  115  ff. 

8.  Stein  von  Bo,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Urn.:  hnabudas  hlaiwa 

Aisl.:  *Hnofops  (vgl.  ?  ags.  Hnuef,  ahd.  Hnabi,   aisl.  prit.  fwof 

schnitt  ab)  *hley  (got.  hlaiw,  vgl.  §  77, 15). 
Uebers.:  HnQfoJ?'s  grab. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  238  ff.  (mit  abb.),  544  f. 

9.  Brakteat  von  Börringe,  Schweden.  5.  jahrh. 

Urn.:  laukan  \  tanulu  .  al[u\  (verkürzt,  wol  um  eine  anzahl  von 

8  runen  zu  erlangen) 
Aisl.:  Laukr  (aisl.  als  beiname)  *Tonol  (frauennamen,  zu  ahd. 

zenen,  ags.  tennan  reizen,  got.  faüra-tani  wunderzeichen?).  *Ql. 
Uebers.:  Laukr  [gibt  dies  der]  Tonol.    Amulett  [ist  dies]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  192  (vgl.  doch  Bngge,  Aarbeger 
1871,  s.  199  note).  Vgl.  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1908,  s.  398 f.,  406, 
ZfdPh.  XXXII,  292;  Noreen,  Xenia  Lideniana,  s.  12. 

10.  Brakteat  von  Dannenberg,  Hannover,  5.  jahrh. 
Urn.:  gle'augin  ue'u  fcgR 

Aisl.:  .  .  .  eygr  .  .  . 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  1. ,  s.  125 ff.;  Wimmer,  Sonderjyll.  run.,  s.  22. 

11.  Brakteat  von  Darum,  I,  Dänemark,  5.  jahrh. 
Urn.:  niujil[a] .  alu 

Aisl.:  *Nyle  (mannsname;  zu  aisl.  nyr,  got.  niujis).    *Ol. 
Uebers.:  Nyle.    Amulett  [ist  dies]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Runic  monuments  IV,  79.  Vgl.  Bugge, 
Arkiv  VIII,  22;  Wimmer,  Sonderjyll.  run.,  s.  25  f.,  33;  nr.  49  unten. 

12.  Brakteat  von  Darum,  II,  Dänemark,  5.  jahrh. 
Urn. :  frohila  .  laj>u 

Aisl.:  *Fräle  (vgl.  ahd.  Fruolo).     Lop. 

Uebers.:  Freie  [gibt?  oder  empfange?  dies].  Liebesgabe  [ist  es]. 


Die  wichtigsten  nrnordischen  iuschriften.  Mi 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Bunic  monaments  IV,  76.  Vgl.  Bugge, 
Arkiv  VIII,  20,  No.  L.  s.  247  :  Wimnier,  Senderjyll.  rnn.,  s.  33 :  v.  Grienberger, 
Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  154;  m.  22,  57  unten. 

13.  Brakteat  von  Darum.  III  ("Naesbjaerg").  Dänemark. 

5.  jahrh. 

Urn.:  ?HHr  aiicui\öa  it  uha 

Aisl:  ?*LiUr  (vgl.  ags.  LH.  gen.  LW.es,  und  den  aschw.  Orts- 
namen LiUingf).  *0pe  (vgl.  §77, 8;  mhd.  eicen  nach  recht 
machen)  *et  (s.  §  473  anm.  1.  sehluss)  *Öe  (vgl.  got.  aühuma, 
aisl.  Ome). 

Uebers.:  Lillr  [besitzt  dies].    Rechtlich  machte  es  Öe. 

Anm.  Abb.  bei  B.  Salin,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  XTV,  2.  s.  36  (eine  jüngere 
und  schlechtere  kopie  bei  Stephens,  Handbook,  s.  195,  wird  dort  unrichtig 
nach  Xaesbjaerg  verlegt).  Vgl.  (mit  wesentlich  abweichender  lesungi  Bugge, 
No.  L.  s.  264  f.,  551  ff. 

14.  Steinplatte  von  Eggjum.  Norwegen,  um  700. 
Urn.:  ni  s  sohl  sot  uk  ni  SAkse  stAin  skorin  nxxxxx  ma[n]n 

nAJcSa[n]  ni  snAreR  ni  idUtR  manR  la$i\hin  ua)Z  tiAseu  ma[n]a 
ntAÖe  JiAtm  kAibA  i  dormopA  huni  Jiuicar  ob  kam  JiAtxx  hxx 
la[n]t $otnA  fisl'R  orxxx  nAttim  suema[n]de  fokl  if  sxxxxxx 
gxlanÖis  \  axxx  misurkx  \  hin  |  la 

Aisl.:  Ne's  solo  soft  ok  ne  saxe  stein  skorenn:  n(e  sete)  mannr 
nokpan  (s.  §  159,  §  226),   ne  snarer  ne  vittter  mennr  legge. 

*Hin  varp  *ndsiö  mannr,  mdöe  peim  keipa land  gotna. 

Fiskr  .  .  .  *suemande,  fogl  ef  .  .  .  galande  .... 

Uebers.:  Nicht  ist  es  von  der  sonne  getroffen  und  nicht  der 
stein  mit  messer  geschnitten:  nicht  richte  jemand  ihn  entblösst 
auf  oder  legen  kecke  oder  unsinnige  leute  ihn  so  hin.  Diesen 
bewarf  der  mann  mit  leichen-nass  .  .  .  das  land  der  goten. 
Der  fisch  . . .  schwimmend,  der  vogel.  ob  ....  schreiend 

Anm.  S.  M.  Olsen.  >"o.  I.  ni,S2ff.  (mit  abb.):  Meissner.  Nachrichten 
der  K.  Gesellschaft  der  Wissenschaften  zn  Göttingen.  Phil.-hi>t.  Klasse  1921. 

6.  89  ff. :  Burg,  ZfdA.  LVm,  280  ff. ;  Brate,  Arkiv  XXXVHI.  206  ff. 

15.  Stein  von  Eidsväg.  Norwegen,  anfang  des  7.  jahrh. 
Urn.:   huu[h]aEaR   (durch   das   einsetzen   des   h    entsteht   die 

erwünschte  anzahl  von  8  runen). 
Aisl.:  Hdvarr  (<  *Hanha-gaiRaR)?. 
Uebers.:  Hävarr  [ruht  hier]. 


378  Anhang. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  452  ff.  (mit  abb.)  und  Indledning,  s.  118 
note  1. 

16.  Stein  von  Einang,  Norwegen,  gegen  400. 
Urn.:  da$a,R  Pur  runo  faihiÖo 

Aisl.:  Dagr  pcer  rünar  (lautges.  *rüna,  s.  §  373  anm.  4)  fdpa. 
Uebers.:  [Ich]  Dagr  die  runen  malte. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I,   s.  73 ff.  (mit  abb.);  M.  Olsen,  ib.  s.  624 
note  7. 

17.  Stein  von  Elgesem,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Urn.:  diu 

Aisl.:  *0l 

c 

Uebers.:  Schutzmittel  [ist  dies]. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  159  ff.  (mit  abb.). 

18.  Spange  von  Etelhem,  Schweden,   etwas  vor  500. 
Urn.:  m[i]k  m[a]r[i]la  w[o]rta  q  (dies  vielleicht  ohne  sprachliche 

bedeutung  oder  kürzung  von  alu?) 
Aisl.:  Mik  *Mcerle  (got.  Merila)  orte. 
Uebers.:  Mich  Mserle  machte. 

Anm.    Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  13.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f. 
Phil,  og  Paed.  VII, 246 ff.,  No.  L,  s.  148 ff.;  Wimmer,  Runenschrift,  s.  169. 

19.  Stein  von  Flistad,  Schweden,  8.  jahrh. 
Urn.:  garriR  AtR  gla[n]ta 

Aisl.:  Gammr  (aisl.  beiname,  urspr.  vogelname)  *ettr  (vgl.  aschw. 

cettir,  run.  etiR,  atiR  u.  dgl,  s.  An.  gr.  II  §  288)  *Glenta  (dän. 

glente,  schwed.  dial.  glänta  weih). 
Uebers.:  Gammr  nach  Glente  [errichtete  dieses  denkmal]. 
Anm.    Vgl.  Bugge  (und  Noreen),  Arkiv  XVIII,  1  ff. 

20.  Beinernes  gerät  von  Floksand,  Norwegen,  c.  350. 
Um.:   lina  laukäh  q\lu\  (verkürzt,  um  die  bei  erotischen  in- 

schriften  beliebte  anzahl  von  10  runenzeichen  zu  erlangen). 
Aisl.:  lin,  laukr,  gl. 
Uebers.:  lein,  lauch,  schütz. 

Anm.    S.  M.  Olsen,  No.  L,  s.  649  ff.  (mit  abb.). 

21.  Spange  von  Fonnäs,  Norwegen,  6.  jahrh. 

Um.:  a\ih  sbi[n]dul[d\  t[a]l\ij[a]R  spjsrdse  \jlsklR  \  wkshu 
Aisl.:  A  *spindol  (ahd.,  ags.  sjpindel)  *Tceler  .... 


Die  wichtigsten  uruordischen  iuschrifteu.  379 

Uebers.:  Tarier  besitzt  die  spange 

Anm.  Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  50  ff.  (mit  abb.),  5261;  Olsen,  ib.  s.  634; 
A.  Burgun,  Forhandlinger  i  Yidenskapsselskapet  i  Kristiania  1911,1  (mit 
abb.) ;  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  144  ff. 

22.  Brakteat  (Stephens  nr.  24)  aus  Fünen,  Dänemark, 
5.  jahrh. 

Um. :  hou[h]aR  \  la]>u  aaöuaaaliilall  (statt  diu  ver- 
schrieben? Durch  das  einsetzen  des  h  —  vgl.  15  oben  — 
entsteht  die  beliebte  zahl  24). 

Aisl.:  Hör  (hier  wol  als  name).    LgJ) ol 

Uebers.:  Hör.    Liebesgabe  [ist  dies]  ....  Amulett. 

Anm.    Abb.  bei  Saun.  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  XIV,  2,  s.  46.    Vgl.  Bugge, 

Aarbflger  1905,  s.  200  ff. 

23.  Brakteat  von  Faemo  ("Femo"),  Dänemark,  anfang 
des  6.  jahrhs. 

Urn.:  ek  fakciR  f[aihiöo]  (kiirzung  wol  um  8  runen  zu  erhalten). 
Aisl.:  ek  Fäkr  (vgl.  ahd.  Faco,  Fachilo,  Facco,  langob.  Facho; 

anders  Hellquist.  Maal  og  minne  1916,  s.  198)  f[dpd\. 
Uebers.:  Ich  Fäkr  schrieb  [diesj. 

Anm.    Abb.  Aarbeger  1915,  s.  175  f.    Vgl.  Olsen,  Xo.  I.,  s.  610. 

24.  Angelschnurstein  von  Forde,  Norwegen  gegen  700. 
Urn.:  aluko 

Aisl.:  *Olka  (frauenname;  vgl.  as.  Aluco,  ags.  Äluca  m.). 
Uebers.:  Olka  [besitzt  diesen  stein]. 

Anm. C  Vgl.  Bugge,  Xo.  L,  s.  312  ff.  (mit  abb.). 

25.  Goldenes  hörn  von  Gallehus  ("Mogeltonder"),  Däne- 
mark, etwas  nach  400. 

Um.:  ek  hlewagastiR  .  holtijaR  .  horna  .  tauiÖo. 

Aisl.:  Ek  *HUgestr  *helter  (vgl.  §  63,  4)  hörn  *tdj)a  (1.  sg.  prät. 

ind.  von  *teyia,  got.  taujan;  flexion  wie  heyia  §  513,5). 
Uebers.:   Ich  Hlegestr  aus  Holt   (d.  h.  Holstein)   stellte  das 

hörn  her. 

Anm.  Abb.  Stephens.  Handbook.  s.  85  ff.  Vgl.  Bugge.  Tidskr.  f. 
Phü.  og  Paed.  VIII,  215  ff. :  Burg,  s.  10 ff.;  Thomsen,  Arkiv  XV,  193  ff. ; 
Wimmer.  Semderjyll.  run.,  s.  18  ff.  (mit  abb.). 

26.  Beinernes  gerät  von  Gjersvik,  Norwegen,  c.  400. 
Urn. :  dxyfio  pi  (8  runen)  llllllllll  (10  runen) 

Anm.    S.  Olsen,  >"o.  I.,  s.  640  ff.  (mit  abb.). 


•380  Anhang. 

27.  Stein  von  Gummarp  ("Gommor"),  Schweden,  gegen  700. 
Um.:  liA^uwolAfA  —  stAÜA  priax  —  sÄte  —  fff 

Aisl.:  .  .  .  Holf  (s.  §  228)  stafa  priä  sette  .  .  . 

Uebers.:  . . .  [nach]  Hqlf  drei  stäbe  setzte  . . . 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  VII,  347  ff.;  Burg,  s.  84 ff.; 
v.  Friesen,  Lister-  och  Listerby-stenarna,  s.  21  ff.  (mit  abb.). 

28.  Felsenwand  von  Hämmeren,  Norwegen,  8.  jahrh. 
Urn.:  uu\lfpalfe 

Anm.    S.  Bugge,  No.  I.,  s.  373  ff.  (mit  abb.),  565  ff. 

29.  Spange  von  Himling(h)0ie,  Dänemark,  gegen  400 
Urn.:  hariso 

Aisl.:  *Harsa  (frauenname;  vgl.  erulisch  Hariso  m.) 
Uebers.:  Harsa  [besitzt  dies]. 

Anm.    Abb.  Stephens,  Handbook,  s.  81.  Vgl.  Bugge,  No.  I ,  Indledning, 
s.  203. 

30.  Kamm  von  Nedre  Hov,  Norwegen,  c.  300. 
Urn. :  ek  ad  x  x  x  .  .  —  fyul  x 

Anm.    S.  Bugge,  No.  I.,  s.  419  ff.  (mit  abb.). 

31.  Stein  von  Istaby,  Schweden,  c.  650. 

Urn.:  Afatr  hAriwulafa  |  hAfiuwulafit  hAeruwulaftR  (fehler   für 

heruwulafiü?)  —  warAit  tuhar  Paiar 
Aisl.:  Epter  (lautges.  aptr?)  Heriulf.  Hqlfr  (s.  §  228)  *Hiorylfer 

(s.  §  370   anm.)   reit  rünar  pcer  (lautges.  *]>eiar,  s.  Noreen, 

Geschichte3  §  204, 12). 
Uebers.:  Nach  Heriulfr  [steht  dieser  stein].    H<)lfr,  Hiorulf's 

söhn,  ritzte  diese  runen. 

Anm.    Vgl.  v.  Friesen,  Lister-  och  Listerby-stenarna,  s.  28  ff.  (mit  abb.). 

32.  Stein  von  Järsberg  (oder  Vamum),  Schweden,  6.  jahrh. 
Urn.:  haü(e)  (vielleicht  nachträgliche  korrektur  des  im  folgenden 

verschriebenen  hite)  \  ek  elilaR  ubaR  h[a]ite  (durch  das  ein- 
setzen des  a  macht  ek  . . .  haue  die  beliebte  zahl  von  16  runen). 
harabanoR  runoR  wa\rit\u 
Aisl.:  ek  iarl  (§  359,  2)  JJfr  (aschw.  run.  Uf  Bugge,  No.  I,  s.  247 
note  3,  vgl.  aisl.  JJfe,  lat.  lehnwort  ubii  als  völkername.  ahd. 
uppi,  got.  ubils  böse)  heite.    Hrafn  rünar  rit. 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  381 

Uebers.:  Ich  jarl  Üfr  heisse.    [Ich]  Hrafn  die  runen  ritze. 

Auia.  S.  E.  Noreen,  Sprakvetenskapliga  säHskapet9  i  Uppsala  för- 
handlingar  1916—1918.  s.  1  ff.  (mit  abb.) ;  vgl.  (abweichend)  Bugge,  Tidskr. 
f.  Phil,  og  P?ed.  VII.  237  ff. ;  J.  Sahlgren,  Studier  tillägnade  0.  Almgren, 
s.  300  ff. 

33.  Stein  von  Kinneved,  Schweden,  7.  Jahrh.? 
Urn.:  sitt  aluh 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  162  ff. 

34.  Stein  von  Kjolevig  (oder  Strand).  Norwegen,  c.  500. 
Um.:  hadulaiJcaü  \  ek  hagusta[l]dait  \  hlaaucido  (fehler  für  hlai- 

iviöo?)  magu  miyiino 
Aisl.:  *Hgpleikr.    Ek  Haukstaldr  (lautges.  *Hogstaldr,  s.  §  105 

anm.)  *hU])a  (§  77,  8,  1.  sg.  prät.  ind.  zu  *hlcefa  aus  *hlaiwian\ 

vgl.  got.  hlaitv  grab  und  urn.  Mauca  Bö)  mog  minn. 
Uebers.:  HoJ>leikr  [ruht  hier].    Ich  Hagestolz  begrub  meinen 

söhn. 

Anm.  S.  Bugge,  No.  I..  s.  268 ff.;  anders  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz. 
1906,  s.  100  ff. 

35.  Lanzenschaft  von  Kragehul,  Dänemark,  um  400. 
Urn.:    ek  erilak  asugisalas  imrfia  Imite  £a  $a  gh   (d.  h.?  drei- 
maliges gibu  au  ja)  ginufalielija  haga  [ga]laiviju  di  gi  .  .  . 

Aisl.:  Ek  Iarl  (s.  §  359,  2),  *Äsgisls  möe  (zu  ags.  tnuha,  aisl. 
mugr  wie  ahd.  Hüfo  als  mannsname  zu  hau  f.  hnfo  häufen) 
heite.  Gef{k)  *ey  ?  (dreimal,  vgl.  58  und  60  unten).  *Ginn- 
hille  (ahd.  gahelli,  vgl.  §  425  anm.  2,  §  358  anm.  5)  *hag  (sub- 
stantiviertes neutr.,  vgl.  §  425  anm.  2,  zum  adj.  hagr  künstle- 
risch) *la?fa  (got.  gaUujan  überlassen)  . .  . 

Uebers.:  Ich  Iarl,  AsgisFs  gefolgsmann,  heisse.  Ich  gebe  glück 
(dreimal)?  Sehr  helltönendes  kunststück  (d.  h.  die  lanze) 
überlasse  ich  . . . 

Anm.  Vgl.  Wimmer.  Runenschrift,  s.  123  ff.  (mit  abb.);  Olsen,  No.  L, 
s.  625  f. ;  v.  Grienberger,  ZfdPh.  XXXIX,  55  ff. 

36.  Messerschaft  von  Kragehul,  Dänemark,  um  400. 
Urn. :   .  . .  uma  .  dera  —  . .  aau  (statt  alu  verschrieben ?)  .  . 

Aisl.: *Bere  (aschw.  Biari.  Bi&ri  nach  den  kas.  obl., 

vgl.  Lind,  Dopnamn,  sp.  135,  und  fem.  aisl.  Bera). 
Anm.    S.  Bugge,  Aarbeger  1905,  s.  166  ff. 


382  Anhang. 

37.  Stein  von  Krogsta,  Schweden,  c.  500. 
Um.:  mwsteiji  —  stainaR 

Anm.  Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  128 ff.;  Wimmer,  Runenschrift,  s.  155  note. 

38.  Steinplatte  von  Kylver,  Schweden,  um  400. 
Um.:  fu]>  arkgwhn  ij  p  e  rs  td  emlw  Ö  o  x  |  suliu  s 

Aisl.:  /"(usw.)  |  *syVs  (got.  sulja,  gr.  vXla  sohle;  vgl.  got.  gasuljan 
das  fundaraent  legen,  mndd.  sul,  ags.  syll  grundstock,  aschw. 
sula  sohle,  s.  Noreen,  Värt  spräk  III,  120  mit  note  3). 

Uebers.:  f  (usw.).  Grundlage  (d.  h.  aiphabet;  vgl.  gr.  öror/eiov) 
ist  [dies]. 

Anm.  Ahb.  hei  v.  Friesen  und  Hansson,  Ant.  tidskr.  f.  Sv.  XVIII,  2. 
Vgl.  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1908,  s.  410  ff.;  Bugge,  No.  I, 
Indledning,  s.  6  ff.,  34  ff. 

39.  Beinchen  von  Lindholm,  Schweden,  um  400. 
Urn.:  ek  erilaR  sa  wilagaR  ha[i]teka.  (durch  das  einsetzen  von  i 

erhält  man  die  erwünschten  24  runen)  —  aaaaaaaaRRRnnn  x 

bmuttt .  diu  .  (im  ganzen  24  runen) 
Aisl.:  Ek  Iarl  (s.  §  359,  2),  sä  *vilagr  (vgl.  ags.  wil  kunstgriff) 

heitek *Ql. 

Uebers.:  Ich  Jarl,  der  kunstfertige  bin  ich  genannt 

Amulett  [ist  dies]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  24  (mit  berichtigungen  von 
Söderberg  und  Bugge,  No.  L,  s.  162  note  1  und  Olsen,  ib.  s.  600  note  1); 
vgl.  Olsen,  Aarb0ger  1907,  s.  29  ff.,  No.  I.,  s.  600,  625. 

40.  Brakteat  (Stephens  nr.  55)  von  Magiemose,  Däne- 
mark, 5.  jahrh. 

Urn.:  Jio.r  (statt  houhaR,  s.  oben  nr.  22)  |  sihaukjju  \  all  (ver- 
schrieben statt  alu) 

Aisl:  Hör  (hier  wol  als  name) *Ql. 

Uebers.:  Hör  [besitzt  oder  machte  dies].   . . .  Amulett  [ist  es]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  185  (vgl.  I.  Lindquist,  Väster- 
götlands  fornminnesförenings  tidskrift  IV,  72).  Vgl.  Bugge,  Aarboger  1905, 
s.  198  ff.,  205  f. 

41.  Lanzenspitze  von  Mos,  Schweden,  3.  jahrh. 
Urn.:  sioag 

Anm.    S.  B.  Nerman,  Rig  1918,  s.  50  ff.  (mit  abb.). 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  383 

42.  (Aelterer)  stein  von  Myklebostad,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Urn.:  asugasdi^R  .  .) 

Aisl.:  *Asgestr  .  . . 

Anm.  Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  321  ff.  (mit  ahb.);  v.  Grienberger,  Gott, 
gel.  Anz.  1906,  s.  125  ff. 

43.  Stein  von  Möge  dal.  Norwegen,  gegen  600. 
Urn.:  laipigaR 

Aisl:  *Leipegr  (wol  als  mannsname;  ahd.  leidig). 
Anm.    S.  Olsen,  No.  I.,  s.  711  ff. 

44.  Stein  von  Möjebro  (oder  Hagby).  Schweden,  etwas 
nach  400. 

Urn.:  frawaradciR  \  ana  liahai  slagina\n 

Aisl.:  *FräräÖr  ä  (got.  ana\  lautges.  *an,  s.  §  299,  5  mit  anm.  5) 

*Hege  (verhält  sich  zu  här  wie  aisl.  haugr  zu  got.  hauhs) 

slegenn. 
Uebers. :    Fräräör   auf  Hag   (jetzt   Hagby   im  gerichtsbezirk 

Hagunda)  geschlagen. 

Anm.  S.  Pipping,  Stud.  nord.  fil.  XII,  1 ,  s.  78 f.,  65  f.;  Brate,  Arkiv 
XXXI.  227  ff. ;  vgl.  (abweichend)  v.  Friesen,  Upplands  rnustenar,  s.  3  f.  (mit 
abb.);  Olsen,  Arkiv  XXXTTT,  276  ff. 

45.  Stein  von  Stora  Noleby  (oder  Fyrunga).  Schweden, 
um  600. 

Urn.:  runo  fahi  raginaku[ri\Öo  töA  x  a  \  unapou  .  suhurah  .  susi  x 

xxafxn|x  akupo 
Aisl.:   Bünar  (lautges.  *rüna  §  373  anm.  4)  fd  (lautges.  *fce, 

s.  §  511)   regenkunnar   (lautges.  *-hunda   §  317,  2,  b,  §  373 

anm.  4)  .... 

Uebers. :  Von  den  mächten  stammende  runen  schreibe  [ich] 

Anm.  Vgl.  Bngge,  Arkiv  XIII, 317 ff.  (mit  abb.),  XV,  142 ff.;  Brate, 
ib.  XIV,  329  ff. ;  Pipping,  Stnd.  nord.  fil.  XU,  1,  s.  13. 

46.  Stein  von  Nordhuglen  (~Huglen"),  Norwegen,  c.  400. 
Urn.:  eh  suÖija  unganöin  i  b(iigulu) 

Aisl.:  Ek  gope  (lautges.  *gype,  got.  gudja)  *6gendr  (lat.  lehnw. 

Ongendus  als  mannsname.  zu  gandr  zauberstab)  i  H(ugul\ 
Uebers.:   Ich   der  priester,   der   nicht  vom  zauber   getroffen 

werden  kann,  in  Hugl  [schreibe  dies]. 

Anm.  S.  Olsen ,  No.  I. ,  s.  605  ff.  (mit  abb.) ;  v.  Grienberger,  Arkiv 
XXIX,  367  ff. 


384  Anhang. 

47.  Brakteat  (Stephens  nr.  48)  aus  Norwegen,  c.  500. 

Urn.:  anoana. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  182.  Vgl.  Bugge,  lS~o.  I.. 
s.  456  ff. ;  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  155  f. 

48.  Pfeilschaft  von  Nydam,  Dänemark,  gegen  400. 
Um.:  lua  (wol  statt  diu  verschrieben). 

Anm.  Vgl.  Wimmer,  Senderjyll.  run.,  s.  17  f.  (mit  abb.),  Runenschrift, 
s.  57  note  5. 

49.  Brakteat  (Stephens  nr.  80)  von  Nsesbjserg  (oder 
Varde),  Dänemark,  5.  jahrh. 

Um.:  niuwila  (statt  niujila  —  vgl.  nr.  11  oben  —  verschrieben? 
oder  als  niwila  —  ahd.  Niwilo  —  auszusprechen?)  |  Ifil  \  tk 
Aisl. :  *Nyle  oder  *Nile  (s.  §  80,  2 ;  mannsname)  .  . . 

Anm.  Vgl.  Bugge.  Aarbeger  1871,  s.  217  ff.  und  1905,  s.  213  f.,  Arkiv 
VIII, 22;  Wimmer,  Sanderjyll.  run.,  s.  33;  v.  Friesen,  N.  Spr.  II, 5  note; 
v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1908,  s.  400. 

50.  Stein  von  Opedal,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Um.:  dirg  [i]wgudoro  swestar  minu  |  liudu  meR  wage 

Aisl.:  Biarg  (lautges.  birg)  *Yngbora  (?  vgl.  Hornbori,  bes.  in 
Ortsnamen,  adän.  run.  Hurnburi),  syster  (lautges.  *suester,  vgl. 
§  77, 12)  min,  litif  mer  Wäge  (vgl.  ags.  Wceg-mund;  oder 
*Vage,  vgl.  ahd.  WagoY). 

Uebers.:  Hilf,  Yngbora,  meine  Schwester,  mir  Vägr  lieb. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  295  ff.,  558  ff.;  v.  Friesen,  Spräk- 
vetenskapliga  sällskapets  i  Uppsala  förhandlingar  1903 — 1906,  s.  44  note. 

51.  Brakteat  (Stephens  nr.  28)  von  Overhornbaek,  Däne- 
mark, 6.  jahrh. 

Um.:  aupa  ]>it  eih  uilalÖ  tAuiu  uo[n]twa  |  utl 

Aisl.:  Aupe  *])itt  (as.  thit,  ahd.  diz,  s.  Liden,  Arkiv  IV,  97 ff.) 

ä  (lautges.  *e,  vgl.  §  97,  2).    Wtiald  (vgl.  38  oben)  Hey  (got. 

tauja)  *Vgtte  (ahd.  Wanzot)  .  .  . 
Uebers.:  AuJ?e  besitzt  dies.    [Ich]  Votte  stelle  das  kunststück 
her  . . . 

Anm.  Abb.  bei  Bugge,  Aarherger  1905,  s.  242.  Vgl.  Olsen,  ib.  1907, 
s.  19  ff. ;  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1908,  s.  388  ff. ;  I.  Lindquist,  Väster- 
götlands  fornminnesförenings  tidskrift  IV,  s.  72  note  2. 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  3  80 

52.  Stein  von  Reistad,  Norwegen,  gegen  600. 
Urn. :  iupingaR  \  ek  wakran  .  unnam  \  wraita 

Aisl.:  *Ypingr  (ahd.  Eodunc,  lat.  lehnw.  jil.  Iuthungi,  vgl.  aschw. 

Iildhe,  ahd.  JEWo,  aisl.  io]>?).   Ek  Vakr  *un[d]nam  (1.  sg.  prät. 

ind.  von  *undnema)  reit  (aisl.  reitr,  u-  und  a- stamm,  ritze, 

aschw.  wre~ter  abgestochener  platz,  ahd.  reiz  linie;   vgl.  got. 

writs  strich). 
Uebers.:  Yj>ingr  [ruht  hier].  Ich  Wacker  unternahm  die  ritzung. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Xo.  I.,  s.  216  ff.  (mit  abb.) ;  Wimmer,  Runenschrift, 
s.  210  ff.;  v.  Friesen,  a. 0.,  s. 41  note;  Hellquist,  Om  de  svenska  ortnamnen 
pä  -inge,  s.  176  f. 

53.  Stein  von  Roes,  Schweden,  8.  jahrn. 
Um. :  iupin  .  duz.  oder  uÖr  [?]  rak 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Sv.  fornm.  tidskr.  XI,  114 ff.;  Läffler,  ib.  197 ff.; 
Olsen,  Ho.  I.  IU,  164  ff.  (mit  abb.). 

54.  Stein  von  Rävsal,  Schweden,  gegen  800. 
Urn. :  h Arneulf s  .  stAiriAR 

Aisl.:  Heriulfs  steinar. 

Uebers.:  Heriulfs  steine  [sind  diese]. 

Anm.  Vgl.  Bngge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  YTn,  163,  Xo.  L,  s.  178; 
Wimmer,  Runenschrift,  s.  230 f.;  S.  Boije,  Bidrag  tili  kännedom  om  Göte- 
borgs och  Bohusläns  fornminnen  och  historia  III,  262  ff.  (mit  abb.). 

55.  Stein  von  Rö,  Schweden,  etwas  nach  400. 

Urn.:  sicahaharjaR  \  sqirawiöaR  \  stdinaicarijdR  fahido  \  ek  hra- 

J)aR  satiöo  (s)tain(ä)  |  ana  m(agu) 
Aisl. :  Sudfarr [ek]  Steinarr  fd]>a.    Ek  Hrdp-r  (hier 

als  mannsname;  vgl.  Hrafie)  setta  stein  d  (vgl.  44  oben)  mqg. 
Uebers. :  Suäfarr  . . .  [Ich]  Steinarr  malte.  Ich  HraJ?r  setzte 
stein  über  den  söhn. 

Anm.  Die  lesuhg  nach  Photographien  v.  Friesen's  und  einem  Vortrag 
desselben. 

56.  Stein  von  Saude,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Urn.:  wa[n\daradas 

Aisl.:  VandrdJ)s. 

Uebers.:  Vandrä)?s  [stein  ist  dies]. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Xo.  I.,  s.  183  ff.  (mit  abb.). 

Noreen,  Altisl.gTamm.    4.  aufl.  25 


386  Anhang, 

57.  Brakteat  (Stephens  nr.  19)  aus  Schonen,  Schweden, 
5.  jahrh. 

Urn. :  lapu  laukan  .  £alcaR  llu  (st.  alu  verschrieben) 

Aisl.:  Lop  .  Laukr  (hier  als  mannsname?  vgl.  9  oben,  anders 

20  oben)  .  *Gakr  (mannsname ;   vgl.  ahd.  Gakes-husen).    *Ql. 
Uebers.:  Liebesgabe  [ist  dies].    Laukr.    *Gakr.    Amulett  [ist 

dies]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  172  (mit  herichtigungen  von 
Bugge,  No.L,  s.  162  note  2).  Vgl.  Olsen,  No.L,  s.  650  und  668 f.;  v.  Grien- 
berger,  Gott.  gel.  Anz.  1908,  s.  398. 

58.  Brakteat  (Stephens  nr.  57)  aus  Seeland,  Dänemark, 

5.  jahrh. 

Urn.:  hariuha  haitika .  farauisa  (8  runen)  .gidu  auja  (8  runen) .  t 
Aisl.:  *Heriöe  (vgl.  13  oben)  heitek  *färvise.    Gef  (lautges.  *gif; 

vgl.  §  63,  3)  *ey  (vgl.  got.  awi-liup  dank)  . . 
Uebers.:  Heriöe  heisse  ich,  der  gefährliches  wissende.    [Ich] 

gebe  glück  . . 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  186.  Vgl.  Bugge,  Aarbeger  1905, 
s.  284 ff.;  Olsen,  No.  I,  s.  601,  624f.,  Aarbeger  1907,  s.33ff.;  v.  Grienberger, 
ZfdPh.  XXXIX,  54. 

59.  Brakteat  von  Selvig,  Norwegen,  5.  jahrh. 

Urn.:  tau  (<  *tawu?  vgl.  ahd.  gizawa,  mndd.  touwe  gerät?  zu 
got.  taujan  herstellen). 

Anm.    Abb.  bei  Bugge,  No.  I.,  s.  267. 

60.  Brakteat  (Stephens  nr.  67)  von  Skodborg,  Däne- 
mark, 5.  jahrh. 

Urn.:  [$idu]  auja  alawin  auja  alawin  auja  alawin  j[a]  dlawid 
Aisl.:   [Gef]  (vgl.  58)  *ey  (vgl.  35)  *Ällvin  (ahd.  Älwini),  *ey 

*Allvin.  *ey  *Allvin  *ä  (as.^'a,  got.  ja-h  'und')  *AUvip  (ahd. 

Älluid). 
Uebers.:  [Ich  gebe]  glück  Allvin,  glück  Allvin,  glück  Allvin 

und  AllviJ?. 

Anm.  Abb.  Stephens,  Handbook,  s.  190.  Vgl.  v.  Grienberger,  Gott, 
gel.  Anz.  1903,  s.  708  f. ;  Olsen,  Aarbeger  1907,  s.  34  f. 

61.  Brakteat  von  Skrydstrup,  Dänemark,  anfang  des 

6.  jahrh. 

Urn.:  laukan  I  alu 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  387 

Aisl. :  Laukr  .  Ol 
Uebers.:  Lauch.    Amulett 

Anm.  VgL  Wimmer,  Sanderjyll.  run.,  s.  28 ff.  (mit  abb.),  und  nr.  5  oben. 

62.  Stein  von  Skääng,  Schweden,  gegen  500. 

Um. :  harijan  leiigan . 

Aisl.:  *Heria  (ahd.  Herio,  aisl.  ein-here)  *Litigr  (griech.  Xsvxog; 

vgl.  die  mannsnamen  auf  -laugt). 
Uebers.:  [Dem]  Here  [errichtet  dies]  Liügr. 

Anm.    Vgl.  v.  Friesen,  Kunorna  i  Sverige,  s.  8  (mit  abb.,  s.  25). 

63.  Stein  von  Skärkind,  Schweden,  gegen  500. 
Urn.:  sk^n]pah  uZür 

Aisl.:  *Skele  (vgl.  mele  <  *minnle  §  110, 1;  ahd.  Scindalesheim, 
vgl.  schwed.  Skinnstad  im  kirchspiel  Skärkind.  aisl.  Skinna- 
staper  u.  dgl.  und  Skinne  als  beiname). 

Uebers.:  [Dem]  Skinnall  [errichtet  dies]  Üfr. 

Anm.    Abb.   bei    Stephens,    Handbook,    s.  7.     S.  Swenning,    Frän 
filologiska  föreningen  i  Lund  III,  220  ff. 

64.  Lanzenspitze  von  0vre  Stabu,  Norwegen,  c.  250. 

Urn. :  raunij.a  x  x 

Anm.    S.  Bugge,  No.  L,  s.  412  ff.  (mit  abb.,  besonders  s.  416);  Wiget, 
Arkiv  XXXTY,  155. 

65.  Stein  von  Stenstad,  Norwegen,  um  450. 
Urn.:  igijon  halaR 

Aisl. :  *Igio  (vgl.  got  Igo,  Igila,  Igulfus)  Hallr. 
Uebers.:  [Der]  Igia  [errichtet  dies]  Hallr. 
Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  174  ff.  (mit  abb.). 

66.  Stein   von  Stentoften.   Schweden,    2.  hälfte   des 
7.  jahrhs. 

Urn.:  niu  hAboruntR  niu  hagestuniR  .  \  JiApuwolAfR  $Af  j  \  liAri- 
icohfR  ßAUsnuh  x  e  h[Ä\ideRrunono  \  fAlAh  ekA  heder a  gino- 
ronoR  |  herAtnAlA[u]sAR  ArAgeuwelAd[A]ud[e]  sa[r]   —   dAriutij> 

AisL:  Xio  *Hdborumr,  nio  *Hägestumr  .  Hqlfr  gaf  .  .  Heriolfr 
. . .  heiprrüna  (lautges.  *hei]>runana;  vgl.  Heiprün,  acc.  -rüno, 
ein  frauenname  und  §  373  anm.  5)  fal  iak  (s.  §  464  anm.  2) 
hepra  *ginnronor  (vgl.  nisl.  runa  folge)  .  .  mdllauss  *ergio. 
*Veldau])e  sd'r  brytr  (lautges.  *brytt). 

25* 


388  Anhang. 

Uebers.:  Den  neun  helden  in  der  schar  Häbore's  (vgl.  Homhori, 
nr.  50  oben,  und  A.  Olrik  bei  Bugge,  Der  runenstein  von  Rök, 
s.  259  ff.)  und  Hägest's  (vgl.  Sal-,  Hlegestr  oben  3,  resp.  25) 
[steht  dieses  monument].  Hqlfr  gab  .  .  Heriolfr  .  .  .  der 
ehrenrunen  grosse  reihen  der  hexerei  verbarg  ich  hier  .  .  . 
stumm.  Des  tückischen  todes  [ist],  wer  [das  denkmal] 
bricht. 

Anm.  Vgl.  die  inschr.  von  Björketorp  (nr.  4  oben) ;  v.  Friesen,  Lister- 
och Listerby-stenarna,  s.  35  ff.  (mit  abb.);  Lindroth,  Studier  tillegnade 
Es.  Tegn<§r,  s.  167  ff. ;  Brate,  Arkiv  XXXV,  184 ff. ;  Kock,  ib.  XXXVII,  2  ff. 

67.  Diadem  von  Strärup  (oder  Dalby),  Dänemark,  etwas 
nach  400. 

Urn.:  lepro 

Aisl.:  * Lepra  (f rauenname ?). 

Uebers.:  Le]?ra  [besitzt  dies]. 

Anm.    Vgl.  Wimmer,  Senderjyll.  run.,  s.  16  f.  (mit  abb.). 

68.  Wetzstein  von  Strom,  Norwegen,  erste  hälfte  des 
7.  jahrhs. 

Urn.:  wate  hali  hino  horna  —  haha  skapi  hapu  ligi 
Aisl.:  Vate  *hell  (aschw.  hcel)  hinn  hörn  .Ha  ske]>,  hop  ligg. 
Uebers.:  Nässe  diesen  stein  das  hörn.    Verletze  einem  pflock, 
liege  [denn]  im  kämpfe  unter. 

Anm.    S.  Olsen,  No.  I.,  s.  677  ff.  (mit  abb.). 

69.  Medaillon  von  Svarteborg,  Schweden,  etwas  nach  400. 
Urn. :  s[kridado]  sigaduR  (8  runen !) 

Aisl.:  *Sigoßr  (aschw.  Sighadher). 
Uebers.:  [Ich]  SigoJ?r  [schrieb  dies], 

Anm.  Abb.  bei  Bugge,  Sv.  fornm.  tidskr.  XI,  109.  Vgl.  Kock,  Arkiv 
XXXVIII,  159  ff. 

70.  Stein  von  Sölvesborg,  Schweden,  ende  des  8.  jahrhs. 
Urn. :  (Aft)  qsmu[n]t .  sunu  sin  \  urti  .  waPj  .  . . 

Aisl.:  Ept  Asmund  sun  sinn  orte  Va])e  .  .  . 

Uebers. :  Nach  Äsmund,  seinen  söhn,  machte  Va}?e  . . . 

Anm.    S.  v.  Friesen,  Lister-  och  Listerby-stenarna,  s.  53  ff.  (mit  abb.). 

71.  Stein  von  Tanem,  Norwegen,  gegen  800. 
Urn.:  mairlxx 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  367  ff.  (mit  abb.),  564  f. 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  389 

72.  Stein  von  Tan  um,  Schweden,  anfang  des  6.  jakrhs. 
Um.:  firawijan  haitinaR  icas  (stainaii) 

Aisl. :  *Prcefa  (vgl.  aschw.  Prcecesta,  Prceuingce  Ortsnamen) 
Uebers.:  Dem  pr-iGfe  wurde  der  stein  verheissen  (oder:  gewidmet). 

Anm.  Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  VII,  248  ff.;  S.  Boije, 
Bidrag  tili  kännedom  om  Göteborgs  och  Bohusläns  fornmiunen  och  historia 
III, 259 ff.  (mit  abb.,  pl.  1);  Wimmer,  Ranenschrif t ,  s.  156  note;  v.  Grien- 
berger,  ZfdPh.  XXXII,  294 ;  ganz  anders  v.  Friesen,  Rökstenen,  s.  X  f. 

73.  Brakteat  (Stephens  nr.  25)  von  Tjurkö  (eigentlich 
Kyrkö),  Schweden,  anfang  des  6.  jahrhs. 

Um.:  helÖaR  kunimu[n]diu  .  würfe  tuhor  an  wllhaJcurne  (wol 

statt  walhakurne  verschrieben). 
Aisl.:  Hialdr  (hier  als  mannsname  wie  in  der  Landnäma,  gall. 

Celtus,   s.  Much,   Deutsche  Stammeskunde,  s.  52;   vgl.  das 

entsprechende  fem.  aisl.  Hildr)  *Kunmunde  (ags.  Cynemund, 

ahd.  Chunimunt)  orte  riinar  ä  *valkurne. 
Uebers.:  Hialdr  dem  Kunimund  machte  die  runen  auf  dem 

wälschen  körne  (d.  h.  römischen  Steuer). 

Anm.  Vgl.  Bngge,  Aarbeger  1871,  s.  190  ff.,  No.  I.,  s.  334;  Wimmer, 
Runenschrift,  s.  213 f.  (mit  abb);  R.  Henning,  Die  deutschen  runen- 
denkmäler,  s.  123 ;  v.  Friesen ,  Reallexikon  d.  germ.  Altertumskunde ,  s.  16. 

74.  Stein  von  Tom  st  ad,  Norwegen,  6.  jahrh. 
Um. :  (.  .)an  .  wütur 

Aisl. :  . . .  a  (gen.  sg.  eines  mannsnamens)  *varr  (vgl.  aisl.  vor 

steinerne  landungsbrücke). 
Uebers. :  ...  .'s  Steinhaufen  [ist  dies]. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  204  ff.  (mit  abb.). 

75.  Zwinge  von  Torsbjaerg,  Dänemark,  gegen  300. 
Um.:  ow[u]ipufewaR  —  ni  wajemartR 

ALsl.:  *üllper  (mannsname;  vgl.  got.  ivutyus  und  urn.  pewaR 
Valsfjorden),  ne  *veimcerr  (vgl.  got.  uajamerjan,  aisl.  vei  und 
mcerr). 

Uebers.:  Ultyer,  der  nicht  tadelhafte  [,  besitzt  dies]. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  Tidskr.  f.  Phil,  og  Paed.  VIII,  180 ff.;  Wimmer, 

Runenschrift,  s.  104  f.  (mit  abb.),   v.  Grienberger,  ZfdPh.  XXXII,  289  ff. ; 

v.  Friesen ,   Spräkvetenskapliga  sällskapets  i  Uppsala  förhandlingar  1903 

-1906,  s.  28. 


390  Anhang. 

76.  Schildbuckel  von  Tor sbjaerg,  Dänemark,  gegen  300. 
Urn. :  ais[a]g[aiRa]R  [ai]h 

Aisl.:  *Eisgeirr  (vgl.  burgundisch  Aisaberga,   aisl.  eisa  glüh- 

feuer)  d. 
Uebers.:  Eisgeirr  besitzt  [dies]. 

Anm.    Vgl.  Wimmer,  Sönderjyll.  run.,  s.  15  f.  (mit  abb.). 

77.  Brakteat  (Stephens  nr.  27)  von  Trollhättan, 
Schweden,  anfang  des  6.  jahrhs. 

Um.:  tawo  lapoÖu 

Aisl.:  *Tafa  (ags.  tawian,  vgl.  got.  taujan)  *l$op  (vgl.  lopopr 

einlader). 
Uebers.:  [Ich]  stelle  eine  liebesgabe  her. 

Anm.  Abb.  bei  Stepbens,  Handbook,  s.  176.  Vgl.  v.  Grienberger,  Gott, 
gel.  Anz.  1906,  s.  139  und  1908,  s.  401. 

78.  Spange  von  Tu,  Norwegen,  c.  500. 

Urn.:  pini  (got.  pimi?)  Öape  .  .  . 

Anm.    S.  Olsen,  No.  I.,  s.  718  ff.  (mit  abb.). 

79.  Stein  von  Tune,  Norwegen,  um  500. 

Urn.:  (. .  .)r  woÖuride .  staina  .  (sati\da.)  PrijoR  ÖohtriR  öä[i]lidun  \ 
arbija  sijosteR  arbijano  —  ek  wuvür  after  woduri\de  wita[n]- 
dahalaiban  .  worahto  (runoR) 

Aisl. :  .  .  .  r  *Opripe  stein  sette.  Pridr  dötr  deilpo  erfe,  *siaster 
arfa  (lautges.  *erfna,  vgl.  got.  arbja,  aschw.  cerve).  Eh  *Vir 
(nach  §  80, 2)  aptr  *Opripe  (dat.  sg.  m.)  *vitandhleifa  (dat. 
sg.  m.;   vgl.  aisl.  vita  anweisen  und  hleifr  brot)   orta  runar. 

Uebers. :  . . .  r  dem  Öfrfyr  den  stein  setzte.  Drei  töchter  teilten 
das  erbe  (oder  vielleicht  eher:  die  kosten  für  den  erbschmaus), 
die  am  nächsten  verwandten  der  erben.  Ich  Vir  darauf 
für  ÖJ?ri]?r,  dem  brotherrn,  machte  die  runen. 

Anm.  Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  1  ff.,  510 ff.  'mit  abb.);  Läffler,  Uppsala- 
studier,  s.  1  ff.,  Arkiv  XII,  98  ff.;  v.  Friesen  ib.  XVI,  191  ff.  (vgl.  dagegen 
Wimmer,  Senderjyll.  run.,  s.  13 f.;  Burg,  ZfdA.  XXXVIII,  161  ff.),  Reallexikon 
d.  germ.  Altertumskunde,  s.  14;  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  94  ff. 

80.  Stein  von  Tveito,  Norwegen,  8.  jahrh. 

Urn.:  tAÜR 

Aisl.:  Teitr. 

Uebers.:  Teitr  [ruht  hier]. 

Anm.    S.  Bugge,  No.  I.,  s.  431  ff.  (mit  abb.). 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  391 

81.  (Aelterer)  stein  von  Torviken  (oder  Torvik  oder 
Jondal),  Norwegen,  6.  jahrh. 

Um. :  la[n]ÖawarijaB 

Aisl:  *Landarr  (ahd.  Lantwari;  vgl.  Rö  stainawarijaR  Steinarr) 

Uebers.:  Landarr  [ruht  hier]. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  278  ff.  (mit  abb.). 

82.  Brakteat  (Stephens  nr.  22)  von  Vadstena,  Schweden, 

5.  jahrh. 

Urn.:  luicatuwa  (8  runen)  .  fuparkgw  .  hnijepRS  .  tbemlmÖ 

Anm.  Vgl.  "Wimmer,  Runenschrift,  s.  7G  (mit  abb..  pl.  3);  v.  Grienberger, 
Arkiv  XXIX.  364  ff.;  v.  Friesen,  Keallexikon  d.  germ.  Altertumskunde,  s.  16; 
Pipping,  Stud.  nord.  fil.  VI,  3. 

83.  Stein  von  Valby,  Dänemark,  c.  700. 
Urn.:  wipr  A\fun]>  |  r  (10  runen) 

Aisl.:  vipr  ofund  (lautges.  *ofunn,  s.  §317,  2). 
Uebers. :  Gegen  neid  . . 

Anm.  S.  OlseD,  Christiania  Videnskabs-Selskabs  Forhandlinger  1907,6 
(mit  abb.),  ßergens  museums  aarbog  1909, 7,  s.  36  f. 

84.  Felsen  wand  zu  Valsf  jorden,  Norwegen,  anfang  des 

6.  jahrh. 

Um.:  eh  hagustaldiR  (wol  statt  -clr  verschrieben)  PewaR  zodagas 
esuipelR  [8  runen] 

Aisl.:  Ek  Haukstaldr  (lautges.  *Hogstaldr,  vgl.  34  oben  und 
§  105  anm.),  per  (vgl.  anorw.  pe-borenn  und  Zusammen- 
setzungen wie  aisl.  Hialmper  u.  dgl.;  %o\,.pius)  *G6pags  .  .  . 

Uebers. :  Ich  Hagestolz,  der  mann  Gobag's  [,  ritzte  die  runen]. 
Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  L,  s.  340  ff.  (mit  abb.),  563. 

85.  Stein  von  Vatn,  Norwegen,  anfang  des  8.  jahrhs. 
Urn. :  rhoÄltR  fax  x  x 

Aisl.:  Hröaldr  (mannsname)  fä  (vgl.  nr.  45  oben)  .... 
Uebers.:  [Ich]  Hröaldr  schreibe  . . . 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  353  ff.  (mit  abb.). 

86.  Felsenwand  zu  Veblungsnaes,  Norwegen,  anfang 
des  7.  jahrhs. 

Um.:  ek  irilaR  (vgl.  nr.  7  oben)  iciwila. 

Aisl:  Ek  iarl  (§  359,  2)  Vile  (diminutiv  zu  Wir  Tune;  §  80,2). 

Uebers.:  Ich  jarl  Vile  [ritzte  die  runen]. 


392  Anhang. 

Anm.    Vgl.  Bugge,  No.  I.,  s.  316  ff.  (mit  abb.);  Sievers,  Ber.  d.  k. 
sächs.  ges.  d.  wissensch.  1894,  s.  133. 

87.  Stein  von  Vettel  and,  Norwegen,  c.  400. 
Urn. :  (.  .  rajist  (.  .  sta)ina  {ek  .  .  )öür  faihido 
Aisl.:  .  .  reist  ....  stein  .    Ek  .  .  .  ])r  fä])a. 
Uebers. :  . . .  ritzte  . . .  den  stein  .  Ich  . . .  pr  malte. 

Anm.    S.  Bugge,  No.  I.,  s.  438  ff.  (mit  abb.). 

88.  Scheidenbeschlag  von  Vi,  Dänemark,  c.  250. 
Urn.:  liiwurk,  d.h.?  l[itö]s  (s.  13  oben)  wurk[io] 
Aisl.:  *Lülr  (s.  13  oben)  yrke. 

Uebers.:  [Ich]  Lillr  mache  [dies]. 

Anm.    Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  82. 

89.  Hobel  von  Vi ,  Dänemark,  c.  250. 

Urn. :  talijo  \  gisai  o[rda]  j[ehu]  .  wüjr  aila  orbq,  —  x  x  x  otipis  . 
Menno  .  ]>e  regu 

Aisl. :  *TMa  (vgl.  ahd.  zälön  wegreissen,  griech.  di]Xtoftcu  zer- 
störe, lat.  dolare  behauen,  ? delere  tilgen,  lit.  dilti  sich  ab- 
nutzen, aisl.  tel-gia  schnitzen).  *Gise  (vgl.  die  vielen  lango- 
bardischen  u.  a.  namen  auf  -gis)  *orf  (aschw.  orf  erbteil) 
id  .  .  . 

Uebers.:  Hobel  [ist  dies.  Dem]  Giss  [dies  als]  erbteil  zuspreche 
[ich]. 

Anm.    Abb.  Stephens,  Handbook,  s.  83,  berichtigt  von  Wimmer,  Aar- 

bager  1867,  s.  29  und  1868,  s.  69  f.    Vgl.  Bugge,  Aarheger  1905,  s.  149  ff 

90.  Kamm  von  Vi,  Dänemark,  c.  250. 
Urn.:  harja 

Aisl:  *Here  (vgl.  oben  nr.  62). 
Uebers.:  Here  [besitzt  dies]. 

Anm.     Abb.  bei   Stephens,    Handbook,   s.  82.     Vgl.  v.  Grienberger, 
Arkiv  XIV,  116. 

91.  Spange  von  Vi,  Dänemark,  c.  250. 

Urn.:  laasauwija  (10  runen;  wol  als  läsauja  auszusprechen) 
aaÖagasu  (8  runen) 

Aisl.:  *Läseye  (vgl.  ags.  Ides  weide,  asl.  Usü  wald  und  Tacitus 
pl.  aviones,  aisl.  Eyia  als  frauenname)  *Apgos  (lautges.-^os, 
s.  §  116;  vgl.  ngutn.  ad,  aisl.  cepr  eider  und  Gos  als  beiname). 

Uebers.:  Ldseye  [eignet  dies  der]  Apgqs. 


Die  wichtigsten  urnordischen  inschriften.  393 

Anm.  Abb.  bei  Wimmer,  Eunenschrift,  s.  147.  Vgl.  v.  Grienberger, 
Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  162  f.,  Namn  och  bygd  DT,  63  f. 

92.  Zwinge  von  Vi,  Dänemark,  c.  250. 
Um.:  mariha\i  ala  —  makia 

Aisl.  *Mcere  (vgl.  norw.  Mceresland,  Mcerestad  Ortsnamen,  aisl. 

mderingr  §  317, 3,  b  berühmter  man)  Alle  (adän.,  aschw.  Alle, 

ags.,  got.  Alla,  ahd.  Allo)  mceke  [gaf\ 
Uebers.:  [Dem]  Mserer  [gab]  Alle  [dieses]  schwert. 

Anm.  VgL  Bngge,  Aarboger  1905,  s.  145  ff.  (mit  abb.) ;  v.  Grienberger, 
Axkiv  XXIX,  352  ff. ;  Kjser,  No.  Gaardnavne  IX,  306 ;  Olsen,  Stedsnavne- 
studier,  s.  5  ff. 

93.  Stein  von  Vänga,  Schweden,  6.  jahrh. 
Um.:  hauko]niR 

Aisl.:  *HaukoJ>r  (mannsname,  'der  mit  habicht  jagt'?,  s.  §  235,2). 
Uebers.:  Haukojr  [ruht  hier]. 

Anm.  Abb.  bei  Stephens,  Handbook,  s.  8.  Vgl.  Burg,  s.  95  f.; 
Bngge,  >"o.  I.,  s.  17  und  165  note. 

94.  Stein  von  Ärstad  (oder  Orstad),  Norwegen,  gegen  600. 
Urn. :  MivigaR  |  saralu  |  x  x  wina  x 

Aisl.:  *Hifegr  (mannsname?,  vgl.  ?ags.  hhcisc,  as.,  ahd.  hitcisJci 

familie,  lat.  ei  vis)  *S<?rol  (vgl.  ahd.  Sarah,  aisl.  S^rle) 

Uebers. :  Hif egr  der  Sorol 

Anm.  Vgl.  Bngge,  No.  L,  s.  225  ff.  (mit  abb.) ;  Wimmer,  Runenschrift, 
s.  214 f.;  v.  Grienberger,  Gott.  gel.  Anz.  1906,  s.  117  ff. 

95.  Brakteat  (Stephens  nr.  96)  von  Äsum,  Schweden, 
5.  jahrh. 

Um.:  elie  ik  ahm  fahi 

Aisl.:  ..  (mannsname  im  dat.  sg.  m.?)  ek  (lautges.  *ik)  *Akr 

(vgl.  ags.  Aca,  got.  Accila,  ahd.  Aho  mannsnamen,  Ahhilin-stat 

ein  Ortsname)  fä  (vgl.  nr.  45  oben). 
Uebers. :  Dem  ...  ich  Akr  schreibe  [die  runen]. 
Anm.    Vgl.  Bngge,  No.  L,  s.  111  und  123. 


Nachtrag. 


Im  Anhang  ist  in  den  anmerkungen  folgende  literatur  hinzuzufügen : 
Nr.  7:  I.  Lindquist,  Galdrar  (Göteborg  1923),  s.  191. 
„  26 :  Lindquist,  a.  o.  s.  75  note. 

„  27:  Kristensen,  Danske  studier  1919,  s.  27 f.;  Lindquist,  a.  o.,  s.  65 ff. 
r  31:  Lindquist,  a.  o.  s.  191,  192. 
„  39 :  Lindquist,  a.  o.  s.  74. 
„  65:  Lindquist,  a.  o.  s.  83. 
„  66:  Lindquist,  a.  o.  s.  96  ff.  158  ff.,  182  ff. 


Register. 


A.   Altisländisch  -altiiorwegische  Wörter. 

Die  zahlen  beziehen  sich  anf  die  paragraphen  der  grammatik.  Wörter 
wie  halfr,  hälfr,  Tiiarta,  hicerta,  mep,  meÖ,  telia,  t&lia,  steinn,  stceinn,  auga, 
ouga,  dreyma,  dr&yma  sind  gew.  unter  der  ersten  form  aufgeführt;  ebenso 
Wörter  wie  bryie,  bryti  oder  iotonn,  iotunn  nur  als  bryte,  resp.  iotonn.  — 
In  der  buchstabenfolge  stehen  in  diesem  register  (im  gegensatze  zu  der 
s.  37  angegebenen  Ordnung)  p,  9  nach  0,  ö  sowie  ß  (3)  unmittelbar  nach  t. 


ä  präp.  adv.  'an'  51, 1,  a;  122;  299, 5. 

ä  adv.  'immer',  s.  e. 

ä  f.,  s.  0  'fluss'. 

-a  neg.  suffix,  s.  -at. 

abbadis  f.  245,2;  384  u.  anm.  2. 

abbinde  n.  269. 

abbragp  n.  269. 

abburpr  m.  269. 

äbrüpegr  adj.  293, 1. 

äbyr{g)P  f.  291,  5. 

Ädäm  m.  126,  anm.  3;  358,  anm.  1. 

äe  m.  235,  anm.  4;  404  u.  anm.  2. 

af,  äf  präp.  adv.  126,  2;  441. 

af-  präfix,  s.  of. 

afan  adv.  121. 

afbragp  n.  269. 

afbrype  n.  293, 1. 

afburpr  m.  269. 

afe  m.  83;  235,  anm.  4. 

aff?r  f.  269. 

afle  m.  313, 1. 

afräp,  -rop  n.  64;  151,1,5. 

afr(h)endr  adj.  294. 

afrdbde  (anorw.)  n.  64. 

af(s)tr  adv.  309, 1. 

Aftalr  (anorw.)  m.  276. 

afund  f.,  s.  gfund. 


-ag-  suffix  173,4. 

age  m.  170. 

A(g)mundr  (anorw.)  m.  270,  anm.; 

293,3;  299,  anm.  3. 
-agr  adj.  428  u.  anm.  1. 
A{g)taldr  (anorw.)  m.  293,3. 
aka  stv.  501  u.  anm.  2. 
dJeafr  adj.  54, 3,  b;  151,1;  318,2. 
akarn  n.  315. 
Äke  m.  123;  299, 1. 
akkere  n.  266,  3. 
akr,  äkr  m.  126,2;  327, 1 ;  358, 1  u. 

anm.  2. 
äl  f.,  s.  61. 
al-  präfix  318, 9. 
-a&-  suffix  173, 1  u.  anm.  1. 
aia  stv.  500. 
alap  n.  313,  anm. 
albogt  m.  262, 1. 
aidenn   adj.    (part.)   317, 2,  a;   440; 

504,  anm.  3. 
Aldis  f.  —  Alfdis  291, 4. 
aldr  m.  317, 2,  a;  358,  anm.  2. 
aldregen  (anorw.)  adv.  158;  311,  anm. 
aJdrigi(t)  (anorw.)  adv.  310,  anm.  2. 
aldrnare  m.  72,  anm. 
Ale  m.  116;  123;  299,2. 


396 


Register. 


Äleifr  m.  299,2;  358. 
al(e)mandr  m.  =  dlemandel  254. 
alen  f.  378,  s.  gln. 
alfa  (anorw.)  f.  =  kalfa  294. 
Alfarheimr  256,  384,  anm.l;  392,3. 
alfe  m.  =  afle  313, 1. 
Alfer-  (anorw. ;  in  namen)  390,  anm.l. 
Alfgpr  m.  420,  anm.  2. 
Algarceim  (anorw.)  256. 
alhuge  m.  79. 
all-  präfix  126,2;  318,9. 
all  'keim',  s.  611. 
All  124,  2. 

allonges,  -ynges  adv.,  s.  gllonges. 
allr  adj.  174,1;  277,4,  a  u.  anm.  5; 
423,  anm.;  425,  anm.  2;  427,  anm.  2. 
aUrek  (anorw.)  adv.  239,  anm.  2. 
Allsogh  (mnorw.)  152,  2. 
allynges  adv.,  s.  gllonges. 
almandr,  s.  alemandr. 
almät(t)egr  adj.  267;  274,1. 
almboge  m.  262, 1. 
almöge,  -müge  m.  113,  anm.  1. 
almosogajrÖar  (anorw.)  f.  pl.  334. 
almusa  f.,  s.  glmosa  79. 
Almveig  f.  377,  anm. 
Älgf,  -oft  151,5;  299,2. 
aZr  m.  387. 

AlreJcr  m.  51, 2,  a;  151,3;  359,1. 
alun  (anorw.)  s.  gln  378. 
dlvaldr  m.  84. 
alvitr  adj.  416,1. 
aZ?//),  w/>  f.  79. 
alzhonar  adv.  388. 
d  maÖal  (anorw.)  präp.  121. 
Ambiorn,  A(r)n-  m.  262. 1. 
ambon  (anorw.)  =  andbun  262, 1. 
amboÖ  (anorw.)  n.  pl.  262, 1. 
ambgtt,  -bött  f.  64;  79;  285, 5;  390,  4. 
amb&tti  (anorw.)  n.  64. 
ä  mepal  präp.  425,  anm.  2. 
ä  mitte,  millom  präp.  268,  4. 
Am(m)undr,  s.  Agmundr. 
An  (mnorw.)  m.  228. 
an  präp.  78;  116. 

-an-  suffix  137,  anm.  3;  173,  anm.  3. 
änasött  f.  80,2;  404,  anm.  2. 


and-  präfix  291,  2. 
-and-  suffix  51, 2,  b;  173,2. 
an(d)boÖ  (anorw.)  n.  pl.  262, 1. 
andbun  (anorw.)  262,1;  293,3. 
ande  m.  401,  anm.  1. 
-ande  f.  411;  vgl.  -and-. 
Anders,  Andreas  m.  315. 
andlit{e),  -let{e)  n.  145,  anm.  2;  165; 

291,  2. 
andl&te  (anorw.)  54, 3,  b;  64;  165. 
an{d)nes  291,  2. 
andr  m.  358,  anm.  2. 
andsyptir  (anorw.)  m.  77, 12. 
andvake,  -a  adj.  434. 
andvege,  s.  gndvege. 
andverpr  adj.  79. 
-ang-  suffix  173,  3. 
Angantyr  m.  241,  anm.  2. 
angr  m.  358,  anm.  2. 
-angr  m.  35S  u.  anm.  2. 
anfo'tf  n.,  s.  andlit(e). 
annarr  pron.  261;  275;  285,  5  (2 mal); 

300,1  u.  anm.l;  423,  anm.;  425, 

anm.  3;  455. 
annarr  huärr  pron.  479. 
annarr  huerr  pron.  478. 
annarr  tueggia,  annarrtuegge  pron. 

479. 
annas  stapar  'anderswo'  272,3. 
ansuar  n.  =  andsuar  291, 2. 
änumapkr  m.  258,  anm.  1. 
J.ratwdr  m.  80,3. 
änyia  swv.  510. 
apaldr  m.  51,2,  b;  358,2. 
apinia  f.  147. 
äposiole  m.  126, 2. 
<y>r  adj.  266,1;  284. 
aptan  adv.  441;  442,3. 
aptann  m.  291, 11;  359  u.  anm.  4. 
aptare,  -astr  adj.  441. 
aptr  adv.  271;  309,1. 
aptrbygge  m.  403. 
ajtfre  adj.  komp.  441. 
apynia  f.  147. 
dr  n.  231. 

är  adv.  'früh'  54,2. 
är  adv.  =  d/>r  292. 


Register. 


397 


-are  151, 1,6;  156;  371,  anm.  1;  402. 

arenn  m.  72.  anm.;  126,1. 

arfe  m.  401. 

arfnyte  m.  403. 

arfpege  221,  anm.  1. 

argr  adj.  315,  anm.  3. 

ärhialmr  m.  54,  anm.  3. 

armr  m.  357. 

armr  adj.  234;  345,1;  352,1. 

Arn  m.  395,  anm.  2;  vgL  Qrn. 

ärna  swv.  54,2;  127,1. 

Ar(n)biorn  m.  291,  9. 

Arndörr  m.  238, 1,  b. 

Arn(f)ripr  f.  291, 4. 

Arngrimr  m.  79;  80,1. 

Arn(h)eipr  f.  294. 

Ar{n)möpr  m.  291,9. 

Jmdrr,  ^T^nur  m.  275 ;  vgL  Arndörr. 

Arön  m.  126,  anm.  3. 

-arr  (in  namen)  54,  3,  b;  151, 1;  294; 

358. 
ars  m.  315,  anm.  3. 
arpr  m.  358,  anm.  2  (2  mal). 
Arvidr  (mnorw.)  m.  =  ArnviÖr  291, 9. 
äsan(a)  160,  anm. 
Äsbern  m.  77,3. 

Äsger,  -gir,  -gceirr  (anorw.)  m.  152, 1. 
Äsgotr,  -gautr  m.  152,  2. 
äsiä  f.  409. 

Aski  (mnorw.)  239, 1,  a. 
Askill  m.  149. 
Asknes  (anorw.)  316. 
Äsläkr  m.  310,  4. 
Asle  (onorw.)  =  Atle  309, 2. 
Äsleif  f.  377. 
Äsleifr  m.  310, 4. 
Aslö  (anorw.)  116. 
Äslog  f.  152.  2. 
Äsmundr    m.    80,1;    112,    anm.  2; 

127,1;  153,1. 
äss  'balken'  123. 
äss  'bergrücken'  232. 
äss  'gott',  s.  oss. 
Astis,  -dis  (mnorw.)  245, 1. 
Äs(t)läkr  m.  310,4. 
Äs{tjleifr  m.  310,4. 
-astr  superl.  427;  428. 


Ästräpr  m.  310, 2. 

Astripr  f.  310, 2. 

Äsvaldr  m.  235, 1,  f. 

at,    ät    konj.,    präp.    126,2;    158; 

248. 
at  rel.-partikel  473  n.  anm.  1. 
-at  neg.  snffix  54,  3,  b ;  151,1;   158; 

245,1;  248;  465,1,2;  531,  anm.  1. 
atburpr  m.  388, 2. 
ater  (orkn.)  =  aptr  271. 
at{h)dbfe  n.  170,  anm.  1;  294. 
athygle  n.  63,  8;  173, 1. 
athefe  (anorw.)  n.  170,  anm.  1. 
ätidn  zablw.  267. 
At(s)le,  Asle  m.  309,  2. 
at  sögoro  adv.  77,11;  79;  148. 
ätt  f.,  s.  oft  127,1;  461. 
ätta  zahlw.  124,1;  140;  267;  449. 
ättande  zahlw.  456. 
Attar  m.  116. 
atte  m.  276. 
ätte  zahlw.  456. 
ät(t)iän  zahlw.  267;  449. 
Aüüa  m.  401,1. 
ättrepr  adj.  460. 
atdfe  n.  294. 
ap  konj.,  s.  at  konj.  248. 
apal   n.   63,8;    170;    173,1;    313, 

anm. 
apal-  präfix  173, 1. 
Äpalräpr  m.  358. 
Ap(g)isl,  -(g)ils  m.  229;  358. 
apile  m.  149;  403  (2  mal). 
Apils  m.  331, 4. 
ö(/))r  adv.  292. 
-q/>r  m.  137,  anm.  3;  397. 
-apr   part.  prät.   427;   428,1;    438, 

anm.  5. 
an-  präfix  235,  2. 
auga  n.  98,1;  405  (2  mal). 
Augun  (anorw.)  259;  vgl.  Aupon(n). 
auk  konj.  152,2. 
auka  stv.  98,1;  503  u.  anm.  2;  536, 

anm.  2. 
aukuise  m.  235,  2. 
Aui{u)ir  (anorw.)  m.  235, 1,  f. 
aumr  adj.  234;  (235,2). 


398 


Register. 


Aun(ri)  m.  226;   228;  285,  anm.2; 

358,  anm.  1 ;  vgl.  Aupon{n). 
aur-  präfix  'zurück'  235,2. 
aurgate  m.  235,2. 
aurkunnask  swv.  235,2. 
aurr  m.  166. 
aurr  ad].  166. 
Aurvandell  128,  anm.  2. 
aurvase  m.  235, 2. 
ausa  stv.  503. 
austan  adv.  441 ;  442,  3. 
austanvarör,  -verpr  adj.  149,  anm.  2. 
austastr  adj.  sup.  441. 
^4tts(t)ma5r  m.  291, 11. 
austr  m.  358,  anm.2. 
austr(h)alfa  f.  294. 
-Aus<r[yjiw  65. 
Autn  (anorw.)  263,  anm.  4. 
Autsetr  (anorw.)  238,  2,  d. 
AuÖbiorn  m.  128,  anm.2. 
aupbenn  adj.  438. 
aupegr,  -ogr  adj.  173,4;  428  u.  1; 

439,  anm.  3. 
Audels  (mnorw.)  m.  229. 
aupenn  adj.  (part.)  503,  anm.  3. 
AuÖfinnr  m.  128,  anm.  2. 
Aupgisl  m.  229. 
Audgceir  m.  128,  anm.2. 
aup(h)dbfe,  -Qi)efe  n.  170,  anm.  1. 
auplingr  m.  172,  anm.  2. 
Aupon{n)  m.  226 ;  228 ;  259 ;  285,  anm.  2. 
a«/>r  m.  172,  anm.2;  358,2. 
Aupr  f.  128,  anm.2;  384  u.  anm.  1. 
aitpsdsr  adj.  429. 
Auöulfr  (mnorw.)  228. 
Aupun(n),  -on  m.  285,  anm.  2. 
aupveldr  adj.  438. 
auvirp  n.  235, 2. 
auvisle  m.  235,  2. 
J.vaZrfr,  s.  Agvaldr. 
ävalt  adv.  54, 3,  a ;  83. 
ävitall,  -oll  adj.  173, 1. 
o#  f.  =ex  77,7;  384. 
ax  'ähre'  222,2. 
Axnes  (anorw.)  316. 
-aztr  superl.  310,  anm.  3. 
AztriÖr  (anorw.)  310,  anm.  3. 


bäga  swv.  519,  anm.  1. 

bagge  m.  318,  anm.  3;  334,4. 

bah  n.  361. 

baJcke  m.  318,  8  u.  anm.  3. 

bäkn  n.  55,  anm. 

bakr  m.  318, 8. 

bakstr  m.  358,  anm.  2. 

baldenn  adj.  307, 2,  a. 

baldr  m.  317,2,  a;  358,  anm.2. 

baldripe  m.  317,2,  a. 

Bäleygr  m.  389  u.  anm.  1. 

balkr   m.    81,  c;    395,  anm.2;    vgl. 

bolkr. 
ballr  adj.  317, 2,  a. 
band  n.  174, 1. 
Ban(g)se  (anorw.)  m.  264. 
barar,  -er  f.  pl.  375. 
bardage  m.  401. 
barmr  m.,  s.  bapmr. 
barn  n.  357. 
barnsyke  f.  411,  3. 
barnungr  adj.  79. 
ftarr  (anorw.)  adj.,  s.  &m\ 
barr  n.  277, 2,  a. 
BärÖr  (anorw.)  =  Bqrpr  107;  160, 

anm. 
bäss  m.  233. 
bastarpr  m.  358,2. 
ftatoa  swv.  170. 
bätr  m.  54,  anm.  3. 
batre  adj.  komp.,  s.  betre. 
bäf>er  zahlw.  54,  anm.  2;  65;  151, 1; 

152,  1;    227,  1;    318,  7;    446    u. 

anm.  1,  2;  478,  anm.  2. 
bapmr  m.  239,  anm.  14;  253,  anm.  1. 
baugr  m.  166. 
Baug-,  Baukstader  (anorw.)  98,  anm. ; 

239, 1,  b. 
baula  f.  166;  172,3. 
bauta  stv.  318,3;  503,  anm.  3. 
bazt  adv.  sup.  443. 
baztofa  f.  238,  2,  d. 
baztr  adj.  sup.,  s.  beztr. 
beils  n.  =  beisl  313, 4. 
fcmfcr  adj.  291,6;  319,5. 
beisl  n.  313,  4. 
beit  n.  54,  anm.  3. 


Register. 


beipa  swv.  172,  anm.  1. 

beiße  (zahlw.)  konj.  446,  anm.  1. 

beizl  n.  313, 4. 

bekkr  m.  'bach'  279,1;  389;  392,2. 

bekkr  m.  'bank'  266,3;  389;  392,2. 

Bele  m.  408. 

belgr  m.  389;  392,2. 

belia  swv.  172,3;  510. 

betta  stv.  490  u.  anm.  1. 

ben  f.  (n.)  381;  382. 

benda  swv.  235, 1,  f;  529. 

Ben(e)dikt  m.  160,  anm.;  358,  anm.  1. 

Ben(k)t  m.  264. 

ber  n.  369. 

bera  f.  91. 

bera    stv.   95,3,  b;    352,1;    496   u. 

anm.  4. 
Berdörr  =  Bergdörr  238, 1 ,  b ;  291, 5. 
berfiaU  n.  91 ;  95,  anm.  1. 
berg  n.  91;  361,  anm.  4;  vgL  biarg. 
Bergar  361,  anm.  4. 
bergbüe  m.  95, 1. 
Berg/börr  m.  221, 1. 
Bergvin  =  Biorgvin  84;  95, 1. 
beria  swv.  510;  512. 
Berne  m.  91. 
ber(n)ska  f.  291,  9. 
ftero  f.  95, 3,  b. 
berr  adj.  71,  anm.  1;  72. 
Berse,  Besse  (mnorw.)  m.  272,3. 
berserkr  m.  389. 
Bes(t)la  291,11. 
betr  adv.  komp.  443. 
beire  adj.  komp.  170;  440. 
bepr  m.  368;  389  u.  anm.  2. 
Beyla  299,  2. 
6<?2f  adv.  snp.  443. 
beztr  adj.  snp.  67,  c;  159;  303,  2;  440. 
ftiaZte  m.  91;  95,  3,  a;  167. 
biarg  n.  91;  95,1;  167;  vgl.  berg. 
biarga  stv.  88;   95, 3,  a;  489;  491; 

530,  anm.  4  (2  mal). 
Biargtin  =  Biorgvin  95, 1. 
biarkan  n.  95,  3,  a. 
Biarkar&y,  Biarkey  (anorw.)  160,  anm. 
Biarne  m.  91. 
Biartmarr  m.  291,11;  259,2;  358. 


biartr  adj.  124,2. 

biflia  f.  244,  anm. 

Biflinde  244,  anm. 

bikarr  m.  358;  359,1. 

bikkia  f.  169;  279,1. 

bilda  f.  313, 2. 

6t'w<7a  stv.  110,  anm.l;  167;  178,1; 

182,1;  220;  266,2;  331,2;  492  u. 

anm.  1;  534, 2,  b;  538,1. 
biogga  stv.  503,  anm.  1. 
Biolfr,  Biölfr  m.  133,  a. 
Biol(f)staÖer  (anorw.)  291,4. 
Biotin  (anorw.)  m.  272,2. 
-biorg  f.  377. 
Biorg(v)in,    -yn    95,1;    226;    235, 

anm.  4;  383. 
biorn  m.  172,  anm.  3;  396  n.  anm.  1,2. 
Biom  m.  89,  anm.l;  272,2;  291,9; 

396,  anm.  2. 
biörr  m.  'biber'  133,  anm.;  235,2. 
biörr  m.  'bier'  318, 14;  vgl.  biürr. 
biörr  m.  "streifen'  235,2. 
biöpa   stv.   63,  anm.  6;   343,1;   485 

n.  anm.  2;  531,1  u.  anm.  2. 
biöpr  318, 3. 
birke  n.  372,  anm.  2. 
Birkiar  m.  pl.  372,  anm.  2. 
birta  swv.  85. 
birte  f.  63, 3. 

biskop,  -up  m.  77, 5, b;  358,  anm.l. 
bita  stv.  165;  178,1;  179,1;  482. 
biteU,  -oü  adj.  173, 1. 
bitr  adj.  319,5;  427,2. 
bipa  stv.  172,  anm.l;  483. 
bipia    stv.   169;    172,  anm.  1;    238, 

anm.  13;  498  n.  anm.  7;  534,2,  c; 

536,2. 
biüga  n.  405. 

biuggia  (anorw.)  stv.  503,  anm.l. 
Biügr  m.,  s.  Biüfr. 
biügr  adj.  166. 

Biulfr  (anorw.)  m.  133,  a;  256;  297. 
Biurn  m.  89,  anm.  1 ;  vgl.  Biorn. 
biürr  (orkn.)  'bier'  101,  anm. 2. 
blaka  swv.  519,  anm.  4. 
blakkr  adj.  172,2;  266,3. 
blanda  stv.  266,2;  504  n.  anm.  2,  5. 


400 


Register. 


blär  adj.  81,  b;  130;  132;  429. 

bläsa  stv.  172,2;  505,1. 

blautr  adj.  166. 

bleikr  adj.  172,2. 

blesson  f.  274,  2. 

blifa  stv.  482. 

blikia  stv.  263;  483;  532,1. 

blindr  adj.  427, 1. 

blistra  swv.  172,  2. 

blipka  swv.  238, 2,  e. 

blöme  m.  350, 1. 

blömstr  m.  358,  anm.  2. 

fcZota  stv.  63, 5;  505,  II;  530,  anm.  1. 

blotna  swv.  166. 

blystr  m.  395  u.  anm.  2. 

Wtf  n.  77,6;  135;  363. 

bldbia  f.  171,  anm.  1. 

bldbingr  m.  62;  135. 

bldbr  71, 2. 

&Z<^'a  f.  171,  anm.  1. 

Bleykin  (anorw.)  82, 13 ;  235,  anm.  4. 

*bnua  stv.  506,  anm.  2. 

böa  (anorw.)  stv.  166,  anm.  2;  503, 

anm.  1 ;  vgl.  büa. 
böande  m.  166,  anm.  2 ;  422  u.  anm.  1 ; 

503,  anm.  1;  539,  anm.  2. 
böge  m.  166;  318,5;  401,3. 
bogenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 
bögr  m.  395. 

bök  f.  181,1;  416,1;  417. 
bökfell  n.  91. 
Bokke  m.  274, 1. 
bokkr  m.  61,1;  318,5;  328,2. 
Bökn  f.  375. 

Bökstader  (anorw.)  98,  anm. 
böl  n.  63,  anm.  3;  166,  anm.  2. 
bola  f.  112,2. 
bole  m.  166;  172,3. 
bölgenn  adj.  (part.)  495,  anm.  6. 
bolle  m.  167;  318,9. 
bolr  m.  61,1;  318,9;  387. 
bolstr,  bölstr  m.  61,1;  124,3;  358, 

anm.  2. 
bön  f.  67,  c;  392,3. 
bönde  m.  68,4;   130;   166,  anm. 2; 

173,2;  422;  539,  anm.  2. 
Bondi  m.  66, 4. 


borg  f.  167;  391. 

Borgal(z)stadir  (anorw.)  253, 2. 

Borgny  f.  383  u.  anm.  3. 

Borgund  167. 

borr  m.  61,1;  388  u.  1. 

bort  adv.  152, 2;  315;  vgl.  braut  adv. 

bot  f.  63,5  u.  anm.  4;  170;  416,4. 

So*  112,2;  267,  anm.  1. 

botn  m.  283;  291,9. 

Bötolfsvaka  (anorw.)  f.  148. 

bopn  318,  3. 

böfera,  (-pa)  f.  253,  anm.  2;  292. 

bgl  n.  366. 

bglkr  m.  81,  c;  167;  395  u.  anm.  2. 

bgllr  m.  167;  395. 

bglua  swv.  82,  6. 

Börekr  m.  292. 

bgrkr  m.  395. 

fcprr  m.  253,  anm.  2 ;  365  u.  anm.  2. 

JS^r/jr  m.  132. 

bgp  f.  380. 

bppfara  f.,  s.  bgßra. 

Bgpuarr  m.  134,  a ;  228. 

Bgpuüdr  f.  83;  134,  a;  228;  294. 

brä  swv.  317,  3,  a. 

braga  swv.  317,  3,  a. 

Brage  m.  401,  3. 

bragnar  m.  pl.  401,  3. 

bragr  m.  388. 

fcraZZa  adv.  268,4. 

brandnör  m.  360  u.  anm.  2. 

ftrattr  adj.  266, 2. 

bräpla  adv.  268,4. 

bräpna  swv.  505,  anm.  3. 

braullaup  n.  =  brullaup  166,  anm.  1. 

ftrcm«  f.  391. 

&rau<  adv.  128,  anm.  2;  152,2;  281; 

315;  vgl.  bort, 
brautinge  m.  65;  229. 
braup  n.  166. 
bref  n.  177,  anm. 
&rajf/>a  stv.   122;   495  u.  anm.  1,5; 

530,  anm.  4. 
breipr  adj.  427, 1. 
brekka  f.  110, 1 ;  266, 3. 
brenna   stv.   162,1;   261;   277, 4,  b; 

318,11;  495  u.  anm.  2;  531,2. 


Register. 


401 


bresta  stv.  489. 

brestr  m.  387  u.  anm.  3. 

breyma  adj.  172, 1. 

bnä  swv.  133.  b,  2;  317,  3.  a. 

Brig(i)ÖaruÖ  (anorw.)  160,  anm. 

brigpa    stv.    (245,2);    495,   anm.  1; 

530,  anm.  4. 
brigzle  n.  238, 2,  d;  239, 1,  b ;  291, 11; 

316. 
brik  f.  416. 
brilaup    (anorw.)    n.,    s.    bryllaup 

61,1,* 
brim  n.  319, 3. 
brime  m.  172, 1. 
Brimer  m.  371. 
brinia  f.  =  brynia  f.  114. 
Briniolfr  m.  114. 
brinna  stv. ,   s.  brenna  162, 1 ;   495, 

anm.  2. 
fendsf  f.  127,3. 
briöstkirkia  f.  406,  anm.  5. 
briöta  stv.  72;  485. 
brix{t)le  n.  =  brigzle  316. 
fcroddr  m.  61,1;  224,2. 
ftroft  f.  318, 8;  416. 
Brokkr  m.  318,8. 
brosa  swv.  519, 1. 
brot(t)  adv.,  s.  ferawf  adv. 
&ro//aÄ  n.  241;  284. 
brop  n.  166. 
bröper  m.  160,  anm.;  181,1;  221,1; 

317,2;  420  u,  anm.  1,2, 3. 
brö  f.  379. 
.BrpfcuÄ  m.  173, 1. 
brgt  adv.,  s.  braut  adv. 
ftrit  f.  134,  b;  375  u.  anm.  2;  416,3. 
brudgaumi    m.    166,    anm.  1;     vgl. 

brüpgume. 
bruggenn   part.   61,2;    227,2;    495, 

anm.  6. 
brullaup  n.  51, 1,  a;  127, 4,  5;  152, 2; 

166,  anm.l;   268,4;   294;   392,3: 

vgl.  bryllaup. 
brün  f.  4*6,  4  u.  anm.  3. 
brundr  m.  319, 3. 
brune  m.  162, 1 ;  318, 11. 
brünn  adj.  172,  anm.  3. 

Noreen,  Altisl.  gramm.    4.  aufl. 


brunnr  m.  261;  348,1;  358,1. 

Brunolfr  m.  69,  anm. 

brun(v)glue  adj.  235, 1,  f. 

brutt  adv.,  s.  braut. 

brüpgume,   -gaume  m.  166,  anm.  1 ; 

401,3. 
brüp{h)laup    n.    166,   anm.l;    294: 

vgl.  brullaup. 
brupr  m.,  s.  brunnr. 
brupr  f.  183,1;  390,1,3;  392,3. 
Brüvin  135. 

bryggia  (anorw.)  stv.  495,  anm.  6. 
bryllaup   (anorw.)   n.   51, 1,  a;    114, 

anm.  1 ;  127, 5 ;  285, 3 ;  vgl.  brullaup. 
Bryn  65;  135. 
brynia  f.  354,1;  409. 
brynia  swv.  510. 

Bryniolfr  m.  69,  anm.;  133,  a;  291,  4. 
brynn,  brynn  adj.  127,5. 
bryte  m.  400;  403  (2  mal). 
brytia  swv.  510. 
Brekill  m.  173, 1. 
bü  n.  166.  anm.  2;  357. 
büa  stv.  63,  anm.  3;  129;  166,  anm.  2; 

227,2;   318,14;   503  u.  anm.  1,  2; 

534,2,  a:  535,  anm.  2;  539,  anm.  2. 
büande  m.  16Ü,  anm.  2;   173,2;  422 

u.  anm.  1 ;  539,  anm.  2. 
büe  m.  166,  anm.  2;  404. 
buenn  adj.  129. 
bugr  m.  387. 

bukkr  m.  66,1;  vgl.  bokkr. 
bukran.  -ram  258,  anm.  1. 
bulke  m.  254,  anm. 
bulr  m.  61,1;  387;  vgl.  bolr. 
bulstr  n.,  s.  bolstr  61,1;  124,3. 
bunden  n.  425,  anm.  2;   495,  anm.  5. 
bunki  (anorw.)  m.  254,  anm. 
bünopr  m.  397. 
bür  n.  166,  anm.  2. 
burr  m.  61,1;  388  u.  1. 
bu(r)st  f.  272, 3. 
burt  adv.,  s.  bort. 

burpr  adv. 287;  301, 1 ;  388  a.  2;  392, 3. 
büt  adv.  159;  428,  anm.  1;  vgl.  büp 

adv. 
buta  swv.  318,3. 

26 


402 


Register. 


butr  m.  318,  3. 

büß  f.  166,  anm.  2. 

buk  adv.  =  büt  248,  anm.  3. 

bupkr  m.  318,  3. 

by  n.  77,  6. 

bygg  n.  82,4;  227,2;  318,14;  366. 

-bygge  m.  403  (2  mal). 

byggia,  -ua  swv.  166,  anm.  2;  227,  2; 

246,2;  284;  318,14;  516,  b. 
byggia  swv.  'vermieten'  279,1. 
byle  n.  63,  anm.  3;  vgl.  bele. 
Byleiptr,  -leistr  m.  124,  2. 
bylgia  f.  408. 
bylia  swv.  166;  172,3. 
bylr  m.  389. 
byndin  (nisl.)  n.  495,  anm.  5;   vgl. 

bunden. 
byr  m.  68,4;  133,  b,  2;  166,  anm.  2; 

389  u.  anm.  3, 4. 
Byrgir  85. 
Byrgitta  85. 
öj/roa  swv.  510  u.  anm. 
byrr  m.  277,  2,  a;  389  u.  anm.  1. 
byrta  swv.  =  foWa  85. 
byrpr  f.  334. 
6yr/>  f.  392, 3. 
bysia  swv.  512. 

byskop,  -up  m.  77, 5,  b;  358,  anm.  1. 
bytta  f.  318,3. 

Bcertnces,  Bcerk-  (anorw.)  263,  anm.  4. 
bele  n.  63,  anm.  3;  166,  anm.  2;  372, 

anm.  2. 
Beler  372,  anm.  2. 
belua  swv.  82,  6. 
6ö'n  f.  67,  c;  392,3. 
her  m.,  s.  &t//\ 
Borgvin  84. 
JBom  m.  77,3. 
beta  swv.  276. 

&#/>e  (zahlw.)  konj.  416,  anm.  1. 
Mxl  f.  239, 1,  b. 

da  n.  363. 
däenn  adj.  129. 
Däfifyr,  -finnr  m.  358,  anm.  1. 
dagr  m.  73;  155;  170;  174, 1;  344, 1; 
358  u.  anm.  7. 


Dagr  m.  358,  anm.  7. 

dagverpr  m.;  79;  226;  vgl.  dggorpr. 

dalr  m.  170,  anm.  1;  358  u.  4;  (387,2). 

Dampr  m.  262, 1. 

Daner  m.  pl.  387. 

Danpr  m.  262, 1. 

danskr  adj.  159. 

datf(£)    adj.    n.    159;    (428,  anm.  1); 

500,  anm.  3. 
daufr  adj.  166. 
daupr  m.  u.  adj.  68,8;  98,1;  163,1; 

166;  540,  anm.  1. 
daupyße  n.  64;  425,  anm.  2. 
Dävip(r)  m.  126,  anm.  3;  358,  anm.  1 

u.  3. 
deigr  m.  165. 
deigr  adj.  431. 
deila  swv.  538, 3. 
des  f.  172,3;  382. 
detta  stv.  110,1;  112,1;  266,2;  490 

u.  anm.  2. 
<%/a  stv.  68,8;  163,1;  166,  anm.  2; 

235,  anm.  4;    500  u.  anm.  3;   501, 

anm.  1;   530,  anm.  5;  540,  anm.  1. 
diäkn  m.  70,  2. 
dia(r)fr  adj.  300,  2. 
digna  swv.  483,  anm. 
digoll  m.  165. 
dimmr  adj.  346, 1. 
diofoll  m.  70,  3 ;  359. 
diofoQ)legr  adj.  285,  5. 
dirfask  swv.  85. 
dis  f.  154,  anm.;  384;  390,3. 
-dis  (in  namen)  384  u.  anm.  2. 
diüp  n.  425,  anm.  2. 
cfoujpr  adj.  63, 13;  439. 
diür  (anorw.),  s.  dtfr. 
dicbkn  m.  70,2. 
dofe  m.  166. 
dofenn  adj.  (part.)  487. 
do/cr  m.  166,  anm.  2. 
domande  m.  422,  anm.  1 ;  539,  anm.  3. 
dömare,  -ere  m.  64;  151,1,5,6;  402. 
dd»w  m.  171 ;  358,  3. 
dorg  f.  172,4;  375. 
döi(t)er  f.  112,  anm.  4;   124,1;   267; 

277, 3 ;  284 ;  419,  anm.  1 ;  421  XL  anm. 


Register. 


403 


doÖe,  -t  m.  166. 

dopna  swv.  166. 

dof  f.  375. 

dogg  f.  227,2;  380  u.  anm.  2. 

dogorfcr,  -urpr  m.  79;  226;  395. 

dokkr  adj.  167. 

dop  f.  171;  390;  392,1. 

draga  stv.  172,4;  230,2;   321;  501 

u.  anm.  3,  5. 
dramb  n.  361,  anm.  1. 
drasell    m.    173,  1   u.   anm.  1 ;    359, 

anm.  1. 
draugr  m.  172,  anm.  3;  319,1. 
draumr  m.  63,14;  319,1. 
drega  (anorw.)  stv.,  s.  draga  172,4; 

501  u.  anm.  3. 
dregg  f.  382. 
dreif  f.  375;  416. 
drehe  m.  73. 
drekka    stv.   110,1;    112,1;    266,3; 

495  u.  anm.  5. 
drekkia  swv.  516,  a. 
drengr  m.  389  u.  anm.  1,  2. 
drepa  stv.  497  u.  anm.  2. 
dreyre  m.  71,  8. 
dreyrogr  adj.  428, 1. 
drifa  stv.  482. 
drita  stv.  482. 
driüpa  stv.  486. 
drög  f.  172,  4. 
Droplaug  f.  377. 
dröt{t)enn    m.    127,3;    267;    285,5; 

359,  anm.  2  (2  mal). 
dröt(t)ning  f.  65;  127.  3;  145,  anm.  5; 

376. 
dröttsete  m.  112,  2. 
drgttr  m.  321;  395. 
drüpa  swv.  519,  anm.  4. 
drykk(i)a  f.  263,  anm.  2. 
drykkr  m.  112,1;  389  u.  anm.  2. 
-dregr  adj.  431. 
du  pron.  =  pu  465,  2. 
duelia  swv.  170,  anm.  2;  531,2. 
duena  swv.  60. 
duergr  m.  167 ;  172,  anm.  3. 
d«/a  f.  183,  1. 
düfa  (anorw.)  stv.  487. 


duga,  düga  swv.  519, 1  u.  anm.  1 ; 

538,4. 
duganllegr  adj.  291,2. 
dugandmapr  m.  422,  anm.  4. 
dugr  m.  387. 
duina  swv.  60. 
rfwir  m.  166,  anm.  2. 
duir  68,  5. 

dumbe,  dumbr  adj.  434. 
dumpa  266,  anm.  1. 
dunkr  m.  167,  266,  anm.  3. 
Ahm  f.  392, 3. 
dünn  m.  392,  3. 
duql  f.  170.  anm.  2 ;  375. 
dy<7<jr  adj.  82,4;  430  u.  anm.  4. 
dijkr  m.  299,1;  389. 
dylia  swv.  68, 5 ;  170,  anm.  2. 
Dyna  77, 13. 
dynia  swv.  512,  anm.  2. 
dynkr  m.  299, 1. 
<fyn»  f.  392,  3. 
dynn  m.  392,  3. 
dynr  m.  389  n.  anm.  1. 
<fyj>/>  f.  63, 13;  156,  anm. 
dyr  pl.,  s.  tfyrr. 
dyr  n.  56;  71,7. 
dyrfask  swv.  =  dirfask  85. 
dyrgia  f.  167;  172,  anm.  3. 
dyrka  swv.  127,  5. 
dyr(r)  f.  (n.)  pl.  416  u.  anm.  4. 
dyrr  adj.  127,5;  424,  anm.  1;  439. 
dyrp  f.  127,  5. 
dys  f.  172,3;  382. 
dysia  swv.  510. 
dyttr  m.  387. 

<ta#  adj.  171 ;  424,  anm.  2. 
deggua  swv.  82,  6 ;  515. 
degr  n.  170. 
dekkr  adj.  77,3;  110,1;  167;  267,3; 

430. 
dekkua  swv.  82,  6. 
del  f.  170,  anm.  1;  375;  392,2. 
dell  m.  387  (u.  1). 
dälskr  adj.  170,  anm.  2. 
dema  swv.  63,5;  515;  539,  anm.  3. 
deme  n.  372. 
de(yia)  stv.  160,  anm. 

26* 


404 


Register. 


Ö-,  s.  i>. 

e  adv.  151,6;  vgl.  ey  adv. 

Ecea  m.  401, 1. 

edda  f.  'grossmutter'  128;  238,1,  a. 

edda  f.  'poetik'  127,7. 

ef  n.  konj.  94;  319,2. 

efa(p)samr  adj.  319,  2. 

etf  336. 

e/Za  swv.  313,1;  515,  anm.  1. 

e/re  adj.  komp.  119;  441  (2  mal). 

Efrüsum  (anorw.)  160,  anm. 

ef(s)tr   adj.  sup.   291,10  u.  anm.  2; 

441  (2  mal). 
Eftaleyti  297. 
efter  präp.  =  epter  240,  2. 
eg  pron.,  s.  e&  288;  464;  465,1. 
eg  adv.,  s.  egi. 
Egell  m.  359,  anm.  1. 
egg  f.  279,1;  381. 
egg  n.  227,1;  369. 
egffirm  swv.  510. 
Eggper  m.  221,1;  360. 
eg(i)  =  e*'#<?  adv.  152, 1. 
-egr  adj.  428  u.  1. 
Egper  m.  pl.  387  u.  2. 
e»  adv.  77,15;  78;  vgl.  ey  adv. 
eiga  v.  54,  1 ;  230, 2;  317,  3,  a;  344, 1 ; 

522,2  u.  anm.  3,  4,  5;  532,4;  536, 

anm.  1. 
eigande  m.  51,2,  b;  422,  anm.  3. 
e/'ge  adv.  152, 1. 
eigen  n.  425,  anm.  2. 
eigenn  adj.  128;  317,  3,  a;  522,  anm.  4. 
eik  f.  416, 1 ;  417. 
eike  n.  372,  anm.  2. 
eikenn  adj.  (part.)  502,  anm. 
Eikiar  m.  pl.  372,  anm.  2. 
eilifr  adj.  152,  anm. 
eimyria  f.  54,  3,  a;  64;  317,4. 
einarpr  adj.  =  einharpr  294. 
Ein{d)ripe  m.  127,  anm.  1 ;  128;  151,  6. 
eindregr  adj.  431. 
eindeme  n.,  s.  endeme. 
eine  zablw.  454. 
ei'wer  m.  231. 
einfaldr  adj.  459. 


em<7<?  pron.,  s.  enge  128. 

ein(h)arpr  adj.  294. 

einJiere  m.  403. 

eining  f.  461. 

<?(*')«»  zahlw.,  pron.  128;  151, 1;  155; 

156,  anm.;   266,  2,  a;  299,  anm.  4; 

444  n.  anm.  1,  2;  454;  475  u.  5. 
ein(ri)huerr  pron.  475  u.  1. 
Einripe  m..  s.  Eindripe. 
einshuerr  pron.  475  u.  1. 
eir  f.  390,  3. 
ei'r  n.  54,  anm.  1. 
eira  swv.  54,  anm.  1 ;  224, 2. 
Eirekr  m.  160,  anm.;  299,3;  358. 
eisa  f.  408,  anm.  2. 
eisorfäla  f.  408,  anm.  2. 
es'sta  n.  405. 
Eistr,  Eistet  m.  pl.  414. 
eitthuat  pron.  475  u.  2. 
eip  n.  361,  anm.  4. 
Eipar  m.  pl.  361,  anm.  4. 
-e//>(r)  (in  namen)  294;  384  u.  anm.  2. 
eipr  m.  358,  2. 
e/c  pron.  pers.  94;  126,2;  158;  248; 

327, 1;   464  u.  anm.  1,2;  465  u. 

anm.  2;  531,  anm.  1. 
ek(k)e  pron.,  adv.,  s.  enge  51,4;  127, 

anm.  1;  128;  274,1;  284;  285,1. 
ekke  m.  'schmerz'  110,1;  266,3. 
ekkia  f.  128;  266,3. 
el  n.  103;  110,3. 
el{d)legr  adj.  291,  2. 
eldkiieikia,  -kueykia  f.  82,  9. 
eldr  m.  128;  159;  358,3  u.  anm.  4; 

359,  2. 
eld(s)tö  f.  116;  375. 
elfa  swv.  =  efla  313, 1. 
elfr  f.  384  u.  anm.  1 ;    390 ,  anm.  1 ; 

392,  3. 
-clfr  (in  namen)  384. 
E{l)ftaleyti  297. 
elifr  adj.  152,  anm. 
Ella  m.  408. 
eile  f.  410. 
ellefo    zahlw.    51, 1,  a;    54,  3,  a;    66, 

anm.  2;  127,6;  172,1;  266,5;  406, 

anm.  5;  449  u.  anm. 


Kegister. 


405 


ellegar  adv.  66,  anm.  2;  145,  anm.  4; 

248,  anm.  4. 
eUepte  zahlw.  77,  7;  85;  210,2;  257; 

456  u.  anm. 
ellre  adj.  komp.  275;  317, 2,  a;  440. 
elptr  f.,  s.  olpt  173,  5. 
-eise  snffix  313,  4. 
elska  swv.  509. 
clskanlegr  adj.  291,2. 
elsk(h)uge  m.  294. 
elpe  n.  313,  anm. 
elzkuekua  f.  82,  9. 
elztö  f.,  s.  elcl(s)tö. 
elztr  adj.  sup.  440. 
em  (anorw.)  konj.  =  ef  237,  2. 
emia  swv.  510. 
en  rel.  part.  473  u.  anm.  1. 
en  adv.,  s.  en«  adv. 
-end-  suffix  173,  2  u.  anm.  2. 
en<7a  swv.  515,  anm.  1. 
enda  adv.  137,2. 
-ende  f.  411. 

endeme,  eindeme  n.  128;  151,7. 
ender  m.  317,2,  b;  371,  anm.  2. 
Endripe  m.,  s.  Eindripe. 
eng  f.  382. 

ew/<e  n.  372  n.  anm.  1. 
enge  pron.  indef.  82, 6 ;  84 ;  127,  anm.  1 ; 

128;  239,  l,a;  258,1;  274,1;  284; 

476  n.  1  u.  anm.  1. 
-enge  =  -genge  m.  229. 
Engell  m.  173, 1. 
engl(i)sJcr,    en{g)skr    adj.,    s.   enskr 

291,7. 
-engr,  -ingr  m.  216,2;  358  u.  3  u. 

anm.  1. 
-enn  adj.  428,  3,  4,  5. 
enn  zahlw.  (s.  einri)  444  u.  anm.  1,  2. 
enn  best.  art.  149,  anm.  1;  160;  231; 

266,  2,  b;    277,2  c;    278,   anm.  2; 

468;  471;  472  (passim). 
en{n)  adv.  149,  anm.  1;  158;  285,1. 
en(n)da  adv.  137,  2. 
enne  n.  317, 2,  b;  372. 
enskr  adj.  264;  291,7  u.  anm.  1. 
epter  präp.  85,  anm.  2;  172,  anm.  2; 

240, 2. 


eptr  adj.  sup.  =  ef(s)tr  291, 10  u. 

anm.  2. 
eptre,  epztr  adj.  441. 
er  pron.  pers.    110,  2 ;    126, 1 ;    158, 

anm.  1;    464    u.   anm.  5    (2  mal); 

465,  anm.  5. 
er  rel. -partikel,   s.  es  265;   473  u. 

anm.  1,  2. 
-ere  m.  =  -are  151, 1;  156;  402. 
erfa  swv.  515. 
erfe  m.  401. 

erfepe  n.  152,1;  372;  vgl.  cerfaö(e). 
erfinge  m.  149;  229;  342,1;  403. 
Erlindr  m.  149. 
ermr  f.  384. 
-ern-  suffix  51, 2,  b. 
Erpr  m.  91. 
erpskinn  n.  240,  anm.  4. 
ertr  f.  pl.  416  u.  anm.  3. 
erpgröenn  adj.  95, 1. 
erpr  n.  315,  anm.  3. 
Erulos  pl.  173,  anm.  1. 
es  pron.  =  er  464,  anm.  5. 
es  rel.-partikel  158;  473  u.  anm.  1, 2. 
eta  f.  91;  95, 3,  b. 
eta,   eta   stv.   279,  anm.  2;    325,1; 

498  u.  anm.  1. 
etke  pron.  zu  enge  pron.  274, 1. 
eÖ  konj.  =  at  473  u.  anm.  1. 
epa  konj.  51,4;  94;  241;  285,  1. 
epla  f.  172,  anm.;  268,4. 
eple  n.  =  elpe  313,  anm. 
ejWe    n.    'natur'    66,    anm.  2;    119; 

268,4. 
-epr,  -ipr  part.  216,2;  428,2;  514. 
ey  f.  163, 1;  317,  anm.  2;  319,  2;  383. 
ey   adv.   54, 3,  a;   77,15;   78;   97,3; 

vgl.  adv.  ä,  e,  de. 
-ey  (in  namen)  383. 
eyfet(ar),  -o  476,  anm.  2;  vgl.  eyveHar). 
eygr  adj.  431. 
eyiarskegge  m.  403. 
Eyiofr  m.  291,  4. 
eykr  m.  231 ;  389. 
eyra  n.  71,8;  405  (2  mal). 
eyrer  m.  141;  371. 
eyrr  t  166;  384. 


406 


Register. 


eystre  adj.  komp.  441. 

eypa  swv.  238, 1,  a. 

eyvet{ar),  -o  pron.  (adv.)  151,  2;  267; 

285,4;  476,  anm.2. 
Fyvindr  m.  358, 2. 

fä  stv.  50,4;    130;    175,4;    230,1; 

266.3;  317,  3,  b;  504  u.  anm.  1,  5. 
fä  swv.  54,1;  511. 
fafn  (anorw.)  =  faÖmr  225. 
Fäfner  m.  225;  292;  371. 
fagma  swv.  =  fapma  259,  anm.  1. 
fagnapr  m.,  s.  fognopr  397. 
fagr  adj.  427;  433;  438. 
falage  m.  121;  vgl.  felage. 
falda  stv.  275;  504,  anm.2. 
faldr  m.  167. 
-faldr  adj.  459. 
Falko,  m.  401, 1. 
FalkvarÖr  m.  121. 
falla   stv.   317,2,  a;    351,1;    504  u. 

anm.l;  527;  531,2. 
fair  m.  124,2;  387. 
fanga  stv.,  s.  fä  stv.  504,  anm.  1. 
Fanne  m.  121. 
/dr  adj.  'paucus'  80,2;   123;   429; 

438  u.  anm.  2,  4. 
jfdr  adj.  'schimmernd'  54,1. 
fara    stv.    172,4;    181,1;    277, 2,  a; 

286,  anm.;  499;  529;  530,  anm.  5; 

531,  2. 
färlikt  adj.  neutr.  293,  3. 
farre  m.  277,  2,  a. 
Faste  m.  240,  anm  1. 
fastr  adj.  424,  anm.2;  427,1. 
Fastulfr  (anorw.)  m.  79. 
fata  swv.  497,  anm.  1. 
fattr  adj.  266,  2. 
fätekr  adj.  431. 
faper  m.  66,4;   155;   174,1;  317,2; 

343, 1 ;  419 u. anm.  2;  420,  anm.l,  2. 
faperne  n.  51,  2,  b;  64. 
FaÖmer  (anorw.),  s.  Fäfner  225. 
fapmr  m.  225;  253,  anm.l. 
/dör  (anorw.)  m.,  s.  /e0er  420,  anm.  2. 
fauskr  m.  317,4. 
/ave'ss  adj.  65. 


/e  n.  77,4;  81,  c;  90;  123;  133,  b,  2; 

153,1,5;  155;  230,1;  312,1;  363; 

393. 
fegenn  adj.  (part.)  74;  171,  anm.2; 

437;  501,  anm.  4. 
fegrinde  n.  173,2. 
feitr  adj.  165. 
fei  f.,  s.  pel  f. 
fela  stv.  124, 2;  230, 1;  317, 3,  a;  496 

u.  anm.  1. 
felage  m.  73,  anm.;  121;  401. 
feldr  m.  388  u.  2,  3. 
feil  n.  91. 

fella  swv.  515;  517. 
felmsfullr  adj.  91. 
fen  n.  369. 

fengr  m.  389  u.  anm.  1. 
-fengr  adj.  431. 
/er-  zahlw.  292. 
fera  (anorw.)  stv.  500,  anm.  3. 
f ereil  m.  173,1;  359,  anm.l. 
ferfaldr  adj.  459. 
feria  swv.  513,  anm.  6. 
ferner  zahlw.  448,  anm.2;  459,  anm. 
ferre  adv.  442,  3. 
fei-tegr  adj.  460. 
ferp  f.  67,  a;  392,3. 
fervir  m.  224,  anm.  1. 
feskyflr,  -skylfr  adj.  313,1;  vgl. 
feskylmt,  -skylft  237,  anm.  2. 
tesfr  f.  384. 
fet  n.  169,  anm. 

feto  stv.  169,  anm. ;  497  u.  anm.  1. 
fetell  m.  359,  anm.  1. 
fepgar  m.  pl.  291, 10. 
fepgen  n.  pl.  173, 5. 
fepr  m.  420,  anm.l. 
fiä  swv.  511. 
Fialarr  m.  124,2. 
fialde  (anorw.)  m.  89,  anm.2. 
fiall  n.  70, 1 ;  91;  277, 2,  b;  361  (2  mal). 
fialmsfullr  adj.  91. 
fiande,  fiande  m.  51,  2,  b;  64;  133,  a; 

422. 
fianzbop  n.  422,  anm.  4. 
fiar  adv.  441;  442,3. 
fiara  f.  84,  anm.;  235,  anm.l. 


Register. 


407 


fiarg-  317,  3,  a. 

fiarr  adv.  353,3;  442,3. 

fiarre  adj.  komp.  92;  441. 

fiarre  adv.  komp.  442, 3. 

fiatur  (anorw.)  m.,  s.  fiotorr. 

fifl  m.  110,1;  127,2;  298,2;  317,1. 

fifrilde  n.  315,  anm.  1. 

fikia  f.  263. 

filfski  zu  fiflskr  adj.  313, 1. 

Fimbogi  m.  262, 1. 

fimbol-  110,1;  298,2;  317,1. 

fim(m)  zahlw.  298,  2;  346,  anm.;  449. 

fimt  f.  291,4;  461. 

fimte  zahlw.  291,6;  456. 

fimt(i)än  zahlw.  449  u.  anm. 

fimtigi  zahlw.  450. 

fimtht  zahlw.  450. 

fimtegr  adj.  460. 

Fingal  m.  252,  anm. 

fingr  m.  (n.)  414. 

finna    stv.    85,    anm.  1;    262:    275; 

317, 2,  b;  495  n.  anm.  5;  531,2. 
finngälk(a)n,  -gälpn  n.  257,  anm. 
Finnr  m.  358,  anm.  1. 
fiog(o)rtän  zahlw.  89,  anm.  1;   160, 

anm. ;  419  (n.  anm.). 
fiol-  präfix  89  (u.  anm.  2);  155;  425, 

anm.  2. 
fiol  f.  124,2;  375. 
fiolde  m.  89,  anm.  2. 
fiolkunnegr  adj.  95,  2. 
fiolmennr  adj.  439,  anm.  3. 
fioluerrenn  adj.  134,  a. 
fior  n.  89;  92;  124,  2;  317,  3,  a;  366. 
fiörer  zahlw.  89  u.  anm.  1;  259;  292; 

448  u.  anm.  1. 
fiorg  d.  pl.  317,  3,  a. 
Fior  gyn  f.  95,  3,  a;  383. 
fiörtän  zahlw.,  s.  fiog(o)rtän  419. 
fiörtiände  (anorw.)  zahlw.  456,  anm. 
fiörtugti  zahlw.  157,  anm.  1. 
fiorp  adv..  s.  i  fiorp. 
fiorpe,  fiörpe  zahlw.  456. 
fiorpongr,  fiorpongr  m.  462. 
fiorpr,  figrpr  m.  92;  172,4;  394. 
fiorua  swv.  92. 
fioruar  m.  pl.  365. 


fiorutigi  zahlw.  450. 

fiorutiu  zahlw.  450. 

fiös  n.  'Viehhof  77,4;  133.  a. 

fiös  f.  'walfischfleisch'  258,  anm.  2. 

fiotorr  m.  89;  93;  359. 

fiopr  f.  375. 

fir  präp.,  s.  fire(r). 

firar  m.  pl.  92;   124,2;  235,  anm.  4. 

Firekr  m.  =  Friprelcr  300, 2. 

fire(r),  -i{r)  präp.  147;  300,  anm.  2. 

firnare  adj.  komp.  441. 

firr  adv.  komp.  442,  3  u.  anm.  4. 

firra  swv.  85. 

firre  adj.  komp.  92;  441. 

firrmeir{r)  adv.  komp.  442,  anm.  4. 

first  adv.  snp.  442,  3. 

firstr  adj.  snp.  441. 

fisa  stv.  482. 

fiske  f.  411,  2. 

fiskr  m.  178,1;  358. 

fit  f.  169,  anm.;  382. 

fita  f.  165. 

Fipr  m.  358,  anm.  1. 

fiÖrildi  (nisl.)  n.  315,  anm.  1. 

fiugur  zahlw.  89,  anm.  1. 

fiug(u)rtän  (anorw.)   zahlw.,   s.  fio- 

g(o)rtän  89,  anm.  1 ;  449  (u.  anm.). 
fiüka  stv.  486  u.  anm. 
fiürtän  (anorw.)  zahlw.,  s.  fiog(o)rtän 

449,  anm. 
fiozll  n.  70, 1. 

fld  stv.  317, 3,  a;  501  u.  anm.  1. 
Fladdal  (anorw.)  m.  248,  anm.  5. 
flaga  317, 3,  a. 
flagbriöska  n.  405. 
fiähugoll  adj.  173, 1. 
flaka  swv.  519,  anm.  4. 
Flär  (mnorw.)  134,  b;  404. 
flär  adj.  54,1;  221,2;  429. 
flaug  f.  375. 
flaumr  m.  319, 1. 
fieire  adj.  komp.  51,3;  128;  440. 
flekkr  m.  328,  2. 
fies  f.  382. 
fiesk  n.  128. 

fiestr  adj.  snp.  128;  440. 
flet  n.  369. 


408 


Register. 


fley  n.  369. 

fleygr  adj.  431. 

fleyßr  f.  384. 

flik  f.  416, 3. 

fliöta  stv.  335,1;  484. 

fliüg(i)a   stv.   67,  a;   101,1;   172,3, 

318, 5;  319, 1;  486  u.  anm.  (2  mal). 
flö  f.  'floh'  98,2;  416. 
flö  f.  'schicht'  171;  317, 3,  a;  416. 
flöa  swv.  235, 1,  d ;  509,  anm. 
Flöar  (anorw.)  134,  b;  404. 
flöe  m.  112,2;  404. 
flog  n.  61, 1. 
flöhe  m.  172,  3. 

flöJcenn  adj.  (park)  505,  anm.  5. 
fiokkr  m.  172,3;  318,5;  328,2. 
flör  adj.  429. 
flotnar  m.  pl.  401,  3. 
flotte  m.  112, 2. 
flöß  f.  392,  3. 
flgkra  swv.  172,3. 
flgtr  m.  395. 
flug  n.  61, 1. 
fluga  f.  318,5. 

flüga  stv.  486;  487;  vgl.  flikga. 
flugr  m.  388. 
flyia   stv.  98,2;    160,  anm.;   221,2; 

230,2;  263;  317, 3,  a;  488  u.  anm. 2; 

513,  anm.  3. 
flytia  swv.  68,5;  512;  514. 
fleia  swv.  =  flyia  488,  anm.  2. 
flöß  f.  392,  3. 
fleßr  f.  384. 
fnasa  swv.  170;  172,  3. 
fnykr  m.  389. 
/nj/sa  swv.  172,  3. 
fnösa  swv.  170 ;  172,  3. 
föa  f.  112,  2. 
fögelegr  adj.  171,  anm.  2. 
fOfi  m.  61,1;  358,1. 
fo{g)ut{t)i  m.  293,  4. 
fold  f.  391. 

/bZtfY  (anorw.)  m.  167. 
föle  m.  124,  2;  317,  3,  a. 
folguti  m.  293,4. 
FolkvarÖar  m.  121. 
/br-  präfix  51, 1,  a. 


for  f.  124,2;  230,1;  375. 

foraÖ  n.,  s.  forraÖ. 

forellre  n.,  -ell(r)ar  m.  372. 

/brenne  m.  149;  229. 

forkunnr,  -kußr  f.  384  u.  anm.  1. 

förn,  forn  f.  127,3. 

Forne  m.  121. 

for(r)aö,  -t  n.  54, 3,  b;  151, 1,  5;  238, 

anm.  12;  281. 
fors  m.  272, 3. 
forßom  adv.  148. 
forvista  f.  77, 12. 
forvitne  f.  411,2. 
forynia  f.  51, 1,  a;  285,  3. 
/brysta  f.  77, 12. 
foss  =  fors  272,  3. 
/osfr-  n.  320. 
fo(str)syster     f.     51, 1,  a;      285, 3; 

291, 10, 11. 
fötr  m.  169,  anm.;  335,1;  413;  414 

u.  anm. 
fouti  m.,  s.  fogut(t)i. 
fpgnoßr  m.  394;  397. 
fol  n.  366. 

fglr  adj.  430  u.  anm.  1;  433. 
fgnn  f.  224,  2. 
fgr  f.  376. 

föroZZ  adj.  63,8;  173,1;  428. 
Fgstolfr  m.  79. 
fgßr  m.,  s.  faßer  420,  anm.  2. 
/"ra  präp.  298, 1. 
fräbcbrr  adj.  298, 1. 
Frakkar  m.  pl.  266, 3. 
frakkr  adj.  322, 2. 
fraw  adv.,  s.  fram(m). 
framalla  adv.  272, 1. 
frambdbrr  adj.  298,1. 
fram(m)  adv.  277,  anm.  5 ;  280,  anm.  4 ; 

442,  anm.  2. 
framr  adj.  424,  anm.  2;  439. 
Frankar  m.  pl.  266,  3. 
fränn  adj.  424,  anm.  2. 
/rar  adj   80,  2;  83;  430  u.  anm.  2,  3; 

437,  anm.  1 ;  439. 
frata  swv.  497,  anm.  1. 
frau  f.  408, 1. 
frauke  m.  166. 


Register. 


409 


fraup  n.  166. 

fraupr  (anorw.)  m.  166. 

frauva  f.  408, 1. 

freals  (anorw.)  adj.  =  frials  133,  a. 

fregna    stv.    267,    anm.  2;    498    u. 

anm.2,  7;  531,2. 
fre\i)adagr    (anorw.)    m.    133,  b,  2; 

312, 1 ;  vgl.  friädagr. 
Freifa  f.  =  Freyia  408. 
freist{n)e  f.  411, 3. 
freknor  f.  pl.  322,  2. 
frekr  adj.  169,  anm.;  322,2. 
frelsa  swv.  130;  295,  anm.  3. 
freisinge  229. 

fremr  adv.  komp.,  s.  framm. 
freta  stv.  315,  anm.  3;  497  u.  anm.  1 

(2  mal). 
freU  f.  110,3;  267  u.  vgl. 
fretta  swv.  267,  anm.  1,  2. 
-if)repr,  -(f)repr(m  namen)  60;  291, 4. 
Freyia  f.  408. 
Freyr  m.  389  n.  anm.  1. 
friädagr   m.    70,  2;    133,  b,  2;    318, 

anm.  4;  331. 
frials   adj.   70,2;   133,  a;   294;  295, 

anm.  3. 
frialsa  swv.  =  frelsa  130. 
Fr%  f.  227,1;  318,  anm.  4;  383. 
Frileifr  m.  292. 
frilla  f.  268,  4 
/Wo  n..  s.  frde. 
friör  adj.,  s.  /refer  430. 
friosa  stv.  71,3;  317,4;  335,1;  488 

u.  anm.  1;  506,  anm.  4;  531,2. 
Frirekr  m.,  s.  Friprekr. 
Friser  m.  pl.  387. 
Fripekr  m..  s.  Friprekr  292. 
Fri(p)leifr  m.  292. 
/W/>r  m.  60;  395  u.  3. 
Fripr  f.  381. 

fripr  adj.  127,2;  439,  anm.2. 
-(f)rip(r)  (in  namen)  291, 4;  384  n. 

anm.  2. 
Friprekr  m.  123;  253, 1 ;  292;  300,  2. 
fridtls  adj.  70,2. 
frolleikr  m.  268,  4. 
/rör  adj.,  s.  frär. 


froskr  m.  166. 

fropa  f.  166. 

fröpleikr  m.  268,4. 

/rö/>r  adj.  181, 1. 

fron,  frou(v)a  f.  408, 1. 

fru,  friiva  f.  408,1  (2  mal). 

frumvaxta  adj.  434. 

/ryta    swv.   68,4;    154;    160,  anm.; 

513,2  u.  anm.2. 
frde  n.  70,  anm.  3;  77,8;  83;  97,3; 

106;  135;  366. 
frdefask  swv.  97,3. 
frdegr  adj.  431;  439. 
frais  (anorw.)  adj.  =  frials  133,  a. 
frdende  m.  422. 
frdbn(d)kona    f.    160,  anm.;    291,2; 

422,  anm.  4. 
frdbndseme  f.  85;  149;  411,2. 
frcenn  (nisl.)  adj.  424,  anm.  2. 
frder  adj.  83;  97,3;  106;  430. 
frdbta  =  fretta  267,  anm.  1. 
fre-  (anorw.)  77,8;  vgl.  frdb. 
frek{en)n    adj.   169,    anm.;    322,2; 

428,  anm.  1. 
frer  n.  pL  71,3;  126,  anm.  1. 
frepe  f.  n.  111,  anm.;  151,3;  411. 
-{f)repr  (in  namen)  77,3;  291,4. 
Freymr  135,  anm. 
füa  (orkn.)  f.  112, 2. 
fuenn  adj.  (part)  488,  anm.  4. 
fugl  m.  61,1;  358,1. 
fulga  317,  3,  a. 
füll  n.  425,  anm.2. 
fullr  adj.  351, 1. 
fundr  m.  320;  388  u.  2;  392,3. 
furo,  füra  f.  124,  2. 
/"«irr  m.  392,  3. 

füss  adj.  112,  anm.  1;  233;  320. 
fuviti  m.,  s.  fogut(t)i. 
fyl  n.  369. 
/V?o*'a  swv.  238, 1,  b. 
fyl(g)P  f.  291, 5. 
fylke  n.  372,  anm.  4. 
fyUa  swv.  63,6. 
/Vtfr  f.  384. 

fylxne,  fylskne  n.  222,  2;  291,  6;  316. 
/yntfr  m.  392, 3. 


410 


Register. 


fyr,  fyre(r),  -ir  präp.  147;  300,  anm.  2. 

fyre,  fyre  n.  124,2. 

fyrr  m.  392, 3. 

fyrra  swv.  =  firra  85. 

fyrr(e)  adv.  komp.  442,  anm.  1,  3.  4. 

fyrre,  fyrstr  adj.  114,  anm.  2;  272,  3; 

438,  anm.l;  454. 
fyrrmeir(r)  adv.  komp.  442,  anm.  4. 
fy(r)st  adv.  sup.  273,3;  442,  anm.l. 
fyrpar  m.  pl.  60;  77,  5,  a. 
fyrua  swv.  82,4;  92;  513,1. 
fyruar  m.  pl.  82, 4 ;  92. 
Fyr(u)e  235,  anm.  4. 
fyst  (s.  fyrst)  272, 3. 
fdegelegr  adj.  171  u.  anm.  2. 
für  n.  71, 2. 

fcedgan  (anorw.)  n.  pl.  173,  5. 
ß  n.  =  fe  77,4;  81,  c;  90. 
fegelegr  adj.  171. 
fela  swv.  517. 
fera  swv.  515. 
/&r  adj.  438. 

fepa  swv.  238, 1,  a  u.  anm.  1. 
feyra  (anorw.)  f.  317,4. 
fezla  f.  238,  2,  d. 

gra-  präfix  154. 

gä  stv.,  s.  ganga  504,  anm.  4. 

#«  swv.  235,  anm.  4;  520  u.  anm.  1; 

532, 6  u.  anm.  2. 
gabba  swv.  318, 1, 12;  330, 1. 
gaddr  m.  224,2;  284. 
gafugr  adj.  80,  3. 
gagarr  m.  259,  anm.  1. 
gagl  n.  313, 3. 
gagn   n.   291,9;    361,  anm.l;    362, 

anm.  2;  428,  anm.l. 
gagnstigr  adj.  428,  anm.  1. 
gagnsdbr  adj.  438. 
gagnvart  adv.  428,  anm.  1. 
gala   stv.   277, 2,  b ;    500  u.  anm.  1 ; 

530,  anm.  5;  531,2. 
galdr  m.  284;  313,2;  358,  anm.  2. 
galeip  f   416, 3. 
galg-  zu  sra#Z  n.  313,3. 
gallr  adj.  167. 
gamall  adj.  285,5;  426;  433;  440. 


gaman  n.  225;  362. 

gambr  m.  358,  anm.  2. 

gamle  m.  318, 10. 

gammr  m.  318, 10. 

#cma  swv.  519,  anm.  2. 

#Gm<7  n.  =  gagn  291,  8. 

ganga  stv.  220;  266,3;  321;  504  u. 

anm.  1,  4,  5. 
ganglere  adj.  317,  4. 
gangvere(r)  m.  402,  anm. 
(jraßa  swv.  318, 1, 12  u.  anm.  1  (prät. 

gafÖi);  519,  anm.  4;  538,4. 
gäri  (nisl.)  54,  anm.  3. 
Garmr  m.  315,  anm.  3. 
garpr  m.  167;  343, 1;  358,2  u.  anm.  4. 
gasse  m.  127, 1. 

gata  f.  84,  anm. ;   235,  anm.  1 ;  407. 
gäta  f.  408. 
gätt  f.  175, 4. 

gauka  (anorw.)  f.  —  gaupa  257. 
Gaukna   (anorw.)  =  Ganpna  257; 

263,  anm.  4. 
Gau(k)staÖer  (anorw.)  307. 
Gau(k)storp  (anorw.)  241 ,  anm.  1 ;  307. 
Gaustalr  245, 1. 
Gautar  m.  pl.  166. 
Gautna  (anorw.)  263,  anm.  4. 
Gautsporp,  s.  Gau(k)storp. 
Gaupland  248,  anm.  4. 
gefa   stv.   85,  anm.  2;  169;   176,1; 

497  u.  anm.  2. 
gefande  m.  64;  78;  422. 
gegn  n.,  s.  gagn. 
gegn  präp.  u.  adj.  77,  7;  425,  anm.  4; 

428,  anm.  1 ;  vgl.  folg. 
gegnom,  -em  präp.  77,7;  81,  c;  263, 

anm.l;  425,  anm.  4;  428,  anm.l. 
geigo{r)skot  n.  408,  anm.  2. 
geil  f.  165;  375. 
geire  m.  54,  anm.  3. 
Geirmundr  m.  128. 
geirr  m.  54,  anm.l;  317,4;  353,5. 
-geirr  54,  3,  b;  229;  358. 
Geirrepr,   -ropr,   -raupr   m.   353, 6 ; 

397,  anm.  2. 
geisl  f.  317,  4. 
gehle  'stock'  165. 


Register. 


411 


geispa  swv.  316. 

geit  f.  416, 1 ;  417. 

gelda  (anorw.)  stv.,   8.  gialla  491, 

anm.  2. 
geldr  adj.  318,3;  424,  anm.  2. 
gemlingr  m.  168. 
■(g)enge  229. 
gengr  adj.  431. 
gera  swv.  =  genta  149. 
gerfe  f.  250. 

gerna  (anorw.)  adv.  95,  anm.  2. 
gerr  adj.,  s.  flrprr. 
gerra  swv.  i=  ##raa  532,5. 
gerp  f.  384. 
£<?r/>ar  f.  pl.  375;  384. 
Gerjyr  f.  384. 
-gerpr  (in  namen)  384. 
genta  swv.,  s.  genta, 
gestr   m.    155;    386;    387,    anm.  2; 

392,  2. 
Gestumblinda  261,1;  299,  anm.  5. 
Gesteein  (anorw.)  m.  273. 
geta  stv.  497  n.  anm.  2. 
#<?/>  n.  369. 

geyia  stv.  166,  anm.  2;  500. 
geysa  swv.  320. 
Geystr  (nisl.)  m.  320. 
giafa  stv.  =  gefa  95,  anm.  4 ;  497, 

anm.  2. 
giafall  adj.  173, 1. 
-$iza/<?  m.  95,  anm.  5. 
giafmüdr  adj.  95,2. 
giagnum   (anorw.)  präp.  =  gegnom 

195,  anm.;  263,  anm.  1. 
giald  n    92. 
gialda   stv.  70,1;   88;   220;  491  u. 

anm.  2;  530,  anm.  4. 
gialdkere  m.  71,  3. 
gial  kyri  m.  71,  5. 
gialla  stv.  491. 
giallr  adj.  167. 
giär,  s.  i  giär. 
giarn  adj.  70, 1. 

giarna,  -ara  adv.  95,  anm.  2 :  443. 
giäta  (anorw.)  196,  anm. ;  263,  anm.  1. 
giß  f.  335, 1. 
gigia  f.  263. 


gil  n.  165;  369. 

gilda  stv.  491,  anm.  2. 

gilde  n.  92;  425. 

gilia  swv.  510. 

Gas  m.  313, 4  n.  vgl.  folg. 

-(g)üs  (in  namen),  s.  -gisl. 

Gimer  m.  371. 

Gimle  294. 

gf/na  stv.  482  u.  anm.  2. 

ginna  swv.  517. 

giofi.  70,3;  375. 

giofott  adj.  173, 1 ;  439,  anm.  1. 

giorr  adj.,  s.  #prr  263,  anm.  1. 

giorp  f.  167;  375. 

gionta  swv.,  s.  genta  263,   anm.  1; 

518,  2  u.  anm.  3,  4. 
GiorÖr,  Giurö(e)r  m.  104. 
giösa  stv.  320;  485. 
giöta  stv.  101,2;  166;  182,1;  320; 

485. 
gio  f.  379. 
giognum  (anorw.)  präp.  =  gegnom 

204,  anm.;  263,  anm.  1. 
giorr  adj.,  s.  gorr  204,   anm.;   263, 

anm.  1. 
giorua  swv.,  s.  genta  263,  anm.  1. 
gipt  f.  391. 

Girker  m.  pl.  315;  vgl.  Grik(Jc)iar. 
Girkland  51, 1,  a. 
girna  swv.  238, 1,  b  u.  anm.  4;  291, 9; 

517. 
girskr  adj.  315. 
Gisl  m.  313,  4  u.  vgl.  folg. 
gisl  f.  375. 
-(g)isl,  -(g)isl  (in  namen)  229;  313,4; 

358. 
gisle  td..  165. 
Gislog  f.  152,  2. 
Gissurr  m.  274,2. 
Giüke  m.  133,  anm.;  235,2. 
gialda  stv.  70, 1. 
giavrn  adj.  70, 1. 
Gfoorr  m.  148;  274,2. 
gladdr  adj.  428,2. 
glam(m)  n.  154;  318,10. 
Glaser  m.  317,4;  371. 
Glapr  m.  387. 


412 


Register. 


glefsa  (anorw.)  247. 

Glei frier,  Gleipner  m.  318,  2. 

glepia  swv.  51 2. 

gier  n.  71,1;  126,  anra.l;  317,4. 

glepa  f.  60. 

gieße  f.  411. 

glepia  swv.  238, 1,  a;  512. 

gliä  (anorw.)  swv.  133,  b,  2. 

glika  adv.  137,  anm.  4. 

glik{i)a  swv.  516,  anm.  1. 

glikr  adj.  154;  290,  anm. 

glöa  swv.  68,4;  129;  171  u.  anm.  2; 

(227,2);    235,1,  d;    318,14;    509, 

anm. 
glöfe  m.  154. 
glotta  swv.  519,  anm.  6. 
glöp  f.  416, 4. 
glgggr  adj.  82,6;  424,  anm.  2;  vgl. 

gleggr. 
glgtopr  m.  397. 

gluggr  m.  227,  2;  318, 14;  358;  392,  3. 
glüpna  swv.  488,  anm.  4. 
glygg  n.  366  (2  mal). 
glyggr  (anorw.)  m.  392, 3. 
glyiapr  adj    68,  4. 
glymr  m.  154;  389  u.  anm.  1. 
glyma  317,4. 
glys  n.  317,  4. 

glce(f)a  swv.  171  u.  anm.  2. 
glcbsa  swv.  317,  4. 
gleggr  adj.  82,  6;  171,  anm.  2;  227,2; 

424,  anm.  2;  430;  439. 
gUpr  m.  387;  392,2. 
gnadd  n.  172,  3. 
gnaga  swv.  290;  501,  anm.  4,  5. 
gnapa  swv.  172,2,3;  519,  anm.  4. 
gnaup  f   166 ;  172,  3. 
gneggia  swv.  154;  227,1;  510. 
gneisle  m.  154;  290. 
*gnella  stv.  495,  anm.  6. 
gnesta  stv.  91 ;  490  u.  anm.  1. 
gneypr  adj.  172, 1,  3. 
gnipa  f.  172, 1,  2. 
#«ö>r  adj.   154;    170,    anm.  2;   290, 

anm. 
gnött  f.  112,2;   170,  anm.  2;   392,3. 
Gng  f.  379. 


gnüa  stv.  68,6;  154;  506. 

gnüpr  m.  172, 1,3. 

gnyia  swv.  68,6;  163,2;  513,2. 

gnyr  m.  389  u.  anm.  1. 

gnystyrer  m.  166,  anm.  2. 

#m//w  m.  166;  172,3;  389. 

gnegia  swv.  317, 3,  a. 

gnett  f.,  s.  gnött  392,  3. 

gnepesk  prät.  (zu  gmgia)  317, 3,  a. 

Gö  f.  411. 

0Ö<?  f.  411. 

Goer  m.  371. 

#oZ  n.,  gola  f.  61, 1. 

gölegr  adj.,  s.  göplegr. 

goll  n.  61,1;  275. 

Gdr(r)  m.  360. 

Görepr  m.,  s.  Go(p)repr  123;  292. 

grotar  m.  pl.  166. 

Gote  m.  401, 3. 

got{n)ar  m.  pl.  401,  3. 

gop  m.  n.,  s.  gw/». 

gope  m.  61,  3. 

Gopland  248,  anm.  4. 

gö{p)legr  adj.  292. 

Gopormr  m.  241;  vgl.  Guttormr. 

Goipyopr,  -roprm.  77,3;  123;  291,4; 

292. 
#o/>r   adj.    127,3;    427,    anm.  1,  2; 

436,2;  440. 
GoÖpioÖ  248,  anm.  4. 
#00  n.  235,2,  d;  361,  anm.  2. 
ggfegr,  -ogr  adj.  173,4;  437. 
gpgn(um)  präp.  77,7;   263,  anm.  1; 

428,  anm  1;  vgl.  gegnom. 
ggltr  m.  167;  318,3;  395. 
ggmul  adj.  121. 
Gondol  f.  378. 
ggm  f.  375. 
ggrr  adj.   (part.)   77,1;   82,  anm.  3; 

154;  204,  anm.;  226;  235,  anm.  1; 

250;    263,    anm.  1;    424,   anm.  2; 

430;  507,  anm.;  618,  2  u.  anm  3, 4. 
gprua  adv.  77,  7;  235,  anm.  1;  442,2. 
g$s  f.  123;  233;  416  u.  anm.  3. 
gp't  f.  416. 
gg-tt  f.  321. 
ggluar  f.  pl.  154;  380. 


Register. 


413 


grafa    stv.    170,    anm.  1, 2;    342,1; 

500  u.  anm.  3. 
gramr  m.  387  u.  2  u.  anm.  2. 
Gramr  m.  315,  anm.  3. 
gramr  adj.  168;  315,  anm.  3;  318,10. 
grantie  m.  154;  224,2;  401. 
grannleitr  adj.  167. 
gräpa  swv.  171;  172,2,3. 
grär   adj.   81,  b;   166,  anm.  3;  426; 

429,  anm.;  433. 
gras  n.  338, 1. 
grata  stv.  171;  505,  I. 
graatr  m.  358,  2. 
gredder  m.  154:  224,2. 
Gregöri(a)smassa  160,  anm. 
G-reifr  (anorw.)  247. 
grein  f.  154;  292. 
greip  f.  172,1,2;  416,3. 
greißa  swv.  154;  292. 
greifir  adj.  439. 
Greland  =  Grönland  299, 2. 
gremia  swv.  512,  anm.  2. 
grmi  n.  369. 
grene  n.  372. 
grenia  swv.  172,2;  510. 
Grenland  =  Grönland  299, 2. 
Grrtter  m.  371. 
grey  n.  369. 

grey-baka  f.  169;  279,1. 
grey-hutidr  m.  166,  anm.  3. 
greyfa  swv.  166. 
greypa  swv.  172, 1, 3. 
<jrn"är  adj.,  s.  grär. 
Grik(k)iar,    Grik(k)er   m.    pl.    263; 

279,1;  315;  368;  389. 
Grik{k)land  51. 1,  a. 
gri(k)skr  adj.  296;  315. 
Grhn(h)üdr  f.  294. 
Grimkeü  m.,  s.  Grinkell. 
grim(m)r  adj.  168;  318, 10. 
Grimr  m.  358,  3. 
«jr/na  stv.  172,  2. 
grind  f.  416, 2,  4. 
Grinkell  (anorw.)  m.  258, 1. 
Grii)ödgarbr,  Grsd-  m.  248,  anm.  5. 
gripa  stv.  172,1,2;  323,1;  482. 
gripr  m.  388. 


griskr  adj.,  s.  gri(k)skr. 

griss  m.  387  n.  1,  2. 

Gröa  f.  408. 

gröa  stv.  77,3;  506. 

#ro^  f.  172, 3. 

gröpasamlega  adv.  171 :  172,  2, 3. 

gröpr  m.  358,  2. 

t/rö/"  f.  375. 

groftr  m   395,  anm.  2. 

gron  f.  375. 

grcndopr  m.  397,  anm.  1. 

grgptr  m.  395. 

<jrro/>r  m.  395  n.  3. 

grüfa  swv.  519,  anm.  1. 

grund  f.  317,2,6;  391. 

grannleitr  adj.  167. 

grunnr,  grupr  m.  317, 2,  b. 

grunnr,  grupr  adj.  438. 

grunr  m.  388. 

<7n//ia  swv.  166. 

gryia  swv.  166,  anm.  3. 

Grymkeü  m.  85. 

«/rce/ir  adj.  170,  anm.  1  u.  2. 

grefr  adj.  170,  anm.  1  u.  2. 

Grä(n)land  299,  2. 

<7/wm  adj.  438. 

#r^a  swv.  171. 

guddömr  m.  268,  3. 

gugna  swv.  246,2;  284;  495,  anm.  6. 

Guike  m.  2ä5,2, 

£!</  n  ,  gida  f.  61, 1. 

Gulbrandr  (anorw.)  m.  238,  anm.  17. 

gutt  n.  61,1;  275. 

guüap  n.  294. 

Gtdlaugr  m.  268,4. 

Gulle  m.  268, 4. 

Gmöct'/t  m.  268,  4. 

Gulleikr  m.  268,4. 

gidlenn  adj.  156. 

Gullentanne  m.  167. 

Gullveig  f.  377,  anm. 

gutnbuü  (anorw.)  m.  173, 1. 

0«»j<?  m.  61,3;  401,3. 

gumul  adj.  121. 

Gamundr   m.    =    Gupmundr    268, 

anm.  3;  292. 
Gunnarr  m.  294;  359,1. 


414 


Register. 


Gunnb(i)org  (mnorw.)  f.  295,  anm.  3. 

Gunn(h)ildr  f.  294. 

Gumüpp  f.  377. 

Gunnor,  -vor  f.  112,  anm.  2 ;  148. 

gunnr  f.  277,  4,  b ;  384  u.  anm.  1. 

-gunnr  (in  namen)  384  u.  anm.  1. 

Gunnuldr,   -valdr  (anorw.)  m.  148; 

235, 1,  f. 
Gunnidfr  m.  297. 
Guser  m.  371. 

gutar  m.  pl.  61,1;  vgl.  gotar. 
gutt,  s.  göpr  (127,  3). 
Guttormr,  Guttarmr  (mnorw.)  m.  150, 

anm.;  241. 
gup  m.  n.  61,1;  361;  387  u.  2  u. 

anm.  1,  2. 
Gudbrand  (anorw.)  m.  268,  anm.  3. 
gupe  m.  61,  3. 

Guplaugr,  -leifr,  -leikr  268,  4. 
Giiplogr  m.  152, 2. 
Gu(p)mundr  m.  150,   anm. ;    153, 1 ; 

238,  anm.  15;  292. 
GaÖormr  (anorw.)  m.  =  Guttormr  241. 
gupr  f.  277,4.  b;  384  u.  anm.  1. 
-gupr  (in  namen)  384  u.  anm.  1. 
Gupripr  f.  65;  291,4;  292. 
Guprün  f.  377. 
Guprepr  m.,  s.  Go(p)repr. 
gupsife  m.  (85);  403. 
gupspett,  -spiall,  -spiald  n.  91;  317, 

anm.  1. 
gudsyfiar  =  -sifiar  85. 
gyggua    swv.    82,  4;    227,  2;    495, 

anm.  3,  6. 
gygr  f,  293,  2;  384  u.  anm.  4. 
Gylfe{r)  m.  104;  371  u.  anm.  2. 
<jri//Za  swv.  517  u.  anm.  1. 
02/ftr  f.  167;  318,3;  384. 
gymbell  m.  173, 1. 
gymbr  f.  168;  375;  392,2. 
Gymer  m.  371. 

gymstceinn  (anorw.)  m.  =  gim-  85. 
Gyripr  f.  65;  292. 
gyrpa  swv.  167. 
<jf?/ss  m.  227,  2,  a;  389. 
gyPia  f.  409, 
Gcei(r)laugr  (anorw.)  m.  273,  anm.  1. 


gdr,  s.  i  giär. 

gcera  f.  154 

Gosrmundr  (sbetl.)  m.  =  Geir-  128. 

Geestair  (anorw.)  m.  276. 

geeta  swv.  263,  anm.  1 ;  267,  anm.  2. 

gegn(um)  (anorw.)  präp.  =  gegnom 

77,7;  81,  c;  263,  anm.  1. 
gora  swv.,  s.  gerua. 
gerr  adj.,  s.  gprr. 
g&rr  adv.  komp.  77,7. 
gerseme  f.  149;  411,2,3. 
gerua  swv.  77,  7 ;  82,  6  u.  anm.  3 

84;  149;  263,  anm.l;  507,  anm. 

518,  2  u.  anm.  3, 4;  530,  anm.  3 

532, 5. 
gerua  adv.  77,7;  442. 
gerne  f.  82,6;  411,2,3. 
gezka,  geska  f.  238,  2,  d ;  303,  2. 

Jiä  (anorw.)  =  hafa  160,  anm. 

ha  swv.  'plagen'  167;  175,4;  317, 3, b 

Hä(a)rr  m.  54,1;  130;  294. 

Habbarör  m.  270,  anm. 

hadda  f.  238, 1,  a. 

hädege  n.  372. 

hafa  swv.   160,   anm. ;   170,  anm.  1 

174,1;    240,    anm.  4;    507,    anm. 

520  u.  anm.  1,  2;  531, 1  u.  anm.  2 

532,6;    534,  anm.  3;    538,4;    541 

u    anm.  1,  2. 
hafa  (anorw.)  f.  170,  anm.  1. 
hafask   swv.    'sich   verhalten'    170, 

anm.  1. 
hafn  =  hpfn  f.  81,  c;  390,1,4. 
hafnandi  (anorw.)  m.  422,  anm.  1. 
hafr  m.  358,  anm.  2. 
häfr  m.  170,  anm.  1. 
häfsäld,  -scelda  (anorw.)  n.,  f.  297. 
Haftör  m.  237, 1. 
Hafporn  (anorw.)  m.  256,  anm. 
Hafporr  m.  221, 1. 
hafuÖ  (anorw.)  n.  =  hpfop  98, 1. 
haga  swv.  321. 
hagr  m.  387. 
hagr  adj.  170. 

Hagpörer  (anorw.)  m.  256,  anm. 
hale  m.  170. 


Register. 


415 


Hake  m.  299, 1. 

Hakanen),  -un(n)  m.  226 ;  285,  anm.  2. 

Hakporsson,  Hag-  (anorw.)  m.  239, 

anm.  3. 
halda  stv.  174, 1 :  220:  275;  317, 2,  a; 

504   u.   anm.  1;   534, 2, b   (2 mal); 

536,  anm.  2;  540,  anm.  3. 
hal(d)kuaimr  adj.  291,2. 
Haleyger  m.  pl.  389;  392. 
Jiäley<g)skr  adj.  296. 
halfa  f.  294. 

Halfdan{r)  m.  285,  anm.  2:  358,2. 
halffertegr  adj.  460,  anm.  2. 
halfnirepr  adj.  460,  anm.  2. 
halfr  adj.  425,  anm.  2;  427.  anm.  2. 
halkuämr  adj.  291,  2. 
hau  f.  =  hall  81,  c;  391. 
Raüb{i)org  (mnorw.)  f.  295,  anm.  3. 
hal(l)da  stv.  260. 

Halldörr  m.  238, 1,  b ;  297,  anm.  1. 
Hallfrepr,  -fropr,  -frepr  in.  77,3. 
hallr  m.  81,  b;  358,1  u.  anm.  4. 
haür  adj.  167;  275. 
Haüvarpr  m.  252,  anm. 
Hälogaland  152,2;  160,  anm.;   392. 
halr  m.  173.5;  319,2;  387,3  n.  anm.  4. 
Juüs  (hals)  m.  124.3;  338,  1. 
hamarr  m.  304;  357;  359,  anm.  2. 
Hamdir   m.    238,  l,b;    258,2;    vgl. 

Hamper. 
luxmingia  (anorw.)  f.  149;  229 ;  318, 10. 
hä-möt  175,  4. 
hampr  m.  262, 1. 

hamr  m.  317, 4 ;  322, 1 ;  387  u.  anm. 2. 
hams  m.  317,4. 
Hamper,  -per  m.  51, 2,  a;  66,  4;  80, 2; 

151, 2;  221, 1;  238, 1,  b;  258, 2;  371. 
hand  f.,  s.  hcnd  416,  anm.  1. 
handan  präp.  adv.  167;  441;  442,3. 
Handir  m.,  s.  Hamper  258, 2. 
hane  m.  170;  347,1;  400. 
hanga  stv.  266.  3  u.  anm.  3;  317,  3,  b; 

321;  504  u.  anm.  1  (2  mal),  2,  5. 
hanke  m.  266,  anm.  3. 
hann   pron.  m.    54, 3,  b;    78;    116; 

187,1;    277, 2,  c;    285,1;    466   u. 

anm.  1,  2. 


hanpr  m.  262, 1. 

hannyrf)  291,  6. 

här  m.  'hai'  50,4;  175.4. 

här  m.  'rnderdulle'  175.4;  387. 

här  adj.  98,2;  2.50;  317,  3,  a;  322,1; 

429;  430  a.  anm.  3;  438. 
Har-  (in  namen)  226. 
Haraldr   m.    69;    148;    (226);   235, 

anm.  4. 
Härekr  m.  65. 
hart  (anorw.)  m.  71,  anm.  1. 
hark  n.  322,  1. 
harla  adv.  291,  3. 
Mröttr  adj.  427. 
harpare  m.  400. 
Harr  m.  291. 
harr  adj.  54,2;   424,  anm.  2;   430, 

anm.  3;  438. 
harre  m.  401,1. 

Harpangr  m.  51, 1,  a;  78;  292.  anm.  2. 
harpende  n.  pl.  149 ;  173,  2  u.  anm.  2; 

235,  1,  f. 
har/xnskr  adj.  264;  291,  anm.  1. 
harpfengr  adj.  431. 
harpia  adv.  291, 3. 
harpr  adj.  81,  b;  427,  anm.  2. 
harfrynde    n.  pl.    173, 2;    226;    vgl. 

liarpende. 
häsin  175,4. 

Iiäske,  haske  m.  127,1;  317,  3,  b. 
häss  adj.  54,  anm.  3. 
hata  swv.  281. 
häta  stv.,  s.  heita  502,  anm. 
hatr  n.  155. 
hat{t)a  swv.  281. 
hattr  m.  395,  anm.  2:  vgL  hgttr. 
haufop  n.,  s.  hgfof)  98,1;  166. 
haugr  m.  317, 3,  a. 
haugr  (anorw.)  adj.,  s.här  adj.  317, 3,  a. 
hankr  m.  132,  a;  235,  2. 
hauksialdr,   -stalde,  -stalle  m.  105, 

anm.;  239,  l,b;  317, 2,  a. 
hauldr  (anorw.)  m.  105,  anm. 
haustr  m.  132,  anm.:  234. 
Hävin  135. 

he-,  hi-  pron.  471,  anm.  2. 
hefa  ^anorw.)  swv.,  s.  hafa  520.  anm.  2. 


416 


Register. 


hefia  stv.  170,  anm.  1;  240,1;  500 

u.  anm.  1,3;    530,   anm.  6;    539, 

anm.  3. 
hefiande  m.  173,  2. 
Jiegat  adv.  165,  anm. 
Jieggr  m.  389. 

hegre  m.  60;  128;  317, 3,  a. 
heif(s)t  f.,  s.  heipt  291,  anm.  2. 
hedagr  adj.  78;  128;  173,4;  428  u. 

1,  3  u.  anm.  3;  433;  437. 
heilinde  n.  149;  173,2  u.  anm.  2. 
heill  m.  317,  4. 

heilt  adj.  286;  427  u.2;  439,  anm.  2. 
heilsa  swv.  317,4. 
heilynde  n.  173,2;  226. 
heima  n.  405. 

Heimdal(l)r,  -dpllr,  -dcell  m.  358,2. 
heimdrage,  -drege  m.  73,  anm.  1. 
heimeil,    -oll    adj.    51, 2,  b;    173,1; 

428, 1,  4. 
heimold  f.  313,2. 
Jieimo(l)lega  adj.  285,  5. 
heims Jc)legr  adj.  291,  6. 
heimele  85,  anm.  2. 
Heiner,  lieinir  m.  pl.  292. 
Iwipt  f.  237,  anm.  2;  291,  anm.  2. 
heip,t)giarn  adj.  291,11. 
heita   stv.    54;    154:    280,1;   481,2; 

502  u.  anm.;  532,2;  540,  anm. 3; 

542,  anm.  2. 
heitr  adj.  165. 
heißem  adj.  128;  428,3,4. 
lieißiie  f.  411. 
heißr  m.  358,2. 
lieißr  f.  54;  384. 
Heißsefar  m  pl.  151, 6. 
Heizdbfesßing  n.  238,  2,  d. 
teZ  f.  383  u.  anm.  2. 
ZieZa  f.  110,3. 
7teZa  swv.  517. 

heldr  adv.  komp.  63,1;  155;  443. 
heldre,  helztr  adj.  438,  anm.  1. 
hel(f)ningr,  helfingr  m.  237, 2 ;  254 ;  462. 
Mft,  -ß  f.  238,  anm.  8;  462. 
Helga  f.  77,7. 
Helge    m.    77,7;    85,    anm.  3;    87, 

anm.  2;  91;  128. 


helge  f.  411. 

helgr  f.  384  u.  anm.  4. 

he(l)kn  n.  297;  361. 

hella  swv.  517. 

lieller  m.  371  u.  anm.  4. 

helmingr,   helningr  m.  254;   291,4; 

462, 
helzit)  adv.  sup.  303, 1;  443. 
Iielzti  adv.  85,  anm.  3 ;  297,  anm.  2. 
helztr  adj.  sup.  438,  anm.  1. 
liemingr  m.  173, 3. 
hemmingia  (anorw.)  f.  318, 10. 
Hem(m)ingr  m.  318, 10. 
hengat  (anorw.)  adv.  162,  anm. 
hengia  swv.  238, 1,  b. 
Hengiankiapta  f.  291,  2. 
henta  swv.  515,  anm.  1. 
hepta  swv.  240,  2. 
her  adv.  103;  165.  anm.;  177,1. 
heraß  n.   54, 3,  b;    103;   151,1;  361 

(2 mal);  362. 
herbyrgi  n.  85. 
here  m.  71,  anm.  1 ;  103. 
here  in.  =  hegre  60;  317,  3,  a. 
Hergils  m.  313,4. 
heria  swv.  509;  510. 
Heriann  m.  358;  359, 1. 
Herioldr  m.  69;  148. 
Heriolfr  m.  61,1;  69;  133,  a. 
herna  adv.  137,  2. 
herr  m.  389  u.  anm.  2. 
herra,  -e  m.  401, 1. 
herser  m.  371. 
Iwrskär  adj.  429. 
hertoge,  -uge  m.  61,  3. 
for^r  f.  384. 
Äes<r  m.  127,6;   291,11;  302;  358, 

anm.  3. 
lietia  m.  409. 

hepan  adv.  60;  103;  165,  anm. 
Heßemi  m.  103;  173,  anm.  3;  359. 
Jießra  adv.  60;  165,  anm. 
liey  n.  163,1;  317,  anm.  2;  366;  369 

u.  aum.;  vgl.  hf. 
lieyia  swv.  163, 1 ;  513, 5  u.  anm.  5. 
heyra  swv.  63,14;  99,  anm. 
heyrn  f.  71,8. 


Register. 


417 


M-,  he  pron.  471,  anm.2. 

Mä  präp.  235,  anm.  4 ;  405. 

Hiaki  (anorw.)  m.  95,  anm.  4. 

html  n.  95,2;  322,1. 

Mala  swv.  95,  anm.  5. 

hialdr  m.  88;  95,1. 

Rialmper,  -ter  m.  241,  anm.2;  360 

u.  anm.  5. 
hialm(ul)-vplr  u.  a.  formen  254;  297. 
hialmvitr  t  390, 1,  (4). 
hialpa  stv.  92;  95,3,  a;  323,1;  491, 

anm.  2 ;  495  u.  anm.  5  (2  mal) ;  530, 

anm.  4. 
Malpsmapr  m.  390, 2. 
hüdt  n.  91;  222,  anm.  1;  361. 
Eia(T)tland  297,  anm.  1. 
hiarn  n.  322, 1. 
hiarne  m.  224,2;  283;  317,4. 
Hiarrandr,  -e  m.  422,  anm.  4. 
Marse  m.  317,4. 
Marta  n.  77,  9:  88;  95,3,  a;  325,1; 

340;  400;  405. 
Martegn  n.,  s.  iarte(i)gn. 
Hiatland  297,  anm.  1. 
Mapningar  m.  pl.  92;  173,  anm.  3. 
hibyle,  -büi  n.,  s.  hybyle. 
Meri  m.  =  here  71,  anm.  1 ;  103. 
higat  adv.,  s.  hegat. 
Mggia  swv.  =  hyggia  114. 
Hildetannr,  -tapr  m.  167;  277,  4,  b; 

358;  416,  anm.  3. 
Hildr  f.  384. 
Mldr  f.  (294);  384. 
-hildr  (in  namen)  294;  384  u.  anm.  2. 
Eillar  f.  pl.  375. 
Mlper  m.  92. 
himenn  m.  225;  237,  anm.  3;  285,5; 

359  n.  anm.  4. 
7wni(ri}nfö(anorw.)n.llO,anm.2 ;  299,3. 
Mmna  f.  266,  anm.  5. 
hind  f.  416. 

hindar(r)  adv.  komp.  442,  3. 
Mndre  adj.  komp.  167;  441. 
Mneg  adv.,  s.  hinneg. 
hingat  adv.  162,  anm. 
Mm  pron.  277, 2,  c;  285, 1;  468;  471 

u.  anm.  1,  2;  472,  anm.  1. 
Noreen,  Altisl.  gTamm.    4.  aufl. 


hinna  f.  266,  anm.  5. 

hinneg,  -ig,  -veg  adv.  149,  anm.  1; 

235,  l,f;  285,1;  471,  anm.2. 
hinnog,  -ug  adv.  158;  226. 
hinzt  adv.  snp.  442,  3. 
liin-tr  adj.  sup.  441. 
hiöl  n.  235,  anm. 3;  317,  anm.2. 
Molp  f.  70,3;  89;  390,2. 
hiolt  f.  95,1;  361. 
hiön  n.  405  (2  mal). 
Mona  n.  405  (2  mal). 
hiorr  m.  82,  anm.  4;  89;  322,1;  365 

u.  anm.l,  2;  (396). 
hiorir  m.  89;   172,  anm.  3;   396  u. 

anm.  1. 
hiorp  f.  89;  391. 
hioröing  n.  221,  anm.  1. 
Hirar  f.  pl.  375. 

hirpa  swv.  238,  anm.2;  245,2;  515. 
hirper  m.  104;  151,3;  370. 
Hising  m.  390, 2. 
Hisingsbüar  m.  pl.  390, 2. 
hit  pron.  248;  471,  anm.2. 
hit   (anorw.)   adv.  158;   165,  anm.; 

471,  anm.2. 
hite  m.  85,  anm.  1 ;  165. 
hitta  swv.  85,  anm.  1. 
hitti  pron.  (neutr.),  s.  siä  pron.  470, 

anm.  2. 
JU9  pron.  =  hit  248. 
Hipen,    -in    (anorw.)    m.    92;    173, 

anm.  3. 
Möing  (anorw.)  f.  114. 
hipra  adv.  60;  165,  anm. 
Müfra  stv.  101, 1. 
Mü(n)  n.  133,  b,  2;  405  (3  mal). 
hiüna  n.  405  (2 mal). 
Hiozlgi  (anorw.)  m.  87,  anm.2;  91. 
Hicelmlop  (mnorw.)  152.  2. 
hioesi  (anorw.)  =  here  m.  71,  anm.  1. 
Hiazsi  (anorw.)  m.  95,  anm.  4. 
Makka  swv.  266,3. 
hlam  n.,  s.  glam  (154). 
hlam  prät.  496,  anm.  5. 
Mass  n.  320;  339,1. 
hlätr  m.  284;  358,2. 
hlapa  stv.  320;  500. 

27 


418 


Kegister. 


hlaupa   stv.   63,11,12;    172,1;   503 

n.  anm.  1 ;  535,  anm.  2. 
hlaut  f.  166. 
Me  n.  80,2;  163,2;  169. 
Hleipr  f.  376. 
hlekkr  m.  266,3;  389. 
hlenne  m.  275. 
Hler(r)  m.  360  (2  mal). 
Mif  f.  375. 
Hilf  f.  375. 

hliöta  stv.  485  u.  anm.  2. 
Wtö/>  n.  166. 
Mit  f.  376. 
fti$  f.  376. 
hlip  f.  390,  3. 
Hlipskialf  256. 
ÄZda  stv.  68,4. 
Hlör(r)ipe  m.  151,  6. 
Hlopver,  -ver  m.  65;  111,2;  151,2; 

166;  317,  3,  b;  360  u.  anm.  5;  371. 
Hlgkk  f.  375. 

hlum{m)r  m.  318,10;  387;  392,3. 
hlunninde  n.  pl.  173, 2. 
äZms<  f.  71,7;  317,4. 
hlusta  swv.  71,  3. 
hlutr  m.  16«;  388  u.  4;  392,3. 
7iZtf  n.  163,  2. 
7tfr7*a     swv.    68,4;     163,2;    513,2 

'wärmen'. 
hlyia  swv.  513,2  'schirmen'. 
Jüymia  swv.  496,  anm.  5. 
Jüymr  m.  =  glymr  154;  389. 
Mi/mr  m.  =  hlum(m)r  392, 3. 
hlynr  m.  389. 
Äft/r  n.  pl.  71,7;  317,4. 
hlyr  adj.  429. 
hlypne  f.  411. 
Bldefopr  m.  97, 3. 
Hldbfreyr  m.  97, 3. 
7^c6i'a  stv.  317,  3,  a;  501  n.  anm.  1. 
Mdbr  adj.  169;  429. 
Ue{g)legr  adj.  293,  3. 
hlera  swv.  71,3;  317,4. 
Hlepuer,  -ver  m.  65;  151,2. 
hnakke  m.  328,2. 
hneggia  (nisl.)  swv.  154. 
hneigia  swv.  516,  a. 


hneiss  adj.  294. 

hneppr  adj.  424,  anm.  2. 

Tmefr-  f.  416,  anm.  3. 

Ttragra  stv.  97, 2 ;  482  u.  anm.  1,  2. 

hniösa  stv.  71,3;  485  u.  anm.  1. 

*hniöpa  stv.  (def.)  320;  488,  anm.  4. 

hnipa  swv.  483,  anm. 

hnipenn  adj.  (part.)  483,  anm. 

/mm  n.  320. 

hnita  stv.  320;  482  u.  anm.  3. 

hnöf  prät.  500,  anm.  4. 

/rnoss  f.  320;  339,1. 

hnot  f.  416  u.  anm.  3. 

hnopa  n.  405. 

hnogg(u)a  stv.  77, 5,  a,  7;  227, 2;  493, 

anm.;  495  u.  anm. 3. 
/wm/ät  m.  322, 1. 
Me^r  adj.  82,  6;  227, 2;  424,  anm.  2; 

430. 
hn&re  m.  71,3. 
/mefr  f.  41 6,  anm.  3. 
ho  f.  77,2;  163,1;  vgl.  hf. 
hodd  f.  224,  2. 
höf  n.  170,  anm.  1. 
hofod  (anorw.)  n.  98,1;  vgl.  hgfop. 
hög~  adj.  424,  anm.  2. 
högetide  n.,  s.  högynde. 
höglegr  adj.  170. 
hogr  m.  61, 1. 

högynde  n.  64;  173, 2;  539,  anm.  2,  3. 
hokenn  adj.  (part)  488,  anm.  4. 
ÄoZ  n.  318,6;  425,  anm.  2. 
holfa  swv.  495,  anm.  6;  519,  anm.  1. 
holfenn  adj.  (part.)  495,  anm.  6. 
holgan  f.  =  holdgan  291,  2. 
ÄoMr  m.  318, 6. 
höll  m.  77,11;  81,  c. 
hollr  adj.  167;  275;  427,2. 
Holm{f)ripr  f.  291,4. 
H6(l)mst<xinn  m.  297. 
Äo&  n.  361,  anm.  4. 
Holtar,  -er  361,  anm.  4. 
Äön,  hon  pron.  f.  116;  127,6;  151, 1,5; 

277,  2,  c;  466  u.  anm.  1,  2. 
7ionw  n.  =  hörn  272, 2. 
Hop  247. 
Tioppa  swv.  324,  2. 


Register. 


419 


hör  (mnorw.)  adv.  77, 10;  S2,  8. 
hör  adj.,  s.  hdr  250;  317,3,  a;  430 

u.  anm.3;  438. 
horfa  swv.  495,  anm.  4;  507,  anm. 

(2 mal);  519,11. 
hörn  n.  155;  272,2. 
horrcekkia  (anorw.)  f.  279, 1 ;  291,  9. 
hors  n.  3  t  5,  anm.  3. 
hör  so  (anorw.)  adv.  77,10. 
horretna,  -vitna  adv.  82, 8;  84;  390,  5. 
hoste  m.  171;  172,  2;  235, 1,  a. 
höt  n.  171;  235, 1,  a. 
höta  swv.  171. 

höta  (anorw.)  stv.  505,  anm.  1,  3. 
hotvetna,  -vitna  pron.  82,8;  390,5; 

477,1. 
hq  f.  77,2;  163,1;  317,  anm.  2;  379; 

vgl.  hey. 
hpfa   (anorw.)    swv.,    s.   hafa   520, 

anm.  2. 
hofn  f.  81,  c. 

hpfo{d)dükr  m.  268,3;  285,5. 
hpfop  n.  98,1;  121;  166;  362. 
hpfpinge  m.  149;  229. 
hpfundr     m.     173,2;    358,2;    422, 

anm.  4;  539,  anm.3  (2 mal). 
hpfudbarmr  (anorw.)  m.  238.  anm.  14. 
hpgg  n.  364. 

hpggua  stv.  63,10  u.  anm.  5;  77,7; 
"  82, 1 ;  227, 2 ;  318, 14 ;  503  u.  anm.  1 ; 

530,  anm.  5. 
Hogne  m.  105,  anm. 
H&fr  m.  228. 

Hplge  m.  =  Helge  77, 7 ;  85,  anm.  3. 
holkn  n.  361. 
hpü  f.  81,  c.  391. 

hplpr  m.   105,  anm.;  173,5;  319,2. 
hpltzti  adv.  85,  anm.  3. 
hpmungr  m.  173,  3. 
hpnd  f.  115, 1 ;  331, 2;  416  n.  anm.  1,  2. 
hpnk   f.   105;    266,   anm.3;    349,1; 

'416,3. 
hprr  m.  364;  365,  anm.  2. 
Hörbar  m.  pL  51,1,  a;  78. 
Hprpr  m.  159;  395. 
Hpskuldr  m.  317,  2,  a. 
hoss  adj.  430. 


Hpsuer  m.  82,  6. 

hpttr  m.  326,7;  395. 

hpttr  m.  321.  395. 

Hppr  m.  395. 

höpung  f.  173,  3. 

hrafn  m.  277,  3;  358, 1. 

hramtnr  m.  318, 10. 

hrapallegr  adj.  268,  4. 

hrdr  adj.  80,2;  429. 

hraukr  m.  318,  5. 

hraume  m.  322, 1. 

hregg  n.  369. 

hreifr  (nisL)  adj.  294,  anm. 

hreinn  adj.  438. 

hreinsapr  adj.  238, 2,  f. 

Hret(p)marr  m.  292. 

hrekkr  m.  389. 

hrepiar  f.  pl.  382. 

hreyse  n.  71, 8. 

hreysar  f.  pl.  384. 

hrifa  stv.  482. 

hrika  stv.  322,1. 

hrina  stv.  482. 

hrinda  stv.  266,  2;  492  n.  anm.  1,  2. 

Äriosa  stv.  172, 1;  488,  anm.  4. 

hriöta  stv.  485. 

hriöpa  stv.  485. 

hris  n.  361,  anm.  4. 

Hrisar  361,  anm.  4. 

Sm*  f.  390,  3. 

hriüfr  adj.  166;  322,1. 

Hröaldr  m.  134,  b,  2;  222,  anm.  2; 

228  n.  anm.;  235,  l,d. 
Hröarr  m.  54, 3,  b ;  72 ;  134,  b ;  151, 1 ; 

228;  229;  235, 1,  d. 
Hröbiartr  m.,  s.  Hröpbiartr. 
hroke  m.  166;  318,  anm.3. 
Hrokkell  m.  127,3;  238, 2,  e;  274,1. 
hrokkenn  adj.  322, 1. 
hrökr  m.  322, 1. 

Hrölfr  m.  130;  228  n.  anm.;  297. 
hroüa  swv.  224,  anm.  3. 
Hrollaugr  m.  127,3;  268,4;  358. 
HroUeifr  m.  127, 3;  268, 4. 
Hroliugr  m.  152,  2. 
Hrömundr  m.  292. 
Hrö{p)lfr  m.,  s.  Hrölfr. 

27* 


420 


Register. 


hrösa  swv.  320. 

hross  n.  315,  anm.  3. 

hroste  m.  317,  4. 

Hrö(p)biatr  m.  127,  3. 

hropenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 

Hröpgeirr  m.  54,  3,  b ;  vgl.  Hröarr. 

Hr6(p)mundr  m.  292. 

hröpogr  adj.  127,3. 

hröpr  m.  65;  320. 

hröprbarmr  m.  238,  anm.  14. 

hrgnn  f.  224,2;  317,4. 

hrufa  f.  166;  322,1. 

hrüga  f.  166;  263,  anm.  3;  318,5  u. 

anm.  3. 
hrum{m)r  adj.  318, 10. 
hrütr  m.  172,  anm.  3. 
hrüpr  m.  358,  anm.  2. 
hryfe  m.  166;  322,1. 
hryggr  m.  279, 1 ;  389  u.  anm.  1. 
hryggr  adj.  82,4;  430  u.  anm.  4. 
hryggua,    -ia     swv.    227,2;     516, 

anm.  2. 
Aryfr  m.  389. 

/wcfe  n.  83;  97,3;  135;  366. 
hrekkua    stv.   82,3;    110,1;    112,1; 

266,3;  494. 
hrekkua  swv.  82, 6. 
hrer  n.  71, 3. 
hrera  swv.  253,1;  317,4. 
Hrerekr  m.  65;  151,3;  292. 
hrorna  swv.  71,  3;  253, 1. 
hrepa,  -e  f.  253, 1. 
hrepask  swv.  253,1. 
Sre\p)rekr  m.,  s.  Hrerekr. 
hu  (anorw.)  adv.  319,4;  474,  anm.l. 
huak  prät.  498,  anm.  8. 
huakke  pron.,  s.  huatke  274, 1. 
hualfa  swv.  519,  anm.  1. 
huäll  m.  77,11;  81,  c. 
hualr  m.  358;  387  u.  2. 
huar  adv.  65. 

/mara  (anorw.)  adv.,  s.  huarra. 
huärge(n)    pron.    239,  1,  a;    258,1; 

477  u.  3  u.  anm.  3. 
huarr    (anorw.)    pron.    77, 10;    149, 

anm.  2;    464,3;    473;    474,3    u. 

anm.  3;  478. 


huärr  pron.  123;  292;  474,2;  478. 
huar(r)a,  -e  (anorw.)    adv.   54,  3,  b ; 

281. 
huär(r)tuegge,    -tueggia    pron.    283; 

291,11;  478  (2  mal)  u.  anm.  1,  2. 
huär(t)ke  pron.  239, 1,  a. 
huarvetna  adv.  65;  82,8;  ^4. 
huärz  konj.  'ob'  473,  anm.  2. 
huass  adj.  63,15;  171,  anm.  2;  320; 

339,1;  427  u.  2;  437. 
huassu  (anorw.)  adv.  272,3. 
huat    pron.    65;    248;    319,4;    340; 

473;  474,1  u.  anm.l;  477  u.  1. 
huata  swv.  281. 
huäta  stv.  171  u.  anm.  2 ;  505, 1  u. 

anm.  1,  3. 
huatke   pron.  239,  l,a;   274,1;  477 

u.  1. 
huatr  adj.  171,  anm.  2;  320. 
huat[t)a  swv.  281. 
huattr,  huettr  adj.  428,  2. 
huatvetna,    -vitna   pron.    65;    82,8; 

151,2;  477  u.  1. 
huaÖ  =  huat  248. 
huaparr  pron.,  s.  huärr  123;  474,  2. 
huapartuegge  pron.  478,  anm.  1. 
hue  pron.,  part.  474,  anm.  1. 
huel,  huel  n.  109;  317,  anm.  2. 
huela  n.  405. 
huerfa  stv.  63, 17 ;  90 ;  490  u.  anm.  3, 4 ; 

495,  anm.  4. 
huerge  pron.  258, 1 ;  477  u.  2. 
huernog  adv.  158;  226. 
huerr  m.  358. 
huerr  pron.  86,  anm.l;  285,1;  473; 

474,1,3  u.  anm.  3;  478. 
huerskonar,  -kunar  adv.  61, 1. 
huerso  adv.  272,  3. 
huersog,  -ug  adv.  158;  226. 
huervetna,  -vitna  adv.  65. 
huessa  swv.  63, 15;  515. 
huessu  adv.  272,  3. 
huetia  swv.  320. 
huetvetna,  s.  huatvetna. 
hüfa  f.  166. 

hufud  (anorw.)  n.  =  hpfop. 
hugall  adj.  173,1  u.  anm.l;  428. 


Register. 


421 


hugr  m.  61,1;  317,4;  388. 

hugsa  swv.  317,4. 

-Qi)ugp  suffix  293,1;  392.3. 

hui  pron.  474,  anm.  1. 

huika  swv.  498,  anm.  8. 

hiulft  f.  237,  anm.  2. 

huilikr  pron.  473;  474,4  u.  anm.  3. 

huilmt  f.  237,  anm.  2. 

huilp,  -d  f.  127, 2;  238, 1,  b  n.  anm.  4. 

huimleipr  adj.  127,  anm.  1. 

hu/'na  stv.  482  n.  anm.  3. 

hui r fing  63,17. 

huisla  swv.  172,  2. 

-Au?$  (in  namen)  377. 

hüka  swv.  488,  anm.  4;  519,  anm.  4. 

Hid[m]vipr  m.  65. 

hüls  n.  =  ÄusZ  313, 4. 

htm  n.  322, 1. 

hu)7iarr  m.  61, 1. 

Tiun  pron.,  s.  hon  151,5;  466. 

hunang  n.  61,  anm.  2. 

hundr  m.  182,1;  358. 

hundrap,   -t  zahlw.   148;    238,  2,  f ; 

450;  452,  anm. 
Hüner,  Hünar  m.  pl.  392, 3. 
hungr  m.  167;  317, 3,  b;  358,  anm.  2. 
hunsl  (misl.)  =  hüsl  233. 
huorfa  (misl.)  =  huerfa  86,  anm.  1. 
huort  (misl.)  adv.  86,  anm.  1. 
huossu  (misl.)  adv.  86,  anm.  1. 
huorvetna  82,8;  vgl.  huarvetna. 
hurp  f.  391. 
hüs    n.    63,7;    183,1;    339,2;    361, 

anm.  4. 
Husar,  -er  361,  anm.  4. 
hüsfreyia,  hüsfrü  f.  160,  anm.;  240, 

anm.  6:  310,2;  408,1. 
hüsl  n.  112,  anm.l;  (233);  313,4. 
hüspreyia,  -pr&y  f.  240,  anm.  6. 
hüstrü  f.  310,2;  408,1. 
hüp  f.  322, 1. 

-Qi)üp  suffix  293, 1 ;  392, 3. 
hucergi(n)    (anorw.)    adv.   158;   311, 

anm. 
hucerr  (anorw.)  pron.  478. 
hudsa  swv.  171;  172,2. 
hy  n.  322, 1. 


hybyle,  -bili  n.  77,6;  81,  c;   114  u. 

anm.  1 ;  166,  anm.  2. 
hye  m.  405. 
hyggia  swv.  114;  279,1;  507,  anm.; 

513,4;  531,  anm.  2;  538,3. 
hyggiande  f.  411. 
hylia  swv.  531,  2. 
hylr  m.  389  u.  anm.  1. 
Hyhipr  m.  65. 
Hymer  m.  371. 
Hyner  m.  pl.  392, 3. 
hyra  swv.  =  heyra  99,  anm. 
hyrr  m.  389. 
hyrta  swv.  =  hiria  85. 
hyröa  swv.  =  hirda  85. 
hyröHr  m.  =  hirbHr  85. 
Hysingr  m.  114. 
7ti/ste  n.  77,6;  127,5. 
hyte  m.  =  Äi'te  85,  anm.  1. 
hytta  swv.  =>  hitta  85,  anm.  1. 
hyÖing  f.  114. 
JuEtmall   (anorw.)    adj.   173, 1 ;    vgl. 

heimelt. 
hceim(f)t    (anorw.),    s.    heipt    237, 

anm.  2. 
hcelagr  (anorw.)  adj.,  s.  heilagr  (128). 
Hcelga  f.  77, 7. 

hcelgdarland,  hcelda-  (anorw.)  n.  256. 
Hcelge,  -i  m.  91;  297. 
hcsll  m.  62,  anm.l;  135;  175,4. 
Hcella  (anorw.)  77,  7;  85,  anm.  3. 
hcdpa  (anorw.)   stv.,  s.  hialpa  495, 

anm.  5. 
Hcbn  135. 

hcengat  (anorw.)  adv.  162,  anm. 
h&ra  f.  154. 
Hdbrekr  m.  65. 

Hoerlogr,  -ugr  (anorw.)  m.  152,2. 
harr  adj.  424,  anm.  2. 
hcetta  f.  77,7. 
hcttta  swv.  327, 3,  b;  321. 
hcettr  adj.  439. 
hctdtng  (anorw.)  f.  173,3. 
Hä(i)ngr  m.  135. 
hefa  swv.  170,  anm.  1. 
hefut  n.  =  hpfop  238,  anm.  12. 
hegeldekirkia  (anorw.)  f.  254,  anm. 


422 


Register. 


hegende  n.  64;  173,2;  539,  anm.  3; 

vgl.  Jwginde. 
Jieggua   (anorw.)   stv.   503,  anm.  1; 

530,  anm.  5. 
Jiegia  swv.  539,  anm.  2,  3. 
Jwginde  n.  173,2;  vgl.  liegende, 
hegr  adj.   170;    424,   anm.  2;   431; 

439,  anm.  2. 
hegre  adj.  komp.  441,  anm. 
He{i)ngr  m.  135. 
Mkia  f.  170. 
Helga  (anorw.)  f.  77,7. 
Helge  m.  =  Helge  77, 7 ;  85,  anm.  3. 
helzti  adv.  85,  anm.  3. 
Jwna  f.  170. 
Hengr  m.  135. 

Jwns(n)  n.  pl.  170;  299,4;  361. 
Heruer  m.  65;  82,6. 
Jwsn  n.  pl.,  s.  Jiensin). 
Hesuer  m.  65;  82,6. 
heta  swv.  171  u.  anm.  2. 
heb  (anorw.)  f.  98,2. 

*  präp.  50,3;  110,  anm.  2;  122;  299,5. 

iä  swv.  498,  anm.  8 ;  520. 

iä  adv.  196,  3;  231,  anm.  1. 

idenn  adj.  (part.)  498,  anm.  8. 

iafarr  m.  359,  anm.  1. 

iafn-  präfix  51, 1,  a. 

iafn  adj.   88;    237,2;    427  u.  2  u. 

anm.  1. 
iafnan  adv.  95,  3,  a. 
iafur  (anorw.)  m.  77,  9. 
iaga  swv.  231,  anm.  1. 
iak  pron.,  s.  ek  94;  464. 
iaJce  m.  95,  anm.  5. 
Iäkob(r)  m.  247;  358,  anm.  1. 
iall  m.  =  iarl  272, 1. 
ialmr,  ialfr  m.  237,  anm.  2. 
iam{m)ikit  (anorw.)  adj.  285,3. 
iamn  adj.  =  iafn  237,2;  291,9. 
iam(n)vaä  (anorw.)  adv.  237,2. 
Iam(p)taland  308. 
Iamtar,  Iamtr  m.  pl.  414. 
iara  f.  88;  95,  3,  b. 
iargtegn  n.,  s.  iartei(g)n. 
iarknasteinn  m.  291,  6. 


iarl  m.  272,1;  277,3;  291,7;  358, 

anm.  4 ;  359,  2. 
iarlegr  adj.  291,  3. 
tarn,  iärn  n.  127, 1 ;  133,  b,  2. 
iartei(g)n,     -teilen,    -tegn,    -tign    n. 

291,6,9;  293,3;  317,  3,  a;   318,5. 
iarögröenn  adj.  95, 1. 
iata  f.  88;  91;  95,  3,  b. 
Iatmundr  m.  93,  anm. 
iät(t)a  swv.  267,  anm.  1 ;  519,  anm.  6. 
iättyrpe  n.  110,3;  124,1. 
iaparr   m.   88;    93,   anm.;   95, 3,  b; 

173,5;  359. 
iaxl  88. 

jeg  (nisl.)  pron.  =  ek  464,   anm.  2. 
iek  (anorw.)  pron.  =  ek  464,  anm.  2. 
Jesus  m.  126,  anm.  3. 
ieta  stv.  =  eta  498,  anm.  1. 
ifa  swv.  85,  anm.  1. 
Ifarr  m.  83;  111, 2;  134,  a;  317,  3,  b. 
i  fiorp  adv.  89  (2  mal). 
ifir  präp.  147. 
ifrinn  (anorw.)  adj.  114;  235,2;  vgl. 

yfrenn. 
i  furstonne  adv.  438,  anm.  1. 
-ig-  suffix  173,  4. 
i  gegn{om)  präp.  adv.  425,  anm.  2; 

428,  anm.  1. 
i  giär,   i  g&r   adv.   71,2;    72;    196, 

anm. ;  263,  anm.  1. 
ikki  pron.  127,  anm.  1;  vgl.  enge, 
il  f.  382. 

-il-  suffix  173, 1  u.  anm.  1. 
illa  adv.  443. 
illgrese  n.  372. 
illr,  illr  adj.  127,2;   277, 4,  a;  440 

(u.  anm.  2). 
Hinge  m.  294. 
illvirke  m.  403. 
Ilmr  f.  384. 
-ils  (in  namen)  358. 
ilstre  n.  92;  317,4. 
(i)  millem  präp.  425,  anm.  4. 
imiss,  i-  adj.,  s.  ymiss  114;  428. 
i  mipel  präp.  425,  anm.  2. 
in  adv.  'noch',  s.  enn  149,  anm.  1. 
-in-  suffix  173,  anm.  3. 


Register. 


423 


-ind-  suffix  51, 2,  b;  173, 2  u.  anm.  2. 

-inde  f.  411. 

Indripe  m.,  s.  Eindripe. 

-ing-    sufnx    51,  l,b;    51, 2,  b;    146, 

anm.  2;    173,3;    376    (2mal)    u. 

anm.  2;  461. 
-inge  m.  403. 
Ingebiorg  f.  93 ;  160,  anm. ;  293,  anm.  2 ; 

295,  anm.  3;  374. 
Ingemarr  m.  64;  151,1;  153,3. 
inginn  (anorw.)  pron.  127,  anm.  1 ; 

476,  anm.  1 ;  vgl.  enge. 
Inguarr  m.  84;  134,  a;  317,  3,  b. 
Ingue  m.  84. 
Inguildr  f.  294. 
inn  best.  art.  =  enn  149,  anm.  1; 

468;  471;  472. 
inn  adv.  441;  442,3. 
•Am  part.  prät.  428  u.  (4),  5. 
inna  swv.  517. 
innifli  n.,  s.  innyfle  147. 
innre  adj.  komp.  261;  441. 
innyfle,  -ylfe  n.  64;  147;  313, 1:  425, 

anm.  2. 
inztr  adj.  sup.  441. 
16 an  m.  256. 
löarr  m.  256. 
iod(d)is  f.  223,  anm.  1. 
ioforr  m.  77,9;  89;  95, 3,  b;  235,2; 

359,  anm.  1. 
Iöfripr  f.  384. 
log  an  m.  256. 
Iögar  (anorw.)  m.  256. 
Ioltan  m.  256. 
iokoU  m.  89;  231;  279,3. 
iöl  n.  pl.  100;  231. 
iolfopr,  lol-  m.  397  u.  anm.  1. 
Iölfr  m.  106,  anm.  1;  130. 
Iö(f)mundr  m.  297. 
iolstr  m.  92;  317,4. 
iomfrü,  ionfrü  (anorw.)  f.  264;  291, 

anm.  1. 
Ion  m.  359,  2. 
I6(o)lfr  m.  130. 
Iör-  (in  namen)  235, 2. 
iör  m.  106,  anm.  1;  223,  anm.  1;  360 

n.  anm.  3,  5. 


Iöris  (anorw.)  235, 1,  f. 

iorp  f.  70,3;  89;  93;  95,1  u.  3,a; 

160,  anm.;  292;  376;  391  u.  anm.  2. 
Iorpön,  (-an)  116. 
Iorundr  m.  89;  148. 
Iörvik  235,  2. 
Iösef,  Ioseppr  m.  240,  anm.  7 ;  358, 

anm.  1. 
iostr  m.  396. 

iotonn  m.  89;  95,  3,  b;  359. 
ioporr  m.,  s.  iaparr. 
IoQ)fe  m.  297. 
igrue  m.  82,7. 

-t'sZ  (in  namen)  229,  anm.;  313,  4;  358. 
ismätt,  -ött  f.  112,2  u.  anm.  3. 
Israel  m.  358,  anm.  1,  3. 
In  m.  127,2;  179,1;  358,1. 
it   pron.  pers.    248;    464  u.  anm.  5; 

465,  anm.  5:  531,4,  a. 
ip  pron.,  s.  it  248;  464. 
ip  f.  165. 
idarr    (anorw.)    pron.    =    yp{u)arr 

467, 3. 
Ipe  m.  403. 
ipia  f.  165. 
ipia  swv.  510. 
■ipr  part.  prät.  428  u.  2. 
iprar  f.  pl.  375. 

ipre  adj.  komp.  261  (2 mal);  441. 
ipr ött  f.  116;    221,  anm.l;    285,3; 

392,3. 
Ipunn  f.  277,  4,  b;  384. 
ipu(r)legr  adj.  308,  anm. 
ipvandr,  if>-  adj.  127, 2. 
iügr  n.  100;  259;  292. 
twJ  n.  pl.  100. 
iungfru,  iank-,  tum-  f.  231,  anm.l; 

246,1;  264;  408,1. 
iür  n.,  s.  iügr. 

kafna  swv.,  s.  kuafna. 
Kägastaöum  (anorw.)  263,  anm.  3. 
kagge  m.  318,  anm.  3. 
kaggr  m.  318,  anm.  3. 
kakke  m.  318,  anm.  3. 
kala   stv.    170,    anm.  2;    500;    540, 
anm.  1. 


424 


Kegister. 


Jcaldr  adj.  170,  anm.  2;  540,  anm.  1. 

kalfr  m.  342. 1. 

kall  m.  =  Tcarl  272, 1  u.  anm.  1. 

Jcalla  swv.  77,1;  508,1;  544,3;  545. 

Jcambr  m.  266,  anm.  4;  329,2;  358. 

Kammefiol  252,  anm. 

kampr,  kanpr  m.  262, 1. 

Tcana  f.  =  Jcona  121. 

kan(n)ükr,  kanunkr,  kanöke  m.  112, 

anm.l;  262,2;  299,1. 
kapp  n.  266, 1. 
kappe  m.  266, 1 ;  408. 
Kare  m.  151, 1. 
kar(l)   m.  272,1;   283;   291,7;  358, 

anm.  4;  359,2;  vgl.  kall. 
kar(l)mapr  m.  291,  7. 
Karr  m.  151, 1. 

Kat(a)rina  (anorw.)  f.  160,  anm.  1. 
Katrin  f.  377. 

katibelgr  m.  80, 1  u.  anm.  1 ;  153, 4. 
kattr  m.  395,  anm.  2;  vgl.  kgttr. 
kaupa  swv.  238,  anm.  7 ;  520. 
kaupangr  m.  51, 2,  b;  358  u.  anm.  2. 
fte/ta    stv.  swv.    170,    anm.l;    235, 

anm.  1;  500  u.  anm.  1;  512,  anm.  2. 
keikr  adj.  165. 
kelda  f.  406,  anm.  1. 
-kell,  -keli  (in  namen)  359,  2. 
kelldörr  m.  238, 1,  b. 
kelling  f.  =  kerling  272, 1. 
kemba  swv.  238, 1,  b;  515. 
kempa  m.  f.  262,  anm. ;  408. 
kengr  m.  389  u.  anm.  1. 
fcmna  swv.  327,1;  515;  517. 
ken(ri)ing  f.  51, 1,  b;  285,  2. 
kenpa  m.  =  kempa  262,  anm. 
fepir  m.  91. 
her  n.  71, 1. 
Ä;erZm#  f.  272,1;  374. 
kerte  n.  372,  anm.  4. 
ket  n.,  s.  kiot  82,  3. 
feteZZ    m.    63,1;    103;    104;    285,5; 

309,2;  (in  namen)  359,2. 
ketlingr  m.  284. 
keykia,  -ua  swv.,  s.  kueyk(u)a  516, 

anm.  2. 
foaZfo  f.  92. 


kiaptr  m.  91;  93. 
kiarne  m.  167. 
fo'ftwa  swv.  165. 
kilia  swv.  510. 
kilting  f.  92;  95,  3,  a. 
fowd  f.  167;  416,4. 
kinn  f.  416  u.  anm.  3. 
kinnbakke  m.  318,  anm.  3. 
kiolr  m.  95,2;  396. 
kioltung  f.  92;  95, 3,  a. 
kioptr  m.  91;  93. 

kiösa  stv.  71,3;  72;  101,2;  317,4; 
338, 1;  488  u.  anm.  1 ;  506,  anm.  4. 
kiot,  kigt  n.  82,3;  366  (2  mal). 
Kiotue  m.  82,  7. 
fo>jm  284;  318,  2. 
kippe  n.  372,  anm.  4. 
kirkia  f.  104;  263;  408  u.  anm.  2. 
kir(k)messa  f.  291,  6. 
kip  n.  369  (2  mal). 
kiüklingr  m.  166;  318,8. 
&Za  stv.  68,  2 ;  501  u.  anm.  1. 
klafe  m.  172, 3. 
klappa  swv.  324,2. 
klauf  f.  172,  3. 
ÄZc  m.  404  u.  anm.  1. 
klefe  m.  60. 
klegge  m.  403. 
ÄZetf  f.  165;  375. 
kle(i)ss  adj.  128. 
kleme{n)zmessa  f.  266,2. 
ÄZe'w»  adj.  177,  anm. 
kleppr  m.  110,1;  266,1. 
Ä;fcss  adj.  128. 
klettr  m.  110,1;  266,1. 
*kleyia  stv.  501,  anm.  1. 
klif  n.  165. 
&Z//a  stv.  482. 
klife  m.  60. 

kligia  swv.  520;  532,6  u.  anm.  2. 
klipa  stv.  482. 

Ätai/a  stv.  172,3;  486  u.  anm. 
klö  f.  77,2;  78;  137,2;  153,3;  416. 
klofe  m.  172, 3. 

klubba,  klumba  f.  266,  anm.  4. 
klungr  m.  358,  anm.  2. 
klyfi.  172,3;  382. 


Register. 


425 


klgfia  swv.  510. 

khjpa  swv.  482. 

klyppa  swv.  85. 

kldbia  swv.  68,2;  510. 

kl&pe  n.  54,  anm.  3 ;  372,  anm.  4. 

KU(i)ngr  m.  135. 

klekkr  adj.  82,  6;  430. 

klokkua   stv.   82,3;    110,1;   266,3; 

494. 
KUmcetson  m.  85,  anm.  2. 
knappr  m.  318,2;  324,2. 
knär  adj.  429;  437. 
Jene    n.    80,2;    106,  anm.  1;    122; 

133,  b,  2;  327,1;  363  u.  anm.  2. 
knefell  m.  318, 2. 
knesbot,  -föt  f.  112,2;  237,1;  267, 

anm.  1. 
kyu'a    swv.    133,  b,  2;    163,2;    513, 

anm.  2. 
knopa  swv.  318,  3. 
kngrr  m.  395  u.  3. 
kngtto  v.  172, 4;  525, 2  u.  anm.  2 ;  529. 
hwttr  m.  172,3;  326,7;  395. 
knüe  m.  404. 
ftnftr  m.  172,3;  318,3. 
knyia  swv.  163,2;  513,2  u.  anm.  2. 
knylla  swy.  224.  anm.  3. 
Knytlengr  m.  127, 5. 
kneekkia  (anorw.)  swv.  279, 1. 
kobbe  m.  318, 1. 
kodde  m.  332,  3. 
kofa(r)n  n.  300, 1. 
kokkr  m.  166;  318,8. 
kokodr-illus  315,  anm.  1. 
kol  n.  425,  anm.  2. 
Kolbinn,  -besinn  (anorw.)  m.  152, 1. 
Ko(l)biorn  m.  297. 
kollötr,  -utr  adj.  151,  anm.;  285,5. 
kölna  swv.  124,  3. 
koma   stv.  61,1;   77,11;    119;  168, 

anm.;  319,3;  496  n.  anm.  3,  4,  5; 

530,  anm.  5  (2mal);  534,  anm. 3; 

536,  anm.  1. 
kon  m.  =  konr  285,  anm.  2. 
kona    f.    61,1;    121;    162,1;    168; 

318,11;  319,4;  408,2. 
kongr,  köngr  m.  124,4;  160,  anm. 


konongr  m.  61,  anm.  2;  124,4;  160, 

anm.;  358. 
kon(r)  m.  61,  anm.  2;   285,  anm.  2; 

388  n.  anm. 
koppr  m.  318, 2. 
körn  n.  167. 

kos-  zu  ker  n.  71,3;  317,4. 
kostr  m.  388  u.  2,  4. 
Kgfstoöum  263,  anm.  3. 
kgfurr  (anorw.)  m.  263,  anm.  3. 
kggoll  m.  318,  anm.  3. 
kggurr  m.  263,  anm.  3. 
kgkkr  m.  318,  anm.  3;  395. 
Kglfr  m.  228. 

kgngorväfa  (-ol-)  f.  77, 11 ;  254,  anm. 
kor  f.  375. 
kgrtr  m.  395. 
kgs  f.  375. 
kgstr  m.  395. 
kQttr  m.  80,1  u.  anm.l;  326,7;  395 

n.  anm.  2. 
krabbe  m.  330, 1. 
krat\s)tr  m.  =  krapir  309, 1. 
krake  m.  171,  anm.  2. 
kräkr  m.  171,  anm.  2. 
Ära»Z:r  adj.  124,4:  266,  anm.  3. 
kraptr  m.  309,1;  358,2. 
krefia  swv.  512. 
kreppet  swv.  495,  anm.  6. 
krepp-he)idr  adj.  110, 1. 
Ärefta  stv.  490  n.  anm.  1,  2. 
kringlutr  (anorw.)  127,3. 
Krist  m.,  s.  Kristr. 
kriste{n)legr  adj.  266,4;  285,5. 
kristenn  adj.  428,  5. 
Kristm{r)n  (anorw.)  m.  311. 
Kristin  f.  377. 
krist(t)ne  f.  291,11;  411,2. 
Krist(r)  m.  291, 11;  302  (2 mal);  316; 

358  u.  anm.  1,  3. 
kriüpa  stv.  101,1;  166;  484. 
krof  n.  318, 2. 
krökr  m.  171,  anm.  2. 
kropenn    adj.    112,1;    266,1;    495, 

anm.  6. 
kroppr  m.  318,2. 
krös  n.  *  ftross  286. 


426 


Register. 


krossmessa  f.  77,3. 

kryppett  m.  112, 1. 

k(u)afna    swv.    170 ,    anm.  1 ;    235, 

anm.  1. 
kuän  f.  =  kucbn  66, 1. 
kuänlauss  adj.  66, 1 ;  153,  4. 
Kuaser  m.  371. 
kubbr  m.  266,  anm.  4. 
k(u)efia  stv.  swv.  170,  anm.  1;  235, 

anm.  1 ;  vgl.  kefia. 
kueykua,  kueika  f.  82, 13. 
kueyk(u)a,    kueikia    swv.    82,  9,  13; 

235,  anm.  4;  516,  anm.  2. 
kuelia  swv.  68,9;  538,3. 
kuenna  f.  408,  2. 
kuennsyft,  -suift  f.  77, 12. 
kuerk  f.  417  u.  anm.  3. 
kuern  f.  375. 
kuepa    stv.    68,10;    221,1;    498  u. 

anm.  3. 
küfa  (anorw.)  swv.  263,  anm.  3. 
küföttr  adj.  318, 1  u.  2. 
kuga  swv.  263,  anm.  3. 
kui  f.  375. 
kuiga,  -ende  f.  166. 
kuik(k)r  adj.  82,9,10;  279,2;  430. 
Kui(k)stader  (anorw.)  m.  307. 
kuik(u)ende  n.  82,10;  235,  anm.  4. 
kuiUa  f.  268,  4. 
kuinna  f.  408,  2. 
kuirkia  swv.  82, 10. 
kuirr  adj.,  s.  kyrr  424,  anm.  2. 
AmsZ  f.  375. 
KuistaÖer  (anorw.)  307. 
kuistr  m.  395. 
kuittr  m.  241;  395. 
kuipa  stv.  68,10. 
AmT»*  m.  395. 
kulpe  m.  170,  anm.  2. 
kuma  (anorw.)  stv.,  s.  koma  61,1; 

496. 
kumbr  m.  266,  anm.  4;  291,2. 
kumpänn  m.  112,  anm.  1;  266,  anm.  1. 
kumpr  m.  266,  anm.  1. 
kuna  f.  168;  s.  kona. 
kundr  m.  317,  2,  b. 
-kundr,  -kunnr  adj.  167;  317,  2,  b. 


Atmna  v.  172,4;  266,  anm.  2;  275; 

285,1;    348,1;   523,2  u.  anm.  2; 

529;  532,4;  535,  anm.  2. 
kunnegr,  -ogr  adj.  173,4. 
kunnr  adj.  261;  427;  433;  523,  anm.  2. 
-kunnr,  -kundr  adj.  167;  317,  2,  b. 
kun(un)gr  m.  61,  anm.  2;  160,  anm. 
kugl  f.  375. 

kuold  (misl.)  n.  =  kueld  86 ,  anm.  1. 
kuon  f.  66,1;  392,3. 
kuppän(n)  (anorw.)  m.  112,  anm.  1 ; 

266,  anm.l. 
kurr  m.  358,  anm.  2. 
kupr  adj.  261;  427;  433;  523,  anm.  2. 
kudbfa  swv.  170,  anm.  1. 
kucemr  adj.  168,  anm. 
kucen  f.  66,1;  168;  392,3. 
kuckna  swv.  517. 
kucepe  n.  370. 

kuekua  swv.  82,9;  vgl.  kueykua. 
kyfla  swv.  313, 1. 
kykr  adj.,  s.  kuik(k)r. 
kykuende  n.  82, 10. 
kylfa,  kyfla  swv.  313, 1. 
kylr  m.  389. 
kyn  n.  347,1;  367;  369. 
kynda  swv.  114  (präs.). 
kyndi(T)smessa  297,  anm.  1. 
kynne  f.  275. 
kyr  f.  71,6;  166;  413;  416,  anm.l; 

418  u.  anm.l. 
kyrkia  swv.  82, 10. 
kyrr  adj.  77,12;  81,  c;  104;  353,3; 

424,  anm.  2. 
kyrtelQ)  m.  104;  359,  anm.  2. 
k&fia  (anorw.)  stv.  170,  anm.  1 ;  s.  kefia. 
kdbte  f.  411, 
kefa  swv.  170,  anm.  1. 
kämr  adj.  168,  anm. 
kenn  adj.  172,4. 
k&r  n.  317,4. 
kortisuceinn  m.  85,  anm.  2. 

-la  adv.-suffix  293,  anm.  1 ;  442, 1. 
lafa  swv.  519,  anm.  1. 
läfe  m.  83;  171;  235,  anm.  2. 
-läfr  (in  namen)  54, 3,  b ;  358. 


Register. 


427 


to^  80,2;  169,  anm. 

laga  swv.  507,  anm. 

iagastafr  80,  anm.  1. 

Idgr  adj.  169,  anm.;  438 

-läkr,  -leikr  (in  namen)  54,  3,  b;  358. 

lamb  n.  266,  anm.  4;  329,2. 

lame  adj.  170,  anm.  2. 

Jan  (anorw.)  f.  =  tyn  375,  anm.  1. 

Idn  n.  54,1;  177,  anm.;  361,  anm.  1. 

Und    n.   77,1;    260;    331,2;   361, 

anm.  4. 
landamäre,  -märe  (anorw.)  n.  96. 
landböle,  (-buli  orkn.)  m.  63,  anm.  3; 

166,  anm.  2, 
Lander  361,  anm.  4. 
landskia(T)fte  m.  291,4;  401,  anm.  1. 
Undeyda  (anorw.)  f.  238.  anm.  14. 
langr    adj.    124,4:    333,2;    349,1; 

35*3,1;  425,  anm.  2;  436,2, 
langt  adv.  442.  anm.  3. 
Ungdzr  adj.  97,  3. 
Lanornstadir  258,2. 
ianzofrenge  m.  149;  229. 
lam&yra  (anorw.)  f.  238,  anm.  14. 
Laneri)s  160,  anm. 
lasenn  adj.  317,4. 
lasmeyrr,  -mdbrr  adj.  172,3. 
läss  m.  232. 
Idt  n.  372,  anm.  3. 
lata,  lata  stv.  171,  anm.  2;  280,1; 

505,1    u.   anm.  1,2,  3;    534,  2,  b 

(2 mal);  536.2. 
latr  adj.  171,  anm.  2;  319,5. 
Idtr  m.  284. 
Idpmapr  m.  54,  anm.  3. 
lax  m.  277,3;  283;  358,  anm.  3. 
lauf  n.  318, 1. 
Laufet/  f.  383. 
-laug  (in  namen)  377. 
laugardagr,  (anorw.)  laugur-  m.  259; 

376,  anm.  1. 
-laugr  (in  namen)  358. 
laun  n.  pL  347,1;  361. 
Laure{n)z  m.  266,2. 
lausn,  (launs)  t  71,8;  156;  310,3; 

314. 
lausutig  f.  51, 2,  b;  376. 


lauss  adj.  166;  286. 

laut  f.  391. 

laupr  n.  259. 

lävarpr  m.  358,  2. 

lia  swv.,  s.  lid  133,  b,  2;  520. 

U\e)  m.  130;  133,  b,  2;  360;  404  n. 

anm.  1. 
-leg-,  -lig-  suffix  145,  anm.  4;  151,3. 
Aega  adv.  442, 1. 
-legastr  adj.  snp.  427;  428. 
leggia  swv.  169,  anm. ;  279, 1 ;  354, 1 ; 

507,  anm.  (2 mal);  512;  514.  anm. 
leggr  m.  317,  3,  a;  389. 
legr  68,3;  90. 
-legr  adj.  248,  anm.  4;  427,  anm.  3; 

439,  anm.  3. 
leif  f.  375 ;  (in  namen)  377. 
-leifr  m.  358. 

leig(i)a  swv.  317,  3,  a;  516,  anm.  1. 
leika  n.  319,2;  405. 
leika  stv.  502;  531,  anm.  2,  3. 
leikande  f.  319,  2. 
leikare  m.  402. 
-leikr  nom.-suffix  358. 
-leikr,  -ldkr  (in  namen)  54, 3,  b ;  358. 
Leik{v)angr  235,  anm.  4. 
Leikcin  82,13;  84. 
leüa  swv.  165. 
leip  f.  54,  anm.  3;  376. 
leipangr  m.  173,  3:  229;  358,  anm.  2. 
LeiÖangr  253,  anm.  1. 
leipende  n.  149;  235,1,  f. 
leka  stv.  169,  anm.;  497  u.  anm.  1. 
lemia  swv.  514,  anm. 
lemstr  m.  358, 2. 
len  n.  54, 1 ;  177,  anm. 
Und  f.  167;  375. 
lener  part.  m.  pl.  483,  anm. 
lenge  adv.  442,  2. 
lerept,   -ript   n.   109,   anm.;   111,  1; 

145,  anm.  2;  299,3. 
lesa    stv.    77,3;    286,  anm.;    497; 

531,2. 
leta  (anorw.)  stv.,  s.  lata  505,  anm.  1. 
lete  f.  411. 

letta  swv.  109;  111,2. 
lettare  m.  109. 


428 


Register. 


Uttr  adj.  111, 2. 

leyfa  swv.  240,  anm.  4. 

leygr  m.  166. 

leyna  swv.  166. 

liä  swv.  111,2;  133,  b,  2;  317,  3,  a; 

483,  anm.;  520  u.  anm.l;  532,6 

n.  anm.  2. 
Ufa  swv.  519,  anm.  1;  538, 4  (2 mal); 

539,  anm.  1. 
lifenn,  -inn  adj.   (part.)  483,  anm.; 

519,  anm.  1. 
Ufr  f.  375. 
li(f)spund  n.  311. 
-lig-,  -leg-  suffix  145,  anm.  4. 
Uygia  stv.  68,  3 ;  169,  anm. ;  279, 1 ; 

498  u.  anm.  7. 
-ligr  adj.  248,  anm.  4;  vgl.  -legr. 
lik(Ji)amr,  -me,  likamn  m.  51, 1,  a; 

294;  387. 
UkKi)a  swv.  516,  anm.  1. 
likr  adj.  290,  anm. 
lilia  f.  409. 
limar  f.  pl.  375. 
Umr  m.  395  u.  3,  4. 
Und  f.  390,  3. 
linde  n.  317,  2,  b. 
Unnr  m.  275;  317,  2,  b. 
Zmr  adj.  427,2. 
Unspund  n.  311. 
ftd/ta  swv.  1G6. 

Uös  n.  63,  anm.  6;  222, 2;  425,  anm.  2. 
ftdss  adj.  127,3;  222,2;  358,  anm.  3. 
liösta  stv.  485;  534,  2,  b. 
Uöstr  m.  358,  anm.  2. 
fcofr  adj.  166;  326,8. 
liöp  n.  166. 
Uöpr  m.  392, 3. 
Urit(t)r  m.,  s.  fo/r?'<r  114. 
lispund  n.  311. 
fo'f  adv.,  s.  litt. 
Uta  stv.  165;  235,  l,c;  482. 
litell  adj.  127,2;  (261);  309,2;  428 

u.  5;  440. 
litr  m.   77,    anm.  3;   165;   235, 1,  c; 

395  u.  3. 
lit(t),  litt   adv.    127,2;    160,   anm.; 

428,5;  443. 


litta  (anorw.)  swv.  =  lata  111, 2. 

littat  'ein  wenig'  276. 

lipa  stv.  482  u.  anm.  2. 

Ztj&r  m.  'gelenk'  395  u.  2,3. 

Upr  m.  '  lindwurm ',  s.  Unnr. 

LiÖskialg  (anorw.)  256. 

Uüfr  adj.  100;  237,1;  342,1. 

Uüga    stv.    98,2;    166;   230,2;   486 

u.  anm. 
UuJca  stv.  486;  487. 
liüs  (anorw.)  n.  =  Uös  101,  anm.  2. 
16  f.  98,2;  416. 

16 fe  m.  83;  154;  171;  235,  anm.  2. 
LofÖarhorn  256. 
löge  m.  166. 
logn  317,  3,  a. 
lokka  swv.  328,2. 
lokkr  m.  328, 2. 
lömr  170,  anm.  2. 
Zdw  n.  112,2;  317, 3,  a. 
losna  swv.  166;  488,  anm.  4. 
lopa  swv.  519, 1. 
lopenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 
Zp  f.  317,  3,  a;  379. 
LofÖarhorn  (anorw.)  256. 
log  n.  pl.  80,2;  361. 
logg  f.  380. 
logn  n.  pl.  361. 

Iggr  m.  80,2  u.   anm.l;   153,  1,  5; 
'  317,  3,  a;  395  u.  3. 
LpgÖarhorn  (anorw.)  256. 
Ipgper  m.  371. 
Ipm  f.  232;  375. 
Ion  f.  375  u.  anm.  1. 
iQskr  adj.  319,5;  430. 
Ipstr  m.  222,2;  395. 
-Ipp  f.  377. 
lubba  f.  318, 1. 

lüenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 
Ufa  f.  318, 1. 

lugn  (aschw.)  adj.  424,  anm.  2. 
lugvitne  n.  166. 
lüka  stv.  63, 7;  183, 1 ;  487  u.  anm.  1, 2 ; 

545. 
luma  swv.  170,  anm.  2;  519,  anm.  2; 

538,  4. 
lün  (anorw.)  112,  2. 


Register. 


429 


lund  f.  392.  3. 

lunder  f.  pl.  167. 

lundr  m.  358,  2. 

-lundr  adj.  424,  anm.  2. 

Zm/ujo  n.  pl.  405. 

lüs  f.  416  u.  anm.  3. 

lüta  stv.  487  u.  anm.  2. 

lütr  adj.  166. 

lüpr  m.  166;  358,  anm.  2. 

lyf  f.  (n.  pl.)  114;  369;  382. 

lyfia  swv.  510. 

lyge  f.  166;  411, 3. 

lygn  adj.  424.  anm.  2. 

Zt/ta     swv.     68,6;     488,     anm.  4; 

512. 
lyMl  m.  66,3;  67,  c;  104;  254;  359, 

anm.  1. 
lykkia  f.  279, 1. 

lyk(k)ia  swv.  487,  anm.  2;  513,2. 
lynd  (anorw.)  f.  392,  3. 
lyndr  adj.  421,  anm.  2. 
lyng  n.  77,  5,  a;  82,  4;  366. 
lypta  swv.  515. 
lyr  m.  389  u.  anm.  1. 
lyrettr,  -rit(t)r  m.  114;  151,2;  267  u. 

anm.  2  (2 mal);  285,4;  292. 
lyske  f.  239. 1,  a. 
lytr  (anorw.)  m.  392,  3. 
lypr  m.  387  u.  2;  392,3. 
M  n.  77,8;  83;  97,3;  366. 
läfirke  m.  97,  3. 
-lasg-   (anorw.)   suffix   =    -lig-   145, 

anm.  4. 
Mgr  adj.  431. 

Lanftraväyr  (anorw.)  85,  anm.  2. 
Lceiri(k)stünir  (anorw.)  307. 
Ixeirangr  (anorw.)  253,  anm.  1. 
Ictkner  m.  371  u.  anm.  4. 
her  n.  71,2;  317, 3,  a. 
leer  adj.  458. 
letra  swv.  54,  anm.  1. 
letrept,  -reft  n.  =  lerept  109,  anm. 
lebttare  m.  109. 
le  n.  =  leb  11, 8. 
lebraut  f.  77, 8. 

Leftravägr  (anorw.)  85,  anm.  2. 
lekr  m.  169,  anm.;  389  u.  anm.  1. 


Ura  f.  71, 3. 

Leykvin  (anorw.)  82, 13 ;  84. 

tnä  swv.  511. 

mäfr  m..  s.  mär  235,  anm.  1 ;  250. 
maga  (anorw.)  v.,  s.  mega  525,  anm.  1 . 
Mäghins  (anorw.)  m.  314.  anm.  2; 

vgl.  Magnus, 
magn  n.  =  megen  n.  159;  362,  anm.  2. 
Magnus,  Magnus  m.   126,  anm.  3; 

314,  anm.  2;  358,  2  n.  anm.  1. 
magr  adj.  322,  4. 
mägr  m.  105,  anm.;  169. 
makke  m.  266,  3. 

mal  n.  63,2;  107;  123:  236  u.  anm. 
mala  stv.  172,  4;  500. 
malauss  (anorw.)  adj.  285,3. 
maXfinne,  -firne  f.  266,  anm.  5. 
mall  (anorw.)  n.  =  mal  236,  anm. 
nuür  m.  =  mdr  230, 1;  358. 
man-  (zu  mapf)  318,  anm.  5. 
mänapr  m.  116;  137,2;  319,2;  397 

u.  anm.  1;  414. 
mäne  m.  319,2;  345,1;  401. 
mange  pron.  476  n.  2. 
mangr  (anorw.)  adj.  440. 
manheimar  m.  pl.  318,  anm.  5. 
man[n  ge  pron.  476  u.  2. 
mannlera  f.  317,4. 
mannlikan  n.  361. 
mannlera,  -lepa  i.  253,  anm.  2. 
mannr  m.,  s.  mapr. 
mantuü  (anorw.)  m.  266,  2. 
manu  (anorw.)  v.,  s.  mono  524,  2. 
mänudagr,    anorw.    manodagr    m. 

137,  anm.  6. 
manvit  n.  318,  anm.  5. 
mär  m.  54,1;  77,2;  81,  c;  83;  116, 

anm.;  235,  anm.  1;  250;  365. 
mara  swv.  519,  anm.  1. 
Marg(a)reta  (anorw.)  f.  160,  anm. 
margr  adj.  291,  5;  427,  anm.  1;  440. 
Margret  t  377. 

Mari(u)m<essa  (anorw.)  f.  160,  anm. 
marr   m.   124,2;   358  u.  4;   387,2; 

388  u.  1,  2. 
-marr  (in  namen)  358. 


430 


Register. 


marskinn  (anorw.)  =  marÖ-  291,  3. 

mata  swv.  276. 

mäte  m.  169,  anm. 

matr  m.  388  u.  3. 

mättegr  adj.  65;  267,  anm.  2;  428; 

43i;  437. 
mapkr  m.  318,  anm.  2. 
mapr  m.  238,  anm.  13;  261  (2 mal); 

277, 4,  b  (2 mal);  318,  anm.  5;  415; 

Tgl. 

mapr  pron.  479  u.  anm. 

mega  v.  77,  3;  122;  149;  230, 2;  267; 

321;  525,1  u.  anm.l;  528;  529; 

532, 4. 
megen   n.  74;    159;   362  u.  anm.  2; 

425,  anm.  2;  428,  anm.l. 
megen,  -in  adv.  278. 
megenn  adj.  428,  anm.  1. 
megn  n.,  s.  megen  n. 
megn  adj.  428,  anm.  1. 
megim,  -om  adv.  =  megen  adv.  278. 
megu  (misl.)  v.,  s.  mega  525,  anm.  1 ; 

528. 
meinn  adj.  438. 
meirir)  adv.  komp.  280,  anm.  4;  442, 

anm.  4;  443. 
meir(r)e  adv.  komp.  51,  3;  317, 4;  440. 
meiss  m.  320. 
meita  swv.  320. 
meipmar  f.  pl.  375. 
meipr  m.  358,  2. 
meÄ;    (anorw.)    pron.    =    mik    145, 

anm.  3;  454. 
mel  n.  pl.  110,1;  167;  299,2. 
meldr  m.  358,  2. 
mefe'a  swv.  77,7;  513,1. 
mellem,-om  (anorw.)  präp.  425,  anm.  4. 
melr  m.  91;  124,2;  230,1;  358. 
melta  swv.  495,  anm.  6. 
men  n.  369. 
mer  pron.  pers.   110,2;  126,1;  277, 

anm.  5;  464  u.  anm.  1,4,  5;  465,3 

u.  anm.  3,  4;    53ü,   anm.l;    531, 

anm.  5;  542. 
mer  pron.  =  ver  278;  464;  531,3. 
mergr   m.   71,  anm.l;   126,1;   263; 

389  u.  anm.  2. 


merke  n.  372  u.  anm.  1. 

merr  f.  384  u.  anm.  1. 

messa  f.  77,3. 

mest{r)    adj.    adv.    sop.    128;    302; 

317,4;  440;  443. 
met  pron.,  s.  t>#  145,  anm.  3;  278; 

464. 
met  präp.  =  wie/>  238, 2,  f  (2  mal). 
mrfo   stv.   116;    169,   anm.;  497  u. 

anm.  2. 
metorp  n.  95,  anm.  1. 
meMr  adj.  428,  2. 
me/>aZ-  168;  173,1. 
mepal  präp.  63,3;  68,3;  94;  173,1; 

269,4;  vgl.  mipal. 
mepan  adv.  konj.  51,  4;  64;  94;  241; 

285;  1;  299,5. 
mey,   meyia   f.,    s.  ma)r  f.   72;   383, 

anm.  1;  501,  anm.  I. 
meyrr  adj.  424,  anm.  2. 
mialtr  m.  321. 
miär   adj.,    s.  mri'r   adj.   430,   437, 

anm.  1. 
miapveiter  m.  95,  2. 
wim/  pron.,  s.  mik  248;  464. 
ww#a  stv.  97,2;  482  u.  anm.l. 
mik  pron.  pers.  145,  anm.  3;   248; 

464  u.  anm.  1,4;  465, 3  u.  anm.  3, 4 ; 

530,  anm.  1 ;  542. 
mikell  adj.  51, 3;  54,  anm.  1;  77,  5,  b; 

92;  104;  279,3;  428  u.5;  440. 
Mik(i)äll  m.  263. 
mikilsti  adv.  297,  anm.  2. 
mil  n.  110,1. 
milde  f.  411,2. 
mil(d)lega  adj.  291,2. 
mildr  adj.  425,  anm.  2;  439,  anm.l. 
millom,  -e{m)  präp.  268, 4;  425,  anm.  1. 
Mimer  m   371,  anm.  2. 
min  pron.  pers.  464. 
miniar  f.  pl.  382. 
mining  f ,  s  minning. 
minn  pron.  poss.  110,  anm.  2;  127,2; 

156,  anm;  266, 2,  a;  277,2,  c;  467 

u.  1  u.  anm.  1,  (3). 
minna  swv.  517;  544,4. 
minnask  swv.  167;  517. 


Register. 


431 


minne  'mündung'  114.  167. 
minne  ' gedächtnis '  275;  287. 
minne  adj.  komp.  261;  277, 4,  b;  440. 
min(n)ing  f.  51, 1,  b;  285,  2. 
7tiinnr  adv.  komp.  443. 
mimt(f)  adj.  adv.  sup.  440;  443. 
miok,   miog  adv.  89;  92;  248;  425, 

anm.2;  428,5;  443. 
miol  n.  318,9:  366;  vgl.  migl. 
miolk  f.  89  (2 mal);  167;  321;   417 

u.  anm.  1,  2. 
mioll  f.  318,9;  376. 
Miollner  m.  371. 
miör    adj.,   s.  mobr  adj.   430;    437, 

anm.  1. 
miorkue  m.  92. 
miot  n.  319, 2. 
miotofrr  m.  319,2. 
miopdrekka  f.  95,  2. 
miopr  m.  396  u.  anm.  1. 
migl  n.  172,4;  vgl.  miol. 
miorkue  m.  82,3,7;  vgl.  merkne. 
misa  f.  77, 5,  b. 
misgera  swv.  507,  anm. 
misgcerandi  (anorw.)  m.  422,  anm.  1. 
m  iskun(n)  f.  77,  5,  b;  284;  285,4. 
missa  swv.  529. 
missare,  -ere  n.  64;  151, 1,  b. 
misscemia  f.  77, 7. 
mistelteinn  m.  222,2. 
mistr  222,  2. 

mistrita  swv.  520,  anm.  1. 
witt  pron.,  s.  vit  278;  464  u.  anm.  5; 

531,3. 
mipal,  -el  präp.  63,3;  173,1;   vgl. 

meßal. 
mip(i)aldre  adj.  133,  a;  295. 
MibHö  (anorw.)  133,  a. 
mipmunda,  (-e)  n.  (m.)  405. 
mipr  adj.  68,3;  77, 5,  b;  168;  280, 

anm.  4 ;  423,  anm. ;  431  n.  anm.  1. 
mipr  adv.  komp.  443. 
miukr  adj.  166. 
miok  adj.  70,  3. 
Jlöeipr  f.  294. 
Moensheimar  235,  i,  d. 
3I6er  m.  371. 


moka  swv.  166. 

mold  f.  172,4;  391. 

wioZ«  m.  172,4. 

molka  swv.  167 ;  495,  anm.  4. 

Mo(T)skones  (mnorw.)  252. 

moltinn  (nisL)  part.  495,  anm.  6. 

wion  m.,  s.  wionr. 

möna  f.  258,  anm.  1. 

Monämr  m.  54,  3,  b;  258,  anm.  1. 

mono  v.  146,3;   147;  238,  anm.  5; 

266,  anm.  2;  524, 2  u.  anm.  1,  3, 4; 

528;    529;    532,4;    535,   anm.2; 

536,2;  541,  anm.2;  546. 
möjiopr  m.,  s.  mänapr  414. 
mon(r)  m.  61, 1 ;  388  u.  2  u.  anm. 
Mo(n)str  299,  4. 
Mör  360  u.  anm.  2. 
mör  m.  'haideland'  113;  134,  b;  357. 
wiör   m.  =  wiör   77,2;   81,  c;   235, 

anm.  1. 
Mörekr  m.  292. 
morgonn,    -enn   m.    173,5;    291,5; 

359,  anm.  4. 
morkna  swv.  495,  anm.  6. 
morteel  253, 2. 
mose  m.  166;  317,4. 
Moskones  (mnorw.)  252. 
Mostr  =  Monstr  299,  4. 
möt  n.  169,  anm. 
motr  m.  358,  anm.  2. 
motte  m.  241;  318,  anm.2. 
möper  f.  160,  anm.;  419;  421,  anm. 
möperne  n.  64. 
möpr  m.  358. 
möbr  (anorw.)  f.  =  möper  160,  anm.; 

421,  anm. 
Möpulfr  m.  228. 
mö(p)ylfingar  pl.  228. 
Mövin  65;  135;  vgl.  Men. 
mgg  m.  155. 
mpg(g)lan  f.  279,3. 
Mpgnus  m.  =  Magnus  358,  anm.  1. 
mggr  m.  77, 1;  169;  319, 1;  395  u.3- 
mgkkr  m.  395. 
mglogr  adj.  428. 
mglr  m.  395. 
wipn  f.  375. 


432 


Register. 


mprk  f.  'mark'  413. 

mprk  f. '  wald '  391  (2  mal) ;  416, 1, 2, 4 ; 

417. 
mprn  f.  81,  a. 
mprr  m.  365. 
mprpr  m.  395. 
mpskne  m.  401. 
mgttogr  adj.  428. 
mpüoll  m.  266,  2. 
mgttr  m.  395  u.  3. 
mgtttüegr  adj.  293, 1. 
mgttugr  adj.  293, 1. 
m«ja  (anorw.)  v.,  s.  mega  525,  anm.  1. 
mükr  m.  —  munkr  112,  anm.  1 ;  299, 1. 
midlaug  f.  266,  4. 
mun  m.,  s.  monr. 

muna  v.  266,  anm.  2;  524,1;  532,4. 
Manämr,  -an  (anorw.)  m.  258,  anm.  1. 
mun{d)laug  f.  266,4;  291,2. 
mundr  m.  358  u.  anm.  7. 
mungät  n.  262,  2. 
munkr  m.  112,  anm  1. 
munlaug  f.  266,  4;  291,  2. 
mM^wr  m.  167;  261;  275;  358,1  u. 

anm.  4. 
mun(f)  m.,  s.  mon(r). 
mnnu  v.,  s.  mono, 
müs  f.  416  u.  anm.  3. 
mütare  m.  402,  anm. 
mw/w  m.,  s.  munnr. 
myfell,  myell  m.,  s.  fftj?S. 
OTI/&3  f.  411, 1. 
mykill  adj.,  s.  mikell  77,  5,  b;  285,  5; 

440. 
mykr  f.  166;  411,1. 
mykr  n.,  s.  myrkr  n. 
mj/ZZ  m.  135;  235,  anm.  4;  359,2. 
mylna  f.  104;  (114,  anm.  2). 
Mylner  m.  371. 

myrgenn  m.,  s.  morgonn  74;  173,5. 
myrkia  swv.  516,  anm.  2. 
my(r)Ar  n.  77,5,  a;  291,10:  300,2; 

361,  anm.  1. 
myrkr  adj.   82,4;  430  u.  anm.  3, 4. 
myrkua,  -ia  swv.  516,  anm.  2. 
myrkue  m.  82,3,7;  92. 
m^rr  f.  166;  317,4;  384. 


mysa  (nisl.)  f.  77,  5,  b. 

myskunn  f.,  s.  miskun(n)  77,  5,  b. 

Mydiu  (anorw.)  77,  5,  b. 

mceker  m.  371. 

meeZa  swv.  'messen'  517. 

wioeZa  swv.  'sprechen'  238,  2,  b;  517; 

529. 
mcerl.  71,  2;  72;  80,  2;  163, 1;  319,1; 

383  u.  anm.  1;  501,  anm.  1. 
mcbr  adj.  64;  83;  106;  429;  430  u. 

anm.  2;  437,  anm.  1;  439. 
mdirr  adj.  153,3;  424,  anm.  1. 
md.tr  f.  pl.  416. 

mega  v.,  s.  mega  77,3;  525,  anm.  1. 
melua  swv.  82,  6 ;  513, 1,  2. 
Mm  65;  135;  235, 1,  d. 
mergenn   (anorw.)    m.,    s.   morgonn 

74;  173,5. 
merkue  m.  77,  5,  a;  82,3,7;  92. 
Mortalr  m.  245,1;  291,6. 
messa  (anorw.)  f.  =  messa  77,  3. 
meta  swv.  515. 
mepgen  n.  pl.  291,10;  361. 
mepgor  f.  pl.  291, 10. 

na  swv.  520  u.  anm.  1;  529;  532,6 

u.  anm.  2. 
nä-,  nö-  'nahe-'  78;  438,  anm.  1. 
näar  adv.  komp.,  s.  ndbrif)  442,  2. 
näenn  adj.  159;  428,  anm.  1;  437. 
nafarr  m.  54, 3,  b;   72;  151,1;  229. 
nafle  m.  256. 

nafn  n.  225;  237,2;  291, 9;  361,  anm.  1. 
nagl  m.  413. 

nagle  (anorw.)  =  nafle  256. 
Naglfar  n.  319, 1. 
nakkuarr,  -err,  nakkorr  pron.  54, 3,  a; 

84;  127,1;  148;  274,1;   475  u.  3 

u.  anm.  1,2;  andere  formen  51, 2,  a; 

82, 2, 6 ;  116,  anm. ;  128 ;  148 ;  285, 1 ; 

474,  anm.  1. 
nakkuat  pron.  475,  3. 
nänn   (anorw.)  adj.,    s.  näenn  428, 

anm.  1. 
när  m.  72;  80,2;  83;  123;  319, 1; 

387  u.  anm.  2. 
nara  swv.  519,  anm.  1. 


Register. 


433 


Xare  m.  84. 

Xarfe  m.  84. 

natt,  natt  f.,  s.  nött. 

tiättüra  f.  79. 

napr  m.  358.  anm.  2. 

-napr  m.  397,  anm.  1. 

näpu'r)legr  adj.  308,  anm. 

naumr  adj.  234. 

naust  n.  166,  anm.  2. 

xantr  m.  137,  anm.  6;  166. 

naupegr,  -ogr  adj.  173,4. 

naup(r)  f.  390,1;  392,3. 

naupsyn  f.  167;  382. 

naupu(g)legr  adj.  293. 

nefn.  322,4;  369. 

nefa  =  ti«ma  konj.  237, 2. 

»i<f<?  m.  319, 2. 

Xefer  m.  371. 

Xefiulfr  m.  133,  a. 

«^/>ia    swv.    63, 1;    291,  9;    515   u. 

anm.  3;  517. 
negla  swv.  (part.)  313,3. 
neima  (anorw.)  konj.  237,  2. 
neinn  pron.  475  n.  5. 
)tf£fcuarr, -err  pron.  84;  128;  274,1; 

475,3;  vgL  nakkuarr. 
nekkuat  pron.  51,2,  a;  475,3. 
nekkuepr  adj.   159;   vgl.  nek{k)uef)r. 
nekkurr  pron.,  s.  nakkuarr  84;  475,3. 
KaM   stv.  116;  168;  176,1;  345,1; 

496  n.  anm.  4. 
nemo  konj.  237,2. 
nenna  swv.  238, 2,  b;  275;  517. 
ner  adv.  komp.  442, 2. 
-««■  (in  namen)  371. 
Nere  m.  82,  6. 
nerpre,  nerztr  adj.  441. 
n<>s  n.  322,4:  368;  369. 
Xesiar  m.  pl.  368. 
nest  n.  'proviant'  63,3. 
nes*  adv.  sup.  442,2. 
nesta  167. 

nes^r  adj.  snp.  =  nctstr  127,6. 
net  n.  170;  369. 
w^tm  swv.  510. 
nefran  adv.  60;  441;  442,3. 
nepar  f.  pl.  60. 

Xo reen,  Altisl.  gTamm.    4.  auü. 


neparre  adj.  komp.  60;  441. 
nepre  adj.  komp.  60;  441. 
neyp  f.  392,3. 
?i«zfr  adj.  snp.  441. 
Niatt  m.  359, 1. 
nifl  n.  235, 2. 
ni/if  f.,  s.nipt. 

Nikolds  m.  107;  358,  anm.  1. 
if«  zahlw.  51,  3;  133,  b,  2;  155:  449. 
niöl  f.  235, 2. 
nionde  zahlw.  456. 
Niorpr  m.  396. 
Nioruasund  82,4,7;  167. 
niosn,  niöstn  f.  222,2;  310,3. 
niota  stv.  485. 
täötr  adj.  166. 
«/><  f.  319,2;  390,3. 
nirdpr  adj.  460. 
nista  swv.  63,  3. 
I  mt(i)än  zahlw.  449. 
I  nU(t)a  swv.  110,3;  267,  anm.l. 
nitegr  adj.  460. 
nip  n.  369  (2  mal). 
nipar  f.  pl.  60;  369. 
Niparöss  160,  anm.;  358,2. 
Xipapr  m.,  s.  Nipopr. 
nipe  m.  403  (2  mal). 
Niphoggr  m.  365. 
JY//>q/>r,  -q£r  m.  148;  294;  397. 
nipr  m.  367;  368  n.  anm. 
nipre  adj.  komp.,  s.  nepre. 
niund  f.  461. 
nö-,  na-  'nahe'  77, 2;  78;  116,  anm. ; 

438,  anm.l. 
no  =  nu,  nti  adv.  151,4. 
Nöatün  235, 1,  d. 
nögr  adj.  290,  anm. 
nokkorr  (anorw.),  nok{k)or  pron.  82, 2 ; 

116,    anm.;    285.1,5;    475,3    u. 

anm.l;  vgl.  nakkuarr. 
nör  m.  166,  anm.  2. 
N6r(e)ge  160,  anm. 
Noregr  235, 1,  f  u.  vgl.  folg. 
Nöregr  127,  3;  149,  anm.  1 ;  235, 1,  f ; 

358,  anm.  5. 
nörenn  (anorw.)  adj.  =  norrenn  151, 7. 
Nörigr  149,  anm.  1 ;  vgl.  Noregr. 
SB 


434 


Register. 


Normenn  m.  plur.  291,  3. 

norn  f.  390. 

norrönn  adj.   151,7;  291,3;   353,4. 

norpan  adv.  441 ;  442,  3. 

norpar{f)e,  -astr  adj.  441. 

Nor(p)menn  m.  pl.  291,  3. 

Nordmeere,  -märe  (anorw.)  171. 

norpre  adj.  komp.  441. 

norpr(h)alfa  f.  294. 

Norvegr  127,3;  235, 1,  f. 

nörenn  adj.  291,3;  vgl.  norrenn. 

not  f.  63,  anm.4;  170;  416. 

note  m.  160. 

nött  f.  63,  anin.4;   116;  127,1;  267 

(2 mal);  284;  347, 1;  416, 1,  2;  417. 
nöüorpr  m.  395. 
-nopr  m.,  s.  -napr. 
npf  f.  375. 
npkkorr    pron.    300,  1     u.    anm.  1; 

'475,3;  vgl. 
npkkuarr  pron.  84;  148;  475,3;  vgl. 

nakkuarr. 
npkkue  m.  279, 2. 
ngk{Ji)uepr     adj.     159;     428;     vgl. 

nek(k)uepr. 
npkkuorr  pron.  475, 3;  vgl.  nakkuarr. 
npkkurr  pron.  475,  3 ;  vgl.  nakkuarr. 
npkkursti  adv.  297,  anm.  2. 
ngl  f.  123;  236;  375. 
Nprr  {nprr)  m.  82,6;  84;  167;  365; 

424,  anm.  2. 
Npruasund  82,6;  167;  vgl.  Nerua- 

sund. 
Nprue  m.  82,6;  84. 
nps  f.  322,4;  375. 
nött  f.,  s.  nött. 
nü,  nu  adv.  151,4. 
nukkurr  pron ,  s.  nakkuarr  148 ;  475, 3. 
wjj  n.  369. 

-ny  (in  namen)  383  u.  anm.  3. 
nykill  (anorw.)  m.  =  lykell  254. 
nykr  m.  77,  5,  a;  358,  anm.  2. 
nyr  adj.  429;  431  u.   anm.  1;   439, 

anm.  1. 
nyra  n.  405. 
nyrpre,  nyrztr  adj.  441. 
Nyrue  m.  82,4;  167. 


nysa  swv.  222, 2. 

wy«  f.  382. 

-nyte  m.  403. 

wyfo'a  swv.  510. 

ncefr  f.  375;  392,2. 

n&fnd  (anorw.)  f.  390,  4. 

n&r  adv.,  s.  ndbrr. 

n&ra  swv.  171. 

nd;ri  adv.  442,  2. 

«cer(r)  adv.  280,  anm.4;  442,2. 

ntär(r)e  adj.  komp.  438,  anm.  1. 

nair(r)meir(r)  adv.  komp.  442,  anm.  4. 

ndist  adv.  sup.  442,  2. 

woesfr  adj.  sup.  127, 6 ;  135 ;  438,  anm.  1. 

noetr  (anorw.)  f.  416,  anm.  3. 

nefr  adj.  322,  4. 

nekkua  (u.  a.  formen)pron.  474,  anm.  1 ; 

475,  anm.  1. 
nekkuarr,  -err  pron.  54,  3,  a;  82,6; 

84;  475,  3  u.  anm.  1;  vgl.  nakkuarr. 
nekkuat  pron.  475,  3  u.  anm.  1. 
nok(k)uepr  adj.  82,  6 ;  159 ;  226 ;  279, 2 ; 

428  u.  2. 
nektr  adj.  =  nek(k)uepr  159;  428,  2. 
nera  swv.  171. 
n&re,  nestr  (anorw.)  adj.  77,8;  438, 

anm.  1. 
nerpre,  nerztr  adj.  63,4;  119;  441. 
Neruasund  82,6;  167;  424,  anm.  2. 

6  (anorw.)  f.,  s.  6  'fluss'. 

ö-  präfix  51, 1,  a;  112, 1;  299,  anm.  5. 

öask  swv.  509,  anm. 

obbelde  n.  269. 

oblöt,  obläta  f.  416. 

Oddlaug  f.  268,  anm.  2. 

Oddleifr  m.  268,  anm.  2. 

oddr  m.  61,1;  224,2. 

Odhrin  254,  anm. 

of-  präfix  51, 1,  a;  150,  anm. 

of  präp.  146,  anm.  6;  441. 

öf  n.  =  öhöf  294. 

o/"  aft  adv.  54, 3,  a. 

ofan  adv.  121;  237,2;  318,2;  442, 

anm.  4. 
ofarmeirif)  adv.  komp.  442,  anm.  4^ 

443. 


Register. 


435 


ofaiir),  ofa(r)st  adv.  443. 
of  beide  n.  269;  317, 2,  a. 
Öfeigr  m.  54,  3,  b. 
offra  swv.  336. 
oflgt,  ofldta  f.  416. 
ofn  m.  317,  anm.  2. 
of(r)-  präfix  51, 1,  a. 
of(s)t  adv.,  s.  opt  309, 1. 
ofpogle  n.  63,8;  173.1. 
of  valt  adv.  54, 3,  a. 
og  konj.  =  ok  248. 
öglepesklcepe  n.  411,  2. 
og»  (anorw.)  m.  =  ofn  317,  anm.  2. 
ögn,  ogn  f.  127;3;  170. 
-ogr  adj.  173, 4;  428  u.  1. 
öhöf  n.  294. 
öhögande  n.  173,2. 
ofc  n.  231. 

ok  konj.  152,2;  248;  473,  anm.  4. 
olikar  pron.  pers.  112, 1;  464  u.  anm. 6. 
okkarr    pron.  poss.    112,  1 ;    266,  3 ; 
300,1;  467  u.  3  (u.  anm.  3). 

okkarra  pron.  =  okkar  464,  anm.  6. 
ok{k)r  pron.  pers.  112,1;  464;  542. 

okr  n.  127,  3. 

öl  f.  116;  132;  175,4;  376. 

Öläfr,  -afr  m.  54, 3,  b ;  80,  3  n.  anm.  1 ; 
107;  116;  151,1,5;  160,  anm.; 
240,2;  291,4;  299,  2 {  358. 

Ölafsmessa  t  77,3. 

Öfe  m.  116;  123;  299,2. 

ölegr  adj.  292. 

-otyr  (in  namen)  61,1;  235, 1,  a. 

oll  m.  116;  132;  175,4. 

Oüaug  f.  268,  anm.  2. 

OUeifr  m.  268,  anm.  2. 

öln  f.,  s.  oln. 

Ölof,  -lof  f.  54, 3,  b. 

om  (mnorw.)  präp.  146,  3. 

oman  (anorw.)  adv.  =  ofan  237,  2. 

umon  235, 1,  a. 

Ön  (mnorw.)  m.  =  Qnn  116;  228. 

ön  f.,  s.  vgn. 

ön  präp.  78;  116. 

-on  snffix  138,  anm.  3;  390. 

onder  (shetl.)  präp.  =  under  146, 3. 

ö)iei$s  adj.  54, 3,  b;  294. 


önempshi'iser  308. 

-ong  f.  376:  vgl.  -ung-. 

•ongr  m.  358  u.  3  u.  anm.  1;   462; 

vgl.  -ung-. 
Onny  f.  268,  anm.  3. 
öp  n.  235, 1,  a. 

op  (shetl.)  präp.  =  upp  146,3. 
openn  adj.  428. 
opt  adv.  61,1;  240,2;  309,1;  442,1 

u.  anm.  3. 
or-,   ör-    (anorw.)    präfix   72;    112, 

anm.  5;  126,1;  146,3;  vgL  er-, 
ör  präp.  72;  126,1;  146,3;  vgl  er. 
ör-  pron.-stamm,  s.  vdrr. 
örar  f.  pl.  235, 1,  a;  375. 
orf  (aisl.)  235, 1,  a. 
6ri(k)stader  (anorw.)  307. 
örir  m.  254,  anm. 
ormr  m.  126,2;  235,  l,a. 
Or(m)sno3S  (mnorw.)  291,8. 
orrosta,  -asta,  or(r)psta  f.  148;  285,  3. 
örskurdr  (anorw.)  292,  anm.  2. 

orp  n.  235, 1,  a. 

os,   ös   pron.   =   oss    112,  1;    233; 

317,4;  464  u.  anm.  7. 
ösk  i.  112,1;  233. 

Ösk  f.  377  n.  anm. 

Oslo,  Oslo  f.  98,2;  116;  151,  anm. 

ösminni  147. 

öss  m.  'gott',  s.  gss  116. 

öss  m.  'mündung'  358,2. 

öss  (anorw.)  pron.  =  oss  464,  anm.  6. 

os(s)  pron.  pers.  112,1;  127,7;  233; 
285,1;  317,4;  464  u.  anm.  6;  542. 

öst  f.,  s.  öst. 

öst  'höhle  üb.  d.  Schlüsselbein'  222,2. 

ostr  m.  231. 

ösuifr  adj.  77, 13. 

Ösuifr,  Ösyfr  m.  77, 13;  81,  c;  240,  2. 

ösemr  adj.  308. 

OtkeU  m.  245,1;  284. 

otr  m.  168;  358,  anm.  2. 

ötta  f.  113;  235,1,1 

Öttarr  m.  116;  229. 

ötte  m.  170. 

-öttr  adj.  151,  anm.;  427. 

öpal  n.  78;  170;  362  u.  anm.  1. 
28* 


436 


Register. 


OÖbiorn  (anorw.)  m.  128,  anm.  2. 
Öpenn  m.  173,5;  235, 1,  a. 
OÖfinnr  (anorw.)  m.  128,  anm.  2. 
OÖgceir  (anorw.)  m.  128,  anm.  2. 
ÖÖon  (mnorw.)  m.  173,  5. 
Öpr  m.  358, 2. 
öpr  m.  358, 2. 
öpr  adj.  235, 1,  a. 
-opr  m.  137,  anm.  3 ;  397. 
oukt  (anorw.)  zu  gfogr  235,2. 
öveitoll  adj.  173, 1. 
oxe  m.,  s.  uxe. 

p  f.   'fluss'  77,2;   81,  c;   123;  132; 

163,1;    169;    230,1;    317, 3,  a   u. 

anm.  2;  374;  379  u.  anm. 
p  f.  'schaf  418,  anm.  2;  vgl.  ckr. 
gfegr,  -ogr  adj.  173,  4 ;  235, 2. 
Qfmundr  m.  263,  anm.  3. 
qfund  f.  79;  80,3. 
Qgmundr  m.  105,  anm. ;  263,  anm. ; 

270,  anm. 
ogn  f.  375. 
pk{l)la  n.  78;  137,2;  153,3;  266,3; 

284;  405. 
pkle  m.  405. 
gl  f.  =  öl  116. 

oZ  n.  115,  anm.;  319,2;  366  u.  anm. 
glboge  m.,  s.  plnboge. 
gld  f.  376;  391  u.  anm.  2. 
Qlfoss  m.  79;  112,  anm.  1. 
Qlfr  m.  132;  228. 
gllonges,  -ynges  adv.  64;  79. 
plmosa  f.  79. 

pln,  gln  f.  124,3;  375;  378. 
pl(n)boge  m.  262,1;  291,9. 
ploge  m.  79. 
plonn  m.  275. 

plpt  f.  173,5;  416,1,4;  417. 
plr  m.  254,  anm. ;  317,  4. 
plr  adj.  430. 
pl{p)r  n.  319,  2. 
plup  f.  79. 

Qlvalde  m.  84;  105,  anm. 
QZver  m.  64;  105,  anm. 
pmbon  293,  3. 
ombott  f.  79. 


ßrod,  Qnd  258,  2. 

Qmmundr  (anorw.)  m.  270,  anm. 

Qn  m.,  s.  Qnn. 

pnd  f.  'atem'  391. 

pnd  f.  'ente'  416,4. 

piidoge,  -ugi  m.  79;  226. 

pndorr  m.  359, 2. 

pndorpr  adj.  79;  226. 

(2wZo/>r  m.  79;  148;  397. 

pndr  m.  =  andr  359,  2. 

pndugi  m.  226. 

pndvege,  pndugi  m.  226. 

pndverpr  adj.  =  pndorpr  226. 

Qw#o#  m.  173, 1.  ' 

öw/r  adj.  82,6;  424,  anm.  2;  430. 

$n(ri)  m.  116;  132;  228;  285,  anm.  2; 

358,  anm.  1. 
pnn  f.  224,  2. 
Qnundr  m.  115, 1 ;  148. 
pr,  gr  f.  'pfeü'  80,3;  124,2;  380  n. 

anm.  2. 
pr  f.  'rüder'  54,2;  376. 
prk  f.  416,1;  417. 
pm  m.  80, 1;  115,  anm.;  395  u.  1,  2 

u.  anm.  2. 
Qrnolfr  m.  79. 

p'rr  m.  54,  2 ;  395  u.  3,  4  u.  anm.  2. 
ö»t  adj.  154  j  430;  437. 
gss  m.  'balken',  s.  äss  'balken'. 
gss  m.   'gott'  80,1;   116;  153,1,5; 

233;  395  u.  1,3,  4  u.  anm.  2. 
öst  f.  116;  123;  233. 
östvinr  m.  65. 

g'tt  f.  127,1;  392,3;  vgl.  c6tt. 
gttonde  zahlw.  456. 
gttongr  m.  173,  3. 
pplask  swv.  63,  8. 
pplingr  m.  172,  anm.  2. 
ppoll  adj.  63,  8. 
Qpr  128,  anm.  2. 
p#  f.,  s.  0«. 
pxl  f.  222,2;  386. 
<2^o?r  m.  148. 

pä  (mnorw.)  präp.  =  uppa  154,  anm. 
pä(e)  m.  235,  anm.  5;  400;  404,  anm.l. 
Päfa{T)staö  297,  anm.l. 


Register. 


437 


päfe  m.  404, 1. 

Pcdl  m.  77, 2. 

papa,  -e  m.  404, 1. 

Pappyli  (aisl.)  276,  anm. 

paradis{e)  f.  376. 

papreimr  m.  154,  anm. 

pen(n)ingr,   pengr    m.    160,    anm.; 

285,  2 ;  323,  anm. 
Petarr,  Pettarr  m.  248;  358;  359, 1. 
Petrus  m.  126,  anm.  3. 
Phil(i)pus  m.  160,  anm. 
pikisdagar  m.  pl.  110,1;  299,1. 
pfls  f.  =  pisl  313,  4. 
pf(»)sJ  f-  111,1;  299,4;  313,4. 
Pinslar,  (wnorw.)  Pintlar  242. 
pistell  m.  154,  anm. 
Pöll  m.  77,  2. 

postola,  -e  m.  154,  anm. ;  401, 1. 
prestr  m.  302;  323,  anm. 
prettr  m.  358,  4. 
pr'isund  f.  305,  anm.  2. 
profeta,  -e  m.  401, 1. 
{p)salmr  m.  287,  anm. 
(p)saltare  m.  287,  anm. 
PmZ  'Apulien'  154,  anm. 
jwnd  n.  323,  anm. 
püstr  m.  358,  anm.  2. 
pi/ttr  m.  387. 

rä  f..  s.  rp 'ecke'  116;  175, 4;  317, 3,  b. 
Bafutid  256. 
Eagnaldr  m.  235, 1,  f. 
Eagnarr  m.  69;  358. 
BagndiÖr  f.  253, 1. 
Ragneipr  f.  294;  384. 
Ragn(f)ripr  f.  264;  291,4. 
Bagnhildr  f.  275,  anm.;  384. 
Ragnvaldr  m.  84;  235, 1,  f;  291,9. 
ra#r  adj.  315,  anm.  3. 
Eagund  (anorw.)  256. 
Ea(g)valdr  (anorw.)  m.  293,  3. 
rakr  adj.  169,  anm. 
Edld{e)r  (mnorw.)  m.  134,  b. 
ram{m)r  adj.  318, 10. 
Bam(p)n-  (anorw.)  308. 
Eam(pn)staöer  291,  9. 
rdmr  adj.  171. 


Rämundr  (anorw.)  m.  292. 

rand  f.  =  rgnd  81,  c. 

Eandeipr  f.  294. 

Eandver  m.  360. 

Ban(g)di&r  f.  264. 

ranginde,  -ynde  n.  pl.  173, 2. 

Bangnül  (onorw.)  f.  275,  anm. 

rangr  adj.  246,1;  288  u.  anm.  2. 

rann  n.  224,2. 

Eannveig  f.  54, 3,  b ;  235, 1,  f ;  317, 3,  a ; 

377. 
Bär  m.  134, 6. 
rata  swv.  288 
Batatoskr  m.  112,1;  233. 
räpa  stv.  172, 2;  292;  505, 1  u.  anm.  2; 

534,  anm.  3. 
räpe  m.  288. 
räpgiafe  m.  95,  anm.  5. 
Bä(d)mundr  (anorw.)  m.  292. 
-rdpr  (in  namen)  358. 
rauf  f.  375. 
raukn  105,  anm. 
raus(t)n  f.  310,  3. 
raw/>r  adj.  166;  259;  292. 
Eavaldr  (anorw.)  m.  293,  3. 
reformr  m.  60. 
refr  m.  85,  anm.  2;  358. 
regen  n.  pl.  74;  362  u.  anm.  2. 
Begenn  m.  74;  358  u.  3;  359,1. 
reifr  adj.  294,  anm. 
reik  f.  54,  anm.  3;  172,2;  416. 
reim  f.  375. 
rem  f.  376. 
reine  m.  288. 
reitr  m.  288;  395. 
reip  f.  376. 
reipe  f.  411,  2. 
r«£r  adj.  288. 
reka  stv.  90;  288;  497. 
retemZe  f.  (n.)  411,2,3;  422,  anm.  2. 
rekendr  pl.  (m.  f.  n.)  422,  anm.  2. 
rekia  swv.  'darlegen'  169,  anm. 
rekia  swv.  'recken'  279,1. 
rek(k)ia  f.  77,7;  279,1. 
rekkr  m.  110,1;  266,3. 
-rekr  (in  namen)  358. 
rekstr  m.  358,2. 


438 


Register. 


renna  stv.  162, 1;  277,  4,  b;  318, 11; 

495  u.  anm.2;  531,2. 
repsa  swv.  210,2. 
Berer  m.  371. 
rata    swv.    110,3;    124,1;    267   u. 

anm.  2. 
rettende,  -inde  n.  pl.  173,  2. 
rettr  m.  109;  352,1;  395  u.  3. 
ret(t)r  adj.  169,  anm.;  267;  352,1. 
rettvise  f.  411. 

rätynde  n.  pl.  64;  77,3;  173,2. 
repr  n.  315,  anm.  3. 
-repr  (in  namen)  60. 
reykr  m.  389  u.  anm.  2. 
reyna  swv.  531,  anm.  2. 
reyner  m.  292. 

reyrr  m.  71,8;  353,5;  358,2. 
reypr  f.  384. 
riddare  m.  78. 
n/  n.  'reibung'  60. 
rif  n.  'rippe'  369. 
rifa  stv.  172,1;  179,1;  482. 
rifia  swv.  510. 
rifka  swv.  237, 1. 
n/i-  m.  389. 
rifr  adj.  237, 1. 
rike  n.  327,1;  372  u.  anm.  1. 
Bik(g)arpr  m.  311. 
Hfer  adj.  179,1;  431;  437;  439. 
rim  f.  375. 
J?m  f.  375. 
Bindr  f.  384. 

rinna  stv.  =  renna  162, 1 ;  495,  anm.  2. 
riöfa   (mnorw.)    stv.    =   riüfa  101, 

anm.  1 ;  486,  anm. 
riöpa  stv.  485. 
riöpr  adj.  166. 
rip  f.  417. 
risa  stv.  482. 
me  m.  288. 
rispa  f.,  swv.  316. 
rist  f.  288;  416. 
n'sta  stv.  482. 
rit  f.  416,  4. 
rita  stv.  288;  482. 
ripa  stv.  'drehen'  288;  482. 
ripa  stv.  'reiten'  482;  534, 2,  c. 


-rip{r)    (in   namen)    291,4;    384  u. 

anm.  2. 
rM/a  stv.  172, 1;  486  u.  anm. 
riüka  stv.  486. 
ro  f.  'ecke',  s.  rg. 
rö  f.  'eisenplatte'  416. 
rö  f.  'ruhe'  375. 
rö  (anorw.)  f.  'stange'  77,2. 
röa  stv.  77,3;  235, 1,  d;  506. 
Böarr  m.  256. 

Bobbcerder  (anorw.)  m.  268,  anm.  3. 
rög  n.  235, 1,  b. 
Bogaland  392. 
Bö{g)alder  m.  256. 
Bögar  m.  256. 
Bö(g)e  m.  256. 
Bognvaldr  m.  115, 1. 
Bömariki  9S,  anm. 
rdmr  m.  171. 
Bonny  f.  268,  anm.  3. 
rör  adj.  429. 
roskenn   adj.   (part.)   235, 1,  b;   495, 

anm.  6. 
rot  f.  63,  anm.  4;  416. 
rata  swv.  235, 1,  b. 
rotenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 
ro£  n.  61, 1. 
rope  m.  166. 
röpr  m.  358,2. 
-ro/)T  (in  namen)  358,  2. 
Bödrekr  (anorw.)  m.  65. 
Boumariki  98,  anm. 
rp  f. '  ecke '  116 ;  175, 4 ;  288 ;  317, 3,  b ; 

379. 
r$  f.  'rahe'  379. 
rg'  f.  'reh'  54,1;  379. 
rg'  f.  'stange'  77,2. 
rgdd  f.  224,  2;  391. 
rggg  f.  227,2;  318,14;  380. 
rpgn  n.  pl.,  s.  regen  362,  anm.  2. 
Bggnog  (anorw.)  f.  54,  3,  b. 
Bognvaldr  m.  84;   235, 1,  f;   291,9. 
rpggr  m.  365. 
rpk  n.  pl.  77,7;  169,  anm. 
rgk  'furche'  54,  anm.  3;  169,  anm.; 

172, 2. 
Bon  f.  292;  375. 


Kegister. 


439 


rond  f.   81,  c;    115,1;   391   (2 mal); 
'  416,  2,  4  n.  anm.  1. 
r^ng  f.  (116);  317,  3,  b;  413. 
Bonnog  (anorw.)  f.  54,  3,  b;  151,5; 

235, 1,  f. 
roskr  adj.  430;  437. 
Rnskua  f.  408. 
rost  f.  386. 
rop  f.  375. 
Snäldr  m.  134,  b. 
ntangr  adj.  28S.  anm.  2. 
ruelda  f.  238, 1,  a 
rufet  (anorw.)  f.  263,  anm.  3. 
rugr  m.  388. 
Eulfr  m.  127,  3. 
run  f.  375. 
-rün  (in  namen)  377. 
rune  m.  'flnß'  162,1;  318,11. 
rup  n.  61, 1. 

Ruzar  m.  pl.  =  Ryzar  358,  4. 
rueeiöi  (anorw.)  f.  288,  anm.  2. 
ryfa  (anorw.)  stv.  486,  anm. 
ryger  m.  pl.  368;  389;  392. 
rygr  f.  384  n.  anm.  4. 
ryia  swv.  (227,2);  318,14. 
rykkr  m.  389. 
Symner  m.  371. 
rympell  266,  anm.  1. 
rymr  m.  389. 
rytta  m.  f.  241;  408. 
Ryzar  m.  pl.  358,4;  387,2. 
reeik{t)na  (anorw.)  swv.  310,  anm.  2. 
rcei(n)son  (anorw.)  f.  299,  4. 
ra'lclia      (anorw.)      swv.    =    rekia 

279. 1. 
rdäer  adj.  431. 
nbta  swv.  2S8.  2.  b;  517. 
rrMtr  m.  =  reür  109. 
re/r  m.  =  refr  85,  anm.  2. 
r»<7«i  swv.  235, 1,  b. 
rok  n.  pl.  =  rpk  77,7;  169,  anm. 
rö'Äs'a  swv.  169,  anm. 
rol\k)r  n.  77,3;  90;  279,2. 
rek(k)ua  stv.  swv.  82,3;  279,2:  498 

n.  anm.  7. 
/•0ÄT  adj.  169,  anm. 
Bmi  65. 


rettyndi  (anorw.)  n.  pl.  77,3. 
-repr  (in  namen)  60;  77,3;  291,4. 

sä  adv.  =  suä  235,  anm.  5. 

sä  pron.  71,2;  122;  126,1;  137,1,2 

(mehrmals);    139;    144,    anm.  1; 

156,    anm.;    169;    (221,1);    280, 

anm.  2;  285,1;  299,5;  466;  468; 

469  n.  anm.  1—5;  473  n.  anm.  2. 
sä   stv.    126,  anm.  2;    137,   anm.  4; 

154;  317,4;  506  u.  anm.  1. 
safn  n.  225. 
safna  swv.  527. 
saga  swv.  507,  anm. 
Saga  f.  169;  317,  3,  a. 
seil  m.,  s.  salr. 

säld  n.  54,1;  124,  anm.  2;  313,2. 
salmr  m.  287,  anm. 
Salomön  m.  358,  anm.  1. 
sal(r)  m.  66,2;  388  u.  1  u.  anm. 
saltare  m.  287,  anm. 
saltkubbe  m.  318, 1. 
sama  swv.  170;  519,  anm.  2. 
saman  adv.  168;  425,  anm.  2. 
samar  n.  121. 
same  pron.  468. 
samfeddr,  -fepr  adj.  238, 1,  a;  245.2. 

284. 
samfepra  pl.  401,  anm.  2. 
seimkund  f.  319,  3. 
sammoddr,  -mepr  adj.  238, 1,  a ;  245, 2 ; 

291, 10. 
sammepra  pl.  401,  anm.  2. 
sam(p)na  swv.  308. 
samr  pron.  168;  468. 
samtengia  swv.  507,  anm. 
sampykkia  swv.  518,  anm.  1. 
sampykkr  adj.  431. 
Sandvin  65. 
sanninde,  -ende  (-ande)  n.  51,  2.  b : 

65;  173,2  (u.  anm.  2). 
sannr  adj.  167;  261;  266, 2,  a;   275: 

(286);  427,2  n.  anm.  2. 
sannunde,  -ynde  173,  2  (u.  anm.  2). 
säpa  f.  54,  anm.  3. 
sär  m.  54,1;  387  n.  2. 
seir  n.  54,2;  77,2. 


440 


Register. 


särr  adj.  54,2;  127,1. 

säta  f.  406,  anm.  1. 

Satan  m.  126,  anm.  3;  358,  anm.  1. 

sapr  adj..  s.  sannr. 

Saul(u)ir  (anorw.)  m.  235, 1,  f. 

saumr  m.  172, 1. 

sautiän  zahlw.,  s.  siaut(i)än. 

saupr  m.  292;  388;  392,1. 

sea  stv.,  s.  siä  133,  b,  2  ;  498. 

sef  n.  60. 

sefe  m.  68, 3. 

sege  m.  60. 

seggia  swv.  =  segia  279, 1 ;   520  u. 

anm.  1,  2. 
seggr  m.  389  u.  anm.  1. 
segia   swv.   73;   279,1;   507,  anm.; 

520  u.   anm.  1,  2;  531,1;   532,6; 

538, 4. 
segianzsaga  f.  422,  anm.  4. 
segl  63, 3. 

/Set'wr  (wnorw.)  130,  anm.;  294. 
seinka  swv.  299, 1. 
seinn  adj.  439,  anm.  2. 
s<?$r  m.  358,  2. 
sefc  (anorw.)  pron.  =  sik  145,  anm.  3; 

464. 
sek(k)ia  swv.  279, 1 ;  513,  2  u.  anm.  1. 
seÄ/cr  m.  328,2;  389  u.  anm.  4. 
sekr  adj.  279,1;  424,  anm.  2;   431; 

433. 
sei  n.  369. 
sele  m.  60. 
seZm  swv.  238,  anm.  5;  513,2,3  u. 

anm.  1,2;  531,2. 
selr  m.  91;  124,2;  358  n.  1. 
sem  partikel,  pron.  473  u.  anm.  3. 
Semr  (onorw.)  130,  anm. 
senda  swv.  317,  2,  b;  515;  529;  538, 3. 
senna  swv.  517. 
senktr  adj.  266,  anm.  3. 
SeorÖr  (shetl.)  m.  =  Sigurpr  293, 4. 
ser  pron.  refl.   110,2;    126,1;   464; 

465,    anm.  4;    478;    530,    anm.  3; 

542. 
ser  huerr  pron.  478. 
Serker  m.  pl.  389. 
serkr  m.  389  u.  anm.  2. 


serlcestis  (anorw.)  adv.  128. 

serpa  stv.  91;  315,  anm.  3;  490  u. 

anm.  1. 
sess  m.  63,3;  320;  339,1. 
set  n.  173,5. 
seta  f.  91. 

setia  swv.  513, 2  u.  anm.  1,  2. 
setna  swv.  91. 
se*r  n.  91;  173,5. 
sett  f.  110,3;  461. 
sette  zahlw.  91;  109;  456. 
sepr  adv.  167. 
se«  zahlw.  222,2;  449. 
sextän,  -tiän  zahlw.  449  u.  anm. 
sexte  (anorw.)  zahlw.   =  sette  456. 
sextigi,  -togo,  -tugu  zahlw.  450. 
sextegr  adj.  460. 
seytiän  zahlw.,  s.  siaut(i)än. 
seytiände  zahlw.  456,  anm. 
Seceimr  (onorw.)  130,  anm. 
si-  präfix  'immer-'  110,  anm.  2;  299, 

anm.  5. 
sia  f.  133,  b,  2. 

sia  swv.  111,2;  133,  b,  2;  317, 3,  a. 
siä  pron.  112,  anm.l;  (221,1);  280, 

anm.  2;  468;  470  u.  anm.  1—4. 
siä  stv.  90;  116;  122;  133,  b,  2;  169; 

230,1;   235,   anm.  4;  317,  3,  a   u. 

anm.  2 ;  498  u.  anm.  4. 
-siä  f.  409. 
sialdan,  siald(ri)ar  adv.  88;  95,  3,  a; 

425,  anm.  2;   437,  anm.  2;    442,1. 
sialdnare,    -astr   adj.    437,    anm.  2; 

440,  anm.  1. 
sialdsenn  adj.  437,  anm.  2 ;  440,  anm.  1. 
sialfr  pron.  89;  423,  anm.;  468. 
siänzvitne  n.  422,  anm.  4. 
siär  m.,  s.  sior. 
siatna  swv.  88;  91. 
siau  zahlw.  235, 2 ;  449  (2  mal)  u.  anm. 
siaug,  siaum  (anorw.)  zahlw.  (s.  siau) 

449,  anm. 
siaund  f.  461. 
siaunde  zahlw.  235,  2;  456. 
siaurepr  adj.  460. 
siaut(i)än   zahlw.   65;   295,   anm.l; 

449  u.  anm. 


Register. 


441 


siautogr  adj.  460. 

siauöi  (anorw.)   zahlw.   =  siaunde 

456,  anm. 
Sibborg,  Sigbiorg  (anorw.)  f.  270.  anm. 
s{i)eytiän  zahlw.,  s.  siaut(J)än. 
Sifi.  68,3;  383. 
Miliar  f.  pL  68,3;  383. 
Sifka  m.  401,1;  408. 
Siftun  (anorw.)  77, 12. 
sig  n.  =  sigr  m.  358,  anm.  2. 
sig  pron.  =  sik  248;  464. 
siga  stv.  97, 2 ;  317, 3,  a ;  482  u.  anm.  1. 
sige  m.  60. 
Sigg  f.  383. 

sigla  swv.  63,5;  515  u.  anm.  3;  517- 
Sigmundr  m.  293,3. 
Signi  (anorw.)  f.  80,2;  163,2;  383, 

anm.  1. 
Signy  f.  77,  anm.  3;  80,2;  383,  anm.  1. 
Sigorpr  m.,  s.  Sigurpr. 
sigr  m.  77,  anm.  3;  358,  2, 4  n.  anm.  2. 
sigrbäkn  n.  55,  anm. 
Sigripr  f.  291,4;  384. 
Sigropr,  -ropr  m.  291,  4;  397,  anm.  2. 
Sigtryggr  m.  226;  231,  l,b;  365. 
Sigtüner  pL  361,  anm.  4. 
SigÖir  (anorw.)  m.  221, 1. 
sigpr  m.  169,  anm. 
Sigprüpr  f.  384. 
Siguatr  m.  294. 
Sigurpr  m.  51, 2,  a;  148;  291,3;  Tgl. 

Siugurör. 
Si(g)valdr  m.  293,  3. 
Sigvarpr  m.  148;  vgL  Sigurpr. 
Sigyn,  -un  f.  226;  235,  anm.  4;  383 

(2  mal). 
MC  pron.  248;  464;  465,  anm.  4;  530, 

anm.  3;  542. 
siklatun,  -um  258,  anm.  1. 
sild,  sild  f.  127, 2;  236;  313, 2:  416,3. 
sile  m.  60. 
silfr  n.  85;  104. 
silki(s)parlak  302,  anm.  1. 
silla  adv.  263,4. 
sima,  (-e)  n.  (m.)  172,1;  405. 
Simon  m.  358,2  u.  anm.  1. 
sin  f.  375. 


sin  pron.  pers.  464. 

Siner  m.  371. 

siniör  m.  358,  anm.  1. 

sinn  n.  275;  317, 2,  b;   463  n.  anm. 

sinn  pron.  poss.  110,  anm.  2 :  127.  2 ; 

266, 2,  a;  277, 2,  c;  285, 1;  467  u.  1 

u.  anm.  1, 2,  (3). 
sinne  n.  463. 
sinnig  adv.  149,  anm.  1. 
siö  zahlw.,  s.  siau  449,  anm. 
siögarbüÖ  (anorw.)  256. 
siöle  m.  235,2. 
Siolfr  m.  133,  a. 

sion  f.  101,2;  317,  anm.  2;  392,3. 
sionde  zahlw.  133,  a  n.  anm.;  235,2; 

456,  anm. 
siör  m.  70,4;  77.8;  81, c;  83;  97,3; 

106;  365. 
siot  n.  173.  5. 
siöi  n.  235.  anm.  3. 
siotidn  (anorw.)  zahlw..  s.  siaui(i)dn 

449.  anm. 
siütugr  adj.  460. 
siopa  stv.  4S5. 
sira,  siri  m.  401, 1. 
sitia,  (sita)  stv.  68,3;  320;  498  u. 

anm.  7  (2  mal). 
sip  adv.  441 ;  442,  3  u.  anm.  4. 
sipa  f.  179, 1. 
sipa  stv.  482  n.  anm.  2. 
sipan,  sipan(n)  adv.  241;  285, 1;  425, 

anm.  3. 
siparmeir(r)  adv.  komp.  442,  anm.  4. 
sipar(r)e,  -ar(a)str,  -astr  adj.  441. 
sipla  adv.  268.  4. 
sipr  m.  395  n.  3. 
sipr  adv.  komp.  442,  anm.  1. 
sipre  adj.  komp.  441. 
siüga  stv.  486  n.  anm.;  487. 
Siugurör   (anorw.)    m.   89,    anm.  3; 

160,  anm.;  293,4;  vgl.  Sigurpr. 
Siugvalde  m.  89,  anm.  3. 
siükr  adj.  63,13;  101,1;  321;  427. 
siunde  zahlw.  133,  a  n.  anm. ;  235, 2 : 

456. 
Siürör,  Siurdr  (anorw.)  m.  160,  anm. ; 

293,4;  vgl.  Siugurör. 


442 


Register. 


sivirding  (anorw.)  f.  235,  anm.  4. 
siz(t)  adv.sup.  238.2,  d;  303,1;  442, 

anm.  1. 
Siceimr,  Siceimr  (onorw.)  130,  anm. 
sie  (misl.)  zahlw.  =  siau  449,  anm. 
siende  zahlw.  456,  anm. 
sietiän  (anorw.)  zahlw.,  s.  siaut(i)än 

419,  anm. 
skaf  (anorw.)  240,  anm.  4. 
skafa  stv.  170;  500  u.  anm.  1. 
skage  m.  170. 
Slcagul  f.  80, 3. 
skaka  stv.  501. 
skakker  n.  271,  anm. 
skäld,  skald  n.  124,  anm.  2 ;  127, 1  ; 

313,2;  361. 
Skdlpr  m.  313,  anm. 
skamm  f.  =  skomm  390, 1. 
skamma  swv.  518,  anm.  2. 
skam(m)r  adj.  308;  318,10;  438. 
skammcer  adj.  429. 
skamt  adv.  442,  2  u.  anm.  3. 
Skäney  f.  292. 

skapa  swv.  68,1;  500,  anm.  1. 
skapare  m.  402. 
-skapr  m.  388. 
skap(t)ker  n.  271,  anm. 
-skär  adj.  429. 
slcare  m.  322, 1. 
SÄar/r  m.  240, 2. 
säar/fc  n.  322, 1. 

skarlak(an),  s7i  arlat,  -aÖ  n.  263,  anm.  4. 
skarp  n.  425,  anm.  2. 
skarpr  adj.  168,  anm.;  540,  anm.  1. 
skass  n.  167;  272,3;  320. 
skate  m.  401,  3. 
sfcattr  m.  326,7;  358. 
skattyrpe  n.  pl.  281. 
skape  m.  170;  401. 
Skape  f.  401. 
skauper  f.  pl.  166;  322,1. 
skefell  m.  =  skemell  237,  anm.  2. 
st^5r  n.  170;  369. 
-skegge  m.  403. 
skeggia  f.  227, 1. 
skegg(i)gld  f.  295. 
sfon>  f.  322,  anm.;  416,3,  4. 


skeip  n.  322,  anm. 

skel  f.  382. 

steZ/a  swv.  238, 1,  h;  507,  anm.;  515. 

skella  stv.  =  skialla  491,  anm.  2. 

tfoRr  m.  387  u.  1. 

skemell  m.  237,  anm.  2. 

skemma{sk)  swv.  322, 1 ;  518,  anm.  2. 

skepia  stv.  68, 1 ;  323, 1 ;  500  u.  anm.  1. 

skeppa  f.  322,  anm. 

sker  n.  369. 

skera  stv.  168,  anm.;  322,1;  496  u. 

anm.  4;  540,  anm.  1. 
Skeringr  m.  173,3. 
Skeyner  m.  pl.  387. 
ski  n.  80,2;  163,2;  vgl.  sky. 
skial  n.  322, 1. 
skiala  swv.  95,  anm.  5. 
skialdsueinn  m.  95,  2. 
Skialdvgr  f.  377. 
skialfa  stv.  124,  anm.  1 ;  491  u.  anm.  2; 

530,  anm.  4;  531,1. 
skialgr  adj.  317,  3,  a. 
skialla  stv.  491  u.  anm.  2. 
skiallr  adj.  322, 1. 
skikkia  f.  110, 1. 
skildingr    (anorw.)    m.    =    skillingr 

317,  anm.  1. 
skilfingr  m.  92;  237,2. 
s/«7m  swv.  277, 2,  b ;  286,  anm. ;  531, 2. 
skillingr  m.  317,  anm.  1. 
skilmingr  m.  =  skilfingr  237,  2. 
skilnapr,  -nopr  m.  (238, 2,  f);  397. 
s/cma  stv.  482;  531,2. 
skinn  n.  266,  anm.  5;  275. 
skiöl  n.  163,  2. 

skioldr  m.  93;  396  u.  anm.  1. 
Skiolf  92. 

sfo'dta  stv.  485  u.  anm.  2;  527;  531, 1. 
skiöttr  adj.  133,  a. 
skiopa  f.  163,2;  166;  322,1. 
skip  n.  323, 1. 
skipgcer(Ö)  292,  anm.  2. 
skipon,  -an  f.  137,  anm.  3;  390. 
sfojrta  swv.  240,2;  529. 
skipvere  m.  403. 
skira  swv.  127,  2. 
Skirner,  Skirner  m.  127,2;  371. 


Register. 


443 


skirr  adj.  54.2:   127,2:  165:  172,1; 

286:  438. 
skita  stv.  482  n.  anm.  3. 
skieldr  m.  70,3. 
sköfa  f.  406,  anm.  5. 
skögr  m.  170;  358,2,3. 
skokkr  m.  =  skrokkr  322,  anm. 
sköle  m.  166,  anm.  2. 
skolla  swv.  519, 1. 
skolo   v.  146,3;   147;   238,   anm.  5; 

297,    anm.  2;    465,2;    524,3    u. 

anm.  2,  3,  4;    528:    529;    532,  4; 

535,  anm.  2;   536,2;   541,  anm.  2. 
skör  m.  134,  b ;  360  u.  anm.  4. 
skor  f.  168,  anm.;  375. 
skorpenn   adj.   (part.)   315,   anm.  3; 

490,  anm.  4. 
skorta  swv.  519,  II. 
sköp  n.  170. 
Skggol  f.  80,3;  374. 
sköl  f.  77.2;  375. 
skgm(m)  f.  318, 10. 
skgnungar  m.  pl.  173,  8. 
skgp  n.  pl.  319,2. 
skgpoßr  m.  319.  2. 
«fepr  f.  322,1;  375. 
skgrungr  m.  173,  3. 
skrä  swv.  51,  l. 
skraume  m.  322,1. 
sfor/"  (anorw.)  n.  60. 
skreip  f.  322,  anm. 
skreppa  f.  322,  anm. 
skreppa  stv.   110,1;   112,1;   266,1; 

315,  anm.  3;  490  u.  anm.  2.  4. 
skrikia  f.  322, 1. 
skrimls  n.  =  skrimsl  313,  4. 
Skript  f.  416,  4. 
skripa  stv.  322,  anm.;  482. 
skripr  m.  388  u.  1. 
sk(r)okkr  m.  322,  anm. 
sAro  f.  379. 
skrgk  n.  82,  6;  366. 
sk(r)ukka  f.  322,1  u.  anm. 
sk(r)ykker  m.  pl.  322,1  n.  anm. 
sAro?A  (anorw.)  n.  =  skrek  366. 
sAra>A-r  m.  322,1;  389. 
skrek  n.  82,6:  366. 


skrekua  swv.  82,  6. 

skuetta  stv.  110,1;  266,2. 

sA-u^e  m.  227  u.  2;  235, 1,  e. 

skuggsiä  f.  227,2;  409. 

skuiare  m.  77,13;  81,  c. 

skukka  f.  =  skrukka  322, 1  u.  anm. 

sfc«Za  (mnorw.)  v.,  s.  skolo  524,  anm.  3. 

skuld  f.  391 ;  392, 3. 

sküli  (anorw.)  m.  166,  anm.  2. 

skulu  v.,  s.  skolo. 

sküme  m.  322, 1. 

skurfor  f.  pl.  322. 1. 

skurip)gop  n.  291, 3. 

sAn*r/>r  m.  388;  392, 1. 

Skiita  m.  408. 

skutr  m.  388. 

sky  n.  80,2;  322,1;  369;  vgl.  ski. 

skyare  m.  77,13;  81,  c;  312. 

skyggua,  -ia  swv.  227,  2;  246,  2;  516, 

anm.  2. 
skygn  adj.  239,2;  246,2;  439. 
skygna  swv.  284. 
sky{i)are  (anorw.)  m.  312, 1. 
skykker  m.  pl.  322, 1  u.  anm. ;  vgl. 
skykkr  m.  389  u.  vgl.  skykker. 
skyld  f.  392, 3. 
skyldr  adj.  439;  524,3. 
skyle  m.  403. 
skyn  f.  (n.)  369;  382. 
skynia  swv.  510. 
skynsemp,  -semö  f.  190,  5. 
sA-yrr  adj.  172,1;  438. 
skyrse  167. 
skyte  m.  403  (2  mal). 
sAv/ü'a  m.  (f.)  409. 
sAce/a  swv.  83. 
skcere  n.  pl.  168,  anm. 
skcerr  adj.  54,  2;  64;  165;  172, 1;  438. 
skcbningar  (anorw.)  m.  pl.  173,  3. 
skera  f.  168,  anm. 
skera  (anorw.)  swv.  =  skera  168,  anm. 
Sk&rer  m.  371. 
sld  stv.  230,1;  317, 3,  a;  344,1;  501 

n.  anm.  1,  2,  3;  506;  528;  534,  2,  a; 

(544,4). 
slagär  f.  pl.  418,  anm.  2. 
slagr  m.  387;  392,1. 


444 


Register. 


slakr  adj.  170. 

slätr  n.  284. 

sleipr  adj.  318, 13. 

sleppa  stv.  318, 13 ;  490  u.  anm.  2. 

sletta  swv.  110,  3. 

sliär  adj.,  s.  slcbr  430. 

slikr  pron.  154;  425,  anm.  2;  468. 

sliör  adj.,  s.  stor  430. 

slita  stv.  482. 

sZ//>r  f.  375. 

slö  (anorw.)  f.,  s.  slg. 

slokkenn  adj.  (part.)  496,  anm.  5. 

slökr  m.  170. 

slö  f.  77,2;  379. 

slgngua  f.  408. 

slöttr  m.  395. 

sly  n.  77, 6. 

slyngua,  -ia  stv.  82, 4 ;  489 ;  493  u.  anm. 

slcbr  adj.  83;  97,3;  106;  429;  430 

u.  anm.  2;  439,  anm.  1. 
slegr  m.  389. 
stegr  adj.  431;  438. 
steÄAua    swv.    82,6;     279,2;    496, 

anm.  5;  515,  anm.  2. 
slengua  stv.  82,  6 ;  493,  anm. ;  515. 
slonguan{d)bauge  m.  291,  2. 
smär  adj.  322,4;  429;  438  u.  anm.  2. 
-smätt  f.  112,  anm.  3. 
smer  n.  =  smior  119. 
smior,  smior  n.  77,  9 ;  82,  3  u.  anm.  4 ; 

92;  119;' 366. 
smißancle  m.  422,  anm.  3. 
smipia  f.  407. 
Mtfßr    m.    358   u.  2,  3,  4   (2 mal); 

387,  2. 
smiüga  stv.  98,  2;  318,  5;  486  u.  anm. 
-smogoll  adj.  61. 1 ;  173, 1. 
smokkr  m.  318,5;  328,2. 
-smött  f.  112,  2  u.  anm.  3. 
smugall  adj.  61,1;  173,1  u.  anm.  1. 
Smurull  m.  173, 1. 
smyrell  m.  173,  1. 
smyrls  n.  pl.  =  smyrsl  313,  4. 
smyrua,  -ia  swv.  77,  9;  82, 4;  513, 1; 

532,  5. 
smor  n.,  s.  smior. 
snafpr  adj.  322,  4. 


m<£$r  m.  169,  anm.;  318,5. 

snara  124,  2. 

smc/ict  swv.  171,  anm.  2;  322,4. 

sneis  f.  320;  375. 

snem(m)a  adv.,  s.  snim(m)a  442, 2. 

snerta  stv.  91;  490. 

sniallr  adj.  92. 

swidr  m.,  s.  smoV. 

snifenn  adj.  (part.)  83;  250;  483,  anm. 

snigett  m.  318,  5. 

sm7te  f.  92;  411. 

snim(m)a  adv.  162,1;  281;  318,10; 

442,  2. 
sniöfa  swv.  250. 
Sniolfr  m.  133,  a. 
smor  m.  83;  97,3;  106;  365. 
snipa  stv.  320;  482  u.  anm.  2. 
snökr  m.  169,  anm.;  318,5. 
snopa  swv.  318, 12, 13. 
snoppa  swv.  318,13;  324,2. 
snor  f.  71,3;  72. 
snöt  f.  391. 

snopenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 
sngggr  adj.,  s.  snoggr  424,  anm.  2. 
swps  f.  322,  4. 
smia  stv.  126,  anm.  2;  166,  anm.  3; 

227,2;  318,14;  506  u.  anm.l. 
snubba  swv.  318, 12. 
snugga  swv.  227,  2 ;  318, 14. 
snüpr  m.  358,  2. 
sw/ät  m.  322, 1. 

snyr  präs. ' es  schneit'  77,  6;  483,  anm. 
sntibfr,  snefr  adj.  171,  anm.  2;  322,4. 
sndelda  f.  166,  anm.  3. 
snder  m.,  s.  snidr. 
snoggr  adj.  82,  6;  227,  2;  424,  anm.  2; 

430. 
sner  f.  71,3;  72. 
so  (anorw.)  adv.  =  suä  171. 
söa  stv.  505,11  u.  anm.l. 
sofa  stv.  77,  anm.  4;  119;  168;  496 

u.  anm.  3. 
sofn   (anorw.)    m.  77,  anm.  4;   vgl. 

suefn. 
sofna  swv.  237,  anm.  3. 
Sokku  (anorw.)  77, 10. 
sökn  f.  314. 


Register. 


445 


söl  f.  66,  2;  153, 1,  5,  7;  376;  391  u. 

anm.  1,  2. 
som  (mnorw.)  pron.  =  sem  473,  anm.  3. 
söma  swv.  170;  519,  anm.  2. 
soman  (anorw.)  adv.  168. 
son  m.,  s.  sonr. 
sonkn  (anorw.)  f.  =  sökn  314. 
söno  adv.  =  snä  nü  77, 11. 
son(r)    m.    63,4,6  u.  anm.  1;    119; 

140;  141;  277,  anm.  2;  338,1;  395 

u.  1,  3,  4  u.  anm.  2. 
söpa  swv.  172,2. 
sopna  swv.  =  sofna  237,  anm.  3. 
sopjyr  m.  77,10;  vgl.  sugppr. 
sorg  f.  235, 1,  a;  390. 
Sorkel  m.  253,  2. 
Sorkver  m.  65;  82,8,  12. 
Sorshaugr  128,  anm.  2. 
sor<a  swv.  167. 
sorte  m.  167. 
sortna  swv.  167. 

so<(*)  f.  112, 2;  267,  anm.  1 ;  321 ;  390. 
söttlera  m.  317, 4. 
sog  f.  169,  anm.;  374. 
spk  f.  77,1;  170;  375. 
Sokkölfr  m.  130. 
sokkua  stv.  494,  anm. 
söl  f.  391. 
spl  n.  366. 
Sotye  m.  371. 

Solog  (anorw.)  f.  54,  3,  b;  151,5. 
Splvetg  f.  84. 
Splver,   -ver  m.  105,  anm.;   371  u. 

anm.  2. 
Splvceig  f.,  s.  Splog. 
spngr  m.  333,  2 ;  365  u.  anm.  2. 
songua  stv.  493,  anm.  (3  mal). 
sprgask  128,  anm.  2. 
sp'tf  f.  267;  392,3. 
sp/>oW  m.  359,  anm.  1. 
spä  swv.  509;  528;  539. 
spakr  adj.  426;  433  u.  anm.;  (436). 
spann  m.,  s.  spp'/m  116. 
spanyr  adj.  285,3. 
sp«r  adj.  429. 
spara  swv.  507,  anm.;   508,4;   520 

u.  anm.  1. 


sparhaukr  m.  80,  anm.  1. 

speld  n.  91. 

spell  n.  91. 

spellvirke  n.  95, 1. 

spenna  swv.,   stv.  272,  anm. 2;   517 

u.  anm.  1. 
sperna  swv.  stv.  272,  anm.  2. 
sp/aß  n.  91. 
spiald  n.  91. 
sprt  f.  416. 

spilla  swv.  517  u.  anm.  1. 
spinna  stv.  318,11;  348,1;  489. 
sp>ior  f.  375. 
spitale  m.  154. 
spo'e  m.  235, 1,  d. 
spönn  m..  s.  spann. 
sporna  stv.  495  n.  anm.  4,  5. 
spotta  swv.  241. 
spg  f.  379. 
sppZr  m.  395. 

sppng  f.  391  (2 mal);  416,4. 
spönn  m.  63,  anm.  4;  81;  anm.;  116; 

395  u.  1. 
spprhaukr  m.  80,  anm.  1. 
spprr  m.  80,  anm.  1;  234;  235, 1,  a; 

323,1;  365  u.  anm.  1. 
sprakke  m.  401. 
sprekla  f.  322,  2. 
sprengtet  swv.  516,  a. 
sprengr  m.  389  u.  anm.  1. 
spretta    stv.    110,1;    112,1;    266,2; 

490  u.  anm.  2. 
springa    stv.    220    (2 mal);    266, 3; 

323,1;  492  u.  anm.l;  538,1. 
spreekr  adj.  322,  2. 
spwne  m.  318, 11. 
spyta  stv.  77, 6;  106;  488  u.  anm.  3; 

513,  anm.  3. 
spyrna  swv.  495,  anm.  4. 
stafkeeria  (anorw.)  77,  7. 
Staflö  256. 
stafn  m.  172,  3. 

stafr  m.  172,3;  358  u.  4;  387,2. 
Stagla,  Staglö  (anorw.)  137,2;  256. 
stake  m.  169;  318,8. 
Ifilii  m.  318, 8. 
stäl  n.  236. 


446 


Register. 


stallr  m.  318,  9. 

stam(m)r  adj.  318, 10. 

standet  stv.  338,1;   500  u.  anm.  2; 

529;  531,1;  534,  2,  c. 
stara  swv.  519,  anm.  1. 
Starkapr  =  Stgrkopr  m.  148. 
starkr  adj.,  s.  sterkr  424,  anm.  2. 
statfesta  (anorw.)  238,  9. 
stapr  m.  67,  b;  170;  386;  388,1,2; 

392, 1. 
staurr  m.  166. 
stedda  f.  282,  anm. 
stef  n.  369. 
stefia  swv.  510. 
stefna  f.  408,  anm.  2. 
Stege  m.  60. 
steik  f.  375. 

steik(t)a  swv.  516,  anm.  1. 
Steindörr  m.  238, 1,  b. 
stein(ri)  m.  54;  358,1;  359,  anm.  2. 
Steinor,  -vgr  f.  148. 
stekkr  m.  389. 
steZa  stv.  95,  3,  b;  168;  277,  2,  b;  286, 

anm.;  350,1;  496;  531,2. 
sterkr  adj.   167;    424,  anm.  2;   431; 

439. 
stertr  m.  91. 
stett  f.  109;  110,3;  321. 
stepe  m.  403. 
stepia  swv.  172,  3. 
stiaka  swv.  95,  anm.  5. 
stiake  m.  95,  anm.  4;  169. 
stiarfe  m.  322,  3. 
stiarna  f.  88;  95,  3,  a;  408. 
stiga  stv.  97,2;  230,2;   321;  482  u. 

anm.  1 ;  534,  2,  a. 
Stigandr,  -e  m.  422,  anm.  4. 
stige  m.  60. 

stigr,  stigr  m.  165;  348  u.  4;  395  u.3. 
stikna  swv.  483,  anm. 
stilla  swv.  517. 

stinga  stv.  266,3;  492  u.  anm.  1. 
stinnr  adj.  275. 
stiolr  m.  396. 

stiöpmödir  (misl.)  f.  101,  anm.  1. 
Stiör{a)dall  (anorw.)  70, 4 ;  160  anm. 
stirfenn  adj.  322,  3. 


stir(p)na  swv.  291,  3. 

stipr  adj.  275. 

stiüf-,  stiüg-,  stiitk-,  stiüp-  256;  257; 

424,  anm.  2. 
Stierdal  (norw.)  70,  4. 
s{t)nior  m.  310,  3. 
s(t)nua  stv.  310,3. 
s(t)neggr  adj.  310,  3. 
stofa  f.  61, 1. 
stofn  m.  61, 1;  172, 3;  291, 9;  318, 1; 

358,  anm.  4. 
Stöfr  m.  =  Stölfr  297. 
stokkr  m.  328, 2. 
StoWäfr  m.  234;  297. 
stoll  m.  286;  318, 9;  358, 1  u.  anm.l. 
stomn  m.,  s.  stofn. 
störädr  (anorw.)  adj.  285, 3. 
storkenn  adj.  (part.)  495,  anm.  6. 
storkna  swv.  167. 
Störolfr  m.  234. 
störr  adj.  166,  anm.  2;  438. 
stör(r)äÖr  (anorw.)  adj.  285,3. 
stop  f.  61, 1;  119;  416  u.  4  u.  anm.  3. 
stow#  f.  105;   391  (2 mal);  416,2,4. 
Stgrkopr  m.  79;  148;  397. 
stop  f.  380. 
stgpua  swv.  63,8;   82,1;  228;  250; 

509. 
strä  n.  80,2;  363. 
strä  swv.  80,2;  83;  511. 
streitask  swv.  165. 
strender  m.  pl.  387. 
strengr  m.  389. 
s^-e/)o  stv.  315,  anm.  3. 
strind  (anorw.)  f.  167. 
Strind  167. 
StriönsstgÖum  70,  4. 
striputr  (anorw.)  adj.  151,  anm. 
stritask  swv.  165. 
striügr  m.  166. 

striüka  stv.  486  u.  vgl.  strykua. 
striüpe  m.  166. 
sfro/dr  m.  112,1;  266,3. 
strgnd  f.  167;  391  (2 mal);  416,2,4. 
stritgr  m.  166. 
strüpe  m.  166. 
s<?t//.t  m.  389. 


Register. 


447 


tirykua,  -ta  stv.  85,5;  172,1;  483, 
anm.;  486,  anm. ;  vgl.  striüka. 

stubbe,  stubbr  m.  172, 3 ;  318, 1 ;  330, 1. 

stufa  f.  61,1. 

Stufe,  stüfr  m.  318, 1. 

Stuf*  (anorw.)  m.  61,1;  318,1;  vgl. 
stofn. 

Stüfr  m.  240,  anm.  4. 

stuga  (anorw.)  f.  256. 

Stullaugr  m.  272, 1. 

Stulle  m.  272, 1. 

stulpr  m.  388;  392,1. 

stumn  (anorw.)  m.,  s.  stufn. 

stumpr  266,  anm.  1. 

stund  f.  391. 

stüpa  stv.  487. 

Stiqisruö  (anorw.)  240,  anm.  4. 

stüra  swv.  519,  anm.  1. 

Sturla,  -e  m.  408. 

Sturlaugr  m.  272, 1. 

stuttr  adj.  112,1;  266,2. 

stup  f.  =  stop  61,1;  416,4. 

stupell  m.  359,  anm.  1. 

styf-,  s.  stiüf-. 

styggia,  -ua  swv.  516,  anm.  2. 

styggr  adj.  430. 

styggua,  -ia  swv.  516  anm.  2. 

styk-  =  stiüf-  257. 

stynia  swv.  322, 3. 

stynr  m.  389. 

styp-  (anorw.)  =  stiüf-  257 ;  424,  anm.2. 

styra  swv.  166;  508,3;  527- 

styria  f.  166;  409. 

Styrkarr  m.  151, 1. 

styrkr  adj.  =  sterkr  167;  431. 

styrr  m.  389. 

stytta  swv.  112, 1. 

stybia  swv.  172,3. 

Stceimbiom  m.  262, 1. 

stdsla  swv.  238,  2,  b;  517. 

star  adj.  439,  anm.  1. 

statt  f.  =  stett  109. 

ste&A-wa  stv.  82,3;  110,1;  112,2; 
266,3;  494. 

stekkua  swv.  82,  6. 

-stepingr  m.  170. 

stepuer  m.  63,8. 


sü  pron.,  s.  sa  pron. 

suä  pron.  468. 

sud  adv.  konj.  86;  171;  235,  anm.  5. 

suala  f.  82,8;  84,  anm.;  235,  anm.l. 

sualar  f.  pl.  375. 

Suulaug  f.  =  Suatüaug  299,2. 

sucUr  adj.  168. 

Snanhuit  f.  377. 

suonne  m.  401. 

suanr  m.  387  u.  1. 

swar  n.  77, 10  (pl.  sor). 

suärr  adj.  424,  anm.  2. 

suarre  m.  401. 

suartleitr  adj.  165. 

suartr  adj.  167. 

s«äf  'sodass'  158. 

suedäe  (anorw.)  adj.  110,  anm.  4. 

suefia  swv.  16S;  527. 

suefn  m.  77,  anm.  4 ;  168  u.  anm. ;  237, 2. 

suefne  n.  s.  suefn. 

SuegPer  m.  128. 

suei  interj.  165. 

sueigr  m.  358,  2. 

Sue(i)gper  m.  128. 

Suemfo?  m.  128;  299,1. 

stie(t')««  m.  128. 

sueipa  stv.  154;  172,2;  287;  481,2;. 

502  u.  anm. 
suelg(i)a  stv.  490. 
sueigr  m.  389  n.  anm.  1. 
suella  stv.  490. 
suelta  stv.  90;  490. 
suemn  m.  =  suefn  237,  2. 
swtfwa  swv.  60. 
suenn  m.  =  sueinti  128. 
suenskr  adj.  =  sm<p«sAt  127,  6. 
suerfa  stv.  490  u.  anm.  1. 
suen'a  stv.  77,10;  235,  anm.l;  500> 

u.  anm.l. 
Suerk(u)er  m.  82,  8, 12. 
Suerrer  m.  371. 
sueviss  adj.  110,  anm.  4. 
süga  stv.  98,2;  487  u.  anm.  1. 
swpZ  (anorw.)  n.  =  sufl  256. 
sui  interj.  165. 
Suiar  m.   pl.   77,13;   110,   anm.  4; 

133,  b,l;  312,1. 


448 


Kegister. 


suidä(e),     suidauör,     suiddä,     (-ä), 

suiddaudr  (anorw.)  adj.  110,  anm.4; 

267,  anm.3;  '280,  anm.  3. 
suifa  stv.  482  u.  anm.  2. 
Suifor  83. 

Suiiar  m.  pl.  =  Suiar  312,  2. 
suikua,    -ia    stv.    82, 11 ;    263 ;    483 

(2  mal) ;  532, 1 ;  vgl.  sykua. 
suill  (anorw.)  f.  77,12;   83,  c;  163, 

anm. 
suim(m)a  stv.  168;  318,10;  492  u. 

anm.  1,2;  496  u.  anm.  2,  (5). 
suin  n.  77,13;  163,  anm.;  166. 
suina  swv.  =  suena  60. 
suinnr  adj.  261;  275. 
suipa  swv.  172,2. 
Suipall  m.  173, 1. 
suipoll  adj.  173, 1. 
suipr  m.  387. 
Suipthun  77, 12. 
suiptr  adj.,  s.  syptr. 
suire  124,2. 

suipa  stv.  482  u.  anm.  2. 
Suipiöp,  Suipior  f.  221,  anm.  1;  238, 

anm.  14. 
suipr  adj.  261;  275. 
s(u)iviröing  f.  235,  anm.  4. 
Suivgr  f.  83. 
sul  f.  163,  anm. 
sullr  m.  387. 

sultr  m.  388  u.  1,2;  392,1. 
sumar  n.  121;  304;  357. 
sumhucerr  (anorw.)  pron.  475  u.  1. 
sumr   pron.   168;    308;    423,    anm.; 

475  u.  4. 
sun  m.,  s.  son(r). 
sund   n.    168;    291,2;    319,3;    361, 

anm.  1. 
Sun(d)lendinga  fiorpungr  305,  anm.  1. 
sundr  adv.  167. 

sundri  (anorw.)  adj.  komp.  441. 
sunnan  adv.  275 ;  441 ;  442,  3. 
sunnare  (anörw.)  adj.  komp.  441. 
Sunnmdre,  -mere  (anorw.)  171. 
sun(r)  m.,  s.  son(r). 
Suplp(r)  f.  375. 
supppr  m.  77,10;  266,1;  395. 


I  sugipr  m.  77,10;  395. 
siipa  stv.  166;  484. 
Süptungr  m.  =  Suttungr  241. 
surr  adj.  166. 
Surtr  m.  167;  358,2. 
süt(t)  (anorw.)  f.  =  söt(t)  112.  2. 
Suttungr  m.  241. 
supr  adv.  261. 
S(u)y(i)ar  m.  pl.  77,13;  312,1;  vgl. 

Suiar. 
suobfa  swv.  168. 
su&la  168. 
sucenskr  adj.  77,14;  81,  c;  109;  110, 

anm.4;  127,6. 
suoera  f.  109. 
s(u)0fn  m.,  s.  suefn. 
s(u)efne  n.  77,  anm.  4  u.  vgl.  suefn. 
Syar  m.  pl.,  s.  Suy(i)ar. 
syfia  swv.  168;  510. 
Syftun  77, 12. 

St^wt  f.  226 ;  235,  anm.  4 ;  383  (2  mal). 
sygn (anorw.)  adj.  =  stjhn  314,  anm.  1. 
sygn  (anorw.)  adj.  314,  anm.  1. 
sygn  salca  264. 
Sygny  (anorw.)  f.  77,  anm.  3. 
Sygripr  f.  77,  anm.3. 
Sygtryggr  (anorw.)  m.   77,  anm.  3; 

239, 1,  b. 
Sygurpr  f.  77,  anm.  3. 
syia  f.  408. 
*syia  swv.  513,  2. 
Syiar  (anorw.)   m.  pl.,   s.  Suy(i)ar 

77, 13;  312. 
sylce  63, 13. 

sykn  adj.  77,12;  81,  a;  314,  anm.  1. 
Syldryggr  (anorw.)  m.  240, 1,  b. 
syhua  stv.  77,15;  82,11;  263;  483; 

532, 1. 
sylfr  n.  =  silfr  85. 
sylgr  m.  389. 
syll  f.  77,12;  81,  c;  416. 
sylla  f.  416. 
sylta  f.  235, 1,  a. 
symia  stv.  168;  318, 10;  319, 3;  492; 

496  u.  anm.  2,  5. 
syn  f.  382. 
syn  f.  392,  3. 


Register. 


449 


syna  swv.  127,5. 

syndr  (anorw.)  adv.  167. 

syng  saka  264. 

syng(u)a,  -ia  stv.  82,4;  235, 1,  a  u. 

l,e;  355, 1;  493  u.  anm. 
synia  swv.  510  u.  anm. 
synn  adj.  438. 
syn  saka  (anorw.)  264. 
synsistr  (anorw.)  77, 13. 
synztr  adj.  snp.  266,  2,  a;  441. 
syptr  adj.  77, 12. 
syr  f.  71,6;  163,  anm.;  166;  418  u. 

anm.  1  (2  mal). 
syrgia  swv.  516,  a. 
syruar  m.  pl.  82,4;  365. 
sysken  n.  pl.,  s.  systJcen. 
sysla  swv.  242;  291,  7;  517  u.  anm.l. 
sijster  f.  77,12;  81,  a;  138;  155;  421 

n.  anm. 
srjs(t)ken  n.  pl  239, 1,  a;  291,10,11; 

316. 
sytla  (wnorw.)  swv.  =  sysla  242. 
sypre  adj.  komp.  441. 
syzken  n.  pl.  316. 
syzir  adj.  snp.  266,  2,  a;  441. 
Sceheimr  130,  anm.;  294. 
sdb{i)ng, -{e)ng  f.  135;  416,1,2;  417. 
soek{k)ia  (anorw.)  swv.  279, 1 ;  513,  2. 
scekr  (anorw.j  adj.  431. 
sali  adj.  64;  286;  439,  anm.  2. 
sctlp  238,  anm.  4. 
Sotmr  (onorw.)  130,  anm.;  294. 
Scendin  (anorw.)  65. 
sdng  f.,  s.  scting. 
scer  m.,  s.  siör. 
-scfrr  adj.  429. 
sceü  f.  267;  392,3. 
satte  (zahlw.)  =  sette  109. 
Scecrimr  (anorw.)  130,  anm. 
sefa  swv.  168,  anm.;  507,  anm. 
sefn  m.,  s.  suefn. 
sefne  n.  77,  anm.  4. 
segr  m.  169,  anm.;  389  u.  anm.l. 
sekia  swv.  170;  321;  518, 1  u.  anm.l. 
sekkr  m.  77, 7. 
Mttmi    stv.    82,3;    110,1;    112,1; 

235,  l,e;  266,3;  489;  494,  anm. 
Noreen,  Altisl.  grsunm.    4.  aufl. 


sekkua  swv.  82,6;  515. 
säkn  adj.  127,3. 
■pur  m.  395,  anm.  2. 
senskr  adj.  77,14;  81,  c. 
Serkuer  m.  65;  82,8,12. 
seruar  m.  pL  82,4,6;  365. 
serue  f.  82,  6. 
setr  adj.  439,  anm.l. 

td  f.,  s.  t$  'hof platz'. 

tagl  169;  317,3,  a. 

taka  stv.  499;  501,  anm.  3,  5:  534,2, 

d  u.  3. 
täkn  n.  54,  anm.  3;  vgl.  teikn. 
tal  n.  68, 1. 

-tan  zahlw.  51, 1,  a;  449  (u.  anm.). 
Tanne,  Tannr  m.  416,  anm.  3. 
-tannr  m.  358. 
tär  n.  123. 

Tapr,  Tannr  m.  416,  anm.  3. 
-tapr  m.  358. 
tau(f)r  n.  98, 1. 
taug  f.  166;  319,1;  375. 
taumr  m.  319, 1. 
tea  swv.,  s.  tiä  520. 
tefla  swv.  313, 1. 
tega   swv.  =  tiii   317, 3,  a;    318,5; 

520  n.  anm.  lr  2. 
fe#r  m.  317,3,  a;  461;  vgl.  tigr. 
teigr  m.  358,2. 
teikn  n.  54,  anm.  3;  318,5,6. 
tel  (orkn.)  präp.  =  til  110,  anm.  6. 
telgia  swv.  313, 3  (part.) ;  516.  a. 
telia  swv.  68,1;  238,  l,b;  512. 
temia  swv.  238, 1,  b ;  512. 
tengia  swv.  317, 3,  b. 
ten(n)ingr  m.  51, 1,  b;  285,2. 
terepr  adj.  460. 
tepe  n.  372. 

tey^ia  swv.  154;  263;  538,3. 
tiä  swv.  111,2;  317, 3,  a;  318,  (5),  6; 

483,  anm. ;  520  u.  anm.  1. 
tiaid  n.  291,2;  361,  anm.  2. 
tial(ß)büp  f.  291, 2. 
-tiän  zahlw.  51, 1,  a;  449  (n.  anm.). 
tiara  f.  84,  anm.;  92;  172,  anm.  3; 

235,  anm.  1. 

29 


450 


Eegister. 


tiarn  n.  93. 

tifar  m.  pl.  77,6;  83;  365. 

tigenn  adj.  (part.)  317,  3,  a;  483,  anm. 

tigge  m.  403. 

Tiggue  m.  403. 

ti(ghi)und  zahlw.  312, 1. 

tigr  m.  172,3;  317, 3,  a;  395  u.  anm.  3; 

450;  452;  460,  anm.l;  461;  vgl. 

tegr. 
tik  f.  416,1;  417. 
til(l)  präp.  281,  anm.;  297,1. 
time  m.  401. 
tindr  m.  167. 
tinna  f.  275. 
tint  f.  416. 
tio  zahlw.  51,3;  133,  b,  2 ;  312 ;  317, 3,  a ; 

449. 
tiöa  stv.   swv.,  s.  tyia  488,  anm.  4. 
tiogo  (anorw.)  zahlw.  92;  449,  anm. 
tionde  zahlw.  456. 
tiorn  f.  93. 
tir  m.  81,  c;  vgl.  tyr. 
tirr  m.  358,  2. 
tirepr  adj.  452;  460. 
tut  adv.  442,  anm.  3. 
tip  f.  390. 

tipinde,  -ende  n.  pl.  64 ;  173,  2. 
tiugu  zahlw.  89,  anm.  1 ;  449,  anm.  1. 
tiund  f.  51,  2,  b;  312;  461. 
tiusdagr  m.  104,  anm. ;  106,  anm.  2. 
tö  f.,  s.  tg. 

todde  m.  318,3;  332,3. 
Töß  m.  66, 4. 
toft,  töft  f.,  s.  topt  298,  2. 
tog  f.  166;  375. 
togenn  adj.  (part.)  488,  anm.  4. 
togr  m.  61,  2;  vgl.  tegrr,  tigr. 
-togr  adj.  460,  anm.l. 
tökr  adj.  431. 

«oZf  zahlw.  77,10;  237,3;  449. 
tolfröpr  adj.  452;  460. 
tolft  f.  392,  3 ;  461. 
tolfte  zahlw.  456. 
tolla  swv.  519,  anm.  3. 
Tomas  m.  126,  anm.  3. 
tomt  (anorw.)  f.  =  topt  291,4;  298,2. 
toppr  m.  358. 


topt,    topt    f.    112,1;    127,3;    271; 

298,  2. 
tor-  präfix  51, 1,  a;  72;  112,  anm.  5; 

146,  3. 
torg  n.  361,  4. 
Torgar  361,  anm.  4. 
Tosti  m.  66,4;  241,  anm.l. 
tött  (nisl.)  f.  =  topt  112,1;  271. 
tottogo    zahlw.    51,  2,  a;    77,10,12; 

160,  anm.;  266,2;  277,2,  c;  293,4; 

449  (u.  anm.). 
tg  f.  'hofplatz'  116;  175,4;  317,  3,  b. 
tg  f.  'zehe'  54,1;  77,2;  416. 
tpfr  n.  98, 1. 

tgg  f.  169;  317, 3,  a;  416,3. 
tgl  f.  375. 

tpng  f.  317, 3,  b ;  391  (2  mal) ;  416, 1, 4 ; 
'417. 
tonn   f.  167;  275;  277, 4,  b;  416  u. 

anm.  3;  442,  anm.  4. 
trana  f.  401. 

träne  m.  263,  anm.  4;  401. 
traulla,  trauplega  adv.  268, 4. 
tratist  f.  166;  172,  anm.  3. 
traupr  adj.  259. 
tre  n.  80,  2 ;  106,  anm.  1 ;  122;  133,  b,  2; 

163,2;  172,  anm.  3;  325,1;  363  u. 

anm.  2. 
trega  stv.  497  u.  anm.l  (2 mal). 
triöna  f.  163,2. 
trog  tl.  172,  anm.  3. 
Trö{g)en  m.  256. 
troll  n.  167. 
tropa  stv.  119;  168;  292  (part.);  496 

u.  anm.  3. 
troll  n.  167. 
trü  f.  375;  408. 
fr«a  swv.  166 ;  520  u.  anm.  1 ;  532,  6 

u.  anm.  2;  538,4. 
trur  adj.  172,  anm.  3;  318,14;  429. 
trüpr  in.  358,  2. 
trygell  m.  359,  anm.  1. 
tryggr  adj.  77,  5,  a;  82,  4;  166;  172,4; 

227,2;  318,14;  430;  439,  anm.l. 
tryggua,  -ia  swv.  516,  anm.  2. 
trygguar  (anorw.)  f.  pl.  380. 
trt/io-sppoll  m.  163,  2. 


Register. 


451 


tu  pron.  =  pu  465.  2. 
tue-  459. 

tuefaldr  adj.  240,  anm.  1;  459. 
tueggia  huärr  pron.  478. 
tueir  zahlw.  71, 2;  137.  anm.  5;  227, 1 ; 
.2,  c  u.  anm.  5;  299,5:  318,7; 

325, 1 ;  445  o.  anm.  1—4. 
tuenn  zahlw.  111,2;  459. 
tuenne(r),  tuenden)  zahlw.  (111,2); 

445,  anm.  5 ;  459,  anm. 
tuen(n)ing  f.  461. 

tuennr,  tuepr  zahlw.  261;  459  u.  anm. 
tuevalldr  adj.  240,  anm.  1. 
tuft  (anorw.)  f.,  s.  topt. 
tag  f.  166;  375. 
tugr  m.  61, 1 ;  vgl.  tegr,  tigr. 
-tugr  adj.  460,  anm.  1. 
tugtugti  zahlw.  457,  anm.  1. 
tugtugu  (anorw.)  zahlw.  449,  anm.  1. 
tuifcddr  adj.  459. 
tulnn  zahlw.  459. 
tuinner  zahlw.,  s.  tuenner. 
tuinn(i)  (anorw.)  zahlw.  77, 12;  81,  c; 

445,  anm.  4. 
tuinnr  zahlw.  459. 
taisuar,  -or  zahladv.,  s.  tysuar  463. 
tuistr,  tystr  adj.  77, 12. 
tuitiän  zahlw.  449. 
tuitiämle  zahlw.  457,  anm.  1. 
tuittugu  (anorw.)  zahlw.  77,12;  449, 

anm. 
tuitygr,  -tegr  adj.  77,3;  460,  anm.  1. 
tuipr  zahlw.  459. 
tun  n.  361,  anm.  4. 
Timor  361,  anm.  4. 
tunga  f.  349,1;  408. 
Tunne  m.  167. 

tuolf  zahlw.  =  tolfll,  10;  449,  anm. 
tupt  (anorw.),  s.  topt. 
tut(e)gu,  tutigu  (anorw.)  zahlw.  449, 

anm. 
tutt  (mnorw.)  f.  =  topt  271. 
tuttr  m.  318,  3. 
tuttu  (orkn.)  =  tottogo  160,  anm.; 

293,  4;  449,  anm. 
tuttugu  zahlw.,  s.  tottogo. 
iu&r  zahlw.  71,  2. 


\ 


ttueveir  adj.  =  tue-  109;  459. 

tygett  m.  359,  anm.  1. 

tygge  m.  403. 

tyggua  stv.  82,4;   227,2;   235,  l,e; 

493;  495,  anm.  3. 
tyia  swv.  (stv.)  68,  4;  317,  3,  a;  488, 

anm.  4;  513,  anm.  3. 
tykta  swv.  267,  anm.  2. 
tyktugti  (anorw.)  zahlw.  457,  anm.  1 . 
tyktugti  (anorw.)  zahlw.  449,  anm. 
tylft,  -p  f.  392,3;  461. 
|  tyna  swv.  544,  3. 
tynni  (anorw.)  zahlw.,  s.  tuinni. 
typta  swv.  267,  anm.  2. 
tyr-   präfix   71,5;   72;   112,  anm.  5; 

126,  anm.  1. 
tyr  m.  81,  c;  365;  vgl.  tifar  u.  Tyr. 
Tyr  m.  77,6;  365. 
tyre  n.  =  tyrue  235,  anm.  4. 
tyrke  m.  403. 
tyrsdagr,   tyrst(d)agr  m.  104,  anm.; 

245, 1. 
tyrtryggia  swv.  71,  5. 
tyr(ti)e    n.    82,4;    92;    172,   anm.  3; 

235,  anm.  4. 
tysdagr  m.  245, 1. 
tysuar,  -är,  -or  zahladv.  82,10;  84; 

463. 
tyttugti  (anorw.)  zahlw.  77,12;  457, 

anm.  1. 
tyttugu  (anorw.)  zahlw.  77, 12;  449, 

anm. 
tegr  m.  77,3;   395  u.  anm.  3;   vgl. 

tegr,  tigr. 
-tegr  adj.  460,  anm.  1. 
teia  swv.  68,4;  169;  317,  3,  a. 
tekr  adj.  431. 

pä  f.  175,  4. 

pä  adv.  122;  299,5. 

pagall  adj.  173, 1  u.  anm.  1. 

pagar  (anorw.)  adv.  95,  anm.  3;  vgl. 

Pegar. 
pak  73,  anm. 

pak{k)a  swv.  266,3;  286,  anm. 
pakke  pron.  =  patke  274, 1. 
Pambarskelfe,  -skelme  m.  237,2. 
29* 


452 


Register. 


pangat  adv.  144,  anm.  1;  162,  anm. 
pan(n)eg,  -ig  adv.  51,  2,  a;  144.  anm.  1 ; 

149,  anm.l;  158;  235, 1,  f;  285,1. 
pannog  adv.  158;  226;  239,  anm.  2. 
pannok  adv.  =  pannog  239,  anm.  2. 
pannveg  (anorw.)  adv.  235, 1,  f. 
Paraldr  m.  121. 
par  adv.  221, 1. 

parfa  (anorw.)  v.  =purfa  523,  anm.  3. 
par(f)nask  swv.  291,  4. 
pät  eins  158. 
patke  pron.  274, 1. 
pättr  m.  =  pgttr  175,  4. 
padan  (anorw.)  adv.  95,  anm.  3;  144, 

anm.l;  169. 
pefia  swv.  170;  510. 
pefr  m.  389. 
pegar  adv.  95,  anm.  3. 
pegat  adv.  95,  anm.  3. 
peg(g)ia  swv.  279, 1 ;  520  u.  anm.  1 ; 

532,6  u.  anm.  2;  538,4  (2 mal). 
pegn  m.  91. 
pegnskapr  78. 
pek  (anorw.)  pron.  =pik  145,  anm.  3; 

464. 
pekia,  {pcekkia)  swv.  'decken'  279, 1. 
pekkia  swv.  'gewahr  werden'  175, 4; 

266,3;  321;  518,1. 
pekkr  adj.  266,3;  431. 
pel  f.  50,4;  111,2. 
pel  n.  111,  2. 
pelamork  63,  3 ;  392. 
pele  m.  95,  3,  b. 
pena  swv.  177,  anm. 
pengat  (wnorw.),  s.  pangat. 
pengell  m.  167. 

pennug  (wnorw.)  adv.  144,  anm.  1. 
per  pron.  pers.  'dir'  110,2;  126,1; 

464  u.  anm.  4,  5. 
per   pron.  =  er  464;   465,   anm.  5; 

531, 4. 
-per  (in  namen)  360  u.  anm.  5;  371. 
Perflask  und 

permlask  swv.  237,  anm.  2. 
perna  f.  172,  anm.  3. 
perra  167. 
Pesmör  (anorw.)  91. 


pesse  pron. ,   s.  siä  und  221, 1 ;  468 ; 

470  u.  anm.  1—4. 
pessorr  pron.,  s.  siä  pron. 
pestolfr  m.  95, 1. 
pettr  adj.  111,2. 
peöan    (wnorw.)    adv.    95,    anm.  3; 

144,  anm.l;  169. 
peyge  adv.  65. 
peyia  163, 1. 
peyr  m.  383. 

piä  swv.  235,  anm.  4;  511. 
pialfe  m.  237,  2. 
pialme  m.  237,  2. 
/»or/r  adj.  322,  3. 
piasmor  (anorw.)  91. 
piassi,  piaze  m.  274,  2. 
pig  pron.,  s.  />«&. 
/Wa   stv.    230,2;    279,1;   498  u. 

anm.  7. 
pik  pron.  pers.  248;  464. 
pik(k)ia  swv.,  s.  pykkia  147;  518, 1. 
pikkisdagr  m.  266,  3. 
>7  n.  369. 
pile  n.  372. 
yfo'ter  m.  pl.  63,2;  392. 
pilikr  pron.  =puilikr&68;  469,  anm.  3. 
pin  pron.  pers.  464  u.  anm.  3. 
pina  (anorw.)  =  pin  464,  anm.  3. 
pineg  adv.  =  pinneg,  s.  panneg. 
ping  n.  167;  361. 
pingat  adv.  162,  anm. 
>'w#Ap  f.  379. 
pingill  (anorw.)  m.  167. 
pinn  pron.  poss.  110,  anm.  2;  127,2; 

221, 1 ;  277, 2,  c;  467  u.  l(u.  anm.  3). 
pinneg  adv.,  s.  panneg. 
piöfr  m.  101,  anm.  1;  297;  337, 1;  358. 
piokkr  adj.  70,3;  82,4;  89,  anm.l; 

90;  92;  424,  anm.  2;  430  u.  anm.  3. 
piöna  swv.  177,  anm. 
piönare  m.  70,  4. 
piönn  m.  163,2;    172,  anm.  3;  177, 

anm.;  286. 
piörekr  m.  292. 

piör{r)  m.  101,2;  286;  358,  anm.l. 
piös  f.  =  fiös  f.  258,  anm.  2. 
piöta  stv.  485. 


Begaster. 


453 


piöp  f.  101,2;  343,1;  391. 

piöpmarr  m.  359, 1. 

biö(p)rekr  m.  292. 

pir  f.  80,2;  163,2;  383,  anm.l. 

pisl  f.  111,2;  222,2. 

pisteU  m.  291,11;  359. 

pii   pron.  =  it  464  u.  anm.  5 ;   465, 

anm.  5 ;  531,  4. 
pit  (anorw.)  adv.  158. 
pip  pron.  =  it  464. 
-piäfr  (in  namen)  101,  anm.  1. 
piukkr  (anorw.)    adj.  =  piokkr  89, 

anm.  1 ;  92. 
po  adv.  98,2;  230,2. 
pöfr  m.  =  pölfr  297. 
pokke  m.  112,1;  266,3. 
pola  swv.  63,4;  337,1;  519.  anm.  2. 
poleniöplega  adv.  299,  anm.  2. 
polemepe  f.  299,  anm.  2. 
pölfr  m.  234;  297. 
polläkr  m.  272, 1. 
polleifr  m.  272, 1. 
pöolfr  m.  =  pölfr  234. 
pora  swv.  119;  519,  anm.l. 
pöraddr  m.  294. 

pörcddr  m.  =porvaldr  121;  235, 1  f. 
pöraür  m.  294. 
pörarr  m.  54,  3,  b;  151,1;  229;  358; 

359, 1 ;  vgl.  porgeirr. 
Porbiorn  m.  272.  2. 
pördis,por-  f.  245,2;  384. 
pöreifr  f.  384. 

/>örer  m.  235. 1,  f;  253,1;  371. 
porfa  (anorw.)  v.  =purfa  523,  anm.  3. 
porfastr  m.  240,  anm.  1. 
porfinnr  m.  127, 3. 
porgeirr  m.  54,  3,  b;  73,  anm.;  229; 

273:  358. 
Porgerpr  f.  384. 

porgils,  -gisl  m.  65 ;  85 :  104 ;  165 ;  313, 4. 
Porgupr  f.  384. 
Pör(h)addr  m.  294. 
Pör(h)aUr  m.  294. 
pori  m.  =  porre  286,  anm. 
AjrijfBI  (anorw.)  m.  235, 1,  f. 
PöriÖ  (anorw.)  in.  =  pörer  253, 1. 
Porkell  m.  274,  anm.;  359,2. 


porleifr  m.  54, 3,  b;  272,1. 

porleikr,  porldkr  m.  54, 3,  b ;  272, 1 ; 
358. 

porna  swv.  224,2;  283;  495,  anm.  6. 

por{n)steinn  m.  121;  127,3. 

pörolfr  m.  61,1;   234;   240,2;   vgl. 
pölfr. 

Porp  n.  361,  anm.  4. 

Porpar  361,  anm.  4. 

Pörr  m.  112,1;  123;  299,3;  322,3; 
358,3. 

Porre  m.  286,  anm. 
!  po(r)skr  m.  272.  3 ;  317,  4. 
j  pörs(t)dagr  m.  245, 1. 

Pörpr,  porpr  m.  127,3;  160,  anm. 

pörunn  f.  277, 4,  b. 
;  Porvaldr  m.  235, 1,  f. 

Porvastr  (anorw.)  m.  240,  anm.  1. 

porveig  f.  317,  3,  a. 

poskr  m.  =  Porskr  272,  3. 

pöt(t)  konj.  158. 

pöpöro  konj.  77, 11;  472:  474,  anm.  2. 

pQgoU  adj.  63,8;  173,1. 

pokk  f.  390. 

porft.  237,3;  375. 

pottr  m.  175,4;  395  u.  3. 

prd  swv.  501,  anm.  4. 

Präenn  m.  501,  anm.  4. 

pramsky  80,  anm.  1. 

Prändr  m.  134,  b;  173,2. 

>-dr  adj.  175, 4;  429. 

prasa  swv.  519,  anm.  5. 

Fräser  m.  371. 

praskioldr  m.,  s.  presJcgldr  395. 

£rau*  f.  166. 

/>re  (anorw.)  zanlw.  110, 1 ;  vgl.  prir. 

prefaldr  adj.  459. 

prekr  m.  387. 

prell  m.  =  prcbU  127,6. 

Prent ng  f.,  s.  prenning. 

prenn  zahlw.  111,2;  459. 

prenner  zahlw.  (111,  2);  447,  anm.  3; 
459,  anm. 

pren(n,ing  f.  51,l,b;  285,2;  461. 

prennr  zahlw.  459  u.  anm. 

prentdnde    (anorw.)    zahlw.    258, 2 ; 
456,  anm. 


454 


Register. 


preskia    (anorw.)    swv.   =  pryskna 

516,  b. 
preskoldr  u.  a.  formen  77,3;  79;  148; 

395  u.  anm.  2  (2  mal). 
presuor  (anorw.)  zahladv.  463. 
prettän  zahlw.  =  prettän  449,  anm. 
prettän  zahlw.  110, 1 ;  266,  2 ;  277, 2,  c ; 

449. 
prettände  zahlw.  456  u.  anm. 
prettogonde  zahlw.  457,  anm.  1. 
pretugti  (anorw.)  zahlw.  457,  anm.  1. 
prepr  zahlw.  459. 
preyia    swv.    163,1;    501,    anm.  4; 

513,  4  n.  anm.  5. 
priätigi,  -tiu  zahlw.  450. 
priätygti  (anorw.)  zahlw.  457,  anm.  1. 
prifa  stv.  60;  482. 
prifa  swv.  60;  482. 
prifalär  adj.  459. 
prifnopr  m.  137,  anm.  3. 
prinner  zahlw.,  s.  prenner. 
prinning  f.  =  prenning  461. 
prinnr  zahlw.  459. 
priöska  f.  295,  anm.  3;  303,2. 
priöta  stv.  485  n.  anm.  1,  2. 
prir  zahlw.  110,1;   227,1;  277, 2,  c 

u.    anm.  5;    318,7;    337,1;    385, 

anm.  4;  447  u.  anm.  1,  2. 
priskia  swv.  82,4;  516,  b. 
prisnar,  priss(u)or  zahladv.  463. 
pritegr  adj.  77,3;  460. 
pritegt  f.  461. 
pripe  zahlw.  456  (2  mal). 
Prip(i)onqr  m.  462. 
p-ipr  zahlw.  459. 
pro  f.  113;  416,3. 
Pröndheimr  235, 1,  d. 
pröndr  m.  'eher'  134,  b;  422,  anm.  4. 
Pröndr  m.  173,2;  422,  anm.  4. 
prote  m.  166. 
pröttr  m.  388  u.  1. 
pro  f.  379. 

prpmr  m.  80,  anm.  1 ;  395  u.  3. 
prgng  f.  380. 
prongr  adj.  82,6;  424,  anm.  2;  430; 

438;  439,  anm.  2. 
prgng(u)a  (anorw.)  stv.  77, 7 ;  493,  anm. 


prgstr  m.  395. 

pröpr  m.  395  u.  2. 

prütenn  adj.  (part.)  166;  485,  anm.  2. 

Prü(g)ils  m.  315. 

Pruls  m.  315. 

Prundr  m.  127,  3. 

Prüpr  f.  384  u.  anm.  1. 

■prüpr  (in  namen)  384  u.  anm.  1. 

Prüpvangr  235, 1,  f. 

prymr  m.  389. 

pryngua,  -ia  stv.  82,4;  493  u.  anm. 

Pryrekr  m.,  s.  pryprekr. 

pryskua  swv.  82,4;  516,  b. 

prysuar,  -uär,  -{u)or  zahladv.  82,4; 

463. 
Pry(p)rekr,    Pryp(r)ekr   m.   253,  1: 

292;  300,2;  384,  anm.  1. 
prall  m.  62;  127,6;  135. 
prcengia  (anorw.)  swv.  82,  6;  516,  b. 
prdbta  f.  267,  anm.  1. 
prctt(t)a  swv.  267,  anm.  1. 
prcetige  (shetl.)  zahlw.  450. 
Prendei-,   Pröndr    m.  pl.    235,  1,  d; 

392,2;  414. 
prmgr  adj.  77,  7;  82,  6;  424,  anm.  2; 

vgl.  prpngr. 
prongua,  -ia  swv.  82,6;  516,  b. 
prengua,  -ia  stv.  =pryngua  493,  anm. 
proskoldr  m.,  s.  preskgldr. 
pü  pron.  pers.  80,  anm.  2;  122;  151,4; 

221,1;  238, 1,  b  n.  2,  a;  241;  276; 

464;  465,2;  534,  2,  d. 
puä   stv.    317,3,  a;    337,1;    501   u. 

anm.  1. 
pueite  n.  165;  372,  anm.  4. 
puengr  m.  389. 
puerr  adj.  124,  2. 
puerra  stv.  490;  531,2. 
pui  als  fragepartikel  474,  anm.  1. 
puilikr  pron.  468. 
puingan  f.  77, 12. 
puita  f.  165. 
pulr  m.  388. 
pumall  m.  359. 
pungr  adj.  439. 
punnr  adj.  424,  anm.  2;  439. 
pitötlr  m.  77,11;  395. 


Register. 


455 


purfa  v.  238,  anm.  7 ;  523,  3  u.  anm.  3 ; 

535,  anm.  2. 
Purfripr  f.  51,l,a;  285,3;  291,4. 
ßurft  f.  392,  3. 
Puripr  f.  51,l,a;  65;  112,1;  285,3; 

291,  4. 
burr  adj.  167;  182,1;  277, 2,  a;  284; 

424,  anm.  2. 
purs    m.    153,1;    277,3;    358,1    u. 

anm.  3. 
purpr  m.  388. 
püs'Ji)und(rap)  zahlw.  453. 
putr  m.  392,  3. 
py  f.  383  u.  anm.l;  vgl.  pir. 
pydder  (mnorw.)  pron.  =  ypr  464, 

anm.  7. 
pyft,  -p  f.  238,  anm.  8- 
pykkia  swv.  51,4:  112,1;  113;  147; 
224,  anm.  4;  266,  3;  267  u.  anm.  2; 
285,1;  321;  518,1  u.  anm.l;  530, 
anm.  3;  531,  anm.  5. 
pykkr  m.  389  u.  anm.l. 
Pykkr   adj.   82,4;   92;   279,2;    424, 
anm.  2;  430  u.  anm.  3;  438;  vgl. 
piokkr. 
pyngan  f.  77, 12. 
pynna  swv.  517  u.  anm.  2. 
pyreU  m.  77, 12. 

pyrfa  (anorw.)  v.  =  purfa  523,  anm.  3. 
pyrft  f.  392,  3. 
Pyrger  m.  73,  anm. 
Pyrgils  m.  65. 
pyria  swv.  317,  4. 
Pyripr  f.  65. 
pyrner  m.  371. 

pyrr  adj.  424,  anm.  2;  vgl.  purr. 
pyrstr  adj.  317,4. 
pysia  swv.  317,  4. 
pyss  m.  277,  2,  a;  389. 
pytr  m.  389;  392,3. 
pypa  swv.  515. 
Py(J>)verskr  adj.  228. 
pxgr  adj.  431;  438. 
pcekkia  (anorw.)  'decken'  279,1. 
pcengat  (onorw.)  adv.  144,  anm.  1. 
fxenneg  (onorw.)  adv.  144,  anm.  1. 
pcer  (onorw.)  adv.  144,  anm.  1. 


paedem  (onorw.)  adv.  144.  anm.  1. 
P&rger  m.  73,  anm. 

tir  präfix,  s.  o-. 

übdale  247,  anm. 

uf  präp.,  s.  of. 

Ufeigr  m.  152, 1. 

Üfikspueit  (mnorw.)  152. 1. 

üfranals  adj.  312,1. 

uft  (anorw.)  adv.  =  opt  61,1. 

ÜfceiksiaÖer  (anorw.)  239,  l,b. 

-ug-  suffix  51, 2,  b;  173,4. 

ugga  swv.  519,  anm.  1 ;  538,  4. 

ugla  f.  246,2;  284. 

-ugp  snffix  293,1;  392,3. 

uisuar  adv.  463. 

uka  (anorw.)  f.  =  vika  408. 

üknytter  pl.  172,3;  318,3. 

-ul-  suffix  51, 2, b;  173,1  u.  anm.l. 

tdfalde  m.  254,  anm.;  297. 

uifr  m.  61,1;  235,  l,a;  240,1;  317, 

anm.  2. 
-ülfr  (in  namen)  61,1;  235, 1,  a. 
Ulgestr  m.  =  Ulfgestr  291,  4,  a. 
ull  f.  235,  l,a;  351,1;  371. 
UUr  m.  275;  358,2. 
um  alt  adv.  54,  3,  a. 
um  präp.  146,3;  278,  anm.l;  285,1. 
umb  präp.,  s.  um  u.  64;  329,2. 
Umblauzstadir  (anorw.)  262,1;  299, 

anm.  5. 
umm  präp.,  s.  um. 
(um)söt  f.  416,  4. 
-un  suffix  137,  anm.  3;  390. 
una  swv.  168;  519,1;  538,4. 
Unäss  m.  54, 3,  b. 
ünavägar  f.  pl.  228. 
und  f.  235, 1,  a. 

-und-  suffix  51, 2,  b;  173, 2  u.  anm.  2. 
undan  (anorw.)  präp.  317, 2,  b. 
undarn  m.  168 ;  173,  5. 
utxder  präp.  146, 3. 
unding i  (anorw.)  m.  149;  229;  317,2,  b. 
undorn  m.  168 ;  173,  5. 
undr  235, 1,  a. 
-ung-  suffix  51, 1,  b  u.  2,  b ;  146,  anm.  2 ; 

173,3;  462;  vgl.  -ong  f.,  -ongr  m. 


456 


Register. 


ungr   adj.   50,4;   113;   182,1;   231; 

317,3,  b    u.    4;     333,2;    438   u. 

anm.  3.  4. 
ungvipe  n.  372. 
-unn  f.,  s.  -unnr. 

unna  v.  275 ;  523, 1  u.  anm.  1 ;  532, 4. 
unningi (anorw.)m.  149;  229;  317,2, b. 
unnr    f.    275;    277, 4,  b;    317, 2,  b; 

390, 1. 
-unn{r)  f.  277, 4,  b ;  384  u.  anm.  1,  2. 
unz  'bis'  158;  245,1. 
upp,  üp(p)  adv.  146,3;  280,  anm.  4; 

318,2;  443. 
uppe,  üpi  adv.  280,  anm.  4;  318,2. 
uppskärr  adj.  54,  2 ;  64. 
ups  f.  240,  anm.  4;  257. 
ür  n.  166. 
ur-,    ür-    (anorw.)    präfix    72;    112, 

anm.  5;  126, 1;  vgl.  or-. 
ür   präp.    72;    112,  anm.  5;    126,1; 

vgl.  ör. 
ürr  m.  358,2;  392,3. 
urt  f.  235,  l,a;  392,1. 
urpr  m.  167;  390,1;  392,3. 
Urpr  f.  390, 1. 
Ürekia  m.  408. 
üt  adv.  280,1;  441;  442,3. 
ütan,  ütar  adv.  151,4;  280,1. 
ütrek{k)ia  swv.  512,  anm.  2. 
ütt  (anorw.)  adv.  =  üt  280, 1. 
üttan,  -ar,  -astr  (anorw.)  280, 1. 
-üp  suffix  293,1;  392,3. 
upr  f.,  s.  unnr. 
■upr  f.,  s.  -unnr. 
-upr  m.  137,  anm.  3;  397. 
üvaldr  (anorw.)  m.  297. 
ux  (anorw.)  f.  =  ups  257. 
uxe  m.   61,3;   63,4;   112,   anm.  4; 

222,    anm.  3;    283,1;    314   (pl.); 

338,1;  401,2,3. 

vä  f.  175, 4. 

vä  swv.  175,4;  317, 3,  b. 

väfa  swv.   77,11;    168;   507,   anm.; 

519,  anm.  1. 
vajf  n.  336. 
Vafprupner  m.  371. 


vagga  f.  318,4;  334,4. 

vagn  m.  318,  4. 

vaka  swv.  501,  anm.  4;  519,1;  527; 

538, 4. 
vakenn  adj.  (part.)  501,  anm.  4. 
väkn  (anorw.)  n.  =  väpn  257. 
vakna  swv.  509. 
vakr  adj.  277,  3. 

val  (anorw.)  adv.,  s.  vel  168;  443. 
välap  n.  236. 
valda   v.    167;   220;  275;   317, 2,  a; 

526  u.  anm.  1 ;  529. 
valdere{r)  m.  402,  anm. 
Valdiüfr  m.    238,  l,b;   240,2;   252; 

256;  297. 
Valdiügcer  (anorw.)  m.  256. 
Väle  m.  299, 2. 

Valer,  Väler  m.  pl.  124,  2;  387. 
valepr  adj.  428,  2. 
valfppr  m.  420,  anm.  2. 
Valgarpr  m.  297. 
valla  adv.  272, 1. 
valla  (anorw.)  stv.,   s.  vella  u.  490, 

anm.  4. 
valr  m.  'die  gefallenen'  387. 
valr  m. '  falke '  358;  387  u.  2  u.  anm.  2. 
valrof  n.  152,  2. 
Valpiöfr  m.  256 ;  vgl.  Valdiüfr. 
vamm  n.  346, 1. 
vammäl  (anorw.)  n.  268,  anm.  3;  vgl. 

vapmäl. 
vam(p)n  (anorw.)  n.   =  väpn  314, 

anm.  1  (2  mal). 
van  f.  s.  vgn. 
van(d)lega  adv.  291,  2. 
vandr  adj.  167.  260. 
vändr  adj.  175,4;  440  (u.  anm.  2). 
vange  m.  317, 3,  b. 
vangr  m.  237, 1. 
vangr  adj.  288;  317,  3.  b. 
vanlega  adv.  291,  2. 
vanmäl    (anorw.)    n.    238,   anm.  15; 

268,  anm.  3 ;  vgl.  vapmäl. 
vanr  m.  387  u.  anm.  2. 
vanr  adj.  168. 

vant  (anorw.)  n.  =  vatn  314. 
väpn  n.  77,11;  257;  314,  anm.  1. 


Eegister. 


457 


vär  pron.  pers.  464  u.  anm.  6. 

vara  swv.  'ahnen"  519.  anm.  1. 

vara  swv.  'warnen'  519.  anm.  1. 

rara  (shetl.)  =  vera  108,  anm.  1. 

värar  f.  pl.  375. 

vargr  m.  167;  358  u.  3. 

varhygp  f.  64. 

varkunn  f.  390. 

varla  adv.  272. 1. 

värr  pron.  =  vär  464,  anm.  6. 

värr  pron.  poss.  50,3;   107;  112,1; 

127,1;    134, b;    299,3:    467   u.  2 

(n.  anm.  3). 
rörra  pron.  =  rar  464,  anm.  6. 
vartare  m.  402,  anm. 
varda   (orkn.,  shetl.)  =   verpa  108, 

anm.  2. 
var(ß)hald  294. 
varüp  f.  64;  vgl.  -«'</>. 
DOtfefl  swv.  319,  5. 
Vaste  m.  240,  anm.  1. 
caimäl  n.  =  vapmäl  392,  3. 
pofn    n.    168;    291,9;    314;    319,5; 

325,1;  361,  anm.  1. 
vair  n.  =  vatn  361,  anm.  1. 
cätr  adj.  63,16;  168. 
vät(t)r  m.  267;  284;  395. 
capa  stv.  500. 
cäpe  m.  86 ;  175.  4. 
vapell  m.  173, 1  u.  anm.  1;  359,  anm.  1. 
vapmäl,  vapmäl  n.  127, 1  ;238,  anm.  15 ; 

268,  anm.  3;  392,3. 
vapr  m.  387. 
vaxa   stv.   170,  anm.  2;  222,2;  235, 

anm.  1;  500  u.  anm.  3;  531,2. 
vi  n.  111,2;  133,  b,l;  317,  3,  a;  363. 
viar  m.  pl.  317,  3,  a. 
Vi(e)  m.  317,  3,  a;  404. 
vefa  stv.  90;  168;  496  n.  anm.  4. 
vefia  swv.  507,  anm. 
vefmäl  n.  =  vapmäl  392,3. 
vefr  m.  168;  389. 
vega  stv.  'aufheben'  122;  497. 
vega  stv.  'töten"  60;  165;  172,  anm.l; 

317,  3,  a;  498  u.  anm.  5. 
veggr  m.  227,1;  389. 
veglegr  adj.  439,  anm.  3. 


cegna  (minna  v.  etc.)  358,  anm.  8. 

vegr  m.  'rahm'  387. 

vegr  m.  'weg'  176, 1;  358  u.  2,  3,  4 

u.  anm.  8. 
veig  f.  375. 

-veig  (in  namen)  317,  3,  a;  377. 
veikr  adj.  77, 15. 
veitt  adj.  130,  anm.;  151,6. 
veit  416. 

veitaU  adj.  173, 1. 
veipr  f.  384. 
ve{i)zla  f.  128. 

reföa  swv.  '  erwecken ',  s.  vekkia. 
vekia    swv.    'zum   fliessen   bringen' 

513. 1. 

vekke  pron.  =  re^fe  274, 1. 
velc(k)ia     swv.    '  erwecken '    82, 12 ; 

279,1;  512. 
vel  f.  109;  375. 
vel  adv.  168;  443. 
vela   swv.   'sich   beschäftigen'   109; 

111,2;  238,  2,  b;  517. 
vela   swv.   'überlisten'  109;  517  u. 

anm.  2. 
i   vüfxnne,  -fime  266,  anm.  5. 
velhuerr  pron.  477  u.  4. 
velia   swv.  124,  anm.l;  295;  354.1; 

508,2;  514. 
vella  stv.  167;  490  u.  anm.  1,4. 
Veüan(d)katla  291, 2. 
velta  stv.  90;  490. 
vend  n.  305,  anm.  2. 
venia  swv.  238,  l.b;  512  u.  anm.  2; 

531. 2. 

ver  n.  71,1;  369. 

vir  pron.  pers.   109,   anm.;    110,2; 

126,1;  278;  464  u.  anm.  5;  531,3. 
-vir  (in  namen)  149,  anm.  2;  317, 3,  b; 

360  u.  anm.  4;  371. 
verav. 72;  77, 11;  108,  anm.  1;  110,2 

(er,    ero);    126,1    (2  mal);     285, 

anm.l;    317,4;    465,2;    498    u. 

anm.  6,  7;  521,  anm.;  529;  531.1; 

532,3    u.    anm.l;    535,    anm.  2; 

536,2;  537  (passim):  541  u.  anm.  2; 

546  u.  anm.  2. 
veral(d)legr  adj.  291,  2. 


458 


Register. 


-vere  m.  403  (2  mal). 

vergangr  m.  291,  3. 

veria  swv.  'kleiden'  72. 

verk  n.  63,  3;  167;  291,  6;  361,  anm.l. 

verkr  m.  389. 

Vermar,  -er  m.  pl.  358,4;  387,2. 

Vermundr  m.  317,  2,  b. 

VernarÖr  m.  244,  anm. 

verpa  stv.  167;  490. 

verr  m.  60;  352,1;  358  u.  3. 

verr  adv.  komp.  443. 

verre    adj.   komp.    277, 2,  a;    317,4; 

440  u.  anm.  2. 
ve(r)sna  swv.  272,3;  317,4. 
»ers£  adv.  sup.  443. 
verstr  adj.  sup.  301,1;  440. 
verp  n.  425,  anm.  2. 
ver^a    stv.    90;    149,   anm.  2;    167 

175,1;  221,1;  235,  anm.  1;  291,3 

490  XL  anm.  3,  4;  529;  530,  anm.  3 

534,  2,  cu.  3;  546  u.  anm.  2. 
ver(p)gangr  m.  291,  3. 
verpr  m.  395  u.  anm.  1. 
verpr  adj.  425,  anm.  2. 
vesa  v.,  s.  vera. 
vesall  adj.  64;  151,1,5,6;  428,1  u. 

anm.  3;  439,  anm.  2. 
vesna  swv.  =  versna  272,  3. 
vestan  adv.  441;  442,3. 
vestastr  adj.  sup.  441. 
Vestfoll  (onorw.)  275,  anm. 
Vestfylder  m.  pl.  387;  392,2. 
vest(r)  sup.  =  verst(r)  440;  443. 
w?sire  adj.  komp.  441. 
vestr(h)alfa  f.  294. 
vesdll  adj.,  s.  vesall. 
vet  (anorw.)  pron.  =  vit  145,  anm.  3; 

464. 
vetke  pron.  274,1;  284;  476  u.  3  u. 

anm.  2. 
-vetna  (zu  t?<*«r)  390,  5. 
vetr  m.  110,1;  266,2;  284;  414. 
vett  (anorw.)  f.  416,  4. 
vetterges  'nichts'  390,  anm.l. 
vettfangr,  s.  vettvangr. 
vet(t)ke,  s.  vetke. 
vettoge  'nichts'  390,  anm.  2. 


vettr,  vettr  f.,  s.  vdttr. 

vettvangr  m.  109;  110,3;  237,1. 

vep  n.  369. 

vepia  swv.  510. 

vedill  (anorw.)  m.  173, 1;  359,  anm.  1. 

vepr  m.  176,1;  358,2. 

veykr  adj.  =  veikr  77, 15. 

vezla  f.  =  veizla  128. 

ttf  (mnorw.)  pron.  =  ver  464,  anm.  5, 

vidd  f.  390. 

Vifill  (anorw.)  m.  235, 1,  f.;  256. 

vig  n.  60;  165;  172,  anm.  1;  317,  3,  a. 

viga  (anorw.)   stv.  =  vega  'töten' 

60;  165;  498  u.  anm.  5. 
Vige  m.  403. 
Vi(g)fastr  m.  293,  3. 
Vigfüss  m.  127,2. 
Vigg  f.  383. 

viggr  m.  389  u.  anm.  1. 
vigia  swv.  317,  3,  a;  344, 1. 
Vigiid-  (anorw.)  104:  256. 
vigr  f.  375. 
vigr  adj.  431. 

Vigu(l)staöer  (mnorw.)  252. 
vik  f.  417. 
vika  f.  408. 

vika  (anorw.)  stv.  =  vikia  483. 
Vikand  (anorw.)  150,  anm. 
vikia  stv.  82,11;   263;  483;  532,1; 

vgl.  ykua. 
vildr  adj.  439,  anm.  2. 
vile  m.  403  (2  mal). 
Vile  m.  80,2;  138;  371. 
Viler  m.  371  u.  anm.  2. 
vilia   swv.   110,    anm.  6;    168;   238, 

anm.  5;     277, 2,  b;     285,1;    295; 

350,  1;  513,  3  u.  anm.  4;  521,  anm.; 

529;  531,  anm.  7;  532,  7  u.  anm.  3. 
Viliä(l)mr  (anorw.)  m.  297. 
villa  swv.  238,  2,  b ;  517. 
Vimboldr  m.  262, 1. 
wmpr  266,  anm.  1. 
Vimor  i.  378. 
wn  m.,  s.  pww. 
-(v)m  (in  namen)  383. 
vinät(t)a  f.  285,  4. 
vinda  stv.  266,2;  492  u.  anm.l. 


Register. 


459 


Vinder,  Vindr  m.  pl.  414. 
Vin(d)land  305,  anm.  1. 
vindr  m.  358, 2. 
vindr  adj.  167. 
vingiof  f.  262,  2. 
Vingner  m.  317,  3,  b. 
Fingpürr  m.  317,  3,  b. 
vinioy  f.  295. 
Vinland  291,  3. 
Vinland  305,  anm.  1. 
vinna   stv.   235,  anm.  1;   250;   261; 

492  n.  anm.  1. 
vin(r)  m.  168;  285,  anm.  2:  388  u.  1 

n.  anm. 
vinstre  adj.  komp.  299,  4;  441,  anm. 
vintur  (misl.)  m.  =  vetr  266,  2. 
Vin(p)land  291,  3. 
F/tt/>r  m.  pl.  414. 
vir  pron.  =  re'r  464,  anm.  5. 
virgell,  -oll  m.  167;  173,1. 
virke  n.  63,  3. 
-virke  m.  403. 
virpa  swv.  85. 
virpar  m.  pl.  60. 
rlM  f.  320. 

visa  swv.  320;  509,  anm. 
visenn  adj.  (part.)  483,  anm. 
viseir)  m.  401. 
ress  adj.  286;  320;  339,2:  427  u.  2; 

522,  anm.  2. 
vist  f.  391. 
vistre  adj.,  s.  vinstre. 
visundr  m.  358,  2. 

w'f  pron.  pers.  248;  278;  164;  531,3. 
vit  (anorw.)  präp.  =  vip  238, 2,  f. 
vita  v.  128;  320;  339, 1;  519,  anm.  1; 

522, 1  u.  anm.  1,  2;  532,  4;  534,  2,  b 

(2  mal). 
vitia  swv.  510. 
vitind.  -ani  173,  2. 
Cafe  m.  127, 2;  239, 1,  a. 
-vitna  (zu  vdttr)  390,  5. 
Mfr  adj.  437. 
vit(t)r  m.  =  r<?fr  110, 1. 
vittr  f.,  s.  vrettr. 
-vit(t)r  f.  390, 1,  4. 
vitund  173.2;  422,  anm.  4. 


vip  f.  165;  382. 

rt/b  pron.  =  vit  248;  464. 

vipa  adv.  442,1  u.  anm.  3  (2 mal). 

vipoeiim  n.  405. 

fijber  m.  165. 

vipferle  m.  63,8. 

Vipga  m.  401, 1. 

0$M  f.  409. 

vipka  swv.  238, 2,  e. 

viplzuep  n.  77,  anm.  4  (pl.). 

Ftdiwnjir  m.  292. 

vipr  m.  395  u.  3. 

■vipr  m.  (in  namen)  395,2. 

vixl  n.  110,  anm.  5;  222,  anm.  3. 

vixla  swv.  238, 2,  b;   291,7;  517  u. 

anm.  1. 
viz  adv.  'weit'  238,  2,  d. 
völcn  (nisl.)  n.  =  väpn  257. 
von  f.,  s.  fp«. 
t>(f  f.  175,4;  317, 3,  b. 
vog  f.  375. 
vgg  f.  416,4. 
Dpi  f.  376. 
vgllr  m.  275;  395. 
vglr  m.  395. 

rpfea  f.  82,8;  235,  l.a;  355;  408. 
Volundr,  (v-)  m.  148. 
vgmb  f.  266,  anm.  4;  329,2. 
von  f.  81,  anm.;  116;  391. 
vgndr  m.  77,10;  394;  395,3. 
vor  f.  375. 
Vgr  f.  375. 
-vgr  (in  namen)  377. 
vgrn  f.  392, 1. 
£prr  m.  395. 
vgr(r)  f.  375. 
vgrpr  m.  395  u.  2,  3. 
vgttr  m.  266,2;  395. 
vgttr  (anorw.)  m.  395. 
vgp  f.  77,11;  390,4;  392,3;  416,4. 
vgpue  m.  82,8;  228. 
vgxtr  m.  222,  2;  395. 
vre/3e  (anorw.)  f.  288,  anm.  1. 
vykua  stv.,  s.  ykua  483. 
vyrda  swv.  ==  t;2>/)a  85. 
rce  subst.  97,3;  151,6. 
r^r  adj.  431. 


460 


Register. 


vcckka  (anorw.)  f.  274, 1. 

vcekkia  (anorw.)  swv.  'zum  fliessen 

bringen'  279,2;  513,1. 
vdd  f.  =  vel  109. 
vcel  (anorw.)  adv.  443. 
vctta  swv.  109;  517. 
vcena  swv.  517,  anm.  2. 
vcengr  m.  368;  389  u.  anm.  4. 
vctnn  adj.  168;  427  u.  2;  438;  439, 

anm.  2. 
vcepna  swv.  238,  2,  b;  517. 
vcer  (anorw.)  pron.  =  ver  109,  anm. ; 

464  u.  anm.  5. 
vcerenge  m.  149;  229. 
vceringr  (anorw.)  m.  368. 
vcerda  (anorw.)  v.  529. 
vdbtke   pron.,    s.   vetke  476  u.  3  u. 

anm.  2. 
vcett  f.  'deckel'  109. 
vcelt  f.  'gewicht'  109. 
vdtttke  pron.  =  vetke  274, 1. 
vcettr   f.    109;   110,3;  127,   anm.  2; 

151,3;  390,1,  3,  4,  5  u.  anm.  1,  2. 
vdbttvangr  m.  =  vettvangr  109. 
vceÖmäl  (anorw.)  n.  =  vapmal  392,  3. 
vek(ku)a  f.  82, 12. 
vek(k)ua  swv.  '  zum  fliessen  bringen ' 

279,2;  513,1,2. 
vekua  swv.  'erwecken',  s.  vekkia  512. 
vokue  m.  82, 12. 

vela  (anorw.)  swv.  =  vela  'sich  be- 
schäftigen' 517. 

yfa  (anorw.)  swv.  85,  anm.  1. 
yfir  präp.  140,  anm.  2;  147;  155. 
*yfla  swv.  (prät.  u.  part.)  291, 4,  a; 

313, 1. 
yfrenn  adj.  140;  235,2;  428,  anm.  5. 
yger  m.  75. 
Yggr  m.  389. 
ygiask  swv.  75. 
ygr  adj.  75;  431. 
-ygp  suffix  293,1;  392,3. 
yke  n.  75. 

ykkar  pron.  pers.  110 ,  anm.  1 ;  464. 
ykkarr  pron.  poss.  235,  anm.  4;  266, 3; 

300,1;  467  u.  3  (u.  anm.  3). 


yk(k)r  pron.  pers.  77,  5,  a;  464. 
ykua    stv.    77,15;    82,10,11;    483; 

532, 1. 
yler  m.  231. 
yl(f)Öi,  ylft  (anorw.)  zu  *yfla  291,  4,  a; 

313,1. 
ylgr  f.  317,  anm.  2;  384  u.  anm.  4. 
ylma  swv.  85. 
ylmr  m.  85. 
ylr  m.  389  u.  anm.  1. 
ymbrudagar  m.  pl.  85. 
Ymer  m.  371. 
ymiss,    (y-)    adj.    65;    114;    127,5; 

285, 5;  428  u.  1,  4  u.  anm.  1,  4. 
ymr  m.  389. 
-yn  (in  namen)  383. 
-ynd-  suffix  173,  2  u.  anm.  2. 
-ynde  f.  411;  vgl.  -ynd-. 
ynglingr  m.  216,2. 
Ynguarr     m.    84;     111, 2;     134,  a; 

317,  3,  b. 
Yngue  m.  82, 4. 
Ynguinn  m.  226. 
#r  m.  77,6;  106,  anm.  2. 
\jr  pron.  =  ypr  292. 
yr  präp.  =  ür  71,  6;  72;  112,  anm.  5; 

126, 1. 
Yre  f.  401. 

yrenn  adj.  235,2;  428,  anm.  5. 
Yria(r)  (anorw.)  pl.  166. 
yrkia  swv.  167;  235, 1,  a;  321;  518, 1. 
yrr  m.  =  ürr  392,  3. 
yrpr  m.  390, 1 ;  392,  3. 
ysa  f.  231. 
ysia  f.  317,  4. 
yslda  swv.  112, 1. 
yss  m.  277, 2,  a;  389. 
ytarstr  (anorw.)  adj.  snp.  441. 
ytre,  ytre  adj.  komp.  127,5;  441. 
-yp  suffix  293,1;  392,3. 
ypar(r),  yparra  pron.,  s.  ypu-. 
ypr  pron.  pers.  77,  5,  a ;  238,  anm.  13 ; 

261,  anm.;    292;   464  u.   anm.  6; 

465,  anm.  6. 
yp(u)ar  pron.  pers.  464. 
yp(u)arr     pron.    poss.    82, 4;    235r 

anm.  4 ;  300, 1 ;  467  u.  3  (u.  anm.  3). 


yp(u)arra     pron.    =    yp(u)ar 

anm.  6. 
yztr,  yztr  adj.  sup.  127,5;  441 


Register 
464, 


461 


ce  adv.  97.  3 ;  vgl.  ey  adv. 

ctfe  f.  83;  97,3;  250;  411,2.3. 

Öfen-  83;  97,3. 

cefenlegr  adj.  85,  amn.  2;  427,  anm.  2. 

JEger  m.  169;  317, 3,  a;  319,1;  371. 

cegi  adv.  =  eige  152, 1. 

ceginn  (anorw.)  adj.,  s.  eigenn  (128). 

cbia  swv.  68,2;  512. 

ceigande  (anorw.)  m.  422,  anm.  3. 

ceige  adv.  =  eige  152, 1. 

ceinginn  (anorw.)  pron.  =  enge  127, 1. 

ceinshucerr  (anorw.)  pron.  475, 1. 

^£idsif(i)ar  (anorw.)  pl.  151,  6. 

cetti(u)fti  (anorw.)   zahlw.  =  ettepte 

77,7;  235,2;  456,  anm. 
ceüi(u)fu     (anorw.)     zahlw.    235, 2 ; 

449,  anm. 
cellugu,ceUuva  (anorw.)  zahlw. =eUefo 

77, 7, 10;  172, 1 ;  256 ;  257 :  449,  anm. 
JElmtrartiorn  (anorw.)  237,  anm.  2. 
celptr  (anorw.)  f.,  s.  glpt  416, 1. 
cembcet(te)  (anorw.)  n.  285,4. 
J&n  (anorw.)  65. 
ceptir  adv.  271. 
cer  (anorw.)  n.  =  cerr  77,7. 
der  f.  71,2;  80,2;  418. 
-der  adj.  429. 
cera  swv.  54,  anm.  1. 
<srfab\e),  -ctöe  (anorw.)  n.  54,  3,  b; 

64;  151,1;  152,1. 
cerlipti  (anorw.)  =  eUepte  456,  anm. 
cerif)  (anorw.)  n.  77,7. 
ctrr  (anorw.)  m..  s.  grr  395,  anm.  2. 
certog,  -ug  (anorw.)  f.,  s.  ertog. 
<ts  f.  233;  375;  392.2. 
^Estripr  f.  =  Astripr  395,  anm.  2. 
eete  n   372,  anm.  4. 
cttla  swv.  267. 
cbtt  f.  54,1;  392,3;  461. 
eettbarmr,  -bapmr  m.  238,  anm.  14. 
cetter  adv.  271. 
cettinge  m.  173, 3. 
cettlera  m.  317.  4. 


dp{r)  f.  'ader'  384. 
ctpr  f.  '  eider r  384. 
aex  (anorw.)  f.,  s.  ex. 

äfenlegr  adj.  85,  anm.  2. 

efre  adj.  komp.  119;  441. 

efrenn  (anorw.)  adj.  =  yfrenn  235, 2. 

efstr  adj.  sup.  119;  240,  anm.  4;  441. 

öfter  präp.  85,  anm.  2;   172,  anm.  2. 

eger  m.  75. 

egia(sk)  swv.  75;  170. 

egr  adj.  75;  431. 

ekkr  (nisl.)  m.  82, 3. 

ekkuenn  adj.  82,3;  110,1. 

eUyfti,  -kti,  ettepti  (anorw.)  zahlw. 

=  ellepte  77,7, 10;  85  u.  anm.  3; 

257;  456,  anm. 
0luer  m.  65;  82,6;  105,  anm. 
emta  swv.  258,2. 
enge  pron.,  s.  enge  pron. 
engr  adj.  82,6;  424,  anm.  2;  430. 
engr  pron.,  s.  enge  82,6;  84. 
engua  swv.  82,6. 
enta  swv.  258,  2. 
epa  swv.  235, 1,  a;  515. 
epstr  adj.  sup.  =  efstr  240,  anm.  4. 
eptir   (anorw.)    präp.  =  epter  172, 

anm.  2. 
er-   präfix   71,3;   72;   112,  anm.  5; 

126,1;  146,3. 
er  präp.  71,  4;  72;  126, 1;  146,  3. 
ere  adj.  komp.  (s.  ungr)  50,4;  113; 

317, 3,  b  u.  4;  438,  anm.  3. 
erende  n.  160,  anm.  (gen.  pL  erna); 

372, 
erenn  adj.  235,2;  428,  anm.  5. 
erinde  n.,  s.  erende. 
er(h)6f  n.  294. 
erQi)(xfe  n.  294. 
err  n.  77,  7. 
err  adj.  235, 1,  a. 
ertog  (anorw.)  f.  63,8;  66,  anm. 2; 

152,2;  173,5;  375. 
erctfe  n.  294. 
es  pron.  pers.,  s.  os(s). 
eska  f.  113;  317, 3,  b. 
eskia  swv.  112, 1. 


462 


Register. 


ess  pron.  pers.,  s.  os(s). 

estr  adj.  sup.  303,2. 

eple    n.    63,8;    66,    anm.  2;    119; 

173, 1. 
eplask  swv.  63,  8. 
eplingr  m.  172,  anm.  2. 
epre  eztr  adj.  438,  anm.  1. 
ex  f.  77, 7;  173,  5;  384  u.  anm.  2. 


exla   swv.  222,2;    238, 2,  b;   291,7; 

517  u.  anm.  1. 
0yl(u)ir  (anorw.)  m.  235, 1,  f. 
eyra  m.  405. 
0ystrin  (anorw.)  65. 
eydla  (anorw.)  f.  =  epla  172,  anm.  2; 

268,  4. 
0ydvin  (anorw.)  82, 13;  166,  anm. 


B.  Urnordische  Wörter  (so  wie  wichtigere  Wörter 
der  yikingerzeit): 

Die  zahlen  nach  'anh.'  beziehen  sich  auf  die  nummern  des  anhangs. 


a  (adän.)  299,  5. 

aadagasu  233;  373,  anm.  3;  anh.  91. 

AfatR  anh.  31. 

Aß  anh.  70. 

after  anh.  79 

Afunp  153,3,7;  275;  anh.  83. 

aih  230,2;  533,  anm.  2;  anh.  21 ;  76. 

Aih  54,1;  230,2. 

aila  anh.  89. 

ais[a]s[aiRa]R  anh.  76. 

aiwuiöa  533,  anm.  2;  anh.  13. 

akaR  356,  anm.  1 ;  anh.  95. 

ala  399,  anm.  1 ;  anh.  92. 

alawiÖ  anh.  60. 

alawin  anh.  60. 

all  =  alu  anh.  40. 

alu  373,  anm.  1;   anh.  5;  9;  11;  17; 

39;  57;  61. 
aluh  anh.  33. 

aluko  406,  anm.  1;  anh.  24. 
an  153  u.  3,  7;  299,  5;  anh.  73. 
ana  anh.  44;  55. 
anart  (aschw.)  3C0, 1. 
aovin  (Einhard)  226. 
ArAgeu  406,  anm.  2;  anh.  4. 
arbija  356,  anm.  2;  anh.  79. 
arbijano  399,  anm.  5;  401;  anh.  79. 
aRina  72,  anm.;  356,  anm.  2;  anh.  7. 
asiuii[n]t     80,  1;     153,  1,  7;     233; 

anh.  70. 
asripr  (Man)  310,  2. 
asugasÖi(R  .  . .)  anh.  42. 


asugisalas   142;   233;   356,  anm.  3; 

anh.  35. 
AtR  anh.  19. 
auja  anh.  58;  60. 
aulfr  (aschwed.)  228. 
aus  (Cod.  Leid.)  80,1;  153,5,7. 
aupa22l,  anm.2;  399, anm. 1;  anh. 51. 
bAriutip    66,1;    142;    223,2;    530, 

anm.  3;  anh.  66. 
bArutR  66,1;  142;  153,1,7;  223,1; 

530,  anm.  3;  anh.  4. 
bera  399,  anm.  1 ;  anh.  36. 
bi  anh. 35. 
Urg    63,3;    66,1;   143;   538,  anm.; 

anh.  50. 
bormopA  anh.  14. 

dagaR    137,    anm.2;    155;    223,1; 
_224,1;  356,  anm.  1;  anh.  7;  16. 
da[i]MÖun   54,  anm.  3;  533,  anm.  3; 

anh.  79. 
öAude  55;  138  u.  anm. 
öohtriR  112,  anm.  4;  155;  267;  277,  3; 

419,  anm.  1 :  anh.  79. 
elw  anh.  95. 
eih  anh.  51. 
ek  464,  anm.  1;  anh.  7;  23;  25;  30; 

32;  34;  35;  39;  46;  52;  55;  79; 

84;  86. 
eka  94;  anh. 66. 
erilaR  63,3;  137,  anm.2;  173,  anm.l; 

277,1,3;     356,    anm.l;     359,2; 

anh.  32;  35;  39. 


Register. 


46a 


faapi  (adän.)  230, 1. 

fahi  153  u.  3, 7  u.  anm.;  230, 1;  530, 

anm.  1;  anh.  45;  95. 
fahi[öo]   54,1;  230,1;  533,  anm.l; 

anh.  55. 
fai  153,  anm.;  230,1;  511;  anh.  85. 
faihiöo    54,1;    137,2;    156;    230,1; 

533,  anm.l;  anh.  16;  87. 
fakaR  anh.  23. 
fAUh  533,  anm.l;  anh.  66. 
fÄlAhAk   142;   230,1;   465,    anm.  2; 

533,  anm.l;  anh. 4. 
farauisa  399,  anm.l:  anh.  58. 
fatlaßR  (aschw.)  153,2. 
fapi  (adän.)  230, 1. 
feu  (Abeced.  nordm.)  80,2;  153,1. 
fino  406,  anm.  1 ;  anh.  3. 
fiskR  153,7;  356,  anm.l;  anh.  14. 
fiu  (Cod.  Leid.)  80,  2;  153, 5. 
flm  (adän.)  230:  2. 
fokl  anh.  14. 
fraicaradaR  53;  80,2;  356,  anm.l; 

anh.  44. 
frohila  399,  anm.l;  anh.  12. 
gAf  223,2;  533,  anm.  2;  anh.  66. 
gakaR  356,  anm.  1 ;  anh.  57. 
gamR  anh.  19. 
-SastiR    66,1;    155;    223,1;    224,1; 

385,  anm.  1;  anh.  3;  25. 
SestumR  66, 1  u.  anm.  1;  153,  7;  277, 

anm.  5;  356,  anm.  8;  anh.  66. 
gihu  63,3;  530,  anm.l;  anh.  58. 
^in.irunAR  anh.  4. 
ginoronoR  anh.  66. 
ginugahriija  anh.  35. 
g  isai  anh.  89. 

-gisalas  142;  155 ;  anh.  35. 
gla[n]ta  anh.  19. 
gleaugiR  385,  anm. ;  anh.  10. 
godagas  356,  anm.  3;  anh.  84. 
gotnA  anh.  14. 
gudija  399,  anm.l;  anh.  46. 
hAborumR  anh.  66. 
haönlaikciR  230,1;  317,2;  356,  anm.l; 

anh.  34. 
liAerA  anh.  4. 
hAeruiculafiR  142;  370,  anm.;  anh.  31. 


haga  anh. 35. 

hagestumR  anh.  66. 

hagustaldiR,    -sta[[\daR    105,   anm.; 

239, 1,  b;  356,  anm.  1;  anh.  34;  84. 
haha  anh.  68. 
hahai  anh.  44. 
haidaR  (aschw.)  229,  anm. 
h[A]ideRrunono  anh.  66;  vgl.  runono. 
JiAtdRruno    54;    anh.  4;    vgl.    runo 

(Björketorp). 
halte  54;  139;  542,  anm.  2;  anh.  32 ; 

35;  vgl.  folg. 
ha[i]teka  465,  anm.  2;   542,  anm.  2;. 

anh.  39;  vgl.  haite. 
haitika  139;  465,  anm. 2;  542,  anm. 2; 

anh.  58;  vgl.  haite. 
haitinoR    155;    162,2;    277,1;   356^ 

anm.  1;  540.  anm.  2;  anh.  72. 
haiicidaR,  s.  h\f\aimdaR. 
-halaiban  142;  299,5;  399,  anm.  3^ 

anh.  79. 
halaR  356,  anm.  1 ;  anh.  65. 
hali  anh.  68. 
harabanak  142;  277,3;  356,  anm.l;. 

anh.  32. 
hart-,  harja-  69. 
harja  399,  anm.l;  anh. 90. 
harijan  399,  anm.  3 ;  anh.  62. 
hariso  406,  anm.  1 ;  anh.  29. 
hariuha   112,   anm.  4;  399,  anm.  1;. 

anh.  58. 
hAriwoUjR  69,  anh.  66;  vgl.  -woUfR. 
hArimdafa   356,   anm.  5;    anh.  31; 

vgl.  -wulafa. 
hariieiilf\a)R  133,  a. 
hariiculfs     235,  1,  a;    356,    anm.  3^ 

anh.  54. 
hateka,  s.  ha[i]teka. 
hAÖerA  anh.  4. 
hapu  anh.  68. 
hApnwoUfA  356,   anm.  5;    anh.  27^ 

Vgl.   -ICOlAfA. 

hApuicoUfR     22S:     anh.     66;     vgl. 

-ICOlAfR. 

hApuiculafR    228;   317,2;    anh.  31; 

vgl.  -iculafR. 
hau[h]aRaR  356,  anm.l;  anh.  15. 


464 


Register. 


haukopuR  235, 2:  393,  anm.  1 ;  anh.93. 

heÖerA  anh.  66. 

helÖaR  88;  95,1;  356,  anm.l;  anh.  73. 

herA  anh.  66. 

hiabi  (anorw.)  297. 

hiÖeRrunono,  s.  h[A]iöeRrunono. 

hin  anh.  14. 

hino  425,  anm.  1 ;  469,  anm.  1 ;  anh.  68. 

hiivigaR  356,  anm.  1 ;  anh.  94. 

hlaaiwiÖo  533,  anm.  1 ;  anh.  34. 

hlaiwa  97, 3;  153, 3;  356,  anm.  2;  anh.  8. 

h[l]aiiviÖaR  540,  anm.  2;  anh.  1. 

Meuno  anh.  89. 

lüewagastiü    385,   anm.  1;    anh.  25; 

vgl.  -gastiR. 
hnaljudas  356,  anm.  3;  anh.  8. 
holtijaR  356,  anm.  1 ;  anh.  25. 
ho.R  anh.  40;  vgl.  hou[h]aR. 
horna    61,1;    137,    anm.  2;    153,3; 

155;  356,  anm.  2;  anh.  25;  68. 
hou\li\aR  356,  anm.  1 ;  anh.  22. 
hrabisun  (anorw.)  289,  anm.  1. 
hrapaR  anh.  55. 
Tirikariki  (anorw.)  289,  anm.  1. 
hroRaR   95,1;   356,  anm.l;  anh.  7. 
hroReR  370,  anm.;  anh. 7. 
huni  anh.  14. 
huivAR  anh.  14. 
i  anh.  14;  46. 
if  anh.  14. 
igijon   137,   anm.l;  406,  anm.  2,  3; 

anh.  65. 
ik  464,  anm.  1;  anh.  95. 
irilaR  356,  anm.l;  anh.  7;  86. 
is  532,  anm.l;  anh.  14;  38. 
it  anh.  13. 

iupingaR  56;  356,  anm.l;   anh.  52. 
[i]vgnboro  406,  anm.  1 ;  anh.  50. 
j[a\  anh.  60. 
j[ehu]  anh.  89. 
kaibA  anh.  1 4. 
kam  anh.  14. 
kamas  (anorw.)  252. 
karuR  (aschw.)  77,1;  153,7;  226. 
kepan  399,  anm.  3;  anh.  2. 
kunimu[ri]diu  141;  226;  393,  anm.  3; 

anh.  73. 


-kurne61,l;  139;  356,  anm.4;  anh.73. 

kupi  (adän.)  138,  anm. 

kupumu]  n]t  (adän.)  153,1. 

laasauwija  399,  anm.l;  anh.  91. 

lagt  anh.  14. 

lagu  (Abeced.  nordm.)  80,2;  153,1. 

laipigaR  anh.  43. 

la[n]ÖawarijaR  356,  anm.l;  anh.  81. 

lq\n]kmuf)rku  (aschw.)  406,  anm.  5. 

la[n]t  anh.  14. 

-Iasar,  s.  -Iausar. 

lapoÖu  anh.  77. 

lapu  373,   anm.l;  anh.  12;  22;  57. 

lauer  (Cod.  Leid.)  80,2;  153,5. 

laukaR  55;  356,  anm.  1;  anh.  9;  20; 

57;  61. 
-Iausar  356,  anm.l;  anh.  66. 
-UusR  55;  277, 1;  356,  anm.l;  anh. 4. 
lawiju  530,  anm.  1 ;  anh.  35. 
lepro  406,  anm.  1 ;  anh.  67. 
leugaR  56,  anh.  62. 
ligi  538,  3  u.  anm. ;  anh.  68. 
UliR  anh.  13;  88. 
lina  anh.  20. 

li[n\ki  'lange'  (adän.)  66,3. 
Huhu  56*,  373,  anm.  1;  anh.  50. 
lua  (=  alu?)  anh.  48. 
luivatuwa  anh.  82. 
made  533,  anm.  2:  anh.  14. 
magu  155;  393,  anm.4;  anh.  34;  55. 
makia  53;  356,  anm.  5;  anh.  92. 
mAlAusR  anh.  4;  mAlA[u]sAR  anh.  66. 
manR  66,1;  153,7;  anh.  14. 
mariha  anh.  92. 
m[a\r[i]la  399,  anm.  1 ;  anh.  18. 
-mariR  53;  224,1;  277,1;  385,  anm.; 

424,  anm.  1 ;  anh.  75. 
m[arki]pe  anh.  7. 

meR  110,  anm.  3 ;  464,  anm.  1 ;  anh.  50. 
m[i]k  143;  464,  anm.l;  anh.  18. 
minino    137,  1;    425,    anm.  1;    467, 

anm.  1 ;  anh.  34. 
minu  137, 1 ;  373,  anm.  1 ;  467,  anm.  1 ; 

anh.  50. 
muha  112, anm.4;  399, anm.  1 ; anh. 35. 
nAkÖa[n]  153,  7;  425,  anm.l;  anh.  14. 
-nam  143;  533,  anm.l;  anh.  52. 


Register. 


465 


nAseu  anh.  14. 

HAuim  anh.  14. 

nhaki  (Man)  222,  anm.  2. 

ni  anh.  14;  75. 

niu  anh.  66. 

niujil[a]  anh.  11. 

niuwila  227;  399,  anm.  1;    anh.  49. 

oR  anh.  14. 

orba  anh.  89. 

orte  138;  230, 1 ;  235, 1,  a;  533,  anm.  2 ; 

anh.  7. 
os  (Abeced.  nordm.)  80, 1 ;  153, 1, 7. 
gtip/s  anh.  49. 

ow[u\lpupewaR21ö,B.nh.lö;\gl.J)ewaR. 
raginaku[n]do  137,  anm.  2 ;  373,  anm.4: 

anh.  45. 
[ra]ist  143;  533,  anm.  2;  anh.  87. 
raunij.a  399,  anm.  1 ;  anh.  64. 
regit  anh.  89. 

reidu  (Cod.  Leid.)  153, 5,  7. 
rhoAltR  95, 1;  222,  anm.  2;  228,  anm.; 

235, 1,  d;  356,  anm.  1;  anh.  85. 
-ronoR  406,  anm.  5;  anh.  66. 
ronu  406,  anm.  4;  anh.  4. 
runAR  137,2  u.  anm.  2;  373,  anm.4; 

anh.  4;  31. 
-runo  (Björketorp)  137,2  u.  anm.  2; 

anh.  4. 
runo  (Einang,  Xoleby)  137,  anm.  2; 

373,  anm.  4;  anh.  16;  45. 
-runono  373,  anm.  5;  anh.  66. 
runoR  137,2  u.  anm.  2;  373,  anm.4; 

anh.  7;  32;  73. 
s  anh.  14;  38. 
sa  469,  anm.  1 ;  anh.  39. 
sairaicidaR  540,  anm.  2;  anh.  55. 
SAkse  anh.  14. 
saligastiR  3S5,  anm.  1;   anh.  3;  vgl. 

-gastiR. 
sar  469,  anm.  1;  473,  anm.  2;  anh.  4; 

66. 
saralu  anh.  94. 
sasi  n.  andere  formen  dieses  para- 

digmas  470,  anm.  1. 
sAte  138;  153,  7;  533,  anm.  2;  anh.  27. 
satiöa  anh.  79. 

satiöo  513,  anm.  1 ;  533,  anm.  1 ;  anh.  55. 
Noreen,  Altisl.  g^amm.    4.  aufl. 


sbA  153,7;  223,  anm.  2;  230,1;  233, 

anm.  2:  373,  anm.  1;  anh.  4. 
sbi[n]Öul[a]  anh.  21. 
sigaduR   222,    anm.  1;    230, 1;    393, 

anm.  1;  anh.  69. 
sijosteR  139 ;  425,  anm.  1 ;  436,  anm.  1 ; 

anh. 79. 
siktriku  (aschw.)  77,  5,  a;  153,7;  226. 
sin  425,  anm.  1;  467,  anm.l;  anh.  70. 
sin  anh.  33. 

sitiR  (aschw.)  153, 1, 2, 3, 7. 
skapi  538,  anm. ;  anh.  68. 
skinna  275. 
ski\n]pale  anh.  63. 
skorin  anh.  14. 
s[knbaÖo]  anh.  69. 
slaginaR    74;    162,2;    356,   anm.l; 

540,  anm.  2;  anh.  44. 
snAreR  425,  anm.  1 ;  anh.  14. 
sol  (Abeced.  nordm.)  153, 1,  7. 
solu  anh.  14. 
sot  153,7;  anh.  14. 
soulu  (Cod.  Leid.)  153, 5, 7. 
stAbA  anh.  27. 
stAin  153,  7;  anh.  14. 
staina  54;  155;  356,  anm.  5;  anh. 55; 

79;  87. 
stainaR217. 1 ; 356.  anm.6 ;  anh. 37 ;  54. 
stainawarijaR  anh.  55. 
suema[n]Öe  anh.  14. 
suliu  anh.  3S. 
sun  (aschw.,  adän.)  153,  7. 
-sutir  (aschw.)  153,7. 
sunu  acc.  sing.  153, 1  (2mal),  7  (2mal; 

aschw.);  393,  anm.4;  anh.  70. 
swabaharjaR  anh.  55. 
swestar  138;  155;  419,  anm.  1;  anh.  50. 
tAÜR  356,  anm.l;  anh.  80. 
taipir  (anorw.)  392, 1. 
t[a]lij[a]R  anh.  21. 
talijo  406,  anm.  1 ;  anh.  89. 
tcujulu  anh.  9. 
tau  anh.  59. 

tAutu  137, 1 ;  153, 3 ;  530,anm.l ;  anh.51. 
tauxiSo  533,  anm.l;  anh. 25. 
tatco  530,  anm.  1 ;  anh.  77. 
triku  380. 

30 


466 


Kegister. 


<f-,  s.  nach  6-. 

pAiAR  409,  anm.  1;  anh.  31. 

pAim  469,  anm.  1 ;  anh.  14. 

fialiR  153,3;  385,  anm.  1;  anh.  6. 

par  anh.  1. 

paR  71,2;  126,1;  137,2  n.  anm.  2; 

469,  anm.  1 ;  anh.  16. 
pat,  pAt  469,  anm.  1;  anh.  4;  7. 
pe  anh.  89. 
(-)pewaR  80,2;  137,  anm.  2;  221,1; 

224,1;  241,  anm.  2;  356,  anm.  1; 

anh.  75;  84. 
pi  anh.  26. 

piapan  (agutn.)  144,  anm.  1. 
piaurikR  (aschw.)  56. 
piRi  469,  anm.l;  anh.  78. 
pit  anh.  51. 

prawijan  299, 5 ;  399,  anm.  3;  anh.  72. 
pria  anh.  27. 

prijoR  373,  anm.4 ;  447,  anm.l ;  anh.  79. 
pur  (adän.)  299,  anm.  1. 
puris  (Abeced.  nordm.)  153, 1. 
purlabr  54,  3,  b. 
uar  (adän.)  153,7. 
ubaR  356,  anm.l;  anh.  32;  63. 
ueu  anh.  10. 
ufaak  54,  3,  b. 
uftiR  (fär.)  172,  anm.  2. 
uha  399,  anm.  1 ;  anh.  13. 
uilald  153, 3,  7;  anh.  51. 
uk  anh.  14. 
-ulf  (adän.)  153,  6. 
ulfs  (adän.)  235, 1,  a. 
unganÖiR  anh.  46. 
unnam  143 ;  533,  anm.  1 ;  anh.  52. 
ug[n]twa  399,  anm.l;  anh. 51. 
urm  (adän.;  Einhard)  235, 1,  a. 
urti    138;    230,1;    235, 1,  a;    533, 

anm.  2;  anh.  70. 
utiÄR  anh.  4. 

upArAbA  142;  233,  anm.  2;  anh.  4. 
wadaraÖas,  s.  wa[ri]ÖaraÖas. 
wage  73;  139;  356,  anm.l;  anh.  50. 
wakraR  277,3;  356,  anm.l;  anh.  52. 

Druckfehler  (vgl.  s.  XVI).     S. 
z.  27  lies  *Mfo.    S.  387  z.  31  lies  Ixera 


ivajemariR  anh.  75;  vgl.  -mariR. 
walhakurne,  s.  wllhakurne. 
wa[ri]Öaraöas  356,  anm.  3;  anh.  56. 
war Ait  142;  143;  288;  533,  anm.  2; 

anh.  31. 
warb  533,  anm.  2;  anh.  14. 
-warijaR  356,  anm.  1 ;  anh.  81. 
waritn  142;  288;  530,  anm.  1;  anh.  32. 
waruR  393,  anm.l;  anh.  74. 
was  143;  250;  533,  anm.  2;  anh.  72. 
wate   66,  anm.l;    153  u.  2,7;    535, 

anm.  1;  anh.  68. 
wApi  221,  anm.  2;  anh.  70. 
welAÖAuÖe  399,  anm.  1 ;  anh.  4. 
wilagaR  356,  anm.  1 ;  anh.  39. 
wiliR  anh.  89. 

wiltiR  425,  anm.l;  anh.  14. 
wita[n]Öahalaiban  142;  399,  anm.  3; 

539,  anm.  4;  anh.  79. 
wipr  153,7;  anh.  83. 
wiwaR  60,  anm.;  356,  anm.l;  anh. 79. 
ivnvila    80,2;    138    u.    anm.;     399, 

anm.  1 ;  anh.  86. 
wllhakurne  230, 1 ;  anh.  73 ;  vgl.  -kurne. 
-woUfA  61,1;  142;  153,6;  anh.  27. 
-wolAfR    61,1;    142;   235,  l,a;   356, 

anm.  1;  anh.  66. 
worahto   61,1;   137,2;   142;  230,1; 

235, 1,  a;  321;  533,  anm.  1;  anh.  79. 
w[o]rta  138 ;  230, 1 ;  533,  anm.2 ;  anh.18. 
wortoz  155. 
woÖurtÖe  139;  356,  anm.4;   anh.  79 

(2  mal). 
wraita  54;  153,3;  288;  356,  anm.  5; 

anh.  52. 
-wulafa    61,1;    142;   153,6,7;   356, 

anm.  5;  anh.  31. 
-wulafiR  142;  anh.  31. 
-wulafR  61, 1;  91, 1;  142;  153,  5, 6, 7; 

235,  l,a;  356,  anm.l;  anh.  31. 
-wiüfs  235, 1,  a;  356,  anm.  3;  anh.  54. 
wurk[io]  anh.  88. 
wurte  138  u.  anm.;  230,1;  235, 1,  a; 

533,  anm.2;  anh. 73. 

246  letzte  z.   lies  rhoAltR.     S.  381 

mÄlA[u]SAR. 


Druck  von  Karras,  Kröber  &  Nietschmann  in  Halle  (Saale). 


• 


. 


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